Kiezmagazin für das Brandenburgische Viertel
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An jedem Mittwoch, gibt es auf dem Wochenmarkt im Brandenburgischen Viertel eine neue »Helle Stunde mit Kultur«. Wer am aktuell auf dem Potsdamer Platz zu Gast sein wird, gibt der Veranstalter einige Tage vorher bekannt. Los geht es am Mittwoch immer um 11 Uhr am Vormittag auf dem Potsdamer Platz.

Derzeit führt die Landesweite Planungsgesellschaft mbH (LPG) eine Haushaltsbefragung für eine Sozialstudie im Brandenburgischen Viertel durch. Alle Haushalte im Kiez haben einen Fragebogen erhalten. Bis Mitte Juli sind etwa 300 Bögen zurückgesandt worden.


Hilfestellung zum Ausfüllen gibt es im Dietrich-Bonhoeffer-Haus (evangelisches Gemeindezentrum, Brandenburger Allee 35), beim SPI und im Quartiersmanagement (beide im Bürgerzentrum, Schorfheidestraße 13).

Livestream der aktuellen Stadtverordnetenversammlung.


Neue Sozialarbeiterin im Kiez

maxe. Wenke Brendel ist seit dem 1. Juni 2022 im Brandenburgischen Viertel für die Stiftung SPI als Sozialarbeiterin tätig. Die SPI hat ihren Sitz im Bürgerzentrum in der Schorfheidestr.13.

Am 14. Juli stellte sie sich im Kiez-Sprecherrat vor, der sich an diesem Tag in der neuen Senioren-Begegnungsstätte »Silberwald« in der Spreewaldstraße 1 traf. Derzeit macht sie sich mit ihrem Wirkungsbereich vertraut, der vorwiegend den Potsdamer Platz und die anliegenden Parks umfaßt. Sie wird selbstverständlich auch darüber hinaus wirken, versicherte Wnke Brendel den Sprecherratsmitgliedern. Den Schwerpunkt in ihrer Arbeit legt sie auf die Prävention.

Wenke Brendel ist Teil des SPI-Jugend-Teams in Eberswalde, das im gesamten Stadtgebiet tätig ist. Das Jugend-Team Eberswalde bietet sozialpädagogische Jugendförderung auf der Grundlage des Jugendhilfeplans des Landkreises Barnim.

Seit 2008 kooperiert das Jugend-Team mit zwei Obgerschulen und einer Grundschule in der Stadt. Ziel dieser Jugendförderung am Standort Schule ist es, die soziale Kompetenz des einzelnen Jugendlichen zu stärken sowie Klassen die Möglichkeit zu geben, ihr Klassenklima samt individueller Problemlagen zu verbessern. Individualle Beratungen, sozialpädagogische Gruppenarbeit sowie offene Gesprächs-, Kontakt- und Freizeitangebote gehören dazu.

Neben der Jugendförderung an den Schulen bietet die SPI die mobile Jugendförderung an, bei dem die »Streetworker« des Teams die Kinder und Jugendlichen an den Plätzen aufsucht, wo sie ihre Freizeit verbringen, um sie bei sozialen Problemen zu beraten und zu begleiten, wenn sie nicht durch andere soziale Hilfsangebote erreicht werden. Im Brandenburgischen Viertel übernimmt Wenke Brendel diese Aufgabe.

(11. August 2022)


Stiftung SPI · Jugend-Team Eberswalde · Schorfheidestraße 13 · 16227 Eberswalde
Telefon: 03334 818302 · eMail:
Ansprechperson: Maren Gumlich




Kiez-Rundgang

maxe. Der Kiez-Rundgang für neu Zugezogene am 5. Juli war gut besucht. Es wurde über die Geschichte und Gegenwart des Viertels erzählt und sechs Einrichtungen wurden besucht. Frau Kryvokhyzhyna vom Kontakt e.V. hat die Quartiersmanagerin Katharina Brunnert bei dem Rundgang unterstützt und die gegebenen Informationen auf Russisch übersetzt.

Aufgrund der positiven Resonanz stimmen sich beide derzeit über weiteren Kennenlern-Rundgänge im Kiez ab. Ideen für Inhalte können gerne dem Quartiersmanagement übermittelt werden, so Katharina Brunnert.

(10. August 2022)




Das Genossenschafts-Parkhaus

Die Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 eG errichtet an der Cottbuser Straße ein zweigeschossiges Parkhaus. Die Stadt läßt im Gegenzug die Straße grundhaft erneuern und zum Teil bisherige Parkmöglichkeiten vorm Haus zurückbauen.

Anstelle einer üppigen Wiese mit zahlreichen Kräutern, die nach dem Abriß eines einst dort stehenden Wohnhauses jahrelang Zeit zum Wachsen hatten, entstehen nun kostenpflichtige Stellplätze für die Genossenschaftsmitglieder, deren Nutzungsentgelte sich nach der Sanierung ihrer Wohnungen schon bis zu 200 EUR erhöhen, wobei die steigenden Nebenkosten für Gas, Heizung und Strom dabei noch nicht berücksichtigt sind. Ob sich viele Mieter in Zukunft überhaupt noch ein Auto leisten können, bleibt abzuwarten. In diesem Fall können sie sich auch die Stellplatzgebühren von 35 bis 40 Euro sparen.

Jürgen Gramzow – 8. August 2022




Die »Dialogbox« an der Frankfurter Allee. »Dialogbox« eröffnet

Zeitweiliger Beratungscontainer der Wohnungsgenossenschaft

maxe. Seit Anfang Juli steht gegenüber der Einmündung der Spreewaldstraße in die Frankfurter Allee ein Büro-Container. Nun ist auch der Innenausbau abgeschlossen und am 1. August folgte die offizielle Eröffnung des zeitweiligen Werbe- und Beratungsbüros der Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 eG. Die Anlaufstelle für Mitarbeiter und Mieter soll bis Ende 2024 in Betrieb sein.

»Wir wollen da sein, wo unsere Mieter leben«, wird Caroline Breit vom Marketing-Team der Genossenschaft in der lokalen Tageszeitung zitiert. Zumindest, solange das Brandenburgische Viertel die größte Baustelle der Genossenschaft darstellt. Der Container sei die »kleine Schwester des großen Lofts« im Hauptsitz der Genossenschaft in der Ringstraße 183.

Das vom Namen des Kiezes abgeleitete Projekt »Brand Vier« basiert auf einer Kooperaktionsvereinbarung mit dem Land Brandenburg und der Stadt Ebereswalde sieht vor, bis 2024 elf Wohnblocks mit insgesamt 468 Wohnungen saniert werden. 33 Aufgänge sollen barrierefrei gestaltet werden, wodurch 340 Wohnungen stufenlos erreichbar werden. Mindestens 284 Wohnungen sollen als Sozialwohnungen (mit Kaltmieten von 4,90 € oder 6,00 €) ausgewiesen werden.

Mit dem »Aktionsraum Cottbus« steht der erste Bauabschnitt mit drei neu gestalteten Wohnblocks und 168 Wohnungen in der Cottbuser und Spreewaldstraße kurz vor der Fertigstellung. In Bau sind noch die Außenanlagen im Innenhof sowie eine Parkgarage mit rund 80 Stellplätzen auf zwei Etagen, die für 35 bis 40 € pro Monat gemietet werden können. Zugleich werden vorhandene Stellplätze an den Straßen zurückgebaut.

In diesem Jahr soll mit dem »Aktionsraum Oderbruch« der zweite Bauabschnitt begonnen werden. Derzeit ist der Leerzug der zu sanierenden fünf Wohnblocks in der Oderbruchstraße und der Prenzlauer Allee in vollem Gange. Einige Bewohner beziehen sanierte Wohnungen im »Aktionsraum Cottbus«, andere wollen wieder zurück in ihre bisherige Wohnung und beziehen Ausweichwohnungen in den erst teilsanierten Wohnungen in der näheren Umgebung. Wieder andere verlassen den Kiez, bleiben aber meist in der Genossenschaft.

Als dritter Bauabschnitt soll 2024 der »Aktionsraum Barnim« folgen. Angesichts der gestiegenen Baupreise und der Kapazitätsprobleme im Bausektor bleibt allerdings fraglich, ob das Geld und nicht zuletzt auch die eingeplante Zeit ausreichen. Ursprünglich sollten bis 2030 weitere 16 Wohnblocks im Brandenburgischen Viertel eine Grundsanierung erhalten.

Die nun übergebene »Dialogbox« entstand aus drei alten Baucontainern und soll, so heißt es, dem Mietergespräch, der Beratung, für die Unterzeichnung von Verträgen oder für Teambesprechungen dienen. Auch Kooperationen mit Partnern, wie dem Quartiersmanagement, seien angedacht. Feste Öffnungszeiten wird es nicht geben. Vielmehr könnten Genossenschaftsmitglieder bei Gesprächsbedarf Termine vereinbaren.

(3. August 2022)

Siehe auch:
»Der Genossenschaftscontainer« »Baustart mit »Sprechblasen« und "Maskottchen"«
»Der Brausediebstahl«
»Initiative: Denkmalschutz für einen Plattenbau!«
»Abriß abgesegnet«
»Denkmalschutz für Abrißblock«
»Unser Viertel wird weiter zerstört!«
»Großprojekt BRAND.VIER«
»Aktionen gegen Wohnungsabriß und Mietsteigerung«
»Unglaublich! – Wohnungsgenossenschaft auf neuen (Miet)Höhen«




Der Philosophiekreis Eberswalde trifft sich diesmal in der Galerie Fenster. Philosophie in der Galerie

Galerie am Fenster, 5. August, 19 Uhr

maxe. Die »lieben Freunde der Weisheit«, so werden die Philosophieinteressierten von den Organisatoren des Philosophiekreises angesprochen, treffen sich wöchentlich am Freitag, um 19 Uhr, meist in der Zainhammer Mühle. Das nächste Mal, am 5. August, findet das Philosophie-Treffen im Brandenburgischen Viertel statt.

»Nein, wir sind nicht Europameisterin. Wo liegt darin der Sinn? Eine Philosophinnenfrage«, heißt es in der Einladung des Philo-Kreises. »Wir treffen uns ausnahmsweise in den Räumen der 'Galerie Fenster' ... und beschäftigen uns mit dem Werk des Künstlers Hennig Wagenbreth«. Dieser habe eindruckvolle und tiefsinnige Plakate, Comics und Bücher verfaßt, die in der Galerie ausgestellt sind.

Henning Wagenbreth kommt ursprünglich aus Eberswalde und genießt weltweites Renommee. Seine Darstellungen haben einen gesellschaftspolitischen Hintergrund, den es zu erschließen gilt. Der Betreuer der Galerie, Martin Ullmann, und Wolfhard werden Erläuterungen zu Künstler und Werk geben.

Wann? Am Freitag, dem 5. August um 19 Uhr. In der Galerie »Fenster« im FREIZEITSCHIFF der Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 eG in der Prignitzer Straße 50 im Brandenburgischen Viertel.

(31. Juli 2022)

Siehe auch:
Galerie Fenster
Henning Wagenbreth




Die WERFT samt der »Galerie Fenster« befinden sich im »Freizeitschiff« der Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 eG in der Prignitzer Straße 50 im Brandenburgischen Viertel in Eberswalde. Gemeinsames Lesen

In der WERFT mit Carsten Sommerfeldt

maxe. Am Donnerstag, dem 28. Juli, heißt es auf der WERFT wieder SHARED READING (gemeinsames bzw. miteinander geteiltes Lesen) mit Carsten Sommerfeldt. Die WERFT von Udo Muszynski & Co. lädt seit geraumer Zeit in der Galerie Fenster im »Freizeitschiff« der Eberswalder Wohnungsgenossenschaft (Prignitzer Straße 50) zu einer etwas anderen Art, gemeinsam zu lesen.

SHARED READING beruht in der einfachen aber kraftvollen Idee, Worte auf sich wirken zu lassen. Literatur wird laut gelesen, als sinnliche Erfahrung in einem geschützten Raum - über alle kulturellen, sozialen und Altersgrenzen hinweg. Jeder kann sagen, was er denkt und fühlt. Oder schweigen und einfach nur zuhören. Vorwissen ist nicht nötig. Erfahrungswissen haben wir alle genug. Wer zuhört, gehört bereits dazu!

Aktuell ist in der Galerie Fenster vom 16. Juni bis zum 7. August 2022 die Ausstellung »Henning Wagenbreth: Plakate, Bücher, Briefmarken, Schallplatten, Spielkarten und Bilderbogen« zu sehen. Öffnungszeiten: Jeden Donnerstag von 17 bis 21 Uhr, nach Vereinbarung und zu den Veranstaltungen auf der WERFT.

(26. Juli 2022)




Wie man hier sieht, handelt es sich bei der Drehnitzwiese um eine Feuchtwiese, auf der sich auch bei der aktuellen Trockenheit teilweise Fahrspuren in den Untergrund graben.

Pflege der Natur:
Die Drehnitzwiese wird gemäht

maxe. Durch die relative Trockenheit sinkt das Fahrzeug, das hinter sich eine breite Schneiderolle herzieht, nicht so tief in die ansonsten doch feuchte Wiese ein. Ein Storch nahm gestern dankend die Gelegenheit wahr und suchte in den frisch gemähten Schneisen nach aufgescheuchter Nahrung. Die Fahrzeuggeräusche störten ihn dabei nicht im geringsten.

Durch das regelmäßige herbstliche Mähen geht, so hofft man, die Monokultur des Seggengrases zurück und eine üppige Wiesenkräuterkultur entsteht wieder, wie das noch vor Jahrzehnten der Fall war, als Pächter regelmäßig die Flächen mit der Sense bearbeiteten, um Futter für die Kaninchen zu bekommen.

Das Ökoprojekt sollte zu Beginn (2016) vom Naturpark Barnim in Zusammenarbeit mit einem Landwirt durchgeführt werden. In den letzten Jahren hatte sich der studentische Verein ALNUS e.V. der HNE in ehrenamtlicher Arbeit um die Mahd von Flächen auf den Drehnitzwiesen gekümmert.

Jürgen Gramzow – 17. Juli 2022

Siehe auch:
»Pflege der Drehnitzwiesen«
ALNUS: »Feuchtwiesen-Held werden!«
ALNUS: »Wiesenmahd«




Die Erste Beigeordnete und Baudezernentin Anne Fellner beim Nageleinschlagen. Richtfest für Hortneubau

Zwei Monate Verzug – Eröffnung im November fraglich

Die Stadt Eberswalde baut im Brandenburgischen Viertel. Auf einer Gesamtfläche von 6.500 Quadratmetern entsteht seit dem ersten Spatenstich im November 2021 ein Hortneubau für insgesamt 150 Kinder. Großzügige Freianlagen sollen in Kürze zum Toben, Spielen und Entdecken einladen. Alles in unmittelbarer Nähe zur Grundschule Schwärzesee, welche mit dem Hort eine räumliche und funktionale Einheit bilden wird. Die Stadt ist damit gut aufgestellt, wenn die Anforderungen an die Ganztagsbetreuung ausgeweitet werden.

Am Donnerstag, dem 7. Juli, konnte nun Richtfest gefeiert werden. Den symbolischen letzten Nagel hämmerte Eberswaldes Baudezernentin und Erste Beigeordnete Anne Fellner ins Holz.

»Eberswalde ist erfolgreich auf dem Holzweg!«, scherzte die Dezernentin in ihrer Ansprache. »Mit dem Neubau des Hortes, hier in der Kyritzer Straße, verbinden wir nicht nur nachhaltiges Bauen mit guten Zielen für die Zukunft, wir schaffen auch Synergieeffekte für die angrenzende Grundschule Schwärzesee, deren Raumkapazitäten durch die Fertigstellung des neuen Gebäudes zunehmen werden. Unsere Priorität liegt auf der sozialen Infrastruktur unserer Stadt.«

Ungefähr zwei Monate liegen die Bauarbeiten aktuell in Verzug. Grund für die zeitliche Verschiebung sind die mangelnde Verfügbarkeit von Baumaterialien und Corona-bedingte Fertigungsausfälle. Auch bestimmte Bauprodukte wie Holz, Stahl oder Elektronik stellen die Bauverantwortlichen vor Herausforderungen.

»Wir liegen, trotz aller unwägbaren Widrigkeiten, gut in der Zeit. Ob die für November 2022 anvisierte Eröffnung gelingt, können wir im Moment jedoch leider nicht versprechen«, so Anne Fellner.

Um gegebenenfalls den Ausbau in bereits fertiggestellten Bereichen vorziehen zu können, wird das Gebäude in drei Bauabschnitten errichtet. Der Gebäuderohbau steht zu gut 90 Prozent, die Dachdecker haben ihre Tätigkeit aufgenommen und auch der Innenausbau hat begonnen. Geplant ist bis Ende August die Arbeiten mit Schnellestrich abzuschließen, damit im Anschluss alle anderen Gewerke ihre Verrichtungen aufnehmen können. Die Gestaltung der Außenanlagen ist für das Frühjahr 2023 angesetzt.

Finanziert wird das Projekt mit Mitteln aus der Städtebauförderung von Bund und Land (Teilprogramm SZH Sozialer Zusammenhalt) sowie mit Zuschüssen aus der LandesKitaInvest-Richtlinie 2019-2022 der ILB. Ursprünglich anberaumt war eine Summe von 6,6 Millionen Euro, momentan ist man mit 6,54 Millionen (80 Prozent Förderung, 20 Prozent Bauherrenteil) im Kostenrahmen. Aktuell sind jedoch erhebliche Baupreissteigerungen zu verzeichnen.

Pressestelle der Stadtverwaltung – 8. Juli 2022

Siehe auch:
»Auf dem Holzweg«,
»Bürgermeister auf der Hortbaustelle«,
»Brandenburger Allee voll gesperrt«,
»Amtierende auf Baustellenvisite«
»Das Märchen von Kiefern im Innenhof«
»Kloppe« für die Baudezernentin
»Hortneubau in 30 Monaten«
»Straßenbaumaßnahme Frankfurter Allee: Öffnung und Sperrung«
»Wettbewerb für Hortneubau«




Die sogenannte »Uckermarkleitung« verläuft in unmittelbarer Nähe zu Wohnhäusern im Brandenburgischen Viertel und in Finow-Ost. Einige der Masten, die die Häuser deutlich überragen stehen bereits und werden aktuell mit den Stromseilen bespannt. Die Gefährdung der hier wohnenden Menschen spielte in der Entscheidungsfindung schon lange keine Rolle mehr. Nun ging das Gericht auch über den Schutz von Vögeln hinweg. Die Stromleitung darf gebaut werden.

