Kiezmagazin für das Brandenburgische Viertel
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Archive: gedruckte Ausgaben

Online-Artikelarchiv

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Den Monatsplan November der BegegnungsstÀtte »Silberwald« (Spreewaldstr. 1) gibt es hier als PDF (1,7 Mb).

Donnerstag, 30. November, 17 Uhr: Eröffnung der 20. und 21. Ausstellung in der Galerie Fenster (Prignitzer Str. 50). Fotoserie »Manhattan - Straße der Jugend« von Stephanie Steinkopf sowie Aquarelle und Lithografien von Gerhard Wienckowski. Mehr Infos hier).

Sonntag, 17. Dezember, 14-18 Uhr: Kiez-Weihnachtsmarkt auf dem Potsdamer Platz.

Livestream der aktuellen Stadtverordnetenversammlung.


Galerie Fenster:
Manhatten – Straße der Jugend

Fotos, Aquarelle und Lithografien

In der Galerie Fenster im Brandenburgischen Viertel von Eberswalde werden wir am Donnerstag, dem 30. November 2023 um 17 Uhr unsere nĂ€chsten beiden Ausstellungen eröffnen. Wir zeigen dann mit unserer 20. und 21. PrĂ€sentation zum einen die Fotoserie »Manhattan - Straße der Jugend« von Stephanie Steinkopf und zum anderen Aquarelle und Lithografien von Gerhard Wienckowski.

Stephanie Steinkopf‘s Serie entstand in den Jahren 2009 bis 2012 und zeigt die Bewohner von Manhattan, zwei Plattenbauten im Oderbruch. Sie ist seit 2014 Mitglied der Ostkreuz Agentur und seit 2020 Mitglied der Deutschen Fotografischen Akademie.

Gerhard Wienckowski wurde 1935 in FĂŒrstenwalde geboren und lebte und arbeitete seit Mitte der sechziger Jahre und bis zu seinem Tod im Jahr 2011 freischaffend in Eberswalde. Er ist eine der wichtigsten kĂŒnstlerischen Nachkriegsstimmen in der Region. In der Ausstellung wird eine Vielzahl der gezeigten Werke, ein erstes Mal öffentlich zu sehen sein.

Zur Eröffnung wird Silvia Fichtner zum Werk von Gerhard Wienckowski sprechen. Friedemann Matzeit spielt Saxophon.

Udo Muszynski – 19. November 2023

Siehe auch:
»Finissage in der Galerie Fenster«
»Fabelhafte Bilderwelten«


Galerie Fenster · Prignitzer Straße 50 · 16227 Eberswalde
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Grundsteinlegung fĂŒr das neue Eberswalder Wohngebiet »Max Reimann« am 19. Juli 1977.

Zum 125. Geburtstag von Max Reimann:
Namensgeber fĂŒr den Kiez

Max Reimann, einst Namensgeber des heute als »Brandenburgisches Viertel« bezeichneten Neubaugebiets in Eberswalde, wurde am 31. Oktober 1898 geboren. Aus diesem Anlaß erinnern wir an ihn mit dem nachfolgenden Artikel, der erstmals am 3.11.2023 in der DKP-Wochenzeitung »Unsere Zeit« erschienen ist:

Von den 65 Abgeordneten, die von den Westalliierten auserkoren waren, das Grundgesetz der spĂ€teren Bundesrepublik auszuarbeiten, waren zwei unbequeme Zeitgenossen. Es waren die Kommunisten Max Reimann und Hugo Paul, Letzterer spĂ€ter vertreten von Heinz Renner, die von der KPD in das Gremium entsandt wurden. Nur drei Jahre nach der Befreiung Deutschlands und Europas vom Faschismus durch die Anti-Hitler-Koalition orientieren die imperialistischen Staaten auf die Spaltung Deutschlands. Im Westen sollte ein Separatstaat gegen den Sozialismus etabliert werden. Dazu rehabilitierten vor allem die USA das deutsche Monopolkapital und griffen auf zahlreiche FunktionstrĂ€ger des deutschen Faschismus zurĂŒck. Das stellte die KPD vor eine schwierige Aufgabe. Es ging darum, sowohl fĂŒr die Einheit Deutschlands zu kĂ€mpfen als auch jede Chance zu nutzen, um die Schuldigen an Faschismus und Spaltung zu entlarven und ein Höchstmaß an demokratischen Grundrechten fĂŒr die arbeitenden Menschen zu erreichen.

Reimann schrieb ĂŒber diese Zeit:

»Zu dieser Zeit trat Adenauer als Vollstrecker der Spaltung in Aktion. Am 1. April 1948 erklĂ€rte er auf einer Vorstandssitzung der CDU, daß die deutsche Einheit vom Westen her wieder aufgebaut werden mĂŒsse (
) Das entscheidende politische Geschehen spiele sich in den Westzonen ab.ÂŽ Sein Plan bestand darin, den Westen Deutschlands abzuspalten, die Herrschaft der deutschen Imperialisten wiederzuerrichten, Westdeutschland wieder aufzurĂŒsten, um im BĂŒndnis mit den USA dann den Osten Deutschlands wiederzuerobern und Osteuropa ,neu zu ordnen‘.

Ich erinnere mich noch, wie am 7. April 1948 der konservative britische MilitĂ€rgouverneur Robertson jene Abgeordneten, unter denen sich auch Dr. Adenauer befand, die zur Spaltung bereit waren, mit den Worten ermunterte: ,Wir bieten Ihnen 
 unsere Zusammenarbeit an. Lassen Sie sich von Unruhestiftern, die Kollaborateur schreien, nicht einschĂŒchtern.ÂŽ Ich wurde damals, weil ich diese nationalen VerrĂ€ter als »alliiertes Hilfspersonal« bezeichnet hatte, von einem britischen MilitĂ€rgericht verurteilt. Das war zu der Zeit, als der sogenannte Parlamentarische Rat, dessen Vorsitzender Dr. Adenauer war, das Grundgesetz beriet, mit dem Deutschland politisch gespalten wurde.«

Dennoch kĂ€mpften Reimann und seine Genossen fĂŒr eine Erweiterung der Rechte des Volkes. Sie traten ein fĂŒr die konsequente Umsetzung der bĂŒrgerlichen Rechte der Menschen. Sie forderten die Gleichstellung von Mann und Frau, gleichen Lohn fĂŒr gleiche Arbeit, die Mitbestimmung der Gewerkschaften, ein garantiertes Streikrecht fĂŒr Arbeiter als Verfassungsgrundsatz, die Gleichstellung der Jugend, das Wahlrecht ab 18 Jahren, ein unverfĂ€lschtes VerhĂ€ltniswahlrecht und nicht zuletzt die Ächtung des Krieges. Am 8. Mai 1949 wurde das Grundgesetz mit 53 Ja-Stimmen und 12 Nein-Stimmen beschlossen. Die Gegenstimmen setzten sich zusammen aus den Vertretern der KPD und den Abgesandten der CSU unter FĂŒhrung von Franz Josef Strauß. Letztere begrĂŒndeten ihre Ablehnung damit, daß im Grundgesetz zu viel Demokratie enthalten sei.

Reimann und Renner verweigerten ihre Unterschrift unter das Grundgesetz mit folgenden Worten: »Sie, meine Damen und Herren haben diesem Grundgesetz, mit dem die Spaltung Deutschlands festgelegt ist, zugestimmt. Wir unterschreiben nicht. Es wird jedoch der Tag kommen, da wir Kommunisten dieses Grundgesetz gegen die verteidigen werden, die es angenommen haben.«

Am 18. und 21. Mai 1949 ratifizierten die westdeutschen Landtage durch Zweidrittelmehrheit das Grundgesetz. Eine geplante Volksabstimmung zur westdeutschen Verfassung wurde nie realisiert.

Mit der Spaltung Deutschlands verschĂ€rfte sich der Antikommunismus sowohl gegen die Sowjetmacht als auch gegen die KPD. Im Mittelpunkt des Wirkens von Max Reimann als Vorsitzender der KPD stand deshalb die friedliche und demokratische Wiedervereinigung Deutschlands. Das war in den Augen der KPD gleichzeitig der entscheidende Schritt zur Sicherung des Friedens in Europa. Damit eng verbunden war der Kampf gegen die AktivitĂ€ten der Regierung und der bĂŒrgerlichen Parteien zur WiederaufrĂŒstung Westdeutschlands.

Dazu sagte Reimann im September 1951 im Bundestag: »Es gibt fĂŒr Westdeutschland nur zwei Wege. Der eine Weg fĂŒhrt mit dem Washingtoner Abkommen, der WiederaufrĂŒstung Westdeutschlands und seiner Einbeziehung in den Atlantik-Pakt zum Angriffskrieg, der damit zugleich ein Bruderkrieg gegen die Deutschen in der Deutschen Demokratischen Republik wird. Der andere Weg ist der Weg der gesamtdeutschen VerstĂ€ndigung, der Weg der freien, gleichen, direkten und geheimen Wahlen in ganz Deutschland zur Nationalversammlung, der Abschluss des Friedensvertrages mit dem Abzug aller Besatzungstruppen.«

Mit der Zuspitzung der Kriegsgefahr durch den Imperialismus wurde die Situation in Westdeutschland schwieriger. 1951 wurde die FDJ wegen ihres Kampfes gegen die Wiederbewaffnung verboten. Im gleichen Jahr wurde das erneute Verbot der Kommunistischen Partei im restaurierten deutschen Imperialismus beantragt. Schon 1954 wurde Reimann per Haftbefehl gesucht und mußte in die DDR fliehen. Von hier aus leitete er die Partei auch in der IllegalitĂ€t weiter und kĂ€mpfte fĂŒr die Aufhebung des KPD-Verbots.

1968 kehrte er in die BRD zurĂŒck und war bis zu seinem Tod 1977 Ehrenvorsitzender der DKP.

Björn Blach – 18. November 2023

Siehe auch: Artikel in der UZ




Ursula Suchanek & SÞren Gundermann »Monsieur Satie und der Jazz« Finissage in der Galerie Fenster

Am Sonntag dem 5. November, laden wir um 14 Uhr zur Finissage der Ausstellungen mit den Fotografien von Sibylle Mania unter dem Titel »Ateliers« und der PrĂ€sentation »Die fabelhafte Bilderwelt des Josef Nowinka« in die Galerie Fenster in der Prignitzer Straße 50 ein. Eine vorletzte Gelegenheit die beiden Wunderkammern zu betreten besteht zu unseren Öffnungszeiten am Donnerstag der Woche (2. November) von 17 bis 20 Uhr.

Zum Abschlußfest am Sonntag freuen wir uns nicht nur auf die Anwesenheit von Sibylle Mania, sondern haben uns Ursula Suchanek und SĂžren Gundermann mit ihrem Konzertprogramm »Monsieur Satie und der Jazz« dazu geladen. Der Komponist Erik Satie (1866-1925) gilt als der große exzentrische Außenseiter in der französischen Musik des frĂŒhen 20. Jahrhunderts. Pianist SĂžren Gundermann und Geigerin Ursula Suchanek nĂ€hern sich seiner Musik mit viel Spielwitz und interpretieren Saties Vorlagen stilĂŒbergreifend neu, nutzen sie als Ausgangspunkt fĂŒr Improvisationen und experimentieren lustvoll mit Rhythmik, Harmonik und ungewöhnlichen InstrumentalklĂ€ngen.

Sonnabend und Sonntag haben es also kulturell so richtig in sich


die besten GrĂŒĂŸe schickt, gern auf dahin

Udo Muszynski – 30. Oktober 2023

Siehe auch:
»Fabelhafte Bilderwelten«


Galerie Fenster · Prignitzer Straße 50 · 16227 Eberswalde
eMail: · www.mescal.de · www.1893-wohnen.de




Das Einkaufszentrum »Heidewald«.

NETTO und das Einkaufszentrum »Heidewald«:
Silberstreif oder Fata Morgana?

Bericht von der Eberswalder Stadtverordnetenversammlung

Die Oktobersitzung der Stadtverordneten begann mit ziemlich ernsthaften technischen Problemen der Übertragung akustischer und visueller Signale. Wahrscheinlich wehrte sich die Technik gegen die avisierte Abschaltung des Livestreams in der kommenden Wahlperiode.

Als Einwohnerin fragte Christiane Neu aus der Ringstraße in Finow, ob der BĂŒrgermeister eine außerordentliche Einwohnerversammlung zu den Fragen der Nahversorgung einberufen könnte, weil die Situation durch den Auszug von Kaufland aus dem Einkaufszentrum »Kleiner Stern« mehr als schlecht sei.

Von Seiten der Stadtverwaltung nahm der BĂŒrgermeister zur ganzen Gemengelage Kaufland/Heidewald im anschließenden Tagesordnungspunkt Stellung. Er könne momentan noch keine Lösung prĂ€sentieren, so Götz Herrmann, aber die Probleme lĂ€gen ihm »sehr am Herzen«.

Er ging zuerst auf das Heidewaldcenter im Brandenburgischen Viertel ein, das dringend eine Sanierung brauche, um den ganzen zentralen Standort im Viertel zukunftsfĂ€hig zu machen und zu erhalten. Zur Zeit laufe ja noch der Rechtstreit zwischen NETTO und den EigentĂŒmern Sanli/Bechtolsheim – solange gibt es noch weiter Verkauf – aber an dessen Ende könnte der Auszug stehen und fĂŒr den Fall, daß es seitens des Centerbetreibers keinen Ersatz gibt, habe die Stadtverwaltung eine Notfallösung vorbereitet. Es gebe eine Vereinbarung mit der AWO – einem starken Partner –, in einem ehemaligen GeschĂ€ft der Frankfurter Allee 55 einen »Minimarkt« einzurichten, der den mobil eingeschrĂ€nkten BĂŒrgern zur VerfĂŒgung stĂ€nde, um die wichtigsten Lebensmittel einzukaufen.

Der Stadtverordnete Carsten Zinn, der nur eine Hausnummer weiter wohnt, bemĂ€ngelte die GrĂ¶ĂŸe des Ladens und sah die Gefahr von langen Schlangen, was insbesondere im Winter abtrĂ€glich sei, ĂŒberhörte aber wohl den eingeschrĂ€nkten Versorgungsauftrag dieses geplanten GeschĂ€fts. Götz Herrmann informierte ĂŒber ein Treffen von Herrn Sanli mit ihm im August im Rathaus und ihm wurde von dessen Seite versichert, es gebe schon einen Vertrag mit einem Vollsortimenter, der nach der Sanierung des »Heidewald« einziehen wird, sowie mit einer Drogeriekette und einem »Foodcourt«, was immer das heißen möge.*

Herr Zinn wollte nicht an dieses »vorgezogene WeihnachtsmĂ€rchen«, wie er es nannte, glauben und warf dem BĂŒrgermeister vor, nur die »Investoren fett machen zu wollen«, wĂ€hrend die Interessen der Einwohner weniger wichtig seien. Auf diesen Vorwurf reagierte Götz Herrmann ziemlich ungehalten, die »Welt ist kein Wunschkonzert« und man mĂŒsse die Situation abwĂ€gen und sich auch fĂŒr den Erhalt der Ortsteilzentren einsetzen. Angebote fĂŒr die grĂŒne Wiese hĂ€tten sie zur GenĂŒge. Es gebe viele Diskussionen, man mache sich Gedanken und das zu kritisieren sei natĂŒrlich sehr leicht. Die Wahrheit ist, die Interessen der BĂŒrger seien fĂŒr das Rathaus wichtig, aber man muß auch die EigentĂŒmerseite sehen, die BĂŒrger »nur als Kunden« wahrnehmen wĂŒrden...

J.G. – 25. Oktober 2023


Der Artikel wird hier gekĂŒrzt wiedergegeben. Der BĂŒrgermeister berichtete auch ĂŒber seine AktivitĂ€ten im Zusammenhang mit dem Einkaufszentrum »Kleinen Stern« in Finow. In den Beschlußvorlagen ging es um die Etablierung der Clara-Zetkin-Siedlung als eigenstĂ€ndiger Ortsteil mit einem Ortsbeirat als Ortsteilvertretung (das Brandenburgische Viertel ist derezeit ein Ortsteil ohne Ortsteilvertretung), um den Bebauungsplan »Neues Messingwerk« und um einen PrĂŒfauftrag zur Sanierung der Biesenthaler Straße in Finow. Der vollstĂ€ndige Beitrag kann hier nachgelesen werden


* Als Food-Court bezeichnet man besonders im anglophonen Raum einen Bereich innerhalb eines GebÀudes, in dem es Verkaufsstellen verschiedener eigenstÀndiger Restaurants und Imbisse gibt, jedoch die SitzplÀtze in gemeinsam genutzten Sitzgruppen zentral angeordnet sind. (Wikipedia)


Siehe auch:
eberswalder-ansichten.de/blog
»Nahversorgung im Kiez gesichert«
»Wie schnell wird es gehen?«
»Nun sollŽs schnell gehen«
»Entscheidung vor Gericht«
»Einfach zum kotzen«
Bebauungsplan fĂŒr den »Specht«
Neue PlĂ€ne fĂŒr den Kiez
Ortsteil ohne Lebensmittelmarkt?
Hoffnung im »Sozialen Brennpunkt«
»Specht« hat neuen EigentĂŒmer
Reimannviertel geplant mit Hallenbad, Sauna, Bibliothek und Poliklinik




»Die KopfwÀsche« von Peter Fritzsche.

Kunst im Kiez:
Nasse Angelegenheit

»Die KopfwĂ€sche« - eine Bronzeskulptur von Peter Fritzsche, geboren 1938 in Freital (Sachsen), die in Eberswalde seit 1983 an der Ecke Frankfurter Alle / Spreewaldstraße steht, ist nur eines von vielen Werken dieses spezifischen DDR-KĂŒnstlers, die im öffentlichen Raum zu bewundern sind.

Die gleiche Skulptur steht ĂŒbrigens auch in Freital, seiner Heimatstadt, in die Peter Fritzsche 1972 zurĂŒckkehrte. Dort wird sie »Kopfwaschbrunnen« genannt, natĂŒrlich mit fließendem Wasser. Auch in Chemnitz befindet sich ein Abguß. Leicht erotisch soll er an die kleinen Freuden des Alltags erinnern.

In Eberswalde befinden sich noch weitere Kunstwerke des Bildhauers, der im VEB Elbe-Naturstein Dresden Steinmetz gelernt und von 1959-1964 an der Hochschule fĂŒr Bildene KĂŒnste Dresden studiert hat, nĂ€mlich »Die Wildsau« im Familiengarten (Kopien in Strausberg und Schwerin), die »Kranichgruppe« von 1968, die vor dem futuristischen TierparkgebĂ€ude steht (Kopien in Schwedt und Frankfurt/Oder) und »Der Löwe und die Maus« von 1975, die im Park am Weidendamm aufgestellt ist und von der sich Kopien in der Nationalgalerie Berlin, in der StĂ€dtischen Galerie Dresden sowie in EisenhĂŒttenstadt und Erfurt befinden.

Insgesamt verschönern 26 Fritzsche-Skulpturen aus Bronze oder Sandstein die Stadtlandschaften Ostdeutschlands. Der talentierte KĂŒnstler ist am 7. November 2022, also vor knapp einem Jahr in seiner Heimatstadt verstorben.

JĂŒrgen Gramzow – 16. Oktober 2023




Josef Nowinka, MĂ€dchen mit Chrysantheme, Öl auf Karton, 68 x 49 cm

Galerie Fenster:
Fabelhafte Bilderwelten

Sibylle Mania & Josef Nowinka

Noch bis zum 5. November halten wir in der Galerie Fenster mit den Ausstellungen von Sibylle Mania »Ateliers« und »Die fabelhafte Bilderwelt von Josef Nowinka« den Blick in eine ganze Reihe von Wunderkammern bereit.

Die Eröffnung feierten wir mehrstĂŒndig mit einem Konzert von Falk Zenker und in Anwesenheit der Weimarer KĂŒnstlerin Sibylle Mania. Zudem bekamen wir ĂŒberraschend Besuch von Michael Nowinka, dem Sohn des 2014 verstorbenen Josef Nowinka. Der Maler wurde erst nach seinem Tode entdeckt und dies ist vor allem ein Verdienst des Galeristen Johannes Zielke, mit dessen Galerie LÄKEMÄKER wir auch die Ausstellung bei uns realisieren konnten.

Sibylle Mania Fotos sind Fenster in die Welt kĂŒnstlerischer Prozesse. Über einen langen Zeitraum hinweg hat sie Ateliers von Malern, Bildhauern, Keramikern, Fotografen, Metallgestaltern und Grafikern portraitiert. Und Josef Nowinkas Kunst ist eine Entdeckung. Seinen Werken wohnt etwas Lustvolles und Spielerisches inne.

Die Galerie in der Prignitzer Straße 50 im Brandenburgischen Viertel von Eberswalde ist im Ausstellungszeitraum bis zum 5. November 2023 immer donnerstags von 17 bis 20 Uhr geöffnet und darĂŒber hinaus zu den Veranstaltungen. Desweiteren öffnen wir die Galerie nach Vereinbarung zu allen möglichen und auch unmöglichen Zeiten. Bitte diesbezĂŒglich am besten per eMail via anfragen.

Die Wohnungsgenossenschaft 1893 eG ermöglicht mit ihrer UnterstĂŒtzung unsere Galeriearbeit.

Udo Muszynski – 15. Oktober 2023

Siehe auch:
»Zwei neue Ausstellungen«


Galerie Fenster · Prignitzer Straße 50 · 16227 Eberswalde
eMail: · www.mescal.de · www.1893-wohnen.de




Beim Rundgang durch den Kiez in der Kyritzer Straße. Im Hintergrund das Vereinshaus der Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 eG.

Beteiligungsprojekt im Brandenburgischen Viertel:
»Allgerechte« MobilitÀt

maxe. Wie die Pressestelle der Stadtverwaltung Eberswalde mitteilte, kamen am Vormittag des 25. September Vertreterinnen und Vertreter des Seniorenbeirats, des Behindertenverbands, des Stadtentwicklungsamtes, des Tiefbauamtes, des Amtes fĂŒr Generationen, Sport und Integration sowie die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Eberswalde zusammen, um die Barrierefreiheit in zwei Gebieten des Brandenburgischen Viertels unter die Lupe zu nehmen und Verbesserungen zu diskutieren.

Die Teilnehmer der Veranstaltung wurden von Antonia Gergs und Katharina Brunnert vom Quartiersmanagement begrĂŒĂŸt. Die Anwesenden tauschten Gedanken und Ideen aus, wie das Viertel noch zugĂ€nglicher, bewegungsfreundlicher und »allgerechter« gestaltet werden kann. Dazu zĂ€hlen beispielsweise Bordsteinabsenkungen an Straßenquerungen, Rampen fĂŒr Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer, taktile Leitsysteme sowie ein kontrastreicher Straßenraum.

Im Rahmen eines Rundgangs besichtigten die Teilnehmenden exemplarisch Teile der Kyritzer Straße sowie der Rathenower Straße. Dabei fand ein lebhafter und konstruktiver Austausch ĂŒber sichtbare Barrieren und mögliche LösungsansĂ€tze statt. Die gesammelten Ideen sollen in einem gemeinsamen Maßnahmenkatalog aufgenommen und hinsichtlich ihrer Realisierbarkeit im Rahmen der ohnehin geplanten Modernisierungsmaßnahmen im Viertel geprĂŒft werden.

»Die Veranstaltung markiert einen wichtigen Schritt in Richtung einer inklusiveren und barrierefreien Gemeinschaft«, heißt es in der Pressemitteilung. »Die Teilnehmenden sind optimistisch, daß ihre BemĂŒhungen dazu beitragen werden, das Brandenburgische Viertel fĂŒr die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die GĂ€ste des Quartiers attraktiver zu machen.«

(15. Oktober 2023)


Quartiersmanagement Brandenburgisches Viertel · StadtteilbĂŒro im BĂŒrgerzentrum
Schorfheidestraße 13 · 16227 Eberswalde
Telefon: 03334/818245 · mobil: 0176/95498220
eMail: , , , , · internet: www.meinbrandenburgischesviertel.de




Nikki und Clarissa »Gepflegt Entgleisen« (Puppenspiel & Comedy)

»Helle Stunde« sucht Sponsoren
Kultur im Kiez

Die First Lady des Glamours kommt am Mittwoch der Woche, es ist der 11. Oktober 2023, zur womöglich letzten Hellen Stunde mit Kultur in der Saison 2023. Mit einem Weltstar auf Tour kann es ziemlich anstrengend sein. Sie war Special Guest auf Kleopatras Krönungsfeier, tanzte mit Leo auf der Titanic und von wem hat wohl Marylin Monroe ihren HĂŒftschwung gelernt
?

Die Rede ist natĂŒrlich von Clarissa Zockovic, die im goldenen Rollstuhl thronend von den großen Momenten aus ihrem Leben berichtet. Ist sie einmal in Fahrt werden die Tage lĂ€nger und wilder und die Pointen immer zotiger. Nicht immer leicht fĂŒr Pflegerin Nikki, den verbalen Entgleisungen etwas entgegen zu setzen. Am Ende hilft da doch nur die Medizin...

Die 57. »Helle Stunde mit Kultur« beginnt wie gewohnt um 11 Uhr am Vormittag. Treffpunkt ist der Potsdamer Platz im Brandenburgischen Viertel von Eberswalde.

Im Zusammenhang: Die »Helle Stunde mit Kultur« im Brandenburgischen Viertel von Eberswalde ist sozusagen die kleine Schwester von Guten-Morgen-Eberswalde. WĂ€hrend das Stammschiff seit dem 14. Juli 2007 ununterbrochen an jedem Sonnabendvormittag und in der Regel im Zentrum der Stadt seine Bahnen zieht, ist die Helle Stunde nun auch schon in seiner dritten Sommersaison und lĂ€dt immer am Mittwochvormittag auf den Potsdamer Platz des Brandenburgischen Viertels von Eberswalde. Das selbstgesetzte Vorhaben fĂŒr das laufende Kalenderjahr lautet: 23 Ausgaben in 23. Auf Grund der erfreulichen UnterstĂŒtzung durch die Wohnungsunternehmen WHG, 1893, AWO und TAG, sowie die Sparkasse Barnim, das Referat fĂŒr Smart City und Stadtmarketing der Stadt Eberswalde und das Quartiersmanagement des Brandenburgischen Viertels konnten nunmehr 21 Ausgaben realisiert werden. FĂŒr die Ausgaben 22 und 23 werden noch Sponsoren gesucht. Wenn es gelingt, weitere UnterstĂŒtzer zu gewinnen, dann laden wir im Kalenderjahr noch zu ein oder zwei Bonusausgaben

Kontakt:

Die Galerie Fenster in der Prignitzer Straße 50 im Brandenburgischen Viertel hat wĂ€hrend der Laufzeit der aktuellen Ausstellungen bis zum 5. November 2023 immer donnerstags von 17 bis 20 Uhr geöffnet. DarĂŒber hinaus öffnen wir die Galerie aber auch zu allen möglichen und auch unmöglichen Zeiten auf Anfrage. Dazu gibt es immer wieder Veranstaltungen. Im Oktober treffen wir uns zum Beispiel zweimal zum SHARED READING mit Carsten Sommerfeldt, ein erstes Mal jetzt am Donnerstag, dem 12. Oktober 2023 um 19 Uhr.

Shared Reading wurde vor mehr als 15 Jahren von Dr. Jane Davis entwickelt und wird seitdem erfolgreich als literaturbasierte Intervention von The Reader in Liverpool durchgefĂŒhrt. Mehr als 15.000 Menschen in mehr als 400 Gruppen erleben jede Woche die Wirkung von Shared Reading, in Bibliotheken, in Gemeindezentren, Unternehmen, Schulen, GefĂ€ngnissen und Kliniken. In Eberswalde haben wir uns bereits Ende 2019 ein erstes Mal zu diesem besonderen Lesekreis zusammengefunden. Unter der Leitung von Carsten Sommerfeldt lassen wir uns gemeinsam von Geschichten und Gedichten leiten und erleben eine Wirkung, die wohltut und hilft, uns selbst und andere klarer zu sehen. Wer zuhört, gehört bereits dazu. Ein herzliches Willkommen!  

Mit den beiden aktuellen Ausstellungen in der Galerie Fenster haben wir gleich eine ganze Reihe von Wunderkammern geöffnet. Zum einen fĂŒhrt uns die Weimarer KĂŒnstlerin Sibylle Mania mit ihrer Fotoserie in die Ateliers von KĂŒnstlern, zum anderen tauchen wir in die fabelhafte Bilderwelt des Malers Josef Nowinka, eines erst nach seinem Tode zunehmend entdeckten KĂŒnstlers.   

Leidenschaftlich, verspielt und provokativ. FUSK, das dÀnisch-deutsche Jazztrio um Bandleader und Schlagzeuger Kasper Tom Christiansen gastiert zur 849. Ausgabe von Guten-Morgen-Eberswalde am kommenden Sonnabend, dem 14. Oktober 2023 im Paul-Wunderlich-Haus. Das Konzert ist zugleich Auftakt einer kleinen dreiteiligen Reihe «Jazz zwischen den Jahren« in Kooperation mit dem Festival Jazz in E. 
In diesem Zusammenhang gastieren hier auch noch das schweizerische Quintett Pilgrim (4.11.) und das Berliner Trio »derek plays eric« (9.12.).  

