Kiezmagazin für das Brandenburgische Viertel
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Beobachtet
Sanierungsfortschritt in der Oderbruchstraße. Zu sehen ist die Frontseite des Wohnblocks am 21. Februar sowie am 13. und 21. MĂ€rz.

Livestream der aktuellen Stadtverordnetenversammlung.



Im Viertel nach Zwölf

Jahreszeiten kommen und gehen im Brandenburgischen Viertel. Vieles verĂ€ndert sich im Laufe der Zeit. Aber der Kiez bleibt bei seinem Rhythmus, egal welche Wohltaten oder Plagen ĂŒber die Bewohner hereinbrechen.

Am Mittwoch gab es wieder »Tote Oma« im Zentralimbiß des Heidewald-Centers. Im GĂŒlĂŒm-Bistro kann man schön gemĂŒtlich drinnen sitzen, seinen Kaffee trinken oder ein Pils, oder aus den tĂ€glich wechselnden Tagesgerichten auswĂ€hlen. Wenn man das nötige Kleingeld hat. Ehrlicherweise muß man sagen, die Portionen werden immer kleiner und die Preise immer grĂ¶ĂŸer. Das ist aber im angrenzenden Supermarkt genauso, und wenn man von dort seine Waren bezieht, muß man das natĂŒrlich einkalkulieren. Einzig die Tasse Kaffee bei MĂ€rkisch Edel gleich um die Ecke ist immer noch bei einssiebzig und das ist die große Ausnahme beim sonstigen Angebot.

Mit »Doppelwumms« bekommen jetzt viele schlechtergestellte Leute mehr oder zum ersten Mal Wohngeld und können das Preisdesaster etwas ausgleichen. Was die Nebenkostenabrechnungen bringen werden, wird sich zeigen im Laufe des Jahres. Aber nicht nur zentral bei Ümit kann man zu Mittag speisen, sondern auch beim DRK-Heim gegenĂŒber am Potsdamer Platz oder in der großen AWO-Kantine, die tĂ€glich zwei unterschiedliche warme Mahlzeiten fĂŒr die 80 Bewohner des großen Pflegeheims kocht und eben auch fĂŒr GĂ€ste, darunter Stammkunden oder gelegentliche. Die Preise sind moderat. Donnerstags gibt es oft Fisch und samstags meist nur einen Eintopf. Man kann schon von GlĂŒck sagen, daß man jetzt, nach zwei Jahren Restriktionen, wieder drinnen sitzen und speisen kann und nicht wie ein rĂ€udiger Hund vor der EingangstĂŒr abgefertigt wird.

Wenn das Mittagsmahl geschafft ist, erfolgt in vielen HĂ€usern der nĂ€chste Gassigang. Die lieben Vierbeiner wollen sich wieder entleeren und schnĂŒffeln und Frauchen oder Herrchen haben ausgiebig Zeit, mit anderen HundeausfĂŒhrern zu palavern: ĂŒber den MĂŒll, der herumliegt, ĂŒber den Krach der Sanierungs-Baustellen, ĂŒber die SĂ€ufer, ĂŒber die Preise, ĂŒber die Mieten oder ĂŒber die explodierenden Tierarztkosten. Alles explodiert zur Zeit. Nicht nur fernab im Osten. Die FlĂŒchtlinge werden immer mehr und finden kaum noch Wohnraum. Einhundertachtzig Wohnungen wurden in den letzten Jahren dem Erdboden gleichgemacht. Nun fehlen sie. Hinzu kommen momentan fĂŒnf Blöcke aus denen im letzten Jahr 200 Bewohner vertrieben wurden und die jetzt mit Bauarbeiten belegt sind. Wenn die einmal voll vermietet sind, steigt automatisch das Mietniveau fĂŒr Plattenbauten der ganzen Gegend.

Die neu sanierten Wohnungen kann sich nicht jede Familie, nicht jeder Arbeitsloser leisten. Noch kamen die Vormieter ein paar Straßen weiter unter, in nur teilsanierten HĂ€usern. Aber irgendwann geht da der Sanierungszirkus weiter und dann die Frage: Wohin? Wir retten das Weltklima aber bleiben sozial auf der Strecke. Mit WBS und Wohnungsförderung kommt man auch auf 500,- warm. Da hilft nur noch, die Heizung auszulassen. Die Wohnung ist ja dann gut gedĂ€mmt. Dadurch sinkt auch der internationale Gaspreis und wir brauchen weniger von diesen umweltschĂ€dlichen Fracking-Tankern. Soweit die Theorie bei 16 Grad im FrĂŒhling.

Die Gassigeher sind behördlich angehalten, immer ein schwarzes TĂŒtchen dabeizuhaben, und mit einem geschickten Griff, der die Finger wĂ€rmt, wird das Äußere nach innen gestĂŒlpt und das TĂŒtchen in der nĂ€chsten Abfallbox entsorgt. Soweit die Theorie. Der Theorie nach sollen die Mieten der neusanierten Wohnungen im »Quartier Oderbruch« nicht ĂŒber 8 EUR kalt gehen. Man kann jetzt schon wetten: es werden viele AuswĂ€rtige herziehen, aus Gegenden, wo die Preise schon jetzt unbezahlbar sind. Große Wohnungen sollen Familien anlocken, oder Mieter mit Luxusanspruch. Aber Luxus hier im Kiez? Das ist irgendwie fehl am Platze und die Fluktuation der nĂ€chsten Jahre wird wieder die Spreu vom Weizen trennen.

Man hat große PlĂ€ne. Die Genossenschaft mit ihrem BRAND VIER und die stĂ€dtische Gesellschaft mit der Cottbuser und Finsterwalder. Gleich nebenan befindet sich die grĂ¶ĂŸte FlĂŒchtlingsunterkunft des Landkreises, der Wohnverbund an der Potsdamer Allee, fĂŒr die sogar ein Wachschutz sorgt. Menschenkinder aller Herren LĂ€nder hoffen auf eine Zukunft in einem friedlichen Land. Unsere ukrainischen GĂ€ste können sich mittlerweile beim BĂ€cker gewĂ€hlter ausdrĂŒcken und mĂŒssen nicht mehr mit dem Finger zeigen; privat bleiben sie natĂŒrlich weiterhin beim Russisch und finden auch Hilfe und UnterstĂŒtzung bei etlichen Russlanddeutschen, die hier seit Jahrzehnten zu Hause sind. Sprache verbindet. Die gegenwĂ€rtige Politik entzweit.

Unsere BrĂŒder und Freunde sollen jetzt KinderschĂ€nder und Vergewaltiger sein? Jedenfalls drĂ€ngt sich einem dieser Eindruck auf, wenn man Fernsehen schaut oder die Zeitung liest. Aber die Kontakte werden abgeschnitten und untersagt. Man kann sich nicht mehr objektiv informieren. Es gibt nur noch eine Einheitsmeinung, die sagt: unsere Freunde sind jetzt die BÖSEN ĂŒberhaupt. Viele glauben das. Wissenschaftler glauben, unsere ganze Welt steht nur noch Sekunden vor Zwölf. Bis zum großen Bimbam. Einmal diese unversöhnliche Hetze und AufrĂŒstung, die zum Atomkrieg fĂŒhren kann, und zum anderen das Klima. Die Kipp-Punkte sind bald erreicht, so die Auffassung, und die extremen Wetterereignisse werden dramatisch zunehmen. Mit ihnen DĂŒrren, Überschwemmungen, Hungersnöte und Fluchtwellen. Kriege dazu.

Wenn bei uns im Viertel die Ă€lteren JahrgĂ€nge die ewigen JagdgrĂŒnde aufsuchen, wird wieder Platz fĂŒr die nĂ€chste Generation. Einheimische Kinder werden dann in den Wohnungen spielen oder Familien grĂŒnden, oder auch Zugezogene von nah und fern sichern sich hier ihre Existenz. Und um Viertel nach Zwölf holen sich im Viertel wie eh und je die Bauarbeiter ihre Bockwurst im Laden und Herrchen und Frauchen wissen wieder, was sie an ihren treuen Vierbeinern haben: einen gesunden Gang an frischer Luft!

JĂŒrgen Gramzow – 20. MĂ€rz 2023




Wird der Wohnblock in der Rheinsberger Straße demnĂ€chst aus dem Dornröschenschlaf geholt?

Ehemaliger Bahn-Wohnblock in der Rheinsberger Straße:
Ende des Dornröschenschlafs?

Seit vielen Jahren besticht der inzwischen einsam in der Flur stehende Wohnblock in der Rheinsberger Straße vor allem durch seinen Leerstand. Einst hatte die Deutsche Bahn das Haus aus den BestĂ€nden der DDR-Reichsbahn ĂŒbernommen – und sich nicht weiter darum gekĂŒmmert, nichtmal um um eine Abrißförderung. Irgendwann war dann auch der letzte Mieter ausgezogen.

Schließlich erbarmte sich die Chorona-Immobiliengesellschaft von Steffen Branding und erwarb den Wohnblock, vermutlich zu sehr gĂŒnstigen Konditionen. Doch bevor hier PlĂ€ne zur weiteren Nutzung heranreifen konnten, entschied sich Branding fĂŒr einen grundsĂ€tzlichen Wandel seiner GeschĂ€ftspolitik. Bereits seit 2018 gehört Chorona zur Stiftung Preußischer Liegenschaften, die sich 2021 weitgehend aus Eberswalde zurĂŒckzog und einen Großteil des Eberswalder Wohnungsbestandes an die Unternehmensgruppe Becker & Kries verĂ€ußerte. Ob der leerstehende Wohnblock in der Rheinsberger Straße in diesem Zusammenhang ebenfalls an Becker & Kries ging, wurde nicht kommuniziert.

Inzwischen ist zumindest klar, daß auch hier der EigentĂŒmer wechselte. Dies bestĂ€tigte die Eberswalder Baudezernentin Anne Fellner im Februar auf Nachfrage des Stadtverordneten Carsten Zinn. Die Verwaltung habe »bereits mit dem neuen EigentĂŒmer Kontakt aufgenommen«, so Fellner. Dieser plane, »den Wohnblock fĂŒr Wohnen zu reaktivieren und Mittel fĂŒr den sozialen Wohnungsbau zu beantragen«. Namen nannte die Dezernentin nicht.

Becker & Kries zeichnen fĂŒr den Wohnblock in der Rheinsberger Straße nicht verantwortlich, fand Carsten Zinn heraus. Im Internet sei hingegen eine Rheinsberger Straße GmbH & Co. KG mit Sitz in Berlin zu finden.

Anna Fröhlich – 19. MĂ€rz 2023 (bearbeitet am 20.3.23)




Neue Ausstellungen in der Galerie Fenster:
Wogen wiegen und Garagengalerie

Eröffnung am 19. MÀrz, 14 Uhr

Kurz vor knapp und wie man sonst noch zu sagen pflegt, jedenfalls hoffentlich noch rechtzeitig hinsichtlich unserer beiden Veranstaltungen am bevorstehenden Wochenende. Mein Kollege Klaus Gollin und ich waren am Beginn der Woche unterwegs ins westfĂ€lische MĂŒnster, haben dort die KĂŒnstlerin Anastasiya Nesterova in ihrem Atelier besucht und eine Werkauswahl ihrer Arbeiten mit nach Eberswalde genommen. Denn: Die neuen Ausstellungen in der Galerie Fenster werden jetzt am Sonntag, dem 19. MĂ€rz 2023 um 14 Uhr in der Prignitzer Straße 50 im Brandenburgischen Viertel von Eberswalde eröffnet. Die Arbeiten von Anastasiya Nesterova, neben einigen GemĂ€lden hauptsĂ€chlich mehrfarbige Grafiken, strahlen nun schon in unseren hĂ€ufig lichtdurchfluteten oberen RĂ€umen und sind in der Zusammenstellung unter dem Titel »Wogen wiegen« sozusagen empfangsbereit.

Bis in die gestrigen spĂ€ten Abendstunden hat auch der Architekt und Fotograf Martin Maleschka aus EisenhĂŒttenstadt in unserem »Fotokabinett« im Erdgeschoß gewerkelt und seine »Garagengalerie« eingerichtet, die wir parallel zur Nesterova Ausstellung am kommenden Sonntag eröffnen.

Musikalisch begleitet wird die Ausstellungseröffnung vom »Erfinder des Garagenjazz«, dem Gitarristen Dirk Berger. Sein Sound paßt aber nicht nur gut in den Garagenkosmos, sondern auch zur Weite der Bilder von Anastasiya Nesterova. Seien Sie gespannt. Eine herzliche Einladung!

In unser »kleines BuchlĂ€dchen« in der Galerie Fenster haben wir im Zusammenhang mit den aktuellen Ausstellungen einige neue Veröffentlichungen aufgenommen. So sind nun die beiden von Martin Maleschka bei DOMpublishers erschienenen ArchitekturfĂŒhrer »Baubezogene Kunst DDR - Kunst im öffentlichen Raum von 1950 bis 1990«, sowie »EisenhĂŒttenstadt« zu haben. Dazu das im ZĂŒricher Verlag PARK BOOKS herausgegebene »Garagenmanifest«, welches auch einen Foto-Essay von Martin Maleschka enthĂ€lt. Das Buch ĂŒber den »Lebensraum DDR-Garage«, als ein wenig beachtetes urbanes PhĂ€nomen erfĂ€hrt hier seine WĂŒrdigung. Die Veröffentlichung wurde im Herbst 2022 auf der Frankfurter Buchmesse mit dem renommierten DAM Architectural Book Award 2022 ausgezeichnet und gehört damit zu den zehn besten ArchitekturbĂŒchern des Jahres.

Aber auch von Anastasiya Nesterova bieten wir einen kleinen Katalog zum Kauf an und das Beste: Ihre wunderbaren bei uns gezeigten Arbeiten sind ebenfalls zu erwerben.

Beide Ausstellungen haben eine Laufzeit bis zum 14. Mai 2023. Wir begleiten die PrĂ€sentationen mit einem dichten Programm. Los geht es bereits am Donnerstag der kommenden Woche, am 23. MĂ€rz 2023. In unserer Serie der »Neubauviertelfilme« zeigen wir um 19 Uhr mit »Kalle Kosmonaut« eine Ende des Vorjahres in die Kinos gekommene zehnjĂ€hrige Dokumentation ĂŒber das Leben des jungen Kalle in Hellersdorf und wie soziale Ungleichheit eine Biografie bestimmen kann.

Udo Muszynski – 17. MĂ€rz 2023

Siehe auch:
»KUNSTspaziergang mit Hans Jörg Rafalski: Auf Spurensuche im Finowtal«
»Kunst, Konzert und KaffeekrÀnzchen«
»Galerie-Sonntage mit Klavier«
»Film und Fest in der Galerie«
»Zwei Ausstellungen im Freizeitschiff«
»Galerie Fenster wird grĂ¶ĂŸer«


Galerie Fenster · Prignitzer Straße 50 · 16227 Eberswalde
eMail: · www.mescal.de · www.1893-wohnen.de




Im Herbst begannen die Bauarbeiten im zweiten Bauabschnitt des Genossenschaftsprojekts BRAND VIER mit den HĂ€usern in der Oderbruchstraße. Inzwischen sind auch die anderen WohnhĂ€user in dem Karee leergezogen. Die Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 eG widmet sich nun bereits den beiden Wohnblocks in der Prenzlauer Straße 36 - 52. Die HĂ€user wurden eingerĂŒstet und die alte WĂ€rmedĂ€mmung wird entfernt. Mit einem Kran wurden die Betonteile der Loggien, die den Genossenschaftsblock mit dem Haus der WHG verbanden, entfernt. Weitere Infos hier. Die Außenanlagen des Hortneubaus »Kinderinsel« sollen in diesem FrĂŒhjahr fertig werden. Soweit es das Wetter zulĂ€ĂŸt, wird bereits jetzt fleißig daran gearbeitet. Die HerbststĂŒrme haben manchen DĂ€chern im Kiez arg zugesetzt. Nach den unmittelbaren Notreparaturen wird jetzt begonnen, »entsprechend den Vorschriften« zu reparieren. Die »MĂ€rkische Schule« in der Rheinsberger Straße 36 wird erweitert. Das hat der SchultrĂ€ger, der Landkreis Barnim, beschlossen und nun in Gang gesetzt. Bauarbeiten im Kiez

GegenwĂ€rtig wird an vielen Stellen im Brandenburgischen Viertel gebaut. FĂŒr die umfangreichste BautĂ€tigkeit sorgt nach wie vor die Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 eG mit ihrem Großprojekt BRAND VIER, mit dem sie gegenwĂ€rtig in der Prenzlauer und in der Oderbruchstraße aktiv ist.

Die Erneuerung der Heizleitungen im Bereich des Genossenschaftshauses in der Havellandstraße sind weitgehend abgeschlossen. Dies gilt auch fĂŒr den Hortneubau der Stadt Eberswalde, bei dem im FrĂŒhjahr noch Arbeiten an den Außenanlagen anstehen. Mit dem FrĂŒhjahr wird die Stadt dann auch in der Cottbuser und in der Schorfheidestraße/Ecke Senftenberger Straße (sog. »Schorfheideplatz«) mit der Erneuerung der Straßen beginnen.

Seit kurzem wird auch zwischen der Brandenburger Allee und der Rheinsberger Straße gearbeitet. Die StĂŒrme im Herbst 2022 hatten an mehreren HĂ€usern der stĂ€dtischen Wohnungsbau- und Hausverwaltungsgesellschaft (WHG) die DĂ€cher beschĂ€digt. Darunter in der Frankfurter Allee (gegenĂŒber dem Einkaufszentrum »Heidewalde«) und in der Brandenburger Allee 37-45. In der Brandenburger Allee »wird das Dach jetzt entsprechend den Vorschriften repariert«, wie Doreen Boden von der WHG auf MAXE-Nachfrage informierte. Aufgrund der Arbeitsschutzvorschriften ist es notwendig, dafĂŒr ein GerĂŒst aufzustellen.

Ein paar Meter weiter, in der Rheinsberger Straße, hat der Landkreis Barnim als TrĂ€ger der »MĂ€rkischen Schule« mit der Errichtung eines Erweiterungsbaus begonnen. HierfĂŒr wurde neben der Schule ein Turmdrehkran aufgestellt, der die WohnhĂ€user an den beiden Alleen (Brandenburger und Potsdamer) ĂŒberragt. Verbunden mit dem Erweiterungsbau wird es auch eine »gebĂ€udenahe Hofgestaltung« geben. Die Baugenehmigung durch das zustĂ€ndige Bauordnungsamt der Stadt Eberswalde wurde am 5. Januar 2023 erteilt. Der Entwurf stammt von dem Dresdner ArchitektenbĂŒro Klinkenbusch-Kunze-Seidel. Verantwortlich fĂŒr den Rohbau ist die Firma Schneider Systembau aus Radeburg bei Dresden. Geplant ist, den Erweiterungsbau bis Ende 2023 fertigzustellen.

Anna Fröhlich – 18. Februar 2023 (bearbeitet am 14.03.2023)

Siehe auch:
»Kinderinsel eingeweiht«,
»WHG investiert im Kiez«,
»1893-Dialogbox eröffnet«,
»Neuer Platz mit alten BÀumen«




Udo Muszynski im GesprĂ€ch mit Hans Jörg Rafalski, der am Sonntag, dem 19. Februar, zur »Spurensuche im Finowtal« einlĂ€dt. Der KUNSTspaziergang startet um 11 Uhr an der Galerie Fenster im Freizeitschiff der Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 eG in der Priegnitzer Straße 50.
Interessantes Detail im Bild: Ein Teil des sichtbaren BrĂŒckenfundaments steht auf alten Fundamentmauern der Stolz'schen MĂŒhle, die infolge des deutschen Bombenangriffs auf Eberswalde in der Nacht vom 25. auf den 26. April 1945 wie große Teile der Innenstadt zerstört wurde.

KUNSTspaziergang mit Hans Jörg Rafalski:
Auf Spurensuche im Finowtal

Die Galerie Fenster hÀlt in der nun beginnenden Woche zwei Einladungen bereit.

ZunĂ€chst lĂ€dt am Donnerstag, dem 16. Februar Suzi Mundokys um 19 Uhr zu einem Hörabend. Aus dem Mescal Briefkasten haben wir einige NeueingĂ€nge gefischt und ganz klar, Jazz in E. wirft seine Schatten voraus. So hören wir in allerjĂŒngste Veröffentlichungen hinein: »Tzivaeri« von Athina Kontou Mother, »Fluss« vom Richard Koch Quartett und »Still Storm« von Matthias Loibner & Lucas Niggli.
Alle KĂŒnstler sind Gast der diesjĂ€hrigen 28. Ausgabe des Festivals vom 17. bis 20. Mai 2023 im Forstbotanischen Garten von Eberswalde. Tickets zum musikalischen Abenteuer gibt es bereits im Mescal Shop. Wir offerieren u.a. einen Early Bird Pass, welcher fĂŒr 60 bzw. 50 EUR (erm.) den Eintritt zu allen Konzerten an den vier Tagen garantiert. Er ist limitiert und bis zum 30. MĂ€rz 2023 erhĂ€ltlich.

Die Galerie Fenster in der Prignitzer Straße 50 im Brandenburgischen Viertel von Eberswalde öffnet am Donnerstag wie gewohnt von 17 bis 21 Uhr. Wir zeigen noch bis zum 26. Februar 2023 Hans Ticha GRAFIK und Hans Jörg Rafalski FOTOGRAFIEN.