380kV-Freileitung Bertikow – Neuenhagen (»Uckermarkleitung«)
Skandalöse Fehlentscheidung

Bundesverwaltungsgericht Leipzig verkündete sein Urteil

Am 21. Juni 2022 ist über die Klage des NABU-Brandenburg gegen den Beschluß des Landesbergamts im Planergänzungsverfahren für die von 50 Hertz geplante Leitung mündlich verhandelt worden. Am Montag, den 5.7.2022, wurde das Urteil des 4. Senats des Bundesverwaltungsgerichts verkündet.

Das Gericht hat die Klage abgewiesen und auch nicht einen der Beweisanträge, die unser Anwalt gestellt hatte für den Fall daß die Klage abgewiesen würde, befürwortet. Dieses Urteil ist aus unserer Sicht ein glattes Fehlurteil, das weder juristisch noch fachlich gerechtfertigt ist.

Es ist eine skandalöse Fehlentscheidung mit schweren Folgen für unsere Region, nicht nur für die Vogelwelt, sondern für den Natur- und Landschaftsschutz, für die unmittelbaren Trassenanwohner und auch für die ökonomische Entwicklung der Region. Der naturnahe Tourismus wird die Orte, die in Sichtweite der Trasse liegen meiden, die Immobilien in Trassennähe werden einen erheblichen Wertverlust erleiden und der Imageschaden für Anbieter und Verarbeiter von Lebensmitteln in der Region ist nicht abzuschätzen. Die Bürgerinitiative hat von schon zu Beginn des Konflikts auf diese Risiken hingewiesen.

Das Urteil wird für die Vogelwelt im Biosphärenreservat und im Randow-Welse-Bruch verheerende Folgen haben. Beim Herbst- und Frühjahrszug wird man das, wenn die Leitung steht, sehen können. Denn die Freileitung durchschneidet den Nordosten Brandenburgs, das Gebiet mit dem hochwertigsten Vogelaufkommen in Deutschland.

Hier leben auch viele gefährdete Arten, deren Lebensbedingungen durch die 380kV-Freileitung erheblich beeinträchtigt werden.
Es ist nicht nachvollziehbar, wie der 4. Senat dazu kommt, festzustellen, daß eine erhebliche Beeinträchtigung der geschützten Arten im Gebiet des Landiner Haussees und des Felchowsees, zwischen denen die Freileitung verlaufen wird, ausgeschlossen ist. In den verschiedenen Schriftsätzen und in der mündlichen Verhandlung haben unsere Experten, ausgewiesene und anerkannte Ornithologen, dargelegt, weshalb eine erhebliche Gefährdung der geschützten Vogelarten nicht auszuschließen ist, wie der gesetzliche Auftrag lautet.
Mit dem heutigen Urteil werden diese Argumente vom Tisch gewischt.

Auch die Ausführungen zum zweiten Schwerpunkt in der mündlichen Urteilsbegründung sind nicht akzeptabel, denn hier bezieht das Gericht, ohne auf die Details der Problematik einzugehen, einen komfortablen rechtspositivistischen Standpunkt, indem es – ungeachtet der Tatsache, daß in Europa seit gut zehn Jahren 1000 km Erdkabel im Hoch- und Höchstspannungsbereich in Betrieb sind – feststellt, daß der Einsatz von Erdkabeln im Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) nur in den im EnLAG genannten Pilotprojekten vorgesehen sei.
Daß die Verfassungskonformität des EnLAG »zweifelhaft« ist (so das Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutsche Bundestags) und das EnLAG durch die Begrenzung des Einsatzes von Erdkabeln auf die Pilotprojekte im Falle von Abweichungsprüfungen in europäischen Schutzgebieten möglicherweise mit EU-Recht kollidiert, diese Hinweise werden vom Gericht ignoriert bzw. nicht für relevant erachtet. Eine Vorlage der Klage beim EuGH hat der 4. Senat abgelehnt.

Als Konsequenz der Abweisung der Klage ergibt sich auch, die Kostenentscheidung, die allein zu Lasten des Klägers geht.

Juristisch ist also das letzte Wort gesprochen, ein böses Wort, das das Vertrauen in den Rechtsstaat untergräbt, gerade weil es nicht nachvollziehbar ist, vor allem weil es im Vorfeld der mündlichen Verhandlung eine Reihe von Entscheidungen gab, die zu unseren Gunsten ausgefallen sind. Immerhin hat das Gericht einen teilweisen Baustopp für 2/3 der Trasse verfügt und uns im Eilverfahren Rechtsschutz gewährt. Nachvollziehbar ist allerdings, daß 50 Hertz durch seine Baumaßnahmen »auf eigenes Risiko« (Beschluß des BVerwG) Fakten geschaffen hat, die das Gericht offenkundig nicht unbeeindruckt gelassen haben.

Es gibt keine Möglichkeit, dieses Urteil durch einen andere Instanz überprüfen zu lassen. Das BVerwG ist hier – eine Konsequenz des EnLAG – erste und letzte Instanz. Ich sehe auch keine Möglichkeit, daß wir den Konflikt vor das Bundesverfassungsgericht tragen. Der Rechtsweg ist erschöpft und es ist bitter, festzustellen, daß man nicht Recht bekommen hat.

Wir werden die schriftliche Urteilsbegründung abwarten und dann noch einmal ausführlich diese »Rechtsfindung« würdigen.

So bitter das Urteil ist, das heute gesprochen wurde, so bitter es ist, festzustellen, daß die Bürgerinitiative ihr Ziel, den Schutz von Mensch und Natur im Einzugsbereich der Trasse nicht erreicht hat, so ziehe ich dennoch für die Bürgerinitiative eine positive Bilanz.
Wir haben, getragen vom Engagement der Bürger, den Vorhabenträger und die Genehmigungsbehörde gezwungen, ihr Planungen wiederholt zu überarbeiten und damit das Verfahren entschleunigt. Wir haben zwei gerichtliche Baustopps erfochten und den Vorhabenträger zu einer Fülle von Vermeidungs- und Ausgleichsmaßnahmen veranlaßt. Abschließend möchte ich noch erwähnen, daß wir durch das in diesem Konflikt erfochtene Urteil aus dem Jahr 2016 den Artenschutz erheblich und nachhaltig prägen und verbessern konnten, denn die Pflicht einer artbezogenen Prüfung, die heute gang und gebe ist, haben wir damals durchgesetzt.

Senftenhütte, 5. Juli 2022

Hartmut Lindner, Sprecher der Bürgerinitiative:
Biosphäre unter Strom - keine Freileitung durchs Reservat!

Siehe auch:
»Masten wachsen gen Himmel«
»50Hertz schafft Tatsachen«
»Licht für alle – und das kostenlos!«
»Beschleunigungszuschläge«
»Eine breite Schneise im Wald...«
Bürgerinitiative »Biosphäre unter Strom – keine Freileitung durchs Reservat!«
Barnimer Bürgerpost: »So banal wie die Realität«




Bist du auch neu hier?

Rundspaziergang im Brandenburgischen Viertel

maxe. »Am 5. Juli laden wir herzlich alle Neuankömmliche im Brandenburgischen Viertl zum spannenden Rundgang ein«, sagt die städtische Quartiersmanagerin Katharina Brunnert. »Wir erzählen von der Geschichte und Gegenwart des Brandenburgischen Viertels aus der kulturellen, sozialen und landschaftsökologischen Perspektive sowie von den Möglichkeiten der Beteiligung am Geschehen im Viertel. Wir besuchen verschiedene Einrichtungen und sprechen mit Menschen vor Ort über ihre Arbeit und Visionen.«

Stationen des Rundspaziergangs sind der »Buckow e.V.« in der Spreewaldstraße, das Dietrich-Bonhoeffer-Haus der evangelischen Kirchengemeinde Finow, der Gemeinschaftsgarten in der Beeskower Straße, die Begegnungsstätte Silberwald in der Spreewaldstraße, das Vereinshaus der Wohnungsgenossenschaft in der Havellandstraße 15 sowie die »Galerie Fenster« im Freizeitschiff der Genossenschaft in der Prignitzer Straße.

Der Kiez-Rundgang beginnt am Dienstag, den 5. Juli, um 14.15 Uhr. Treffpunkt ist am Eingang der Sparkasse Barnim am Potsdamer Platz. Mit dabei ist Mariia Kryvokhyzhyna, die beim Dolmetschen behilflich ist. Für welche Sprachen die Dolmetscherin zur Verfügung steht, wird in der Mitteilung der Quartiersmanagerin nicht erwähnt. Sehr wahrscheinlich werden insbesondere Übersetzungen ins Ukrainische angeboten, vielleicht auch ins Russische und Englische.

(4. Juli 2022)




Die Schulräume in der oberen Etage der Sparkassenfilliale am Potsdamer Platz stehen künftig leider nicht mehr für das "LernEngel"-Projekt zur Verfügung. Im neuen Schuljahr bieten die "LernEngel" ihre Dienste in Räumlichkeiten an, die von der Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 eG zur Verfügung gestellt werden.

Nachhilfeprojekt soll 2022/23 weitergeführt werden:
»LernEngel« an der GS Schwärzesee

»Grünes Licht« für 12.500 Euro Förderung

maxe. Seit dem Juli 2021 konnte die SchutzengelWerk gGmbH ein kostenfreies Nachhilfeangebot im Brandenburgischen Viertel für einkommensschwache Familien etablieren. Der Fokus liegt auf der individuellen Einzel- und Gruppennachhilfe der Schülerinnen und Schüler der Grundschule Schwärzesee, um Lernrückstände abzubauen, die infolge der Corona-Maßnahmen entstanden sind. Über 130 Kinder erhielten wöchentlich Nachhilfe in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch oder in der Lese- und Rechtschreibförderung.

Auf Grund der hohen Nachfrage – aktuell nutzen etwa 115 Kinder das Nachhilfeangebot – soll das Projekt ab dem 1. August 2022 nahtlos weiter fortgesetzt werden – unter dem Titel »LernEngel«. Nach wie vor erhält jedes Kind, welches sich anmeldet, eine Stunde pro Woche Nachhilfe nach Bedarf in den genannten Fächern. Beim Einstieg eines Kindes findet eine Lernstandserhebung statt und kontinuierliche Verlaufskontrollen, um die Nachhilfe paßgenau zu gestalten.

Im Sprecherrat »Soziale Stadt« berichtete die Leiterin des Projektes am 19. Mai von einem über 80%igen Anteil von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund. Daher hat das Projekt sowohl für benachteiligte Familien als auch für Familien mit Migrationshintergrund einen integrativen Charakter, welches durch Bildung die Teilhabe fördert. Damit entspricht das Projekt der Richtlinie für kommunale Förderung von sozialen Maßnahmen und Initiativen der Stadt Eberswalde. Der Ausschuß für Kultur, Soziales und Integration (AKSI) der Stadt Eberswalde hat auf seiner Sitzung am 16. Juni entsprechend dieser Richtlinie 5.000 Euro für die verbleibenden Monate im Jahr 2022 bewilligt. Nach Abschluß des Projekts wird dem AKSI eine Evaluation vorgelegt.

Der Sprecherrat »Soziale Stadt« (künftig »Sozialer Zusammenhalt«) im Brandenburgischen Viertel hatte bereits am 18. Mai weitere 7.500 Euro für das »LernEngel«-Projekt bewilligt und zwar für den gesamten Projektlaufzeit vom 1. August 2022 bis 31. Juli 2023.

Die Projektkosten für das gesamte Schuljahr betragen insgesamt rund 95.000 Euro, die größtenteils durch Spenden und Sponsoring erbracht werden.

(23. Juni 2022)

Siehe auch:
Hausaufgabenhilfe bei »Kontakt«




Das Brandenburgische Viertel mit Blick von Westen mit diversen Baulücken als Folge des Wohnungs-»Rückbaus« (sprich: Abriß) in den vergangenen 20 Jahren.

Haushaltsbefragungen im Kiez:
Neue Sozialstudie

Dritte Studie seit 1999 ist in Arbeit

Von der Stadt Eberswalde beauftragt, wird derzeit eine schriftliche Haushaltsbefragung im Brandenburgischen Viertel durchgeführt.

Diese erfolgt im Rahmen einer Sozialstudie. Neben der Untersuchung der sozialen Situation der Haushalte soll in der Studie ermittelt werden, inwiefern die vorhandenen sozialen Angebote zu den Bedarfen und Wünschen der Bevölkerung passen. Die Bewohnerinnen und Bewohner sind nach ihrer Meinung gefragt: Welche der sozialen Einrichtungen und Angebote im Gebiet werden von den Haushalten genutzt und wie zufrieden sind sie mit diesen?

Des weiteren soll herausgefunden werden, ob den Menschen im Brandenburgischen Viertel bestimmte Angebote fehlen. Mit der Untersuchung hat die Stadt Eberswalde mit der Landesweiten Planungsgesellschaft (LPG mbH) ein erfahrenes Büro beauftragt. Die Fragebögen werden ab Mitte Juni 2022 an alle im Brandenburgischen Viertel gemeldeten Haushalte verschickt.

Um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten, ist es wichtig, daß möglichst viele Bewohnerinnen und Bewohner den Fragebogen ausfüllen. Sie sind dazu aufgerufen, auch in ihrem Umfeld aktiv für die Teilnahme zu werben. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der LPG unterstützen bei Fragen zur Befragung gerne. Bei Bedarf hilft zudem das Team des in der Schorfheidestraße gelegenen Quartiersmanagements beim Ausfüllen des Fragebogens. Auch die Träger der verschiedenen Beratungseinrichtungen im Brandenburgischen Viertel, beispielsweise die Allgemeine Soziale Beratung Eberswalde in der Spreewaldstraße, wurden vorab von der Befragung in Kenntnis gesetzt und bieten Unterstützung an.

Die ausgefüllten Fragebögen können im beigelegten Rückumschlag bis zum 18. Juli 2022 an das Büro der LPG mbH zurückgesendet werden. Dabei entstehen keine Kosten. Die Antworten werden anonymisiert und unterliegen dem Gesetz zum Schutz personenbezogener Daten im Land Brandenburg (BrbDSG) und der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Nach dem Abschluss der Untersuchung werden alle Fragebögen sachgerecht vernichtet.

Die Ergebnisse der Haushaltsbefragung werden im Spätsommer auf der Internetseite der Stadt unter www.eberswalde.de bekannt gegeben und liegen auch beim Quartiersmanagement im Bürgerzentrum aus.

Neben der Befragung der Bevölkerung werden im Sommer mit einer Vielzahl von Trägern und Akteuren im Gebiet Gespräche geführt, um deren Perspektive auf das Brandenburgische Viertel und seine Bewohnerinnen und Bewohner aufzunehmen.

Für weitergehende Informationen zur Untersuchung können Sie sich gerne direkt die LPG mbH wenden:
LPG mbh: Herr Frühauf, Tel.: 030/816160390, E-Mail: office@lpgmbh.de

Pressestelle der Stadtverwaltung Eberswalde – 15. Juni 2022

Siehe auch:
»Bewohnerumfrage zum Brandenburgischen Viertel«




Auf dem Holzweg

»Kinderinsel«-Richtfest am 7. Juli um 14 Uhr

maxe. »Wir sind erfolgreich auf dem Holzweg!«, schrieb die Baudezernentin und Erste Beigeordnete von Eberswalde Anne Fellner kürzlich an die Volksvertreter der Stadt. Der Rohbau des neuen Gebäudes für den Hort »Kinderinsel« in der Kyritzer Straße 17 stehe und »wir können in alter Tradition Richtfest feiern«. Dies sei ein ganz besonderer Moment, den die Bauherrin mit den Stadtverordneten und weiteren Gästen unbedingt teilen will.

Das Richtfest für den Rohbau des neuen Hortes wird am Donnerstag, dem 7. Juli, um 14 Uhr auf der Baustelle in der Kyritzer Straße 17 gefeiert.

(14. Juni 2022)

Siehe auch:
»Bürgermeister auf der Hortbaustelle«,
»Brandenburger Allee voll gesperrt«,
»Amtierende auf Baustellenvisite«
»Das Märchen von Kiefern im Innenhof«
»Kloppe« für die Baudezernentin
»Hortneubau in 30 Monaten«
»Straßenbaumaßnahme Frankfurter Allee: Öffnung und Sperrung«
»Wettbewerb für Hortneubau«




Anfang Juni waren die Fundamente fertig. Einen knappen Monat später ist der Beratungscontainer, der nun den Namen »Dialogbox« trägt, betriebsbereit. Der Genossenschaftscontainer

Zeitweiliges Büro für Werbung und Beratung

maxe. Gegenüber der Einmündung der Spreewaldstraße in die Frankfurter Allee wird gebaut. Die Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 eG läßt hier einen »Container für Werbe- und kurzzeitige Beratungstätigkeiten (temporär bis 2024)« aufstellen. Dies kann man dem Baustellenschild entnehmen. Die Fundamente sind inzwischen fertiggestellt.

Mit der Planung und Bauleitung hat die Genossenschaft die Berliner SENATOR Die Projekt Management Service GmbH beauftragt. Die Umsetzung erfolgt durch die Straßen- und Tiefbau GmbH Aschoff aus Templin. Der Rohbau wird voraussichtlich noch im Juni fertiggestellt sein.

(2. Juni 2022)




Der Bauleiter zeigt der Ersten Beigeordneten Anne Fellner und dem neuen Bürgermeister Götz Herrmann (v.l.n.r.) den Baufortschritt beim Hort »Kinderinsel«. Bürgermeister auf der Hortbaustelle

Im November 2021 erfolgte der erste Spatenstich für den Neubau eines Hortes in der Kyritzer Straße im Brandenburgischen Viertel. Am 19. Mai 2022 besuchte Bürgermeister Götz Herrmann gemeinsam mit der Ersten Beigeordneten Anne Fellner die Baustelle, um sich ein Bild vom Baufortschritt zu machen.