FUSK, mit dabei sind Andreas Lang am Kontrabaß und Baßklarinettist Rudi Mahall, spielt freudvollen Swing und macht sich dabei auf zu quicklebendigen und griffigen Aktionen. So entsteht erfrischende Musik, die lustvoll mit unseren Hörgewohnheiten spielt, indem sie sie einerseits bedient und andererseits aber auch gegen den Strich bĂŒrstet. »FUSK macht glĂŒcklich!«, faßte ein Kritiker zusammen. 
Zu ĂŒberprĂŒfen bei Guten-Morgen-Eberswalde. Konzertstart ist wie gewohnt um Halbelf am Vormittag und der Eintritt zur Veranstaltungsreihe ist frei. Spenden fĂŒr die freie Kulturarbeit sind hingegen wichtig und gern gesehen.

Am Abend des Tages beginnt die 20. PROVINZIALE, das Filmfest in Eberswalde. Alles zum Programm vom 14. bis 21. Oktober 2023 im Haus SchwÀrzetal auf filmfest-eberswalde.de.  

Udo Muszynski – 9. Oktober 2023




Mit der Bimmelbahn durch den Kiez Unter Beisein von BĂŒrgermeister Götz Herrmann wird der »Spreewaldpark« mit einem echten Spreewaldkahn und vielen weiteren SpielgerĂ€ten eröffnet.

Tag der Baukultur:
Die Bimmelbahn im Kiez

Eine Bimmelbahn im Brandenburgischen Viertel – das gab es noch nie! Zumindest bis zum Sonnabend, den 23. September zum Brandenburger »Tag der Baukultur«.

An diesem Tag öffneten wir, die Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893, unsere TĂŒren und zeigten, was in den letzten sechs Jahren »BRAND.VIER« alles geschaffen wurde. An sieben verschiedenen Stationen konnten die BesucherInnen unser Projekt BRAND.VIER hautnah erleben.

Großes Interesse fand unter anderem die Musterwohnung in der Oderbruchstraße. Hier konnten wir zeigen, was aus der 0-8-15 Platte alles gemacht werden kann. In der 4-Zimmer-Wohnung ist der alte Hallenser Typ kaum noch wiederzuerkennen.

ZusĂ€tzlich haben wir zusammen mit BĂŒrgermeister Götz Herrmann den fertiggestellten Spreewaldpark an die Bewohnerinnen und Bewohner im Wohnhof an der Cottbuser Straße ĂŒbergeben. Der Spreewaldkahn und neue SpielgerĂ€te laden nun zu einem geselligen Nachmittag mit den Kindern ein.

Riesig gefreut haben wir uns auch ĂŒber die Teilnahme der Vereine in der H15 (Genossenschafts-Vereinshaus in der Havellandstraße 15). Das gesamte Haus stand fĂŒr die Besucherinnen und Besucher offen und die Vereine konnten sich und ihre Arbeit prĂ€sentieren.

Auch der Verein SV Motor öffnete seine Sporthalle und bot viel zum Mitmachen an.

Wer lieber auf Kunst und Kultur steht, wurde auch nicht enttĂ€uscht. Die Galerie Fenster in unserer WERFT (im Vereinsschiff in der Prignitzer Straße 50/52) wurde geöffnet und die Kunst am Bau in der Havellandstraße 24 und 26 konnte begutachtet werden.

Die Stationen konnten zu Fuß abgelaufen werden oder mit unserem BRAND.VIER Express abgefahren werden. Die Bimmelbahnen wurden gut genutzt und waren fĂŒr groß und klein das absolute Highlight.

Wir schauen auf einen schönes Event zurĂŒck, mit vielen intensiven GesprĂ€chen und staunenden Augen.

Caroline Breit
Team Marketing, Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 eG
(26. September 2023)




Blick auf die WohngebĂ€ude in der FlĂ€mingstraße.

Abschiebungen gefÀhrden Leben!
Abschiebeversuch nach Rußland

In der Nacht von Mittwoch (20.9.) zu Donnerstag (21.9.) stand die Polizei vor der TĂŒr einer tschetschenischen Familie in der FlĂ€mingstraße im Brandenburgischen Viertel. Die Familie lebt bereits seit 2014 in der BRD.

Die Polizisten wollten den Mann und die Frau der Familie abholen, um sie nach Rußland abzuschieben. Der bereits volljĂ€hrige Sohn wĂ€re allein zurĂŒckgeblieben. Die Familie war von der Aktion völlig ĂŒberrascht, schien eine Abschiebung nach Rußland doch wegen des Krieges in der Ukraine zur Zeit als ausgeschlossen. Der Mann war in der Situation so verzweifelt, daß er mit seinem Selbstmord drohte, daraufhin brach die Polizei die Aktion ab.

Bereits vor ein paar Tagen endete in Eberswalde ein Abschiebeversuch, nachdem ein Mann aus Angst vor der Polizei aus dem fĂŒnften Stock sprang und sich dabei lebensgefĂ€hrlich verletzte.

»Die Abschiebeversuche versetzen die GeflĂŒchteten die in Eberswalde leben in Angst und Schrecken. Das muß sofort ein Ende haben!« so Thomas Janoschka von der Initiative Barnim solidarisch. »Stattdessen brauchen die Menschen Sicherheit und klare Bleibeperspektiven.«

»Vollkommen unverstĂ€ndlich ist es auch, warum die Behörden jetzt wieder beginnen Menschen nach Rußland abzuschieben. MĂ€nner mĂŒssen in Rußland immer damit rechnen zwangsweise in den Krieg in der Ukraine geschickt zu werden«, so Thomas Janoschka. »Wir fordern die Bundesregierung und die Brandenburger Landesregierung auf, sofort einen Abschiebestopp nach Rußland auszusprechen.«

Initiative »Barnim solidarisch« (refugees-welcome@so36.net) –
24. September 2023

Siehe auch:
»Wieder ein Sprung vom Balkon«
»Stopp Polizeigewalt! Stopp Abschiebungen!!«
»Abschiebung mittels Polizeigewalt«
»Behördliche Unmenschlichkeit«
»Weihnachtsgeschenk des Landrats«
Antirassismustag in Eberswalde: »Wir sind alle Salah!«
»BĂŒrgerstiftung Barnim Uckermark: Zum Tod von Salah Tayyar«
»Ein Mensch springt in den Tod«




»Wir alle sind Salah« - unter diesem Motto stand die Demo und Kundgebung am Antirassismustag 2021. Zehn Tage zuvor, am 11. MĂ€rz 2021, hatte sich Salah Tayyar aus dem Tschad aus Angst vor drohender Abschiebung in den Tod gestĂŒrzt.

Abschiebungen gefÀhrden Leben!
Wieder ein Sprung vom Balkon

maxe. Schon wieder hat sich in Eberswalde ein von Abschiebung bedrohter Mensch vom Balkon gestĂŒrzt.

Am Morgen des 5. September klingelte die Polizei in Eberswalde an der TĂŒr seiner Wohnung in der SchwĂ€rzeseestraße. Ihm war unklar, ob er oder sein Mitbewohner nach Pakistan abgeschoben werden sollte. In einer Panikreaktion springt der junge Mann vom Balkon im 5. Stock. LebensgefĂ€hrlich verletzt kommt er ins Krankenhaus.

Das BĂŒndnis Barnimer BĂŒrgerasyl sowie Freundinnen und Freunde des Betroffenen riefen daraufhin fĂŒr den folgenden Freitag, den 8. September zu einer Demonstration vom Hauptbahnhof Eberswalde zum Markt auf. »Wir kritisieren das agressive und unmenschliche Vorgehen der Polizei und daß zum wiederholten Mal bei Abschiebeversuchen im Barnim Menschen in Lebensgefahr gebracht wurden«, so die Aufrufer. »Wir fordern ein sofortiges Ende aller Abschiebungen! Rassismus tötet!!«

Vor zweieinhalb Jahren, am 11. MĂ€rz 2021, war Salah Tayyar aus dem Tschad vom Balkon seiner ebenfalls im 5. Stock gelegenen Wohnung in der Senftenberger Straße aus Angst vor einer Abschiebung in den Tschad in den Tod gesprungen. An der Praxis der Barnimer Abschiebungsbehörde Ă€nderte das nichts. Immer wieder werden Menschen, die seit vielen Jahren in der BRD leben, teilweise unter Einsatz heftiger Polizeigewalt
abgeholt und oft ohne GepÀck und Geld in ihre HeimatlÀnder geschafft.

(24. September 2023)

Siehe auch:
»Stopp Polizeigewalt! Stopp Abschiebungen!!«
»Abschiebung mittels Polizeigewalt«
»Behördliche Unmenschlichkeit«
»Weihnachtsgeschenk des Landrats«
Antirassismustag in Eberswalde: »Wir sind alle Salah!«
»BĂŒrgerstiftung Barnim Uckermark: Zum Tod von Salah Tayyar«
»Ein Mensch springt in den Tod«




Das Brandenburgische Viertel. »Sozialraumkonferenz« im Kiez

Angebote bĂŒndeln und Zusammenarbeit entwickeln

maxe. Anfang Juli fand im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in der Potsdamer Allee ein vierstĂŒndiger Dialog der Stadtverwaltung mit den Akteuren verschiedener Vereine, Einrichtungen und Institutionen im Brandenburgischen Viertel statt. Zu dieser »Sozialraumkonferenz« hatte das Eberswalder Amt fĂŒr Generationen, Sport und Integration eingeladen. Organisiert wurde dies vom Berliner »BÜRO BLAU – rĂ€ume. bildung. dialoge. gemeinnĂŒtzige GmbH«, das dafĂŒr von der Stadtverwaltung beauftragt worden war.

Bernd SchlĂŒter, Dezernent fĂŒr Soziales, Bildung und Kultur, begrĂŒĂŸte die Teilnehmenden und wies auf die im Jahr 2022 erarbeitete Sozialstudie hin. Darin seien »die Problemlagen im Brandenburgischen Viertel« definiert und das Zusammenspiel zwischen den Angeboten und Einrichtungen sozialer Infrastruktur dem Bedarf der Wohnbevölkerung gegenĂŒbergestellt worden. »Darauf aufbauend«, so der Dezernent, »hat die Sozialraumkonferenz das Ziel, unterschiedliche Angebote zu bĂŒndeln, Überschneidungen sowie LĂŒcken festzustellen und Ideen zur kĂŒnftigen Zusammenarbeit zu entwickeln«.

Sandra Schneider vom BÜRO BLAU gab dann zunĂ€chst einen kurzen Überblick ĂŒber die Ergebnisse der Sozialstudie, die 2022 von der Landesweiten Planungsgesellschaft mbH (LPG) zum Brandenburgischen Viertel erstellt wurde. Infolge der Aufnahme von FlĂŒchtlingen und durch Investitionen von Wohnungsunternehmen wuchs die Bevölkerung im Kiez. Die Studie gibt mit 2,8 Prozent bis 2030 auch fĂŒr die Zukunft eine positive Bevölkerungsprognose ab. Dadurch und durch den Abriß weiterer Wohnblöcke verringerte sich der Wohnungsleerstand auf 13 Prozent (2021). Die Mehrheit der Einwohner sind mit ihrer Wohnsituation zufrieden und plant keinen Umzug.

GegenĂŒber den anderen Stadtteilen weist der Kiez einen höheren Anteil jĂŒngerer Menschen auf und zugleich einen deutlich höheren Anteil an auslĂ€ndischen StaatsbĂŒrgern. Viele Menschen sind arbeitslos und ein hoher Anteil lebt in sogenannten Bedarfsgemeinschaften nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II – »BĂŒrgergeld«, ehem. »Hartz IV«). Die HĂ€lfte aller Kinder im Kiez lebt in solchen »Bedarfsgemeinschaften« – Ausdruck fĂŒr eine verbreitete Kinderarmut im Kiez.

Sandra Schneider wies darauf hin, daß die Studie ĂŒberwiegend mit den sozialen, sportlichen und kulturellen Angeboten im Kiez zufrieden sind. Fehlende Angebote wurden vor allem im Bereich Kunst und Kultur, Kino und Theater, Sport und Freizeit sowie altersspezifische Angebote fĂŒr Jugendliche gesehen. Aber auch Betreuungsmöglichkeiten fĂŒr Kinder unter 14 Jahren wurden bemĂ€ngelt. Insbesondere besteht ein großer Bedarf an Angeboten fĂŒr die von Armut betroffenen Kinder im Kiez. Schließlich fehle es auch an sozialen Treffpunkten, BegegnungsstĂ€tten fĂŒr die verschiedenen Altersgruppen. Dazu gehören auch CafĂ©s, Bars oder Kneipen sowie Fitneßangebote, die fĂŒr die Menschen hier auch bezahlbar sind.

In der anschließenden Diskussionsrunde aktualisierten die Teilnehmer die sozialen Angebote und tauschten sich darĂŒber aus, welche AnknĂŒpfungspunkte fĂŒr eine Zusammenarbeit bestehen. Danach ordneten sie die bestehenden Angebote fĂŒnf Zielgruppen zu (Familien und Kinder, Jugendliche, Senioren, Menschen mit Migrationsgeschichte sowie schwer erreichbare Gruppen wie Obdachlose und Suchterkrankte) und identifizierten Überschneidungen und LĂŒcken. Die so entstandene Übersicht bildete die Grundlage fĂŒr die anschließende Diskussion in fĂŒnf moderierten Kleingruppen.

In diesen Gruppen wurden jeweils an einem separaten Tisch nacheinander drei Fragestellungen diskutiert:

  1. Welche Konsequenzen ergeben sich aus Überschneidungen und LĂŒcken bei den Angeboten?
  2. Wie kann eine stÀrkere Zusammenarbeit oder die gemeinsame Nutzung von Ressourcen erreicht werden?
  3. Wie kann die Sichtbarkeit der Angebote verbessert werden?

Am Tisch 1 zum Thema »Familien und Kinder« ĂŒbernahm Frank Baumann, GeschĂ€ftsfĂŒhrer von BÜRO BLAU, die Moderation.

Mit der Jugend beschĂ€ftigte man sich am zweiten Tisch, den Maike Herbst vom BÜRO BLAU moderierte.

Am Tisch 3 ging es um die Ă€lteren Menschen. Hier fungierte Sandra Schneider, ebenfalls vom BÜRO BLAU, als Moderatorin.

Den Tisch 4 »Menschen mit Migrationsgeschichte« moderierte die Amtsleiterin fĂŒr Generationen, Sport und Integration Sarah Schmidt.

Die Quartiersmanagerin Katharina Brunnert ĂŒbernahm die Maderation am fĂŒnften Tisch fĂŒr die »schwer erreichbare Gruppen (Obdachlose, Suchterkrankte)«.

Mehr zu den Diskussionen an den Tischen in einem weiteren Beitrag.

(23. September 2023)

Siehe auch: »Alles wird besser«


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Potsdamer Platz am 1. September:
FĂȘte de la Viertel

maxe. Am Freitag, 1. September und Weltfriedenstag, feierten zahlreiche Einwohner auf dem Potsdamer Platz die FĂȘte de la Viertel. Zum diesjĂ€hrigen Stadtfest gab es Ponyreiten, einen Fahrrad- und Rollerparcours, Bastelaktionen, einen Kletterturm und vieles mehr.

Viele im Kiez agierende Vereine, Institutionen und Einrichtungen hatten StÀnde aufgebaut, um sich zu prÀsentieren und mit den Einwohnerinnen und Einwohnern ins GesprÀch zu kommen.

Ab 18 Uhr erfreute der Finowfurter Rapper Joe vor allem die jĂŒngeren Besucher. Am spĂ€teren Abend traten dann auch noch Experience II und Guido + die G*Hilfen auf, bevor gegen 21.30 Uhr Ruhe auf dem Potsdamer Platz einzog.

(2. September 2023)

Siehe auch:
»Ponyreiten fĂŒr den Weltfrieden – Veranstaltungen im Kiez«


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Weltfriedenstag 2023

maxe. Der im Kiez ansĂ€ssige Chor IWUSCHKA ließ es sich nicht nehmen, am 1. September, dem Weltfriedenstag, seinen Beitrag zur traditionellen Friedenskundgebung auf dem Eberswalder Marktplatz zu leisten. Mit dem Überfall des faschistischen Deutschland auf Polen am 1. September 1939 begann der 2 Weltkrieg, der mehr als 60 Millionen Menschen das Leben kostete, darunter allein 27 Millionen Einwohner der Sowjetunion. Das heutige Rußland sieht sich in der Tradition des opferreichen Kampfes gegen den deutschen Faschismus. Im blutigen Krieg in der Ukraine beziehen sich die ukrainischen Machthaber hingegen auf die Traditionen der Bandera-Nationalisten, die offen mit den deutschen Faschisten kollaborierten und u.a. viele Tausende Juden und Polen ermordeten.

An der diesjĂ€hrigen Veranstaltung zum Weltfriedenstag nahmen etwa fĂŒnfzig bis hundert Menschen teil, die meisten hielten allerdings, warum auch immer, einen gewissen Abstand ein und saßen auf den BĂ€nken unter den Platanen oder am Springbrunnen (»Pißrinne«) und trauten sich nur sporadisch ins »Zentrum des Geschehens«.

Zeitgleich feierte sich das regionale Establishment im wunderlichen Kreishaus selbst. Wie zu erfahren war, ging es wohl um »30 Jahre Landkreis Barnim«. Eingelassen wurden nur geladene GĂ€ste. Unter anderen wurde der Eberswalder BĂŒrgermeister Götz Herrmann gesehen, der daher keine Zeit fand, mal bei der Weltfriedenstags-Kundgebung vorbeizuschauen. Durch die GlaswĂ€nde des wunderlichen Eingangsbereiches waren weißgedeckte Tafeln zu sehen, an denen u.a. fĂŒr die eingelassenen GĂ€ste Sekt ausgeschenkt wurde...

(1. September 2023)




Altkleider zu MĂŒll (3)

maxe. Die Serie »Altkleider zu MĂŒll« findet leider seine Fortsetzung. Diesmal traf es Altkleidercontainer auf dem »Heidewald«-Parkplatz. Hier findet sich eine Übersicht ĂŒber die Standorte der Altkleidercontainer im Kiez.

(31. August 2023)

Siehe auch:
»Altkleidercontainer im Kiez«
»Altkleider zu MĂŒll (2)«
»Altkleider zu MĂŒll«




Ponyreiten fĂŒr den Weltfrieden

Veranstaltungen im Kiez im September

Wie die stÀdtische Quartiersmanagerin Katharina Brunnert informiert, organisiert das Quartiersmanagement im Monat September eine ganze Reihe von Veranstaltungen im Kiez.

Es beginnt am Freitag, den 1. September, um 15 Uhr mit der »FĂȘte de la Viertel« auf dem Potsdamer Platz. Dabei soll auch gewĂŒrdigt werden, daß dieser Tag als Weltfriedenstag begangen wird, in Erinnerung an den deutschen Überfall auf Polen vor 84 Jahren, der den Beginn des 2. Weltkrieges markierte. FĂŒr Unterhaltung sorgen unter anderem ein Kletterturm, Ponyreiten, Bastelaktionen, ein Fahrrad- und Rollerparcours sowie GetrĂ€nke- und EssensstĂ€nde. Auf der großen BĂŒhne gibt es auch in diesem Jahr ein bundes Programm fĂŒr die ganze Familie. Das Stadtteilfest klingt am Abend von 18 bis 21.30 Uhr mit Livemusik von Rapper Joe, Experience II und Guido + die G*Hilfen aus.

Am Montag (4. September) lÀdt das Bonhoefferhaus in der Potsdamer Allee 35 um 18 Uhr wieder zum Kiez-Kino ein. Gezeigt wird der Film »Sonne und Beton«.

Am Sonnabend, dem 16. September, gibt es zwischen 12.30 und 16 Uhr auf dem Parkplatz neben dem SanitĂ€tshaus Koeppe einen Flohmarkt. Unter dem Motto »Komm mit deinen alten Sachen, die andern eine Freude machen« kann jeder seine nicht mehr benötigten Dinge zum Verkaufen mitbringen. FĂŒr passenden Utensilien (z.B. Tisch oder Decke) muß jeder selber sorgen. Wichtig: Die Anmeldung eines Standes soll bis zum 1. September beim Quartiersmanagement (Tel. 03334/818245, eMail: ) angemeldet werden.

Am darauffolgenden Sonnabend, das ist der 23. September, findet zur Einweihung der neuen SportgerĂ€te einschließlich der Tischtennisplatte im Barnim-Park (zwischen Potsdamer Allee und Rathenower Straße) ein Tischtennisturnier statt. Zwischen 14 und 18 Uhr sind alle eingeladen, die sich selbst sportlich betĂ€tigen oder beim Turnier zuschauen wollen. Tolle Preise sind zu gewinnen und es gibt einen Snack zur StĂ€rkung.
Im Barnim-Park entstand in diesem Jahr eine Fitness-Anlage, um jederzeit an der frischen Luft Sport treiben zu können. Finanziert wurde die Anlage aus Mitteln des Programms »Sozialer Zusammenhalt«. Neben den SportgerÀten entstanden auch neue Sitzgelegenheiten zum Entspannen (neudeutsch: »Relaxen«).

An gleicher Stelle gibt es dann am Dienstag, den 26. September, von 10 bis 12 Uhr Training fĂŒr Seniorinnen und Senioren. Angeboten werden in Trainingsintervallen ĂĄ 30 Minuten leichte Übungen fĂŒr alle Fitness-Level. Von 16 bis 18 Uhr gibt es dann kostenlosen Calisthenics-Training fĂŒr alle ab 14 Jahre. Vorgesehen sind zwei Zirkeleinheiten sowie kleine WettkĂ€mpfe mit tollen Preisen. Trainiert wird »mit dem eigenen Körpergewicht und es werden keine weiteren Utensilien benötigt«. SelbstverstĂ€ndlich können hier auch Fragen rund um das Calisthenics-Training gestellt werden.

(30. August 2023)

Siehe auch:
»Personalwechsel im StadtteilbĂŒro«


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Das Einkaufszentrum »Heidewald«.

BĂŒrgermeister spricht mit Investor – ohne NETTO:
Nahversorgung im Kiez gesichert

Am 28. August 2023 trafen sich auf Einladung von BĂŒrgermeister Götz Herrmann Herr Sahin Sanli (EigentĂŒmerseite) sowie Herr Marco Bauer (Vertreter des Projektentwicklers Bechtolsheim Real Estate) mit dem Stadtoberhaupt und der Ersten Beigeordneten Anne Fellner im Rathaus. Ziel des GesprĂ€chs war nichts weniger als die durchgĂ€ngige Sicherung der Nahversorgung im Brandenburgischen Viertel.

»Wir als Verwaltung – vor allem aber die Bewohnerinnen und Bewohner des Brandenburgischen Viertels – brauchen eine klare Perspektive fĂŒr die Entwicklung des Einkaufszentrums ‚Heidewald‘ als Versorgungszentrum des Ortsteils. Wir verstehen, daß es kein hinnehmbarer Zustand sein kann, fĂŒr ein StĂŒckchen Butter oder Brot erst lĂ€ngere Fahrwege mit Bus oder Auto in Kauf nehmen zu mĂŒssen«, so eröffnete und formulierte BĂŒrgermeister Götz Herrmann die Erwartungen und die Zielsetzung der Stadt.

Sahin Sanli und seine Partner haben mit dem in die Jahre gekommenen Objekt Großes vor: Sie planen die dringend erforderliche Sanierung des Komplexes. Dabei soll ein moderner, zeitgemĂ€ĂŸer Lebensmittler entstehen, welcher – ergĂ€nzt um weitere GeschĂ€fte – auch Imbißangebote sowie einen Drogeriemarkt beherbergen soll. Verhandlungen mit den jeweiligen Ketten laufen bereits auf Hochtouren. Durch die umfassenden Umbauarbeiten am Haus will man nicht nur heutigen Einkaufsgewohnheiten entsprechen, sondern auch modernen baulichen Anforderungen genĂŒgen. Erstmalig soll es auch eine direkte Anbindung vom Parkplatz an die Einkaufsmall geben.

Dabei verspricht Sahin Sanli: »Auch in der Übergangszeit wird es einen kleinen Nahversorger im Heidewald geben. DafĂŒr können FlĂ€chen genutzt werden, die nicht von den großen Umbaumaßnahmen betroffen sind.«

Einziger sprichwörtlicher Wermutstropfen: Aktuell ist es leider nicht möglich, einen genauen Zeitplan fĂŒr die Entwicklungen aufzustellen, da damit zu rechnen ist, daß der bisherige Filialist unter UmstĂ€nden gegen das am 18. August 2023 verkĂŒndete, bisher noch nicht rechtskrĂ€ftige Urteil des Landgerichts Frankfurt (Oder) in Berufung gehen wird. Darin wurde das Unternehmen zur RĂ€umung und Herausgabe der FlĂ€chen sowie zur Zahlung von NutzungsentschĂ€digung verurteilt. Die KlĂ€rung dieser juristischen Auseinandersetzung kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Dieser Zeitraum wird aber nicht ungenutzt verstreichen. Er soll zur Arbeit an einem neuen Bauantrag, der Abstimmung ĂŒber die Zwischennutzung fĂŒr den Nahversorger und gegebenenfalls fĂŒr die Anpassung des Bebauungsplans genutzt werden. Letztere ist außerdem mit der Eberswalder Stadtverordnetenversammlung abzustimmen.

»Ich bin zufrieden, daß es die offene und konstruktive Aussprache ĂŒber den Fahrplan zur Erneuerung des Heidewaldes mit dem EigentĂŒmer gegeben hat. Wir werden den Prozeß als Stadt eng begleiten und können optimistisch sein, daß es trotz der unvermeidlichen EinschrĂ€nkungen wĂ€hrend der Bauzeit immer eine Lösung fĂŒr die Nahversorgung im Brandenburgischen Viertel geben wird«, so der BĂŒrgermeister nach dem Termin.

Pressestelle der Stadt Eberswalde – 29. August 2028

Siehe auch:
»Wie schnell wird es gehen?«
»Nun sollŽs schnell gehen«
»Entscheidung vor Gericht«
»Einfach zum kotzen«
Bebauungsplan fĂŒr den »Specht«
Neue PlĂ€ne fĂŒr den Kiez
Ortsteil ohne Lebensmittelmarkt?
Hoffnung im »Sozialen Brennpunkt«
»Specht« hat neuen EigentĂŒmer
Reimannviertel geplant mit Hallenbad, Sauna, Bibliothek und Poliklinik




NETTO und das Einkaufszentrum »Heidewald«:
Wie schnell wird es gehen?

Im jĂŒngsten MAXE-Artikel »Nun sollÂŽs schnell gehen« bezogen wir uns auf eine Information des Stadtverordneten Carsten Zinn, die er selber als »unbestĂ€tigt« bezeichnete. Darin war die Rede davon, daß die NETTO-Filiale im Einkaufszentrunm »Heidewald« bis zum 1. September ihre gemieteten GewerberĂ€ume rĂ€umen werde und zuvor ein »Abverkauf« stattfinden werde.

Nun erreichten uns Informationen von MAXE-Lesern, wonach zumindest die NETTO-Mitarbeiter von irgendwelchen »Abverkaufsaktionen« noch gar nichts wissen. Das Sortiment sei normal vorhanden, ebenso die Kundschaft, die zum Monatsende sowieso regelmĂ€ĂŸig spĂ€rlicher wird, weil der Monat lĂ€nger dauert als das BĂŒrgergeld, sonstige Transverleistungen oder der Niedriglohn reicht. Manche meinten, es handele sich um eine der Â»ĂŒblichen MOZ-Fake-News«, wobei anzumerken ist, daß sich der Stadtverordnete nicht auf irgendwelche Informationen in der lokalen Tageszeitung bezogen hatte.

BestĂ€tigt hat sich zumindest, daß es sich bei den Zinn'schen Informationen um unbestĂ€tigte Nachrichten handelte, wie er selbst angemerkt hatte. Hinsichtlich der in den anderen Teilen des Artikels geĂ€ußerten Vermutungen und Schlußfolgerungen Ă€ndert sich infolge der bestĂ€tigten UnbestĂ€tigtheit nichts.

Gerd Markmann –22. August 2023

Siehe auch:
»Nun sollŽs schnell gehen«
»Entscheidung vor Gericht«
»Einfach zum kotzen«
Bebauungsplan fĂŒr den »Specht«
Neue PlĂ€ne fĂŒr den Kiez
Ortsteil ohne Lebensmittelmarkt?
Hoffnung im »Sozialen Brennpunkt«
»Specht« hat neuen EigentĂŒmer
Reimannviertel geplant mit Hallenbad, Sauna, Bibliothek und Poliklinik




»Heidewald« wird leergezogen. Wie wir aus Erfahrung wissen, gibt es dann zwei Möglichkeiten: Der Abriß ist das ĂŒbliche. Im Kiez kennen wir das. Unter guten UmstĂ€nden, wenn staatliche Fördermittel fließen, wird zuweilen auch saniert.

NETTO und das Einkaufszentrum »Heidewald«:
Nun sollÂŽs schnell gehen

Besenreine Übergabe schon am 1. September?

Am 18. August hat das Landgericht Frankfurt (Oder) im Rechtsstreit zwischen dem neuen EigentĂŒmer des EKZ »Heidewald« Sahin Sanli und seinem Mieter, dem Discounter NETTO aus Stavenhagen (das »schwarz-gelbe NETTO« im Unterschied zum rot-gelben EDEKA-Netto), zugunsten des EigentĂŒmers Sanli entschieden und die KĂŒndigungsschutzklage von NETTO abgewiesen.