Gemeinsam mit Hans Jörg Rafalski laden wir am Sonntag, dem 19. Februar zu einem weiteren KUNSTspaziergang. Treffpunkt ist um 11 Uhr zunĂ€chst die Galerie Fenster in der Prignitzer Straße 50, aber bald erfolgt der Aufbruch zum nahe gelegenen Finowkanal. In seinem Buch »Erosion - Spuren der Industriekultur im Finowtal« betrachtet Hans Jörg Rafalski erzĂ€hlerisch und in atmosphĂ€rischen Bildern die großartige Vergangenheit des bedeutendsten historischen Industriestandortes der Mark Brandenburg sowie das, was in der Gegenwart davon noch nachvollziehbar ist.

Als kleinen Aperitif haben wir gerade auf unserem Mescal Youtube Kanal einen Videobeitrag »Galerie Fenster unterwegs« mit Hans Jörg Rafalski veröffentlicht.

Wir hören im Beitrag von den sieben SchlĂŒsseljahren in der Finowtalgeschichte (1317, 1532, 1603, 1700, 1746, 1860 und 1945), lernen die »Hölle« unweit der KanalbrĂŒcke in Kupferhammer kennen und erfahren, daß es drei verschiedene Standorte des Messingwerkes gab. Weitere zeitgeschichtliche Entdeckungen sind fĂŒr den KUNSTspaziergang am 19. Februar wohl programmiert


Udo Muszynski – 12. Februar 2023

Siehe auch:
»Kunst, Konzert und KaffeekrÀnzchen«
»Galerie-Sonntage mit Klavier«
»Film und Fest in der Galerie«
»Zwei Ausstellungen im Freizeitschiff«
»Galerie Fenster wird grĂ¶ĂŸer«


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Am 6. Februar wurde das neue GebĂ€ude fĂŒr den Hort Kinderinsel in der Kyritzer Straße 17 – dort bis zu ihrem Abriß die alte SchwĂ€rzeseeschule stand – offiziell eingeweiht. Die ursprĂŒnglich fĂŒr Sommer 2022 vorgesehene Eröffnung des Horts mußte zunĂ€chst auf den Herbst und schließlich auf den Anfang des Jahres 2023 verschoben werden. Restarbeiten im Außenbereich werden im FrĂŒhjahr erfolgen. Mit einem Sprung durch eine Mauer aus Papier erobern die Kinder symbolisch ihr neues Reich, den Hort »Kinderinsel«. BĂŒrgermeister Götz Herrmann ĂŒberreicht Hortleiterin Mandy MĂŒller den symbolischen SchlĂŒssel zum Haus. »Kinderinsel« eingeweiht

Neuer Hort im Kiez bietet Platz fĂŒr 150 Kinder

maxe. »Das Brandenburgische Viertel ist seit Jahren ein Investitionsschwerpunkt von Stadt und anderen Akteuren«, heißt es in einer am 7. Februar veröffentlichten Mitteilung der Pressestelle der Eberswalder Stadtverwaltung. Mit der feierlichen Eröffnung des neuen Horts »Kinderinsel« am 6. Februar habe »die Stadt Eberswalde ein weiteres, ambitioniertes und wegweisendes Bauprojekt im Kiez« abgeschlossen. Damit werde die soziale Infrastruktur vor Ort weiter ausgebaut.

Stolz ist man darauf, daß der gesamte Bau weniger als drei Jahre dauerte. »In nur 33 Monaten – inklusive einer halbjĂ€hrigen Planungsphase und Gestaltungswettbewerb«, so BĂŒrgermeister Götz Herrmann, »konnten wir unseren neuen Hort in einem Stadtteil errichten, der ein Ort der Transformation ist und in dem vieles Zukunftsweisendes entsteht. Somit konnten wir innerhalb kurzer Zeit gleich zwei große strategische Visionen verfolgen: die weitere Verbesserung der sozialen Infrastruktur in Eberswalde im Allgemeinen sowie im Brandenburgischen Viertel im Besonderen, sowie den Bau mit nachhaltigen Materialien. Daß der neue Hort in Holzbauweise entstanden ist, freut mich besonders.«

Der neue Hort in der Kyritzer Straße 17 bietet Platz fĂŒr 150 Hortkinder plus acht Mitarbeiterinnen und vier Mitarbeiter. Mandy MĂŒller ĂŒbernimmt die Leitung ĂŒber das Haus, in dem zukĂŒnftig insgesamt Kinder aus 17 Nationen betreut werden.

PĂ€dagogischer Ansatz der Einrichtung wird die halboffene Hortarbeit sein, was bedeutet, daß das Haus in unterschiedlichen RĂ€umen verschiedene AktivitĂ€ten bietet. Einem Ă€hnlichen Konzept folgte bereits die Kita »Spatzennest«, deren Hortteil nach der Kita-Schließung 2007 in den RĂ€umen der Grundschule SchwĂ€rzesee unterkam.

Im neuen HortgebĂ€ude gibt es nun eine KinderkĂŒche, einen Sport- und Bewegungsraum, einen Bauraum, einen Hausaufgabenbereich, einen Raum fĂŒr kreatives Darstellen und Gestalten, einen Werkenraum, einen Forscherraum, einen Entspannungsraum sowie den offenen Gartenbereich. Die Kinder können frei entscheiden, welchen Raum sie wann nutzen wollen.

Die »Kinderinsel« liege in unmittelbarer NĂ€he der Grundschule SchwĂ€rzesee, betont Kerstin Ladewig, Leiterin des Amtes fĂŒr KindertagesstĂ€tten und stĂ€dtische Grundschulen. »So haben es die Hortkinder nicht weit und kommen sicher von der Schule zur Nachmittagsbetreuung. Schule und Hort bilden eine rĂ€umliche und funktionale Einheit, womit die Stadt auch gut aufgestellt wĂ€re, falls die gesetzlichen Anforderungen an Ganztagsbetreuung ausgeweitet werden sollten.«

Insgesamt wird der neu eröffnete Hort sich durch ein bewegungsorientiertes Profil auszeichnen. Gerade der großzĂŒgige Außenbereich auf dem 6.500 Quadratmeter großen GrundstĂŒck bietet dafĂŒr den notwendigen Freiraum. DarĂŒber hinaus hat der Hort verschiedene Kooperationspartner wie den Club am Wald, andere KindertagesstĂ€tten, die Grundschule SchwĂ€rzesee, das Jobcenter und als Patenbetrieb die hoffmann & brillen GmbH.

Lediglich 33 Monate sind vom ausgeschriebenen Wettbewerb fĂŒr den Bau eines Hortes in nachhaltiger Bauweise bis zur Eröffnung vergangen. Zu dem im Februar 2020 begonnenen Wettbewerb waren damals 15 BeitrĂ€ge eingereicht worden. Am 10. November 2020 fand die Preisverleihung statt. Nur zwölf Monate nach dem Abschluß des Wettbewerbs, am 24. November 2021, fand der erste Spatenstich statt.

Die tatsĂ€chliche Bauzeit ohne Planung, Wettbewerb und Ausschreibung betrug 15 Monate, nachdem schnell klar wurde, daß die zunĂ€chst von der Baudezernentin geĂ€ußerten Ambitionen, eine Nutzung des neuen Horts sei bereits ab Anfang des Schuljahres 2022/23 möglich, nicht umzusetzen waren. Bald war vom Herbst 2022, dann vom November und schließlich von Anfang 2023 die Rede.

Realisiert wurde schließlich der im Wettbewerb erstplazierte Vorschlag der Numrich Albrecht Klumpp Gesellschaft von Architekten mbH aus Berlin in Zusammenarbeit mit der KuBuS Freiraumplanung GmbH & Co. KG. WĂ€hrend jetzt das GebĂ€ude offiziell ĂŒbergeben wurde, werden die Außenanlagen witterungsbedingt erst im FrĂŒhling fertiggestellt sein können.

Im Haushalt der Stadt standen fĂŒr den Neubau rund 8,2 Millionen Euro zur VerfĂŒgung, die erwarteten endgĂŒltigen Kosten bewegen sich bei rund 7,6 Millionen Euro, von denen circa 6,75 Millionen Euro förderfĂ€hig sind. Allein aus dem gemeinsamen Programm der StĂ€dtebauförderung von Bund und Land »Sozialer Zusammenhalt« stammen 6,55 Millionen Euro dieser geförderten Summe.

(7. Februar 2023)

Siehe auch:
»Hort-Eröffnung nun im Januar ‘23?«,
»Richtfest fĂŒr Hortneubau«,
»Auf dem Holzweg«,
»BĂŒrgermeister auf der Hortbaustelle«,
»Brandenburger Allee voll gesperrt«,
»Amtierende auf Baustellenvisite«
»Das MÀrchen von Kiefern im Innenhof«
»Kloppe« fĂŒr die Baudezernentin
»Hortneubau in 30 Monaten«
»Wettbewerb fĂŒr Hortneubau«




Februaraktionen im Silberwald

Nachfolgend möchte ich den Leserinnen und Lesern des Kiezmagazins MAXE eine kleine Vorausschau auf die Februarattraktionen in der BegegnungsstÀtte Silberwald geben.

Am Mittwoch, den 8. Februar, feiern wir Fasching. Von 13 bis 17 Uhr haben im Silberwald die NĂ€rrinnen und Narren das Sagen. Wir backen leckere Berliner – die wir dann auch verspeisen. Vor allem aber werden wir gemeinsam tanzen und lachen.

Etwas ernster wird es am 14. Februar zugehen. Im Rahmen des Kurses »Gesunde ErnĂ€hrung« erzĂ€hlen uns ab 14 Uhr die Ärztin Maria gemeinsam mit der ErnĂ€hrungsexpertin Ute viel ĂŒber GemĂŒse. Wie kann man mit einfachen Tricks alltĂ€gliche ErnĂ€hrung etwas gesĂŒnder machen? Neben der Theorie gibt es praktische Übungen zur richtigen Zubereitungsweise fĂŒr eine gesunde ErnĂ€hrung. Es wird eine Spende in Höhe von 5 Euro pro Person empfohlen.

Einen Tag spÀter, am 15. Februar kommt Frau Gahtow von der deutschen Rentenversicherung in den Silberwald, um von 15 bis 16.30 Uhr alle Fragen rund um die Rente zu beantworten.

Praktischer wird es dann am Dienstag, den 21. Februar. Von 10.30 bis 14 Uhr lernen wir von Ellen, Körbe zu flechten. Hier ist nur eine begrenzte Teilnehmerzahl möglich, daher ist eine vorherige Anmeldung zu empfehlen. Bitte beachten, daß pro mitmachende Person Materialkosten von 22 Euro anfallen. Am 22. Februar werden um 10.30 Uhr gute Ohren gebraucht. Autorin Katja Preuß liest aus ihrem Buch »Mama eine Frage noch«. Gleich am nĂ€chsten Tag, dem 23. Februar, erfahren wir von Herrn Knoll von der Firma HörgerĂ€te Knoll, was man tun kann, wenn die Ohren nicht mehr so gut sind. Sein Vortrag zum Thema »Ich glaub, ich hör nicht richtig« beginnt um 11.30 Uhr.

Am letzten Tag des Februar sind wir dann von 9.30 bis 11 Uhr »sicher mobil« mit dem Fahrlehrer Herrn Prauße unterwegs, der ein bißchen Fahrschul-Wissen wieder auffrischen wird. Am Nachmittag des 28. Februar findet schließlich von 14 bis 17 Uhr Teil 2 des Kurses »Gesunde ErnĂ€hrung – GemĂŒse« mit Ärztin Maria & ErnĂ€hrungsexpertin Ute statt.

Fest etabliert haben sich inzwischen montags Sport und der Dienstag als Kreativ-Tag. Freitags findet der Handarbeits-Club statt, bei dem gehÀkelt und gestrickt wird. Alle Termine sind wie immer im Monatsplan, gedruckt und zur Abholung bereit im Silberwald oder online: Kontakt Eberswalde e.V.: BegegnungsstÀtte Silberwald.

Nicole Vormum – 20. Januar 2023

Siehe auch:
»Nikolausmarkt im Silberwald«


BegegnungsstĂ€tte »Silberwald« · Spreewaldstraße 1 · 16227 Eberswalde
TrÀger: Kontakt Eberswalde e.V. · Projektleiterin: Nicole Vormum
Tel. 03334/3876980 · Fax: 03334/3879754 · eMail:

Wir verstehen uns als ein Ort der Begegnungen und wir sind Ansprechpartner fĂŒr Senioren, Ă€ltere Menschen, Menschen mit Behinderungen, Menschen mit Demenz und selbstverstĂ€ndlich deren Angehörige. Wir wollen helfen, unterstĂŒtzen, Wissen vermitteln. In unseren RĂ€umlichkeiten finden tĂ€glich wechselnde Angebote zur Aktivierung, BeschĂ€ftigung und Betreuung statt. ZusĂ€tzlich können wir im Alltag unterstĂŒtzen (Begleitungen zu Ärzten, Hilfe im Haushalt, etc.).




Der Weg zwischen dem Kiez und dem BahnĂŒbergang am Tierpark wird wegen der FĂ€rbung des feinschluffigen Untergrunds "schwarzer Weg" genannt. Regen und schwarzer Schlamm

maxe. Die Beleuchtungsanlage am »schwarzen Weg« zwischen Brandenburgischem Viertel und Tierpark ist inzwischen wie angekĂŒndigt erneuert worden. Der Weg selbst ist noch im alten Zustand.

Der Regen, der der Landschaft gut tut, verwandelt den Schwarzen Weg zuweilen in einen Schwarzen Schlammweg. Der Ausbau zu einem Allwetter-Rad-und-Fußweg wĂŒrde vieles mehr Kosten als das Malen von Markierungen fĂŒr sogenannte Radschutzstreifen auf vorhandenem Asphalt und ist in absehbarer Zeit nicht zu erwarten.

(10. Januar 2023)

Siehe auch:
»Mehr Licht im Wald«




Grundschule SchwÀrzesee.

Sprecherrat genehmigte 7.500 Euro fĂŒr Lernhilfe 2023:
Profinachhilfe vom Duden-Institut

Im Brandenburgischen Viertel und in der dort ansĂ€ssigen Grundschule SchwĂ€rzesee finden sich vor allem SchĂŒler aus sozial schwachen Millieus und bildungsfernen Haushalten. Die Lernvoraussetzungen bei Schuleintritt sind hĂ€ufig deutlich schwĂ€cher ausgeprĂ€gt als bei Gleichaltrigen aus höheren Bildungsschichten und sozial stĂ€rkeren Regionen. Dadurch wird das Lernen von Schulbeginn an hĂ€ufig erschwert.

Obwohl ausgeprĂ€gte LernschwĂ€chen durch alle sozialen und Bildungsschichten hinweg etwa gleich verteilt sind, finden vor allem Kinder sozial höher gestellter Eltern Hilfe durch eine Lerntherapie. Dies ist vor allem durch das Wissen ĂŒber LernschwĂ€chen und Hilfemaßnahmen bei deren Eltern als auch durch die finanziellen Möglichkeiten einer privaten Finanzierung durch die Eltern zu erklĂ€ren.

Um sozial benachteiligte Kinder zu unterstĂŒtzen und Chancengleichheit zu gewĂ€hren, kann hier das Jugendamt unterstĂŒtzend eingreifen mit der Finanzierung einer Lerntherapie. Doch sind die HĂŒrden fĂŒr die betroffenen Familien oft zu hoch. Oft stellt allein die Antragstellung und das AusfĂŒllen von Formularen bei Eltern, die nicht selten selber schon durch die LĂŒcken des BRD-Bildungssystems gefallen sind, eine deutliche Überforderung dar. Ängste und Sorgen vor Institutionen wie dem Jugendamt, die ihnen vielleicht gar »die Kinder wegnehmen«, erschweren die Antragstellung zusĂ€tzlich. Die bĂŒrokratischen Strukturen mit Wartezeiten von bis zu einem Jahr nach Antragstellung bis zur Bewilligung spitzen die ohnehin prekĂ€re Lage weiter zu.

Hier ist eine schnelle und niederschwellige Hilfe nötig, die direkt ĂŒber die Schule vermittelt wird. Der Grundschule vertrauen die Eltern und sie haben entsprechende Kontakte.

An dieser Stelle setzt das Duden Institut fĂŒr Lerntherapie mit seiner Förderung an. Über ein Jahr lang wurde das im Brandenburgischen Viertel in enger Zusammenarbeit mit der SchwĂ€rzeseegrundschule bereits ausprobiert. Im November stand eine VerlĂ€ngerung der Förderung um ein weiteres Jahr auf der Tagesordnung des Sprecherrates im Brandenburgischen Viertel. FĂŒr 7.500 Euro sollen ein weiteres Jahr lang zwei Lerntherapeutinnen fĂŒr Deutsch und Mathe jeweils 50 Stunden nach Bedarf und in RĂŒcksprache mit der Schulleitung eingesetzt werden.

Die Mitglieder des Sprecherrats lobten durchweg den Sinn und Zweck der Maßnahme. Fragen rief zunĂ€chst die Höhe des geforderten Stundenhonorars hervor. Nach den ErlĂ€uterungen von Katja Möwes, der Leiterin der Eberswalder Filiale des Duden Instituts, die auf den betrĂ€chtlichen Anteil der Gemeinkosten in der Kalkulation hinwies, wurden die StundensĂ€tze akzeptiert.

Der Sprecherrat ist sich indes einig, daß es sich hier eigentlich um eine Aufgabe des BildungstrĂ€gers handelt und eine weitere Förderung ĂŒber das Jahr 2023 hinaus von der Stadt, dem Landkreis oder dem Land erfolgen sollte. Die Verwendung von Mitteln aus dem Förderprogramm »Sozialer Zusammenhalt« könne als Anschubfinanzierung akzeptiert werden. Ab 2024 mĂŒsse fĂŒr die Verstetigung des Projekts eine institutionelle Finanzierung bereitstehen.

Unter diesen Bedingungen erhielt der Antrag des Duden Instituts fĂŒr Lerntherapie ein einstimmiges positives Votum des Sprecherrates.

Ronald Schild – 9. Januar 2023




Galerie Fenster im »Freizeitschiff« der Genossenschaft:
Galerie-Sonntage mit Klavier

Neues Jahr, neues GlĂŒck! Am Sonntag, dem 8. Januar 2023 gibt es den ersten von insgesamt vier Galerie Sonntagen mit Klavier im Monat Januar.

Wir beginnen mit Christian von der Goltz, der seit Jahrzehnten einer der angesagten und viel beschĂ€ftigten Jazzpianisten in Berlin ist. Er hat mit großen Namen des deutschen und internationalen Jazz gespielt und ist bekannt fĂŒr seinen feinen Anschlag und sein komplexes HarmonieverstĂ€ndnis. Herrlicher Jazz in der Galerie Fenster von 14 bis 17 Uhr.

Dazu kann man sich in die Kunst von Hans Ticha und Hans Jörg Rafalski versenken, gegebenenfalls sogar ihre Arbeiten erwerben oder/und es sich ganz einfach in Gesellschaft sonntĂ€glich gut gehen lassen. Von Hans Jörg Rafalskis 2016 erschienenen Erstling »EROSION. Spuren der Industriekultur im Finowtal« haben wir im Übrigen die allerletzten Exemplare im Angebot, das Buch ist ansonsten nicht mehr lieferbar. Treffpunkt ist die Prignitzer Straße 50 im Brandenburgischen Viertel von Eberswalde. Man erreicht uns zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Obus und wir haben fĂŒr unsere motorisierten GĂ€ste ausreichend ParkplĂ€tze vor der TĂŒr
 An den nĂ€chsten Sonntagen, jeweils von 14 bis 17 Uhr, sind in der Galerie mit ihrem Klavier zu Gast:

  • am 15. Januar Jörg Hochapfel mit Musik jenseits des Tellerrands. Gewagt & ambitioniert.
  • am 22. Januar Peer Neumann und finnischer Melancholie. Wintermelodien, selten in Dur.
  • am 29. Januar Niko Meinhold bringt Eigenes, Traditionelles, Zeitgenössisches. Austausch zwischen Publikum, Kunst und Musik.
Die besten GrĂŒĂŸe auf ein gutes neues Jahr kommen von

Udo Muszynski – 3. Januar 2023

Siehe auch:
»Film und Fest in der Galerie«
»Zwei Ausstellungen im Freizeitschiff«
»Galerie Fenster wird grĂ¶ĂŸer«


Weiteres:
Guten-Morgen-Eberswalde nimmt sich, na klar, gleich den ersten Sonnabend des Jahres und lĂ€dt am 7. Januar 2023 mit seiner 809. Ausgabe zum Theater in den Plenarsaal des Paul-Wunderlich-Hauses. Zu Gast ist dann das Theater Lakritz aus Berlin und auf die BĂŒhne kommt deren neues Spektakel »Schneewittchen - der Hammer«. Eine AuffĂŒhrung bei Guten-Morgen ist eigentlich fast immer geeignet fĂŒr Jung und Alt und so ist es auch diesmal. Kommt also alle! Mit Objekten aus dem Werkzeugkasten hauen drei Bauarbeiterinnen pĂŒnktlich um Halbelf am Vormittag auf den Putz und erzĂ€hlen das MĂ€rchen von Schneewittchen. Der Eintritt ist wie immer frei, ĂŒber Spenden freuen wir uns!

Im ersten Quartal des neuen Jahres werden wir die ersten drei Sonnabende der Monate in der warmen Stube und immer den letzten Sonnabend des Monats an der schönen Luft verbringen. Im Saal des Paul-Wunderlich-Hauses ist dann also jetzt auch im Winter, Kammermusikalisches oder eine Lesung wieder etwas leichter zu realisieren. Aber mit der Luftkur im Park am Weidendamm und den inbegriffenen kĂŒnstlerischen Heilbehandlungen an der SchwĂ€rze haben wir seit Ende November 2021 ein Forum, welches selbst in Zeiten schlimmer Diskriminierung, als Menschen ĂŒber Monate von der Teilhabe im öffentlichen Leben ausgeschlossen wurden, den bedingungslosen Zugang fĂŒr Alle garantiert hat. Das bestĂ€ndige Zusammenkommen, und da konnten es auch mal Minus 10 Grad Celsius sein oder eine Sturmwarnung im Raum stehen, gab den Beteiligten Kraft und insofern geben wir das Format auf keinen Fall dran


Und dann möchte ich hier fĂŒr alle Terminkalender schon einmal den Termin des diesjĂ€hrigen Festivals »Jazz in E. No. 28« in den Raum stellen. Über Himmelfahrt, vom 17. bis 20. Mai 2023, treffen wir uns zum viertĂ€gigen Musikabenteuer im besonderen Ambiente des Forstbotanischen Gartens von Eberswalde. Open Air.


