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Livestream der aktuellen Stadtverordnetenversammlung.


Im Hintergrund ist der U-förmige Baukörper des geplanten WohngebĂ€udes gut zu erkennen. Der Bereich des Bebauungsplanes Nr. 518 »Wohnquartier Frankfurter Allee« umfaßt neben dem eigentlichen »Specht«-GrundstĂŒck (FlurstĂŒck 226) weitere 400 Quadratmeter, die der Stadt Eberswalde gehören (Teile des FlurstĂŒcks 978).

Im Dezember in der Stadtverordnetenversammlung:
Bebauungsplan fĂŒr den »Specht«

In der Sprecherratssitzung am 17. November war es bereits kurz angedeutet worden. Nun wird es RealitĂ€t. Es geht voran mit dem »Specht«. In ihrer Sitzung am 13. Dezember entscheiden die Eberswalder Stadtverordneten ĂŒber die Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 518 »Wohnquartier Frankfurter Allee«.

Im November 2020 hatte der Berliner Sahid Sanli das nach jahrelangem Leerstand zur Ruine verkommene MehrzweckgebÀude mit der einstigen WohngebietsgaststÀtte »Zum Specht« erworben. Ein Jahr spÀter kaufte Sanli auch das Einkaufszentrum »Heidewald«.

Im SpĂ€tsommer trat dann mit der Bechtolsheim Real Estate ein neuer ProjekttrĂ€ger in Erscheinung, der kĂŒnftig auch als neuer EigentĂŒmer fungieren sollte. Letzteres ist jedoch, wie sich inzwischen herausstellte, noch in der Schwebe. Aktuell gehören sowohl der »Specht« als auch das EKZ »Heidewald« weiterhin der Sanli-Firmengruppe und Becholtsheim agiert lediglich im Auftrag.

Dennoch soll zumindest in Sachen »Specht« nun erstmal alles sehr schnell gehen. Zwischen Bekanntmachung und Beschlußfassung liegen keine drei Wochen. Eine Woche vor der Entscheidung der Stadtverordneten gibt zunĂ€chst noch am 6. Dezember eine Vorberatung im stĂ€dtischen Ausschuß fĂŒr Stadtentwicklung, Wohnen und Umwelt.

Auch die Aufstellung des Bebauungsplanes selbst soll »im beschleunigten Verfahren« erfolgen. Insbesondere soll auf die DurchfĂŒhrung einer UmweltprĂŒfung gemĂ€ĂŸ Paragraph 2 Absatz 4 Baugesetzbuch ebenso verzichtet werden, wie auf die DurchfĂŒhrung einer »frĂŒhzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit« und »der Behörden und TrĂ€ger öffentlicher Belange« (§§ 3, 4 und 13 BauGB).

Das Plangebiet umfaßt das ehemalige MehrzweckgebĂ€ude mit WohngebietsgaststĂ€tte einschließlich der Außenanlagen sowie die unmittelbar angrenzenden FlĂ€chen. Es hat eine GrĂ¶ĂŸe von 0,48 Hektar. Darin eingeschlossen sind auch 400 Quadratmeter stĂ€dtischer FlĂ€che, die zur »Arrondierung des GrundstĂŒckszuschnittes und zur ErfĂŒllung baurodnungsrechtlicher Vorschriften (AbstandsflĂ€chen)« nötig sind.
Mit der Aufstellung des Bebauungsplanes soll hier »eine geordnete stĂ€dtebauliche Entwicklung abgesichert werden«, heißt es im Beschlußtext. Ziel sei die »Neuerrichtung einer mehrgeschossigen Wohnbebauung.

Nach dem RĂŒckbau aller baulichen Anlagen soll eine kompakte Wohnbebauung bis sieben Vollgeschosse errichtet werden. FĂŒr den ruhenden Verkehr ist eine Tiefgarage vorgesehen. Entsprechend den bereits veröffentlichten Vorstellungen bildet die geplante dreiseitige Bebauung einen U-förmigen Baukörper mit einer Öffnung nach Westen zur Abendsonne. Zur Wahrung der PrivatsphĂ€re der Bewohner soll das Erdgeschoß als Hochparterre ausgebildet werden. Insgesamt sind etwa 130 Wohnungen vorgesehen, gemischt fĂŒr Alleinstehende und Familien.

Seitens der Stadtverwaltung werden diese Entwicklungsabsichten begrĂŒĂŸt. »Die zusĂ€tzlichen Wohnungen werden den Wohnstandort Brandenburgisches Viertel stabilisieren und zur Aufwertung und Attraktivierung des Viertels beitragen. Neben den AktivitĂ€ten der anderen ansĂ€ssigen Wohnungsbauunternehmen und der Stadt selber im Viertel ergĂ€nzen diese Entwicklungsabsichten« nach Auffassung der Verwaltung, »das Bestreben, das Brandenburgische Viertel als guten Wohnort zu qualifizieren«.

Maßnahmen zur BerĂŒcksichtigung von Klimaschutzbelangen werden im weiteren Planverfahren geprĂŒft und festgelegt. ErlĂ€uterungen dazu werden dann erst im BegrĂŒndungsteil zum Bebauungsplanentwurf erfolgen. Sie können dann als Festsetzungen im Bebauungsplan selbst oder im zugehörigen stĂ€dtebaulichen Vertrag gesichert werden. Hierzu gehören beispielsweise Festsetzungen zum Maß der baulichen Nutzung, zur Bauweise, zur GebĂ€udeausrichtung, zur Vegetation und zur BegrĂŒnung von DachflĂ€chen, zur Nutzung erneuerbarer Energien, zum RegenwasserrĂŒckhalt oder zu klimafreundlicher MobilitĂ€t.

Anna Fröhlich – 23. November 2022

Siehe auch:
Neue PlĂ€ne fĂŒr den Kiez
Ortsteil ohne Lebensmittelmarkt?
Hoffnung im »Sozialen Brennpunkt«
»Specht« hat neuen EigentĂŒmer
Reimannviertel geplant mit Hallenbad, Sauna, Bibliothek und Poliklinik




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