Das Urteil verpflichtet NETTO, die im »Heidewald« angemieteten GewerberĂ€ume mit sofortiger Wirkung herauszugeben. UnabhĂ€ngig davon, daß NETTO den Gerichtsentscheid noch anfechten kann. »VorlĂ€ufig vollstreckbar« nennt sich die Pistole, die dem vor Gericht Unterlegenen rechtsstaatlich legitimiert auf die Brust gesetzt wird.

Ob seites NETTO noch mögliche Rechtsmittel eingelegt werden, wissen wir nicht. Wahrscheinlich lohnt das gar nicht, da mit dem aktuellen EigentĂŒmer ohnehin kein VertrauensverhĂ€ltnis mehr bestehen kann, das die Voraussetzung fĂŒr eine halbwegs funktionierende GeschĂ€ftsbeziehung darstellt. Bestenfalls könnte noch Geld erstritten werden, aber wohl kaum eine wirkliche Fortsetzung des MietverhĂ€ltnisses. Zumal die Richter, wie ĂŒblich, nicht mieterfreundlich urteilen.

Selbiges VertrauensverhĂ€ltnis hat Sahin Sanli mit seinem rigorosen und vor allem intransparenten Vorgehen allerdings sehr wahrscheinlich auch mit den Kiez-Bewohnern verspielt. Es darf spekuliert werden, daß es nie seine Absicht war, ein solches herzustellen. Es bleibt unklar, was fĂŒr ein GeschĂ€ftsmodell darauf aufbauen kann, sofern es einigermaßen erfolgreich sein und entsprechende Profite abwerfen soll.

Kurzfristig wird die eingetretene Situation vermutlich erstmal jede positive Entwicklung in der zentralen Lage des Brandenburgischen Viertels verhindern. Berliner Gentrifizierungs-Methoden dĂŒrften hier noch nicht so wirklich umsetzbar sein. NatĂŒrlich denken Immobilienspekulanten langfristig. Die Interessen der betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner spielen dabei bestenfalls eine sehr untergeordnete Bedeutung.

Inzwischen berichtete der hiesige Stadtverordnete Carsten Zinn, daß es - noch unbestĂ€tigte - Informationen gebe, wonach NETTO bestrebt ist, den Laden im »Heidewald« bis zum 1. September zu rĂ€umen. Das sind keine zwei Wochen, in denen die vorhandenen WarenbestĂ€nde per Ausverkauf, wahrscheinlich mit erheblichem Preisnachlaß, unter die Leute gebracht werden können.

Die Eberswalder Stadtverwaltung hatte zuvor signalisiert, daß sie zeitnah alternative Standorte, ggf. auch temporĂ€r, fĂŒr Container oder Verkaufszelte (sowas hat Anfang der 90er Jahre schonmal funktioniert), fĂŒr NETTO oder auch andere zur VerfĂŒgung zu stellen. Wir werden sehen, ob und wie das funktioniert.

Die Menschen im Kiez sind erstmal »am Arsch«. Danke, Sahin Sanli.

Gerd Markmann – 21. August 2023

Siehe auch:
»Entscheidung vor Gericht«
»Einfach zum kotzen«
Bebauungsplan fĂŒr den »Specht«
Neue PlĂ€ne fĂŒr den Kiez
Ortsteil ohne Lebensmittelmarkt?
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»Specht« hat neuen EigentĂŒmer
Reimannviertel geplant mit Hallenbad, Sauna, Bibliothek und Poliklinik




Das Einkaufszentrum »Heidewald«.

»Heidewald«-Mieter NETTO klagt gegen KĂŒndigung:
Entscheidung vor Gericht

Eilmeldung (18.8.23): NETTO muß raus. Siehe unten.

maxe. Unter dem Aktenzeichen 11-O-232-22 soll am Freitag, den 18. August, um 13 UHR am Landgericht Frankfurt (Oder) die Entscheidung im Rechtsstreit zwischen dem EigentĂŒmer des Einkaufszentrum »Heidewald« und dem Discounter Netto aus Stavenhagen (schwarzes Netto) öffentlich verkĂŒndet werden.

Der neue EigentĂŒmer Sahin Sanli hatte dem Lebensmittelmarkt den Mietvertrag gekĂŒndigt, schon kurz nachdem er die Immobilie erworben hatte. Netto hatte sich gegen die KĂŒndigung gerichtlich gewehrt. WĂ€hrend des laufenden Verfahrens hatten sich beide Seiten mit öffentlichen Äußerungen zurĂŒckgehalten.

Der Stadtverordnete Carsten Zinn hat indes registriert, daß seit einigen Wochen das Tagesangebot in der Netto-Filliale »einen ziemlich reduzierten und temporĂ€r unaufgerĂ€umten Eindruck« hinterlasse. Es sei zu hoffen, so Zinn, »daß dies nicht als ein schlechtes Omen« hinsichtlich der Entscheidung des Landgerichtes zu werten ist.

Zinn weist indes darauf hin, daß den Kiez-Einwohnern »scheinbar nicht Bange werden« mĂŒsse. Der Eberswaldere BĂŒrgermeister Götz Herrmann habe sich in dieser Hinsicht sehr optimistisch geĂ€ußert. Die Verwaltungsspitze im Rathaus habe bereits »mehrere Varianten im Köcher, um die Nahversorgung im sozialen Kiez weiterhin stabil und bedarfsgerecht abzusichern«, was aber aktuell noch »der strengsten Verschwiegenheit« unterliege.

Ob es solcher alternativen Varianten bedarf, verkĂŒndet das Landgericht Frankfurt (Oder) am Freitag.

(14. August 2023)

Das Landgericht Frankfurt (Oder) hat heute seine Entscheidung verkĂŒndet. Das schwarze NETTO muß nach dem Richterspruch die im »Heidewald« gemieteten GewerberĂ€ume herausgeben. Und zwar sofort. Allerdings kann die Entscheidung noch angefochten werden.
Wie auch immer der Rechtsstreit am Ende ausgeht, dĂŒrfte klar sein, daß sich der neue EigentĂŒmer Sahin Sanli mit dieser Aktion im Kiez kaum beliebt gemacht haben dĂŒrfte.

(18. August 2023)

Siehe auch:
»Einfach zum kotzen« Bebauungsplan fĂŒr den »Specht«
Neue PlĂ€ne fĂŒr den Kiez
Ortsteil ohne Lebensmittelmarkt?
Hoffnung im »Sozialen Brennpunkt«
»Specht« hat neuen EigentĂŒmer
Reimannviertel geplant mit Hallenbad, Sauna, Bibliothek und Poliklinik




Suzanna und Gerhard Schiewe. Tango zur »Hellen Stunde«

Am Mittwoch der beginnenden Woche, am 16. August 2023, betreten wir bei der Hellen Stunde mit Kultur die Welt des Tangos. Die gemeinsame Leidenschaft von SĂ€ngerin Suzanna und Akkordeonist Gerhard Schiewe ist der Tango mit all seinen klangreichen Facetten. Die Arrangements stammen aus der Feder des Akkordeonisten. Eintauchen am Vormittag! Auch die 49. Ausgabe der Veranstaltungsreihe beginnt um 11 Uhr auf dem Potsdamer Platz im Brandenburgischen Viertel von Eberswalde.

Die aktuellen Ausstellungen »Pixel & Voxel« von Holger Lippmann und »Aqua Lilium« von Christine Jaschek in der Galerie Fenster, sind nur noch wenige Tage zu sehen! Die Galerie in der Prignitzer Straße 50 im Brandenburgischen Viertel hat am Donnerstag von 17 bis 20 Uhr und am Freitag von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Dazu treffen wir uns am Donnerstag, dem 17. August 2023 um 19 Uhr zum SHARED READING mit Carsten Sommerfeldt, bevor wir dann heute in einer Woche, am Sonntag, dem 20. August 2023, um 14 Uhr und in Anwesenheit der beiden KĂŒnstler die Finissage feiern. Ein herzliches Willkommen!

Die Arbeiten von Christine Jaschek und Holger Lippmann sind zu erwerben, sprechen Sie uns gern an. In unserem kleinen Galerieshop haben wir zudem eine Reihe von zum Teil signierten BĂŒchern von KĂŒnstlern, die bei uns aufgetreten sind oder aber ausgestellt haben.

Udo Muszynski – 13. August 2023


Vorausblick
Helle Stunde mit Kultur Nr. 50 am Mittwoch, 23. August, 11 Uhr auf dem Potsdamer Platz:
Lukas Fröhlich & Tayfun Schulzke »Soundorchester« (www.lukasfroehlich.de)




Über den »Schwarzen Weg« verlĂ€uft bereits jetzt eine viel befahrene SĂŒdroute vom Brandenburgischen Viertel in Richtung der Eberswalder Innenstadt. Eine kurze und sichere Verbindung zum Bahnhof mĂŒĂŸte die Wege entlang der Drehnitzwiese und durch die Wohngebiete Westends erschließen.

Neue Radfahr-Route im SĂŒden Eberswaldes:
Online-Beteiligung fĂŒr »SĂŒdroute«

maxe. »Die Stadt Eberswalde hat sich zum Ziel gesetzt«, schreibt das Berliner PlanungsbĂŒro Gertz Gutsche RĂŒmenapp GbR, »den Umweltverbund und damit auch den Radverkehr zu stĂ€rken«. In diesem Sinne werde »die Umsetzung einer SĂŒdroute fĂŒr den Radverkehr geplant, die die Stadtteile Finow, Brandenburgisches Viertel und Westend mit dem Zentrum bzw. den Hauptbahnhof von Eberswalde verbinden soll, um so auch im SĂŒden eine Alternative zur B167 zu schaffen. Nördlich der B167 gibt es bereits mit dem Treidelweg eine attraktive Verbindung, die auch bestehen bleiben soll.«

Die neue SĂŒdroute soll »eine weitere attraktive Radverbindung« schaffen und zudem den Tierpark und das Krankenhaus besser an das Radverkehrsnetz anschließen. Mit einer entsprechenden Machbarkeitsstudie hat die Eberswalder Stadtverwaltung nun das genannte PlanungsbĂŒro beauftragt.

Im Rahmen dieser Machbarkeitsstudie gibt es eine sogenannte »Online-Beteiligung«, die seit Juli freigeschaltet ist. Noch bis zum 3. September können dort VorschlÀge gemacht, Ideen eingebracht oder Hinweise gegeben werden.

Das PlanungsbĂŒro bittet zudem darum, sich an der »Umfrage« zu beteiligen. »Hier möchten wir zum Beispiel erfahren«, heißt es auf der Internetseite, »wie hĂ€ufig Sie das Fahrrad nutzen und auf welchen Wegen Sie am liebsten fahren«.

Seitens der BĂŒrgerinitiative »Radwege in Eberswalde«, deren Klage gegen die Ablehnung ihres BĂŒrgerbegehren seit vier Jahren in einer Schublde des Frankfurter Verwaltungsgerichtes vor sich hin schmort, begrĂŒĂŸt die Suche nach einer vernĂŒnftigen SĂŒdroute. Die Stadtverwaltung folge damit den VorschlĂ€gen der BĂŒrgerinitiative, die sie 2017/18 im Rahmen ihrer Aktionen gegen die chaotische und gefĂ€hrliche Radstreifen-Regelung in der HeegermĂŒhler Straße gemacht hatte.

Anna Fröhlich – 9. August 2023

Siehe auch:
BĂŒrgerbegehren »HeegermĂŒhler Straße« ist zulĂ€ssig,
Große Resonanz beim BĂŒrgerbegehren HeegermĂŒhler Straße,
BĂŒrgerbegehren auf dem Weg und
Internetseite der BI »Radwege in Eberswalde«




Das Einkaufszentrum »Heidewald« wurde im Jahr 1994 eröffnet. StĂ€dteplanerisch machte es damals durchaus Sinn, dem kurz vorher in »Brandenburgisches Viertel« umbenannten grĂ¶ĂŸten Eberswalder Neubaugebiet ein rĂ€umliches Zentrum zu geben. Doch die optimistischen Prognosen der damaligen StadtfĂŒhrung unter dem ein Jahr spĂ€ter abgewĂ€hlten BĂŒrgermeister Dr. Hans Mai (SPD), die von einer stark positiven Bevölkerungsentwicklung der Stadt ausgingen, erwiesen sich bald als Illusion. Als erste Folgen des neuen Einkaufszentrums wurden die bestehenden Kaufhallen, die das genossenschaftlich organisierte Westunternehmen EDEKA von der einstigen DDR-Konsum-Genossenschaft ĂŒbernomnmen hatte, aufgegeben. Beide Kaufhallen sind inzwischen abgerissen.
Heute funktioniert auch die zentrale Einkaufsmeile im Kiez nicht mehr, obwohl der Nahversorger Netto sein GeschĂ€ft durchaus rentabel betreibt. Denn sonst wĂŒrde Netto wohl kaum gegen den Rauswurf durch den neuen EigentĂŒmer klagen. Aber der hat vermutlich gute GeschĂ€ftsbeziehungen mit einem anderen Nahversorger, sprich: einem Konkurrenten des Stavenhagener Netto...
»Einfach zum kotzen«

»Heidewald«-EigentĂŒmer will Nahversorger Netto los werden

Das ist einfach nur noch zum »kotzen«*, mit welcher permanenten Verlogenheit, stĂ€ndiger Desinformation und Intransparenz in der Sache der BĂŒrgermeister, die Erste Beigeordnete und der Wirtschaftsdezernent der Stadt Eberswalde einschließlich der aktuellen EigentĂŒmer und sein beauftragter Projektentwickler gegenĂŒber ehrenamtlichen Kommunalpolitikern und der Einwohnerschaft im Eberswalder Ortsteil Brandenburgisches Viertel agieren!!!

Der im Brandenburgischen Viertel wohnende Stadtverordnete Carsten Zinn reagiert mit diesen drastischen Formulierungen auf einen Artikel in der lokalen Tageszeitung vom 31. Juli, in dem es um den Verbleib der Netto-Filiale im Einkaufszentrum »Heidewald« geht.

Das Lokalblatt zitiert aus einer Stellungnahme der stĂ€dtischen Pressestelle, in der es heißt: »Die Stadt Eberswalde bemĂŒht sich bereits seit lĂ€ngerem um eine deutliche Verbesserung der VersorgungskapazitĂ€t im Brandenburgischen Viertel. Um das zu erreichen, ist sie mit verschiedenen Interessenten fĂŒr den Standort im GesprĂ€ch.« Es sei jedoch festzustellen, daß die Stadt keinen direkten Einfluß auf rein privatrechtliche MietverhĂ€ltnisse nehmen könne und dĂŒrfe. »NatĂŒrlich hoffen wir, daß Netto als einziger Nahversorger des Viertels im Einkaufszentrum verbleibt.«

Das 1994 im Brandenburgischen Viertel eröffnete Einkaufszentrum »Heidewald« habe schon bessere Zeiten gesehen, schreibt die Zeitung. Die einstige Bummelmeile fĂŒr das Brandenburgische Viertel sei von Leerstand gekennzeichnet. In den vergangenen Jahren hatten unter anderem ein Friseur, ein Optiker, ein Spielzeugladen, ein Drogeriemarkt und ein BlumengeschĂ€ft aufgegeben. Zuletzt war bestĂ€tigt worden, daß der Modediscounter NKD seine dortige Filiale zum 31. Dezember 2023 schließt.

Seit 2021 hat das EKZ »Heidewald« einen neuen EigentĂŒmer. Der Berliner Unternehmer Sahin Sanli hatte kurz darauf auch das zur Ruine verkommene Wohngebietszentrum mit der einstigen WohngebietsgaststĂ€tte »Specht« erworben.

Sanli kĂŒndigte große PlĂ€ne an und erhielt von der Eberswalder Baudezernentin Anne Fellner einige Vorschußlorbeeren. »Unsere Vorhaben in Eberswalde«, wird der EigentĂŒmer von der lokalen Tageszeitung zitiert, »sind nach wie vor aktuell und werden gemeinsam mit dem Projektentwickler Bechtolsheim Real Estate vorangetrieben«. Über Fortschritte dabei werde zu gegebener Zeit informiert, so die Tageszeitung weiter, die sich im gleichen Artikel auf AuskĂŒnfte von Netto selbst beruft.

Auf Nachfrage habe Kirsten Geß, deren DĂŒsseldorfer Beratungsfirma die Pressearbeit von Netto betreut, mitgeteilt: »Leider hat uns der Vermieter zum kurzfristigen Verlassen des Objekts aufgefordert«. Netto wolle gerne im »Heidewald« bleiben, so Geß. Dies sei auch Gegenstand der aktuellen Gerichtsverhandlungen, zu denen sie aufgrund des laufenden Verfahrens keine weiteren Informationen geben könne.

Die gerichtlichen Auseinandersetzungen bestĂ€tigte dem Blatt auch der EigentĂŒmer Sahin Sanli. Im August sei ein Termin anberaumt, vor dem er »dazu keinerlei Details nennen« werde. Er sei sich aber mit der Eberswalder Rathausspitze darĂŒber einig, daß es im »Heidewald« unbedingt auch in Zukunft einen Nahversorger geben mĂŒsse, was sogar »daß HerzstĂŒck all unserer Überlegungen« sei. Gemeinsam mit dem Projektentwickler Bechtolsheim Real Estate arbeite er daran, das EKZ zu sanieren, zu modernisieren und zu erweitern. Marco Bauer, der Berliner Niederlassungsleiter der Becholsheimer Ă€ußert sich, wenig ĂŒberraschend, Ă€hnlich zugeknöpft. Die öffentliche PrĂ€sentation erfolge, »sobald das geht«.

WĂ€hrend in anderen StĂ€dten Ă€hnlich gelagerte Probleme von den Verantwortlichen aktiv angegangen werden, verweist die Eberswalder Stadtverwaltung darauf, »keinen direkten Einfluß auf privatrechtliche MietverhĂ€ltnisse nehmen« zu können und zu dĂŒrfen. Was impliziert, daß »indirekte EinflĂŒsse« durchaus machbar wĂ€ren. Die Stadtverwaltung beschrĂ€nkt sich indes darauf, zu »hoffen 
, daß Netto als einziger Nahversorger des Viertels im Einkaufszentrum verbleibt oder gegebenenfalls schnell ein vergleichbarer Nachmieter gefunden werden kann«.

Somit ist dem eingangs erwĂ€hnten Statement des Stadtverordneten Carsten Zinn durchaus zu widersprechen. Verlogenheit kann der Rathausspitze kaum vorgeworfen werden. Den zitierten Aussagen der Stadtverwaltung kann vielmehr entnommen werden, daß entsprechend dem neoliberalen Mainstream alles dem sogenannten »Markt« ĂŒberlassen werden soll und die daraus entstehenden nachteiligen Folgen fĂŒr die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger von der Rathausspitze bestenfalls bedauernd beobachtet werden. Böswilliger interpretiert wĂŒrde das heißen: Ihr seid uns egal.

Eine solche moralisierende Sichtweise greift indes zu kurz. Die Agierenden in der Stadtverwaltung sind auch nur Produkt der vorherrschenden gesellschaftlichen VerhĂ€ltnisse, in denen das private Unternehmertum – je grĂ¶ĂŸer desto mehr – außerhalb jeglicher Kritik steht.

Die Nahversorgung mit Lebensmitteln und anderen GĂŒtern des tĂ€glichen Bedarfs gehört zu den grundlegenden Aufgaben der Grundversorgung und ist somit eine gesellschaftliche Angelegenheit. In der Vergangenheit mag das mittels privaten Versorgungsunternehmen funktioniert haben. Doch hat dieser Wirtschaftszweig inzwischen offenbar einen Zentralisierungs- und damit Monopolisierungsgrad erreicht, bei dem eine flĂ€chendeckende Grundversorgung mit Lebensmitteln und anderen GĂŒtern des tĂ€glichen Bedarfs sogar in großen stĂ€dtischen Wohngebieten im »freien Spiel der MarktkrĂ€fte« nicht mehr funktioniert.

Hier scheint also ein gesellschaftliches Eingreifen dringend notwendig zu sein, um Schaden von den im Brandenburgischen Viertel lebenden Menschen abzuwenden.

VorschlĂ€ge, wie ein solches gesellschaftliches Eingreifen aussehen könnte, nimmt die MAXE-Redaktion unter gerne entgegen. Vielleicht ergibt sich daraus eine öffentliche Diskussion mit VorschlĂ€gen, die von unseren Volksvertretern in der Stadtverordnetenversammlung und vom BĂŒrgermeister aufgenommen werden können.

Gerd Markmann – 31. Juli 2023

* – Die Bemerkung zum »kotzen« nimmt Bezug auf die Äußerung der Ersten Beigeordneten, stellvertretenden BĂŒrgermeisterin und Baudezernentin Anne Fellner in der 41. Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 27. Juni 2023 zum TOP 13.9 (dort in der Minute 21). In dem Tagesordnungspunkt ging es um die BestĂ€tigung der Genehmigungsplanung fĂŒr den Neubau eines FunktionsgebĂ€udes im Westendstadion. Nach sehr kontroversen Diskussionen sagte Anne Fellner, die wohl versĂ€umt hatte, zuvor ihr Mikrofon auszuschalten: »Ich könnt' kotzen«. Letztlich stimmten die Stadtverordneten der Genehmigungsplanung zu, allerdings unter der Bedingung, daß mit den betroffenen Keglern nochmals ĂŒber deren VorschlĂ€ge, soweit sie kostenneutral umsetzbar sind, zu verhandeln sei.

Siehe auch:
Bebauungsplan fĂŒr den »Specht«
Neue PlĂ€ne fĂŒr den Kiez
Ortsteil ohne Lebensmittelmarkt?
Hoffnung im »Sozialen Brennpunkt«
»Specht« hat neuen EigentĂŒmer
Reimannviertel geplant mit Hallenbad, Sauna, Bibliothek und Poliklinik




Die Quartiersmanagerinnen im Brandenburgischen Viertel Julia Klemm, Antonia Gergs (beide S.T.E.R.N. GmbH) und Katharina Brunnert (Stadt Eberswalde). Personalwechsel im StadtteilbĂŒro

maxe. Seit dem 1. Juni gehört ein neues Gesicht zum Kollektiv des Quartiersmanagements (QM) im Brandenburgischen Viertel. Antonia Gergs nahm die Stelle von Julia Hantke ein, die sich nach drei Jahren bei der S.T.E.R.N. GmbH und fast zweieinhalb Jahren im Brandenburgischen Viertel kĂŒnftig neuen beruflichen Herausforderungen widmet.

Antonia Gergs war bisher als Werksstudentin bei der S.T.E.R.N. GmbH tĂ€tig und sammelte als solche unter anderem im Quartiersmanagement Strausberg erste Erfahrungen. Im Sommer schließt sie ihren Master in Stadt- und Regionalplanung ab. Bereits seit dem 1. Juni widmet sie sich als Projektmitarbeiterin voll und ganz dem Brandenburgischen Viertel und ist neben Katharina Brunnert und Julia Klemm nunmehr die dritte Ansprechpartnerin des QM im Kiez.

Das Eberswalder Quartiersmanagement ist dienstags von 14 bis 16 Uhr und donnerstags von 10 bis 12 Uhr im BĂŒrgerzentrum in der Schorfheidestraße 13 zu erreichen. Außerhalb der Sprechzeiten stehen die Quartiersmanagerinnen telefonisch und via eMail zur VerfĂŒgung.

(30. Juli 2023)


Quartiersmanagement Brandenburgisches Viertel · StadtteilbĂŒro im BĂŒrgerzentrum
Schorfheidestraße 13 · 16227 Eberswalde
Telefon: 03334/818245 · mobil: 0176/95498220
eMail: , , , , · internet: www.meinbrandenburgischesviertel.de




Kinderschminken gehört regelmĂ€ĂŸig zu den Rennern bei der »FĂȘte de la Viertel«. Die Quartiersmanagerin Katharina Brunnert lĂ€dt zu »einem bunten Fest mit zahlreichen Möglichkeiten fĂŒr Kinder und Erwachsene - Basteln, Ponnyreiten, Musik und Tanz und VerkaufsstĂ€nde, die die Fete abrunden«. Geld fĂŒrÂŽs Kiezfest

Stadtverordneter konsultiert Dezernenten

maxe. Die finanziellen Mittel fĂŒr die »FĂȘte de la Viertel« am 1. September sollen inzwischen freigegeben worden sein. DarĂŒber informierte am 27. Juli der frĂŒhere Ortsvorsteher und noch immer Stadtverordnete aus dem Kiez, Carsten Zinn.

»Im Rahmen einer persönlichen Vier-Augen-Konsultation mit dem neuen Bildungs-, Kultur-, Sozial- und Sportdezernenten der Stadt Eberswalde Bernd SchlĂŒter (parteilos) am vergangenen Freitag, den 21. Juli, die von 13 bis circa 15.30 Uhr andauerte, hat Dezernent Bernd SchlĂŒter auf nochmalige persönliche Nachfrage mir bestĂ€tigt, daß die beantragten finanziellen Mittel unter anderem fĂŒr die FĂȘte de la Viertel freigegeben sind. Das dĂŒrfte mittlerweile auch das Quartiersmanagement im Sozialen Kiez bestĂ€tigen können.«

Die Feinplanung, so Zinn, könne nun vorangetrieben werden »und die relevante Armateurband fĂŒr die Abendveranstaltung gebunden werden, soweit das bereits nicht schon geschehen ist«.

Der Stadtverordnete, der seit MĂ€rz zur Fraktion BĂŒndnis Eberswalde gehört, die seitdem den Namen »BĂŒndnis Eberswalde / Einzelstadtverordnetenschaft« trĂ€gt, vergaß auch nicht darauf hinzuweisen, daß die gesicherte Finanzierung auch fĂŒr die Stadtteilfeste in Westend sowie das FeuerwehrjubilĂ€um »100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Sommerfelde« gelte.

Zumindestens das 11. Parkfest in Westend stellt dabei eine direkte Alternative zur »FĂȘte de la Viertel« dar. Wie das Kiezfest im Brandenburgischen Viertel beginnt das Parkfest am Freitag, den 1. September, um 15 Uhr. In Westend gibt es allerdings noch einen zweiten Tag. Auch am Sonnabend wird in unserem Nachbarstadtteil von 15 bis 0 Uhr gefeiert, unter anderem ab 21. Uhr mit der Rolling-Stones-Tribute-Band »Starfucker«.

Ebenfalls am Freitagnachmittag findet auf dem Eberswalder Marktplatz die traditionelle Veranstaltung zum Weltfriedenstag statt.

Ronald Schild – 28. Juli 2023

Siehe auch:
»Haushaltssperre contra Kiezfest«




Bereits 2019 mußten sich die Veranstalter der »FĂȘte de la Viertel« nicht ĂŒber zu geringen Zulauf beklagen. Haushaltssperre contra Kiezfest

maxe. Am 23. Mai hat der Eberswalder KĂ€mmerer eine haushaltswirtschaftliche Sperre erlassen, weil per Hochrechnung der aktuell geplanten Ausgaben und Einnahmen sich in den kommenden fĂŒnf Jahren ein eklatantes Haushaltsdefizit aufbauen wĂŒrde.

Somit sind nur noch Aufwendungen und Auszahlungen zulĂ€ssig, zu deren Leistungen die Stadtverwaltung rechtlich verpflichtet oder die fĂŒr eine WeiterfĂŒhrung notwendiger Aufgaben unaufschiebbar sind. Dazu gehört beispielsweise, daß neues Personal eingestellt wird, um alle Personalstellen laut Stellenplan zu besetzen.

»Es werden alle Aufwendungen und Auszahlungen der Stadtverwaltung fĂŒr das Haushaltsjahr 2023 nochmals auf ihre Erforderlichkeit und Notwendigkeit hin ĂŒberprĂŒft«, teilte die Stadtverwaltung auf der Sitzung des Sprecherrates fĂŒr das Brandenburgische Viertel am 6. Juli mit. Die Haushaltssperre betrifft auch die Mittel des Quartiersmanagements, obwohl diese weitgehend aus zweckgebundenen Fördermitteln stammen.

Das heißt, fĂŒr alle Projekte, die zum 25. Mai noch nicht beschieden waren, ist die Finanzierung unsicher. Dies betrifft auch die beiden Stadtteilfeste »FĂȘte de la Viertel« am 1. September und den Kiez-Weihnachtsmarkt am 17. Dezember. Zwar ist der Antrag fĂŒr die beiden Feste ist bereits gestellt, aber es gibt bisher noch keine Mittelfreigabe durch den StadtkĂ€mmerer.

Das Stadtteilfest »FĂȘte de la Viertel« soll am 1. September von 15 bis 21.30 Uhr unter dem Motto »Weltfriedenstag« stattfinden. Da es sich um eine stĂ€dtische Veranstaltung handelt, dĂŒrften inhaltlich kaum Abweichungen von den offiziellen Narrativen zu erwarten sein.

Von der Eberswalder Friedensinitiative wird ĂŒbrigens etwa zeitgleich am 1. September die traditionelle Veranstaltung zum Weltfriedenstag auf dem Eberswalder Marktplatz veranstaltet. Mit dabei wird u.a. der Chor IWUSCHKA sein, der daher bei der Kiez-Fete fehlen wird.