Galerie Fenster · Prignitzer Straße 50 · 16227 Eberswalde
eMail: · www.mescal.de · www.1893-wohnen.de




Platte wird weiter »neu aufgelegt«

Ausstellung in der Potsdamer Allee regelmĂ€ĂŸig geöffnet

Im Jahr 2021 wurde meine Ausstellung "Die Platte neu auflegen: Die Entwicklung des Brandenburgischen Viertels und die Geschichten seiner Bewohner." von Bewohnern des Viertels regelmĂ€ĂŸig geöffnet. Da die Kooperation mit der WHG bestehen bleibt und somit auch die Ausstellung möchte ich nun einem anderen Bewohner des Viertels die Möglichkeit geben die RĂ€umlichkeiten regelmĂ€ĂŸig (jeden Montag 10-12 Uhr, jeden letzten Sonntag im Monat 16-18 Uhr) zu öffnen und sich damit einen kleinen Bonus zum Hartz4 dazu zu verdienen.

Das Leben auf Hartz4 und ohne BeschĂ€ftigung hat sich im Viertel seit der Wende ĂŒber Generationen hinweg eingebrannt. Die Menschen scheinen sich damit arrangiert zu haben, es herrscht eine einheitliche Perspektivlosigkeit, Stillstand. Meine Ausstellung hat sich in den letzten Jahren, seit ihrer Eröffnung, nicht nur als Möglichkeit zur Identifikation im neuen Lebensraum fĂŒr GeflĂŒchtete erwiesen, sondern auch als Zentrum verborgener Erinnerungen. Thomas Otto, alleinerziehender Vater von zwei Söhnen, ist selbst hier im Viertel geboren und aufgewachsen. Keiner könnte diesen Job besser erledigen, als er.

Ungeachtet der Wiederaufnahme der regelmĂ€ĂŸigen Öffnungszeiten können weiterhin ĂŒber facebook, Telefon und eMail individuelle Termine (Mo-Sa 10-20 Uhr, So 12-18 Uhr) mit mir gebucht werden.

Mascha Heß – 26. Dezember 2022


Anmerkung: Der Sprecherrat im Brandenburgischen Viertel stimmte dem Förderantrag von Mascha Heß zu. Das Honorar fĂŒr Thomas Otto orientiert sich am gesetzlichen Mindestlohn. Die Förderung beginnt im Dezember und ist fĂŒr 10 Monate, also bis Ende September 2023, geplant. Im Sprecherrat fand sich bei 2 Enthaltungen eine deutliche Mehrheit fĂŒr die weitere Offenhaltung der Ausstellung »Die Platte neu auflegen«.


Siehe auch:
»Die Platte neu Auflegen«
»Vernissage: Lebensgeschichten-Projekt«
»Lebensgeschichten gesucht«


Maschas Galerie · Potsdamer Allee 61 · 16227 Eberswalde
Öffnungszeiten: jeden Montag 10-12 Uhr, jeden letzten Sonntag im Monat 16-18 Uhr




Demo »Wir alle sind Salah« am Antirassismustag 2021. Zehn Tage zuvor, am 11. MĂ€rz 2021 hatte sich Salah Tayyar aus dem Tschad aus Angst vor drohender Abschiebung in den Tod gestĂŒrzt. Eineinhalb Jahre spĂ€ter erlebte ein Landsmann von ihm eben das, wovor sich Salah gefĂŒrchtet hatte: eine brutale Abschiebung.

22. Dezember 2022, 15 bis 16 Uhr:
Stopp Polizeigewalt!
Stopp Abschiebungen!!

Kundgebung vor der AuslÀnderbehörde in Eberswalde

maxe. Es war am 11. MĂ€rz 2021, als sich Salah Tayyar aus Angst vor der drohenden Abschiebung in sein Heimatland Tschad vom Balkon seiner Wohnung in der Senftenberger Straße in den Tod stĂŒrzte. Vor mittlerweile neun Jahren war er in die BRD gekommen in der Hoffnung, hier Schutz zu finden vor den Verfolgungen im Tschad.

Der Barnimer AuslĂ€nderbehörde ging der Freitod eines ihrer SchĂŒtzlinge »am BĂŒrokratenarsch vorbei«, wie es in einem MAXE-Artikel von damals hieß. KĂŒrzlich machte dieser Teil des Barnimer Landratsamtes wiederum deutlich, daß sich dort seither nichts geĂ€ndert hat.

»In der Nacht vom 12. auf den 13. Dezember 2022 hat die Polizei einen GeflĂŒchteten aus Eberswalde in den Tschad abgeschoben«, alarmierte die Initiative »Barnim solidarisch« die Öffentlichkeit. Tatort: die Gemeinschaftsunterkunft »Haus der Toleranz« in unserem Nachbarortsteil Finow. Der Betroffene kam wie sein Landsmann Salah Tayyad vor 9 Jahren in die BRD.

Die Abschiebung wurde durch die Polizei mit großer BrutalitĂ€t umgesetzt. Er wurde mitten in der Nacht von mehr 12 Polizisten ĂŒberwĂ€ltigt. Sie haben ihn geschlagen, auf den Boden gedrĂŒckt und etwas in den Bauch gespritzt, so daß er sofort bewußtlos wurde. Ohne GepĂ€ck, Geld, Informationen – und ohne Schuhe – haben sie ihn nach der Landung des Abschiebeflugzeugs auf dem Flughafen in der tschadischen Hauptstadt N'Djamena gehen lassen. Nach so langer Zeit kennt er niemanden mehr im Tschad.

Organisiert wurde die Abschiebung von der AuslĂ€nderbehörde der Kreisverwaltung Barnim. Die Initiative »Barnim fĂŒr alle« daher ruft zu einer Demonstration vor der AuslĂ€nderbehörde in der Goethestraße / Ecke Pfeilstraße gegen die menschenverachtende Abschiebungspraxis auf. In dem Aufruf heißt es:

»Wir fragen uns, ob so etwas einer deutschen Person passieren könnte. Die Polizei ist eine rassistische Behörde, die GeflĂŒchtete verachtet und mißhandelt.

Darum laden wir euch alle zu einer Kundgebung am Donnerstag, den 22.12.2022, von 15 bis 16 Uhr ein. Wir treffen uns vor der AuslĂ€nderbehörde in Eberswalde, um zu erklĂ€ren, daß die AuslĂ€nderbehörde mit Hilfe der Polizei ein Verbrechen begangen hat.

Wir werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AuslÀnderbehörde laut und kraftvoll zur Verantwortung ziehen. Dieser sehr unmenschliche Skandal bleibt nicht unbeachtet.
Kein Mensch ist illegal.«

(veröffentlicht am 21. Dezember 2022)

Siehe auch:
»Abschiebung mittels Polizeigewalt«
»Behördliche Unmenschlichkeit«
»Weihnachtsgeschenk des Landrats«
Antirassismustag in Eberswalde: »Wir sind alle Salah!«
»BĂŒrgerstiftung Barnim Uckermark: Zum Tod von Salah Tayyar«
»Ein Mensch springt in den Tod«


Barnim fĂŒr alle
Kleine, große und Dauerspenden (z.B. 10 Euro pro Monat) fĂŒr die politische Arbeit sind sehr willkommen. Spendenkonto bei der Sparkasse Barnim: Barnim fĂŒr alle
IBAN: DE 78 1705 2000 1110 0262 22
FĂŒr Spenden zur Hilfe im aktuellen Fall bitte den Betreff: Tschad angeben.




Den traditionellen Stollenanschnitt zum Auftakt des Kiez-Weihnachtsmarktes vollzog in diesem Jahr erstmals der in diesem Jahr neu gewĂ€hlte BĂŒrgermeister Götz Herrmann. TatkrĂ€ftig untersĂŒtzt wurde er vom BĂ€ckermeister Björn Wiese von der PrivatbĂ€ckerei Wiese. Nachdem der "lange Stollen" aufgegessen war, gab es unter der kundigen Anleitung von Tabea Westphal vom Eltern-Kind-Zentrum des Dietrich-Bonhoeffer-Hauses selbstgemachten Stockkuchen. Der Auftritt der Gitarrengruppe, die unter Anleitung von Torsten Schröder seit einem Jahr im Kiez zusammen ĂŒben, gehörte zu den musikalischen Höhepunkten des 2022er Kiez-Weihnachtsmarktes.

Dritter Advent – Weihnachtsmarkt im Kiez:
GedrÀnge auf dem Potsdamer Platz

maxe. Nach zwei Jahren »Coronapause« fand am diesjÀhrigen Dritten Advent wieder den traditionellen Kiez-Weihnachtsmarkt statt, wie seit der 11. Ausgabe im Jahr 2014 auf dem Potsdamer Platz. Inzwischen langte die ZÀhlung bei der Nummer 17 an.

Das Fest lockte viele Menschen, nicht nur aus dem Kiez, auf den zentralen Platz im Brandenburgischen Viertel. Zum Stollenanschnitt waren es an die 300 Leute, die sich zwischen den zahlreichen StĂ€nden drĂ€ngten. Und es war ein Kommen und Gehen, so daß im Laufe des Nachmittages mindestens 500 Besucher zu zĂ€hlen waren, die die vielfĂ€ltigen und weitgehend ehrenamtlich organisierten kulturellen und kulinarischen Angebote zu genießen.

Wie seit vielen Jahren sponsorte die PrivatbĂ€ckerei Wiese wieder einen langen Stollen. Neu in diesem Jahr war der neue BĂŒrgermeister. Götz Herrmann, im FrĂŒhjahr ins Amt gewĂ€hlt, ließ sich diese Gelegenheit nicht entgehen, gemeinsam mit BĂ€cker Björn Wiese den Stollen fĂŒr die Einwohnerinnen und Einwohnern des Viertels anzuschneiden.

(11. Dezember 2022)

Siehe auch:
Kiezweihnachtsmarkt 2019
Andrang unter der Weihnachtskiefer (2018)




Symbolbild

Neues aus dem Nachbar-Ortsteil Finow:
Kaufland am Kleinen Stern zieht um

Ab Oktober '23 im Ex-Real in Finowfurt

maxe. Seit lĂ€ngerer Zeit kocht die GerĂŒchtekĂŒche. Nun ist es offenbar amtlich. Wie die MAXE-Redaktion erfahren hat, soll den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kaufland-Filiale am Kleinen Stern in Finow am 8. Dezember mitgeteilt worden sein, daß die Filiale am 18. Oktober 2023 nach Finowfurt umzieht. SĂ€mtliche Mitarbeiter wĂŒrden ĂŒbernommen, heißt es.

Noch einen Tag vorher, am 7. Dezember, hatte der fraktionslose Stadtverordnete Carsten Zinn vorlĂ€ufige Entwarnung gegeben. Er habe eben mit RenĂ© Hoffmann, Senior Projektleiter Immobilienentwicklung Expansion Region Ost bei der Kaufland Dienstleistungs GmbH & Co. KG gesprochen, der ihm versicherte, daß zum Kauflandstandort in Finow am Kleinen Stern »definitiv weder im Positiven noch im Negativen eine abschließende Entscheidung getroffen worden« sei. Es gebe »durchaus aktuell unternehmensintern strategische Überlegungen, inwieweit ein Dreier- oder nur noch ein Zweier-Modell«, dann mit Standorten nur noch in Finowfurt (ehemals Real) und an der AngermĂŒnder Straße in Eberswalde, »betriebswirtschaftlich sinnvoll und zukunftsorientiert ist«.

Nach unbestĂ€tigten Informationen soll die Firma EDEKA als Nachfolger fĂŒr die VerkaufsrĂ€ume am Kleinen Stern gewonnen worden sein.

(10. Dezember 2022)




Antworten kamen nach einem Vierteljahr:
E-Autos und Balkonkraftwerke

Wie können Alternative Energien im Kiez genutzt werden?

maxe. Der fraktionslose Stadtverordnete aus dem Brandenburgischen Viertel Carsten Zinn hatte zur 1. Sitzung der stĂ€dtischen informellen Arbeitsgruppe (AG) Wohnen am 23. August mehrere Fragen gestellt. Am 2. Dezember antwortete schließlich die Leiterin des Stadtentwicklungsamtes Silke Leuschner. Eine »ehere Beantwortung war leider aufgrund von Krankheit nicht möglich«, entschuldigte sich die Amtsleiterin, auf das VerstĂ€ndnis des Stadtverordneten hoffend. MAXE dokumentiert nachfolgend die Fragen und die Antworten:

Wo und wie werden in Zukunft E-Autos im Brandenburgischen Viertel geladen?

Aktuell sind im Brandenburgischen Viertel sechs öffentliche Ladepunkte verfĂŒgbar. Die Auslastung dieser ist derzeit als geringfĂŒgig einzustufen. Im weiteren Umfeld sind zusĂ€tzliche 12 Ladepunkte verfĂŒgbar, womit in einem ca. 2 Kilometerradius insgesamt 18 Ladepunkte verfĂŒgbar sind. Diese wurden durch die Kreiswerke Barnim in Kooperation mit unterschiedlichen Standortpartnern errichtet. Die aktuellen Standorte sind unter folgendem Link einzusehen: www.ladenetz-barnim.de.

In einem Wohngebiet ist insbesondere das wohnungsnahe Laden von Interesse. Daher werden beim Aufbau von Ladeinfrastruktur in Zukunft auch verstÀrkt Wohnungsmarktakteure aktiv. Die Kreiswerke Barnim stehen dazu bereits im Austausch mit den Wohnungsunternehmen.

Werden zukĂŒnftig WindrĂ€der eine stĂ€rkere Rolle als bisher fĂŒr die Energiegewinnung spielen?

Mit dem neuen »Wind-an-Land-Gesetz« ist davon auszugehen, daß der Anteil Windenergie an der Gesamtenergieerzeugung weiter zunehmen wird. Inwiefern ein Ausbau innerhalb des Eberswalder Stadtgebietes erfolgen wird, ist abhĂ€ngig von der Umsetzung des neuen Gesetzes und der Ausweisung von entsprechend geeigneten FlĂ€chen. Abgesehen davon, ist auch die Errichtung von Kleinwindkraftanlagen möglich. Diese sind, unter bestimmten Voraussetzungen, auch ohne Baugenehmigung zu errichten.

DĂŒrfen Mieterinnen und Mieter ihren Balkon fĂŒr kleinteilige Photovoltaik-Anlagen nutzen?

Beim Aufstellen steckerfertiger PV-Anlagen spielen neben den baulichen Gegebenheiten die privatrechtlichen VertragsverhĂ€ltnisse des Mieters und Vermieters, das Haftungsrisiko z.B. fĂŒr unsachgemĂ€ĂŸe Installation, NetzĂŒberlastung, Leitungsbrand, AbstĂŒrzen der Balkon-Module (Verkehrssicherung), die Anmeldung beim Netzbetreiber und letztendlich auch das Stadtbild eine Rolle. Daher ist fĂŒr jedes Objekt eine Einzelfallentscheidung notwendig und muß mit dem Vermieter abgestimmt werden. Mehr Informationen zur ZulĂ€ssigkeit von Balkonkraftwerken gibt es hier.

Bleibt die AbhÀngigkeit der Mieter/Vermieter am FernwÀrmenetz bestehen?

Die Wahl der WĂ€rmeversorgung seiner Liegenschaften obliegt dem EigentĂŒmer. Dabei steht es ihm frei andere WĂ€rmeversorgungsoptionen zu wĂ€hlen, welche aber gesetzeskonform sein mĂŒssen (s.a. GebĂ€udeenergiegesetz). Ein Anschluß- und Benutzungszwang an die FernwĂ€rmeversorgung ist in Eberswalde nicht mehr gegeben.

Wird das einstige Projekt »FernwÀrme vom Holzkraftwerk« wieder ins Leben gerufen?

Derzeit ist unklar, in welcher Art und Weise der Betrieb des Holzkraftwerkes nach 2026 fortgesetzt wird, da ab diesem Zeitpunkt die garantierte EinspeisevergĂŒtung nach EEG entfĂ€llt. Die Stadt Eberswalde hat keinen unmittelbaren Einfluß auf die Betreibung und Nutzung. Dies fĂ€llt in die ZustĂ€ndigkeit des EigentĂŒmers.

Könnten die Stauschleusen des Finowkanals als Energielieferanten umfunktioniert werden?

Das Gesamtpotential aller Staustufen im Eberswalder Stadtgebiet betrÀgt ca. 326 kW elektrische Leistung. Die zu erwartenden Leistungen reichen hierbei von unter 5 kW (Spechthausen) bis zu 72 kW (Stadtschleuse). Verglichen mit der LeistungsfÀhigkeit einer einzigen Windkraftanlage (3-6 MW) ist das energetische Potential als relativ gering einzuschÀtzen.

Bereits in den Jahren 2011/12 gab es BemĂŒhungen an der Stadtschleuse eine Wasserkraftanlage zu installieren. Die bereits sehr konkreten Planungen des Investors scheiterten letztendlich an der fehlenden Wirtschaftlichkeit, welche auch in den Anforderungen des Wasserhaushaltsgesetzes bzw. der EuropĂ€ischen Wasserrahmenrichtlinie begrĂŒndet war.

Diese geben vor, daß die Nutzung von Wasserkraft nur zugelassen werden darf, wenn auch geeignete Maßnahmen zum Schutz der Fischpopulation und fĂŒr die DurchgĂ€ngigkeit fĂŒr aquatische Organismen, z.B. durch geeignete Fischtreppen, ergriffen werden. In diesem Zusammenhang spielen am Finowkanal insbesondere der begrenzt zur VerfĂŒgung stehende Platz und die geringe nutzbare Wassermenge eine Rolle. Nach Ansicht des Landesumweltamtes Brandenburg sind neue Anlagen auch nur dann genehmigungsfĂ€hig, wenn ausgeschlossen werden kann, daß diese weiteren ökologischen SchĂ€den an den GewĂ€ssern verursachen. Die notwendigen Investitionskosten zur Vermeidung bzw. Verminderung ökologischer SchĂ€den liegen bei Kleinwasserkraftanlagen in der Regel so hoch, daß der Betrieb trotz Förderung ökonomisch fĂŒr den Betreiber keinen Sinn machen wĂŒrde.

Das fĂŒr den Finowkanal zustĂ€ndige Wasser- und Schiffahrtsamt (WSA) hatte somit in den zurĂŒckliegenden Jahren keine genehmigungsfĂ€higen AntrĂ€ge oder Anfragen zur Installation von Anlagen zur Wasserkraftnutzung am Finowkanal vorzuliegen.

Ist bei einem notwendigen Straßenumbau oder einer dringenden notwendigen Straßensanierung vorgesehen, diese mit Rohren zu bestĂŒcken, in denen das erwĂ€rmte Medium fĂŒr Warmwassergewinnung durchfließen kann?

Sofern die Fragestellung auf den Ausbau der FernwĂ€rmenetze abzielt, wird darauf hingewiesen, daß die Stadtverwaltung selbst keine FernwĂ€rmenetze betreibt, verbaut und auch vorsorglich keine Leerrohre fĂŒr FernwĂ€rme beim Straßenbau berĂŒcksichtigt. Dies erfolgt nur auf Antrag des jeweiligen Netzbetreibers.

(2. Dezember 2022)




Im Hintergrund ist der U-förmige Baukörper des geplanten WohngebĂ€udes gut zu erkennen. Der Bereich des Bebauungsplanes Nr. 518 »Wohnquartier Frankfurter Allee« umfaßt neben dem eigentlichen »Specht«-GrundstĂŒck (FlurstĂŒck 226) weitere 400 Quadratmeter, die der Stadt Eberswalde gehören (Teile des FlurstĂŒcks 978).

Im Dezember in der Stadtverordnetenversammlung:
Bebauungsplan fĂŒr den »Specht«

In der Sprecherratssitzung am 17. November war es bereits kurz angedeutet worden. Nun wird es RealitĂ€t. Es geht voran mit dem »Specht«. In ihrer Sitzung am 13. Dezember entscheiden die Eberswalder Stadtverordneten ĂŒber die Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 518 »Wohnquartier Frankfurter Allee«.

Im November 2020 hatte der Berliner Sahid Sanli das nach jahrelangem Leerstand zur Ruine verkommene MehrzweckgebÀude mit der einstigen WohngebietsgaststÀtte »Zum Specht« erworben. Ein Jahr spÀter kaufte Sanli auch das Einkaufszentrum »Heidewald«.

Im SpĂ€tsommer trat dann mit der Bechtolsheim Real Estate ein neuer ProjekttrĂ€ger in Erscheinung, der kĂŒnftig auch als neuer EigentĂŒmer fungieren sollte. Letzteres ist jedoch, wie sich inzwischen herausstellte, noch in der Schwebe. Aktuell gehören sowohl der »Specht« als auch das EKZ »Heidewald« weiterhin der Sanli-Firmengruppe und Becholtsheim agiert lediglich im Auftrag.

Dennoch soll zumindest in Sachen »Specht« nun erstmal alles sehr schnell gehen. Zwischen Bekanntmachung und Beschlußfassung liegen keine drei Wochen. Eine Woche vor der Entscheidung der Stadtverordneten gibt zunĂ€chst noch am 6. Dezember eine Vorberatung im stĂ€dtischen Ausschuß fĂŒr Stadtentwicklung, Wohnen und Umwelt.