»Bereits als Stadtverordneter habe ich das Projekt hier im Brandenburgischen Viertel sehr eng begleitet. Deshalb wollte ich mir bereits jetzt einen Eindruck davon machen, wie das Projekt sich in der realen Umsetzung gestaltet. Wir alle wissen, daß die Preise im Baubereich derzeit sehr starken Schwankungen und Unwägbarkeiten unterliegen, deswegen ist es umso erfreulicher zu sehen, wie es hier im Brandenburgischen Viertel mit unserem neuen Hort vorangeht«, so Bürgermeister Götz Herrmann.

Aktuell sind alle Baulose ausgeschrieben und größtenteils vergeben, die Bodenplatte ist fertiggestellt, insgesamt sind rund 25 Prozent der Bauten abgeschlossen, ein Richtfest ist derzeit für den 7. Juli 2022 geplant.

Der Hort liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zur Grundschule Schwärzesee und wird Platz für 150 Kinder bieten. Das rund 1.900 Quadratmeter große Gebäude ist von rund 4.700 Quadratmetern Freifläche umgeben, welche die Kinder zum Spielen und Tollen einladen.

Pressestelle der Stadtverwaltung Eberswalde – 23. Mai 2021




Eberswalder Familienwoche an der Grundschule Schwärzesee

Grundschule Schwärzesee:
Buntes Treiben und ein Apfelbaum

»Familienapfelbaum« mit vier verschiedenen Apfelsorten

Am Dienstag, den 17. Mai, pflanzten im Rahmen der achten Eberswalder Familienwoche Schülerinnen und Schüler der Klasse 5c der Grundschule Schwärzesee im Brandenburgischen Viertel ein kleines Apfelbäumchen in ihrem Schulgarten. Unterstützt wurden sie dabei von Schulleiterin Anke Billing, Eberswaldes Wirtschafts- und Sozialdezernent Prof. Dr. Jan König sowie einigen Mitgliedern des Lokalen Bündnisses für Familie Eberswalde.

Bei dem Apfelbaum handelt es sich um eine besondere Züchtung, welche irgendwann einmal vier unterschiedliche Apfelarten tragen wird. Zum Beispiel sogenannte Rosen- und Glockenäpfel. Als Symbol der Vielfalt und Gemeinschaft ziert das Bäumchen nun den Garten neben der Grundschule.

Schon vor der Pflanzung begann es im Eingangsbereich der Schule bunt herzugehen. Grund hierfür war der »Bündnisparcours«, welcher, wie auch die Pflanzung des Apfelbaumes, durch das Lokale Bündnis für Familie Eberswalde organisiert und errichtet wurde. Hier konnten sich die Kinder in den Unterrichtspausen kreativ betätigen, Seifenblasen machen, Geschicklichkeitsspiele erleben und viele andere Dinge ausprobieren. Der Eberswalder Bauhof war mit einem Dienstfahrzeug vor Ort, welches durch die Schülerinnen und Schüler laut hupend in Beschlag genommen werden konnte. In parkendem Zustand, versteht sich.

Die Eberswalder Familienwoche ist ein Projekt des Lokalen Bündnisses für Familie Eberswalde. Ansprechpartnerin im Rathaus ist Frau Forster-König, Referentin für Generationen und Familie (Telefon: 03334 / 64- 503, eMail: ).

Pressestelle der Stadtverwaltung Eberswalde – 18. Mai 2022




So sahen einige Standorte mit Altkleidercontainern zeitweise im vorigen Jahr aus. Zum Jahresende sind die Verträge mit dieser Altkleiderfirma gekündigt worden, während der städtische Bauhof die Standorte bereinigte.

Standorte:
Altkleidercontainer im Kiez

maxe. im vorigen Jahr waren einige Standplätze von Altkleidercontainern zum Problem geworden (siehe »Altkleider zu Müll« und »Altkleider zu Müll (2)«).

Noch im vorigen Jahr wurde hier eine Lösung gefunden, die vor allem darin bestand, daß die Container jener Firma, die die Abholung und Sauberhaltung nicht in den Griff bekam, entfernt wurden. Die Stellplätze selbst wurden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des städtischen Bauhofes gereinigt.

Nun gab es eine Anfrage eines Kiezbewohners, der nach einem Altkleidercontainer in der Nähe der Havellandstraße fragte. Die MAXE-Redaktion wandte sich an die Pressestelle der Stadtverwaltung mit der Bitte, eine Übersicht mit den Standorten der Altkleidercontainer im Kiez zur Verfügung zu stellen.

Dies hat der Pressesprecher Johan Bodnar nun dankenswerterweise getan. Altkleidercontainer stehen im Brandenburgischen Viertel an folgenden Stellen:

  • Flämingstraße gegenüber Hausnummer 1
  • Gubener Straße gegenüber Hausnummer 5 auf dem Parkplatz
  • Lübbenauer Straße Ecke Spreewaldstraße
  • Nauener Straße gegenüber Hausnummer 4
  • Schwedter Straße gegenüber Hausnummer 34
  • Schorfheidestraße Höhe Hausnummer 14
  • Templiner Straße gegenüber Hausnummer 1
  • Zum Schwärzesee Höhe Hausnummer 45

(10. Mai 2022)

Siehe auch:
»Altkleider zu Müll« und
»Altkleider zu Müll (2)«




Moes Rockin Pickup am 14. Juli 2021 auf dem Potsdamer Platz. Das war die erste »Helle Stunde mit Kultur« auf dem Potsdamer Platz. In diesem Jahr geht es weiter. 22 Mal »Helle Stunde mit Kultur«

Die »Helle Stunde mit Kultur« ist zurück im Brandenburgischen Viertel und soll 22 Mal in 2022 stattfinden. Vom 4. Mai bis zum 28. September, immer mittwochs von 11 bis 12 Uhr auf dem Wochenmarkt. Eintritt und Zugang sind frei.

Eröffnet wurde die Reihe, die als »kleine Schwester« von »Guten-Morgen-Eberswalde« gilt, am Mittwoch, dem 4. Mai, auf dem Wochenmarkt auf dem Potsdamer Platz im Brandenburgischen Viertel. Zu erleben gab es zum diesjährigen Auftakt Zydeco und Cajun-Music aus Louisiana sowie Blues und Boogie-Rhythmen von Colinda.

In diesem Jahr wird das Veranstaltungsformat erstmalig das Areal des Wochenmarktes verlassen und in unmittelbarer Nähe des zentralen Platzes künstlerische Darbietungen unterschiedlichster Art in das Viertel bringen. Von Konzerten über Walking Acts bis hin zu artistischen Programmen wird für jeden Geschmack etwas geboten. Die Veranstaltungsreihe hat unter anderem das Ziel, das Brandenburgische Viertel und den dortigen Wochenmarkt für die Bürgerinnen und Bürger nicht nur durch die geplanten und bereits laufenden baulichen Maßnahmen attraktiver zu gestalten, sondern auch darüberhinausgehend die Lebensqualität im Viertel zu erhöhen.

»Helle Stunde mit Kultur« ist eine Veranstaltungsreihe von Udo Muszynski Konzerte + Veranstaltungen und wird im Mai 2022 unterstützt durch: die Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 eG, die WHG Wohnungsbau- und Hausverwaltungs- GmbH Eberswalde, der AWO Stadtverband Eberswalde Haus- und Grundstücksverwaltungs GmbH, die TAG Wohnen und Service GmbH, die Deutsche Marktgilde eG, die Sparkasse Barnim und die Stadt Eberswalde.

Pressestelle der Stadtverwaltung Eberswalde
(veröffentlicht am 5. Mai 2022)

Siehe auch:
»Kultureller Bonus im Kiez«
»Das Dutzend ist voll«
»Straßenzauberei«
»Erdapfel – Messer – Wasser - Salz«
»Salto über eine Bank«
»Helle Stunde mit Kultur«




Kita »Gestiefelter Kater«:
Eine echte Spielstraße

Eine echte Straße auf dem Spielplatz – diese Idee entstand in der Ideenwerkstatt 2020/2021 der Kita »Gestiefelter Kater«. Familien und Teammitglieder wurden im Rahmen der Werkstatt befragt, welche Veränderungen sie sich für das Außengelände der Kita wünschen.

Der Spielplatz der Kita verfügte bereits über eine asphaltierte Fahrbahn für Kinderfahrzeuge mit einem leichten Gefälle und Kurven, welche sich über das Kita-Gelände erstreckt. Dort sind die Drei- bis Zehnjährigen sehr gerne mit verschiedensten Fahrzeugen unterwegs.

»Die Kinder genießen es, mit Tempo den 'Berg' hinabzufahren und sich in die Kurve zu legen. Doch wenn viele Kinder die gleiche Idee haben, kann es schon mal eng und gefährlich werden. Die jüngeren Kinder fühlen sich erst recht nicht so sicher. Da kam die Idee, die Asphaltstraße mit einer Fahrbahnmarkierung zu versehen, wie gerufen«, so die Leiterin der Kita, Dörthe Schmidt.

Mit Hilfe der Firma Straßenverkehrstechnik Thiele GmbH wurde diese Idee verwirklicht. Am 29. März 2022 war es soweit, das Wetter und die Temperaturen passend für den Farbauftrag. Richtungspfeile, Fußgängerüberwege, Haltelinien und Radwegmarkierungen machen jetzt das Fahren noch viel interessanter. Demnächst werden noch dazu passende Verkehrszeichen aufgestellt.

»So wird die Strecke auf dem Kitagelände noch authentischer und führt die Kinder noch realistischer an den realen Straßenverkehr heran. Ein guter Beitrag zum Thema Verkehrssicherheit«, so Kerstin Ladewig, Leiterin des Amtes für Bildung, Jugend und Sport.
Die Finanzierung erfolgte über Fördermittel aus dem Kiez-Kita-Programm des Landes Brandenburg in Höhe von ca. 600 Euro.

Pressestelle der Stadtverwaltung Eberswalde – 26. April 2022




Baustelle Hort »Kinderinsel« in der Kyritzer Straße Brandenburger Allee voll gesperrt

Hortneubau erhält Wasser- und Schmutzwasseranschluß

maxe. »Aufgrund von Baumaßnahmen in der Brandenburger Allee«, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung Eberswalde, »ist diese voraussichtlich in der Zeit von Dienstag, dem 19. April, bis Freitag, den 29. April, zwischen der Hausnummer 37 und der Kyritzer Straße voll gesperrt.«

Wie auf Nachfrage zu erfahren war, bleibt die Kyritzer Straße, einschließlich des Kreuzungsbereichs zur Brandenburger Allee und zur Lehnitzseestraße befahrbar.

Wegen der Vollsperrung ist es notwendig, die beiden Obus-Linien 861 und 862 umzuleiten. »Eine Umleitung ist ausgeschildert«, wird versichert. Während der Baumaßnahme nutzen die Obusse den Weg über die Schwärzeseestraße, die Flämingstraße sowie die Potsdamer Allee bis zur Frankfurter Allee.

Die jeweils beidseitigen Bushaltestellen in der Brandenburger und auf dem Potsdamer Platz können nicht mehr angefahren werden. Dafür gibt es Ersatzhaltestellen in der Flämingstraße (zwischen Nauener und Havellandstraße) und in der Potsdamer Allee in Höhe der Hausnummern 67/69.
Die Ausweichroute samt Ersatzhaltestellen wurde bereits während des grundhaften Ausbaus der Frankfurter Allee in den beiden vergangenen Jahren genutzt.

Die Pressemitteilung schließt mit der Bitte: »Alle Verkehrsteilnehmer werden gebeten, die Verkehrseinschränkung zu beachten«.

(12. April 2022)
(bearbeitet, 12. April 2022)

Siehe auch:
»Amtierende auf Baustellenvisite«
»Das Märchen von Kiefern im Innenhof«
»Kloppe« für die Baudezernentin
»Hortneubau in 30 Monaten«
»Straßenbaumaßnahme Frankfurter Allee: Öffnung und Sperrung«
»Wettbewerb für Hortneubau«
MAXE Nr. 17, Februar 2014




Der »Schorfheideplatz« im Brandenburgischen Viertel Neuer Platz mit alten Bäumen

Entwurfsplanung für Einmündung Beeskower/Schorfheidestraße

maxe. Die Bezeichnung »Schorfheideplatz« hatte nie einen offiziellen Status. Nun fällt in der überarbeiteten Entwurfsplanung auch der größere gepflasterte Platz weg, der diesen Namen gerechtfertigt hätte.

Das Baudezernat der Stadtverwaltung hat auf die öffentliche Kritik, die hier im Kiezmagazin MAXE und zu den Beratungen im Ausschuß für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr (ASWU) geäußert wurde, positiv reagiert. Nachdem die ursprüngliche Variante im Februar vom Einreicher zurückgezogen wurde, entwickelte das Tiefbauamt nun gemeinsam mit dem beauftragten Ingenieurbüro Weiland aus Gransee eine alternative Planvariante. Die Versickerung des Regenwassers an Ort und Stelle in den als flache und begehbare Mulden gestalteten Grünflächen blieb Bestandteil des Entwurfsplans. Der Versiegelungsanteil wird durch den Verzicht auf die gepflasterte Platzfläche weiter reduziert. Die veränderte Gestaltung erlaubt nun auch, daß alle vorhandenen Bäume erhalten bleiben. Zusätzlich sollen 13 Bäume neu gepflanzt werden.

Die Beeskower Straße dient als Zufahrt zum Wirtschaftshof und Parkplatz des AWO Pflegeheims »Im Wolfswinkel« sowie zum Innenhof und Parkplatz der Studentenwohnheime an der Prenzlauer und Strausberger Straße. Die Beläge der Fahrbahnen und Gehwege bestehen derzeit aus verschiedenen Materialien wie Asphalt, Pflaster und Betonplatten und sind stellenweise stark beschädigt. Nur wenige Borde sind abgesenkt, was die Barrierefreiheit sehr eingeschränkt. Die unübersichtliche Wegeführung trägt ihren Teil dazu bei, daß die Verkehrssituation in dem Bereich vor allem für Fußgänger und Radfahrer recht unübersichtlich ist.

Im neuen Entwurfsplan bleibt die jetzige Straßenführung erhalten. Lediglich die Fahrbahnbreiten sollen in der Schorfheidestraße auf 4,75 m und in der Beeskower Straße auf 4,50 m reduziert werden. In der Schorfheidestraße werden im Spielplatzbereich zudem gepflasterte Rampen zur Verkehrsberuhigung gebaut. Die Zufahrten für PKW, LKW, Rettungs- und Entsorgungsfahrzeuge zu den anliegenden Grundstücken wird auch nach dem Umbau sichergestellt sein, wird in der neuen Planung versprochen.

Die Gestaltung der Wege und damit die Führung des Fuß- und Radverkehrs soll die bestehenden Wegeverbindungen aufgreifen und durch breitere Absenkungen der Bordsteine sowie erneuerter Wegebeläge die Barrierefreiheit verbessern. Die Gehwege erhalten eine wassergebundene Decke, was den Versiegelungsgrad weiter senkt. Lediglich im Bereich oberhalb des Kollektors der EWE soll wieder eine Asphaltdeckschicht aufgebracht werden, da hier eine Befahrung für Wartungs- und Reinigungsarbeiten, nicht zuletzt am Lüftungsbauwerk des Kollektors, möglich sein muß.

Die vorhandenen Alt- und Jungbäume können erhalten bleiben, weil die bisherige Straßenführung beibehalten wird. Die geplanten zusätzlichen Bäume sollen die Durchgründung der Straßenzüge optimieren. Unter den Baumscheiben sollen Rigolen zur Wasserspeicherung eingebaut werden, um den Wasserbedarf der Bäume auch bei Trockenheit und Hitze zu gewährleisten.

Schließlich soll eine neue Beleuchtungsanlage entlang der Gehwege gebaut werden, um die Orientierung und das Sicherheitsgefühl auch im Dunkeln zu stärken.

Für die Neugestaltung der insgesamt etwa 1.770 Quadratmeter großen Fläche sollen circa 355.000 Euro ausgegeben werden. Die Finanzierung der der Maßnahme soll zu zwei Dritteln über Fördermittel des Bundes und des Landes erfolgen.

Der Beginn der Baumaßnahme ist Anfang 2023 vorgesehen. Die Bauzeit wird voraussichtlich zehn Monate betragen.

Am 5. April beraten die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, Wohnen und Umwelt über die erneuerte Entwurfsplanung bevor am 26. April die Stadtverordnetenversammlung die Entscheidung fällen wird.

(5. April 2022)

Siehe auch:
Beschlußvorlage zur geänderten Entwurfsplanung vom April 2022
»Bäume bleiben erstmal stehen«
»Erstmal alle Bäume fällen«




Wahlen im April

maxe. Blütenpracht an der Sporthalle »Heidewald«, die am ersten Aprilsonntag als Wahllokal 20 fungierte. Insgesamt 120 Wählerinnen und Wähler fanden zur Bürgermeister-Stichwahl den Weg hierher, um 116 gültige Stimmen abzugeben. Mit 70 Stimmen (60,3 %) lag der Gewinner Götz Herrmann auch hier vor seinem Konkurrenten Christian Mehnert, der 46 Stimmen errang (39,7 %). Die Wahlbeteiligung hier lag bei 13,9 % und hätte somit nicht zum Erreichen des nötigen Quorums gereicht.

In allen anderen Wahllokalen im Kiez blieb die Wahlbeteiligung noch unter diesem Wert. Mit der niedrigsten Beteiligung in ganz Eberswalde glänzte der Wahlbezirk 22 (Grundschule Schwärzesee), wo nur 6,2 % der Wahlberechtigten von ihrem Wahlrecht Gebrauch machten.