Auf dem Potsdamer Platz liegt von 15 bis 18 Uhr der Fokus auf einem Familienprogramm mit StĂ€nden und Programmpunkten fĂŒr Familien. Dem soll sich von 18 bis 21.30 Uhr ein BĂŒhnenprogramm vor allem fĂŒr Jugendliche, aber auch Ă€ltere Bewohnerinnen und Bewohner des Viertels anschließen.

FĂŒr das Kiez-Fest liegen bereits einige Angebote von Programmpunkten wie Ponyreiten, ein Eiswagen und auch einem Sicherheitsdienstleister vor. Allerdings können bindende VertrĂ€ge erst geschlossen werden, wenn der Antrag von der KĂ€mmerei der Stadt Eberswalde bewilligt wurde.

Zahlreiche Akteure aus dem Kiez wollen sich auch wieder ohne Honorar in Form von StĂ€nden und Aktionen fĂŒr Kinder und Familien am Fest beteiligen.

(26. Juli 2023)




Baumpflege nach dem Sturm

maxe. Wie die Nachrichten berichteten, wurde die Hauptstadt am Wochenende von einem Unwetter mit Sturm und starkem Regen heimgesucht. Eberswalde blieb weitgehend davon verschont. Es fiel zwar einiges an Wasser aus den Wolken, doch der Sturm kam hier eher als starker Wind mit teilweisen Böen an. Die meisten BĂ€ume ließen sich dadurch nicht dazu bringen, ihr Totholz abzuwerfen.

Auch wenn die Äste den stĂ€rksten StĂŒrmen widerstehen, ist Sicherheit eine wichtige Sache, fĂŒr die die GrundstĂŒckseigentĂŒmer haften. Daher engagierte die Eberswalder Wohnungsgenossenschaft am Tag nach dem Unwetter eine Altenhofer HolzfĂ€llerfirma, um auf einem ihrer Wohnhöfe die trockenen Äste von den BĂ€umen abzuschneiden. Auch einige Misteln wurden entfernt, die sich auf einigen Birken angesiedelt hatten.

Was der Sturm nicht schaffte, leisteten nun die fleißigen KettensĂ€genarbeiter aus Altenhof. Die Verkehrssicherheit ist wieder hergestellt.

(26. Juli 2023)




Die wuchernde Natur verbirgt mehr und mehr die Ruine des einstigen Mehrzweckwohngebietszentrums »Specht«, in deren zerstörten Resten zuletzt obdachlose Menschen Zuflucht gesucht hatten. SPECHT wurde »freigezogen«

maxe. Die Ruine des einstigen MehrzweckgebĂ€udes mit WohngebietsgaststĂ€tte »Specht« diente seit lĂ€ngerem einem obdachlosen Bewohner des Brandenburgischen Viertels als halbwegs wettergeschĂŒtzte Unterkunft und insbesondere SchlafstĂ€tte. Bisher störte sich niemand daran – weder an der Nutzung der Ruine als Asyl fĂŒr einen Obdachlosen, noch daran, daß es in diesem reichen Land ĂŒberhaupt Menschen ohne Obdach gibt. FĂŒr diese Menschen ist laut Gesetz das Ordnungsamt zustĂ€ndig, was heißt, Menschen ohne Obdach werden vorrangig als Störung der öffentlichen Ordnung wahrgenommen.

Wie der einstige Ortsvorsteher im Brandenburgischen Viertel Carsten Zinn nun herausfand, hat sich die Bechtolsheim Real Estate DĂŒsseldorf Niederlassung Berlin als neue EigtenĂŒmrin des »Spechts« sich von ihren »illegalen Haupt- und Nebenmietern in besagter Immobilie getrennt«. Eine ZwangsrĂ€umung, so Zinn, sei nicht notwendig gewesen, »denn besagte Mieterschaft(en) sollen freiwillig das 'Spielfeld' gerĂ€umt haben. Aktuell neues Quartier soll in einem bisher unbekannten WaldstĂŒck sein, vermutlich sehr nahe am Brandenburgischen Viertel.«

Ob die Bechtolsheim Real Estate damit signalisiert hat, gegebenenfalls zeitnah die »Specht«-Ruine abzureißen, »um damit die Grundlage zu legen, daß an besagter Stelle HochhĂ€user ĂĄ la DUBAI 007 durch die neue EigentĂŒmerschaft entstehen können«, hat Carsten Zinn bisher nicht ermitteln können.

(19. Juli 2023)




Das Brandenburgische Viertel von oben. Baujahr 2023 im Kiez

Es gibt im sozialen Kiez von Eberswalde von vielfĂ€ltigen AktivitĂ€ten zu berichten, bei denen in Beton-, Holz- oder Metall-Bauwerke investiert wurde, um die Infrastruktur umfassend zu ertĂŒchtigen. Zum einen hat 50-Hertz die Stromtrasse erneuert, mit leistungsstĂ€rkeren Masten, die allerdings in der Einflugschneise des Finower Flughafens nicht so hoch ausfielen.

Die neuen Leitungen der 380-kV-Hochspannungstrasse werden derzeit genutzt, um den Strom der alten 220-kV-Trasse durch das Eberswalder Stadtgebiet zu leiten, denn hier wurden die Masten der alten Strom-Trasse bereits abgebaut. Derzeit arbeitet der Netzbetreiber 50-Hertz eifrig daran, die 380-kV-Trasse im BiosphÀrenreservat Schorfheide-Chorin fertig zu bauen.

Das neue Betongold ist in der Cottbuser- und Spreewaldstraße zu finden, wo im vergangenen Jahr neue Wohnungsnutzer einzogen oder die alten wieder zurĂŒckkamen, nachdem die vier Wohnblöcke generalĂŒberholt wurden. Dort sind inzwischen auch die Außenanlagen so gut wie fertig, nur am »Spreewaldpark« im Hof wird noch gewerkelt. Dort entsteht ein Spielplatz mit neuen KlettertĂŒrmen und HĂŒgellandschaften.

Gleich gegenĂŒber befindet sich auch eine nagelneue Goldgrube, ein halboffenes zweistöckiges Parkdeck, dessen StellplĂ€tze angemietet werden können. Kontrolliert wird per Kamera, die die Kfz-Kennzeichen erfaßt. Wenn das nicht schon KI ist!?

Weiteres Betongold entsteht gerade im »Quartier Oderbruch«, wo fĂŒnf Blöcke der Genossenschaft umfassend saniert werden, nachdem sĂ€mtliche Mieter in alle Winde verstreut wurden. Voraussichtlich im September ziehen hier in einigen Wohnungen die ersten (oder alten) Mieter wieder ein, teilweise mit Außengang am Haus und Fahrstuhl. Bis die Außenanlagen wieder grĂŒn sind, kann es noch ein Weilchen dauern, bestimmt bis 2024, wenn der Ukrainekrieg vorbei ist.

Ganz fix ging es allerdings mit dem sogenannten Schorfheideplatz. In nur wenigen Wochen wurden die alten Betonplatten der Beeskower Straße entfernt, die Abdeckung des Kollektors erneuert, die Straßenkreuzung grundhaft ausgebaut und asphaltiert, die vorgesehenen Wege plaziert, Mulden fĂŒr die Wasserversickerung angelegt und neue BĂ€ume gepflanzt. Respekt!

Ob es auch so schnell mit der Sanierung der Cottbuser Straße geht, wird sich zeigen. Dort mĂŒssen auch Betonplatten entfernt werden, die noch DDR-Standard waren und im 1. Bauabschnitt ist man noch nicht einmal bei der Asphaltierung. Es entstehen wieder Parkbuchten, allerdings mit viel weniger StellplĂ€tzen als frĂŒher. DafĂŒr gibt es ja jetzt das Parkhaus (siehe oben).

Im Bereich des III. Bauabschnittes gibt es auch Bewegung. Die MĂ€rkische Schule bekommt einen großen Anbau, damit der erweiterte Betreuungsbedarf der dortigen Kinder auch Platz findet. Wenn Sie sich fragen: Wo ist nur diese Schule? – Sie stoßen direkt mit der Nase auf sie, wenn sie in der Potsdamer Allee Nord durch den gestalteten Durchgang nach Westen gehen und so zur Rheinsberger Straße gelangen.

Weiter sĂŒdlich, einen Katzensprung weiter, direkt angrenzend an den Hof der Grundschule, haben wir jetzt unser neues Holzhaus: einen nagelneuen Kinderhort, der auch baulich den Schwerpunkt auf körperliche Bewegung der JĂŒngsten setzt, die sich dort in vielfĂ€ltigster Hinsicht austoben können. Platz ist fĂŒr 150 Kinder und zwölf Erzieher. Die Baumaßnahme dauerte 33 Monate und kostete rund acht Millionen Euro. Nun hat die Stadt Eberswalde kein Geld mehr.

JĂŒrgen Gramzow – 30. Juni 2023




Die Gestaltung des großzĂŒgigen Außenbereichs stellte den letzten verbliebenen Bauabschnitt des Neubauprojekts dar. Am 25. Mai 2023 konnte auch dieser feierlich eröffnet werden. BĂŒrgermeister Götz Herrmann gab hierzu den sprichwörtlichen Startschuß, bevor das neue AußengelĂ€nde durch die Kinder des Hortes in Beschlag genommen wurde. Einen brandneuen Easy Rider-Roller hatte das Stadtoberhaupt dafĂŒr ebenfalls im GepĂ€ck. »Kinderinsel« mit Außenanlage

maxe. Seit Ende Mai sind nun auch die Außenanlagen des neuen Hortes »Kinderinsel« fertig. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, dauerte der Bau insgesamt, einschließlich der halbjĂ€hrigen Planungsphase und dem Gestaltungswettbewerb nur 33 Monate. Nach der offiziellen Eröffnung im Februar kamen noch vier Monate hinzu, in denen die 4.660 Quadratmeter große Außenanlage hergestellt wurden.

»Dieser neue Hort in Holzbauweise«, so die stĂ€dtische Pressestelle, »bietet Platz fĂŒr 150 Hortkinder plus zwölf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die modernen und hellen InnenrĂ€ume haben den Kindern verschiedene Möglichkeiten der BeschĂ€ftigung zu bieten. So gibt es unter anderem eine KinderkĂŒche, einen Sport- und Bewegungsraum, einen Forscherraum sowie einen Entspannungsraum. Die Einrichtung zeichnet sich durch ein bewegungsorientiertes Profil aus.«

Dies können die Kinder seit Ende Mai nun auch im Freien, um nach Herzenslust zu spielen, zu toben und ihrem natĂŒrlichen Bewegungsdrang nachzugehen. »Bewegung ist gesund und Kinder brauchen sie ganz besonders, um sich adĂ€quat entwickeln zu können, sagte BĂŒrgermeister Götz Herrmann zur Übergabe der Außenanlage am 25. Mai. Neben genĂŒgend Raum zum »auspowern« finden sie auf dem GelĂ€nde auch RĂŒckzugs- und Ruheorte an der frischen Luft. »Ich bin begeistert und stolz, daß wir dieses Bauvorhaben so erfolgreich und zufriedenstellend abschließen konnten. Allen Beteiligten möchte ich meinen herzlichen Dank aussprechen«, so der BĂŒrgermeister.

Bei der Planung und Gestaltung des Außenbereichs wurden die WĂŒnsche der Kinder erfragt und weitestgehend berĂŒcksichtigt. So finden sich dort nun eine Kletterinsel, ein Wasserspielplatz, eine Rollerstrecke, eine Spielwiese, ein »Strand« mit Spielsand, HĂ€ngematte und Holzdeck sowie geschĂŒtzte PergolagĂ€rten.

»Die Anmutung der neuen Außenanlagen lĂ€dt nicht nur zur Bewegung ein, sie beflĂŒgelt auch die kindliche Fantasie«, meint die Baudezernentin und Erste Beigeordnete Anne Fellner. »Durch ihre suggestive Beschaffenheit liefert die Anlage spannende Motive und ein inspirierendes Umfeld fĂŒr die Spiele der Kinder. So besticht der Hort 'Kinderinsel' nicht nur durch seine generell nachhaltige Bauweise sowie die StĂ€rkung der sozialen Infrastruktur im Viertel, auch fĂŒr die geistige Entwicklung der Kinder wird buchstĂ€blich spielerisch ein Beitrag geleistet.«

Durch die unmittelbare NĂ€he zur Grundschule SchwĂ€rzesee bilden Hort und Schule eine rĂ€umliche und funktionale Einheit. Das finanzielle Auftragsvolumen der Außenanlagen liegt bei rund 735.000 Euro. Auftragnehmer war die Firma Brodmann Garten- und Landschaftsbau aus Biesenthal. Die Fachplanung oblag der Kubus Freiraumplanung GmbH & Co. KG Berlin.

(16. Juni 2023)

Siehe auch:
»Kinderinsel« eingeweiht,




Vergiß dein nicht

»Engagierter Stammtisch« zum Thema Demenz

maxe. Am 12. Juni, von 17 bis 19 Uhr, widmet sich der »Engagierte Stammtisch« in der SeniorenbegegnungsstĂ€tte »Silberwald«, (Spreewaldstraße 1) unter dem Titel »Vergiß dein nicht« dem Thema Demenz. Dies teilte Katja Schmidt von der Freiwilligenagentur Eberswalde mit. Der Stammtisch bietet engagierten Menschen aus und um Eberswalde die Gelegenheit, sich zu dem Thema miteinander auszutauschen.

Die Leiterin der BegegnungsstĂ€tte Nicole Vormum wird eine kurze EinfĂŒhrung geben. Katja Schmidt freut sich sehr, daß Sandra Santos von der Stiftung Lobethal dazu kommt und einen »Demenzsimulator« mitbringt, der den Teilnehmenden einen kleinen Einblick in die Welt von Demenzkranken geben soll.

Anschließend wird Zeit zum Austausch dazu, aber auch zu anderen Themen rund um freiwilliges Engagement bleiben.

Weitere Stammtische diesen Jahres zum Vormerken:

  • 4. September, 17 bis 19 Uhr:
    »Reiche Ernte - Permakultur, HĂŒgelbeet & Co.«
  • 22. November, 17 bis 19 Uhr:
    »Aber nicht nachmachen?« – Experimente mit Kindern

Die Freiwilligenagentur freut sich, wenn die Stammtische Intesse finden. Katja Schmidt bittet um eine vorherige Anmeldung per zur besseren Planung.

(8. Juni 2023)

Siehe auch:
»Februaraktionen im Silberwald«
»Nikolausmarkt im Silberwald«


BegegnungsstĂ€tte »Silberwald« · Spreewaldstraße 1 · 16227 Eberswalde
TrÀger: Kontakt Eberswalde e.V. · Projektleiterin: Nicole Vormum
Tel. 03334/3876980 · Fax: 03334/3879754 · eMail:

Wir verstehen uns als ein Ort der Begegnungen und wir sind Ansprechpartner fĂŒr Senioren, Ă€ltere Menschen, Menschen mit Behinderungen, Menschen mit Demenz und selbstverstĂ€ndlich deren Angehörige. Wir wollen helfen, unterstĂŒtzen, Wissen vermitteln. In unseren RĂ€umlichkeiten finden tĂ€glich wechselnde Angebote zur Aktivierung, BeschĂ€ftigung und Betreuung statt. ZusĂ€tzlich können wir im Alltag unterstĂŒtzen (Begleitungen zu Ärzten, Hilfe im Haushalt, etc.).

BĂŒrgerstiftung Barnim Uckermark · Freiwilligenagentur Eberswalde
Katja Schmidt · Puschkinstraße 13, Zi 1.13 · 16225 Eberswalde
Tel: 03334 2594959 · eMail:

Haben Sie schon unseren Engagementfinder entdeckt? Unter www.freiwillig-in-eberswalde.de finden Sie viele spannende Engagementangebote oder können Ihre Organisation oder Initiative und Ihre Suche nach Freiwilligen registrieren lassen.

Die Freiwilligenagentur Eberswalde ist ein Projekt der BĂŒrgerstiftung Barnim Uckermark. Sie wird gefördert von der Stadt Eberswalde und dem Landkreis Barnim.





Galerie Fenster:
Zwei neue Ausstellungen

Eröffnung am 8. Juni in der Prignitzer Straße 50

Am 8. Juni werden in der Galerie Fenster um 19 Uhr die Sommerausstellungen »Pixel & Voxel« von Holger Lippmann und »Aqua Lilium« von Christine Jaschek eröffnet.

Holger Lippmann gehört zu den Pionieren der Netzkunst und bezeichnet einen Teil seines Werkes als digitale Malerei. Neben »Pixel« sind mit Voxel« auch Skulpturen zu sehen. Mit Holger Lippmann verbindet uns schon eine jahrelange Zusammenarbeit, die 2007 ihren Ausgangspunkt nahm, als wir seine Videoinstallation »Minimal Garden« beim Abschlußkonzert des Festivals Jazz in E. No. 13 auf dem »grĂ¶ĂŸten Balkon der Stadt«, dem damals noch nicht der Öffentlichkeit ĂŒbergebenen Parkdeck in der Pfeilstraße, auf großen transparenten LeinwĂ€nden zum Strahlen brachten. FĂŒr 400 Besucher ein Abend, der kaum in Vergessenheit geraten kann.

Zuletzt war Holger Lippmann am 20. Februar 2021 zu Gast in unserem Studio Halbelf No. 8 (oder auch bei Guten-Morgen-Eberswalde No. 711) und wir sprachen mit ihm ĂŒber seine kĂŒnstlerische Arbeit. Zu sehen ist diese Ausgabe immer auch noch auf dem Mescal Youtube Kanal.

Von Christine Jaschek sind bei uns vor allem Fotografien zu sehen, einige Unterwasservideos ergĂ€nzen die PrĂ€sentation. Die KĂŒnstlerin bezieht ihre Inspiration aus der unberĂŒhrten Natur Brandenburgs und ihre Bearbeitungen heimischer Flora und Fauna sind frisch und neu.

Das KĂŒnstlerpaar lebt und arbeitet in Wandlitz und wird zur Ausstellungseröffnung anwesend sein, fĂŒr die livemusikalische Umrahmung der Vernissage sorgt Holger Lippmann höchstselbst.

Mit der Eröffnung unserer 16. und 17. Ausstellung wechseln wir auch zu neuen Sommeröffnungszeiten. Bis zum 20. August haben wir jetzt immer donnerstags von 17 bis 20 Uhr und freitags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Dazu wird es ausgewÀhlte Veranstaltungen geben, beispielsweise treffen wir uns einmal im Monat zum SHARED READING mit Carsten Sommerfeldt.

Die Galerie Fenster in der Prignitzer Straße 50 im Brandenburgischen Viertel von Eberswalde kann nach Vereinbarung auch außerhalb der Öffnungszeiten besucht werden. Am besten einen Termin via vereinbaren.

Udo Muszynski – 6. Juni 2023

Siehe auch:
»Noch zweimal in der Galerie«


Galerie Fenster · Prignitzer Straße 50 · 16227 Eberswalde
eMail: · www.mescal.de · www.1893-wohnen.de




Foto: (v. l. n. r.) Julia Klemm (Quartiersmanagement Brandenburgisches Viertel), Anne Fellner (Erste Beigeordnete und Baudezernentin) sowie Franziska Fiebig und Heike Pankrath (beide vom Stadtentwicklungsamt) fĂŒhren durch das Brandenburgische Viertel. Rund ein Dutzend Einwohnerinnen und Einwohner folgten ihnen. Ein Spaziergang durch den Kiez

StadtfĂŒhrung mit der Ersten Beigeordneten

In jedem Jahr findet auf Initiative von Bund, LÀndern, dem Deutschen StÀdtetag sowie dem Deutschen StÀdte- und Gemeindebund der bundesweite Aktionstag »Tag der StÀdtebauförderung« statt, dieses Mal am 13. Mai. Wie die Pressestelle der Stadtverwaltung mitteilte, beteiligte sich die Stadt in diesem Jahr mit einem Spaziergang durch das Brandenburgische Viertel an der Initiative.

Ein gutes Dutzend interessierter BĂŒrgerinnen und BĂŒrger nutzte die Gelegenheit, um mit der Ersten Beigeordneten und Baudezernentin Anne Fellner den aktuellen »Status Quo« im Viertel zu diskutieren sowie den fachbezogenen ErlĂ€uterungen von Heike Pankrath aus dem Stadtentwicklungsamt zu lauschen.

Der Spaziergang startete auf dem Potsdamer Platz, wo eines der insgesamt vier Willkommensschilder im Viertel steht. Der Weg der Gruppe fĂŒhrte an insgesamt sieben Stationen vorbei, die »exemplarisch fĂŒr stadtentwicklerische Maßnahmen der Stadt Eberswalde sowie ihrer Partner stehen können«, so die Pressestelle.

Der Anfang Februar eingeweihte Hort »Kinderinsel« in der Kyritzer Straße durfte dabei nicht fehlen. Das zweite von insgesamt drei neuen RegenrĂŒckhaltebecken, das im vergangenen Jahr in der Neuruppiner Straße entstand, war die nĂ€chste Station. Leider entstand hier mal wieder ein »technisches Bauwerk«, das den Zweck erfĂŒllt, aber nicht in die Landschaft paßt. Im Vorfeld gegebene Anregungen blieben ungehört. Schließlich besuchten die SpaziergĂ€nger den »gerade in der Neugestaltung befindlichen Schorfheideplatz. Letzterer soll Ende dieses Jahres fertiggestellt werden und unter anderem neue Sitzgelegenheiten zur Verbesserung der AufenthaltsqualitĂ€t bereithalten.«

Die Stadt Eberswalde hat in den vergangenen Jahren zahlreiche soziale und bauliche Maßnahmen zur Entwicklung des Brandenburgischen Viertels auf den Weg gebracht, wird berichtet. Allein die angelaufenen sieben Stationen am »Tag der StĂ€dtebauförderung« entsprechen in etwa einem Finanzvolumen von 9 Millionen Euro, zusammengesetzt aus Mitteln von Bund, Land und Kommune.

Nachdem in den vergangenen zwanzig Jahren etliche Millionen in den Abriß von Wohnungen geflossen sind, wird das Land Brandenburg entsprechend der Kooperationsvereinbarung zwischen Land, Stadt und Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 eG bis 2024 etwa 52 Millionen Euro aus der Wohnraumförderung fĂŒr die Sanierung von Wohnungen der Genossenschaft bereitstellen. Hinzu kommen etwa 7,2 Millionen Euro aus der StĂ€dtebauförderung fĂŒr die soziale Entwicklung des Viertels. Davon wurde unter anderem der Neubau des Hortes »Kinderinsel« in der Kyritzer Straße finanziert. Weitere Mittel davon verwendete die Stadt zur Bezahlung des externen Quartiersmanagements.

»Zukunft kann immer nur nach vorne gestaltet und nach hinten verstanden werden«, versucht sich die Baudezernentin Anne Fellner in philosophischer ErklĂ€rung. Im Brandenburgischen Viertel setzte die Stadt Eberswalde eine ganze Reihe von Maßnahmen zur StĂ€rkung der sozialen Infrastruktur, des Wohnungsbaus sowie der Klimaanpassung um. »Trotz unbestreitbarer Herausforderungen, arbeiten wir an einer lebendigen und attraktiven Zukunft fĂŒr das Viertel«, so die Dezernentin.

Anna Fröhlich – 6. Juni 2023

Siehe auch:
»Bauarbeiten im Kiez«,




Bevölkerung6.720
Bevölkerungswachstum seit 2012420 (6,7 %)
Bevölkerung unter 16 Jahre alt1.236 (18,4 %)
Bevölkerung ab 65 Jahre1.371 (20,4 %)
nicht-deutsche Bevölkerung1.435 (21,4 %)
Anteil der sozialversicherungspflichtig BeschÀftigten an der Bevölkerung im erwerbsfÀhigen Alter zwischen 20 und 641.897 (49,6 %)
Anteil der Arbeitslosen an der Bevölkerung im erwerbsfÀhigen Alter zwischen 20 und 64637 (16,7 %)
Anteil der Transferleistungsbeziehenden nach SGB II1.791 (26,7 %)
Wohnungsbestand4.029
Leerstand522 (13,0 %)

Quelle: Stadt Eberswalde, Abfrage der Daten zu Demografie und Wohnen 2012–2021

Stand: 31.12.2021.

Inzwischen liegen lĂ€ngst neuere Daten vor. Mit Stand vom 30.04.2023 lebten 6.826 Menschen mit Hauptwohnsitz im Brandenburgischen Viertel, weitere 78 mit Nebenwohnsitz – insgesamt also 6.904.
Davon sind 1.691 (24,8 %) auslĂ€ndische StaatsbĂŒrger (im Unterschied zur obigen Tabelle wurden hier Einwohner mit doppelter StaatsbĂŒrgerschaft mitgezĂ€hlt). 1.272 (18,6 %) sind unter 16 Jahre und 1.394 (20,4 %) ĂŒber 65 Jahre alt.

Alles wird besser

Neue Sozialstudie zum Brandenburgischen Viertel

Nach den Jahren 1999 und 2012 wurde im Jahr 2022 erneut eine Sozialstudie vom BĂŒro LPG – Landesweite Planungsgesellschaft mbH aus Berlin fĂŒr das Brandenburgische Viertel erstellt. In der aktuellen Studie werden die Entwicklungen der Wohnbevölkerung, die IdentitĂ€t und das Image des Quartiers sowie die Ausstattung und Nachfrage nach sozialer Infrastruktur den vorherigen Studien vergleichend gegenĂŒbergestellt. SchwerpunktmĂ€ĂŸig soll dabei die Ermittlung von Problemlagen im Brandenburgischen Viertel gelingen. Insbesondere wird dabei das Zusammenspiel von Angeboten und Einrichtungen sozialer Infrastruktur mit den Bedarfen der Wohnbevölkerung analysiert, um Optimierungspotentiale abzuleiten.

In den letzten Jahren wurde im Brandenburgischen Viertel eine positive Entwicklung angestoßen, die auch von den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie lokalen Akteurinnen und Akteuren im Rahmen einer Befragung in Zusammenhang mit der Studie wahrgenommen wird.

Etwa 52 Millionen Euro aus der Wohnraumförderung stellt das Land Brandenburg bis 2024 fĂŒr die Sanierung von Wohnungen der Genossenschaft 1893 eG bereit. FĂŒr den gleichen Zeitraum (2020 bis 2024) erhĂ€lt die Stadt Eberswalde etwa 7,5 Millionen Euro aus der StĂ€dtebauförderung fĂŒr die soziale Entwicklung im Viertel. Diese wurden unter anderem fĂŒr den Neubau des Hortes »Kinderinsel« in der Kyritzer Straße sowie die Arbeit des Quartiersmanagements aufgewendet.

Durch solche Maßnahmen wird das Brandenburgische Viertel zunehmend als Wohnstandort fĂŒr neue Bevölkerungsgruppen interessant. Dennoch bestehen große Herausforderungen fĂŒr das Viertel fort. Aus gutachterlicher Sicht ergeben sich auf Grundlage der Sozialstudie insbesondere folgende Handlungserfordernisse, die prioritĂ€r bearbeitet werden sollten:

  1. Die Versorgungssituation im Brandenburgischen Viertel muß verbessert werden. Der Ausbau der Nahversorgung wĂ€re ein wesentlicher Schritt zu mehr Zufriedenheit und wĂŒrde die AttraktivitĂ€t des Viertels maßgeblich steigern.
  2. Der öffentliche Raum im Brandenburgischen Viertel muß entwickelt werden, sodaß er seine Funktion als sozialer Begegnungsort besser erfĂŒllen kann. Aus Sicht der Bewohnerinnen und Bewohner ist insbesondere im Hinblick auf die Gestaltung und die Ausstattung mit SitzbĂ€nken und anderem Stadtmobiliar sowie attraktiver Bepflanzung Optimierungsbedarf gegeben.
  3. Das Brandenburgische Viertel weist eine Vielzahl von Einrichtungen und Angeboten, insbesondere im sozialen Bereich auf. Ohne das Engagement ehrenamtlich tĂ€tiger Personen wĂ€re ein Großteil dieser Angebote in der jetzigen Form nicht zu betreiben. Die Sichtbarkeit der verschiedenen Akteurinnen und Akteure muß als zentrale Aufgabe verbessert werden.
  4. Anders als fĂŒr Kinder gibt es im Brandenburgischen Viertel kaum altersspezifische Angebote fĂŒr Jugendliche. Das ergibt sich sowohl aus der Haushaltsbefragung als auch aus den Erkenntnissen aus den GesprĂ€chen mit Akteurinnen und Akteuren vor Ort. Die Gruppe der Unter-16-JĂ€hrigen bildet derzeit rund 18 % der Gebietsbevölkerung im Vergleich zu rund 14 % im Jahr 2012.
  5. Aus der vielfĂ€ltigen Bevölkerungsstruktur im Brandenburgischen Viertel ergeben sich auch besondere Herausforderungen, insbesondere fĂŒr die Integrationsarbeit. Es ist besonders wichtig, daß sich Neuankömmlinge gut und schnell eingliedern können, um ihre Teilhabe-Chancen zu erhöhen und um das Zusammenleben im Viertel zu fördern. Sprach- und Integrationskurse sind dafĂŒr essentiell, aber auch niedrigschwellige Beratungsangebote vor Ort und die ehrenamtlichen Netzwerke.
  6. Auch hier wĂ€re ein Großteil der bestehenden Angebote ohne das Engagement ehrenamtlich tĂ€tiger Personen in der jetzigen Form nicht zu betreiben. Die Erhaltung, StĂ€rkung sowie finanzielle Absicherung bestehender Strukturen sind somit wesentlich fĂŒr ein attraktives Brandenburgisches Viertel.