Auch die Aufstellung des Bebauungsplanes selbst soll »im beschleunigten Verfahren« erfolgen. Insbesondere soll auf die DurchfĂŒhrung einer UmweltprĂŒfung gemĂ€ĂŸ Paragraph 2 Absatz 4 Baugesetzbuch ebenso verzichtet werden, wie auf die DurchfĂŒhrung einer »frĂŒhzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit« und »der Behörden und TrĂ€ger öffentlicher Belange« (§§ 3, 4 und 13 BauGB).

Das Plangebiet umfaßt das ehemalige MehrzweckgebĂ€ude mit WohngebietsgaststĂ€tte einschließlich der Außenanlagen sowie die unmittelbar angrenzenden FlĂ€chen. Es hat eine GrĂ¶ĂŸe von 0,48 Hektar. Darin eingeschlossen sind auch 400 Quadratmeter stĂ€dtischer FlĂ€che, die zur »Arrondierung des GrundstĂŒckszuschnittes und zur ErfĂŒllung baurodnungsrechtlicher Vorschriften (AbstandsflĂ€chen)« nötig sind.
Mit der Aufstellung des Bebauungsplanes soll hier »eine geordnete stĂ€dtebauliche Entwicklung abgesichert werden«, heißt es im Beschlußtext. Ziel sei die »Neuerrichtung einer mehrgeschossigen Wohnbebauung.

Nach dem RĂŒckbau aller baulichen Anlagen soll eine kompakte Wohnbebauung bis sieben Vollgeschosse errichtet werden. FĂŒr den ruhenden Verkehr ist eine Tiefgarage vorgesehen. Entsprechend den bereits veröffentlichten Vorstellungen bildet die geplante dreiseitige Bebauung einen U-förmigen Baukörper mit einer Öffnung nach Westen zur Abendsonne. Zur Wahrung der PrivatsphĂ€re der Bewohner soll das Erdgeschoß als Hochparterre ausgebildet werden. Insgesamt sind etwa 130 Wohnungen vorgesehen, gemischt fĂŒr Alleinstehende und Familien.

Seitens der Stadtverwaltung werden diese Entwicklungsabsichten begrĂŒĂŸt. »Die zusĂ€tzlichen Wohnungen werden den Wohnstandort Brandenburgisches Viertel stabilisieren und zur Aufwertung und Attraktivierung des Viertels beitragen. Neben den AktivitĂ€ten der anderen ansĂ€ssigen Wohnungsbauunternehmen und der Stadt selber im Viertel ergĂ€nzen diese Entwicklungsabsichten« nach Auffassung der Verwaltung, »das Bestreben, das Brandenburgische Viertel als guten Wohnort zu qualifizieren«.

Maßnahmen zur BerĂŒcksichtigung von Klimaschutzbelangen werden im weiteren Planverfahren geprĂŒft und festgelegt. ErlĂ€uterungen dazu werden dann erst im BegrĂŒndungsteil zum Bebauungsplanentwurf erfolgen. Sie können dann als Festsetzungen im Bebauungsplan selbst oder im zugehörigen stĂ€dtebaulichen Vertrag gesichert werden. Hierzu gehören beispielsweise Festsetzungen zum Maß der baulichen Nutzung, zur Bauweise, zur GebĂ€udeausrichtung, zur Vegetation und zur BegrĂŒnung von DachflĂ€chen, zur Nutzung erneuerbarer Energien, zum RegenwasserrĂŒckhalt oder zu klimafreundlicher MobilitĂ€t.

Anna Fröhlich – 23. November 2022

Siehe auch:
Neue PlĂ€ne fĂŒr den Kiez
Ortsteil ohne Lebensmittelmarkt?
Hoffnung im »Sozialen Brennpunkt«
»Specht« hat neuen EigentĂŒmer
Reimannviertel geplant mit Hallenbad, Sauna, Bibliothek und Poliklinik




Die Baustelle des Hortneubaus »Kinderinsel« Anfang November. Hort-Eröffnung nun im Januar ‘23?

maxe. Vor etwa einem Jahr gab es am 24. November 2021 den »ersten Spatenstich« fĂŒr den Neubau des Hortes »Kinderinsel« in der Kyritzer Straße 17.

Am Tag davor zeigte sich die Baudezernentin Anne Fellner auf Nachfrage des fraktionslosen Stadtverordenten Carsten Zinn noch optimistisch, daß der ursprĂŒngliche Zeitrahmen mit Eröffnung zum Schuljahresanfang 2022/23 eingehalten werden könne.

Die nur einen Tag spÀter veröffentlichte offizielle Pressemitteilung der Stadtverwaltung zitierte die Baudezernentin
mit der Hoffnung, daß der Bau »im November 2022 hoffentlich fertiggestellt sein« werde.

Bereits zum Richtfest am 7. Juli 2022 dĂ€mpfte Anne Fellner diese Hoffnung. Und inzwischen scheint es amtlich zu sein, daß der Hortneubau in diesem Jahr nicht mehr bezogen werden kann. In der Sitzung des Sprecherrates am 17. November informierte das Quartiersmanagement ĂŒber die Absicht, den Hortneubau nunmehr im Januar zu eröffnen. FĂŒr den Umzug des Horts dĂŒrfte sich – sofern nicht erneut Verzögerungen eintreten – die Winterferienwoche von Ende Januar bis Anfang Februar anbieten.

Über den aktuellen Stand der Bauarbeiten können sich die Einwohnerinnen und Einwohner am b>Montag, den 21. November direkt informieren. Um 16 Uhr, eine Stunde vor der in der Aula der SchwĂ€rzeseeschule stattfindenden Einwohnerversammlung kann der Hortneubau besichtigt werden.

(19. November 2022)

Siehe auch:
»Richtfest fĂŒr Hortneubau«,
»Auf dem Holzweg«,
»BĂŒrgermeister auf der Hortbaustelle«,
»Brandenburger Allee voll gesperrt«,
»Amtierende auf Baustellenvisite«
»Das MÀrchen von Kiefern im Innenhof«
»Kloppe« fĂŒr die Baudezernentin
»Hortneubau in 30 Monaten«
»Wettbewerb fĂŒr Hortneubau«




SchwÀrzesee-Schule »macht stark«

maxe. Der fraktionslose Stadtverordnete Carsten Zinn hatte in der Vergangenheit mehrfach kritisiert, daß die Grundschule SchwĂ€rzesee nicht am Programm »Schule macht stark« teilnimmt, obwohl die Voraussetzungen und Erfordernisse hier mehr als möglicherweise anderswo gegeben sind.

Die Fördermittelbeantrager und -geber scheinen den Stadtverordneten erhört zu haben. Wie Zinn – noch mit mehreren Fragezeichen versehen – mitteilt, d.h. er fordert die Adressaten seiner eMail auf, mittels Link zur eigenen Recherche auf – wie dem auch sei, jedenfalls, so das Resultat der Recherche, gehört die Grundschule SchwĂ€rzesee inzwischen zu den am Programm »Schule macht stark« teilnehmenden Schulen.

Die Grundschule SchwĂ€rzesee, kann der dortigen Selbstbeschreibung entnommen werden, ist seit dem 1. August 2019 Schule fĂŒr gemeinsames Lernen. »Derzeit lernen hier in den Jahrgangsstufen 1 bis 6 443 SchĂŒlerinnen und SchĂŒler aus 21 verschiedenen LĂ€ndern und arbeiten 26 LehrkrĂ€fte, zwei pĂ€dagogische FachkrĂ€fte, vier Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, eine SekretĂ€rin und ein Hausmeister vor Ort. Unser gemeinsames Ziel ist die Wiederherstellung und Verbesserung der (Bildungs-)Chancengleichheit der SchĂŒlerinnen und SchĂŒler gegenĂŒber gleichaltrigen Kindern in anderen Stadtgebieten oder StĂ€dten.

Viele Elemente aus unserem frĂŒheren zehnjĂ€hrigen Projekt 'Boxenstopp' zur GewaltprĂ€ventation an Schulen sind fest installiert und tragen dazu bei, daß die Kinder und das gesamte Team der Grundschule SchwĂ€rzesee gemeinsam an Regeln fĂŒr die Ordnung, Sicherheit und das Zusammenlernen arbeiten. Dazu gehören zum Beispiel Klassenversammlungen und Hofaufsichten. Mit vielen Projekten gestalten wir unser Schulhaus und das SchulgelĂ€nde, wie beispielsweise den Schulgarten, die Wandgestaltung mit einer regionalen KĂŒnstlerin, den Bolzplatz und die KlettergerĂ€te auf dem Schulhof. Wir wĂŒnschen uns in der Initiative 'Schule macht stark' den Austausch mit Wissenschaft und anderen Schulen mit Ă€hnlichen Problemlagen und erhoffen uns ein Lernen von- und miteinander, um unseren Zielen kurz- und langfristig nĂ€her zu kommen. Wir wĂŒnschen uns, daß die besonders herausfordernde Arbeit an unserer Schule bildungspolitisch Anerkennung findet und Bedingungen fĂŒr SchĂŒlerinnen und SchĂŒler sowie LehrkrĂ€fte angepaßt bzw. verĂ€ndert werden.«

(17. November 2021)


Grundschule SchwĂ€rzesee, Kyritzer Straße 29, 16227 Eberswalde
Telefon: 03334 32025 · Telefax: 03334 356415
eMail:
Internet: www.grundschule-schwaerzesee.de



Die »Promenade Brandenburgisches Viertel« verlĂ€uft von der Spechthausener Straße zwischen den AWO-WĂŒrfelhĂ€usern und der Specht-Ruine bis zum EKZ »Heidewald« und weiter ĂŒber den Potsdamer Platz an Schule, Hort und 1893-Vereinshaus vorbei bis zur Straße Zum SchwĂ€rzesee. Die Kiez-Promenade

Die wenigsten Bewohner des Brandenburgischen Viertels wissen, daß ihr Kiez ĂŒber eine offiziell so benannte Promenade verfĂŒgt. Im Brandenburg-Viewer ist die Promenade zu finden, wenn man auf das Brandenburgische Viertel in Eberswalde zoomt und in der Auswahl »Liegenschaftskataster« die Ansicht »FlurstĂŒcke + GebĂ€ude« aktiviert.

Dort ist zu sehen, daß sich die Kiez-Promenade von der Spechthausener Straße nördlich der »Specht«-Ruine und des neuen SanitĂ€tshauses, dann sĂŒdlich des AWO-Altersheims und weiter nördlich der »Heidewald«-Sporthalle und des Parkplatzes des Einkaufszentrums »Heidewald« bis zum Hintereingang des EKZ in der Schwedter Straße erstreckt.

Diese zentrale Wegachse des östlichen Wohngebiets setzt sich westlich des EKZ »Heidewald« ĂŒber den Potsdamer Platz auf den Wegen sĂŒdlich des Schul-/Hortkomplexes in der Kyritzer Straße fort und wird weitergefĂŒhrt mit dem Weg nördlich des Vereinshauses der Wohnungsgenossenschaft an der Havellandstraße und weiter bis zur SchwĂ€rzeseestraße.

Westlich des Potsdamer Platzes trĂ€gt die Promenade im Brandenburgischen Viertel allerdings laut Brandenburgviewer nicht mehr diesen Namen. Das hat sicherlich damit zu tun, daß die stĂ€dtischen Planungsbehörden irgendwann zur Jahrtausendwende die gesamtheitliche Gestaltung des Viertels aus dem Auge verloren hatten. Fast zwei Jahrzehnte lang stand der Abriß von WohngebĂ€uden im Kiez im Vordergrund des planerischen Interesses. Etwa ein Drittel der einstigen WohngebĂ€ude im Viertel fielen der Abrißbirne zum Opfer.

Inzwischen ist die ganzheitliche Planung des Viertels wieder mehr oder weniger aktuell. Daher sollte an die alten Planungen erinnert werden, aus denen sicherlich die eine oder andere Anregung geschöpft werden kann.

Anna Fröhlich – 6. November 2022

Siehe auch:
Der »Schorfheideplatz«
Den Kiezeingang West gestalten




An jedem Mittwoch von 10 bis 12 im HEBEWERK:
NĂ€hstĂŒbchen jetzt mit Walkwolle

Liebe NĂ€hfans-, GrĂŒnschnĂ€bel und Vollprofis,

jeden Mittwoch von 10 bis 12 Uhr ist das NĂ€hstĂŒbchen im Raum fĂŒr Ideen und Makerspace des HEBEWERK im Brandenburgischen Viertel geöffnet. Der ideale Treffpunkt zum selber machen, austauschen und Ideen spinnen. Egal ob NĂ€h-AnfĂ€nger oder Vollblut.

Dank der großzĂŒgigen Spende einer Berlin-Brandenburger Manufaktur fĂŒr Kinderbekleidung hat das NĂ€hstĂŒbchen jetzt Walkwollreste zum Verbasteln. GenĂ€ht wird aktuell fĂŒr die kalte Jahreszeit.

Bisher sind kuschelige Decken fĂŒr's Homeoffice oder den Fernsehabend und auch kleinere Deckchen fĂŒr Hund Waldi oder Katze Minka entstanden. 3 Decken sind zudem auf dem Weg in die Ukraine.

Nochmal in KĂŒrze: Wann und wo genau? - immer mittwochs von 10 bis 12 Uhr im Hebewerk (H15), Havellandstraße 15, 16227 Eberswalde (orange-/blaufarbenes GebĂ€ude im 1. Stock).

Schöne GrĂŒĂŸe von (Hobby)Schneiderin Friderun

(veröffentlicht am 2. November 2022, via dit-netz-mailing-list)


Hebewerk e.V.
Adresse: Zwischenraum H15/ Hebewerk e.V., Havellandstraße 15, 16227 Eberswalde




Wie die ÜberprĂŒfung im Juni ergab, halten sich 13 Prozent der Verkehrsteilnehmer in der Potsdamer Allee nicht an die dort vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Verkehrssicherheit im Kiez

87 Prozent der Verkehrsteilnehmer haben die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h in der Potsdamer Allee eingehalten. Wie die Leiterin des Eberswalder Tiefbauamtes Heike Köhler Anfang Oktober den Mitgliedern des Ausschusses fĂŒr Stadtentwicklung, Wohnung und Umwelt (ASWU) berichtete, stand das stadteigene Dialogdisplay vom 1. bis 29. Juni in der Potsdamer Allee in Nordrichtung vor der Nummer 54. Die große Mehrheit der FahrzeugfĂŒhrer hielt sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit im Wohngebiet. Mit welchen Geschwindigkeiten sich die registrierten »Verkehrsrowdies« die Straße entlang bewegten und zu welchen Zeiten, wurde nicht mitgeteilt.

Möglicherweise beschrĂ€nkt sich die Meßmöglichkeit von GeschwindigkeitsĂŒberschreitungen auch auf den Wert Ja oder Nein. Auf dem Display des GerĂ€tes wird jedenfalls mittels rotem oder grĂŒnem »Smily« nicht mehr angezeigt. Geahndet werden GeschwindigkeitsverstĂ¶ĂŸe mittels solch einem Dialog Display nicht.

Das Haus Nummer 54 sucht man in der Potsdamer Allee vergeblich. In diesem Bereich gibt es nur auf der östlichen Seite HĂ€user, die mit ungeraden Nummern benannt sind. Etwa gegenĂŒber den Nummern 53 und 55 befindet sich der Eingang zum Spielplatz des sogenannten Barnim-Parks. Insofern machte die Wahl des Display-Standorts einigen Sinn.

Hier gibt es von Eltern, deren Kinder diesen Spielplatz nutzen, bereits seit lĂ€ngerem Forderungen nach verkehrsberuhigenden Maßnahmen. Nicht zuletzt weil auch die nur 13 Prozent Raser fĂŒr die dort spielenden Kinder eine Gefahr darstellen und sehr wahrscheinlich auch 30 km/h fĂŒr so manche Situation zu schnell sein kann.

Laut Informationen, die die MAXE-Redaktion nachtrÀglich erhielt, sollen in einem Fall sogar 100 km/h gemessen worden sein.

Wie die Tiefbauamtsleiterin Heike Köhler informierte, wird es im Bereich des Spielplatzes kĂŒnftig tatsĂ€chlich verkehrsberuhigende Maßnahmen geben. Zwei »Berliner Kissen«, also Schwellen, die auf der Fahrbahn angebracht werden und eine niedrige Geschwindigkeit erzwingen, sind bestellt und »werden unmittelbar nach der Lieferung eingebaut«, so Heike Köhler, »um damit fĂŒr mehr Verkehrssicherheit in diesem Bereich zu sorgen«.

Anna Fröhlich – 1. November 2022, letzte Änderung: 10. November 2022

Siehe auch:
»Barrieren gegen Raserei«




Etwa in diesem Bereich sollen am 5. November die neuen BĂ€ume gepflanzt werden. Mein Baum fĂŒr Eberswalde

Pflanztag des Vereins Partner fĂŒr Gesundheit e.V.

Am Sonnabend, den 5. November, fĂŒhrt der Verein »Partner fĂŒr Gesundheit e.V.« am Rand des Brandenburgischen Viertels von 10 bis 15 Uhr eine Baumpflanzaktion durch. Die PflanzflĂ€che an der Straße Zum SchwĂ€rzesee sĂŒdlich der Schönholzer Straße/Brandenburger Allee befindet sich nach der veröffentlichten Skizze unter der neu gebauten 380-kV-Hochspannungsleitung oder wohl vielmehr in der NĂ€he. Die FlĂ€chen direkt unter der Leitung bleiben aus SicherheitsgrĂŒnden sicherlich unbepflanzt.

Die Pflanzaktion selbst geht auf den diesjĂ€hrigen Eberswalder Stadtlauf zurĂŒck. Die LĂ€ufer konnten bei ihrer Anmeldung gleich die angebotenen Baum-Bons mitbestellen, die nun zur aktuellen Pflanzaktion eingelöst werden können.

Zum Ablauf der Aktion heißt es im Flyer des Vereins: »Parken | Anmelden | Baumsetzlinge einpflanzen | Urkunde abholen | Imbiss, HeißgetrĂ€nk und Aktionen vor Ort genießen | an der Feuerschale wĂ€rmen | stolz nach Hause fahren«. Es wird noch ausdrĂŒcklich darauf hingewiesen, die Baum-Bons und einen eigenen Spaten mitzubringen sowie auf wetterfeste Bekleidung zu achten. Auch mit dem Obus ist die PflanzflĂ€che leicht zu erreichen. Von den Haltestellen in der Brandenburger Allee sind nur noch 350 Meter zu Fuß zu bewĂ€ltigen

Ronald Schild – 1. November 2022




Die Vernissage, zu der Galeriebetreiber Udo Muszynski und Hans Jörg Rafalski mit einigen Worten die rund 60 GĂ€ste begrĂŒĂŸten, wurde von Richard Koch (Trompete) musikalisch begleitet. Zwei Ausstellungen im Freizeitschiff

Grafiken von Hans Ticha & Fotos von Hans Jörg Rafalski

maxe. Am letzten Sonntag im Oktober – einem schönen sonnigen Tag mit angenehmen spĂ€tsommerlichen Temperaturen um die 20 Grad – gab es im Freizeit-Schiff der Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 eG eine besondere Premiere. In der Galerie Fenster wurden gleich zwei Ausstellungen eröffnet, die beide bis Ende Februar 2023 zu sehen sein werden.

In den bisherigen RĂ€umen im Obergeschoß können Grafiken von Hans Ticha besichtigt werden. Ticha, Jahrgang 1940, arbeitete zunĂ€chst als Lehrer fĂŒr Kunsterziehung und Geschichte in Lindenthal bei Leipzig, bevor er von 1965-1970 an der Hochschule fĂŒr bildende und angewandte Kunst in Berlin-Weißensee studierte und anschließend als freischaffender Maler und Buchillustrator in Berlin (Ost) arbeitete. Seit 1993 lebt und arbeitet er im Maintal.

Im Oktober wurde Hans Ticha auf der Frankfurter Buchmesse fĂŒr sein Lebenswerk geehrt. In Eberswalde ist die bislang grĂ¶ĂŸte öffentliche Zusammenstellung seiner Grafiken zu sehen. Die Grafiken können »von der Wand« weg gekauft werden. Die Leerstellen werden durch neue Grafiken gefĂŒllt...

Unter dem Titel »Erosion« zeigt Hans Jörg Rafalski in dem neuen Galerieraum im Erdgeschoß Fotos & FundstĂŒcke der Industriekultur des Finowtals. Der Eberswalder wurde 1965 geboren und machte sich 1995 als Grafik- und Kommunikationsdesigner seltstĂ€ndig – mit Farbe, Sprache und Fotografie (und vielem mehr). In seinem Buch »Erosion – Spuren der Industriekultur im Finowtal« betrachtet er erzĂ€hlerisch und in atmosphĂ€rischen Bildern die großartige Vergangenheit des bedeutendsten historischen Industriestandortes der Mark Brandenburg sowie das, was in der Gegenwart davon noch nachvollziehbar ist. Mit seiner Fotoserie zum Oder-Havel-Kanal wurde er Gewinner des 18. Brandenburgischen Kunstpreises 2021 in der Kategorie Fotografie.

Neben den ausgestellten Fotos sind zu den Öffnungszeiten der Galerie auch die drei bisher in Rafalskis Verlag »Papierwerken« erschienenen BĂŒcher (EROSION – Spuren der Industriekultur am Finowkanal / IRLAND – Das wunderbare Land der 41000 Himmel und O’Sullivans / EROSION – Spurensuche am Finowkanal) erhĂ€ltlich.

Die Galerie Fenster hat an jedem Donnerstag von 17 bis 21 Uhr geöffnet und nach Vereinbarung.