Für das Quorum reichte auch die Einbeziehung der Briefwahlstimmen nicht, obwohl hier die vergleichsweise wahlagilen dörflichen Stadtteile im gleichen Briefwahllokal ausgezählt wurden. Alles in allem votierten hier 12,2 % der Wahlberechtigten für den neuen Chef im Rathaus.

(4. April 2022)




Christian Vahrson, Prokurist der Kreiswerke Barnim (li.) und Johannes Schlößer (re.), Projektmanager Barnimer Energiegesellschaft mbH überreichen Informationstafeln zu den installierten Solaranlagen auf den Dächern der Grundschule Schwärzesee und der Turnhalle Heidewald an die Stadt Eberswalde, vertreten durch Bert Bessel (Leiter des Amtes Hochbau und Gebäudewirtschaft, 2.v.l.) und Kerstin Ladewig (Leiterin Amt für Bildung, Jugend und Sport, 2.v.r.).

Grundschule »Schwärzesee« und Sporthalle »Heidewald«:
Sonnenstrom für‘s Klassenzimmer

Kreiswerke Barnim betreiben Solaranlagen im Kiez

maxe. Gemeinsam mit der Stadt Eberswalde haben die Kreiswerke Barnim zwei Solaranlagen auf den Dächern der Grundschule Schwärzesee (Leistung: 138 kWp) und der dazugehörigen Sporthalle Heidewald (Leistung: 190 kWp) realisiert. Diese sind bereits im Dezember 2020 in Betrieb gegangenen Anlagen haben schon gute Arbeit geleistet. Die gebührende öffentlichkeitswirksame Einweihung fiel damals den Einschränkungen der Coronamaßnahmen zum Opfer. Am 8. März wurde das nachgeholt.

»Die Anlagen produzierten in ihrem ersten Betriebsjahr zusammen mehr als 300.000 kWh Strom und konnten den Strombedarf von Schule und Sporthalle zu 100% decken«, sagt Christian Vahrson, der Prokurist der Kreiswerke Barnim. »Das ist eine gelungene Investition an diesem Bildungsstandort und ein tolles Signal an die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte. Hier finden sie ein weiteres Stück gelebte Nachhaltigkeit in der Stadt Eberswalde vor.«

Um die »grünen Kraftwerke« auf dem Dach für alle Nutzer der Gebäude sichtbar zu machen, überreichte Christian Vahrson zwei Informationstafeln mit den wichtigsten Daten der Anlagen und einem Blick aus der Vogelperspektive. Kerstin Ladewig, Leiterin des Eberswalder Amtes für Jugend, Bildung und Sport nahm die Informationstafeln im Namen der Grundschule Schwärzesee entgegen und zeigte sich begeistert: »So lassen sich die Solaranlagen gut in den Unterricht integrieren. Ganz direkt können die Kinder einen Bezug zur Solarenergie herstellen und haben diese Art der Energieerzeug täglich im Blick.«

Installiert und betrieben werden die Solaranlagen durch die SUN:BAR GmbH, ein Tochterunternehmen der Kreiswerke Barnim. Die Stadt Eberswalde hat die Dachflächen langfristig an die SUN:BAR verpachtet. »Wir konnten hier am Standort gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen«, freut sich auch Bert Bessel, Leiter des Amtes für Hochbau und Gebäudewirtschaft der Stadt Eberswalde. »Im Zuge des Solaranlagenbaus wurden die Dächer beider Gebäude erneuert oder ertüchtigt, finanziert durch die eingenommene Pacht.«

Alle Beteiligten sind sich einig: Dieses Modell kann im wahrsten Sinne weiter Schule machen. Gemeinsam mit der Stadt Eberswalde werden aktuell weitere Dächer öffentlicher Einrichtungen auf solare Nutzbarkeit überprüft. Neben den Anlagen auf dem Schulkomplex im Brandenburgischen Viertel konnten die Kreiswerke im letzten Jahr auch Solarstromprojekte auf dem neuen Gebäude der Ahrensfelder Grundschule und dem Dach des Begegnungszentrums in Lunow realisieren. Die Kreiswerke, mit ihrer beratenden Tochtergesellschaft der Barnimer Energiegesellschaft GmbH (BEG) unterstützt die Barnimer Kommunen, Unternehmen, Vereine sowie öffentliche Institutionen bei der Planung und Errichtung von Photovoltaikanlagen auf geeigneten Dach- oder Freiflächen.

Die Stadt Eberswalde hätte solche Hilfe eigentlich nicht nötig, verfügt sie doch mit der SSGE Solarstrom GmbH Eberswalde, einem Tochterunternehmen der stadteigenen WHG Wohnungsbau- und Hausverwaltungsgesellschaft, selbst über die Strukturen, solche Projekte umzusetzen. Wieso die Stadtverwaltung dennoch auf die Kreiswerke als Partner zurückgreift, wurde weder in den zuständigen Gremien besprochen noch beschlossen.

(14. März 2022)




Weidenkätzchen gehören zur ersten Bienennahrung nach dem Winter. Imkern im Quartier

Sprecherrat bewilligte 4.500 Euro aus Projektfonds

maxe. Bereits 2021 hat Bernd Pfeifer im Brandenburgischen Viertel begonnen, ein Imkerprojekt aufzubauen. Nicht zuletzt im Zusammenhang mit den Einschränkungen infolge der Corona-Maßnahmen konnte das Projekt allerdings nicht fertiggestellt werden. Das soll nun nachgeholt werden. Bernd Pfeifer hat in diesem Zusammenhang beim Quartiersmanagement einen Förderantrag gestellt, über den am 17. Februar der Sprecherrat in einer Online-Beratung befunden hat.

»Ziel ist es«, so Pfeifer, »Interessenten und Mitwirkende aus dem Quartier und der Umgebung den Umgang mit Honigbienen theoretisch und praktisch nahezubringen. Dabei steht der Umgang mit Insekten im allgemeinen und speziell mit der Honigbiene im Vordergrund.« Ganz nebenbei soll mit dem Projekt auch das Interesse für Holzarbeiten geweckt und vorhandenes Wissen im Quartier für jedermann unter professioneller Anleitung zugänglich gemacht werden. »Die bereits sechs Interessierten bauen die noch nötigen Utensilien selber und lernen gemeinsam, wie mit Honigbienen umgegangen wird.« Mittelfristig sei es das Ziel, auch Schulen und Kitas für das Thema zu interessieren.

»Als Unterstützer habe ich das Quartiersmanagement, die Wohngenossenschaft 1893 e.G. und den Hebewerk e.V. gefunden, die uns den schon vorhandenen Unterstand für die 2 Bienenvölker und einen Raum für Imkerutensilien in der Havellandstr. 15 ermöglichen. Der dort ansässige Verein Hebewerk e.V. gestattet uns die Benutzung der vereinseigenen Holzwerkstatt.«

Die sechs Projektmitglieder haben bereits begonnen, die vorhandenen Trogbeuten vorzubereiten und die notwendigen Waben bauen. Um weiterzumachen werden nun die beantragten Fördergelder für die weiteren Material- und Personalkosten benötigt, sagt Bernd Pfeifer. »Für die Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentation möchten wir die Internetpräsenz des Quartiermanagements nutzen. Der Start der Bienenhaltung beginnt mit der Beutenbelegung und wird voraussichtlich Anfang April erfolgen.«

Die Materialkosten betragen 1.700 Euro. Neben Materialien für die Bienenstöcke sind das Imkerutensilien (z.B. Honigschleuder), Schutzkleidung sowie Schulungsmaterial und Mittel für die Öffentlichkeitsarbeit (Flyer, Plakate, Prospekte...). Als Honorar werden 2.800 Euro veranschlagt, wobei eine Aufwandsentschädigung von 10 Euro pro Stunde zugrunde gelegt wird. Kalkuliert sind je 60 Stunden Tätigkeit von vier Menschen sowie jeweils eine Person mit 30 Stunden bzw. 10 Stunden.
Der Sprecherrat stimmte der Finanzierung der beantragten 4.500 Euro aus den Mitteln des Quartiersprojektfonds zu.

(28. Februar 2022)


Hebewerk e.V.
Adresse: Zwischenraum H15/ Hebewerk e.V., Havellandstraße 15, 16227 Eberswalde




Mit »Kinderhände machen Kunst« hatte Lady Understone im Vorjahr bereits ein ähnliches Mit-Mach-Projekt organisiert. Wer bin ich?

Lady Undertone sammelt Selbstbildnisse

maxe. Mit einem ganz speziellen Aufruf wird sich in den nächsten Tagen Lady Untertone an die Bewohnerinnen und Bewohner des Brandenburgischen Viertels wenden. Sie werden aufgefordert, Portraits von sich zu malen und diese Lady Untertone zuzusenden. Vielen Einwohnern des Kiezes ist die Künstlerin als DJane und Moderatorin der Kiezweihnachtsmärkte und des Stadtteilfestes Fête de la Viertel bekannt.

»Male Dein Gesicht«, heißt es in ihrem Aufruf, »versuche, Deine Wünsche und Gefühle auszudrücken. Wer bist Du? Wer willst Du sein?« Lady Understone bittet, das Bild auf ein helles DIN A4-Blatt zu malen. Und selbstverständlich soll der Name des Künstlers auf dem Bild nicht vergessen werden. Ihr Tip: »Malt Eurer Gesicht kleiner als lebensgroß, also in etwa so groß wie Eure Hand, dann gelingt es am besten«.

Das Ziel ist ein großes Kunstwerk, bestehend aus den Gesichtern der Malerinnen und Maler. Lady Undertone möchte aus den Portraits ein großes buntes Bild montieren, das die teilnehmenden Bewohner des Brandenburgischen Viertels in ihrer Vielfalt, mit ihren Träumen, Wünschen und ihrer Realität zeigt, um dem Viertel ein gemeinsames ganzes Gesicht zu geben, in dem jede und jeder im Fokus ihres und seines Potentials mitwirkt. Auf einem separaten Bild werden die Namen der beteiligten Künstler aufgelistet.

Die Fahrt- und Materialkosten für das Projekt »Wer bin ich – ein Viertel zeigt Gesicht« zusammenstellen, um das Miteinander, das »WIR« des Viertels auszudrücken und zu stärken und ganz nebenbei die Kreativität der Beteiligten anregen.

Mit Zustimmung des Kiez-Sprecherrats werden die Fahrt- und Materialkosten im Zusammenhang mit dem Projekt »Wer bin ich« in Höhe von 200 Euro aus dem Aktionsfonds des Quartiersmanagements gefördert. Projektbeginn ist am 1. März, das Gesamtkunstwerk wird, wenn alles klappt, im September vorliegen.

(27. Februar 2022)

Siehe auch: Seite des Quartiersmanagements




Das Regenwasserversickerungsbecken an der Ecke Frankfurter Allee/Spechthausener Straße. Neues Grün am Sickerbecken

maxe. Die Grünfläche am entstandenen Regenrückhaltebecken an der Ecke der Frankfurter Allee/Spechthausener Straße wurde bereits im letzten Jahr mit Seniorinnen und Senioren der AWO und Kindern der Kita »Gestiefelter Kater« erfolgreich bepflanzt. »Bereits im letzten Jahr planten wir mit den Beteiligten eine weitere Aktion im Jahr 2022«, schreibt der Initiator Frank Neumann in einem weiteren Projektantrag, mit dem er sich jetzt an das Quartiersmanagement im Kiez wandte. »Dabei ist es mir immer noch wichtig«, so Neumann, »Pflanzenarten aus dem Brandenburger Land auszuwählen und weiterhin auf insekten- und vogelfreundliche Sträucher zu achten. Hier möchte ich Kindern das Setzen und Pflegen der Sträucher nahebringen und eine Kommunikation zwischen verschiedenen Altersgruppen und deren Erfahrungen anregen.« Ein weiterer wichtiger Punkt sei es, eine angenehme Aufenthaltsqualität für alle an diesem Ort zu schaffen. Aus diesem Grund wurde 2021 bereits eine Bank vom Bauhof gesetzt.

»Im vergangenen Jahr mußten wir die Erfahrung machen«, sagt der Naturliebhaber, der selbst im Brandenburgischen Viertel wohnt, »daß Pflanzenarten wie Himbeere, Brombeere und Rhododendron gestohlen werden«. Daher habe er sich diesmal für andere Blühsträucher entschieden (Schneeball, Forsythie, Schlehe, Sanddorn und Falscher Jasmin). Auch das erneute Sähen von Regiosaatgut ist geplant. Die Auswahl der Pflanzensorten wurden bereits mit dem Tiefbauamt besprochen. Die weitere Pflege der Pflanzen und die Mäharbeiten übernimmt ab 2022 der Bauhof. Gemeinsam mit den Kooperationspartnern wird Frank Neumann aber auch in diesem Jahr nach der Anpflanzung immer mal wieder vorbeischauen und für die Bewässerung der Pflanzen sorgen.

Insgesamt soll das Projekt mit 240 Euro aus dem Aktionsfonds des Quartiersmanagements gefördert werden. Mit Geldern aus dem Aktionsfonds können kleine Projekte und Initiativen von Einwohnern des Brandenburgischen Viertels oder hier Aktiven bis zu einer Höhe von 250 Euro einfach und unbürokratisch gefördert werden. Der Sprecherrat gab auf seiner Online-Sitzung am 17. Februar dem Projekt und der Förderung seine Zustimmung.

(27. Februar 2022)

Siehe auch:
»Quadratisch, praktisch, häßlich«
»Regenwasserversickerung Nr. 2 «
»Klimaanpassung im Kiez«
»Regenwasser bleibt im Kiez«
»Regenentwässerung angepaßt«
»Warum nicht zur Landschaft passend?«




Udo Muszynski »Kunst-am-Bau-Festtag«

maxe. »Kunst-am-Bau-Festtag«, so nannte Udo Muszynski den 22. Februar, als die Arbeiten von Ina Abuschenko-Matwejewa in der Cottbuser Straße 1 bis 7 installiert wurden. Der aktuelle Videonewsletter next 3/2022 wurde aus diesem Anlaß an Ort und Stelle im Brandenburgischen Viertel gedreht. Die Ergebnisse, auch mit einem kleinen Blick auf die Kunstwerke, sollen demnächst auf dem Mescal Youtube Kanal zu sehen sein. Dort gibt es demnächst auch für die »Galerie Fenster« ein Interview mit dem Architekten und leidenschaftlichen Dokumentaristen baubezogener Kunst Martin Maleschka.

(26. Februar 2022)




Konzert vor dem AWO-Pflegeheim mit Tobias Emmerich.

Konzert vor dem Pflegeheim:
Hab Dank für Deine Zeit

maxe. Vom Veranstalter des Konzerts vor dem AWO-Pflegeheim »Wolfswinkel« war am 21. Januar wenig zu sehen. Das Fehlen von Bürgermeisterwahlkampf war keineswegs ein Mangel. Die von Tobias BIA Emmerich vorgetragenen Lieder wirkten umso mehr, gingen in die Seele der knapp 50 Zuhörenden, zu denen neben Bewohnern und Mitarbeitern des Pflegeheims auch mehrere Bewohner aus dem Viertel gehörten, die auf der MAXE-Seite oder aus anderen Quellen von dem Konzerttermin gehört hatten.

Trotz beißender Kälte, die das Gitarrenspiel zur Tortur werden ließ, begeisterte BIA seine Zuhörer mit Liedern von Hannes Wader und Reinhard Mai. Sein Lied zum Abschluß, »Hab Dank für Deine Zeit«, widmete er ganz konkret den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Pflegeheim.

(27. Januar 2022)




Das Versickerungsbecken soll laut Planung eine Größe von rund 20 mal 30 Metern und eine Tiefe von circa 3,5 Metern haben. Die seitlichen Wände des Beckens werden mit Rasenmatten befestigt und die Sohle mit Rasengitterplatten. Aufgrund der Tiefe und der steilen Böschung ist es erforderlich, zur Verkehrssicherung einen Zaun um das »technische Bauwerk« zu errichten.

»Kloppe« für die Baudezernentin Nr. 3:
Quadratisch, praktisch, häßlich

Das »technische Bauwerk« an der Neuruppiner Straße

Beim ersten Regenversickerungsbecken an der Ecke Frankfurter Allee/Spechthausener Straße war die ursprüngliche Planung des bloß »technischen Bauwerks« noch geändert und zumindest die Form der Landschaft angepaßt worden. Entsprechende Hinweise hatte es schon zeitig im Planungsverlauf auch für das zweite Versickerungsbecken an der Neuruppiner Straße gegeben.

So hatte sich Carolin Schlenther von der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE), Projektmanagerin »Vielfalt findet Stadt – Gemeinsam Natur wagen«, die zusammen mit sozioökonomisch 'Benachteiligten eine Fläche an der Neuruppiner Straße für den Schutz der biologischen Vielfalt gestaltet, schon im Frühjahr 2021 dem Eberswalder Tiefbauamt eine naturnahe Gestaltung des Regenversickerungsbeckens vorgeschlagen. Dies habe dort »gemischte Reaktionen verursacht«.

Eine Nachfrage bei der städtischen Wohnungsbau- und Hausverwaltungsgesellschaft (WHG) hatte damals, daß sich die entsprechenden Grundstücke zwar der WHG gehören, sie allerdings in keiner Weise an den Planungen beteiligt sei.

Die »gemischten Reaktionen« im Tiefbauamt hatten letztlich keinerlei Auswirkungen auf die weitere Planung. Die Hinweise und Wünsche wurden im weiteren schlicht ignoriert. Am 2. November begannen die Arbeiten an dem zweiten Becken, das erneut zeige, »daß wir das auch mit der notwendigen Energie und Tatendrang angehen«, wie die Baudezernentin und Erste Beigeordnete Anne Fellner laut der damals veröffentlichten städtischen Pressemitteilung sagte (siehe: »Regenwasserversickerung Nr. 2 «).

Zunächst führten die Bauarbeiten allerdings erst einmal im Dezember zu einer großflächigen Abschaltung von Telefon und Internet für zahlreiche Nutzer im Brandenburgischen Viertel. Bei der Ausbaggerung der Grube war ein wichtiges Kabel der Telekom zerstört worden. Die Arbeiten, um die Leitung wieder flicken und allen Betroffenen wieder den Zugang zu Telefon und Internet zu ermöglichen, dauerten bis Ende des Jahres.