Seitens der Verwaltung haben Sarah Schmidt, die kommissarische Amtsleiterin des Amtes fĂŒr Generationen, Sport und Integration und Katharina Brunnert, die Quartiersmanagerin im Brandenburgischen Viertel, die Erarbeitung der Studie begleitet.

»Noch vor den Sommerferien wird es eine Sozialraumkonferenz mit Akteurinnen und Akteuren im Viertel geben, um insbesondere die Punkte Sichtbarkeit der Angebote, Ausbau der Angebote fĂŒr Jugendliche und Integrationsarbeit aufzugreifen und gemeinsam Optimierungen und positive Entwicklungen voran zu treiben«, berichtet Sarah Schmidt.

Katharina Brunnert ergĂ€nzt dazu: »Noch wĂ€hrend der Erarbeitung der Studie wurden bereits von der Stadtverwaltung eine Bank am Eingang Prignitzer Straße und eine öffentliche Toilette im MĂ€rkischen Park installiert. Am 13. Mai wurde im Rahmen des Freiwilligentages auf dem sogenannten Jugendplatz im Barnim Park damit begonnen, einen Work-Out-Bereich zu installieren. Damit wird gemeinsam mit Jugendlichen und weiteren Engagierten ein attraktives Angebot zentral im Viertel geschaffen werden«.

Die Sozialstudie finden Sie auf der Homepage der Stadt Eberswalde unter diesem Link.

Pressestelle der Stadtverwaltung Eberswalde – 17. Mai 2023


Quartiersmanagement Brandenburgisches Viertel · StadtteilbĂŒro im BĂŒrgerzentrum
Schorfheidestraße 13 · 16227 Eberswalde
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BĂŒrgerempfang im Kiez

maxe. Erstmals fand am 22. April der aus dem traditionellen Neujahrsempfang hervorgegangene und in das FrĂŒhjahr verschobene BĂŒrgerempfang des BĂŒrgermeisters im Ortsteil Brandenburgischen Viertel statt.

Dem Ex-BĂŒrgermeister Friedhelm Boginski, der den traditionell fĂŒr eingeladene GĂ€ste vorbehaltenen Neujahrsempfang nach seinem Amtsantritt zum BĂŒrgerempfang umfunktioniert hatte, war es den aus verschiedensten GrĂŒnden nicht gelungen, den BĂŒrgerempfang auch einmal im Kiez zu veranstalten. Dann mußte der BĂŒrgerempfang einige Jahre lang wegen Corona ausfallen.

Der neue BĂŒrgermeister Götz Herrmann schaffte es gleich beim ersten Mal, das Event im Brandenburgischen Viertel zu veranstalten. Bereits zur offiziellen Eröffnung um 15 Uhr waren zahlreiche Einwohnerinnen und Einwohner auf dem Platz. Im Laufe des Nachmittags wurde es dann zuweilen im »MĂ€rkischen Park« richtig voll...

(22. April 2023)




Kiez-Kino

maxe. Das Kiez-Kino ist ein kostenloses Angebot fĂŒr Menschen aus Eberswalde - insbesondere aus dem Brandenburgischen Viertel. Geplant sind zunĂ€chst von April bis August 2023 monatliche Filmabende, jeweils um 18 Uhr am ersten Montag im Monat in den RĂ€umlichkeiten des Dietrich-Bonhoeffer-Hauses (Potsdamer Allee 37). Der dafĂŒr erforderlichen Förderung in Höhe von 1.500 Euro hat der Sprecherrat im Brandenburgischen Viertel im MĂ€rz zugestimmt.

Das Programm soll zum einen unterhalten und zum andern auch Anstoß sein fĂŒr Reflektion mit der Möglichkeit, im Anschluß an die Filme ins GesprĂ€ch zu kommen.

Die Filme sollen als eine Art niederschwellige BrĂŒcke zu den eigenen Emotionen fungieren und ZugĂ€nge schaffen fĂŒr einen offenen Austausch. Bei der Filmauswahl wird der Fokus auf Themen wie Familie, Gemeinschaft, Sozialisation, IdentitĂ€t, Wandel usw. gesetzt und dabei auf die Sehgewohnheiten und des Publikums RĂŒcksicht genommen. Das Programm soll durch eine ausgewogene Auswahl an Genres, wie beispielsweise Komödien oder Sozialdramen eine breite Zielgruppe ansprechen.

Wie Jörg Renell und seine Kollegen mitteilten, haben sie fĂŒr die ersten Vorstelllungen bereits Filme herausgesucht. Falls das Projekt auf Zustimmung und Akzeptanz stĂ¶ĂŸt, sollen es eine Fortsetzung des Projekts gebem.

(3. April 2021 - Update am 21. April 2023)


Dietrich-Bonhoeffer-Haus · Potsdamer Allee 35 · 16227 Eberswalde
Tel: 03334 383930 · Fax: 03334 383931
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+++ Bitte Nachtrag beachten (unten) +++

Amt fĂŒr Kita und Schule sieht »keine Verpflichtung«:
Nachhilfe fĂŒrs Schwimmen

Eingeplantes Geld anderweitig ausgegeben

maxe. Im Haushalt der Stadt Eberswalde sind Mittel fĂŒr den Schwimmunterricht der 3. Klassen an den stĂ€dtischen Grundschulen eingeplant. Im Schuljahr 2021/22 blieb jedoch fĂŒr lange Zeit die Schwimmhalle geschlossen und der Schwimmunterricht fiel aus. Die Folge ist, daß eine ganze Jahrgangsstufe Eberswalder Kinder nicht schwimmen kann.

Inzwischen hat die Schwimmhalle wieder geöffnet. Doch ein Nachholen des Schwimmunterrichts ist nicht möglich. Eine Verpflichtung fĂŒr das Amt fĂŒr Kitas und Schulen gebe es nicht, heißt es von dort. Somit könnten die Gelder, die dafĂŒr eingeplant waren, auch einfach im Amtshaushalt anders genutzt werden. Davon wurde Gebrauch gemacht, so daß das Geld bis zum Jahresende 2022 ausgegeben wurde. Die Kinder der nun 4. Klassen haben somit keine Möglichkeit, den Schwimmunterricht nachholen zu können.

In der Grundschule SchwĂ€rzesee versuchte man, dennoch eine Lösung fĂŒr die Kinder zu finden. Daher beantragte die Grundschule entsprechende Mittel aus dem Programm »Sozialer Zusammenhang – Investitionen im Quartier«. Insgesamt 30 Kindern der 4. Klassen sollen so in den Osterferien an einem Schwimmlernkurs teilnehmen können.

Der Sprecherrat im Brandenburgischen Viertel sprach sich fĂŒr diese Förderung aus, ohne allerdings sich mit seiner Kritik an dem erneuten Mißbrauch des Förderprogramms fĂŒr die ErfĂŒllung von stĂ€dtischen oder staatlichen Aufgaben zurĂŒckzuhalten. Es mag sein, so mehrere Sprecherratsmitglieder, daß es formal »keine Verpflichtung« der Verwaltung gebe, sich um einen Ersatz fĂŒr den ausgefallenen Schwimmunterricht zu kĂŒmmern. Sie zeigten sich dennoch fassungslos angesichts der »skandalösen Verantwortungslosigkeit«, diese Gelder einfach fĂŒr andere Zwecke auszugeben, statt alles zu versuchen, solche einschneidenden AusfĂ€lle möglichst auszugleichen.

Inwieweit die anderen Grundschulen ĂŒber Möglichkeiten verfĂŒgen, neue Mittel fĂŒr den Schwimmunterricht des benachteiligten SchĂŒlerjahrgangs aufzutreiben, ist nicht bekannt.

(1. April 2023)

Nachtrag vom 5. April 2023:

Wie das Quartiersmanagement mitteilt, gab es innerhalb der Stadtverwaltung in dieser Woche nochmals Abstimmungen zum Nachholprojekt Schwimmkurs mit SeepferdchenprĂŒfung der 4. Klasse der Grundschule SchwĂ€rzesee. Im Ergebnis werden die Kosten nun vom Amt 40 (Amt fĂŒr KindertagesstĂ€tten und stĂ€dtischen Grundschulen) ĂŒbernommen, »da es zuvor leider zu MißverstĂ€ndnissen der Finanzierung kam«.

Siehe auch:
»Profinachhilfe vom Duden-Institut«,
»Sprecherrat neu konstituiert«,
Quartiersmanagement Brandenburgisches Viertel


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Im Viertel nach Zwölf

Jahreszeiten kommen und gehen im Brandenburgischen Viertel. Vieles verĂ€ndert sich im Laufe der Zeit. Aber der Kiez bleibt bei seinem Rhythmus, egal welche Wohltaten oder Plagen ĂŒber die Bewohner hereinbrechen.

Am Mittwoch gab es wieder »Tote Oma« im Zentralimbiß des Heidewald-Centers. Im GĂŒlĂŒm-Bistro kann man schön gemĂŒtlich drinnen sitzen, seinen Kaffee trinken oder ein Pils, oder aus den tĂ€glich wechselnden Tagesgerichten auswĂ€hlen. Wenn man das nötige Kleingeld hat. Ehrlicherweise muß man sagen, die Portionen werden immer kleiner und die Preise immer grĂ¶ĂŸer. Das ist aber im angrenzenden Supermarkt genauso, und wenn man von dort seine Waren bezieht, muß man das natĂŒrlich einkalkulieren. Einzig die Tasse Kaffee bei MĂ€rkisch Edel gleich um die Ecke ist immer noch bei einssiebzig und das ist die große Ausnahme beim sonstigen Angebot.

Mit »Doppelwumms« bekommen jetzt viele schlechtergestellte Leute mehr oder zum ersten Mal Wohngeld und können das Preisdesaster etwas ausgleichen. Was die Nebenkostenabrechnungen bringen werden, wird sich zeigen im Laufe des Jahres. Aber nicht nur zentral bei Ümit kann man zu Mittag speisen, sondern auch beim DRK-Heim gegenĂŒber am Potsdamer Platz oder in der großen AWO-Kantine, die tĂ€glich zwei unterschiedliche warme Mahlzeiten fĂŒr die 80 Bewohner des großen Pflegeheims kocht und eben auch fĂŒr GĂ€ste, darunter Stammkunden oder gelegentliche. Die Preise sind moderat. Donnerstags gibt es oft Fisch und samstags meist nur einen Eintopf. Man kann schon von GlĂŒck sagen, daß man jetzt, nach zwei Jahren Restriktionen, wieder drinnen sitzen und speisen kann und nicht wie ein rĂ€udiger Hund vor der EingangstĂŒr abgefertigt wird.

Wenn das Mittagsmahl geschafft ist, erfolgt in vielen HĂ€usern der nĂ€chste Gassigang. Die lieben Vierbeiner wollen sich wieder entleeren und schnĂŒffeln und Frauchen oder Herrchen haben ausgiebig Zeit, mit anderen HundeausfĂŒhrern zu palavern: ĂŒber den MĂŒll, der herumliegt, ĂŒber den Krach der Sanierungs-Baustellen, ĂŒber die SĂ€ufer, ĂŒber die Preise, ĂŒber die Mieten oder ĂŒber die explodierenden Tierarztkosten. Alles explodiert zur Zeit. Nicht nur fernab im Osten. Die FlĂŒchtlinge werden immer mehr und finden kaum noch Wohnraum. Einhundertachtzig Wohnungen wurden in den letzten Jahren dem Erdboden gleichgemacht. Nun fehlen sie. Hinzu kommen momentan fĂŒnf Blöcke aus denen im letzten Jahr 200 Bewohner vertrieben wurden und die jetzt mit Bauarbeiten belegt sind. Wenn die einmal voll vermietet sind, steigt automatisch das Mietniveau fĂŒr Plattenbauten der ganzen Gegend.

Die neu sanierten Wohnungen kann sich nicht jede Familie, nicht jeder Arbeitsloser leisten. Noch kamen die Vormieter ein paar Straßen weiter unter, in nur teilsanierten HĂ€usern. Aber irgendwann geht da der Sanierungszirkus weiter und dann die Frage: Wohin? Wir retten das Weltklima aber bleiben sozial auf der Strecke. Mit WBS und Wohnungsförderung kommt man auch auf 500,- warm. Da hilft nur noch, die Heizung auszulassen. Die Wohnung ist ja dann gut gedĂ€mmt. Dadurch sinkt auch der internationale Gaspreis und wir brauchen weniger von diesen umweltschĂ€dlichen Fracking-Tankern. Soweit die Theorie bei 16 Grad im FrĂŒhling.

Die Gassigeher sind behördlich angehalten, immer ein schwarzes TĂŒtchen dabeizuhaben, und mit einem geschickten Griff, der die Finger wĂ€rmt, wird das Äußere nach innen gestĂŒlpt und das TĂŒtchen in der nĂ€chsten Abfallbox entsorgt. Soweit die Theorie. Der Theorie nach sollen die Mieten der neusanierten Wohnungen im »Quartier Oderbruch« nicht ĂŒber 8 EUR kalt gehen. Man kann jetzt schon wetten: es werden viele AuswĂ€rtige herziehen, aus Gegenden, wo die Preise schon jetzt unbezahlbar sind. Große Wohnungen sollen Familien anlocken, oder Mieter mit Luxusanspruch. Aber Luxus hier im Kiez? Das ist irgendwie fehl am Platze und die Fluktuation der nĂ€chsten Jahre wird wieder die Spreu vom Weizen trennen.

Man hat große PlĂ€ne. Die Genossenschaft mit ihrem BRAND VIER und die stĂ€dtische Gesellschaft mit der Cottbuser und Finsterwalder. Gleich nebenan befindet sich die grĂ¶ĂŸte FlĂŒchtlingsunterkunft des Landkreises, der Wohnverbund an der Potsdamer Allee, fĂŒr die sogar ein Wachschutz sorgt. Menschenkinder aller Herren LĂ€nder hoffen auf eine Zukunft in einem friedlichen Land. Unsere ukrainischen GĂ€ste können sich mittlerweile beim BĂ€cker gewĂ€hlter ausdrĂŒcken und mĂŒssen nicht mehr mit dem Finger zeigen; privat bleiben sie natĂŒrlich weiterhin beim Russisch und finden auch Hilfe und UnterstĂŒtzung bei etlichen Russlanddeutschen, die hier seit Jahrzehnten zu Hause sind. Sprache verbindet. Die gegenwĂ€rtige Politik entzweit.

Unsere BrĂŒder und Freunde sollen jetzt KinderschĂ€nder und Vergewaltiger sein? Jedenfalls drĂ€ngt sich einem dieser Eindruck auf, wenn man Fernsehen schaut oder die Zeitung liest. Aber die Kontakte werden abgeschnitten und untersagt. Man kann sich nicht mehr objektiv informieren. Es gibt nur noch eine Einheitsmeinung, die sagt: unsere Freunde sind jetzt die BÖSEN ĂŒberhaupt. Viele glauben das. Wissenschaftler glauben, unsere ganze Welt steht nur noch Sekunden vor Zwölf. Bis zum großen Bimbam. Einmal diese unversöhnliche Hetze und AufrĂŒstung, die zum Atomkrieg fĂŒhren kann, und zum anderen das Klima. Die Kipp-Punkte sind bald erreicht, so die Auffassung, und die extremen Wetterereignisse werden dramatisch zunehmen. Mit ihnen DĂŒrren, Überschwemmungen, Hungersnöte und Fluchtwellen. Kriege dazu.

Wenn bei uns im Viertel die Ă€lteren JahrgĂ€nge die ewigen JagdgrĂŒnde aufsuchen, wird wieder Platz fĂŒr die nĂ€chste Generation. Einheimische Kinder werden dann in den Wohnungen spielen oder Familien grĂŒnden, oder auch Zugezogene von nah und fern sichern sich hier ihre Existenz. Und um Viertel nach Zwölf holen sich im Viertel wie eh und je die Bauarbeiter ihre Bockwurst im Laden und Herrchen und Frauchen wissen wieder, was sie an ihren treuen Vierbeinern haben: einen gesunden Gang an frischer Luft!

JĂŒrgen Gramzow – 20. MĂ€rz 2023




Wird der Wohnblock in der Rheinsberger Straße demnĂ€chst aus dem Dornröschenschlaf geholt?

Ehemaliger Bahn-Wohnblock in der Rheinsberger Straße:
Ende des Dornröschenschlafs?

Seit vielen Jahren besticht der inzwischen einsam in der Flur stehende Wohnblock in der Rheinsberger Straße vor allem durch seinen Leerstand. Einst hatte die Deutsche Bahn das Haus aus den BestĂ€nden der DDR-Reichsbahn ĂŒbernommen – und sich nicht weiter darum gekĂŒmmert, nichtmal um um eine Abrißförderung. Irgendwann war dann auch der letzte Mieter ausgezogen.

Schließlich erbarmte sich die Chorona-Immobiliengesellschaft von Steffen Branding und erwarb den Wohnblock, vermutlich zu sehr gĂŒnstigen Konditionen. Doch bevor hier PlĂ€ne zur weiteren Nutzung heranreifen konnten, entschied sich Branding fĂŒr einen grundsĂ€tzlichen Wandel seiner GeschĂ€ftspolitik. Bereits seit 2018 gehört Chorona zur Stiftung Preußischer Liegenschaften, die sich 2021 weitgehend aus Eberswalde zurĂŒckzog und einen Großteil des Eberswalder Wohnungsbestandes an die Unternehmensgruppe Becker & Kries verĂ€ußerte. Ob der leerstehende Wohnblock in der Rheinsberger Straße in diesem Zusammenhang ebenfalls an Becker & Kries ging, wurde nicht kommuniziert.

Inzwischen ist zumindest klar, daß auch hier der EigentĂŒmer wechselte. Dies bestĂ€tigte die Eberswalder Baudezernentin Anne Fellner im Februar auf Nachfrage des Stadtverordneten Carsten Zinn. Die Verwaltung habe »bereits mit dem neuen EigentĂŒmer Kontakt aufgenommen«, so Fellner. Dieser plane, »den Wohnblock fĂŒr Wohnen zu reaktivieren und Mittel fĂŒr den sozialen Wohnungsbau zu beantragen«. Namen nannte die Dezernentin nicht.

Becker & Kries zeichnen fĂŒr den Wohnblock in der Rheinsberger Straße nicht verantwortlich, fand Carsten Zinn heraus. Im Internet sei hingegen eine Rheinsberger Straße GmbH & Co. KG mit Sitz in Berlin zu finden.

Anna Fröhlich – 19. MĂ€rz 2023 (bearbeitet am 20.3.23)




Neue Ausstellungen in der Galerie Fenster:
Wogen wiegen und Garagengalerie

Eröffnung am 19. MÀrz, 14 Uhr

Kurz vor knapp und wie man sonst noch zu sagen pflegt, jedenfalls hoffentlich noch rechtzeitig hinsichtlich unserer beiden Veranstaltungen am bevorstehenden Wochenende. Mein Kollege Klaus Gollin und ich waren am Beginn der Woche unterwegs ins westfĂ€lische MĂŒnster, haben dort die KĂŒnstlerin Anastasiya Nesterova in ihrem Atelier besucht und eine Werkauswahl ihrer Arbeiten mit nach Eberswalde genommen. Denn: Die neuen Ausstellungen in der Galerie Fenster werden jetzt am Sonntag, dem 19. MĂ€rz 2023 um 14 Uhr in der Prignitzer Straße 50 im Brandenburgischen Viertel von Eberswalde eröffnet. Die Arbeiten von Anastasiya Nesterova, neben einigen GemĂ€lden hauptsĂ€chlich mehrfarbige Grafiken, strahlen nun schon in unseren hĂ€ufig lichtdurchfluteten oberen RĂ€umen und sind in der Zusammenstellung unter dem Titel »Wogen wiegen« sozusagen empfangsbereit.

Bis in die gestrigen spĂ€ten Abendstunden hat auch der Architekt und Fotograf Martin Maleschka aus EisenhĂŒttenstadt in unserem »Fotokabinett« im Erdgeschoß gewerkelt und seine »Garagengalerie« eingerichtet, die wir parallel zur Nesterova Ausstellung am kommenden Sonntag eröffnen.

Musikalisch begleitet wird die Ausstellungseröffnung vom »Erfinder des Garagenjazz«, dem Gitarristen Dirk Berger. Sein Sound paßt aber nicht nur gut in den Garagenkosmos, sondern auch zur Weite der Bilder von Anastasiya Nesterova. Seien Sie gespannt. Eine herzliche Einladung!

In unser »kleines BuchlĂ€dchen« in der Galerie Fenster haben wir im Zusammenhang mit den aktuellen Ausstellungen einige neue Veröffentlichungen aufgenommen. So sind nun die beiden von Martin Maleschka bei DOMpublishers erschienenen ArchitekturfĂŒhrer »Baubezogene Kunst DDR - Kunst im öffentlichen Raum von 1950 bis 1990«, sowie »EisenhĂŒttenstadt« zu haben. Dazu das im ZĂŒricher Verlag PARK BOOKS herausgegebene »Garagenmanifest«, welches auch einen Foto-Essay von Martin Maleschka enthĂ€lt. Das Buch ĂŒber den »Lebensraum DDR-Garage«, als ein wenig beachtetes urbanes PhĂ€nomen erfĂ€hrt hier seine WĂŒrdigung. Die Veröffentlichung wurde im Herbst 2022 auf der Frankfurter Buchmesse mit dem renommierten DAM Architectural Book Award 2022 ausgezeichnet und gehört damit zu den zehn besten ArchitekturbĂŒchern des Jahres.

Aber auch von Anastasiya Nesterova bieten wir einen kleinen Katalog zum Kauf an und das Beste: Ihre wunderbaren bei uns gezeigten Arbeiten sind ebenfalls zu erwerben.

Beide Ausstellungen haben eine Laufzeit bis zum 14. Mai 2023. Wir begleiten die PrĂ€sentationen mit einem dichten Programm. Los geht es bereits am Donnerstag der kommenden Woche, am 23. MĂ€rz 2023. In unserer Serie der »Neubauviertelfilme« zeigen wir um 19 Uhr mit »Kalle Kosmonaut« eine Ende des Vorjahres in die Kinos gekommene zehnjĂ€hrige Dokumentation ĂŒber das Leben des jungen Kalle in Hellersdorf und wie soziale Ungleichheit eine Biografie bestimmen kann.

Udo Muszynski – 17. MĂ€rz 2023

Siehe auch:
»KUNSTspaziergang mit Hans Jörg Rafalski: Auf Spurensuche im Finowtal«
»Kunst, Konzert und KaffeekrÀnzchen«
»Galerie-Sonntage mit Klavier«
»Film und Fest in der Galerie«
»Zwei Ausstellungen im Freizeitschiff«
»Galerie Fenster wird grĂ¶ĂŸer«


Galerie Fenster · Prignitzer Straße 50 · 16227 Eberswalde
eMail: · www.mescal.de · www.1893-wohnen.de




Im Herbst begannen die Bauarbeiten im zweiten Bauabschnitt des Genossenschaftsprojekts BRAND VIER mit den HĂ€usern in der Oderbruchstraße. Inzwischen sind auch die anderen WohnhĂ€user in dem Karee leergezogen. Die Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 eG widmet sich nun bereits den beiden Wohnblocks in der Prenzlauer Straße 36 - 52. Die HĂ€user wurden eingerĂŒstet und die alte WĂ€rmedĂ€mmung wird entfernt. Mit einem Kran wurden die Betonteile der Loggien, die den Genossenschaftsblock mit dem Haus der WHG verbanden, entfernt. Weitere Infos hier. Die Außenanlagen des Hortneubaus »Kinderinsel« sollen in diesem FrĂŒhjahr fertig werden. Soweit es das Wetter zulĂ€ĂŸt, wird bereits jetzt fleißig daran gearbeitet. Die HerbststĂŒrme haben manchen DĂ€chern im Kiez arg zugesetzt. Nach den unmittelbaren Notreparaturen wird jetzt begonnen, »entsprechend den Vorschriften« zu reparieren. Die »MĂ€rkische Schule« in der Rheinsberger Straße 36 wird erweitert. Das hat der SchultrĂ€ger, der Landkreis Barnim, beschlossen und nun in Gang gesetzt. Bauarbeiten im Kiez

GegenwĂ€rtig wird an vielen Stellen im Brandenburgischen Viertel gebaut. FĂŒr die umfangreichste BautĂ€tigkeit sorgt nach wie vor die Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 eG mit ihrem Großprojekt BRAND VIER, mit dem sie gegenwĂ€rtig in der Prenzlauer und in der Oderbruchstraße aktiv ist.

Die Erneuerung der Heizleitungen im Bereich des Genossenschaftshauses in der Havellandstraße sind weitgehend abgeschlossen. Dies gilt auch fĂŒr den Hortneubau der Stadt Eberswalde, bei dem im FrĂŒhjahr noch Arbeiten an den Außenanlagen anstehen. Mit dem FrĂŒhjahr wird die Stadt dann auch in der Cottbuser und in der Schorfheidestraße/Ecke Senftenberger Straße (sog. »Schorfheideplatz«) mit der Erneuerung der Straßen beginnen.

Seit kurzem wird auch zwischen der Brandenburger Allee und der Rheinsberger Straße gearbeitet. Die StĂŒrme im Herbst 2022 hatten an mehreren HĂ€usern der stĂ€dtischen Wohnungsbau- und Hausverwaltungsgesellschaft (WHG) die DĂ€cher beschĂ€digt. Darunter in der Frankfurter Allee (gegenĂŒber dem Einkaufszentrum »Heidewalde«) und in der Brandenburger Allee 37-45. In der Brandenburger Allee »wird das Dach jetzt entsprechend den Vorschriften repariert«, wie Doreen Boden von der WHG auf MAXE-Nachfrage informierte. Aufgrund der Arbeitsschutzvorschriften ist es notwendig, dafĂŒr ein GerĂŒst aufzustellen.

Ein paar Meter weiter, in der Rheinsberger Straße, hat der Landkreis Barnim als TrĂ€ger der »MĂ€rkischen Schule« mit der Errichtung eines Erweiterungsbaus begonnen. HierfĂŒr wurde neben der Schule ein Turmdrehkran aufgestellt, der die WohnhĂ€user an den beiden Alleen (Brandenburger und Potsdamer) ĂŒberragt. Verbunden mit dem Erweiterungsbau wird es auch eine »gebĂ€udenahe Hofgestaltung« geben. Die Baugenehmigung durch das zustĂ€ndige Bauordnungsamt der Stadt Eberswalde wurde am 5. Januar 2023 erteilt. Der Entwurf stammt von dem Dresdner ArchitektenbĂŒro Klinkenbusch-Kunze-Seidel. Verantwortlich fĂŒr den Rohbau ist die Firma Schneider Systembau aus Radeburg bei Dresden. Geplant ist, den Erweiterungsbau bis Ende 2023 fertigzustellen.

Anna Fröhlich – 18. Februar 2023 (bearbeitet am 14.03.2023)

Siehe auch:
»Kinderinsel eingeweiht«,
»WHG investiert im Kiez«,
»1893-Dialogbox eröffnet«,
»Neuer Platz mit alten BÀumen«




Der Weg zwischen dem Kiez und dem BahnĂŒbergang am Tierpark wird wegen der FĂ€rbung des feinschluffigen Untergrunds "schwarzer Weg" genannt. Regen und schwarzer Schlamm

maxe. Die Beleuchtungsanlage am »schwarzen Weg« zwischen Brandenburgischem Viertel und Tierpark ist inzwischen wie angekĂŒndigt erneuert worden. Der Weg selbst ist noch im alten Zustand.

Der Regen, der der Landschaft gut tut, verwandelt den Schwarzen Weg zuweilen in einen Schwarzen Schlammweg. Der Ausbau zu einem Allwetter-Rad-und-Fußweg wĂŒrde vieles mehr Kosten als das Malen von Markierungen fĂŒr sogenannte Radschutzstreifen auf vorhandenem Asphalt und ist in absehbarer Zeit nicht zu erwarten.

(10. Januar 2023)

Siehe auch:
»Mehr Licht im Wald«




Platte wird weiter »neu aufgelegt«

Ausstellung in der Potsdamer Allee regelmĂ€ĂŸig geöffnet

Im Jahr 2021 wurde meine Ausstellung "Die Platte neu auflegen: Die Entwicklung des Brandenburgischen Viertels und die Geschichten seiner Bewohner." von Bewohnern des Viertels regelmĂ€ĂŸig geöffnet. Da die Kooperation mit der WHG bestehen bleibt und somit auch die Ausstellung möchte ich nun einem anderen Bewohner des Viertels die Möglichkeit geben die RĂ€umlichkeiten regelmĂ€ĂŸig (jeden Montag 10-12 Uhr, jeden letzten Sonntag im Monat 16-18 Uhr) zu öffnen und sich damit einen kleinen Bonus zum Hartz4 dazu zu verdienen.