(30. Oktober 2022)

Siehe auch:
»Galerie Fenster wird grĂ¶ĂŸer«


Galerie Fenster · Prignitzer Straße 50 · 16227 Eberswalde
eMail: · www.mescal.de · www.1893-wohnen.de




Der neu konstituierte Sprecherrat mit den Quartiersmanagerinnen im Bild. Sprecherrat neu konstituiert

maxe. Im FrĂŒhjahr waren die Einwohnerinnen und Einwohner des Brandenburgischen Viertels aufgerufen worden, sich bei der Neuaufstellung des Sprecherrates im Brandenburgischen Viertel mitzuwirken. Inzwischen hatten sich die gesetzlichen Grundlagen, insbesondere die zugrundeliegenden Förderprogramme von Bund und Land verĂ€ndert.

Das Programm »Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die soziale Stadt« wurde durch das Programm »Sozialer Zusammenhalt – Zusammenleben im Quartier gemeinsam gestalten« (SZH) abgelöst. Mit ihrem 2019 beschlossenen »Integrierten Handlungskonzept fĂŒr das Brandenburgische Viertel« hatten die Stadtverordneten stĂ€dtischerseits fĂŒr den Rahmen zur WeiterfĂŒhrung der Förderungen und die Umsetzung des neuen Programms gesorgt. Auch lag die letzte Wahl des Sprecherrates bereits einige Jahre zurĂŒck.

Der Sprecherrat soll eine Art Schnittstelle sein zwischen der Stadtverwaltung, die durch das Quartiersmanagement reprĂ€sentiert wird, den Menschen, die hier wohnen, sowie den im Viertel aktiven Vereinen, Initiativen, Unternehmen und Einrichtungen. Die Bewerberinnen und Bewerber wurden zur FĂȘte de la Viertel am 10. September schon mal kurz vorgestellt, bevor am 29. September die konstituierende Sitzung stattfand.

Der neue Sprecherrat hat nunmehr 16 Mitglieder. Die laut GeschĂ€ftsordnung mögliche Mitgliederzahl von 21 wurde nicht ganz erreicht. Somit ist möglich, daß sich auch ohne formale Neuwahl weitere Einwohnerinnen und Einwohner beteiligen können.

Zur Vorsitzenden wĂ€hlten die Sprecherratsmitglieder einstimmig Tabea Westphal vom Eltern-Kind-Zentrum im Brandenburgischen Viertel. Weitere Sprecherratsmitglieder sind Barbara Bunge (AWO), Irina Dessert (Kontakt Eberswalde e.V.), Stephanie Gideon (WHG), Rolf Gielow (Wohnverbund Brandenburgisches Viertel), Irene Grundmann (TAG), Maren Gumlich (Stiftung SPI), Vanessa Hani (Bewohnerin), Hubertus Lachmann (Buckow e.V.), Christian MĂ€tzkow (SV Motor e.V.), Gerd Markmann (Bewohner/Kiezmagazin MAXE), Wolfgang MĂŒller (Bewohner), Frank Neumann (Bewohner), Marco Reinhardt (Wohnungsgenossenschaft 1893 e.G.), Jörg Renell (Dietrich-Bonhoefer-Haus), Thorsten Schröder (Eberswalder SC e.V.) sowie als Begleiter und verantwortlich fĂŒr die organisatorische Betreuung das Quartiersmanagement mit Katharina Brunnert, Julia Hantke und Julia Klemm.

In den vierteljĂ€hrlichen öffentlichen Sitzungen tauschen sich die 16 Mitglieder ĂŒber aktuelle Entwicklungen aus, organisieren Aktionen, Feste und andere Projekte und entscheiden ĂŒber die Vergabe von Fördermitteln des Bundesprogrammes »Sozialer Zusammenhalt« im Brandenburgischen Viertel. ZusĂ€tzlich informiert der Sprecherrat ĂŒber aktuelle lokale Angebote im Stadtteil und hat eine wichtige Vernetzungsfunktion inne.

»Alle interessierten Personen«, so die Vorsitzende Tabea Westphal, »sind herzlich eingeladen an den Treffen teilzunehmen und Ideen einzubringen«.

(27. Oktober 2022)

Siehe auch:
»Neuvergabe des externen Quartiersmanagements«,
Quartiersmanagement Brandenburgisches Viertel


Quartiersmanagement Brandenburgisches Viertel · StadtteilbĂŒro im BĂŒrgerzentrum
Schorfheidestraße 13 · 16227 Eberswalde
Telefon: 03334/818245 · mobil: 0176/95498220
eMail: · internet: www.meinbrandenburgischesviertel.de




Vom EKZ Heidewald gibt es einen guten Ausblick. Dank des von der Stadt zur VerfĂŒgung gestellten öffentlichen WLAN sogar einen Ausblick in die Welt.

Öffentliches WLAN am EKZ »Heidewald«:
Bei bestem Ausblick

Der Landkreis wird's schon richten

22. Oktober 2022: Bei den MÀdels von MÀrkisch Edel am Potsdamer Platz konnte man bei bestem Ausblick auf den Trubel am Heidewald in Ruhe seinen Kaffee trinken und im öffentlichen WLAN mal im Livestream nachschauen, was es Neues aus der Eberswalder Stadtpolitik gab.

Die Stadtverordnetenversammlung (StVV) tagte nĂ€mlich am Dienstag – also 2 Tage vorher – und es gab dort neben einigen trockenen Informationen zur Lage auch heftige VorwĂŒrfe, mit denen sich einige Stadtverordnete bedacht hatten.

Aber erst zu den Infos: BĂŒrgermeister Götz Herrmann berichtete von seinen jĂŒngsten AktivitĂ€ten, darunter die Verabschiedung von sieben langjĂ€hrigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die der Stadt 40 Jahre treu gedient haben. Auch war er auf der privaten Abschiedsparty des Zoodirektors Dr. Hensch anwesend und hielt eine Rede. Zur Finanzierung dieser Party trugen auch einige Sponsoren bei, was offiziell unbedenklich erscheint, weil ja privat gewesen.

Das nahm der fraktionslose Stadtverordnete Carsten Zinn, der im Brandenburgischen Viertel wohnt, als Steilvorlage, um ĂŒberhaupt das Thema Korruption anzusprechen.
Er hielt der Stadtverwaltung vor, nicht angemessen auf anonyme VorwĂŒrfe gegenĂŒber dem Leiter der Feuerwehr zu reagieren. Auf Details soll hier nicht eingegangen werden. Carsten Zinn thematisierte auch ein angeblich problematisches UnterstellungsverhĂ€ltnis in einem Dezernat, was seiner Meinung nach ein unabhĂ€ngiges Agieren unmöglich mache.
Der BĂŒrgermeister meinte dazu, auf Klatsch und Tratsch werde er nicht eingehen.

Weil Herr Zinn noch die Staatsanwaltschaft und den rbb erwĂ€hnte, fĂŒhlte sich Sebastian Walter (Die Linke) dazu aufgerufen, die Moralkeule zu schwingen und dem umtriebigen Stadtverordneten vorzuwerfen, er wĂŒrde Drohungen ausstoßen. So könne man nicht agieren und man mĂŒsse einen »Ethikkodex« einfĂŒhren fĂŒr die Stadtverordneten. Auf Deutsch hieße das natĂŒrlich »Maulkorb« und Carsten Zinn erwiderte darauf nur: »Von einem Studienabbrecher lasse ich mich doch nicht ...« Der Vorsitzende unterbrach den Disput.

Es ging also hoch her in der Oktobersitzung unserer Stadtverordneten. Frank Banaskiewicz (FDP/BĂŒrgerfraktion Barnim) schlug vor, wenn man schon die Schulleiterin der BĂŒrgelschule nicht loswerde, die nach Ansicht der Eltern und der meisten Lehrer untragbar ist, so könne man doch einfach die SchĂŒler auf die anderen Grundschulen der Stadt verteilen.
Dieses Ansinnen könne er gleich ablehnen, antwortete der fĂŒr die Schulen verantwortliche Sozialdezernent Prof. Dr. Jan König. Die anderen Schulen arbeiteten sowieso schon am Limit und könnten das nicht leisten.
Es sei sehr bedauerlich, wie die gegenwÀrtige Lage aus beamtenrechtlicher Sicht sei.
Das Bildungsministerium duckt sich in dieser Frage weg und Justizia ist auf beiden Augen blind. Die Opfer sind die SchĂŒler.

»Wie ist die Stadt auf die kommende Wintersaison gerĂŒstet, angesichts der kritischen Lage?« wollte ein anderer Stadtverordneter wissen. Zum Beispiel gebe es BenzinvorrĂ€te bei der Feuerwehr, so Prof. König, der als Dezernent auch dafĂŒr verantwortlich ist. Wieviel könne er momentan nicht sagen.
Die Stadtverwaltung ĂŒberlege sich ein Konzept, die Sporthallen als mögliche WĂ€rmestuben einzurichten, wo auch im Falle eines Blackouts die Möglichkeit bestĂŒnde, sich heiß zu duschen und sich aufzuwĂ€rmen. Dabei meinte er natĂŒrlich nicht die Halle an sich, sondern die VorrĂ€ume, die gewöhnlich die UmkleiderĂ€ume beherbergen. Ansonsten, so der Dezernent, sei in einem solchen Katastrophenfalle der Landkreis Barnim zustĂ€ndig und ĂŒber dessen AktivitĂ€ten könne er keine Auskunft geben, mangels Wissen.

Hoffen wir also, daß der Landkreis alle nötigen Vorkehrungen trifft, daß die Barnimer BĂŒrger nicht erfrieren, nicht verhungern, nicht verdursten, auf Toilette gehen und sich waschen können! Zum Stromsparen kann natĂŒrlich jeder selber seinen Beitrag leisten...

J.G. – veröffentlicht am 25.10.2022

Siehe auch:
eberswalder-ansichten.de




Zu einen Koch- und Musikfest hatte der Alnus e.V. am 22. Oktober GĂ€rtnerinnen und GĂ€rtner sowie Menschen aus dem der Nachbarschaft in ihren Gemeinschaftsgarten »Zusammenwachsen« eingeladen. Es gab leckere KĂŒrbissuppe nach ukrainischem Rezept, zubereitet in einem mit Holz befeuerten Suppen-Ofen. Gut zu wissen, daß es sowas gibt.

Gemeinschaftsgarten »ZusammenWachsen«:
75 Menschen beim Gartenfest

maxe. Schon aus der Ferne waren am Samstagabend die GesĂ€nge zu hören, mit dem typischen blechernen Klang der Frauenchören aus dem ostslawischen Sprachraum. Verantwortlich dafĂŒr waren einige ukrainische Frauen, die im Gemeinschaftsgarten in der Beeskower Straße im Kreis zusammensaßen.

Der Alnus e.V., als Betreiber des Gemeinschaftsgartens, hatte am 22. Oktober zum Koch- und Musikfest eingeladen. Rund 75 GĂ€ste konnten die GemeinschaftsgĂ€rtner begrĂŒĂŸen. Unter ihnen auch viele FlĂŒchtlinge aus der Ukraine.

»Eberswalde nimmt eine dynamische Entwicklung", stellt Paul Venuß vom Alnus e.V. fest. Neue Menschen kommen in die Stadt, gewohnte Dinge Ă€ndern sich. Das treffe besonders auf das Brandenburgische Viertel zu. Ist der Kiez »soziale Brennpunkt«, neue Heimat oder vielleicht gar das Viertel mit den grĂ¶ĂŸten Potentialen und Chancen? »Durch die verschiedenen Perspektiven und Geschichten seiner Bewohnerinnen und Bewohner wird zwar Vielfalt im Brandenburgischen Viertel erzeugt«, so Paul Venuß, »aber auch der soziale Zusammenhalt auf seine Weise herausgefordert«.

Der Gemeinschaftsgarten trĂ€gt den vieldeutigen Namen »Zusammenwachsen«. Trotz des langen Bestehens ging der Blick bisher nur selten ĂŒber den Gartenzaun hinaus ins Viertel, hat der TrĂ€gerverein selbstkritisch festgestellt. Dabei bietet der Gemeinschaftsgarten gerade das Potential, auch ĂŒber den Gartenzaun hinaus das »Zusammenwachsen« der Menschen im Kiez zu befördern. Das Koch- und Musikfest im Garten war hierfĂŒr ein erster Schritt.

(22. Oktober 2022)

Siehe auch:
»Koch- und Musikfest im Gemeinschaftsgarten«
»Gemeinschaftsgarten und BĂŒcherboXX«
» Mama spielt die beste Musik...«
»FrĂŒhjahrsputz im Zeichen der Willkommenskultur«
Barnimer BĂŒrgerpost 5/2012, Seite 11




Hier soll die kĂŒnftige Kita entstehen. Das Foto stammt aus dem Jahr 2012, also bevor die Sporthalle ihre kreative Graffiti-Fassadengestaltung erhielt.

Neue AWO-Kita im Kiez:
Der Bau verzögert sich

Vor einem Jahr, am 1. Oktober 2021, hatte sich der Verein fĂŒr Rehabilitations- und KindertagesstĂ€ttensport (REKI e.V.) formal aufgelöst und war als Abteilung in den Stadtverband Eberswalde der Arbeiterwohlfahrt (AWO) aufgenommen worden. Zugleich ĂŒbernahm die AWO auch die Sporthalle in der Schorfheidestraße 30 samt dem umfangreichen AußengelĂ€nde.

Mit den GrundstĂŒcken der beiden Schulen, die einst dort standen, und der ĂŒbriggebliebenen Sporthalle rundete die AWO ihren GrundstĂŒcksbesitz ab. Dieser erstreckt sich nun von den beiden WĂŒrfelhĂ€usern an der Spechthausener Straße bis zum Pflegeheim »Wolfswinkel« (frĂŒher »Max Reimann«), das ebenfalls von der AWO Eberswalde betrieben wird.

Die AWO verfĂŒgt damit ĂŒber einen betrĂ€chtlichen FlĂ€chenvorrat. Schon im Zusammenhang mit der Übernahme der REKI-Sporthalle durch die AWO gab es GerĂŒchte, daß auf der BrachflĂ€che zwischen der Sporthalle und dem Neubau des SanitĂ€tshauses, dort wo einst die Rosa-Luxemburg-Oberschule stand, im Zusammenwirken der AWO Eberswalde mit der AWO Bernau eine Integration-Kita mit etwa 160 PlĂ€tzen entstehen soll.

Kurze Zeit spĂ€ter wurde bestĂ€tigt, daß dies der eigentliche Anlaß der Fusion war, wenngleich dann nur noch von 100 PlĂ€tzen die Rede war. Folgerichtig wurde die neue Kita durch Beschluß des Barnimer Jungendhilfeausschusses auch in den Kitabedarfsplan des Landkreises fĂŒr 2022 bis 2027 aufgenommen.

Seither wurde wenig an Fortschritten bekannt. An GerĂŒchten, wonach die Eberswalder Stadtverwaltung »massiv blockieren« wĂŒrde, ist jedoch nichts dran. DarĂŒber informierte der fraktionslose Stadtverordnete Carsten Zinn. Von der fĂŒr Bauordnung zustĂ€ndigen Amtsleitung habe er erfahren, daß bislang weder eine Bauvoranfrage noch ein Bauantrag dazu vorliege. Selbst der nötige Vorstandsbeschluß soll noch offen sein, war aus AWO-Kreisen zu erfahren.

UrsprĂŒnglich sollte der Bau 2023 beginnen. Die Inbetriebnahme war fĂŒr 2024 angestrebt. Bedarf ist mehr als genug vorhanden. Trotz der bisherigen Erweiterungen an KitaplĂ€tzen fehlen seit lĂ€ngerer Zeit stĂ€ndig bis zu 200 PlĂ€tze in Eberswalde. Im Brandenburgischen Viertel kommt der erhöhter Integrationsbedarf vieler nichtdeutscher Kinder hinzu. In den 1990er Jahren hatte das bei der damals verstĂ€rkten Einwanderung von meist russischsprachigen Rußlanddeutschen noch relativ gut funktioniert. Damals gab es allerdings auch noch eine ausreichende Zahl an KitaplĂ€tzen. In unserem Kiez wurden nach 1990 von fĂŒnf KindertagesstĂ€tten drei geschlossen, zuletzt 2006 die Kita »Spatzennest«, sowie eine (Kita »Gestiefelter Kater« rĂ€umlich halbiert).

Aktuell sind wieder vier Kitas im Brandenburgischen Viertel am Netz. Neben den Kitas »Arche Noah« und »Gestiefelter Kater« gibt es seit mehreren Jahren beim Buckow e.V. die Kita »Kleeblatt«. Das GebĂ€ude in der Spreewaldstraße war zu DDR-Zeiten als Kinderkombination gebaut worden. Und der Schulhort »Kinderinsel« der »SchwĂ€rzesee«-Grundschule wird voraussichtlich im November sein neues GebĂ€ude auf dem frĂŒheren Schulstandort an der Kyritzer Straße beziehen.

Ronald Schild – 21. Oktober 2022

Siehe auch:
»REKI e.V. hat sich aufgelöst«




The Booty Jive brachte galaktische Musik auf den Potsdamer Platz.

Zugabe zur »Hellen Stunde« am 5. Oktober:
Jazz und Soul aus der Galaxis

maxe. Am 5. Oktober gab's auf dem Wochenmarkt im Brandenburgischen Viertel die vorerst letzte »Helle Stunde mit Kultur«. Als zusĂ€tzliche Veranstaltung – als Dank der Veranstalter – kamen die Musiker von The Booty Jive mit ihrer galaktische Musik auf den Potsdamer Platz.

Letztlich brachten die Musiker aus den galaktischen Welten ziemlich groovigen Jazz und Soul zum Vortrag, der auch sehr junge Mensche begeisterte. Es war ein deutlicher musikalischer Kontrast zur bayerischen Volksmusik mit Harry & Moe Jaksch in der Vorwoche. Die Begeisterung der Zuhörerinnen und Zuhörer hingegen kontrastierte kaum.

(11. Oktober 2022)




Ökologisches StadtgrĂŒn versus Ordnung und Sauberkeit?
GrĂŒnflĂ€chen als naturnahe Biotope

Kiezspaziergang am 13. Oktober

Liebe Freunde des StadtgrĂŒns,

nicht immer findet ökologische Stadtgestaltung den Zuspruch aller Anwohnerinnen und Anwohner. Manchmal kollidiert der angestrebte Artenreichtum mit dem BedĂŒrfnis nach Ordnung und Sauberkeit, und naturnahe Biotope können einen ungepflegten Eindruck machen. Wenn man nicht weiß, was dahintersteckt, kommen dann Fragen auf.

Mit solchen Fragen beschĂ€ftigt sich der GrĂŒnflĂ€chenrundgang im Brandenburgischen Viertel am 13. Oktober, den wir in Zusammenarbeit mit dem BV-Quartiersmanagement organisiert haben. Treffpunkt ist um 16 Uhr am Sitz des Quartiersmanagements in der Schorfheidestraße 13.

Eingeladen sind alle, die sich fĂŒr BlĂŒhwiesen, Hecken und stĂ€dtische Biotope interessieren und natĂŒrlich alle, die im BV wohnen. Der Rundgang soll eine Gelegenheit sein, eigene Fragen und Probleme loszuwerden, mehr ĂŒber GrĂŒnflĂ€chenmanagement in der Stadt zu erfahren und praktische BĂŒrgerbeteiligung zu ĂŒben. Wir hoffen auf eine ausgewogene Zusammensetzung der Interessengruppen.

Viele GrĂŒĂŸe euer

ALNUS e.V. – 7. Oktober 2022

Siehe auch: »Walk & Talk« und GrĂŒnflĂ€chenbesichtigung


ALNUS e.V. · c/o Hochschule fĂŒr nachhaltige Entwicklung
Schicklerstraße 5 · 16225 Eberswalde · www.alnus-eberswalde.de




Oben sehen Sie den aktuellen Zustand des von den neuen Investoren fĂŒr ihre PlĂ€ne in Anspruch genommenen Areals. Unten sind die visualisierten Vorstellungen der Projektentwickler fĂŒr das EKZ »Heidewald« und das »Specht«-GrundstĂŒck zu sehen. Leider werden nach der vorliegenden Grobplanung fĂŒr die Neugestaltung der FlĂ€che zwischen dem EKZ und der Sporthalle »Heidewald« alle vorhandenen BĂ€ume weichen mĂŒssen. Hier sollten seitens die stĂ€dtischen Gremien ihren Einfluß geltend machen, um das vorhandene GrĂŒn möglichst zu erhalten.

»Heidewald« und »Specht«:
Neue PlĂ€ne fĂŒr den Kiez

maxe. Im vergangenen Jahr wurde vermeldet, daß sowohl die »Specht«-Ruine als auch das Einkaufszentrum »Heidewald« mit dem tĂŒrkischstĂ€mmigen GeschĂ€ftsmann Sahin Sanli einen neuen EigentĂŒmer haben. In der Sitzung des stĂ€dtischen Ausschusses fĂŒr Stadtentwicklung, Wohnen und Umwelt (ASWU) stellte sich nun als ProjekttrĂ€ger fĂŒr die beiden Objekte »Specht« und »Heidewald« die Bechtolsheim Real Estate vor, die beide Immobilien von dem Berliner GeschĂ€ftsmann Sahin Sanli erworben hat. Sanli war selbst erst vor kurzem neuer EigentĂŒmer der GrundstĂŒcke geworden. Ende 2020 hatte er die »Specht«-Ruine und im Herbst 2021 den »Heidewald« erworben. FĂŒr die Projekte in Eberswalde grĂŒndete Sahin Sanli die Projekt Specht Eberswalde GmbH und die Projekt HDW Eberswalde GmbH. Daneben gehören zu der als Muttergesellschaft fungierenden LIRIK Real Estate GmbH Sanlis noch mehrere andere Projektgesellschaften.