Aufgrund des Winters ruhen derzeit die weiteren Arbeiten an dem Becken. Bei entsprechendem Wollen wären noch Änderungen möglich. Zumindest in bestimmtem Rahmen. Allerdings ist nicht davon auszugehen, daß das seitens der Stadtverwaltung jemand tatsächlich will.

Immerhin wird mit dieser Maßnahme ein Großteil des anfallenden Regenwassers der Verkehrsflächen und der Gebäude westlich der Potsdamer Allee, im sogenannten 3. Bauabschnitt des Wohngebietes, vor zurückgehalten werden und dann in dem Becken versickern. Insgesamt handelt es sich um rund 31.200 Quadratmeter Flächen (davon 17.500 Quadratmeter Verkehrsflächen und 13.700 Quadratmeter Dachflächen) die dann von der vorhandenen leitungsgebundenen Regenentwässerung ins Drehnitzfließ abgetrennt werden.

»Versickerungsbecken versorgen die Umgebung mit Regenwasser als natürlicher Wasserressource und stabilisieren den Grundwasservorrat. Darüber hinaus verbessern sie die Entwässerung bei starkem Regen. Die Maßnahme ist also in vielerlei Hinsicht eine Verbesserung des Mikroklimas im Brandenburgischen Viertel« so damals die Leiterin des zuständigen Tiefbauamtes Heike Köhler. Warum über diese technischen Zwecke hinaus nicht auch für ein ästhetisch ansehnliches und in die Landschaft ein- und angepaßtes Bauwerk gesorgt werden konnte, schweigen sich sowohl die Baudezernentin als auch die Tiefbauamtsleiterin aus.

Die Firma Gala Tiefbau GmbH aus Schwedt führt den Auftrag aus. Die Maßnahme soll bis zum März 2022 fertig gestellt werden. Die Gesamtkosten werden bei rund 200.000 Euro liegen und werden aus dem Förderprogramm »Stadtumbau-Aufwertung« finanziert.

Anna Fröhlich – 16. Januar 2022

Siehe auch:
»Kloppe 2: Ein Innenhof mit Kiefern drin«
»Kloppe« für die Baudezernentin
»Regenwasserversickerung Nr. 2 «
»Klimaanpassung im Kiez«
»Regenwasser bleibt im Kiez«
»Regenentwässerung angepaßt«
»Warum nicht zur Landschaft passend?«
»Das allerletzte Thema«
»Lausitzer Straße: Gehwege werden zurückgebaut«




Das Baustellenschild verspricht noch die Illusion. Die Realitäten sind längst geschaffen. Die Baustelle ist »beräumt«. An der Stelle der Baustellencontainer und davor sollten eigentlich, so hatte es der Architektenpreisträger in seiner Planung beschrieben, zumindest einige Kiefern des einstigen Waldstreifens erhalten bleiben.

Illusionäres Wintermärchen in Eberswalde:
Ein Innenhof mit Kiefern drin

»Kloppe« für die Baudezernentin Nr. 2

maxe. Am 24. November feierten die Stadtverwaltung, die beauftragte Baufirma und die Gewinner des Architektenwettbewerbs den »ersten Spatenstich« für den Neubau des Gebäudes für den Hort »Kinderinsel«. In einer Pressemitteilung hieß es, der Bau solle im November 2022 fertig sein. Die Baudezernentin und amtierende Bürgermeisterin Anne Fellner hatte tags zuvor erklärt, sie werde »die Kloppe« einstecken, wenn der Bau nicht bis zum Schuljahresbeginn in Betrieb gehe.

»Kloppe« verdienen die Baudezernentin und die Planer des neuen Hortgebäudes allerdings auch noch für anderes.

Der Preisgewinner Arthur Numrich beschreibt sein Projekt u.a. wie folgt: »Eine ganz andere räumliche Qualität haben die Höfe des Gebäudes. Die den Gruppenräumen zugeordneten Außenräume sind mit Hochstämmen — teils vorhandenen Kiefern — Schattenstauden und Gräsern als introvertierte, geschützte Gärten konzipiert und bilden nicht zuletzt die grüne Kulisse für die Innenräume.«

Schön, daß da sogar im Innenhof Baumbestand erhalten bleibt – konnte man denken.

Die Realität ist anders. Entgegen den Versprechungen und dem Siegervorschlag, der aktuell noch auf den am Bauplatz aufgestellten Schildern angeschaut werden kann, wurde sämtlicher Kiefernbestand im Gebäudebereich abgeholzt worden. Im Bereich der Außenanlagen der Grundschule Schwärzesee war das bereits im Januar 2014 erledigt worden. Von dem einst das Stadtbild prägenden Kiefernwaldstreifen an der Brandenburger Allee bleibt nun nur noch ein kläglicher Rest.

(14. Januar 2022)

Siehe auch:
»Kloppe« für die Baudezernentin
»Hortneubau in 30 Monaten«
»Wettbewerb für Hortneubau«
MAXE Nr. 17, Februar 2014




Die behördliche Unmenschlichkeit ist systematisch. Es ist erst ein dreiviertel Jahr her, als sich am 11. März 2021 Salah Tayyar aus Angst vor der drohenden Abschiebung von seinem Balkon in der Senftenberger Straße in den Tod stürzte.

Initiative Bürgerinnen- und Bürgerasyl Barnim:
»Behördliche Unmenschlichkeit«

Des Landrats Ausländerbehörde agierte gesetzeswidrig

maxe. Am 20. Dezember kam es in der Flämingstraße zu einem Großeinsatz der Polizei. Inzwischen sind weitere Einzelheiten bekannt geworden.

Wie es in einer Pressemitteilung der Initiative Bürgerinnen- und Bürgerasyl Barnim heißt, galt die Abschiebeaktion nicht nur der Familie, sondern auch einem im gleichen Haus wohnenden 20jährigen, der seit acht Jahren gemeinsam mit seiner Mutter in der BRD lebt. Dieser junge Mann, der im Sommer seine Schulausbildung abgeschlossen und sich aktuell intensiv um einen Ausbildungsplatz beworben hatte, wurde nach Rußland abgeschoben. Aktuell hält er sich in Moskau auf, ohne Aussicht, auf absehbare Zeit seine Mutter wiederzusehen. Frau Osmajewa, seine Mutter, arbeitet als Erzieherin und hat im Herbst einen Aufenthaltstitel erhalten. Für sie brach eine Welt zusammen. Sie hatte nicht damit gerechnet, daß ihr Sohn, weil nun volljährig, abgeschoben werden könne. Für sie brach eine Welt zusammen.

Das gilt auch für die besonders vom Großeinsatz der Polizei und der Ausländerbehörde betroffene Familie. Die Initiative Bürgerasyl Barnim verurteilt die Abschiebung des 20jährigen und die versuchte Abschiebungen der Familie auf das schärfste. Sowohl der junge Mann und seine nun allein zurückbleibende Mutter als auch die Familie seien vor der Bedrohung durch die brutale Diktatur in der russischen Teilrepublik Tschetschenien geflohen. Die Abschiebung der Familie mußte zwar abgebrochen werden, aber die Betroffenen stehen unter Schock. Die Angst vor weiteren Abschiebungen ist groß, auch unter den vielen anderen geflüchteten Tschetschenen, die in Eberswalde leben.

»Wir haben mit einigen der Betroffenen gesprochen und möchten der offiziellen Darstellung die der betroffenen Familien gegenüberstellen«, erklärt Thomas Janoschka vom Barnimer Bürgerasyl. »Der Einsatz war organisiert, als gälte es bewaffnete Schwerverbrecher oder Terroristen festzunehmen. Die Betroffenen wollten aber nichts anderes, als hier in Sicherheit leben. Abschiebungen sind unmenschlich – wir fordern dagegen ein Bleiberecht für alle!«

Wie Frau Kukijewa berichtete, kamen Polizisten mit Maschinengewehren bewaffnet in die Wohnung ihrer Familie und blieben dort für die Dauer des Einsatzes. Aus Verzweiflung wollte Frau Kukieva ein Messer gegen sich selbst verwenden um sich zu verletzen, aber die Polizei hat sich kurzzeitig selbst bedroht gefühlt. Inzwischen hat die Polizei ein Ermittlungsverfahren wegen »Nötigung« gegen sie eingeleitet. Glücklicherweise war der 16-jährige Sohn der Familie nicht zu Hause, vermutlich wurde auch deshalb die Abschiebung der Familie abgebrochen.

Die Familie, die schon seit 9 Jahren in der BRD lebt, hatte nicht mit einer Abschiebung gerechnet. Laut Gesetz muß diese angekündigt werden, wenn die Betroffenen schon mehr als ein Jahr lang geduldet werden. Dabei wird den Betroffenen nicht der genaue Termin mitgeteilt, aber die Absicht in nächster Zeit abzuschieben. Weil die Ausländerbehörde die Abschiebung nicht wie vorgeschrieben angekündigt hatte, hat die Anwältin der Familie eine Einstweilige Verfügung bei Gericht beantragt. Zunächst hat die Barnimer Ausländerbehörde dem Gericht mündlich zugesagt, in den nächsten vier Wochen keine Abschiebeversuche zu unternehmen. Außerdem ist ein Antrag auf Bleiberecht wegen guter Integration für den 16jährigen Sohn anhängig.

Für den Vater der Familie, Herrn Tschechojew, hatte die Familie der Ausländerbehörde ein mehrseitiges ärztliches Gutachten vorgelegt. Wegen einer Krebserkrankung ist er nicht reisefähig. Eine Mitarbeiterin der Ausländerbehörde soll bei Vorlage des Attestes gesagt haben: »Selbst wenn Sie daliegen wie ein Toter, ist mir das egal und Sie werden abgeschoben werden.«

Frau Kukijewa wird immer noch schlecht, wenn sie an die Anspannung dieses Polizeieinsatzes denkt. Auf die Frage: »Wie fühlt es sich an, so lange schon mit einer ,Duldung‘ zu leben?« sagt sie: »Wir sind immer im Streß. Wir haben immer Angst, daß eine Abschiebung kommen könnte. Wir haben keine Chance, eine Arbeit zu finden, weil die Duldung nur 3 Monate gilt. Wir können fast nie entspannen.«

Der 20jährige aus demselben Haus, der tatsächlich nach Rußland abgeschoben wurde, hatte für Anfang Januar einen OP-Termin, den er nun nicht mehr wahrnehmen kann. »Für mich ist das ein großer Schock.«, sagt Frau Osmajewa. »Ich war seit 2013 mit meinem Sohn in Deutschland. Ich war immer alleinerziehend. Im Herbst habe ich den Aufenthaltstitel bekommen und nicht geahnt, daß mein Sohn trotzdem abgeschoben werden kann, weil er volljährig ist.« Jetzt sei er in Moskau und es sei unklar, ob er jemals wieder her kommen könne. »In Rußland hat er nur gelebt bis er 12 Jahre alt war. Er hat 8 Jahre in Deutschland gelebt – er ist hier viel besser integriert als in Rußland.«

»Wir fordern die sofortige Erlaubnis der Rückkehr des abgeschobenen 20jährigen«, so Thomas Janoschka vom Barnimer Bürgerasyl, »und wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, daß es keine weiteren Abschiebungen aus dem Barnim gibt.«

(9. Januar 2022)

Siehe auch:
»Weihnachtsgeschenk des Landrats«
Antirassismustag in Eberswalde: »Wir sind alle Salah!«
»Bürgerstiftung Barnim Uckermark: Zum Tod von Salah Tayyar«
»Ein Mensch springt in den Tod«


Bürgerinnen- und Bürgerasyl Barnim
internet: www.b-asyl-barnim.de
eMail:




Begonnener Mastaufbau etwa 250 Meter südwestlich der Wohnbebauung an der Ecke Schwärzesee-/Flämingstraße.

Stadtverordnete warnen vor gesundheitlichen Schäden
Masten wachsen gen Himmel

»Schulcampus« unter der Hochspannung

Das Gerichtsurteil des Leipziger Bundesverwaltungsgericht zur Klage der Bürgerinitiative »Nicht über unsere Köpfe« wird zwar erst für das II. Quartal 2022 erwartet, nichtsdestotrotz ist der Leitungsbauer 50 Hertz fleißig dabei, vollendete Tatsachen zu schaffen.

Nachdem 50 Hertz durch die Zahlung von »Beschleunigungszuschlägen« in sechsstelliger Höhe sich das Wohlwollen der Eberswalder Verwaltungsführung erkauft hat (siehe auch »Barnimer Bürgerpost« Ausgaben 4, 5 und Sommer/2021), begannen auch im Stadtgebiet von Eberswalde die ersten Arbeiten.

Nach dem im vorigen Winter die Bäume auf der Trasse gefällt wurden und im Laufe des Sommerhalbjahres erste Berichte über Mastbauten südlich und später auch nördlich von Eberswalde bekannt wurden (siehe »Eine breite Schneise im Wald...«), kann man seit Ende November nun auch südwestlich des Brandenburgischen Viertels in direkter Nähe der Wohnbebauung der Schwärzeseestraße die Masten für die geplante Höchstspannungsleitung gen Himmel wachsen sehen.

Auch an dem neuen Erna-Bürger-Weg zwischen der Eberswalder Straße und dem Finowkanal waren Fundamentarbeiten zu sehen. Auch »hier baut die 50 Hertz AG einen neuen Mast für die Leitungen die dann über den Finowkanal gehen«, wie Chrstin Zierach vom Eberswalder Tiefbauamt den fraktionslosen Stadtverordneten Carsten Zinn, der eine entsprechende Bürgeranfrage an die Stadtverwaltung weitergeleitet hatte.

Indes hatten die beiden Vertreter der Fraktion Die PARTEI Alternative für Umwelt und Natur in der Eberswalder Stadtverordnetenversammlung Oskar Dietterle und Mirko Wolfgramm die Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 23. November dazu genutzt, in der Diskussion zu den Aufstellungsbeschlüssen zum Bebauungsplan »Schulcampus« an der Eberswalder Straße und der damit zusammenhängenden Änderung des Flächennutzungsplans auf die von der geplanten Höchstspannungsleitung ausgehenden elektromagnetischen Strahlung und den daraus resultierenden Gefährdungen für die Schülerinnen und Schüler, die einmal in die dort geplante Schule gehen werden, aufmerksam zu machen.

»Wegen dieser Gefährdungen«, so Oskar Dietterle, »halte ich diesen Standort für ungeeignet. Allerdings gibt es auch noch weitere Gründe, die gegen diesen Schulstandort sprechen. Da ist zum einen die direkte Lage an der Hauptstraße, was dort zu einer besonders starken Lärmbelästigung führen wird. Außerdem wohnen dort ausgesprochen wenig Kinder und Jugendliche. Das heißt, alle Schülerinnen und Schüler müssen herantransportiert werden. Diese zusätzliche Belastung für den ÖPNV muß nicht sein, wenn wir diese neue Schule an einen Standort plazieren, wo die Kinder und Jugendlichen, die dort zur Schule gehen sollen auch wirklich wohnen. Beispielsweise haben wir im Brandenburgischen Viertel Standorte, wo in den vergangenen Jahren Schulen abgerissen wurden. Dort sind Flächen vorhanden, die weitaus geeigneter für diesen Schulneubau sind.«

Von den Gefährdungen durch die geplante 380-kV-Freileitung sind im übrigen auch die Wohnbebauungen im Westen des Brandenburgischen Viertels und im Osten von Finow-Ost betroffen. Auch der bereits begonnene Neubau des Hortes »Kinderinsel« in der Kyritzer Straße liegt im möglicherweise durch die Freileitung gefährdeten Bereich.

Gerd Markmann – 8. Dezember 2021

Siehe auch:
»50Hertz schafft Tatsachen«
»Licht für alle – und das kostenlos!«
»Beschleunigungszuschläge«
»Eine breite Schneise im Wald...«
Bürgerinitiative »Biosphäre unter Strom – keine Freileitung durchs Reservat!«
Barnimer Bürgerpost: »So banal wie die Realität«




Das Regenwasserversickerungsbecken an der Ecke Frankfurter Allee/Spechthausener Straße hatte gegenüber der ursprünglichen Planung eine der Landschaft angepaßte Form gefunden. Allerdings blieb es bei den steilen Böschungen und dem Zaun. Auch das zweite Versickerungsbecken an der Neuruppiner Straße ist als bloßes »technisches Bauwerk« geplant. Die Diskussionen um das erste Becken scheint an den verantwortlichen Planern spurlos vorbeigegangen zu sein.

Klimaanpassung im Brandenburgischen Viertel:
Regenwasserversickerung Nr. 2

Wieder ein »technisches Bauwerk«

Das Hochwasser im Westen Deutschlands hat einmal mehr deutlich gemacht, daß Klimaanpassung ein wichtiges Thema bei der Gestaltung urbaner Räume der Zukunft ist. Bereits seit 2019 arbeitet die Stadt Eberswalde an der Umsetzung des entsprechenden Konzepts »Entsiegelungsmaßnahme Brandenburgisches Viertel«. Im Rahmen dieses Konzeptes wird am Dienstag, dem 2. November 2021, eine weitere Maßnahme zur Klimaanpassung im Brandenburgischem Viertel begonnen. In der Neuruppiner Straße, neben dem Blockheizwerk der EWE, wird ein neues Versickerungsbecken gebaut. Mit dieser Maßnahme soll ein Großteil des anfallenden Regenwassers der Verkehrsflächen und der Gebäude westlich der Potsdamer Allee, im sogenannten 2. Bauabschnitt des Wohngebietes, vor Ort zurückgehalten werden und dann versickern.

»Es ist ein weiterer Schritt in der Umsetzung unseres Konzeptes zur konkreten Klimaanpassung im Brandenburgischen Viertel. Nach den Maßnahmen in der Frankfurter Allee, wo wir im Sommer ein neues Regenwasserbecken und eine Versickerungs-Rigole fertiggestellt haben, gehen wir nun also schon an die zweite Anpassung vor Ort. Das Thema der Klimaanpassung im Kiez wird uns auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten begleiten. Wir stehen als Stadtverwaltung vor der großen Herausforderung, bereits bestehende Infrastruktur sinnvoll anzupassen. Das neue Versickerungsbecken in der Neuruppiner Straße zeigt erneut, daß wir das auch mit der notwendigen Energie und Tatendrang angehen«, so die Erste Beigeordnete Anne Fellner.