Das Leben auf Hartz4 und ohne BeschĂ€ftigung hat sich im Viertel seit der Wende ĂŒber Generationen hinweg eingebrannt. Die Menschen scheinen sich damit arrangiert zu haben, es herrscht eine einheitliche Perspektivlosigkeit, Stillstand. Meine Ausstellung hat sich in den letzten Jahren, seit ihrer Eröffnung, nicht nur als Möglichkeit zur Identifikation im neuen Lebensraum fĂŒr GeflĂŒchtete erwiesen, sondern auch als Zentrum verborgener Erinnerungen. Thomas Otto, alleinerziehender Vater von zwei Söhnen, ist selbst hier im Viertel geboren und aufgewachsen. Keiner könnte diesen Job besser erledigen, als er.

Ungeachtet der Wiederaufnahme der regelmĂ€ĂŸigen Öffnungszeiten können weiterhin ĂŒber facebook, Telefon und eMail individuelle Termine (Mo-Sa 10-20 Uhr, So 12-18 Uhr) mit mir gebucht werden.

Mascha Heß – 26. Dezember 2022


Anmerkung: Der Sprecherrat im Brandenburgischen Viertel stimmte dem Förderantrag von Mascha Heß zu. Das Honorar fĂŒr Thomas Otto orientiert sich am gesetzlichen Mindestlohn. Die Förderung beginnt im Dezember und ist fĂŒr 10 Monate, also bis Ende September 2023, geplant. Im Sprecherrat fand sich bei 2 Enthaltungen eine deutliche Mehrheit fĂŒr die weitere Offenhaltung der Ausstellung »Die Platte neu auflegen«.


Siehe auch:
»Die Platte neu Auflegen«
»Vernissage: Lebensgeschichten-Projekt«
»Lebensgeschichten gesucht«


Maschas Galerie · Potsdamer Allee 61 · 16227 Eberswalde
Öffnungszeiten: jeden Montag 10-12 Uhr, jeden letzten Sonntag im Monat 16-18 Uhr




Demo »Wir alle sind Salah« am Antirassismustag 2021. Zehn Tage zuvor, am 11. MĂ€rz 2021 hatte sich Salah Tayyar aus dem Tschad aus Angst vor drohender Abschiebung in den Tod gestĂŒrzt. Eineinhalb Jahre spĂ€ter erlebte ein Landsmann von ihm eben das, wovor sich Salah gefĂŒrchtet hatte: eine brutale Abschiebung.

22. Dezember 2022, 15 bis 16 Uhr:
Stopp Polizeigewalt!
Stopp Abschiebungen!!

Kundgebung vor der AuslÀnderbehörde in Eberswalde

maxe. Es war am 11. MĂ€rz 2021, als sich Salah Tayyar aus Angst vor der drohenden Abschiebung in sein Heimatland Tschad vom Balkon seiner Wohnung in der Senftenberger Straße in den Tod stĂŒrzte. Vor mittlerweile neun Jahren war er in die BRD gekommen in der Hoffnung, hier Schutz zu finden vor den Verfolgungen im Tschad.

Der Barnimer AuslĂ€nderbehörde ging der Freitod eines ihrer SchĂŒtzlinge »am BĂŒrokratenarsch vorbei«, wie es in einem MAXE-Artikel von damals hieß. KĂŒrzlich machte dieser Teil des Barnimer Landratsamtes wiederum deutlich, daß sich dort seither nichts geĂ€ndert hat.

»In der Nacht vom 12. auf den 13. Dezember 2022 hat die Polizei einen GeflĂŒchteten aus Eberswalde in den Tschad abgeschoben«, alarmierte die Initiative »Barnim solidarisch« die Öffentlichkeit. Tatort: die Gemeinschaftsunterkunft »Haus der Toleranz« in unserem Nachbarortsteil Finow. Der Betroffene kam wie sein Landsmann Salah Tayyad vor 9 Jahren in die BRD.

Die Abschiebung wurde durch die Polizei mit großer BrutalitĂ€t umgesetzt. Er wurde mitten in der Nacht von mehr 12 Polizisten ĂŒberwĂ€ltigt. Sie haben ihn geschlagen, auf den Boden gedrĂŒckt und etwas in den Bauch gespritzt, so daß er sofort bewußtlos wurde. Ohne GepĂ€ck, Geld, Informationen – und ohne Schuhe – haben sie ihn nach der Landung des Abschiebeflugzeugs auf dem Flughafen in der tschadischen Hauptstadt N'Djamena gehen lassen. Nach so langer Zeit kennt er niemanden mehr im Tschad.

Organisiert wurde die Abschiebung von der AuslĂ€nderbehörde der Kreisverwaltung Barnim. Die Initiative »Barnim fĂŒr alle« daher ruft zu einer Demonstration vor der AuslĂ€nderbehörde in der Goethestraße / Ecke Pfeilstraße gegen die menschenverachtende Abschiebungspraxis auf. In dem Aufruf heißt es:

»Wir fragen uns, ob so etwas einer deutschen Person passieren könnte. Die Polizei ist eine rassistische Behörde, die GeflĂŒchtete verachtet und mißhandelt.

Darum laden wir euch alle zu einer Kundgebung am Donnerstag, den 22.12.2022, von 15 bis 16 Uhr ein. Wir treffen uns vor der AuslĂ€nderbehörde in Eberswalde, um zu erklĂ€ren, daß die AuslĂ€nderbehörde mit Hilfe der Polizei ein Verbrechen begangen hat.

Wir werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AuslÀnderbehörde laut und kraftvoll zur Verantwortung ziehen. Dieser sehr unmenschliche Skandal bleibt nicht unbeachtet.
Kein Mensch ist illegal.«

(veröffentlicht am 21. Dezember 2022)

Siehe auch:
»Abschiebung mittels Polizeigewalt«
»Behördliche Unmenschlichkeit«
»Weihnachtsgeschenk des Landrats«
Antirassismustag in Eberswalde: »Wir sind alle Salah!«
»BĂŒrgerstiftung Barnim Uckermark: Zum Tod von Salah Tayyar«
»Ein Mensch springt in den Tod«


Barnim fĂŒr alle
Kleine, große und Dauerspenden (z.B. 10 Euro pro Monat) fĂŒr die politische Arbeit sind sehr willkommen. Spendenkonto bei der Sparkasse Barnim: Barnim fĂŒr alle
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Symbolbild

Neues aus dem Nachbar-Ortsteil Finow:
Kaufland am Kleinen Stern zieht um

Ab Oktober '23 im Ex-Real in Finowfurt

maxe. Seit lĂ€ngerer Zeit kocht die GerĂŒchtekĂŒche. Nun ist es offenbar amtlich. Wie die MAXE-Redaktion erfahren hat, soll den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kaufland-Filiale am Kleinen Stern in Finow am 8. Dezember mitgeteilt worden sein, daß die Filiale am 18. Oktober 2023 nach Finowfurt umzieht. SĂ€mtliche Mitarbeiter wĂŒrden ĂŒbernommen, heißt es.

Noch einen Tag vorher, am 7. Dezember, hatte der fraktionslose Stadtverordnete Carsten Zinn vorlĂ€ufige Entwarnung gegeben. Er habe eben mit RenĂ© Hoffmann, Senior Projektleiter Immobilienentwicklung Expansion Region Ost bei der Kaufland Dienstleistungs GmbH & Co. KG gesprochen, der ihm versicherte, daß zum Kauflandstandort in Finow am Kleinen Stern »definitiv weder im Positiven noch im Negativen eine abschließende Entscheidung getroffen worden« sei. Es gebe »durchaus aktuell unternehmensintern strategische Überlegungen, inwieweit ein Dreier- oder nur noch ein Zweier-Modell«, dann mit Standorten nur noch in Finowfurt (ehemals Real) und an der AngermĂŒnder Straße in Eberswalde, »betriebswirtschaftlich sinnvoll und zukunftsorientiert ist«.

Nach unbestĂ€tigten Informationen soll die Firma EDEKA als Nachfolger fĂŒr die VerkaufsrĂ€ume am Kleinen Stern gewonnen worden sein.

(10. Dezember 2022)




Antworten kamen nach einem Vierteljahr:
E-Autos und Balkonkraftwerke

Wie können Alternative Energien im Kiez genutzt werden?

maxe. Der fraktionslose Stadtverordnete aus dem Brandenburgischen Viertel Carsten Zinn hatte zur 1. Sitzung der stĂ€dtischen informellen Arbeitsgruppe (AG) Wohnen am 23. August mehrere Fragen gestellt. Am 2. Dezember antwortete schließlich die Leiterin des Stadtentwicklungsamtes Silke Leuschner. Eine »ehere Beantwortung war leider aufgrund von Krankheit nicht möglich«, entschuldigte sich die Amtsleiterin, auf das VerstĂ€ndnis des Stadtverordneten hoffend. MAXE dokumentiert nachfolgend die Fragen und die Antworten:

Wo und wie werden in Zukunft E-Autos im Brandenburgischen Viertel geladen?

Aktuell sind im Brandenburgischen Viertel sechs öffentliche Ladepunkte verfĂŒgbar. Die Auslastung dieser ist derzeit als geringfĂŒgig einzustufen. Im weiteren Umfeld sind zusĂ€tzliche 12 Ladepunkte verfĂŒgbar, womit in einem ca. 2 Kilometerradius insgesamt 18 Ladepunkte verfĂŒgbar sind. Diese wurden durch die Kreiswerke Barnim in Kooperation mit unterschiedlichen Standortpartnern errichtet. Die aktuellen Standorte sind unter folgendem Link einzusehen: www.ladenetz-barnim.de.

In einem Wohngebiet ist insbesondere das wohnungsnahe Laden von Interesse. Daher werden beim Aufbau von Ladeinfrastruktur in Zukunft auch verstÀrkt Wohnungsmarktakteure aktiv. Die Kreiswerke Barnim stehen dazu bereits im Austausch mit den Wohnungsunternehmen.

Werden zukĂŒnftig WindrĂ€der eine stĂ€rkere Rolle als bisher fĂŒr die Energiegewinnung spielen?

Mit dem neuen »Wind-an-Land-Gesetz« ist davon auszugehen, daß der Anteil Windenergie an der Gesamtenergieerzeugung weiter zunehmen wird. Inwiefern ein Ausbau innerhalb des Eberswalder Stadtgebietes erfolgen wird, ist abhĂ€ngig von der Umsetzung des neuen Gesetzes und der Ausweisung von entsprechend geeigneten FlĂ€chen. Abgesehen davon, ist auch die Errichtung von Kleinwindkraftanlagen möglich. Diese sind, unter bestimmten Voraussetzungen, auch ohne Baugenehmigung zu errichten.

DĂŒrfen Mieterinnen und Mieter ihren Balkon fĂŒr kleinteilige Photovoltaik-Anlagen nutzen?

Beim Aufstellen steckerfertiger PV-Anlagen spielen neben den baulichen Gegebenheiten die privatrechtlichen VertragsverhĂ€ltnisse des Mieters und Vermieters, das Haftungsrisiko z.B. fĂŒr unsachgemĂ€ĂŸe Installation, NetzĂŒberlastung, Leitungsbrand, AbstĂŒrzen der Balkon-Module (Verkehrssicherung), die Anmeldung beim Netzbetreiber und letztendlich auch das Stadtbild eine Rolle. Daher ist fĂŒr jedes Objekt eine Einzelfallentscheidung notwendig und muß mit dem Vermieter abgestimmt werden. Mehr Informationen zur ZulĂ€ssigkeit von Balkonkraftwerken gibt es hier.

Bleibt die AbhÀngigkeit der Mieter/Vermieter am FernwÀrmenetz bestehen?

Die Wahl der WĂ€rmeversorgung seiner Liegenschaften obliegt dem EigentĂŒmer. Dabei steht es ihm frei andere WĂ€rmeversorgungsoptionen zu wĂ€hlen, welche aber gesetzeskonform sein mĂŒssen (s.a. GebĂ€udeenergiegesetz). Ein Anschluß- und Benutzungszwang an die FernwĂ€rmeversorgung ist in Eberswalde nicht mehr gegeben.

Wird das einstige Projekt »FernwÀrme vom Holzkraftwerk« wieder ins Leben gerufen?

Derzeit ist unklar, in welcher Art und Weise der Betrieb des Holzkraftwerkes nach 2026 fortgesetzt wird, da ab diesem Zeitpunkt die garantierte EinspeisevergĂŒtung nach EEG entfĂ€llt. Die Stadt Eberswalde hat keinen unmittelbaren Einfluß auf die Betreibung und Nutzung. Dies fĂ€llt in die ZustĂ€ndigkeit des EigentĂŒmers.

Könnten die Stauschleusen des Finowkanals als Energielieferanten umfunktioniert werden?

Das Gesamtpotential aller Staustufen im Eberswalder Stadtgebiet betrÀgt ca. 326 kW elektrische Leistung. Die zu erwartenden Leistungen reichen hierbei von unter 5 kW (Spechthausen) bis zu 72 kW (Stadtschleuse). Verglichen mit der LeistungsfÀhigkeit einer einzigen Windkraftanlage (3-6 MW) ist das energetische Potential als relativ gering einzuschÀtzen.

Bereits in den Jahren 2011/12 gab es BemĂŒhungen an der Stadtschleuse eine Wasserkraftanlage zu installieren. Die bereits sehr konkreten Planungen des Investors scheiterten letztendlich an der fehlenden Wirtschaftlichkeit, welche auch in den Anforderungen des Wasserhaushaltsgesetzes bzw. der EuropĂ€ischen Wasserrahmenrichtlinie begrĂŒndet war.

Diese geben vor, daß die Nutzung von Wasserkraft nur zugelassen werden darf, wenn auch geeignete Maßnahmen zum Schutz der Fischpopulation und fĂŒr die DurchgĂ€ngigkeit fĂŒr aquatische Organismen, z.B. durch geeignete Fischtreppen, ergriffen werden. In diesem Zusammenhang spielen am Finowkanal insbesondere der begrenzt zur VerfĂŒgung stehende Platz und die geringe nutzbare Wassermenge eine Rolle. Nach Ansicht des Landesumweltamtes Brandenburg sind neue Anlagen auch nur dann genehmigungsfĂ€hig, wenn ausgeschlossen werden kann, daß diese weiteren ökologischen SchĂ€den an den GewĂ€ssern verursachen. Die notwendigen Investitionskosten zur Vermeidung bzw. Verminderung ökologischer SchĂ€den liegen bei Kleinwasserkraftanlagen in der Regel so hoch, daß der Betrieb trotz Förderung ökonomisch fĂŒr den Betreiber keinen Sinn machen wĂŒrde.

Das fĂŒr den Finowkanal zustĂ€ndige Wasser- und Schiffahrtsamt (WSA) hatte somit in den zurĂŒckliegenden Jahren keine genehmigungsfĂ€higen AntrĂ€ge oder Anfragen zur Installation von Anlagen zur Wasserkraftnutzung am Finowkanal vorzuliegen.

Ist bei einem notwendigen Straßenumbau oder einer dringenden notwendigen Straßensanierung vorgesehen, diese mit Rohren zu bestĂŒcken, in denen das erwĂ€rmte Medium fĂŒr Warmwassergewinnung durchfließen kann?

Sofern die Fragestellung auf den Ausbau der FernwĂ€rmenetze abzielt, wird darauf hingewiesen, daß die Stadtverwaltung selbst keine FernwĂ€rmenetze betreibt, verbaut und auch vorsorglich keine Leerrohre fĂŒr FernwĂ€rme beim Straßenbau berĂŒcksichtigt. Dies erfolgt nur auf Antrag des jeweiligen Netzbetreibers.

(2. Dezember 2022)




Im Hintergrund ist der U-förmige Baukörper des geplanten WohngebĂ€udes gut zu erkennen. Der Bereich des Bebauungsplanes Nr. 518 »Wohnquartier Frankfurter Allee« umfaßt neben dem eigentlichen »Specht«-GrundstĂŒck (FlurstĂŒck 226) weitere 400 Quadratmeter, die der Stadt Eberswalde gehören (Teile des FlurstĂŒcks 978).

Im Dezember in der Stadtverordnetenversammlung:
Bebauungsplan fĂŒr den »Specht«

In der Sprecherratssitzung am 17. November war es bereits kurz angedeutet worden. Nun wird es RealitĂ€t. Es geht voran mit dem »Specht«. In ihrer Sitzung am 13. Dezember entscheiden die Eberswalder Stadtverordneten ĂŒber die Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 518 »Wohnquartier Frankfurter Allee«.

Im November 2020 hatte der Berliner Sahid Sanli das nach jahrelangem Leerstand zur Ruine verkommene MehrzweckgebÀude mit der einstigen WohngebietsgaststÀtte »Zum Specht« erworben. Ein Jahr spÀter kaufte Sanli auch das Einkaufszentrum »Heidewald«.

Im SpĂ€tsommer trat dann mit der Bechtolsheim Real Estate ein neuer ProjekttrĂ€ger in Erscheinung, der kĂŒnftig auch als neuer EigentĂŒmer fungieren sollte. Letzteres ist jedoch, wie sich inzwischen herausstellte, noch in der Schwebe. Aktuell gehören sowohl der »Specht« als auch das EKZ »Heidewald« weiterhin der Sanli-Firmengruppe und Becholtsheim agiert lediglich im Auftrag.

Dennoch soll zumindest in Sachen »Specht« nun erstmal alles sehr schnell gehen. Zwischen Bekanntmachung und Beschlußfassung liegen keine drei Wochen. Eine Woche vor der Entscheidung der Stadtverordneten gibt zunĂ€chst noch am 6. Dezember eine Vorberatung im stĂ€dtischen Ausschuß fĂŒr Stadtentwicklung, Wohnen und Umwelt.

Auch die Aufstellung des Bebauungsplanes selbst soll »im beschleunigten Verfahren« erfolgen. Insbesondere soll auf die DurchfĂŒhrung einer UmweltprĂŒfung gemĂ€ĂŸ Paragraph 2 Absatz 4 Baugesetzbuch ebenso verzichtet werden, wie auf die DurchfĂŒhrung einer »frĂŒhzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit« und »der Behörden und TrĂ€ger öffentlicher Belange« (§§ 3, 4 und 13 BauGB).

Das Plangebiet umfaßt das ehemalige MehrzweckgebĂ€ude mit WohngebietsgaststĂ€tte einschließlich der Außenanlagen sowie die unmittelbar angrenzenden FlĂ€chen. Es hat eine GrĂ¶ĂŸe von 0,48 Hektar. Darin eingeschlossen sind auch 400 Quadratmeter stĂ€dtischer FlĂ€che, die zur »Arrondierung des GrundstĂŒckszuschnittes und zur ErfĂŒllung baurodnungsrechtlicher Vorschriften (AbstandsflĂ€chen)« nötig sind.
Mit der Aufstellung des Bebauungsplanes soll hier »eine geordnete stĂ€dtebauliche Entwicklung abgesichert werden«, heißt es im Beschlußtext. Ziel sei die »Neuerrichtung einer mehrgeschossigen Wohnbebauung.

Nach dem RĂŒckbau aller baulichen Anlagen soll eine kompakte Wohnbebauung bis sieben Vollgeschosse errichtet werden. FĂŒr den ruhenden Verkehr ist eine Tiefgarage vorgesehen. Entsprechend den bereits veröffentlichten Vorstellungen bildet die geplante dreiseitige Bebauung einen U-förmigen Baukörper mit einer Öffnung nach Westen zur Abendsonne. Zur Wahrung der PrivatsphĂ€re der Bewohner soll das Erdgeschoß als Hochparterre ausgebildet werden. Insgesamt sind etwa 130 Wohnungen vorgesehen, gemischt fĂŒr Alleinstehende und Familien.

Seitens der Stadtverwaltung werden diese Entwicklungsabsichten begrĂŒĂŸt. »Die zusĂ€tzlichen Wohnungen werden den Wohnstandort Brandenburgisches Viertel stabilisieren und zur Aufwertung und Attraktivierung des Viertels beitragen. Neben den AktivitĂ€ten der anderen ansĂ€ssigen Wohnungsbauunternehmen und der Stadt selber im Viertel ergĂ€nzen diese Entwicklungsabsichten« nach Auffassung der Verwaltung, »das Bestreben, das Brandenburgische Viertel als guten Wohnort zu qualifizieren«.

Maßnahmen zur BerĂŒcksichtigung von Klimaschutzbelangen werden im weiteren Planverfahren geprĂŒft und festgelegt. ErlĂ€uterungen dazu werden dann erst im BegrĂŒndungsteil zum Bebauungsplanentwurf erfolgen. Sie können dann als Festsetzungen im Bebauungsplan selbst oder im zugehörigen stĂ€dtebaulichen Vertrag gesichert werden. Hierzu gehören beispielsweise Festsetzungen zum Maß der baulichen Nutzung, zur Bauweise, zur GebĂ€udeausrichtung, zur Vegetation und zur BegrĂŒnung von DachflĂ€chen, zur Nutzung erneuerbarer Energien, zum RegenwasserrĂŒckhalt oder zu klimafreundlicher MobilitĂ€t.

Anna Fröhlich – 23. November 2022

Siehe auch:
Neue PlĂ€ne fĂŒr den Kiez
Ortsteil ohne Lebensmittelmarkt?
Hoffnung im »Sozialen Brennpunkt«
»Specht« hat neuen EigentĂŒmer
Reimannviertel geplant mit Hallenbad, Sauna, Bibliothek und Poliklinik




SchwÀrzesee-Schule »macht stark«

maxe. Der fraktionslose Stadtverordnete Carsten Zinn hatte in der Vergangenheit mehrfach kritisiert, daß die Grundschule SchwĂ€rzesee nicht am Programm »Schule macht stark« teilnimmt, obwohl die Voraussetzungen und Erfordernisse hier mehr als möglicherweise anderswo gegeben sind.

Die Fördermittelbeantrager und -geber scheinen den Stadtverordneten erhört zu haben. Wie Zinn – noch mit mehreren Fragezeichen versehen – mitteilt, d.h. er fordert die Adressaten seiner eMail auf, mittels Link zur eigenen Recherche auf – wie dem auch sei, jedenfalls, so das Resultat der Recherche, gehört die Grundschule SchwĂ€rzesee inzwischen zu den am Programm »Schule macht stark« teilnehmenden Schulen.

Die Grundschule SchwĂ€rzesee, kann der dortigen Selbstbeschreibung entnommen werden, ist seit dem 1. August 2019 Schule fĂŒr gemeinsames Lernen. »Derzeit lernen hier in den Jahrgangsstufen 1 bis 6 443 SchĂŒlerinnen und SchĂŒler aus 21 verschiedenen LĂ€ndern und arbeiten 26 LehrkrĂ€fte, zwei pĂ€dagogische FachkrĂ€fte, vier Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, eine SekretĂ€rin und ein Hausmeister vor Ort. Unser gemeinsames Ziel ist die Wiederherstellung und Verbesserung der (Bildungs-)Chancengleichheit der SchĂŒlerinnen und SchĂŒler gegenĂŒber gleichaltrigen Kindern in anderen Stadtgebieten oder StĂ€dten.

Viele Elemente aus unserem frĂŒheren zehnjĂ€hrigen Projekt 'Boxenstopp' zur GewaltprĂ€ventation an Schulen sind fest installiert und tragen dazu bei, daß die Kinder und das gesamte Team der Grundschule SchwĂ€rzesee gemeinsam an Regeln fĂŒr die Ordnung, Sicherheit und das Zusammenlernen arbeiten. Dazu gehören zum Beispiel Klassenversammlungen und Hofaufsichten. Mit vielen Projekten gestalten wir unser Schulhaus und das SchulgelĂ€nde, wie beispielsweise den Schulgarten, die Wandgestaltung mit einer regionalen KĂŒnstlerin, den Bolzplatz und die KlettergerĂ€te auf dem Schulhof. Wir wĂŒnschen uns in der Initiative 'Schule macht stark' den Austausch mit Wissenschaft und anderen Schulen mit Ă€hnlichen Problemlagen und erhoffen uns ein Lernen von- und miteinander, um unseren Zielen kurz- und langfristig nĂ€her zu kommen. Wir wĂŒnschen uns, daß die besonders herausfordernde Arbeit an unserer Schule bildungspolitisch Anerkennung findet und Bedingungen fĂŒr SchĂŒlerinnen und SchĂŒler sowie LehrkrĂ€fte angepaßt bzw. verĂ€ndert werden.«

(17. November 2021)


Grundschule SchwĂ€rzesee, Kyritzer Straße 29, 16227 Eberswalde
Telefon: 03334 32025 · Telefax: 03334 356415
eMail:
Internet: www.grundschule-schwaerzesee.de



Die »Promenade Brandenburgisches Viertel« verlĂ€uft von der Spechthausener Straße zwischen den AWO-WĂŒrfelhĂ€usern und der Specht-Ruine bis zum EKZ »Heidewald« und weiter ĂŒber den Potsdamer Platz an Schule, Hort und 1893-Vereinshaus vorbei bis zur Straße Zum SchwĂ€rzesee. Die Kiez-Promenade

Die wenigsten Bewohner des Brandenburgischen Viertels wissen, daß ihr Kiez ĂŒber eine offiziell so benannte Promenade verfĂŒgt. Im Brandenburg-Viewer ist die Promenade zu finden, wenn man auf das Brandenburgische Viertel in Eberswalde zoomt und in der Auswahl »Liegenschaftskataster« die Ansicht »FlurstĂŒcke + GebĂ€ude« aktiviert.

Dort ist zu sehen, daß sich die Kiez-Promenade von der Spechthausener Straße nördlich der »Specht«-Ruine und des neuen SanitĂ€tshauses, dann sĂŒdlich des AWO-Altersheims und weiter nördlich der »Heidewald«-Sporthalle und des Parkplatzes des Einkaufszentrums »Heidewald« bis zum Hintereingang des EKZ in der Schwedter Straße erstreckt.

Diese zentrale Wegachse des östlichen Wohngebiets setzt sich westlich des EKZ »Heidewald« ĂŒber den Potsdamer Platz auf den Wegen sĂŒdlich des Schul-/Hortkomplexes in der Kyritzer Straße fort und wird weitergefĂŒhrt mit dem Weg nördlich des Vereinshauses der Wohnungsgenossenschaft an der Havellandstraße und weiter bis zur SchwĂ€rzeseestraße.

Westlich des Potsdamer Platzes trĂ€gt die Promenade im Brandenburgischen Viertel allerdings laut Brandenburgviewer nicht mehr diesen Namen. Das hat sicherlich damit zu tun, daß die stĂ€dtischen Planungsbehörden irgendwann zur Jahrtausendwende die gesamtheitliche Gestaltung des Viertels aus dem Auge verloren hatten. Fast zwei Jahrzehnte lang stand der Abriß von WohngebĂ€uden im Kiez im Vordergrund des planerischen Interesses. Etwa ein Drittel der einstigen WohngebĂ€ude im Viertel fielen der Abrißbirne zum Opfer.

Inzwischen ist die ganzheitliche Planung des Viertels wieder mehr oder weniger aktuell. Daher sollte an die alten Planungen erinnert werden, aus denen sicherlich die eine oder andere Anregung geschöpft werden kann.

Anna Fröhlich – 6. November 2022

Siehe auch:
Der »Schorfheideplatz«
Den Kiezeingang West gestalten




Wie die ÜberprĂŒfung im Juni ergab, halten sich 13 Prozent der Verkehrsteilnehmer in der Potsdamer Allee nicht an die dort vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Verkehrssicherheit im Kiez

87 Prozent der Verkehrsteilnehmer haben die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h in der Potsdamer Allee eingehalten. Wie die Leiterin des Eberswalder Tiefbauamtes Heike Köhler Anfang Oktober den Mitgliedern des Ausschusses fĂŒr Stadtentwicklung, Wohnung und Umwelt (ASWU) berichtete, stand das stadteigene Dialogdisplay vom 1. bis 29. Juni in der Potsdamer Allee in Nordrichtung vor der Nummer 54. Die große Mehrheit der FahrzeugfĂŒhrer hielt sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit im Wohngebiet. Mit welchen Geschwindigkeiten sich die registrierten »Verkehrsrowdies« die Straße entlang bewegten und zu welchen Zeiten, wurde nicht mitgeteilt.

Möglicherweise beschrĂ€nkt sich die Meßmöglichkeit von GeschwindigkeitsĂŒberschreitungen auch auf den Wert Ja oder Nein. Auf dem Display des GerĂ€tes wird jedenfalls mittels rotem oder grĂŒnem »Smily« nicht mehr angezeigt. Geahndet werden GeschwindigkeitsverstĂ¶ĂŸe mittels solch einem Dialog Display nicht.

Das Haus Nummer 54 sucht man in der Potsdamer Allee vergeblich. In diesem Bereich gibt es nur auf der östlichen Seite HĂ€user, die mit ungeraden Nummern benannt sind. Etwa gegenĂŒber den Nummern 53 und 55 befindet sich der Eingang zum Spielplatz des sogenannten Barnim-Parks. Insofern machte die Wahl des Display-Standorts einigen Sinn.

Hier gibt es von Eltern, deren Kinder diesen Spielplatz nutzen, bereits seit lĂ€ngerem Forderungen nach verkehrsberuhigenden Maßnahmen. Nicht zuletzt weil auch die nur 13 Prozent Raser fĂŒr die dort spielenden Kinder eine Gefahr darstellen und sehr wahrscheinlich auch 30 km/h fĂŒr so manche Situation zu schnell sein kann.

Laut Informationen, die die MAXE-Redaktion nachtrÀglich erhielt, sollen in einem Fall sogar 100 km/h gemessen worden sein.