ZunĂ€chst war die Entwicklung von »Specht« und »Heidewald« als Kooperationsprojekt geplant, bevor die Entscheidung zur vollstĂ€ndigen Übernahme der beiden Projektgesellschaften durch die Bechtolsheim Real Estate fiel.

Bei dem neuen Neu-EigentĂŒmer handelt es sich um ein inhabergefĂŒhrtes Immobilienunternehmen der BrĂŒder Philipp und Matthias von Bechtolsheim. Die Gesellschaft investiert seit ĂŒber 20 Jahren BRD-weit »in Entwicklungsprojekte in diversen Bereichen«, erfuhren die Ausschußmitglieder.

In einer PrĂ€sentation wurden Bilder mit den Vorstellungen der Projektentwickler gezeigt. Demnach soll das Dach vom EKZ »Heidewald« mit Photovoltaikanlagen bestĂŒckt werden. Auf dem derzeitigen Parkplatz sollen neben der Heidewald-Sporthalle zwei siebengeschossige WohnhĂ€user entstehen, die ĂŒber LaubengĂ€nge mit dem EKZ verbunden werden. Auch das »Specht«-GrundstĂŒck ist fĂŒr eine Wohnbebauung vorgesehen, U-förmig und ebenfalls mit sieben Geschossen. Insgesamt dĂŒrften etwa 150 neue Wohnungen geplant sein, die dem Kiez etwa 400 bis 500 neue Bewohner bescheren.

Bei den dargestellten Planungen handelt es sich sicherlich zunĂ€chst um sehr grobe Überlegungen, die spĂ€ter zu konkretisiern sind. Die PrĂ€sentation kann von der Internetseite des Sitzungsdienstes der Eberswalder Stadtverordnetenversammlung als PDF heruntergeladen werden.

Wenn infolge von Sanierung und Neubau wieder mehr Menschen im Brandenburgischen Viertel wohnen, wird es fĂŒr die Stadt Eberswalde wichtig sein, auch mit der Entwicklung der Infrastruktur Schritt zu halten. Sofern nicht ausschließlich Seniorenwohnen angestrebt wird, sondern auch junge Familien angelockt werden, ist beispielsweise die entsprechende Bereitstellung von Kita- und SchulplĂ€tzen notwendig. Da bereits jetzt die SchwĂ€rzeseeschule aus allen NĂ€hten platzt, sollte darĂŒber nachgedacht werden, den geplanten Oberschulneubau von dem ungĂŒnstigen Standort in der NĂ€he der 380-kV-Hochspannungsleitung in den Kiez zu holen und dies zugleich mit einer Erweiterung des Grundschulangebotes zu verbinden.

(14. September 2022, Foto-Update am 16. September 2022, letzte Änderung: 25. September 2022)

Siehe auch:
»Heißer Herbst« im Kiez?
Ortsteil ohne Lebensmittelmarkt?
Hoffnung im »Sozialen Brennpunkt«
»Specht« hat neuen EigentĂŒmer
Reimannviertel geplant mit Hallenbad, Sauna, Bibliothek und Poliklinik




Neue Sozialarbeiterin im Kiez

maxe. Wenke Brendel ist seit dem 1. Juni 2022 im Brandenburgischen Viertel fĂŒr die Stiftung SPI als Sozialarbeiterin tĂ€tig. Die SPI hat ihren Sitz im BĂŒrgerzentrum in der Schorfheidestr.13.

Am 14. Juli stellte sie sich im Kiez-Sprecherrat vor, der sich an diesem Tag in der neuen Senioren-BegegnungsstĂ€tte »Silberwald« in der Spreewaldstraße 1 traf. Derzeit macht sie sich mit ihrem Wirkungsbereich vertraut, der vorwiegend den Potsdamer Platz und die anliegenden Parks umfaßt. Sie wird selbstverstĂ€ndlich auch darĂŒber hinaus wirken, versicherte Wnke Brendel den Sprecherratsmitgliedern. Den Schwerpunkt in ihrer Arbeit legt sie auf die PrĂ€vention.

Wenke Brendel ist Teil des SPI-Jugend-Teams in Eberswalde, das im gesamten Stadtgebiet tÀtig ist. Das Jugend-Team Eberswalde bietet sozialpÀdagogische Jugendförderung auf der Grundlage des Jugendhilfeplans des Landkreises Barnim.

Seit 2008 kooperiert das Jugend-Team mit zwei Obgerschulen und einer Grundschule in der Stadt. Ziel dieser Jugendförderung am Standort Schule ist es, die soziale Kompetenz des einzelnen Jugendlichen zu stÀrken sowie Klassen die Möglichkeit zu geben, ihr Klassenklima samt individueller Problemlagen zu verbessern. Individualle Beratungen, sozialpÀdagogische Gruppenarbeit sowie offene GesprÀchs-, Kontakt- und Freizeitangebote gehören dazu.

Neben der Jugendförderung an den Schulen bietet die SPI die mobile Jugendförderung an, bei dem die »Streetworker« des Teams die Kinder und Jugendlichen an den PlĂ€tzen aufsucht, wo sie ihre Freizeit verbringen, um sie bei sozialen Problemen zu beraten und zu begleiten, wenn sie nicht durch andere soziale Hilfsangebote erreicht werden. Im Brandenburgischen Viertel ĂŒbernimmt Wenke Brendel diese Aufgabe.

(11. August 2022)


Stiftung SPI · Jugend-Team Eberswalde · Schorfheidestraße 13 · 16227 Eberswalde
Telefon: 03334 818302 · eMail:
Ansprechperson: Maren Gumlich




Die »Dialogbox« an der Frankfurter Allee. »Dialogbox« eröffnet

Zeitweiliger Beratungscontainer der Wohnungsgenossenschaft

maxe. Seit Anfang Juli steht gegenĂŒber der EinmĂŒndung der Spreewaldstraße in die Frankfurter Allee ein BĂŒro-Container. Nun ist auch der Innenausbau abgeschlossen und am 1. August folgte die offizielle Eröffnung des zeitweiligen Werbe- und BeratungsbĂŒros der Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 eG. Die Anlaufstelle fĂŒr Mitarbeiter und Mieter soll bis Ende 2024 in Betrieb sein.

»Wir wollen da sein, wo unsere Mieter leben«, wird Caroline Breit vom Marketing-Team der Genossenschaft in der lokalen Tageszeitung zitiert. Zumindest, solange das Brandenburgische Viertel die grĂ¶ĂŸte Baustelle der Genossenschaft darstellt. Der Container sei die »kleine Schwester des großen Lofts« im Hauptsitz der Genossenschaft in der Ringstraße 183.

Das vom Namen des Kiezes abgeleitete Projekt »Brand Vier« basiert auf einer Kooperaktionsvereinbarung mit dem Land Brandenburg und der Stadt Ebereswalde sieht vor, bis 2024 elf Wohnblocks mit insgesamt 468 Wohnungen saniert werden. 33 AufgĂ€nge sollen barrierefrei gestaltet werden, wodurch 340 Wohnungen stufenlos erreichbar werden. Mindestens 284 Wohnungen sollen als Sozialwohnungen (mit Kaltmieten von 4,90 € oder 6,00 €) ausgewiesen werden.

Mit dem »Aktionsraum Cottbus« steht der erste Bauabschnitt mit drei neu gestalteten Wohnblocks und 168 Wohnungen in der Cottbuser und Spreewaldstraße kurz vor der Fertigstellung. In Bau sind noch die Außenanlagen im Innenhof sowie eine Parkgarage mit rund 80 StellplĂ€tzen auf zwei Etagen, die fĂŒr 35 bis 40 € pro Monat gemietet werden können. Zugleich werden vorhandene StellplĂ€tze an den Straßen zurĂŒckgebaut.

In diesem Jahr soll mit dem »Aktionsraum Oderbruch« der zweite Bauabschnitt begonnen werden. Derzeit ist der Leerzug der zu sanierenden fĂŒnf Wohnblocks in der Oderbruchstraße und der Prenzlauer Allee in vollem Gange. Einige Bewohner beziehen sanierte Wohnungen im »Aktionsraum Cottbus«, andere wollen wieder zurĂŒck in ihre bisherige Wohnung und beziehen Ausweichwohnungen in den erst teilsanierten Wohnungen in der nĂ€heren Umgebung. Wieder andere verlassen den Kiez, bleiben aber meist in der Genossenschaft.

Als dritter Bauabschnitt soll 2024 der »Aktionsraum Barnim« folgen. Angesichts der gestiegenen Baupreise und der KapazitĂ€tsprobleme im Bausektor bleibt allerdings fraglich, ob das Geld und nicht zuletzt auch die eingeplante Zeit ausreichen. UrsprĂŒnglich sollten bis 2030 weitere 16 Wohnblocks im Brandenburgischen Viertel eine Grundsanierung erhalten.

Die nun ĂŒbergebene »Dialogbox« entstand aus drei alten Baucontainern und soll, so heißt es, dem MietergesprĂ€ch, der Beratung, fĂŒr die Unterzeichnung von VertrĂ€gen oder fĂŒr Teambesprechungen dienen. Auch Kooperationen mit Partnern, wie dem Quartiersmanagement, seien angedacht. Feste Öffnungszeiten wird es nicht geben. Vielmehr könnten Genossenschaftsmitglieder bei GesprĂ€chsbedarf Termine vereinbaren.

(3. August 2022)

Siehe auch:
»Der Genossenschaftscontainer« »Baustart mit »Sprechblasen« und "Maskottchen"«
»Der Brausediebstahl«
»Initiative: Denkmalschutz fĂŒr einen Plattenbau!«
»Abriß abgesegnet«
»Denkmalschutz fĂŒr Abrißblock«
»Unser Viertel wird weiter zerstört!«
»Großprojekt BRAND.VIER«
»Aktionen gegen Wohnungsabriß und Mietsteigerung«
»Unglaublich! – Wohnungsgenossenschaft auf neuen (Miet)Höhen«




Die Erste Beigeordnete und Baudezernentin Anne Fellner beim Nageleinschlagen. Richtfest fĂŒr Hortneubau

Zwei Monate Verzug – Eröffnung im November fraglich

Die Stadt Eberswalde baut im Brandenburgischen Viertel. Auf einer GesamtflĂ€che von 6.500 Quadratmetern entsteht seit dem ersten Spatenstich im November 2021 ein Hortneubau fĂŒr insgesamt 150 Kinder. GroßzĂŒgige Freianlagen sollen in KĂŒrze zum Toben, Spielen und Entdecken einladen. Alles in unmittelbarer NĂ€he zur Grundschule SchwĂ€rzesee, welche mit dem Hort eine rĂ€umliche und funktionale Einheit bilden wird. Die Stadt ist damit gut aufgestellt, wenn die Anforderungen an die Ganztagsbetreuung ausgeweitet werden.

Am Donnerstag, dem 7. Juli, konnte nun Richtfest gefeiert werden. Den symbolischen letzten Nagel hÀmmerte Eberswaldes Baudezernentin und Erste Beigeordnete Anne Fellner ins Holz.

»Eberswalde ist erfolgreich auf dem Holzweg!«, scherzte die Dezernentin in ihrer Ansprache. »Mit dem Neubau des Hortes, hier in der Kyritzer Straße, verbinden wir nicht nur nachhaltiges Bauen mit guten Zielen fĂŒr die Zukunft, wir schaffen auch Synergieeffekte fĂŒr die angrenzende Grundschule SchwĂ€rzesee, deren RaumkapazitĂ€ten durch die Fertigstellung des neuen GebĂ€udes zunehmen werden. Unsere PrioritĂ€t liegt auf der sozialen Infrastruktur unserer Stadt.«

UngefĂ€hr zwei Monate liegen die Bauarbeiten aktuell in Verzug. Grund fĂŒr die zeitliche Verschiebung sind die mangelnde VerfĂŒgbarkeit von Baumaterialien und Corona-bedingte FertigungsausfĂ€lle. Auch bestimmte Bauprodukte wie Holz, Stahl oder Elektronik stellen die Bauverantwortlichen vor Herausforderungen.

»Wir liegen, trotz aller unwĂ€gbaren Widrigkeiten, gut in der Zeit. Ob die fĂŒr November 2022 anvisierte Eröffnung gelingt, können wir im Moment jedoch leider nicht versprechen«, so Anne Fellner.

Um gegebenenfalls den Ausbau in bereits fertiggestellten Bereichen vorziehen zu können, wird das GebĂ€ude in drei Bauabschnitten errichtet. Der GebĂ€uderohbau steht zu gut 90 Prozent, die Dachdecker haben ihre TĂ€tigkeit aufgenommen und auch der Innenausbau hat begonnen. Geplant ist bis Ende August die Arbeiten mit Schnellestrich abzuschließen, damit im Anschluss alle anderen Gewerke ihre Verrichtungen aufnehmen können. Die Gestaltung der Außenanlagen ist fĂŒr das FrĂŒhjahr 2023 angesetzt.

Finanziert wird das Projekt mit Mitteln aus der StĂ€dtebauförderung von Bund und Land (Teilprogramm SZH Sozialer Zusammenhalt) sowie mit ZuschĂŒssen aus der LandesKitaInvest-Richtlinie 2019-2022 der ILB. UrsprĂŒnglich anberaumt war eine Summe von 6,6 Millionen Euro, momentan ist man mit 6,54 Millionen (80 Prozent Förderung, 20 Prozent Bauherrenteil) im Kostenrahmen. Aktuell sind jedoch erhebliche Baupreissteigerungen zu verzeichnen.

Pressestelle der Stadtverwaltung – 8. Juli 2022

Siehe auch:
»Auf dem Holzweg«,
»BĂŒrgermeister auf der Hortbaustelle«,
»Brandenburger Allee voll gesperrt«,
»Amtierende auf Baustellenvisite«
»Das MÀrchen von Kiefern im Innenhof«
»Kloppe« fĂŒr die Baudezernentin
»Hortneubau in 30 Monaten«
»Straßenbaumaßnahme Frankfurter Allee: Öffnung und Sperrung«
»Wettbewerb fĂŒr Hortneubau«




Die sogenannte »Uckermarkleitung« verlĂ€uft in unmittelbarer NĂ€he zu WohnhĂ€usern im Brandenburgischen Viertel und in Finow-Ost. Einige der Masten, die die HĂ€user deutlich ĂŒberragen stehen bereits und werden aktuell mit den Stromseilen bespannt. Die GefĂ€hrdung der hier wohnenden Menschen spielte in der Entscheidungsfindung schon lange keine Rolle mehr. Nun ging das Gericht auch ĂŒber den Schutz von Vögeln hinweg. Die Stromleitung darf gebaut werden.

380kV-Freileitung Bertikow – Neuenhagen (»Uckermarkleitung«)
Skandalöse Fehlentscheidung

Bundesverwaltungsgericht Leipzig verkĂŒndete sein Urteil

Am 21. Juni 2022 ist ĂŒber die Klage des NABU-Brandenburg gegen den Beschluß des Landesbergamts im PlanergĂ€nzungsverfahren fĂŒr die von 50 Hertz geplante Leitung mĂŒndlich verhandelt worden. Am Montag, den 5.7.2022, wurde das Urteil des 4. Senats des Bundesverwaltungsgerichts verkĂŒndet.

Das Gericht hat die Klage abgewiesen und auch nicht einen der BeweisantrĂ€ge, die unser Anwalt gestellt hatte fĂŒr den Fall daß die Klage abgewiesen wĂŒrde, befĂŒrwortet. Dieses Urteil ist aus unserer Sicht ein glattes Fehlurteil, das weder juristisch noch fachlich gerechtfertigt ist.

Es ist eine skandalöse Fehlentscheidung mit schweren Folgen fĂŒr unsere Region, nicht nur fĂŒr die Vogelwelt, sondern fĂŒr den Natur- und Landschaftsschutz, fĂŒr die unmittelbaren Trassenanwohner und auch fĂŒr die ökonomische Entwicklung der Region. Der naturnahe Tourismus wird die Orte, die in Sichtweite der Trasse liegen meiden, die Immobilien in TrassennĂ€he werden einen erheblichen Wertverlust erleiden und der Imageschaden fĂŒr Anbieter und Verarbeiter von Lebensmitteln in der Region ist nicht abzuschĂ€tzen. Die BĂŒrgerinitiative hat von schon zu Beginn des Konflikts auf diese Risiken hingewiesen.

Das Urteil wird fĂŒr die Vogelwelt im BiosphĂ€renreservat und im Randow-Welse-Bruch verheerende Folgen haben. Beim Herbst- und FrĂŒhjahrszug wird man das, wenn die Leitung steht, sehen können. Denn die Freileitung durchschneidet den Nordosten Brandenburgs, das Gebiet mit dem hochwertigsten Vogelaufkommen in Deutschland.

Hier leben auch viele gefÀhrdete Arten, deren Lebensbedingungen durch die 380kV-Freileitung erheblich beeintrÀchtigt werden.
Es ist nicht nachvollziehbar, wie der 4. Senat dazu kommt, festzustellen, daß eine erhebliche BeeintrĂ€chtigung der geschĂŒtzten Arten im Gebiet des Landiner Haussees und des Felchowsees, zwischen denen die Freileitung verlaufen wird, ausgeschlossen ist. In den verschiedenen SchriftsĂ€tzen und in der mĂŒndlichen Verhandlung haben unsere Experten, ausgewiesene und anerkannte Ornithologen, dargelegt, weshalb eine erhebliche GefĂ€hrdung der geschĂŒtzten Vogelarten nicht auszuschließen ist, wie der gesetzliche Auftrag lautet.
Mit dem heutigen Urteil werden diese Argumente vom Tisch gewischt.

Auch die AusfĂŒhrungen zum zweiten Schwerpunkt in der mĂŒndlichen UrteilsbegrĂŒndung sind nicht akzeptabel, denn hier bezieht das Gericht, ohne auf die Details der Problematik einzugehen, einen komfortablen rechtspositivistischen Standpunkt, indem es – ungeachtet der Tatsache, daß in Europa seit gut zehn Jahren 1000 km Erdkabel im Hoch- und Höchstspannungsbereich in Betrieb sind – feststellt, daß der Einsatz von Erdkabeln im Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) nur in den im EnLAG genannten Pilotprojekten vorgesehen sei.
Daß die VerfassungskonformitĂ€t des EnLAG »zweifelhaft« ist (so das Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutsche Bundestags) und das EnLAG durch die Begrenzung des Einsatzes von Erdkabeln auf die Pilotprojekte im Falle von AbweichungsprĂŒfungen in europĂ€ischen Schutzgebieten möglicherweise mit EU-Recht kollidiert, diese Hinweise werden vom Gericht ignoriert bzw. nicht fĂŒr relevant erachtet. Eine Vorlage der Klage beim EuGH hat der 4. Senat abgelehnt.

Als Konsequenz der Abweisung der Klage ergibt sich auch, die Kostenentscheidung, die allein zu Lasten des KlÀgers geht.

Juristisch ist also das letzte Wort gesprochen, ein böses Wort, das das Vertrauen in den Rechtsstaat untergrĂ€bt, gerade weil es nicht nachvollziehbar ist, vor allem weil es im Vorfeld der mĂŒndlichen Verhandlung eine Reihe von Entscheidungen gab, die zu unseren Gunsten ausgefallen sind. Immerhin hat das Gericht einen teilweisen Baustopp fĂŒr 2/3 der Trasse verfĂŒgt und uns im Eilverfahren Rechtsschutz gewĂ€hrt. Nachvollziehbar ist allerdings, daß 50 Hertz durch seine Baumaßnahmen »auf eigenes Risiko« (Beschluß des BVerwG) Fakten geschaffen hat, die das Gericht offenkundig nicht unbeeindruckt gelassen haben.

Es gibt keine Möglichkeit, dieses Urteil durch einen andere Instanz ĂŒberprĂŒfen zu lassen. Das BVerwG ist hier – eine Konsequenz des EnLAG – erste und letzte Instanz. Ich sehe auch keine Möglichkeit, daß wir den Konflikt vor das Bundesverfassungsgericht tragen. Der Rechtsweg ist erschöpft und es ist bitter, festzustellen, daß man nicht Recht bekommen hat.

Wir werden die schriftliche UrteilsbegrĂŒndung abwarten und dann noch einmal ausfĂŒhrlich diese »Rechtsfindung« wĂŒrdigen.

So bitter das Urteil ist, das heute gesprochen wurde, so bitter es ist, festzustellen, daß die BĂŒrgerinitiative ihr Ziel, den Schutz von Mensch und Natur im Einzugsbereich der Trasse nicht erreicht hat, so ziehe ich dennoch fĂŒr die BĂŒrgerinitiative eine positive Bilanz.
Wir haben, getragen vom Engagement der BĂŒrger, den VorhabentrĂ€ger und die Genehmigungsbehörde gezwungen, ihr Planungen wiederholt zu ĂŒberarbeiten und damit das Verfahren entschleunigt. Wir haben zwei gerichtliche Baustopps erfochten und den VorhabentrĂ€ger zu einer FĂŒlle von Vermeidungs- und Ausgleichsmaßnahmen veranlaßt. Abschließend möchte ich noch erwĂ€hnen, daß wir durch das in diesem Konflikt erfochtene Urteil aus dem Jahr 2016 den Artenschutz erheblich und nachhaltig prĂ€gen und verbessern konnten, denn die Pflicht einer artbezogenen PrĂŒfung, die heute gang und gebe ist, haben wir damals durchgesetzt.

SenftenhĂŒtte, 5. Juli 2022

Hartmut Lindner, Sprecher der BĂŒrgerinitiative:
BiosphÀre unter Strom - keine Freileitung durchs Reservat!