Mit dem neuen Becken können insgesamt rund 31.200 Quadratmeter Flächen (davon 17.500 Quadratmeter Verkehrsflächen und 13.700 Quadratmeter Dachflächen) vom vorhandenem Leitungssystem abgetrennt werden und im neuen Becken versickern. Neben dem Ziel des Energie- und Klimaschutzkonzeptes »Wasser in der Stadt – Förderung einer wassersensiblen Stadtentwicklung« wird auch gleichzeitig das Regenrückhaltebecken am Drehnitzfließ entlastet. Das Versickerungsbecken wird eine Größe von rund 20 mal 30 Metern und eine Tiefe von circa 3,5 Metern haben. Die seitlichen Wände des Beckens werden mit Rasenmatten befestigt und die Sohle mit Rasengitterplatten.

»Versickerungsbecken versorgen die Umgebung mit Regenwasser als natürlicher Wasserressource und stabilisieren den Grundwasservorrat. Darüber hinaus verbessern sie die Entwässerung bei starkem Regen. Die Maßnahme ist also in vielerlei Hinsicht eine Verbesserung des Mikroklimas im Brandenburgischen Viertel« so Heike Köhler, Leiterin des zuständigen Tiefbauamtes.

Das Versickerungsbecken erhält aus Verkehrssicherheitsgründen eine Umzäunung mit einem Doppelstabmattenzaun. Die Baumaßnahme wurde öffentlich ausgeschrieben. Die Firma Gala Tiefbau GmbH aus Schwedt hat den Auftrag erhalten. Die Maßnahme soll bis zum März 2022 fertig gestellt werden. Die Gesamtkosten werden bei rund 200.000 Euro liegen und werden aus dem Förderprogramm »Stadtumbau-Aufwertung« finanziert.

Pressestelle der Stadtverwaltung – 2. November 2021

Siehe auch:
»Klimaanpassung im Kiez«
»Regenwasser bleibt im Kiez«
»Regenentwässerung angepaßt«
»Warum nicht zur Landschaft passend?«
»Das allerletzte Thema«
»Lausitzer Straße: Gehwege werden zurückgebaut«




Die Gestaltung der Sporthalle des REKI e.V. in der Schorfheidestraße schmückte im Oktober 2012 die erste Ausgabe des Kiezmagazins MAXE. Damals gehörte die Halle noch dem SV Medizin, aus dem heraus sich später der REKI e.V. bildete. Die eigenständige Existenz war nur vorübergehend. Seit dem 1. Oktober hat die AWO Eberswalde die Halle samt den dort stattfindenden Aktivitäten übernommen. REKI e.V. hat sich aufgelöst

AWO Eberswalde übernimmt alle Aktivitäten und Angebote

maxe. Seit dem 1. Oktober 2021 ist es offiziell, heißt es in einer Mitteilung der AWO Eberswalde auf deren Internetseite. Der REKI-Verein sei nun Mitglied der AWO-Familie.

Um eine Weiterführung der Vereinsaktivi9täten auch in Zukunft gewährleisten zu können, habe der REKI-Verein sich dazu entschlossen, den Verein offiziell aufzulösen und alle vereinsinternen Angelegenheiten an den AWO Stadtverband Eberswalde zu übergeben. Der neue Träger verspricht, daß sich für die Vereinsmitglieder und alle Nutzerinnen und Nutzer der Angebote des REKI-Vereins nichts ändern werde. »Alle bisherigen aktivitäten und Angebote werden vom AWO Stadtverband uneingeschränkt weitergeführt.«

Obwohl seit dem 1. Oktober offiziell, informierte der Eberswalder Sozialdezernent Prof. Jan König die Mitglieder des stüdtischen Ausschusses für Jugend, Bildung und Sport (ABJS) am 7. Oktober lediglich in der nichtöffentlicher Sitzung über den Trägerwechsel, wie der fraktionslose Stadtverordnete aus dem Kiez Carsten Zinn verwundert feststellte.
Zinn hatte im öffentlichen Teil am 7. Oktober gefragt, ob seine Informationen stimmen, wonach die AWO die REKI-Sporthalle übernimmt und der bisherige Geschäftsführer dort Abteilungsleiter werden soll.

Carsten Zinn informierte auch über Gerüchte, wonach auf der Grünfläche vor der Sportstätte, dort wo einst die Rosa-Luxemburg-Oberschule stand, eine Integrations-Kita mit etwa 160 Plätzen entstehen soll. Dies solle im Zusammenwirken mit von AWO Bernau und AWO Eberswalde passieren und es sollen die Kinder aus dem Leibnizviertel dort untergebracht werden.
Auch hierzu verweigerte der Dezernent das erbetene offizielle Statement. Zu den Gerüchten in Bezug auf die Entwicklung im Brandenburgischen Viertel, also dem Gelände zwischen der Sporthalle und dem Sanitätshaus, werde er öffentlich keine Stellung nehmen, sagte er laut der inzwischen vorliegenden Niederschrift der Ausschußsitzung.

Wenn die AWO den Bau einer Kindertagesstätte plant, so der Kiez-Stadtverordnete, müsse dies auch beim Landkreis und der Stadt angemeldet werden. Wenn die Kita-Bedarfsplanung für 2022-2027 aufgestellt wird, müßte das der neue Träger doch auch rechtzeitig anmelden. Er wünsche sich mehr Informationen zu solchen Themen.
Das wünschen sich sicherlich auch viele Einwohnerinnen und Einwohner, vor allem Eltern, für die es seit mehreren Jahren immer schwerer wird, einen passenden Kita-Platz für ihre Kinder zu bekommen.

(28. Oktober 2021)




Neuer Eigentümer für »Specht« und »Heidewald«:
Hoffnung im »Sozialen Brennpunkt«

maxe. Das Einkaufszentrum (EKZ) »Heidewald« hat einen neuen Eigentümer. Der MOZ-Reporter Sven Klamann berichtete in seinem Artikel vom 7. Oktober von einem »erschreckend hohen Leerstand«, den schon ein Blick auf die Hinweistafel vor dem EKZ zeige. Nun ist dieses Problem alles andere als neu. MAXE hatte den Leerstand im »Heidewald« bereits in seiner auf Papier gedruckten Nummer 4 vom Januar 2013 thematisiert.
Für den Käufer dürfte nicht zuletzt dieser »erschreckend hohe Leerstand« ein gutes Kaufargument gewesen sein, weil sich das beim Kaufpreis gewiß mindernd ausgewirkt hat.

Noch ist der Kaufvertrag nicht abgewickelt. Die Eintragung im Grundbuch dauert seine Zeit. Dennoch wird dem neuen Eigentümer bereits vorgeworfen, daß er »über seine Pläne schweigt«. Da greifbare Tatsachen fehlen, befaßt sich unsere tägliche Heimatzeitung mit der »überkochenden Gerüchteküche«. Zumal der neue »Heidewald«-Eigentümer Ende 2020 bereits die Specht-Ruine erworben hat. Verdächtig ist zudem, daß es keinen Internetauftritt gibt. In der heißen Suppe rührt auch kräftig der fraktionslose Stadtverordnete aus dem Kiez Carsten Zinn mit. »Ich vermute ganz stark«, so Zinn, »daß die Stadtverwaltung Eberswalde erneut einem sehr windigen, in der Sache sehr intransparenten Immobilienspekulanten aufgesessen ist. Es ist zu vermuten, daß die vermeintlichen großen Pläne der neuen Eigentümerschaft sehr schnell in einem Kartenhaus zusammenfallen.« Tatsachen, die seine Vermutungen irgendwie belegen könnten, bleibt der einstige Ortsvorsteher des Viertels leider schuldig.

Übrig bleibt ein Bauchgefühl, das sich lediglich auf den fremdländischen Namen des Investors und sein auf den ersten Blick undurchsichtiges Firmengeflecht stützt.

Wie die »Heimatzeitung« berichtet, wird an den Stammtischen im Kiez und auf den Bänken am Potsdamer Platz darüber spekuliert, ob der »Specht« zur Tagespflege umgebaut werden könnte oder gar zur Moschee. Für letztere Nutzung gibt es durchaus Bedarf. Die derzeit für muslimische Gottesdienste genutzte Turnhalle sei zu den Freitagsgebeten regelmäßig »hoffnungslos überfüllt«, berichtet die MOZ. Dem christlichen Gemeindezentrum an der Potsdamer Allee gelingt dies eher selten.

Tatsächlich ist Sahin Sanli, dem die beiden Gesellschaften gehören, die den Specht und den Heidewald erworben haben, türkischstämmig, allerdings als wohl gebürtiger Berliner längst in der bundesrepublikanischen Gesellschaft integriert. Dies bestätigt auch die Eberswalder Baudezernentin Anne Fellner. Der neue Eigentümer habe umgehend Kontakt mit der Stadtverwaltung aufgenommen. Er spreche perfekt Deutsch und sei sehr rührig. Er komme aus der Finanzwelt und wolle nun in das Immobiliengeschäft einsteigen. Er wolle etwas bewegen und sicherlich auch gut Geld verdienen. Ersteres, so das Anliegen der Dezernentin, soll so gut wie möglich zugunsten der Stadt und des Brandenburgischen Viertels gestaltet werden. Mit ihrer Planungshoheit habe die Stadt dafür durchaus auch die Möglichkeiten.

Der gelernte Bankkaufmann hatte 2019 gemeinsam mit seiner Cousine die LIRIK Real Estate GmbH gegründet. Dies sei die faktische Muttergesellschaft für die jeweiligen Projektgesellschaften, über die die konkreten Projekte abgewickelt werden. Das ist in der Immobilienbranche ein durchaus übliches Verfahren, weil so das Geschäftsrisiko, das mit jedem einzelnen Projekt verbunden ist, für die Trägergesellschaft minimiert wird. Daneben gibt es noch die 2018 gegründete BIF Finanzvermittlung und Immobilien Berlin UG, über die Sanli vermutlich die Finanzierungen für seine Projektgesellschaften organisiert. Für die Projekte in Eberswalde gründete Sahin Sanli die Projekt Specht Eberswalde GmbH und die Projekt HDW Eberswalde GmbH. Daneben fungiert Sahin Sanlie bei weiteren 5 Gesellschaften als Geschäftsführer: der Golf Resort Schloßgut Sickendorf GmbH, der PROJEKT Bockmühle 18 GmbH, der PROJEKT Generaldepot Carl-Reichstein GmbH Berlin, der PROJEKT Markt 2 Rügen GmbH und der HS 78 Beteiligungsgesellschaft mbH. Beim Schloßgut Sickendorf handelt es sich um eine laut Nutzern etwas heruntergekommene Golfanlage in Hessen, die 2019/2020 übernommen wurde. Beim Projekt Bockmühle 18 ging es vermutlich um ein altes Hotel in Wuppertal, bei dem allerdings die Stadt Wuppertal ihr Vorkaufsrecht ausgeübt hat, um dort eine Gesamtschule zu errichten. Die Projekt Generaldepot Carl-Reichstein GmbH dürfte in Brandenburg an der Havel agieren. Zu den beiden anderen Gesellschaften konnten keine weiteren Informationen ermittelt werden.

Sicherlich ist es eine anspruchsvolle Aufgabe, bei einem so breitgefächerten Firmengeflecht jedes einzelne Projekt zum Erfolg zu bringen. Inwieweit die Erwartungen der einen oder die Befürchtungen der anderen erfüllt werden, kann man indes nur abwarten. Licht ins Dunkel kann nur der Investor selbst bringen, was er allerdings auch zugesagt hat.

(17. Oktober 2021 – dieser Beitrag erschien zuerst in der »Barnimer Bürgerpost« Nr. 315 vom 13. Oktober 2021)

Siehe auch:
Lebendiges Einkaufszentrum »Heidewald«




Im vorliegenden Luftbild, das das Brandenburgische Viertel im Blick von Ost nach West darstellt, steht der fünfte Wohnblock des Cottbuser Quartiers noch. Deutlich erkennbar ist der dichte Baumbestand im westlichen Teil des Wohnhofes (in der Mitte links).

Innenhof Cottbuser Quartier:
»Wald bleibt erhalten«

Genossenschaft: Ängste von AWO-Mietern sind unbegründet

maxe. Im »Cottbuser Quartier« der Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 e.G. wird fleißig gebaut. Von den fünf Wohnblocks der Genossenschaft wurde einer abgerissen. Die vier übrigen sind leergezogen und werden von Grund auf saniert und modernisiert.

Südlich wird das Karee zwischen Cottbuser und Spreewaldstraße von der Frankfurter Allee begrenzt. Die dortigen Wohnungen gehören nicht der Genossenschaft sondern der AWO Eberswalde und sind bereits nach der Übernahme durch die AWO in den 90er Jahren modernisiert. Die AWO-Mieter erleben also die Modernisierungsarbeiten der Genossenschaft quasi hautnah mit und müssen auch den damit verbundenen Staub und vor allem Lärm ertragen.

Neben den Staub- und Lärmbelästigungen, die von den AWO-Mietern mehr oder weniger als notwendig hingenommen werden, wurden jüngst neue Ängste geschürt. Hintergrund sind Simulationsbilder, mit denen die Genossenschaft das künftige Aussehen der sanierten Wohnblöcke darstellen wollte. Während aktuell der westliche Innenhof durch einen von Kiefern dominierten Wald dominiert wird, ist davon auf den Simulationen nichts zu sehen. Einige AWO-Mieter fürchten nun, daß im Zuge einer Neugestaltung des Innenhofs auch in großem Maßstab Bäume gefällt werden.

Der fraktionslose Stadtverordnete Carsten Zinn, selber Mieter bei der AWO, wandte sich deshalb an die Baumexpertin Christin Zierach in der Stadtverwaltung Eberswalde und erbat offizielle Informationen und wies auf die Notwendigkeit hin, daß im Falle von »scheinbar bevorstehenden Baumfällaktionen in Größenordnungen« die betroffenen Mieterinnen und Mieter rechtzeitig »zu diesem Erneuerungsprozeß« informiert und verantwortungsbewußt rechtzeitig mitgenommen werden.

Eine Antwort aus der Stadtverwaltung liegt der MAXE-Redaktion noch nicht vor. Auf die MAXE-Nachfrage bei der Genossenschaft antwortete Chefkundenbetreuer Marko Reinhardt: »Bei der Planung des Innenhofes war von Beginn an klar, daß der Wald im Innenhof erhalten wird. Dies ist auch mit der AWO von Beginn an so besprochen.«

(24. September 2021)

Siehe auch:
Baustart mit »Sprechblasen« und »Maskottchen«




Bereits im Frühjahr ist die geplante Trasse für die Höchstspannungsfreileitung auch am Brandenburgischen Viertel frei geschlagen worden. Die 380-kV-Freileitung soll nur etwa 80 Metern Entfernung zur Wohnbebauung haben.

380-kV-Höchstspannungsfreileitung (Uckermarkleitung):
50Hertz schafft Tatsachen

Bundesverwaltungsgericht entscheidet im II. Quartal 2022

»Im Bereich Eberswalder Straße und Kopernikusring in Eberswalde«, heißt es in einer aktuellen Information des Netzbetreibers 50Hertz Transmission GmbH, »beginnen in der Woche vom 20. bis 26. September 2021 bauvorbereitende Maßnahmen für die neue Uckermarkleitung«.

Eine abschließende und rechtlich gültige Planfeststellung liegt dafür nicht vor. Gegen den Planfeststellungsbeschluß von 2020 läuft derzeit noch eine Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Das hatte allerdings die aufschiebende Wirkung der Klage lediglich »für den Bereich zwischen dem Mast 1 (Umspannwerk Bertikow) und Mast 217 (Höhe Ortschaft Golzow) angeordnet« (Beschluß des 4. Senats BVerwG vom 15.06.2021).

Darauf hatte 50Hertz zuvor schon freiwillig verzichtet, allerdings im Südabschnitt schon seit Ende des vergangenen Jahres begonnen, Bäume zu fällen und Masten zu errichten. Es sei Sache der 50Hertz GmbH »zu entscheiden, ob sie bereits Investitionen vornimmt, obwohl sie nicht über einen bestandskräftigen Planfeststellungsbeschluß verfügt«, so das Gericht damals (BverwG, 12.11.2020). Die Bürgerinitiative bezeichnete das, was 50Hertz da betreibt, als »Hazardpoker«.

Nun mach also 50Hertz mit ihrem »Hazardpoker« im Bereich der Stadt Eberswalde weiter. Zwischen Eberswalder Straße und Kopernikus weicht die Trasse der geplanten 380-kV-Freileitung gegenüber der bestehenden 220-kV-Leitung nach Osten aus. Nach Fertigstellung der neuen Leitung soll der Mast der Bestandsleitung abgebaut werden.

Konkret geht es um den Abriß von Garagen. »Zwei Garagenreihen (die Reihen 4 und 5) machen Platz für den neuen Mast 246«, heißt es in der Mitteilung von 50Hertz. »Die Arbeiten werden voraussichtlich bis 8. Oktober abgeschlossen sein.. Der Aufbau des Mastes soll im Februar des nächsten Jahres beginnen. Zunächst wird ein Fundament erstellt, dann ab März der Mast montiert. Die Montage der Leiterseile kann dann in den Sommermonaten beginnen.«

Was 50Hertz verschweigt, ist die Tatsache, daß erst im II. Quartal 2022 über die Klage gegen den Planfeststellungsbeschluß zur 380-kV-Freileitung entschieden werden soll. Der Netzbetreiber tut also so, als hätte er vor dem Gericht bereits gewonnen. Frechheit siegt. Das kann aktuell im Zusammenhang mit dem Bau der Tesla-»Gigafactory« von Elon Musk bei Erkner beobachtet werden.