Wie die Tiefbauamtsleiterin Heike Köhler informierte, wird es im Bereich des Spielplatzes kĂŒnftig tatsĂ€chlich verkehrsberuhigende Maßnahmen geben. Zwei »Berliner Kissen«, also Schwellen, die auf der Fahrbahn angebracht werden und eine niedrige Geschwindigkeit erzwingen, sind bestellt und »werden unmittelbar nach der Lieferung eingebaut«, so Heike Köhler, »um damit fĂŒr mehr Verkehrssicherheit in diesem Bereich zu sorgen«.

Anna Fröhlich – 1. November 2022, letzte Änderung: 10. November 2022

Siehe auch:
»Barrieren gegen Raserei«




Zu einen Koch- und Musikfest hatte der Alnus e.V. am 22. Oktober GĂ€rtnerinnen und GĂ€rtner sowie Menschen aus dem der Nachbarschaft in ihren Gemeinschaftsgarten »Zusammenwachsen« eingeladen. Es gab leckere KĂŒrbissuppe nach ukrainischem Rezept, zubereitet in einem mit Holz befeuerten Suppen-Ofen. Gut zu wissen, daß es sowas gibt.

Gemeinschaftsgarten »ZusammenWachsen«:
75 Menschen beim Gartenfest

maxe. Schon aus der Ferne waren am Samstagabend die GesĂ€nge zu hören, mit dem typischen blechernen Klang der Frauenchören aus dem ostslawischen Sprachraum. Verantwortlich dafĂŒr waren einige ukrainische Frauen, die im Gemeinschaftsgarten in der Beeskower Straße im Kreis zusammensaßen.

Der Alnus e.V., als Betreiber des Gemeinschaftsgartens, hatte am 22. Oktober zum Koch- und Musikfest eingeladen. Rund 75 GĂ€ste konnten die GemeinschaftsgĂ€rtner begrĂŒĂŸen. Unter ihnen auch viele FlĂŒchtlinge aus der Ukraine.

»Eberswalde nimmt eine dynamische Entwicklung", stellt Paul Venuß vom Alnus e.V. fest. Neue Menschen kommen in die Stadt, gewohnte Dinge Ă€ndern sich. Das treffe besonders auf das Brandenburgische Viertel zu. Ist der Kiez »soziale Brennpunkt«, neue Heimat oder vielleicht gar das Viertel mit den grĂ¶ĂŸten Potentialen und Chancen? »Durch die verschiedenen Perspektiven und Geschichten seiner Bewohnerinnen und Bewohner wird zwar Vielfalt im Brandenburgischen Viertel erzeugt«, so Paul Venuß, »aber auch der soziale Zusammenhalt auf seine Weise herausgefordert«.

Der Gemeinschaftsgarten trĂ€gt den vieldeutigen Namen »Zusammenwachsen«. Trotz des langen Bestehens ging der Blick bisher nur selten ĂŒber den Gartenzaun hinaus ins Viertel, hat der TrĂ€gerverein selbstkritisch festgestellt. Dabei bietet der Gemeinschaftsgarten gerade das Potential, auch ĂŒber den Gartenzaun hinaus das »Zusammenwachsen« der Menschen im Kiez zu befördern. Das Koch- und Musikfest im Garten war hierfĂŒr ein erster Schritt.

(22. Oktober 2022)

Siehe auch:
»Koch- und Musikfest im Gemeinschaftsgarten«
»Gemeinschaftsgarten und BĂŒcherboXX«
» Mama spielt die beste Musik...«
»FrĂŒhjahrsputz im Zeichen der Willkommenskultur«
Barnimer BĂŒrgerpost 5/2012, Seite 11




Hier soll die kĂŒnftige Kita entstehen. Das Foto stammt aus dem Jahr 2012, also bevor die Sporthalle ihre kreative Graffiti-Fassadengestaltung erhielt.

Neue AWO-Kita im Kiez:
Der Bau verzögert sich

Vor einem Jahr, am 1. Oktober 2021, hatte sich der Verein fĂŒr Rehabilitations- und KindertagesstĂ€ttensport (REKI e.V.) formal aufgelöst und war als Abteilung in den Stadtverband Eberswalde der Arbeiterwohlfahrt (AWO) aufgenommen worden. Zugleich ĂŒbernahm die AWO auch die Sporthalle in der Schorfheidestraße 30 samt dem umfangreichen AußengelĂ€nde.

Mit den GrundstĂŒcken der beiden Schulen, die einst dort standen, und der ĂŒbriggebliebenen Sporthalle rundete die AWO ihren GrundstĂŒcksbesitz ab. Dieser erstreckt sich nun von den beiden WĂŒrfelhĂ€usern an der Spechthausener Straße bis zum Pflegeheim »Wolfswinkel« (frĂŒher »Max Reimann«), das ebenfalls von der AWO Eberswalde betrieben wird.

Die AWO verfĂŒgt damit ĂŒber einen betrĂ€chtlichen FlĂ€chenvorrat. Schon im Zusammenhang mit der Übernahme der REKI-Sporthalle durch die AWO gab es GerĂŒchte, daß auf der BrachflĂ€che zwischen der Sporthalle und dem Neubau des SanitĂ€tshauses, dort wo einst die Rosa-Luxemburg-Oberschule stand, im Zusammenwirken der AWO Eberswalde mit der AWO Bernau eine Integration-Kita mit etwa 160 PlĂ€tzen entstehen soll.

Kurze Zeit spĂ€ter wurde bestĂ€tigt, daß dies der eigentliche Anlaß der Fusion war, wenngleich dann nur noch von 100 PlĂ€tzen die Rede war. Folgerichtig wurde die neue Kita durch Beschluß des Barnimer Jungendhilfeausschusses auch in den Kitabedarfsplan des Landkreises fĂŒr 2022 bis 2027 aufgenommen.

Seither wurde wenig an Fortschritten bekannt. An GerĂŒchten, wonach die Eberswalder Stadtverwaltung »massiv blockieren« wĂŒrde, ist jedoch nichts dran. DarĂŒber informierte der fraktionslose Stadtverordnete Carsten Zinn. Von der fĂŒr Bauordnung zustĂ€ndigen Amtsleitung habe er erfahren, daß bislang weder eine Bauvoranfrage noch ein Bauantrag dazu vorliege. Selbst der nötige Vorstandsbeschluß soll noch offen sein, war aus AWO-Kreisen zu erfahren.

UrsprĂŒnglich sollte der Bau 2023 beginnen. Die Inbetriebnahme war fĂŒr 2024 angestrebt. Bedarf ist mehr als genug vorhanden. Trotz der bisherigen Erweiterungen an KitaplĂ€tzen fehlen seit lĂ€ngerer Zeit stĂ€ndig bis zu 200 PlĂ€tze in Eberswalde. Im Brandenburgischen Viertel kommt der erhöhter Integrationsbedarf vieler nichtdeutscher Kinder hinzu. In den 1990er Jahren hatte das bei der damals verstĂ€rkten Einwanderung von meist russischsprachigen Rußlanddeutschen noch relativ gut funktioniert. Damals gab es allerdings auch noch eine ausreichende Zahl an KitaplĂ€tzen. In unserem Kiez wurden nach 1990 von fĂŒnf KindertagesstĂ€tten drei geschlossen, zuletzt 2006 die Kita »Spatzennest«, sowie eine (Kita »Gestiefelter Kater« rĂ€umlich halbiert).

Aktuell sind wieder vier Kitas im Brandenburgischen Viertel am Netz. Neben den Kitas »Arche Noah« und »Gestiefelter Kater« gibt es seit mehreren Jahren beim Buckow e.V. die Kita »Kleeblatt«. Das GebĂ€ude in der Spreewaldstraße war zu DDR-Zeiten als Kinderkombination gebaut worden. Und der Schulhort »Kinderinsel« der »SchwĂ€rzesee«-Grundschule wird voraussichtlich im November sein neues GebĂ€ude auf dem frĂŒheren Schulstandort an der Kyritzer Straße beziehen.

Ronald Schild – 21. Oktober 2022

Siehe auch:
»REKI e.V. hat sich aufgelöst«




Oben sehen Sie den aktuellen Zustand des von den neuen Investoren fĂŒr ihre PlĂ€ne in Anspruch genommenen Areals. Unten sind die visualisierten Vorstellungen der Projektentwickler fĂŒr das EKZ »Heidewald« und das »Specht«-GrundstĂŒck zu sehen. Leider werden nach der vorliegenden Grobplanung fĂŒr die Neugestaltung der FlĂ€che zwischen dem EKZ und der Sporthalle »Heidewald« alle vorhandenen BĂ€ume weichen mĂŒssen. Hier sollten seitens die stĂ€dtischen Gremien ihren Einfluß geltend machen, um das vorhandene GrĂŒn möglichst zu erhalten.

»Heidewald« und »Specht«:
Neue PlĂ€ne fĂŒr den Kiez

maxe. Im vergangenen Jahr wurde vermeldet, daß sowohl die »Specht«-Ruine als auch das Einkaufszentrum »Heidewald« mit dem tĂŒrkischstĂ€mmigen GeschĂ€ftsmann Sahin Sanli einen neuen EigentĂŒmer haben. In der Sitzung des stĂ€dtischen Ausschusses fĂŒr Stadtentwicklung, Wohnen und Umwelt (ASWU) stellte sich nun als ProjekttrĂ€ger fĂŒr die beiden Objekte »Specht« und »Heidewald« die Bechtolsheim Real Estate vor, die beide Immobilien von dem Berliner GeschĂ€ftsmann Sahin Sanli erworben hat. Sanli war selbst erst vor kurzem neuer EigentĂŒmer der GrundstĂŒcke geworden. Ende 2020 hatte er die »Specht«-Ruine und im Herbst 2021 den »Heidewald« erworben. FĂŒr die Projekte in Eberswalde grĂŒndete Sahin Sanli die Projekt Specht Eberswalde GmbH und die Projekt HDW Eberswalde GmbH. Daneben gehören zu der als Muttergesellschaft fungierenden LIRIK Real Estate GmbH Sanlis noch mehrere andere Projektgesellschaften.

ZunĂ€chst war die Entwicklung von »Specht« und »Heidewald« als Kooperationsprojekt geplant, bevor die Entscheidung zur vollstĂ€ndigen Übernahme der beiden Projektgesellschaften durch die Bechtolsheim Real Estate fiel.

Bei dem neuen Neu-EigentĂŒmer handelt es sich um ein inhabergefĂŒhrtes Immobilienunternehmen der BrĂŒder Philipp und Matthias von Bechtolsheim. Die Gesellschaft investiert seit ĂŒber 20 Jahren BRD-weit »in Entwicklungsprojekte in diversen Bereichen«, erfuhren die Ausschußmitglieder.

In einer PrĂ€sentation wurden Bilder mit den Vorstellungen der Projektentwickler gezeigt. Demnach soll das Dach vom EKZ »Heidewald« mit Photovoltaikanlagen bestĂŒckt werden. Auf dem derzeitigen Parkplatz sollen neben der Heidewald-Sporthalle zwei siebengeschossige WohnhĂ€user entstehen, die ĂŒber LaubengĂ€nge mit dem EKZ verbunden werden. Auch das »Specht«-GrundstĂŒck ist fĂŒr eine Wohnbebauung vorgesehen, U-förmig und ebenfalls mit sieben Geschossen. Insgesamt dĂŒrften etwa 150 neue Wohnungen geplant sein, die dem Kiez etwa 400 bis 500 neue Bewohner bescheren.

Bei den dargestellten Planungen handelt es sich sicherlich zunĂ€chst um sehr grobe Überlegungen, die spĂ€ter zu konkretisiern sind. Die PrĂ€sentation kann von der Internetseite des Sitzungsdienstes der Eberswalder Stadtverordnetenversammlung als PDF heruntergeladen werden.

Wenn infolge von Sanierung und Neubau wieder mehr Menschen im Brandenburgischen Viertel wohnen, wird es fĂŒr die Stadt Eberswalde wichtig sein, auch mit der Entwicklung der Infrastruktur Schritt zu halten. Sofern nicht ausschließlich Seniorenwohnen angestrebt wird, sondern auch junge Familien angelockt werden, ist beispielsweise die entsprechende Bereitstellung von Kita- und SchulplĂ€tzen notwendig. Da bereits jetzt die SchwĂ€rzeseeschule aus allen NĂ€hten platzt, sollte darĂŒber nachgedacht werden, den geplanten Oberschulneubau von dem ungĂŒnstigen Standort in der NĂ€he der 380-kV-Hochspannungsleitung in den Kiez zu holen und dies zugleich mit einer Erweiterung des Grundschulangebotes zu verbinden.

(14. September 2022, Foto-Update am 16. September 2022, letzte Änderung: 25. September 2022)

Siehe auch:
»Heißer Herbst« im Kiez?
Ortsteil ohne Lebensmittelmarkt?
Hoffnung im »Sozialen Brennpunkt«
»Specht« hat neuen EigentĂŒmer
Reimannviertel geplant mit Hallenbad, Sauna, Bibliothek und Poliklinik




Die »Dialogbox« an der Frankfurter Allee. »Dialogbox« eröffnet

Zeitweiliger Beratungscontainer der Wohnungsgenossenschaft

maxe. Seit Anfang Juli steht gegenĂŒber der EinmĂŒndung der Spreewaldstraße in die Frankfurter Allee ein BĂŒro-Container. Nun ist auch der Innenausbau abgeschlossen und am 1. August folgte die offizielle Eröffnung des zeitweiligen Werbe- und BeratungsbĂŒros der Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 eG. Die Anlaufstelle fĂŒr Mitarbeiter und Mieter soll bis Ende 2024 in Betrieb sein.

»Wir wollen da sein, wo unsere Mieter leben«, wird Caroline Breit vom Marketing-Team der Genossenschaft in der lokalen Tageszeitung zitiert. Zumindest, solange das Brandenburgische Viertel die grĂ¶ĂŸte Baustelle der Genossenschaft darstellt. Der Container sei die »kleine Schwester des großen Lofts« im Hauptsitz der Genossenschaft in der Ringstraße 183.

Das vom Namen des Kiezes abgeleitete Projekt »Brand Vier« basiert auf einer Kooperaktionsvereinbarung mit dem Land Brandenburg und der Stadt Ebereswalde sieht vor, bis 2024 elf Wohnblocks mit insgesamt 468 Wohnungen saniert werden. 33 AufgĂ€nge sollen barrierefrei gestaltet werden, wodurch 340 Wohnungen stufenlos erreichbar werden. Mindestens 284 Wohnungen sollen als Sozialwohnungen (mit Kaltmieten von 4,90 € oder 6,00 €) ausgewiesen werden.

Mit dem »Aktionsraum Cottbus« steht der erste Bauabschnitt mit drei neu gestalteten Wohnblocks und 168 Wohnungen in der Cottbuser und Spreewaldstraße kurz vor der Fertigstellung. In Bau sind noch die Außenanlagen im Innenhof sowie eine Parkgarage mit rund 80 StellplĂ€tzen auf zwei Etagen, die fĂŒr 35 bis 40 € pro Monat gemietet werden können. Zugleich werden vorhandene StellplĂ€tze an den Straßen zurĂŒckgebaut.

In diesem Jahr soll mit dem »Aktionsraum Oderbruch« der zweite Bauabschnitt begonnen werden. Derzeit ist der Leerzug der zu sanierenden fĂŒnf Wohnblocks in der Oderbruchstraße und der Prenzlauer Allee in vollem Gange. Einige Bewohner beziehen sanierte Wohnungen im »Aktionsraum Cottbus«, andere wollen wieder zurĂŒck in ihre bisherige Wohnung und beziehen Ausweichwohnungen in den erst teilsanierten Wohnungen in der nĂ€heren Umgebung. Wieder andere verlassen den Kiez, bleiben aber meist in der Genossenschaft.

Als dritter Bauabschnitt soll 2024 der »Aktionsraum Barnim« folgen. Angesichts der gestiegenen Baupreise und der KapazitĂ€tsprobleme im Bausektor bleibt allerdings fraglich, ob das Geld und nicht zuletzt auch die eingeplante Zeit ausreichen. UrsprĂŒnglich sollten bis 2030 weitere 16 Wohnblocks im Brandenburgischen Viertel eine Grundsanierung erhalten.

Die nun ĂŒbergebene »Dialogbox« entstand aus drei alten Baucontainern und soll, so heißt es, dem MietergesprĂ€ch, der Beratung, fĂŒr die Unterzeichnung von VertrĂ€gen oder fĂŒr Teambesprechungen dienen. Auch Kooperationen mit Partnern, wie dem Quartiersmanagement, seien angedacht. Feste Öffnungszeiten wird es nicht geben. Vielmehr könnten Genossenschaftsmitglieder bei GesprĂ€chsbedarf Termine vereinbaren.

(3. August 2022)

Siehe auch:
»Der Genossenschaftscontainer« »Baustart mit »Sprechblasen« und "Maskottchen"«
»Der Brausediebstahl«
»Initiative: Denkmalschutz fĂŒr einen Plattenbau!«
»Abriß abgesegnet«
»Denkmalschutz fĂŒr Abrißblock«
»Unser Viertel wird weiter zerstört!«
»Großprojekt BRAND.VIER«
»Aktionen gegen Wohnungsabriß und Mietsteigerung«
»Unglaublich! – Wohnungsgenossenschaft auf neuen (Miet)Höhen«




Die Erste Beigeordnete und Baudezernentin Anne Fellner beim Nageleinschlagen. Richtfest fĂŒr Hortneubau

Zwei Monate Verzug – Eröffnung im November fraglich

Die Stadt Eberswalde baut im Brandenburgischen Viertel. Auf einer GesamtflĂ€che von 6.500 Quadratmetern entsteht seit dem ersten Spatenstich im November 2021 ein Hortneubau fĂŒr insgesamt 150 Kinder. GroßzĂŒgige Freianlagen sollen in KĂŒrze zum Toben, Spielen und Entdecken einladen. Alles in unmittelbarer NĂ€he zur Grundschule SchwĂ€rzesee, welche mit dem Hort eine rĂ€umliche und funktionale Einheit bilden wird. Die Stadt ist damit gut aufgestellt, wenn die Anforderungen an die Ganztagsbetreuung ausgeweitet werden.

Am Donnerstag, dem 7. Juli, konnte nun Richtfest gefeiert werden. Den symbolischen letzten Nagel hÀmmerte Eberswaldes Baudezernentin und Erste Beigeordnete Anne Fellner ins Holz.

»Eberswalde ist erfolgreich auf dem Holzweg!«, scherzte die Dezernentin in ihrer Ansprache. »Mit dem Neubau des Hortes, hier in der Kyritzer Straße, verbinden wir nicht nur nachhaltiges Bauen mit guten Zielen fĂŒr die Zukunft, wir schaffen auch Synergieeffekte fĂŒr die angrenzende Grundschule SchwĂ€rzesee, deren RaumkapazitĂ€ten durch die Fertigstellung des neuen GebĂ€udes zunehmen werden. Unsere PrioritĂ€t liegt auf der sozialen Infrastruktur unserer Stadt.«

UngefĂ€hr zwei Monate liegen die Bauarbeiten aktuell in Verzug. Grund fĂŒr die zeitliche Verschiebung sind die mangelnde VerfĂŒgbarkeit von Baumaterialien und Corona-bedingte FertigungsausfĂ€lle. Auch bestimmte Bauprodukte wie Holz, Stahl oder Elektronik stellen die Bauverantwortlichen vor Herausforderungen.

»Wir liegen, trotz aller unwĂ€gbaren Widrigkeiten, gut in der Zeit. Ob die fĂŒr November 2022 anvisierte Eröffnung gelingt, können wir im Moment jedoch leider nicht versprechen«, so Anne Fellner.

Um gegebenenfalls den Ausbau in bereits fertiggestellten Bereichen vorziehen zu können, wird das GebĂ€ude in drei Bauabschnitten errichtet. Der GebĂ€uderohbau steht zu gut 90 Prozent, die Dachdecker haben ihre TĂ€tigkeit aufgenommen und auch der Innenausbau hat begonnen. Geplant ist bis Ende August die Arbeiten mit Schnellestrich abzuschließen, damit im Anschluss alle anderen Gewerke ihre Verrichtungen aufnehmen können. Die Gestaltung der Außenanlagen ist fĂŒr das FrĂŒhjahr 2023 angesetzt.

Finanziert wird das Projekt mit Mitteln aus der StĂ€dtebauförderung von Bund und Land (Teilprogramm SZH Sozialer Zusammenhalt) sowie mit ZuschĂŒssen aus der LandesKitaInvest-Richtlinie 2019-2022 der ILB. UrsprĂŒnglich anberaumt war eine Summe von 6,6 Millionen Euro, momentan ist man mit 6,54 Millionen (80 Prozent Förderung, 20 Prozent Bauherrenteil) im Kostenrahmen. Aktuell sind jedoch erhebliche Baupreissteigerungen zu verzeichnen.

Pressestelle der Stadtverwaltung – 8. Juli 2022

Siehe auch:
»Auf dem Holzweg«,
»BĂŒrgermeister auf der Hortbaustelle«,
»Brandenburger Allee voll gesperrt«,
»Amtierende auf Baustellenvisite«
»Das MÀrchen von Kiefern im Innenhof«
»Kloppe« fĂŒr die Baudezernentin
»Hortneubau in 30 Monaten«
»Straßenbaumaßnahme Frankfurter Allee: Öffnung und Sperrung«
»Wettbewerb fĂŒr Hortneubau«




Die sogenannte »Uckermarkleitung« verlĂ€uft in unmittelbarer NĂ€he zu WohnhĂ€usern im Brandenburgischen Viertel und in Finow-Ost. Einige der Masten, die die HĂ€user deutlich ĂŒberragen stehen bereits und werden aktuell mit den Stromseilen bespannt. Die GefĂ€hrdung der hier wohnenden Menschen spielte in der Entscheidungsfindung schon lange keine Rolle mehr. Nun ging das Gericht auch ĂŒber den Schutz von Vögeln hinweg. Die Stromleitung darf gebaut werden.

380kV-Freileitung Bertikow – Neuenhagen (»Uckermarkleitung«)
Skandalöse Fehlentscheidung

Bundesverwaltungsgericht Leipzig verkĂŒndete sein Urteil

Am 21. Juni 2022 ist ĂŒber die Klage des NABU-Brandenburg gegen den Beschluß des Landesbergamts im PlanergĂ€nzungsverfahren fĂŒr die von 50 Hertz geplante Leitung mĂŒndlich verhandelt worden. Am Montag, den 5.7.2022, wurde das Urteil des 4. Senats des Bundesverwaltungsgerichts verkĂŒndet.

Das Gericht hat die Klage abgewiesen und auch nicht einen der BeweisantrĂ€ge, die unser Anwalt gestellt hatte fĂŒr den Fall daß die Klage abgewiesen wĂŒrde, befĂŒrwortet. Dieses Urteil ist aus unserer Sicht ein glattes Fehlurteil, das weder juristisch noch fachlich gerechtfertigt ist.

Es ist eine skandalöse Fehlentscheidung mit schweren Folgen fĂŒr unsere Region, nicht nur fĂŒr die Vogelwelt, sondern fĂŒr den Natur- und Landschaftsschutz, fĂŒr die unmittelbaren Trassenanwohner und auch fĂŒr die ökonomische Entwicklung der Region. Der naturnahe Tourismus wird die Orte, die in Sichtweite der Trasse liegen meiden, die Immobilien in TrassennĂ€he werden einen erheblichen Wertverlust erleiden und der Imageschaden fĂŒr Anbieter und Verarbeiter von Lebensmitteln in der Region ist nicht abzuschĂ€tzen. Die BĂŒrgerinitiative hat von schon zu Beginn des Konflikts auf diese Risiken hingewiesen.

Das Urteil wird fĂŒr die Vogelwelt im BiosphĂ€renreservat und im Randow-Welse-Bruch verheerende Folgen haben. Beim Herbst- und FrĂŒhjahrszug wird man das, wenn die Leitung steht, sehen können. Denn die Freileitung durchschneidet den Nordosten Brandenburgs, das Gebiet mit dem hochwertigsten Vogelaufkommen in Deutschland.

Hier leben auch viele gefÀhrdete Arten, deren Lebensbedingungen durch die 380kV-Freileitung erheblich beeintrÀchtigt werden.
Es ist nicht nachvollziehbar, wie der 4. Senat dazu kommt, festzustellen, daß eine erhebliche BeeintrĂ€chtigung der geschĂŒtzten Arten im Gebiet des Landiner Haussees und des Felchowsees, zwischen denen die Freileitung verlaufen wird, ausgeschlossen ist. In den verschiedenen SchriftsĂ€tzen und in der mĂŒndlichen Verhandlung haben unsere Experten, ausgewiesene und anerkannte Ornithologen, dargelegt, weshalb eine erhebliche GefĂ€hrdung der geschĂŒtzten Vogelarten nicht auszuschließen ist, wie der gesetzliche Auftrag lautet.
Mit dem heutigen Urteil werden diese Argumente vom Tisch gewischt.

Auch die AusfĂŒhrungen zum zweiten Schwerpunkt in der mĂŒndlichen UrteilsbegrĂŒndung sind nicht akzeptabel, denn hier bezieht das Gericht, ohne auf die Details der Problematik einzugehen, einen komfortablen rechtspositivistischen Standpunkt, indem es – ungeachtet der Tatsache, daß in Europa seit gut zehn Jahren 1000 km Erdkabel im Hoch- und Höchstspannungsbereich in Betrieb sind – feststellt, daß der Einsatz von Erdkabeln im Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) nur in den im EnLAG genannten Pilotprojekten vorgesehen sei.
Daß die VerfassungskonformitĂ€t des EnLAG »zweifelhaft« ist (so das Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutsche Bundestags) und das EnLAG durch die Begrenzung des Einsatzes von Erdkabeln auf die Pilotprojekte im Falle von AbweichungsprĂŒfungen in europĂ€ischen Schutzgebieten möglicherweise mit EU-Recht kollidiert, diese Hinweise werden vom Gericht ignoriert bzw. nicht fĂŒr relevant erachtet. Eine Vorlage der Klage beim EuGH hat der 4. Senat abgelehnt.

Als Konsequenz der Abweisung der Klage ergibt sich auch, die Kostenentscheidung, die allein zu Lasten des KlÀgers geht.

Juristisch ist also das letzte Wort gesprochen, ein böses Wort, das das Vertrauen in den Rechtsstaat untergrĂ€bt, gerade weil es nicht nachvollziehbar ist, vor allem weil es im Vorfeld der mĂŒndlichen Verhandlung eine Reihe von Entscheidungen gab, die zu unseren Gunsten ausgefallen sind. Immerhin hat das Gericht einen teilweisen Baustopp fĂŒr 2/3 der Trasse verfĂŒgt und uns im Eilverfahren Rechtsschutz gewĂ€hrt. Nachvollziehbar ist allerdings, daß 50 Hertz durch seine Baumaßnahmen »auf eigenes Risiko« (Beschluß des BVerwG) Fakten geschaffen hat, die das Gericht offenkundig nicht unbeeindruckt gelassen haben.

Es gibt keine Möglichkeit, dieses Urteil durch einen andere Instanz ĂŒberprĂŒfen zu lassen. Das BVerwG ist hier – eine Konsequenz des EnLAG – erste und letzte Instanz. Ich sehe auch keine Möglichkeit, daß wir den Konflikt vor das Bundesverfassungsgericht tragen. Der Rechtsweg ist erschöpft und es ist bitter, festzustellen, daß man nicht Recht bekommen hat.

Wir werden die schriftliche UrteilsbegrĂŒndung abwarten und dann noch einmal ausfĂŒhrlich diese »Rechtsfindung« wĂŒrdigen.

So bitter das Urteil ist, das heute gesprochen wurde, so bitter es ist, festzustellen, daß die BĂŒrgerinitiative ihr Ziel, den Schutz von Mensch und Natur im Einzugsbereich der Trasse nicht erreicht hat, so ziehe ich dennoch fĂŒr die BĂŒrgerinitiative eine positive Bilanz.
Wir haben, getragen vom Engagement der BĂŒrger, den VorhabentrĂ€ger und die Genehmigungsbehörde gezwungen, ihr Planungen wiederholt zu ĂŒberarbeiten und damit das Verfahren entschleunigt. Wir haben zwei gerichtliche Baustopps erfochten und den VorhabentrĂ€ger zu einer FĂŒlle von Vermeidungs- und Ausgleichsmaßnahmen veranlaßt. Abschließend möchte ich noch erwĂ€hnen, daß wir durch das in diesem Konflikt erfochtene Urteil aus dem Jahr 2016 den Artenschutz erheblich und nachhaltig prĂ€gen und verbessern konnten, denn die Pflicht einer artbezogenen PrĂŒfung, die heute gang und gebe ist, haben wir damals durchgesetzt.

SenftenhĂŒtte, 5. Juli 2022

Hartmut Lindner, Sprecher der BĂŒrgerinitiative:
BiosphÀre unter Strom - keine Freileitung durchs Reservat!