Siehe auch:
»Masten wachsen gen Himmel«
»50Hertz schafft Tatsachen«
»Licht fĂŒr alle – und das kostenlos!«
»BeschleunigungszuschlÀge«
»Eine breite Schneise im Wald...«
BĂŒrgerinitiative »BiosphĂ€re unter Strom – keine Freileitung durchs Reservat!«
Barnimer BĂŒrgerpost: »So banal wie die RealitĂ€t«




Die SchulrĂ€ume in der oberen Etage der Sparkassenfilliale am Potsdamer Platz stehen kĂŒnftig leider nicht mehr fĂŒr das "LernEngel"-Projekt zur VerfĂŒgung. Im neuen Schuljahr bieten die "LernEngel" ihre Dienste in RĂ€umlichkeiten an, die von der Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 eG zur VerfĂŒgung gestellt werden.

Nachhilfeprojekt soll 2022/23 weitergefĂŒhrt werden:
»LernEngel« an der GS SchwÀrzesee

»GrĂŒnes Licht« fĂŒr 12.500 Euro Förderung

maxe. Seit dem Juli 2021 konnte die SchutzengelWerk gGmbH ein kostenfreies Nachhilfeangebot im Brandenburgischen Viertel fĂŒr einkommensschwache Familien etablieren. Der Fokus liegt auf der individuellen Einzel- und Gruppennachhilfe der SchĂŒlerinnen und SchĂŒler der Grundschule SchwĂ€rzesee, um LernrĂŒckstĂ€nde abzubauen, die infolge der Corona-Maßnahmen entstanden sind. Über 130 Kinder erhielten wöchentlich Nachhilfe in den FĂ€chern Deutsch, Mathematik, Englisch oder in der Lese- und Rechtschreibförderung.

Auf Grund der hohen Nachfrage – aktuell nutzen etwa 115 Kinder das Nachhilfeangebot – soll das Projekt ab dem 1. August 2022 nahtlos weiter fortgesetzt werden – unter dem Titel »LernEngel«. Nach wie vor erhĂ€lt jedes Kind, welches sich anmeldet, eine Stunde pro Woche Nachhilfe nach Bedarf in den genannten FĂ€chern. Beim Einstieg eines Kindes findet eine Lernstandserhebung statt und kontinuierliche Verlaufskontrollen, um die Nachhilfe paßgenau zu gestalten.

Im Sprecherrat »Soziale Stadt« berichtete die Leiterin des Projektes am 19. Mai von einem ĂŒber 80%igen Anteil von SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern mit Migrationshintergrund. Daher hat das Projekt sowohl fĂŒr benachteiligte Familien als auch fĂŒr Familien mit Migrationshintergrund einen integrativen Charakter, welches durch Bildung die Teilhabe fördert. Damit entspricht das Projekt der Richtlinie fĂŒr kommunale Förderung von sozialen Maßnahmen und Initiativen der Stadt Eberswalde. Der Ausschuß fĂŒr Kultur, Soziales und Integration (AKSI) der Stadt Eberswalde hat auf seiner Sitzung am 16. Juni entsprechend dieser Richtlinie 5.000 Euro fĂŒr die verbleibenden Monate im Jahr 2022 bewilligt. Nach Abschluß des Projekts wird dem AKSI eine Evaluation vorgelegt.

Der Sprecherrat »Soziale Stadt« (kĂŒnftig »Sozialer Zusammenhalt«) im Brandenburgischen Viertel hatte bereits am 18. Mai weitere 7.500 Euro fĂŒr das »LernEngel«-Projekt bewilligt und zwar fĂŒr den gesamten Projektlaufzeit vom 1. August 2022 bis 31. Juli 2023.

Die Projektkosten fĂŒr das gesamte Schuljahr betragen insgesamt rund 95.000 Euro, die grĂ¶ĂŸtenteils durch Spenden und Sponsoring erbracht werden.

(23. Juni 2022)

Siehe auch:
Hausaufgabenhilfe bei »Kontakt«




So sahen einige Standorte mit Altkleidercontainern zeitweise im vorigen Jahr aus. Zum Jahresende sind die VertrĂ€ge mit dieser Altkleiderfirma gekĂŒndigt worden, wĂ€hrend der stĂ€dtische Bauhof die Standorte bereinigte.

Standorte:
Altkleidercontainer im Kiez

maxe. im vorigen Jahr waren einige StandplĂ€tze von Altkleidercontainern zum Problem geworden (siehe »Altkleider zu MĂŒll« und »Altkleider zu MĂŒll (2)«).

Noch im vorigen Jahr wurde hier eine Lösung gefunden, die vor allem darin bestand, daß die Container jener Firma, die die Abholung und Sauberhaltung nicht in den Griff bekam, entfernt wurden. Die StellplĂ€tze selbst wurden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des stĂ€dtischen Bauhofes gereinigt.

Nun gab es eine Anfrage eines Kiezbewohners, der nach einem Altkleidercontainer in der NĂ€he der Havellandstraße fragte. Die MAXE-Redaktion wandte sich an die Pressestelle der Stadtverwaltung mit der Bitte, eine Übersicht mit den Standorten der Altkleidercontainer im Kiez zur VerfĂŒgung zu stellen.

Dies hat der Pressesprecher Johan Bodnar nun dankenswerterweise getan. Altkleidercontainer stehen im Brandenburgischen Viertel an folgenden Stellen:

  • FlĂ€mingstraße gegenĂŒber Hausnummer 1
  • Gubener Straße gegenĂŒber Hausnummer 5 auf dem Parkplatz
  • LĂŒbbenauer Straße Ecke Spreewaldstraße
  • Nauener Straße gegenĂŒber Hausnummer 4
  • Schwedter Straße gegenĂŒber Hausnummer 34
  • Schorfheidestraße Höhe Hausnummer 14
  • Templiner Straße gegenĂŒber Hausnummer 1
  • Zum SchwĂ€rzesee Höhe Hausnummer 45

(10. Mai 2022)

Siehe auch:
»Altkleider zu MĂŒll« und
»Altkleider zu MĂŒll (2)«




Kita »Gestiefelter Kater«:
Eine echte Spielstraße

Eine echte Straße auf dem Spielplatz – diese Idee entstand in der Ideenwerkstatt 2020/2021 der Kita »Gestiefelter Kater«. Familien und Teammitglieder wurden im Rahmen der Werkstatt befragt, welche VerĂ€nderungen sie sich fĂŒr das AußengelĂ€nde der Kita wĂŒnschen.

Der Spielplatz der Kita verfĂŒgte bereits ĂŒber eine asphaltierte Fahrbahn fĂŒr Kinderfahrzeuge mit einem leichten GefĂ€lle und Kurven, welche sich ĂŒber das Kita-GelĂ€nde erstreckt. Dort sind die Drei- bis ZehnjĂ€hrigen sehr gerne mit verschiedensten Fahrzeugen unterwegs.

»Die Kinder genießen es, mit Tempo den 'Berg' hinabzufahren und sich in die Kurve zu legen. Doch wenn viele Kinder die gleiche Idee haben, kann es schon mal eng und gefĂ€hrlich werden. Die jĂŒngeren Kinder fĂŒhlen sich erst recht nicht so sicher. Da kam die Idee, die Asphaltstraße mit einer Fahrbahnmarkierung zu versehen, wie gerufen«, so die Leiterin der Kita, Dörthe Schmidt.

Mit Hilfe der Firma Straßenverkehrstechnik Thiele GmbH wurde diese Idee verwirklicht. Am 29. MĂ€rz 2022 war es soweit, das Wetter und die Temperaturen passend fĂŒr den Farbauftrag. Richtungspfeile, FußgĂ€ngerĂŒberwege, Haltelinien und Radwegmarkierungen machen jetzt das Fahren noch viel interessanter. DemnĂ€chst werden noch dazu passende Verkehrszeichen aufgestellt.

»So wird die Strecke auf dem KitagelĂ€nde noch authentischer und fĂŒhrt die Kinder noch realistischer an den realen Straßenverkehr heran. Ein guter Beitrag zum Thema Verkehrssicherheit«, so Kerstin Ladewig, Leiterin des Amtes fĂŒr Bildung, Jugend und Sport.
Die Finanzierung erfolgte ĂŒber Fördermittel aus dem Kiez-Kita-Programm des Landes Brandenburg in Höhe von ca. 600 Euro.

Pressestelle der Stadtverwaltung Eberswalde – 26. April 2022




Der »Schorfheideplatz« im Brandenburgischen Viertel Neuer Platz mit alten BÀumen

Entwurfsplanung fĂŒr EinmĂŒndung Beeskower/Schorfheidestraße

maxe. Die Bezeichnung »Schorfheideplatz« hatte nie einen offiziellen Status. Nun fĂ€llt in der ĂŒberarbeiteten Entwurfsplanung auch der grĂ¶ĂŸere gepflasterte Platz weg, der diesen Namen gerechtfertigt hĂ€tte.

Das Baudezernat der Stadtverwaltung hat auf die öffentliche Kritik, die hier im Kiezmagazin MAXE und zu den Beratungen im Ausschuß fĂŒr Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr (ASWU) geĂ€ußert wurde, positiv reagiert. Nachdem die ursprĂŒngliche Variante im Februar vom Einreicher zurĂŒckgezogen wurde, entwickelte das Tiefbauamt nun gemeinsam mit dem beauftragten IngenieurbĂŒro Weiland aus Gransee eine alternative Planvariante. Die Versickerung des Regenwassers an Ort und Stelle in den als flache und begehbare Mulden gestalteten GrĂŒnflĂ€chen blieb Bestandteil des Entwurfsplans. Der Versiegelungsanteil wird durch den Verzicht auf die gepflasterte PlatzflĂ€che weiter reduziert. Die verĂ€nderte Gestaltung erlaubt nun auch, daß alle vorhandenen BĂ€ume erhalten bleiben. ZusĂ€tzlich sollen 13 BĂ€ume neu gepflanzt werden.

Die Beeskower Straße dient als Zufahrt zum Wirtschaftshof und Parkplatz des AWO Pflegeheims »Im Wolfswinkel« sowie zum Innenhof und Parkplatz der Studentenwohnheime an der Prenzlauer und Strausberger Straße. Die BelĂ€ge der Fahrbahnen und Gehwege bestehen derzeit aus verschiedenen Materialien wie Asphalt, Pflaster und Betonplatten und sind stellenweise stark beschĂ€digt. Nur wenige Borde sind abgesenkt, was die Barrierefreiheit sehr eingeschrĂ€nkt. Die unĂŒbersichtliche WegefĂŒhrung trĂ€gt ihren Teil dazu bei, daß die Verkehrssituation in dem Bereich vor allem fĂŒr FußgĂ€nger und Radfahrer recht unĂŒbersichtlich ist.

Im neuen Entwurfsplan bleibt die jetzige StraßenfĂŒhrung erhalten. Lediglich die Fahrbahnbreiten sollen in der Schorfheidestraße auf 4,75 m und in der Beeskower Straße auf 4,50 m reduziert werden. In der Schorfheidestraße werden im Spielplatzbereich zudem gepflasterte Rampen zur Verkehrsberuhigung gebaut. Die Zufahrten fĂŒr PKW, LKW, Rettungs- und Entsorgungsfahrzeuge zu den anliegenden GrundstĂŒcken wird auch nach dem Umbau sichergestellt sein, wird in der neuen Planung versprochen.

Die Gestaltung der Wege und damit die FĂŒhrung des Fuß- und Radverkehrs soll die bestehenden Wegeverbindungen aufgreifen und durch breitere Absenkungen der Bordsteine sowie erneuerter WegebelĂ€ge die Barrierefreiheit verbessern. Die Gehwege erhalten eine wassergebundene Decke, was den Versiegelungsgrad weiter senkt. Lediglich im Bereich oberhalb des Kollektors der EWE soll wieder eine Asphaltdeckschicht aufgebracht werden, da hier eine Befahrung fĂŒr Wartungs- und Reinigungsarbeiten, nicht zuletzt am LĂŒftungsbauwerk des Kollektors, möglich sein muß.

Die vorhandenen Alt- und JungbĂ€ume können erhalten bleiben, weil die bisherige StraßenfĂŒhrung beibehalten wird. Die geplanten zusĂ€tzlichen BĂ€ume sollen die DurchgrĂŒndung der StraßenzĂŒge optimieren. Unter den Baumscheiben sollen Rigolen zur Wasserspeicherung eingebaut werden, um den Wasserbedarf der BĂ€ume auch bei Trockenheit und Hitze zu gewĂ€hrleisten.

Schließlich soll eine neue Beleuchtungsanlage entlang der Gehwege gebaut werden, um die Orientierung und das SicherheitsgefĂŒhl auch im Dunkeln zu stĂ€rken.

FĂŒr die Neugestaltung der insgesamt etwa 1.770 Quadratmeter großen FlĂ€che sollen circa 355.000 Euro ausgegeben werden. Die Finanzierung der der Maßnahme soll zu zwei Dritteln ĂŒber Fördermittel des Bundes und des Landes erfolgen.

Der Beginn der Baumaßnahme ist Anfang 2023 vorgesehen. Die Bauzeit wird voraussichtlich zehn Monate betragen.

Am 5. April beraten die Mitglieder des Ausschusses fĂŒr Stadtentwicklung, Wohnen und Umwelt ĂŒber die erneuerte Entwurfsplanung bevor am 26. April die Stadtverordnetenversammlung die Entscheidung fĂ€llen wird.

(5. April 2022)

Siehe auch:
Beschlußvorlage zur geĂ€nderten Entwurfsplanung vom April 2022
»BÀume bleiben erstmal stehen«
»Erstmal alle BÀume fÀllen«




Christian Vahrson, Prokurist der Kreiswerke Barnim (li.) und Johannes SchlĂ¶ĂŸer (re.), Projektmanager Barnimer Energiegesellschaft mbH ĂŒberreichen Informationstafeln zu den installierten Solaranlagen auf den DĂ€chern der Grundschule SchwĂ€rzesee und der Turnhalle Heidewald an die Stadt Eberswalde, vertreten durch Bert Bessel (Leiter des Amtes Hochbau und GebĂ€udewirtschaft, 2.v.l.) und Kerstin Ladewig (Leiterin Amt fĂŒr Bildung, Jugend und Sport, 2.v.r.).

Grundschule »SchwÀrzesee« und Sporthalle »Heidewald«:
Sonnenstrom fĂŒr‘s Klassenzimmer

Kreiswerke Barnim betreiben Solaranlagen im Kiez

maxe. Gemeinsam mit der Stadt Eberswalde haben die Kreiswerke Barnim zwei Solaranlagen auf den DĂ€chern der Grundschule SchwĂ€rzesee (Leistung: 138 kWp) und der dazugehörigen Sporthalle Heidewald (Leistung: 190 kWp) realisiert. Diese sind bereits im Dezember 2020 in Betrieb gegangenen Anlagen haben schon gute Arbeit geleistet. Die gebĂŒhrende öffentlichkeitswirksame Einweihung fiel damals den EinschrĂ€nkungen der Coronamaßnahmen zum Opfer. Am 8. MĂ€rz wurde das nachgeholt.

»Die Anlagen produzierten in ihrem ersten Betriebsjahr zusammen mehr als 300.000 kWh Strom und konnten den Strombedarf von Schule und Sporthalle zu 100% decken«, sagt Christian Vahrson, der Prokurist der Kreiswerke Barnim. »Das ist eine gelungene Investition an diesem Bildungsstandort und ein tolles Signal an die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler sowie die LehrkrĂ€fte. Hier finden sie ein weiteres StĂŒck gelebte Nachhaltigkeit in der Stadt Eberswalde vor.«

Um die »grĂŒnen Kraftwerke« auf dem Dach fĂŒr alle Nutzer der GebĂ€ude sichtbar zu machen, ĂŒberreichte Christian Vahrson zwei Informationstafeln mit den wichtigsten Daten der Anlagen und einem Blick aus der Vogelperspektive. Kerstin Ladewig, Leiterin des Eberswalder Amtes fĂŒr Jugend, Bildung und Sport nahm die Informationstafeln im Namen der Grundschule SchwĂ€rzesee entgegen und zeigte sich begeistert: »So lassen sich die Solaranlagen gut in den Unterricht integrieren. Ganz direkt können die Kinder einen Bezug zur Solarenergie herstellen und haben diese Art der Energieerzeug tĂ€glich im Blick.«

Installiert und betrieben werden die Solaranlagen durch die SUN:BAR GmbH, ein Tochterunternehmen der Kreiswerke Barnim. Die Stadt Eberswalde hat die DachflĂ€chen langfristig an die SUN:BAR verpachtet. »Wir konnten hier am Standort gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen«, freut sich auch Bert Bessel, Leiter des Amtes fĂŒr Hochbau und GebĂ€udewirtschaft der Stadt Eberswalde. »Im Zuge des Solaranlagenbaus wurden die DĂ€cher beider GebĂ€ude erneuert oder ertĂŒchtigt, finanziert durch die eingenommene Pacht.«

Alle Beteiligten sind sich einig: Dieses Modell kann im wahrsten Sinne weiter Schule machen. Gemeinsam mit der Stadt Eberswalde werden aktuell weitere DĂ€cher öffentlicher Einrichtungen auf solare Nutzbarkeit ĂŒberprĂŒft. Neben den Anlagen auf dem Schulkomplex im Brandenburgischen Viertel konnten die Kreiswerke im letzten Jahr auch Solarstromprojekte auf dem neuen GebĂ€ude der Ahrensfelder Grundschule und dem Dach des Begegnungszentrums in Lunow realisieren. Die Kreiswerke, mit ihrer beratenden Tochtergesellschaft der Barnimer Energiegesellschaft GmbH (BEG) unterstĂŒtzt die Barnimer Kommunen, Unternehmen, Vereine sowie öffentliche Institutionen bei der Planung und Errichtung von Photovoltaikanlagen auf geeigneten Dach- oder FreiflĂ€chen.

Die Stadt Eberswalde hĂ€tte solche Hilfe eigentlich nicht nötig, verfĂŒgt sie doch mit der SSGE Solarstrom GmbH Eberswalde, einem Tochterunternehmen der stadteigenen WHG Wohnungsbau- und Hausverwaltungsgesellschaft, selbst ĂŒber die Strukturen, solche Projekte umzusetzen. Wieso die Stadtverwaltung dennoch auf die Kreiswerke als Partner zurĂŒckgreift, wurde weder in den zustĂ€ndigen Gremien besprochen noch beschlossen.

(14. MĂ€rz 2022)




WeidenkÀtzchen gehören zur ersten Bienennahrung nach dem Winter. Imkern im Quartier

Sprecherrat bewilligte 4.500 Euro aus Projektfonds

maxe. Bereits 2021 hat Bernd Pfeifer im Brandenburgischen Viertel begonnen, ein Imkerprojekt aufzubauen. Nicht zuletzt im Zusammenhang mit den EinschrĂ€nkungen infolge der Corona-Maßnahmen konnte das Projekt allerdings nicht fertiggestellt werden. Das soll nun nachgeholt werden. Bernd Pfeifer hat in diesem Zusammenhang beim Quartiersmanagement einen Förderantrag gestellt, ĂŒber den am 17. Februar der Sprecherrat in einer Online-Beratung befunden hat.

»Ziel ist es«, so Pfeifer, »Interessenten und Mitwirkende aus dem Quartier und der Umgebung den Umgang mit Honigbienen theoretisch und praktisch nahezubringen. Dabei steht der Umgang mit Insekten im allgemeinen und speziell mit der Honigbiene im Vordergrund.« Ganz nebenbei soll mit dem Projekt auch das Interesse fĂŒr Holzarbeiten geweckt und vorhandenes Wissen im Quartier fĂŒr jedermann unter professioneller Anleitung zugĂ€nglich gemacht werden. »Die bereits sechs Interessierten bauen die noch nötigen Utensilien selber und lernen gemeinsam, wie mit Honigbienen umgegangen wird.« Mittelfristig sei es das Ziel, auch Schulen und Kitas fĂŒr das Thema zu interessieren.

»Als UnterstĂŒtzer habe ich das Quartiersmanagement, die Wohngenossenschaft 1893 e.G. und den Hebewerk e.V. gefunden, die uns den schon vorhandenen Unterstand fĂŒr die 2 Bienenvölker und einen Raum fĂŒr Imkerutensilien in der Havellandstr. 15 ermöglichen. Der dort ansĂ€ssige Verein Hebewerk e.V. gestattet uns die Benutzung der vereinseigenen Holzwerkstatt.«

Die sechs Projektmitglieder haben bereits begonnen, die vorhandenen Trogbeuten vorzubereiten und die notwendigen Waben bauen. Um weiterzumachen werden nun die beantragten Fördergelder fĂŒr die weiteren Material- und Personalkosten benötigt, sagt Bernd Pfeifer. »FĂŒr die Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentation möchten wir die InternetprĂ€senz des Quartiermanagements nutzen. Der Start der Bienenhaltung beginnt mit der Beutenbelegung und wird voraussichtlich Anfang April erfolgen.«

Die Materialkosten betragen 1.700 Euro. Neben Materialien fĂŒr die Bienenstöcke sind das Imkerutensilien (z.B. Honigschleuder), Schutzkleidung sowie Schulungsmaterial und Mittel fĂŒr die Öffentlichkeitsarbeit (Flyer, Plakate, Prospekte...). Als Honorar werden 2.800 Euro veranschlagt, wobei eine AufwandsentschĂ€digung von 10 Euro pro Stunde zugrunde gelegt wird. Kalkuliert sind je 60 Stunden TĂ€tigkeit von vier Menschen sowie jeweils eine Person mit 30 Stunden bzw. 10 Stunden.
Der Sprecherrat stimmte der Finanzierung der beantragten 4.500 Euro aus den Mitteln des Quartiersprojektfonds zu.