Seitens der Eberswalder Stadtverwaltung – und auch seitens der Stadtverordnetenversammlung – kann bezüglich der 380-kV-Freileitung keinerlei Widerstand mehr erwartet werden. Die Baudezernentin Anne Fellner, die inzwischen von den Stadtverordneten zur Beigeordneten befördert wurde, hat schon Anfang des Jahres darüber informiert, daß die Stadtverwaltung die von 50Hertz offerierten als »Beschleunigungszuschläge« umschriebenen und damit als legal eingeordneten Bestechungsgelder offiziell angenommen hat.

Gerd Markmann – 22. September 2021

Siehe auch:
»Die PARTEI fordert: Licht für alle – und das kostenlos!«
»Beschleunigungszuschläge«
»Eine breite Schneise im Wald...«
Bürgerinitiative »Biosphäre unter Strom – keine Freileitung durchs Reservat!«
Barnimer Bürgerpost: »So banal wie die Realität«




Strahlende Gesichter unter Schutzhelmen.

Minister-Event im »Aktionsraum Cottbus«:
Baustart mit »Sprechblasen« und »Maskottchen«

Mit Kommentaren des Stadtverordneten Carsten Zinn

maxe. »Unter Ausschluß der breiten Öffentlichkeit – einschließlich der Stadtverordneten, die im Kiez wohnen – gab es am 22. Juli einen ministeriellen 'Betriebsausflug' in den sozialen Brennpunkt der Stadt Eberswalde.« Dies teilte der fraktionslose Stadtverordnete aus dem Kiez Carsten Zinn mit.

Dabei bezog er sich auf eine Information der Eberswalder Stadtverwaltung auf der städtischen Internetseite. In der Rubrik »Aktuelles« wird dort über den »Baustart für den großen 'Aktionsraum Cottbus' im Brandenburgischen Viertel« am 22. Juli berichtet, zu dem Brandenburgs Minister für Infrastruktur und Landesplanung Guido Beermann und der neue Leiter für Stadtentwicklung im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung Stefan Bruch nach Eberswalde kamen.

»Zumindest durfte«, so Zinn weiter, »das ehrenamtliche kommunale 'Maskottchen' der Baudezernentin und designierten Ersten Beigeordneten der Stadt Eberswalde an diesen handverlesenen ministeriellen und WG 1893 Eberswalde eG Akt, einschließlich Show und Entertainment teilnehmen. Dafür läßt sich das 'Maskottchen' in seinen und anderen sozialen Netzwerken feiern.« Der fraktionslose Stadtverordnete aus dem Kiez hat einen entsprechenden Link mitgeschickt, so daß man auch erfahren kann, wen er mit der wenig schmeichelhaften Bezeichnung »Maskottchen der Baudezernentin« tituliert. Über den Link gelangt man auf die Bürgermeisterwahlkampfseite von Götz Herrmann, Stadtverordneter der Fraktion SPD|BFE und Vorsitzender des Hauptausschusses der Stadt Eberswalde. Sehr wahrscheinlich wurde er in dieser Funktion eingeladen, weil der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Martin Hoeck (FDP), der zugleich dem Aufsichtsrat der Genossenschaft angehört, verhindert war.

Der von Zinn kritisierte »Ausschluß der breiten Öffentlichkeit« wird von den Veranstaltern sehr wahrscheinlich mit nötigen Pandemie-Vorkehrungen begründet werden. Das Event in der Havellandstraße vor einem Jahr war noch durch Proteste gegen den Abriß des Wohnhauses in der Brandenburger Allee 15-21 »gestört« worden (siehe: »Der Brausediebstahl«). Damals war der Minister in das Viertel gekommen, um die Kooperationsvereinbarung zwischen dem Land Brandenburg, der Stadt Eberswalde und der Wohnungsgenossenschaft 1893 Eberswalde eG zu unterzeichnen. Wie schon vor einem Jahr, wurde auch für das aktuelle Event die Fläche eines bereits vor mehreren Jahren abgerissenen Wohnblockes genutzt.

Bei einer Gesamtinvestition von 57 Millionen Euro, steuert das Land Brandenburg 52 Millionen Euro Wohnraumfördermittel als zinslose oder zinsbegünstigte Darlehen bei. »Bis 2024 werden dadurch 33 barrierefreie Aufgänge mit ca. 340 barrierefreien Wohnungen, davon mindestens 284 Sozialwohnungen, geschaffen«, heißt es in der Mitteilung der Stadtverwaltung.
Zusätzlich stehen 8 Millionen Euro aus Programmen der Städtebauförderung für Maßnahmen der Stadt Eberswalde bis Ende 2024 zur Verfügung.

Die meisten Aussagen der städtischen Pressemitteilung sind für Carsten Zinn »erneut Sprechblasen vom feinsten, die mit den täglichen Realitäten im Brandenburgischen Viertel wenig zu tun haben«. Konkret benennt er hier die Aussage der Baudezernentin Anne Fellner über die sich ergebenden einmalige Chancen für das Viertel: »Zum Beispiel der Gewinn neuer Bewohnerinnen und Bewohner, die soziale Entwicklung des Wohnraums sowie die Stärkung eines solidarischen Miteinanders, vor allem durch das Quartiersmanagement als zentralem Akteur der Vernetzung und Aktivierung«. Auch Fellners Verweis »auf weitere Maßnahmen der Stadt, wie den kürzlich abgeschlossenen Ausbau der Frankfurter Allee, die Planungen zum Neubau des Horts an der Kyritzer Straße 17 und die neuen Perspektiven für 'den Specht'« werden von dem Stadtverordneten unter dem Begriff »Sprechblasen vom feinsten« subsummiert. In Sachen »Specht« spielt er darauf an, daß die Identität des Käufers, der Ende 2020 die »Specht«-Immobilie erworben hatte, trotz seiner permanenten Nachfragen in der Öffentlichkeit noch immer nicht bekannt ist.

»Auch für das Vesper war dank eines renommierten Eberswalder Gastro-Unternehmens für den Ministeriellen Troß am Nachmittag des 22. Juli gesorgt«, schließt Carsten Zinn seinen Bericht. Er hoffe, »daß auch das Bier von hier für den Präsidenten des FV Preußen Eberswalde e.V. angemessen zur Verfügung stand«. Nach dem Genossenschafts-Event zog der Minister nämlich weiter zum Kranbaustadion, um dem Vereinsvorsitzenden Danko Jur (CDU) des einst mit dem gegenüberliegenden Betrieb verbundenen Fußballvereins (damals Motor Eberswalde) 5.000 Euro Lottomittel für die Planung der Erweiterung des Vereinshauses zu übergeben.

(28. Juli 2021)

Siehe auch:
»Der Brausediebstahl«
»Initiative: Denkmalschutz für einen Plattenbau!«
»Abriß abgesegnet«
»Denkmalschutz für Abrißblock«
»Unser Viertel wird weiter zerstört!«
»Großprojekt BRAND.VIER«
»Aktionen gegen Wohnungsabriß und Mietsteigerung«
»Unglaublich! – Wohnungsgenossenschaft auf neuen (Miet)Höhen«




Das Brandenburgische Viertel wird allenthalben als "sozialer Brennpunkt" in Eberswalde bezeichnet. Tatsächlich haben die vor gut 30 Jahren veränderten gesellschaftlichen Verhältnisse und der damit einhergehenden sozialen Differenzierung große Teile des Viertels immer mehr in eine Wohnstatt für den ärmeren Teil der Eberswalder Bevölkerung verwandelt. Daß die Verbreitung des Coronavirus und vor allem auch die dekretierten - oftmals unzulänglichen und andererseits zum Teil fehlgehenden - Maßnahmen zur Eindämmung dieser Verbreitung vor allem die Ärmeren trifft, zeigt sich nicht zuletzt in den Mängeln, welche mit der Initiative des Kontakt e.V. nun bekämpft werden sollen. Wie die meisten der vor allem ehrenamtlich gestützten Hilfen können damit leider nur die schlimmsten Versäumnisse ein wenig nachgeholt werden. Hausaufgabenhilfe bei »Kontakt«

Mit 7.000 Euro aus dem Projektfonds »Soziale Stadt« wird die »Selbsthilfewerkstatt für Familien des Kontakt e.V. gefördert. Der Verein bietet nun insbesondere Familien mit Fluchterfahrung Unterstützung bei den Hausaufgaben an.

Durch die entstandenen Schwierigkeiten in der Pandemie und die unregelmäßigen Präsenzzeiten in der Schule haben einige Schülerinnen und Schüler sowie deren Familie steigende Schwierigkeiten, beim Schulstoff den Anschluß zu halten. Das gilt im besonderen für Flüchtlingsfamilien, bei denen zusätzlich noch das Erlernen der deutschen Sprache hinzukommt.

Die Eltern sind mit dem Abarbeiten der Schulaufgaben oftmals überfordert, folglich haben die Kinder keinen Lernerfolg. Sie zeigen schwache Leistungen in der Schule und es kommt zu Konflikten innerhalb der Familien. Fehlende technische Gerätschaften (PCs, Laptops) verschärfen die Hilflosigkeit bereits vorhandener schwacher Sprachkentnisse bei Kindern mit Migrationshintergrund.

Die Hausaufgabenhilfe findet beim Kontakt e.V. im genossenschaftlichen Vereinshaus in der Havellandstraße 15 sowie im Bürgerzentrum in der Schorfheidestraße 13 statt. Die vom Sprecherrat »Soziale Stadt« befürwortete Förderung ermöglicht nun die Anschaffung von Laptops samt Programmen (2.500 Euro) und Verbrauchsmaterialien (750 Euro) sowie die Finanzierung von Aufwandsentschädigungen, Übersetzungskosten und Honoraren (5.900 Euro). Neben den 7.000 Euro der »Sozialen Stadt« erhält der Verein 1.900 Euro über die Jugendförderung der Stadt Eberswalde. Den Differenzbetrag von 250 Euro trägt der Kontakt e.V. als Eigenanteil.

Das Projekt der Hausaufgabenhilfe ist bis zum Jahresende 2021 konzipiert. Die Laptops sollen danach insbesondere Frauen mit Migrationshintergrund zur Verfügung stehen und diese beim Erwerb von Medienkompetenzen unterstützen.

Neben diesem Projekt gibt es weitere Bemühungen, Nachhilfeunterricht im Kiez zu organisieren, der sich nicht nur auf die Kinder mit Migrationshintergrund konzentriert, die eine besondere Förderung auch hinsichtlich der sprachlichen Verständigung benötigen, für die sich der Kontakt e.V. einsetzt. Zudem steht beim Buckow e.V. auch das »Digitale LearningSpace« für alle Einwohner im Viertel zur Verfügung.

Ronald Schild – 13. Juli 2021

Siehe auch:
»Bildungsnotstand für Schulbeginner«
»Digitaler LearningSpace«


Kontakt Eberswalde e.V.
Adresse: Vereinshaus, Havellandstraße 15, 16227 Eberswalde
Tel: 03334 383070 · Fax: 03334 383010
eMail:




Der Verbindungsweg zwischen der Spreewaldstraße und der Cottbuser Straße stand nicht auf dem Programm des Runden Tischs Rad- und Gehwegsanierung. Dieses Teilstück wurde im März des Jahres außer der Reihe instandgesetzt. Das war aus Gründen der Verkehrssicherung notwendig geworden.

Im Frühjahr gab es wieder zahlreiche Baumpflanzungen im Brandenburgischen Viertel. Wie Tiefbauamtsleiterin Heike Köhler der MAXE-Redaktion mitteilte wurden in der Prignitzer Straße, Spreewaldstraße, Wittstocker Straße, Rheinsberger Straße, Schwedter Straße, Flämingstraße und Zum Schwärzesee insgesamt 45 Bäume gepflanzt.

Geh- und Radwegesanierung:
Rückstände gegenüber dem Plan

Im Kiez kann auf Fördermittel zurückgegriffen werden

maxe.Insgesamt 13 Maßnahmen mit geschätzten Kosten von knapp 400.000 Euro, die vom Runden Tisch Geh- und Radwegsanierung im Oktober 2019 für die abgestimmt waren, sind als nicht erledigt in das Jahr 2021 übernommen worden. Weitere 17 Maßnahmen sind für die Jahre 2021 bis 2023 vorgeschlagen mit einem geschätzten Wertumfang von 730.000 Euro. Die entsprechenden Listen wurden jetzt auf Drängen des fraktionslosen Stadtverordneten Carsten Zinn den Stadtverordneten übersandt.

Lediglich zwei der aufgelisteten Maßnahmen tangieren das Brandenburgische Viertel. So soll der Weg an der Prignitzer Straße zwischen Am Schwärzesee und Ringstraße sowie der Weg auf der westlichen Seite der Spechthausener Straße nördlich des ehemaligen Bahnübergangs saniert werden.

Davon abgesehen sind im Brandenburgischen Viertel selbst vom Runden Tisch Geh- und Radwegsanierung keine Instandsetzungen von Wegen vorgesehen. Das hat weniger mit dem guten Zustand der Wege im Kiez als vielmehr damit, daß hier im Rahmen des Wegenetzkonzeptes für den Bau und die Sanierung von Wegen auf Städtebaufördermittel zurückgegriffen werden kann, während die vom Runden Tisch gelisteten Sanierungen vollständig aus dem städtischen Haushalt finanziert werden, wie die 2020 erfolgte Sanierung des Gehwegs an der Prignitzer Straße zwischen Schwedter Straße und Potsdamer Allee.

Im Rahmen des Wegenetzkonzeptes sollen ab 2021/22 erste Maßnahmen im Bereich Schorfheidestraße realisiert werden (siehe auch: »Der Schorfheideplatz«).

Unbeschadet der genannten Planungen kommt es zuweilen auch vor, daß Gehwege außer der Reihe repariert werden. So geschehen im März des Jahres mit dem Verbindungsweg zwischen der Spreewaldstraße und der Cottbuser Straße (Foto). Dort hatte das Tiefbauamt im Rahmen der Straßenunterhaltung eine Bordsteinabsenkung in Auftrag gegeben. Aus Verkehrssicherheitsgründen wurde im Zusammenhang der Gehwegabschnitt mitrepariert. Finanziert wurde diese Maßnahme, so die Tiefbauamtsleiterin Heike Köhler, aus den für die allgemeine Straßenunterhaltung vorgesehenen Mitteln.

(2. Juli 2021)

Siehe auch:
»Der Schorfheideplatz«
»Gehwegsanierung im Kiez«




Das Band ist durchgeschnitten

Frankfurter Allee am 30. Juni übergeben

maxe. Noch ein paar Regieanweisungen der Baudezernentin Anne Fellner: Es ist besser, wenn die Bürger das Band durchschneiden als wenn immer nur die gleichen Verwaltungsgesichter zu sehen sind. Das Kind im Rollstuhl sollte noch etwas nach vorn. Und bitte Platz machen für die Frau mit dem Rollator... Dann war alles bereit und auf 3 wurde das Band durchgeschnitten.

Mehr als ein Jahr war die Frankfurter Allee gesperrt, damit die Fahrbahn grundhaft ausgebaut werden konnte. Gegenüber den ursprünglichen Plänen verzügerte sich die Fertigstellung um einen Monat. Zu diesen Verzögerungen hatte u.a. die mangelnde Verfügbarkeit der Asphaltiermaschine geführt. Wie Bürgermeister Friedhelm Boginski berichten konnte, wurde auch die Regenentwässerung erneuert. Das Regenwasser wird nun nicht mehr über das Drehnitzfließ in den Finowkanal abgeleitet, sondern versickert im Sand des Brandenburgischen Viertels, zum einen Teil unterirdisch, zum anderen Teil über das Regenwasserversickerungsbecken gegenüber dem Max-Reimann-Denkmal an der Ecke Frankfurter Allee/Spechthausener Straße.

Der Bürgermeister erinnerte an die Verkehrseinschränkungen - nicht zuletzt mußte der Obus zum Teil außen um das Viertel herumfahren - und wies auch darauf hin, daß der Bau sehr teuer war. Finanziert zum großen Teil aus Landes- und bundesfördermitteln. Boginski dankte den Mitarbeitern der ausführenden Bauunternehmen und den Bearbeitern in der Stadtverwaltung.

Neben einigen Einwohnern des Viertels, Mitarbeitern der Stadtverwaltung und der beteiligten Unternehmen, waren auch eine Reihe Stadtverordnete zur Übergabe erschienen. Darunter die im Viertel wohnenden Carsten Zinn (fraktionslos) und Mirko Wolfgramm (Die PARTEI Alternative für Umwelt und Natur). Auch dessen Fraktionskollege Oskar Dietterle hatte es sich nich tnehmen lassen, zur Übergabe zu kommen. Die SPD|BFE-Fraktion war mit Ringo Wrase, Götz Herrmann, Dr. Hans Mai und Eckhard Schubert. Die Fraktion FDP/Bürgerfraktion Barnim war mit Martin Hoeck und Frank Banaskiewicz vertreten.

(30. Juni 2021)

Siehe auch:
»Öffnung und Sperrung«
»Sperrung bis zum Mai 2021«
»Regenwasser bleibt im Kiez«
»Regenentwässerung angepaßt«
»Obus wieder auf der Außenrunde«
»Warum nicht zur Landschaft passend?«




Die WHG will im Brandenburgischen Viertel neue Wohnungen bauen und ihre unsanierten Wohnungen in der Finsterwalder und Cottbuser Straße im zweiten Bauabschnitt modernisieren.

11 Millionen Euro für Neubau und Modernisierung:
WHG investiert im Kiez

maxe. Der Aufsichtsrat der stadteigenen WHG Wohnungsbau- und -hausverwaltungsgesellschaft mbH Eberswalde hat am 26. Mai in seiner 48. Sitzung »den Weg frei gemacht für ein weiteres millionenschweres Stadtentwicklungsvorhaben der WHG«.

Mit mehr als 18,5 Millionen Euro sei das WHG Sanierungs- und Instandhaltungsprogramm 2021 bereits »sehr ehrgeizig und ambitioniert«, sagt Doreen Boden, Prokuristin und Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit der WHG. Nun hat der Aufsichtsrat weitere 11 Millionen Euro genehmigt, die von 2021 bis 2024 in einen Neubau und für Modernisierungen im Brandenburgischen Viertel investiert werden.