Siehe auch:
»Masten wachsen gen Himmel«
»50Hertz schafft Tatsachen«
»Licht fĂŒr alle – und das kostenlos!«
»BeschleunigungszuschlÀge«
»Eine breite Schneise im Wald...«
BĂŒrgerinitiative »BiosphĂ€re unter Strom – keine Freileitung durchs Reservat!«
Barnimer BĂŒrgerpost: »So banal wie die RealitĂ€t«




Der »Schorfheideplatz« im Brandenburgischen Viertel Neuer Platz mit alten BÀumen

Entwurfsplanung fĂŒr EinmĂŒndung Beeskower/Schorfheidestraße

maxe. Die Bezeichnung »Schorfheideplatz« hatte nie einen offiziellen Status. Nun fĂ€llt in der ĂŒberarbeiteten Entwurfsplanung auch der grĂ¶ĂŸere gepflasterte Platz weg, der diesen Namen gerechtfertigt hĂ€tte.

Das Baudezernat der Stadtverwaltung hat auf die öffentliche Kritik, die hier im Kiezmagazin MAXE und zu den Beratungen im Ausschuß fĂŒr Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr (ASWU) geĂ€ußert wurde, positiv reagiert. Nachdem die ursprĂŒngliche Variante im Februar vom Einreicher zurĂŒckgezogen wurde, entwickelte das Tiefbauamt nun gemeinsam mit dem beauftragten IngenieurbĂŒro Weiland aus Gransee eine alternative Planvariante. Die Versickerung des Regenwassers an Ort und Stelle in den als flache und begehbare Mulden gestalteten GrĂŒnflĂ€chen blieb Bestandteil des Entwurfsplans. Der Versiegelungsanteil wird durch den Verzicht auf die gepflasterte PlatzflĂ€che weiter reduziert. Die verĂ€nderte Gestaltung erlaubt nun auch, daß alle vorhandenen BĂ€ume erhalten bleiben. ZusĂ€tzlich sollen 13 BĂ€ume neu gepflanzt werden.

Die Beeskower Straße dient als Zufahrt zum Wirtschaftshof und Parkplatz des AWO Pflegeheims »Im Wolfswinkel« sowie zum Innenhof und Parkplatz der Studentenwohnheime an der Prenzlauer und Strausberger Straße. Die BelĂ€ge der Fahrbahnen und Gehwege bestehen derzeit aus verschiedenen Materialien wie Asphalt, Pflaster und Betonplatten und sind stellenweise stark beschĂ€digt. Nur wenige Borde sind abgesenkt, was die Barrierefreiheit sehr eingeschrĂ€nkt. Die unĂŒbersichtliche WegefĂŒhrung trĂ€gt ihren Teil dazu bei, daß die Verkehrssituation in dem Bereich vor allem fĂŒr FußgĂ€nger und Radfahrer recht unĂŒbersichtlich ist.

Im neuen Entwurfsplan bleibt die jetzige StraßenfĂŒhrung erhalten. Lediglich die Fahrbahnbreiten sollen in der Schorfheidestraße auf 4,75 m und in der Beeskower Straße auf 4,50 m reduziert werden. In der Schorfheidestraße werden im Spielplatzbereich zudem gepflasterte Rampen zur Verkehrsberuhigung gebaut. Die Zufahrten fĂŒr PKW, LKW, Rettungs- und Entsorgungsfahrzeuge zu den anliegenden GrundstĂŒcken wird auch nach dem Umbau sichergestellt sein, wird in der neuen Planung versprochen.

Die Gestaltung der Wege und damit die FĂŒhrung des Fuß- und Radverkehrs soll die bestehenden Wegeverbindungen aufgreifen und durch breitere Absenkungen der Bordsteine sowie erneuerter WegebelĂ€ge die Barrierefreiheit verbessern. Die Gehwege erhalten eine wassergebundene Decke, was den Versiegelungsgrad weiter senkt. Lediglich im Bereich oberhalb des Kollektors der EWE soll wieder eine Asphaltdeckschicht aufgebracht werden, da hier eine Befahrung fĂŒr Wartungs- und Reinigungsarbeiten, nicht zuletzt am LĂŒftungsbauwerk des Kollektors, möglich sein muß.

Die vorhandenen Alt- und JungbĂ€ume können erhalten bleiben, weil die bisherige StraßenfĂŒhrung beibehalten wird. Die geplanten zusĂ€tzlichen BĂ€ume sollen die DurchgrĂŒndung der StraßenzĂŒge optimieren. Unter den Baumscheiben sollen Rigolen zur Wasserspeicherung eingebaut werden, um den Wasserbedarf der BĂ€ume auch bei Trockenheit und Hitze zu gewĂ€hrleisten.

Schließlich soll eine neue Beleuchtungsanlage entlang der Gehwege gebaut werden, um die Orientierung und das SicherheitsgefĂŒhl auch im Dunkeln zu stĂ€rken.

FĂŒr die Neugestaltung der insgesamt etwa 1.770 Quadratmeter großen FlĂ€che sollen circa 355.000 Euro ausgegeben werden. Die Finanzierung der der Maßnahme soll zu zwei Dritteln ĂŒber Fördermittel des Bundes und des Landes erfolgen.

Der Beginn der Baumaßnahme ist Anfang 2023 vorgesehen. Die Bauzeit wird voraussichtlich zehn Monate betragen.

Am 5. April beraten die Mitglieder des Ausschusses fĂŒr Stadtentwicklung, Wohnen und Umwelt ĂŒber die erneuerte Entwurfsplanung bevor am 26. April die Stadtverordnetenversammlung die Entscheidung fĂ€llen wird.

(5. April 2022)

Siehe auch:
Beschlußvorlage zur geĂ€nderten Entwurfsplanung vom April 2022
»BÀume bleiben erstmal stehen«
»Erstmal alle BÀume fÀllen«




WeidenkÀtzchen gehören zur ersten Bienennahrung nach dem Winter. Imkern im Quartier

Sprecherrat bewilligte 4.500 Euro aus Projektfonds

maxe. Bereits 2021 hat Bernd Pfeifer im Brandenburgischen Viertel begonnen, ein Imkerprojekt aufzubauen. Nicht zuletzt im Zusammenhang mit den EinschrĂ€nkungen infolge der Corona-Maßnahmen konnte das Projekt allerdings nicht fertiggestellt werden. Das soll nun nachgeholt werden. Bernd Pfeifer hat in diesem Zusammenhang beim Quartiersmanagement einen Förderantrag gestellt, ĂŒber den am 17. Februar der Sprecherrat in einer Online-Beratung befunden hat.

»Ziel ist es«, so Pfeifer, »Interessenten und Mitwirkende aus dem Quartier und der Umgebung den Umgang mit Honigbienen theoretisch und praktisch nahezubringen. Dabei steht der Umgang mit Insekten im allgemeinen und speziell mit der Honigbiene im Vordergrund.« Ganz nebenbei soll mit dem Projekt auch das Interesse fĂŒr Holzarbeiten geweckt und vorhandenes Wissen im Quartier fĂŒr jedermann unter professioneller Anleitung zugĂ€nglich gemacht werden. »Die bereits sechs Interessierten bauen die noch nötigen Utensilien selber und lernen gemeinsam, wie mit Honigbienen umgegangen wird.« Mittelfristig sei es das Ziel, auch Schulen und Kitas fĂŒr das Thema zu interessieren.

»Als UnterstĂŒtzer habe ich das Quartiersmanagement, die Wohngenossenschaft 1893 e.G. und den Hebewerk e.V. gefunden, die uns den schon vorhandenen Unterstand fĂŒr die 2 Bienenvölker und einen Raum fĂŒr Imkerutensilien in der Havellandstr. 15 ermöglichen. Der dort ansĂ€ssige Verein Hebewerk e.V. gestattet uns die Benutzung der vereinseigenen Holzwerkstatt.«

Die sechs Projektmitglieder haben bereits begonnen, die vorhandenen Trogbeuten vorzubereiten und die notwendigen Waben bauen. Um weiterzumachen werden nun die beantragten Fördergelder fĂŒr die weiteren Material- und Personalkosten benötigt, sagt Bernd Pfeifer. »FĂŒr die Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentation möchten wir die InternetprĂ€senz des Quartiermanagements nutzen. Der Start der Bienenhaltung beginnt mit der Beutenbelegung und wird voraussichtlich Anfang April erfolgen.«

Die Materialkosten betragen 1.700 Euro. Neben Materialien fĂŒr die Bienenstöcke sind das Imkerutensilien (z.B. Honigschleuder), Schutzkleidung sowie Schulungsmaterial und Mittel fĂŒr die Öffentlichkeitsarbeit (Flyer, Plakate, Prospekte...). Als Honorar werden 2.800 Euro veranschlagt, wobei eine AufwandsentschĂ€digung von 10 Euro pro Stunde zugrunde gelegt wird. Kalkuliert sind je 60 Stunden TĂ€tigkeit von vier Menschen sowie jeweils eine Person mit 30 Stunden bzw. 10 Stunden.
Der Sprecherrat stimmte der Finanzierung der beantragten 4.500 Euro aus den Mitteln des Quartiersprojektfonds zu.

(28. Februar 2022)


Hebewerk e.V.
Adresse: Zwischenraum H15/ Hebewerk e.V., Havellandstraße 15, 16227 Eberswalde




Das Regenwasserversickerungsbecken an der Ecke Frankfurter Allee/Spechthausener Straße. Neues GrĂŒn am Sickerbecken

maxe. Die GrĂŒnflĂ€che am entstandenen RegenrĂŒckhaltebecken an der Ecke der Frankfurter Allee/Spechthausener Straße wurde bereits im letzten Jahr mit Seniorinnen und Senioren der AWO und Kindern der Kita »Gestiefelter Kater« erfolgreich bepflanzt. »Bereits im letzten Jahr planten wir mit den Beteiligten eine weitere Aktion im Jahr 2022«, schreibt der Initiator Frank Neumann in einem weiteren Projektantrag, mit dem er sich jetzt an das Quartiersmanagement im Kiez wandte. »Dabei ist es mir immer noch wichtig«, so Neumann, »Pflanzenarten aus dem Brandenburger Land auszuwĂ€hlen und weiterhin auf insekten- und vogelfreundliche StrĂ€ucher zu achten. Hier möchte ich Kindern das Setzen und Pflegen der StrĂ€ucher nahebringen und eine Kommunikation zwischen verschiedenen Altersgruppen und deren Erfahrungen anregen.« Ein weiterer wichtiger Punkt sei es, eine angenehme AufenthaltsqualitĂ€t fĂŒr alle an diesem Ort zu schaffen. Aus diesem Grund wurde 2021 bereits eine Bank vom Bauhof gesetzt.

»Im vergangenen Jahr mußten wir die Erfahrung machen«, sagt der Naturliebhaber, der selbst im Brandenburgischen Viertel wohnt, »daß Pflanzenarten wie Himbeere, Brombeere und Rhododendron gestohlen werden«. Daher habe er sich diesmal fĂŒr andere BlĂŒhstrĂ€ucher entschieden (Schneeball, Forsythie, Schlehe, Sanddorn und Falscher Jasmin). Auch das erneute SĂ€hen von Regiosaatgut ist geplant. Die Auswahl der Pflanzensorten wurden bereits mit dem Tiefbauamt besprochen. Die weitere Pflege der Pflanzen und die MĂ€harbeiten ĂŒbernimmt ab 2022 der Bauhof. Gemeinsam mit den Kooperationspartnern wird Frank Neumann aber auch in diesem Jahr nach der Anpflanzung immer mal wieder vorbeischauen und fĂŒr die BewĂ€sserung der Pflanzen sorgen.

Insgesamt soll das Projekt mit 240 Euro aus dem Aktionsfonds des Quartiersmanagements gefördert werden. Mit Geldern aus dem Aktionsfonds können kleine Projekte und Initiativen von Einwohnern des Brandenburgischen Viertels oder hier Aktiven bis zu einer Höhe von 250 Euro einfach und unbĂŒrokratisch gefördert werden. Der Sprecherrat gab auf seiner Online-Sitzung am 17. Februar dem Projekt und der Förderung seine Zustimmung.

(27. Februar 2022)

Siehe auch:
»Quadratisch, praktisch, hĂ€ĂŸlich«
»Regenwasserversickerung Nr. 2 «
»Klimaanpassung im Kiez«
»Regenwasser bleibt im Kiez«
»RegenentwĂ€sserung angepaßt«
»Warum nicht zur Landschaft passend?«




Die WHG will im Brandenburgischen Viertel neue Wohnungen bauen und ihre unsanierten Wohnungen in der Finsterwalder und Cottbuser Straße im zweiten Bauabschnitt modernisieren.

11 Millionen Euro fĂŒr Neubau und Modernisierung:
WHG investiert im Kiez

maxe. Der Aufsichtsrat der stadteigenen WHG Wohnungsbau- und -hausverwaltungsgesellschaft mbH Eberswalde hat am 26. Mai in seiner 48. Sitzung »den Weg frei gemacht fĂŒr ein weiteres millionenschweres Stadtentwicklungsvorhaben der WHG«.

Mit mehr als 18,5 Millionen Euro sei das WHG Sanierungs- und Instandhaltungsprogramm 2021 bereits »sehr ehrgeizig und ambitioniert«, sagt Doreen Boden, Prokuristin und Beauftragte fĂŒr Öffentlichkeitsarbeit der WHG. Nun hat der Aufsichtsrat weitere 11 Millionen Euro genehmigt, die von 2021 bis 2024 in einen Neubau und fĂŒr Modernisierungen im Brandenburgischen Viertel investiert werden.

Die WHG folgt mit dieser Investition dem Beispiel der Wohnungsgenossenschaft 1893 eG, die durch Fördermittel unterstĂŒtzt von 2020 bis 2024 insgesamt 57 Millionen Euro in den Umbau und die Modernisierung von Wohnblocks im Brandenburgischen Viertel verbaut. Bestandteil der Investitionen der Genossenschaft sind auch der Abriß von drei Wohnblocks, von denen zwei bereits »zurĂŒckgebaut« worden sind. Der dritte Abriß der Genossenschaft in der Brandenburger Allee 15 bis 21 soll im Winter 2021/22 realisiert werden.

Die WHG will demgegenĂŒber als erster Wohnungsanbieter seit mehr als 20 Jahren im Brandenburgischen Viertel neue Wohnungen bauen.

(31. Mai 2021)




Auf dem Areal sĂŒdöstlich der Spechthausener Kreuzung sollen neue Gewerbe- und WohngebĂ€ude mit bis zu 80 Wohnungen entstehen. (Karte aus dem Bericht zur StĂ€dtebaulichen Machbarkeitsstudie fĂŒr die GrundstĂŒcke Eberswalder Straße Ecke Spechthausener Straße in Eberswalde)

Vor den Toren des Brandenburgischen Viertels:
Ein neues Zentrum fĂŒr Eberswalde

maxe. Im Dezember haben die Eberswalder Stadtverordneten mehrheitlich beschlossen, den Bebauungsplan Nr. 527 »Finowtal« aufzustellen. Der Bebauungsplan befaßt sich mit dem etwa anderthalb Hektar großen GelĂ€nde sĂŒdlich der Eberswalder Straße zwischen dem Toom-Baumarkt und der Spechthausener Straße einschließlich des ehemaligen Friedhofs Eisenspalterei. Auch das Bethaus neben dem Friedhof ist einbezogen. Nach eigenen Aussagen des BautrĂ€gers konnte er das GrundstĂŒck allerdings noch nicht wie beabsichtigt erwerben.

Bei dem BautrĂ€ger handelt es sich um die IZ GmbH & Co. KG mit Sitz in der Coppistr. 3 in Eberswalde. Die IZ arbeitet eng mit der Anevix Union GmbH aus der Drehnitzstraße zusammen. Aktuelle Projekte in Eberswalde sind das einstige Bahnhofshotel, ein Doppelhaus am Finowkanal, vier DoppelhĂ€user in Finow (am Ortsausgang Richtung Finowfurt) und ein Mehrfamilienhaus in der Spechthausener Straße (ehemaliger Lindenhof).

Bereits 2007 hatte die Stadtverordnetenversammlung die Aufstellung eines Bebauungsplanes fĂŒr das Areal sĂŒdöstlich der Spechthausener Kreuzung beschlossen. Damals sollten »weitere stĂ€dtebaulich unerwĂŒnschte Ansiedlungen von Discountern im Kreuzungsbereich ausgeschlossen werden und eine Lenkung dieser in das EKZ Heidewald unterstĂŒtzt werden«. Nun gilt eine »geĂ€nderte Zielsetzung«, die mit der Stadtverwaltung abgestimmt wurde.

Von einer »Lenkung« beabsichtigter Gewerbeansiedlungen in das EKZ Heidewald ist keine Rede mehr. Vielmehr sollen »Wohnen und Arbeiten am Standort Eisenspalterei gestÀrkt werden. Generelle Ziele der Stadtentwicklung Eberswalde wie die StÀrkung der Erwerbsgrundlage, die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum sowie eine auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit ausgerichtete Entwicklung wurden in die Standortentwicklung integriert.«

Laut der stĂ€dtebaulichen Machbarkeitsstudie, die am 1. Dezember im Ausschuß fĂŒr Stadtentwicklung, Wohnen und Umwelt prĂ€sentiert wurde, beabsichtigt die IZ GmbH & Co. KG eine Neubebauung fĂŒr BĂŒro-, Service- und Dienstleistungsnutzungen (Gewerbe), vielleicht auch mit einem Hotel und einer integrierten KindertagesstĂ€tte sowie fĂŒr Wohnungen.

Der Gewerbeteil soll in zusammenhĂ€ngender viergeschossigen Blockrandbebauung an der Eberswalder Straße zwischen dem alten Friedhof und der Kreuzung sowie in etwa gleicher LĂ€nge von der Kreuzung entlang der Spechthausener Straße entstehen. Dem soll sich, baulich mit dem Gewerbeteil verbunden, ein Mehrfamilienhaus anschließen. Weitere WohnhĂ€user sind im hinteren Bereich des GrundstĂŒckes vorgesehen. Die Studie schlĂ€gt in einer Variante 80 Wohnungen mit FlĂ€chen zwischen 41 und 108 Quadratmetern vor. Eine zweite Variante beschrĂ€nkt den Mietwohnungsbau auf den vorderen Bereich mit insgesamt 32 Wohnungen. Im hinteren Bereich wĂ€re dann Platz fĂŒr 19 »TownhĂ€user« (ReihenhĂ€user) mit WohnflĂ€chen zwischen 181 und 214 Quadratmetern.

Letzteres könnten sich sicherlich nur Menschen mit höherem Einkommen leisten. FĂŒr die Linksfraktion ist die Mietpreisentwicklung bei Neuvermietungen in Eberswalde »besorgniserregend«. Daher setzte sie eine Änderung des Aufstellungsbeschlusses durch. Als Ziel wird nun festgeschrieben, daß fĂŒr 25 Prozent des Gesamtwohnbestandes geförderter sozialer Wohnraum vorzusehen ist. Davon abgesehen begrĂŒĂŸen die Linken »die Entwicklung des GelĂ€ndes und die grundsĂ€tzlichen Planungen«.

Nach diesen »grundsÀtzlichen Planungen« wird sich die bisherige Ansammlung von Lebensmittel- und FachmÀrkten sowie Kfz-WerkstÀtten in profanen Zweckbauten mit zugehörigen ParkplÀtzen zu einem neuen Zentrumsbereich in Eberswalde entwickeln.

Wie sich dies auf die bisherigen Zentren (Innenstadt, Finow und Brandenburgisches Viertel) auswirken wird, ist in der Machbarkeitsstudie nicht untersucht worden. Nachteilig dĂŒrfte das neue Zentrum vor allem fĂŒr das Brandenburgische Viertel und hier insbesondere fĂŒr das Einkaufszentrum »Heidewald« wirken, das dann möglicherweise bald billig zu haben ist.
Im Viertel selbst hat zuletzt der Neubau eines SanitÀtshauses mit zwei Arztpraxen zur weiteren Angebotsdezentralisierung innerhalb des Ortsteils beigetragen, was dem seit zwanzig Jahren faktisch verfolgten stÀdtebaulichen Prinzip entspricht.

Die Stadtverwaltung wurde von den Stadtverordneten beauftragt, »die frĂŒhzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit« zu gewĂ€hrleisten. Zu diesem Zweck soll der Bebauungsplan öffentlich ausgelegt werden. Dabei soll auch bekannt gemacht werden, daß der Bebauungsplan »im beschleunigten Verfahrung ohne DurchfĂŒhrung einer UmweltprĂŒfung aufgestellt werden soll«.

(27. Dezember 2020)




Frostiger Blick ĂŒber die BrachflĂ€chen sĂŒdlich der Brandenburger Allee auf den Abriß-Block der Wohnungsgenossenschaft in der Brandenburger Allee 15-21 (rechts). Eine Neugestaltung des Bereichs soll den »Stadtteileingang West« kĂŒnftig aufwerten.

Beteiligungsverfahren auf Einladung:
Den Kiezeingang West gestalten

Bereits seit Jahren wird die nach 1990 entstandene Situation an den Eingangsbereichen ins Brandenburgische Viertel im Westen wie im Osten als »stĂ€dtebaulicher Mißstand« bewertet. Durch die neuen Förderstrukturen fĂŒr den Stadtumbau können kĂŒnftig dafĂŒr Fördermittel akquiriert werden. Dadurch gerieten diese MißstĂ€nde nun auch in den Fokus konkreter Planungen der Stadtverwaltung.

Im Zusammenhang mit der Sanierung der Frankfurter Allee wird ab Januar, sobald es das Wetter zulĂ€ĂŸt der östliche Eingang des Brandenburgischen Viertel – also die EinmĂŒndung der Frankfurter Allee in die Spechthausener Straße neu gestaltet. Dabei wird inbesondere das geplante Regenwasserversickerungsbecken als neues gestalterisches Element ins Auge fallen (siehe »RegenentwĂ€sserung angepaßt«).

Der anschließende Bereich – von der »Specht«-Ruine abgesehen – hat bereits mit dem neuen SanitĂ€tshaus eine gewisse Aufwertung erfahren. Allerdings zum Nachteil der Auslastung des Stadtteilzentrums am Potsdamer Platz und nicht zuletzt wegen fehlender Forderung und Förderung auf architektonisch-gestalterischem Minimalniveau.

Am westlichen Zugang zum Brandenburgischen Viertel, also fĂŒr den Bereich an der Brandenburgischen Allee zwischen SchwĂ€rzesee- und Lehnitzseestraße, ist ab kommendem Jahr Ă€hnliches geplant. Ein PlanungsbĂŒro ist bereits mit der Ideenfindung beauftragt und eigentlich sollte es schon 2020 ein erstes Beteiligungsverfahren fĂŒr die Einwohnerinnen und Einwohner des Kiezes geben. Das konnte wegen der Maßnahmen zur EindĂ€mmung der Corona-Pandemie nicht stattfinden.

Nun soll im Rahmen des Beteiligungsverfahren »Stadtteileingang West« im I. Quartal ein Workshop stattfinden, allerdings nur eingeschrÀnkt auf 30 Personen, die speziell eingeladen werden. Interessenten können sich an das Quartiersmanagement oder direkt an das Eberswalder Baudezernat wenden.

Ob der Termin wie geplant im Januar stattfinden kann, hĂ€ngt vor allem davon ab, wie sich die Ausbreitung des Covid-19-Virus nach den aktuell verschĂ€rften Kontaktsperren weiterentwickelt – ist also ungewiß.

Am westlichen Kiezeingang dominieren nach den Wohnungsabrissen der vergangenen Jahre sĂŒdlich der Brandenburger Allee vor allem BrachflĂ€chen das Bild. Die Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 eG will fĂŒr die Erweiterung der Brachen – trotz der Proteste gegen weiteren Abriß von Wohnungen – einen weiteren Beitrag leisten und auch den nördlichen Teil bis zur Lehnitzseestraße, soweit in ihrem Besitz, in eine Abrißbrache umwandeln. Wie östlich der Lehnitzseestraße bereits geschehen.

Zu dem stĂ€dtebaulichen Desaster hatte zuvor schon die Stadt Eberswalde beigetragen, indem sie die beiden SchulgebĂ€ude sĂŒdlich der Brandenburger Allee (Albert-Einstein-Schule und die alte SchwĂ€rzeseeschule) unmittelbar nach Schließung bzw. Umzug abreißen ließ. Auf dieser FlĂ€che soll nun, sozusagen als erster Akt der Wiederaufwertung des Stadtteileingangs West, der Neubau eines Hortes entstehen (siehe »Wettbewerb fĂŒr Hortneubau«).

Auf der bislang als wilder Parkplatz genutzten FreiflĂ€che sĂŒdlich des aktuellen Abrißblocks und nördlich der ehemaligen Kaufhalle wird nach aktuellen Überlegungen im Rahmen eines Kunstprojekts ein Wasserspielplatz entstehen. Daneben könnte auf dem GrundstĂŒck zwischen Havelland- und SchwĂ€rzeseestraße ein neues Ärztehaus gebaut werden, in das dann auch der jetzt noch im beanchbarten Genossenschafts-Abrißblock in der Brandenburger Allee 15-21 praktizierende Zahnarzt einziehen könnte.

Daß es zum Abriß des Wohnblocks keine genossenschaftsinterne Alternative gibt, hatte die GenossenschaftsgeschĂ€ftsfĂŒhrung zuletzt im FrĂŒhsommer nachdrĂŒcklich gegenĂŒber anfragenden Kaufinteressenten klar gemacht. In der virtuellen Sprecherratssitzung am 19. November erlĂ€uterte die Mitarbeiterin fĂŒr Öffentlichkeitsarbeit der Genossenschaft Claudia Riethbaum die GrĂŒnde. Das Sprecherratsmitglied Frank Neumann hatte zuvor sein Bedauern zu den Abrissen von Wohnungen geĂ€ußert. »Wir nennen es nicht Abriß, sondern RĂŒckbau«, stellte sie klar. Die Zusagen zum »RĂŒckbau« von drei Wohnblöcken sei notwendig gewesen, »damit uns Banken ĂŒberhaupt angucken«.

Zwei WohnhĂ€user in der Cottbuser Straße und in der Brandenburger Allee sind bereits »zurĂŒckgebaut«. Der »RĂŒckbau« der Brandenburger Allee 15-21, so die Genossenschaftsmitarbeiterin, soll im Herbst 2021 erfolgen.

Mitarbeiter des stĂ€dtischen Stadtentwicklungsamtes reden unverblĂŒmt von den stĂ€dtebaulichen Chancen, die sich durch den Abriß und die dadurch entstandenen und entstehenden BrachflĂ€chen ergeben.

Sowohl Abriß als auch Neubau generiert zusĂ€tzliches Bruttosozialprodukt und sorgt damit fĂŒr den notwendigen Aufschwung – und fĂŒr teurere Mieten.
Diese Chancen sollen unter anderem bei der Gestaltung des »Stadtteileingangs West« umgesetzt werden.

Nicht zuletzt deshalb ist bei den jetzt angelaufenen Planungen eine möglichst breite Beteiligung der Einwohnerinnen und Einwohner notwendig.

Die EinschrĂ€nkungen wegen der PandemiebekĂ€mpfung erschweren das, soweit bisherige Beteiligungsformate beibehalten werden. Es entstehen aber zugleich Chancen fĂŒr eine erweiterte BĂŒrgerbeteiligung, wenn auf Streams, Chats und andere Onlinebeteiligungsmöglichkeiten zurĂŒckgegriffen wird. Wichtig fĂŒr eine Beteiligung ist vor allem eine grĂ¶ĂŸtmögliche Transparenz in der Diskussion. Wer sich beteiligen will muß schließlich wissen, woran sie oder er sich beteiligt und was zu befĂŒrworten oder zu kritisieren ist.

Man darf gespannt sein, wie sich das »Beteiligungsverfahren Stadtteileingang West« entwickelt und inwieweit dabei tatsĂ€chlich die Interessen und WĂŒnsche der Kiez-Bewohner BerĂŒcksichtigung finden.

Gerd Markmann – 25. Dezember 2020

Siehe auch:
»RegenentwĂ€sserung angepaßt« und
»Wettbewerb fĂŒr Hortneubau«




Das »Wimmelbild« von Sophia Schrade steht hier zum Herunterladen zur VerfĂŒgung.

Zum Ausmalen:
Ein Wimmelbild fĂŒr den Kiez

maxe. Quartiersmanagerin Julia Klemm informierte am 17. September den Sprecherrat »Soziale Stadt« ĂŒber die Fertigstellung eines »Wimmelbildes« vom Brandenburgischen Viertel. Das Bild zum Ausmalen kann vervielfĂ€ltigt werden und wird vom Quartiersmanagment bereitgestellt.

Gezeichnet wurde das »Wimmelbild« von der Eberswalder Grafikerin Sophia Schrade (www.sophiaschrade.com). Sophia Schrade arbeitet derzeit an einem Malbuch ĂŒber die FĂȘte de la Viertel 2020, in das weitere »identitĂ€tsstiftende Bauwerke« im Kiez, wie das Freizeit-Schiff in der Prignitzer Straße.

(30. September 2020)


Quartiersmanagement Brandenburgisches Viertel
KontaktbĂŒro Soziale Stadt / BĂŒrgerzentrum · Schorfheidestraße 13 · 16227 Eberswalde
Telefon: (Di) 03334 81 82 45, (Mo, Mi-Fr) 030 44 36 36-85
Mobil: 0176 95 49 82 20
Sprechzeiten: Dienstag, 13 - 16 Uhr, Donnerstag, 10 – 13 Uhr
eMail: quartiersmanagement@eberswalde.de"




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