(28. Februar 2022)


Hebewerk e.V.
Adresse: Zwischenraum H15/ Hebewerk e.V., Havellandstraße 15, 16227 Eberswalde




Das Regenwasserversickerungsbecken an der Ecke Frankfurter Allee/Spechthausener Straße. Neues GrĂŒn am Sickerbecken

maxe. Die GrĂŒnflĂ€che am entstandenen RegenrĂŒckhaltebecken an der Ecke der Frankfurter Allee/Spechthausener Straße wurde bereits im letzten Jahr mit Seniorinnen und Senioren der AWO und Kindern der Kita »Gestiefelter Kater« erfolgreich bepflanzt. »Bereits im letzten Jahr planten wir mit den Beteiligten eine weitere Aktion im Jahr 2022«, schreibt der Initiator Frank Neumann in einem weiteren Projektantrag, mit dem er sich jetzt an das Quartiersmanagement im Kiez wandte. »Dabei ist es mir immer noch wichtig«, so Neumann, »Pflanzenarten aus dem Brandenburger Land auszuwĂ€hlen und weiterhin auf insekten- und vogelfreundliche StrĂ€ucher zu achten. Hier möchte ich Kindern das Setzen und Pflegen der StrĂ€ucher nahebringen und eine Kommunikation zwischen verschiedenen Altersgruppen und deren Erfahrungen anregen.« Ein weiterer wichtiger Punkt sei es, eine angenehme AufenthaltsqualitĂ€t fĂŒr alle an diesem Ort zu schaffen. Aus diesem Grund wurde 2021 bereits eine Bank vom Bauhof gesetzt.

»Im vergangenen Jahr mußten wir die Erfahrung machen«, sagt der Naturliebhaber, der selbst im Brandenburgischen Viertel wohnt, »daß Pflanzenarten wie Himbeere, Brombeere und Rhododendron gestohlen werden«. Daher habe er sich diesmal fĂŒr andere BlĂŒhstrĂ€ucher entschieden (Schneeball, Forsythie, Schlehe, Sanddorn und Falscher Jasmin). Auch das erneute SĂ€hen von Regiosaatgut ist geplant. Die Auswahl der Pflanzensorten wurden bereits mit dem Tiefbauamt besprochen. Die weitere Pflege der Pflanzen und die MĂ€harbeiten ĂŒbernimmt ab 2022 der Bauhof. Gemeinsam mit den Kooperationspartnern wird Frank Neumann aber auch in diesem Jahr nach der Anpflanzung immer mal wieder vorbeischauen und fĂŒr die BewĂ€sserung der Pflanzen sorgen.

Insgesamt soll das Projekt mit 240 Euro aus dem Aktionsfonds des Quartiersmanagements gefördert werden. Mit Geldern aus dem Aktionsfonds können kleine Projekte und Initiativen von Einwohnern des Brandenburgischen Viertels oder hier Aktiven bis zu einer Höhe von 250 Euro einfach und unbĂŒrokratisch gefördert werden. Der Sprecherrat gab auf seiner Online-Sitzung am 17. Februar dem Projekt und der Förderung seine Zustimmung.

(27. Februar 2022)

Siehe auch:
»Quadratisch, praktisch, hĂ€ĂŸlich«
»Regenwasserversickerung Nr. 2 «
»Klimaanpassung im Kiez«
»Regenwasser bleibt im Kiez«
»RegenentwĂ€sserung angepaßt«
»Warum nicht zur Landschaft passend?«




Konzert vor dem AWO-Pflegeheim mit Tobias Emmerich.

Konzert vor dem Pflegeheim:
Hab Dank fĂŒr Deine Zeit

maxe. Vom Veranstalter des Konzerts vor dem AWO-Pflegeheim »Wolfswinkel« war am 21. Januar wenig zu sehen. Das Fehlen von BĂŒrgermeisterwahlkampf war keineswegs ein Mangel. Die von Tobias BIA Emmerich vorgetragenen Lieder wirkten umso mehr, gingen in die Seele der knapp 50 Zuhörenden, zu denen neben Bewohnern und Mitarbeitern des Pflegeheims auch mehrere Bewohner aus dem Viertel gehörten, die auf der MAXE-Seite oder aus anderen Quellen von dem Konzerttermin gehört hatten.

Trotz beißender KĂ€lte, die das Gitarrenspiel zur Tortur werden ließ, begeisterte BIA seine Zuhörer mit Liedern von Hannes Wader und Reinhard Mai. Sein Lied zum Abschluß, »Hab Dank fĂŒr Deine Zeit«, widmete er ganz konkret den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Pflegeheim.

(27. Januar 2022)




Die WHG will im Brandenburgischen Viertel neue Wohnungen bauen und ihre unsanierten Wohnungen in der Finsterwalder und Cottbuser Straße im zweiten Bauabschnitt modernisieren.

11 Millionen Euro fĂŒr Neubau und Modernisierung:
WHG investiert im Kiez

maxe. Der Aufsichtsrat der stadteigenen WHG Wohnungsbau- und -hausverwaltungsgesellschaft mbH Eberswalde hat am 26. Mai in seiner 48. Sitzung »den Weg frei gemacht fĂŒr ein weiteres millionenschweres Stadtentwicklungsvorhaben der WHG«.

Mit mehr als 18,5 Millionen Euro sei das WHG Sanierungs- und Instandhaltungsprogramm 2021 bereits »sehr ehrgeizig und ambitioniert«, sagt Doreen Boden, Prokuristin und Beauftragte fĂŒr Öffentlichkeitsarbeit der WHG. Nun hat der Aufsichtsrat weitere 11 Millionen Euro genehmigt, die von 2021 bis 2024 in einen Neubau und fĂŒr Modernisierungen im Brandenburgischen Viertel investiert werden.

Die WHG folgt mit dieser Investition dem Beispiel der Wohnungsgenossenschaft 1893 eG, die durch Fördermittel unterstĂŒtzt von 2020 bis 2024 insgesamt 57 Millionen Euro in den Umbau und die Modernisierung von Wohnblocks im Brandenburgischen Viertel verbaut. Bestandteil der Investitionen der Genossenschaft sind auch der Abriß von drei Wohnblocks, von denen zwei bereits »zurĂŒckgebaut« worden sind. Der dritte Abriß der Genossenschaft in der Brandenburger Allee 15 bis 21 soll im Winter 2021/22 realisiert werden.

Die WHG will demgegenĂŒber als erster Wohnungsanbieter seit mehr als 20 Jahren im Brandenburgischen Viertel neue Wohnungen bauen.

(31. Mai 2021)




Auf dem Areal sĂŒdöstlich der Spechthausener Kreuzung sollen neue Gewerbe- und WohngebĂ€ude mit bis zu 80 Wohnungen entstehen. (Karte aus dem Bericht zur StĂ€dtebaulichen Machbarkeitsstudie fĂŒr die GrundstĂŒcke Eberswalder Straße Ecke Spechthausener Straße in Eberswalde)

Vor den Toren des Brandenburgischen Viertels:
Ein neues Zentrum fĂŒr Eberswalde

maxe. Im Dezember haben die Eberswalder Stadtverordneten mehrheitlich beschlossen, den Bebauungsplan Nr. 527 »Finowtal« aufzustellen. Der Bebauungsplan befaßt sich mit dem etwa anderthalb Hektar großen GelĂ€nde sĂŒdlich der Eberswalder Straße zwischen dem Toom-Baumarkt und der Spechthausener Straße einschließlich des ehemaligen Friedhofs Eisenspalterei. Auch das Bethaus neben dem Friedhof ist einbezogen. Nach eigenen Aussagen des BautrĂ€gers konnte er das GrundstĂŒck allerdings noch nicht wie beabsichtigt erwerben.

Bei dem BautrĂ€ger handelt es sich um die IZ GmbH & Co. KG mit Sitz in der Coppistr. 3 in Eberswalde. Die IZ arbeitet eng mit der Anevix Union GmbH aus der Drehnitzstraße zusammen. Aktuelle Projekte in Eberswalde sind das einstige Bahnhofshotel, ein Doppelhaus am Finowkanal, vier DoppelhĂ€user in Finow (am Ortsausgang Richtung Finowfurt) und ein Mehrfamilienhaus in der Spechthausener Straße (ehemaliger Lindenhof).

Bereits 2007 hatte die Stadtverordnetenversammlung die Aufstellung eines Bebauungsplanes fĂŒr das Areal sĂŒdöstlich der Spechthausener Kreuzung beschlossen. Damals sollten »weitere stĂ€dtebaulich unerwĂŒnschte Ansiedlungen von Discountern im Kreuzungsbereich ausgeschlossen werden und eine Lenkung dieser in das EKZ Heidewald unterstĂŒtzt werden«. Nun gilt eine »geĂ€nderte Zielsetzung«, die mit der Stadtverwaltung abgestimmt wurde.

Von einer »Lenkung« beabsichtigter Gewerbeansiedlungen in das EKZ Heidewald ist keine Rede mehr. Vielmehr sollen »Wohnen und Arbeiten am Standort Eisenspalterei gestÀrkt werden. Generelle Ziele der Stadtentwicklung Eberswalde wie die StÀrkung der Erwerbsgrundlage, die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum sowie eine auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit ausgerichtete Entwicklung wurden in die Standortentwicklung integriert.«

Laut der stĂ€dtebaulichen Machbarkeitsstudie, die am 1. Dezember im Ausschuß fĂŒr Stadtentwicklung, Wohnen und Umwelt prĂ€sentiert wurde, beabsichtigt die IZ GmbH & Co. KG eine Neubebauung fĂŒr BĂŒro-, Service- und Dienstleistungsnutzungen (Gewerbe), vielleicht auch mit einem Hotel und einer integrierten KindertagesstĂ€tte sowie fĂŒr Wohnungen.

Der Gewerbeteil soll in zusammenhĂ€ngender viergeschossigen Blockrandbebauung an der Eberswalder Straße zwischen dem alten Friedhof und der Kreuzung sowie in etwa gleicher LĂ€nge von der Kreuzung entlang der Spechthausener Straße entstehen. Dem soll sich, baulich mit dem Gewerbeteil verbunden, ein Mehrfamilienhaus anschließen. Weitere WohnhĂ€user sind im hinteren Bereich des GrundstĂŒckes vorgesehen. Die Studie schlĂ€gt in einer Variante 80 Wohnungen mit FlĂ€chen zwischen 41 und 108 Quadratmetern vor. Eine zweite Variante beschrĂ€nkt den Mietwohnungsbau auf den vorderen Bereich mit insgesamt 32 Wohnungen. Im hinteren Bereich wĂ€re dann Platz fĂŒr 19 »TownhĂ€user« (ReihenhĂ€user) mit WohnflĂ€chen zwischen 181 und 214 Quadratmetern.

Letzteres könnten sich sicherlich nur Menschen mit höherem Einkommen leisten. FĂŒr die Linksfraktion ist die Mietpreisentwicklung bei Neuvermietungen in Eberswalde »besorgniserregend«. Daher setzte sie eine Änderung des Aufstellungsbeschlusses durch. Als Ziel wird nun festgeschrieben, daß fĂŒr 25 Prozent des Gesamtwohnbestandes geförderter sozialer Wohnraum vorzusehen ist. Davon abgesehen begrĂŒĂŸen die Linken »die Entwicklung des GelĂ€ndes und die grundsĂ€tzlichen Planungen«.

Nach diesen »grundsÀtzlichen Planungen« wird sich die bisherige Ansammlung von Lebensmittel- und FachmÀrkten sowie Kfz-WerkstÀtten in profanen Zweckbauten mit zugehörigen ParkplÀtzen zu einem neuen Zentrumsbereich in Eberswalde entwickeln.

Wie sich dies auf die bisherigen Zentren (Innenstadt, Finow und Brandenburgisches Viertel) auswirken wird, ist in der Machbarkeitsstudie nicht untersucht worden. Nachteilig dĂŒrfte das neue Zentrum vor allem fĂŒr das Brandenburgische Viertel und hier insbesondere fĂŒr das Einkaufszentrum »Heidewald« wirken, das dann möglicherweise bald billig zu haben ist.
Im Viertel selbst hat zuletzt der Neubau eines SanitÀtshauses mit zwei Arztpraxen zur weiteren Angebotsdezentralisierung innerhalb des Ortsteils beigetragen, was dem seit zwanzig Jahren faktisch verfolgten stÀdtebaulichen Prinzip entspricht.

Die Stadtverwaltung wurde von den Stadtverordneten beauftragt, »die frĂŒhzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit« zu gewĂ€hrleisten. Zu diesem Zweck soll der Bebauungsplan öffentlich ausgelegt werden. Dabei soll auch bekannt gemacht werden, daß der Bebauungsplan »im beschleunigten Verfahrung ohne DurchfĂŒhrung einer UmweltprĂŒfung aufgestellt werden soll«.

(27. Dezember 2020)




Frostiger Blick ĂŒber die BrachflĂ€chen sĂŒdlich der Brandenburger Allee auf den Abriß-Block der Wohnungsgenossenschaft in der Brandenburger Allee 15-21 (rechts). Eine Neugestaltung des Bereichs soll den »Stadtteileingang West« kĂŒnftig aufwerten.

Beteiligungsverfahren auf Einladung:
Den Kiezeingang West gestalten

Bereits seit Jahren wird die nach 1990 entstandene Situation an den Eingangsbereichen ins Brandenburgische Viertel im Westen wie im Osten als »stĂ€dtebaulicher Mißstand« bewertet. Durch die neuen Förderstrukturen fĂŒr den Stadtumbau können kĂŒnftig dafĂŒr Fördermittel akquiriert werden. Dadurch gerieten diese MißstĂ€nde nun auch in den Fokus konkreter Planungen der Stadtverwaltung.

Im Zusammenhang mit der Sanierung der Frankfurter Allee wird ab Januar, sobald es das Wetter zulĂ€ĂŸt der östliche Eingang des Brandenburgischen Viertel – also die EinmĂŒndung der Frankfurter Allee in die Spechthausener Straße neu gestaltet. Dabei wird inbesondere das geplante Regenwasserversickerungsbecken als neues gestalterisches Element ins Auge fallen (siehe »RegenentwĂ€sserung angepaßt«).

Der anschließende Bereich – von der »Specht«-Ruine abgesehen – hat bereits mit dem neuen SanitĂ€tshaus eine gewisse Aufwertung erfahren. Allerdings zum Nachteil der Auslastung des Stadtteilzentrums am Potsdamer Platz und nicht zuletzt wegen fehlender Forderung und Förderung auf architektonisch-gestalterischem Minimalniveau.

Am westlichen Zugang zum Brandenburgischen Viertel, also fĂŒr den Bereich an der Brandenburgischen Allee zwischen SchwĂ€rzesee- und Lehnitzseestraße, ist ab kommendem Jahr Ă€hnliches geplant. Ein PlanungsbĂŒro ist bereits mit der Ideenfindung beauftragt und eigentlich sollte es schon 2020 ein erstes Beteiligungsverfahren fĂŒr die Einwohnerinnen und Einwohner des Kiezes geben. Das konnte wegen der Maßnahmen zur EindĂ€mmung der Corona-Pandemie nicht stattfinden.

Nun soll im Rahmen des Beteiligungsverfahren »Stadtteileingang West« im I. Quartal ein Workshop stattfinden, allerdings nur eingeschrÀnkt auf 30 Personen, die speziell eingeladen werden. Interessenten können sich an das Quartiersmanagement oder direkt an das Eberswalder Baudezernat wenden.

Ob der Termin wie geplant im Januar stattfinden kann, hĂ€ngt vor allem davon ab, wie sich die Ausbreitung des Covid-19-Virus nach den aktuell verschĂ€rften Kontaktsperren weiterentwickelt – ist also ungewiß.

Am westlichen Kiezeingang dominieren nach den Wohnungsabrissen der vergangenen Jahre sĂŒdlich der Brandenburger Allee vor allem BrachflĂ€chen das Bild. Die Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 eG will fĂŒr die Erweiterung der Brachen – trotz der Proteste gegen weiteren Abriß von Wohnungen – einen weiteren Beitrag leisten und auch den nördlichen Teil bis zur Lehnitzseestraße, soweit in ihrem Besitz, in eine Abrißbrache umwandeln. Wie östlich der Lehnitzseestraße bereits geschehen.

Zu dem stĂ€dtebaulichen Desaster hatte zuvor schon die Stadt Eberswalde beigetragen, indem sie die beiden SchulgebĂ€ude sĂŒdlich der Brandenburger Allee (Albert-Einstein-Schule und die alte SchwĂ€rzeseeschule) unmittelbar nach Schließung bzw. Umzug abreißen ließ. Auf dieser FlĂ€che soll nun, sozusagen als erster Akt der Wiederaufwertung des Stadtteileingangs West, der Neubau eines Hortes entstehen (siehe »Wettbewerb fĂŒr Hortneubau«).

Auf der bislang als wilder Parkplatz genutzten FreiflĂ€che sĂŒdlich des aktuellen Abrißblocks und nördlich der ehemaligen Kaufhalle wird nach aktuellen Überlegungen im Rahmen eines Kunstprojekts ein Wasserspielplatz entstehen. Daneben könnte auf dem GrundstĂŒck zwischen Havelland- und SchwĂ€rzeseestraße ein neues Ärztehaus gebaut werden, in das dann auch der jetzt noch im beanchbarten Genossenschafts-Abrißblock in der Brandenburger Allee 15-21 praktizierende Zahnarzt einziehen könnte.

Daß es zum Abriß des Wohnblocks keine genossenschaftsinterne Alternative gibt, hatte die GenossenschaftsgeschĂ€ftsfĂŒhrung zuletzt im FrĂŒhsommer nachdrĂŒcklich gegenĂŒber anfragenden Kaufinteressenten klar gemacht. In der virtuellen Sprecherratssitzung am 19. November erlĂ€uterte die Mitarbeiterin fĂŒr Öffentlichkeitsarbeit der Genossenschaft Claudia Riethbaum die GrĂŒnde. Das Sprecherratsmitglied Frank Neumann hatte zuvor sein Bedauern zu den Abrissen von Wohnungen geĂ€ußert. »Wir nennen es nicht Abriß, sondern RĂŒckbau«, stellte sie klar. Die Zusagen zum »RĂŒckbau« von drei Wohnblöcken sei notwendig gewesen, »damit uns Banken ĂŒberhaupt angucken«.

Zwei WohnhĂ€user in der Cottbuser Straße und in der Brandenburger Allee sind bereits »zurĂŒckgebaut«. Der »RĂŒckbau« der Brandenburger Allee 15-21, so die Genossenschaftsmitarbeiterin, soll im Herbst 2021 erfolgen.

Mitarbeiter des stĂ€dtischen Stadtentwicklungsamtes reden unverblĂŒmt von den stĂ€dtebaulichen Chancen, die sich durch den Abriß und die dadurch entstandenen und entstehenden BrachflĂ€chen ergeben.

Sowohl Abriß als auch Neubau generiert zusĂ€tzliches Bruttosozialprodukt und sorgt damit fĂŒr den notwendigen Aufschwung – und fĂŒr teurere Mieten.
Diese Chancen sollen unter anderem bei der Gestaltung des »Stadtteileingangs West« umgesetzt werden.

Nicht zuletzt deshalb ist bei den jetzt angelaufenen Planungen eine möglichst breite Beteiligung der Einwohnerinnen und Einwohner notwendig.

Die EinschrĂ€nkungen wegen der PandemiebekĂ€mpfung erschweren das, soweit bisherige Beteiligungsformate beibehalten werden. Es entstehen aber zugleich Chancen fĂŒr eine erweiterte BĂŒrgerbeteiligung, wenn auf Streams, Chats und andere Onlinebeteiligungsmöglichkeiten zurĂŒckgegriffen wird. Wichtig fĂŒr eine Beteiligung ist vor allem eine grĂ¶ĂŸtmögliche Transparenz in der Diskussion. Wer sich beteiligen will muß schließlich wissen, woran sie oder er sich beteiligt und was zu befĂŒrworten oder zu kritisieren ist.

Man darf gespannt sein, wie sich das »Beteiligungsverfahren Stadtteileingang West« entwickelt und inwieweit dabei tatsĂ€chlich die Interessen und WĂŒnsche der Kiez-Bewohner BerĂŒcksichtigung finden.

Gerd Markmann – 25. Dezember 2020

Siehe auch:
»RegenentwĂ€sserung angepaßt« und
»Wettbewerb fĂŒr Hortneubau«




Das »Wimmelbild« von Sophia Schrade steht hier zum Herunterladen zur VerfĂŒgung.

Zum Ausmalen:
Ein Wimmelbild fĂŒr den Kiez

maxe. Quartiersmanagerin Julia Klemm informierte am 17. September den Sprecherrat »Soziale Stadt« ĂŒber die Fertigstellung eines »Wimmelbildes« vom Brandenburgischen Viertel. Das Bild zum Ausmalen kann vervielfĂ€ltigt werden und wird vom Quartiersmanagment bereitgestellt.

Gezeichnet wurde das »Wimmelbild« von der Eberswalder Grafikerin Sophia Schrade (www.sophiaschrade.com). Sophia Schrade arbeitet derzeit an einem Malbuch ĂŒber die FĂȘte de la Viertel 2020, in das weitere »identitĂ€tsstiftende Bauwerke« im Kiez, wie das Freizeit-Schiff in der Prignitzer Straße.

(30. September 2020)


Quartiersmanagement Brandenburgisches Viertel
KontaktbĂŒro Soziale Stadt / BĂŒrgerzentrum · Schorfheidestraße 13 · 16227 Eberswalde
Telefon: (Di) 03334 81 82 45, (Mo, Mi-Fr) 030 44 36 36-85
Mobil: 0176 95 49 82 20
Sprechzeiten: Dienstag, 13 - 16 Uhr, Donnerstag, 10 – 13 Uhr
eMail: quartiersmanagement@eberswalde.de"




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