Die WHG folgt mit dieser Investition dem Beispiel der Wohnungsgenossenschaft 1893 eG, die durch Fördermittel unterstützt von 2020 bis 2024 insgesamt 57 Millionen Euro in den Umbau und die Modernisierung von Wohnblocks im Brandenburgischen Viertel verbaut. Bestandteil der Investitionen der Genossenschaft sind auch der Abriß von drei Wohnblocks, von denen zwei bereits »zurückgebaut« worden sind. Der dritte Abriß der Genossenschaft in der Brandenburger Allee 15 bis 21 soll im Winter 2021/22 realisiert werden.

Die WHG will demgegenüber als erster Wohnungsanbieter seit mehr als 20 Jahren im Brandenburgischen Viertel neue Wohnungen bauen.

(31. Mai 2021)




Im Winter war der »Schwarze Weg« zeitweise ein »weißer Weg«. Mehr Licht im Wald

Beleuchtungsanlage im "Schwarzer Weg" wird erneuert

maxe. Der sogenannte »Schwarze Weg« vom Brandenburgischen Viertel bis zum Bahnübergang zum Tierpark und zum Krankenhaus wird bald in neuem Licht erstrahlen. Dies hat der Hauptausschuß der Stadt Eberswalde im Februar beschlossen. Die Erneuerung der Wegebeleuchtung geht auf einen Antrag der Fraktionen SPD/BFE und Bündnis Eberswalde zurück.

»Die Wegeverbindung Schwarzer Weg«, argumentiert das städtische Tiefbauamt, »ist eine wichtige Verbindung für Fußgänger und Radfahrer zwischen dem Krankenhaus und dem Zoo ins Brandenburgische Viertel und in Richtung Finow«. Zurzeit wird der etwa 800 Meter lange Weg mit elf alten verschlissenen Leuchten aus DDR-Zeiten beleuchtet.

Die Vorplanung der HVB Ingenieurgesellschaft mbH aus Wandlitz sieht nun vor, eine eine Beleuchtungsanlage mit LED-Leuchten mit dem Clever Light System der Firma Leipziger Leuchten GmbH aufzustellen. Die Leuchten werden auf eine sehr geringe Grundhelligkeit eingestellt. Passieren jedoch Fußgänger und Radfahrer den Weg, werden sie von den an den Leuchten angebrachten Sensoren erfaßt und die Leuchtstärke erhöht sich automatisch und fährt auf das zuvor programmierte Beleuchtungsniveau hoch. Das Signal wird an die nächste Leuchte weitergegeben, die ebenfalls hochfährt. Das Licht begleitet so den Verkehrsteilnehmer auf seinem Weg. Nach einer eingestellten Zeit fahren die Leuchten wieder zurück, bis die programmierte Grundhelligkeit erreicht ist. Vergleichbares gibt es bereits im Schwappachweg. Bereits im Dezember hat der Hauptausschuß den Bau einer ähnlichen Beleuchtungsanlage am Weg zwischen Zainhammer und dem Tierpark Eberswalde beschlossen.

Statt der bisherigen elf Leuchten soll die neue Beleuchtungsanlage 20 LED-Leuchtpunkte umfassen. Die Ausleuchtung des „Schwarzen Weges“ wird sich somit deutlich verbessern, bei zugleich geringeren Energiekosten. Das Leipziger Clever Light System wirkt sich nicht nur positiv auf den Stromverbrauch aus, sondern trägt auch zu weniger Lichtverschmutzung und Schonung nachtaktiver Insekten bei. Der gewählte Leuchtentyp »Alfons« minimiert zudem auch konstruktionsbedingt unnötige Lichtverschmutzung.

Die Erneuerung der Lichtanlage des Schwarzen Weges kostet insgesamt etwa 150.000 Euro, die vollständig durch Eigenmittel der Stadt aufgebracht werden. Die Realisierung ist im dritten Quartal 2021 geplant. Weil für den Auftrag weniger als 500.000 Euro umgesetzt werden, reichte ein Beschluß des Hauptausschusses aus, der der »Entwurfsplanung zum Bau der Straßenbeleuchtung Schwarzer Weg« zustimmte.

(27. März 2021)




Auf dem Areal südöstlich der Spechthausener Kreuzung sollen neue Gewerbe- und Wohngebäude mit bis zu 80 Wohnungen entstehen. (Karte aus dem Bericht zur Städtebaulichen Machbarkeitsstudie für die Grundstücke Eberswalder Straße Ecke Spechthausener Straße in Eberswalde)

Vor den Toren des Brandenburgischen Viertels:
Ein neues Zentrum für Eberswalde

maxe. Im Dezember haben die Eberswalder Stadtverordneten mehrheitlich beschlossen, den Bebauungsplan Nr. 527 »Finowtal« aufzustellen. Der Bebauungsplan befaßt sich mit dem etwa anderthalb Hektar großen Gelände südlich der Eberswalder Straße zwischen dem Toom-Baumarkt und der Spechthausener Straße einschließlich des ehemaligen Friedhofs Eisenspalterei. Auch das Bethaus neben dem Friedhof ist einbezogen. Nach eigenen Aussagen des Bauträgers konnte er das Grundstück allerdings noch nicht wie beabsichtigt erwerben.

Bei dem Bauträger handelt es sich um die IZ GmbH & Co. KG mit Sitz in der Coppistr. 3 in Eberswalde. Die IZ arbeitet eng mit der Anevix Union GmbH aus der Drehnitzstraße zusammen. Aktuelle Projekte in Eberswalde sind das einstige Bahnhofshotel, ein Doppelhaus am Finowkanal, vier Doppelhäuser in Finow (am Ortsausgang Richtung Finowfurt) und ein Mehrfamilienhaus in der Spechthausener Straße (ehemaliger Lindenhof).

Bereits 2007 hatte die Stadtverordnetenversammlung die Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Areal südöstlich der Spechthausener Kreuzung beschlossen. Damals sollten »weitere städtebaulich unerwünschte Ansiedlungen von Discountern im Kreuzungsbereich ausgeschlossen werden und eine Lenkung dieser in das EKZ Heidewald unterstützt werden«. Nun gilt eine »geänderte Zielsetzung«, die mit der Stadtverwaltung abgestimmt wurde.

Von einer »Lenkung« beabsichtigter Gewerbeansiedlungen in das EKZ Heidewald ist keine Rede mehr. Vielmehr sollen »Wohnen und Arbeiten am Standort Eisenspalterei gestärkt werden. Generelle Ziele der Stadtentwicklung Eberswalde wie die Stärkung der Erwerbsgrundlage, die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum sowie eine auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit ausgerichtete Entwicklung wurden in die Standortentwicklung integriert.«

Laut der städtebaulichen Machbarkeitsstudie, die am 1. Dezember im Ausschuß für Stadtentwicklung, Wohnen und Umwelt präsentiert wurde, beabsichtigt die IZ GmbH & Co. KG eine Neubebauung für Büro-, Service- und Dienstleistungsnutzungen (Gewerbe), vielleicht auch mit einem Hotel und einer integrierten Kindertagesstätte sowie für Wohnungen.

Der Gewerbeteil soll in zusammenhängender viergeschossigen Blockrandbebauung an der Eberswalder Straße zwischen dem alten Friedhof und der Kreuzung sowie in etwa gleicher Länge von der Kreuzung entlang der Spechthausener Straße entstehen. Dem soll sich, baulich mit dem Gewerbeteil verbunden, ein Mehrfamilienhaus anschließen. Weitere Wohnhäuser sind im hinteren Bereich des Grundstückes vorgesehen. Die Studie schlägt in einer Variante 80 Wohnungen mit Flächen zwischen 41 und 108 Quadratmetern vor. Eine zweite Variante beschränkt den Mietwohnungsbau auf den vorderen Bereich mit insgesamt 32 Wohnungen. Im hinteren Bereich wäre dann Platz für 19 »Townhäuser« (Reihenhäuser) mit Wohnflächen zwischen 181 und 214 Quadratmetern.

Letzteres könnten sich sicherlich nur Menschen mit höherem Einkommen leisten. Für die Linksfraktion ist die Mietpreisentwicklung bei Neuvermietungen in Eberswalde »besorgniserregend«. Daher setzte sie eine Änderung des Aufstellungsbeschlusses durch. Als Ziel wird nun festgeschrieben, daß für 25 Prozent des Gesamtwohnbestandes geförderter sozialer Wohnraum vorzusehen ist. Davon abgesehen begrüßen die Linken »die Entwicklung des Geländes und die grundsätzlichen Planungen«.

Nach diesen »grundsätzlichen Planungen« wird sich die bisherige Ansammlung von Lebensmittel- und Fachmärkten sowie Kfz-Werkstätten in profanen Zweckbauten mit zugehörigen Parkplätzen zu einem neuen Zentrumsbereich in Eberswalde entwickeln.

Wie sich dies auf die bisherigen Zentren (Innenstadt, Finow und Brandenburgisches Viertel) auswirken wird, ist in der Machbarkeitsstudie nicht untersucht worden. Nachteilig dürfte das neue Zentrum vor allem für das Brandenburgische Viertel und hier insbesondere für das Einkaufszentrum »Heidewald« wirken, das dann möglicherweise bald billig zu haben ist.
Im Viertel selbst hat zuletzt der Neubau eines Sanitätshauses mit zwei Arztpraxen zur weiteren Angebotsdezentralisierung innerhalb des Ortsteils beigetragen, was dem seit zwanzig Jahren faktisch verfolgten städtebaulichen Prinzip entspricht.

Die Stadtverwaltung wurde von den Stadtverordneten beauftragt, »die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit« zu gewährleisten. Zu diesem Zweck soll der Bebauungsplan öffentlich ausgelegt werden. Dabei soll auch bekannt gemacht werden, daß der Bebauungsplan »im beschleunigten Verfahrung ohne Durchführung einer Umweltprüfung aufgestellt werden soll«.

(27. Dezember 2020)




Frostiger Blick über die Brachflächen südlich der Brandenburger Allee auf den Abriß-Block der Wohnungsgenossenschaft in der Brandenburger Allee 15-21 (rechts). Eine Neugestaltung des Bereichs soll den »Stadtteileingang West« künftig aufwerten.

Beteiligungsverfahren auf Einladung:
Den Kiezeingang West gestalten

Bereits seit Jahren wird die nach 1990 entstandene Situation an den Eingangsbereichen ins Brandenburgische Viertel im Westen wie im Osten als »städtebaulicher Mißstand« bewertet. Durch die neuen Förderstrukturen für den Stadtumbau können künftig dafür Fördermittel akquiriert werden. Dadurch gerieten diese Mißstände nun auch in den Fokus konkreter Planungen der Stadtverwaltung.

Im Zusammenhang mit der Sanierung der Frankfurter Allee wird ab Januar, sobald es das Wetter zuläßt der östliche Eingang des Brandenburgischen Viertel – also die Einmündung der Frankfurter Allee in die Spechthausener Straße neu gestaltet. Dabei wird inbesondere das geplante Regenwasserversickerungsbecken als neues gestalterisches Element ins Auge fallen (siehe »Regenentwässerung angepaßt«).

Der anschließende Bereich – von der »Specht«-Ruine abgesehen – hat bereits mit dem neuen Sanitätshaus eine gewisse Aufwertung erfahren. Allerdings zum Nachteil der Auslastung des Stadtteilzentrums am Potsdamer Platz und nicht zuletzt wegen fehlender Forderung und Förderung auf architektonisch-gestalterischem Minimalniveau.

Am westlichen Zugang zum Brandenburgischen Viertel, also für den Bereich an der Brandenburgischen Allee zwischen Schwärzesee- und Lehnitzseestraße, ist ab kommendem Jahr ähnliches geplant. Ein Planungsbüro ist bereits mit der Ideenfindung beauftragt und eigentlich sollte es schon 2020 ein erstes Beteiligungsverfahren für die Einwohnerinnen und Einwohner des Kiezes geben. Das konnte wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie nicht stattfinden.

Nun soll im Rahmen des Beteiligungsverfahren »Stadtteileingang West« im I. Quartal ein Workshop stattfinden, allerdings nur eingeschränkt auf 30 Personen, die speziell eingeladen werden. Interessenten können sich an das Quartiersmanagement oder direkt an das Eberswalder Baudezernat wenden.

Ob der Termin wie geplant im Januar stattfinden kann, hängt vor allem davon ab, wie sich die Ausbreitung des Covid-19-Virus nach den aktuell verschärften Kontaktsperren weiterentwickelt – ist also ungewiß.

Am westlichen Kiezeingang dominieren nach den Wohnungsabrissen der vergangenen Jahre südlich der Brandenburger Allee vor allem Brachflächen das Bild. Die Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 eG will für die Erweiterung der Brachen – trotz der Proteste gegen weiteren Abriß von Wohnungen – einen weiteren Beitrag leisten und auch den nördlichen Teil bis zur Lehnitzseestraße, soweit in ihrem Besitz, in eine Abrißbrache umwandeln. Wie östlich der Lehnitzseestraße bereits geschehen.

Zu dem städtebaulichen Desaster hatte zuvor schon die Stadt Eberswalde beigetragen, indem sie die beiden Schulgebäude südlich der Brandenburger Allee (Albert-Einstein-Schule und die alte Schwärzeseeschule) unmittelbar nach Schließung bzw. Umzug abreißen ließ. Auf dieser Fläche soll nun, sozusagen als erster Akt der Wiederaufwertung des Stadtteileingangs West, der Neubau eines Hortes entstehen (siehe »Wettbewerb für Hortneubau«).

Auf der bislang als wilder Parkplatz genutzten Freifläche südlich des aktuellen Abrißblocks und nördlich der ehemaligen Kaufhalle wird nach aktuellen Überlegungen im Rahmen eines Kunstprojekts ein Wasserspielplatz entstehen. Daneben könnte auf dem Grundstück zwischen Havelland- und Schwärzeseestraße ein neues Ärztehaus gebaut werden, in das dann auch der jetzt noch im beanchbarten Genossenschafts-Abrißblock in der Brandenburger Allee 15-21 praktizierende Zahnarzt einziehen könnte.

Daß es zum Abriß des Wohnblocks keine genossenschaftsinterne Alternative gibt, hatte die Genossenschaftsgeschäftsführung zuletzt im Frühsommer nachdrücklich gegenüber anfragenden Kaufinteressenten klar gemacht. In der virtuellen Sprecherratssitzung am 19. November erläuterte die Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit der Genossenschaft Claudia Riethbaum die Gründe. Das Sprecherratsmitglied Frank Neumann hatte zuvor sein Bedauern zu den Abrissen von Wohnungen geäußert. »Wir nennen es nicht Abriß, sondern Rückbau«, stellte sie klar. Die Zusagen zum »Rückbau« von drei Wohnblöcken sei notwendig gewesen, »damit uns Banken überhaupt angucken«.

Zwei Wohnhäuser in der Cottbuser Straße und in der Brandenburger Allee sind bereits »zurückgebaut«. Der »Rückbau« der Brandenburger Allee 15-21, so die Genossenschaftsmitarbeiterin, soll im Herbst 2021 erfolgen.

Mitarbeiter des städtischen Stadtentwicklungsamtes reden unverblümt von den städtebaulichen Chancen, die sich durch den Abriß und die dadurch entstandenen und entstehenden Brachflächen ergeben.

Sowohl Abriß als auch Neubau generiert zusätzliches Bruttosozialprodukt und sorgt damit für den notwendigen Aufschwung – und für teurere Mieten.
Diese Chancen sollen unter anderem bei der Gestaltung des »Stadtteileingangs West« umgesetzt werden.

Nicht zuletzt deshalb ist bei den jetzt angelaufenen Planungen eine möglichst breite Beteiligung der Einwohnerinnen und Einwohner notwendig.

Die Einschränkungen wegen der Pandemiebekämpfung erschweren das, soweit bisherige Beteiligungsformate beibehalten werden. Es entstehen aber zugleich Chancen für eine erweiterte Bürgerbeteiligung, wenn auf Streams, Chats und andere Onlinebeteiligungsmöglichkeiten zurückgegriffen wird. Wichtig für eine Beteiligung ist vor allem eine größtmögliche Transparenz in der Diskussion. Wer sich beteiligen will muß schließlich wissen, woran sie oder er sich beteiligt und was zu befürworten oder zu kritisieren ist.

Man darf gespannt sein, wie sich das »Beteiligungsverfahren Stadtteileingang West« entwickelt und inwieweit dabei tatsächlich die Interessen und Wünsche der Kiez-Bewohner Berücksichtigung finden.

Gerd Markmann – 25. Dezember 2020

Siehe auch:
»Regenentwässerung angepaßt« und
»Wettbewerb für Hortneubau«




Das »Wimmelbild« von Sophia Schrade steht hier zum Herunterladen zur Verfügung.

Zum Ausmalen:
Ein Wimmelbild für den Kiez

maxe. Quartiersmanagerin Julia Klemm informierte am 17. September den Sprecherrat »Soziale Stadt« über die Fertigstellung eines »Wimmelbildes« vom Brandenburgischen Viertel. Das Bild zum Ausmalen kann vervielfältigt werden und wird vom Quartiersmanagment bereitgestellt.

Gezeichnet wurde das »Wimmelbild« von der Eberswalder Grafikerin Sophia Schrade (www.sophiaschrade.com). Sophia Schrade arbeitet derzeit an einem Malbuch über die Fête de la Viertel 2020, in das weitere »identitätsstiftende Bauwerke« im Kiez, wie das Freizeit-Schiff in der Prignitzer Straße.

(30. September 2020)


Quartiersmanagement Brandenburgisches Viertel
Kontaktbüro Soziale Stadt / Bürgerzentrum · Schorfheidestraße 13 · 16227 Eberswalde
Telefon: (Di) 03334 81 82 45, (Mo, Mi-Fr) 030 44 36 36-85
Mobil: 0176 95 49 82 20
Sprechzeiten: Dienstag, 13 - 16 Uhr, Donnerstag, 10 – 13 Uhr
eMail: quartiersmanagement@eberswalde.de"




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