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Werk der Flammen

Ob mal wieder ein »Feuerteufel« unterwegs ist oder schlicht FahrlÀssigkeit Ursache des Brandes und der Zerstörung von zwei Papiercontainern in der Frankfurter Allee war, ist noch nicht bekannt. Auf jeden Fall entstand einiger Sachschaden. So ein Container kostet etwa 300 bis 400 Euro. Hinzu kommen die Einsatzkosten der Feuerwehr.

Livestream der aktuellen Stadtverordnetenversammlung.


Auf dem Areal sĂŒdöstlich der Spechthausener Kreuzung sollen neue Gewerbe- und WohngebĂ€ude mit bis zu 80 Wohnungen entstehen. (Karte aus dem Bericht zur StĂ€dtebaulichen Machbarkeitsstudie fĂŒr die GrundstĂŒcke Eberswalder Straße Ecke Spechthausener Straße in Eberswalde)

Vor den Toren des Brandenburgischen Viertels:
Ein neues Zentrum fĂŒr Eberswalde

maxe. Im Dezember haben die Eberswalder Stadtverordneten mehrheitlich beschlossen, den Bebauungsplan Nr. 527 »Finowtal« aufzustellen. Der Bebauungsplan befaßt sich mit dem etwa anderthalb Hektar großen GelĂ€nde sĂŒdlich der Eberswalder Straße zwischen dem Toom-Baumarkt und der Spechthausener Straße einschließlich des ehemaligen Friedhofs Eisenspalterei. Auch das Bethaus neben dem Friedhof ist einbezogen. Nach eigenen Aussagen des BautrĂ€gers konnte er das GrundstĂŒck allerdings noch nicht wie beabsichtigt erwerben.

Bei dem BautrĂ€ger handelt es sich um die IZ GmbH & Co. KG mit Sitz in der Coppistr. 3 in Eberswalde. Die IZ arbeitet eng mit der Anevix Union GmbH aus der Drehnitzstraße zusammen. Aktuelle Projekte in Eberswalde sind das einstige Bahnhofshotel, ein Doppelhaus am Finowkanal, vier DoppelhĂ€user in Finow (am Ortsausgang Richtung Finowfurt) und ein Mehrfamilienhaus in der Spechthausener Straße (ehemaliger Lindenhof).

Bereits 2007 hatte die Stadtverordnetenversammlung die Aufstellung eines Bebauungsplanes fĂŒr das Areal sĂŒdöstlich der Spechthausener Kreuzung beschlossen. Damals sollten »weitere stĂ€dtebaulich unerwĂŒnschte Ansiedlungen von Discountern im Kreuzungsbereich ausgeschlossen werden und eine Lenkung dieser in das EKZ Heidewald unterstĂŒtzt werden«. Nun gilt eine »geĂ€nderte Zielsetzung«, die mit der Stadtverwaltung abgestimmt wurde.

Von einer »Lenkung« beabsichtigter Gewerbeansiedlungen in das EKZ Heidewald ist keine Rede mehr. Vielmehr sollen »Wohnen und Arbeiten am Standort Eisenspalterei gestÀrkt werden. Generelle Ziele der Stadtentwicklung Eberswalde wie die StÀrkung der Erwerbsgrundlage, die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum sowie eine auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit ausgerichtete Entwicklung wurden in die Standortentwicklung integriert.«

Laut der stĂ€dtebaulichen Machbarkeitsstudie, die am 1. Dezember im Ausschuß fĂŒr Stadtentwicklung, Wohnen und Umwelt prĂ€sentiert wurde, beabsichtigt die IZ GmbH & Co. KG eine Neubebauung fĂŒr BĂŒro-, Service- und Dienstleistungsnutzungen (Gewerbe), vielleicht auch mit einem Hotel und einer integrierten KindertagesstĂ€tte sowie fĂŒr Wohnungen.

Der Gewerbeteil soll in zusammenhĂ€ngender viergeschossigen Blockrandbebauung an der Eberswalder Straße zwischen dem alten Friedhof und der Kreuzung sowie in etwa gleicher LĂ€nge von der Kreuzung entlang der Spechthausener Straße entstehen. Dem soll sich, baulich mit dem Gewerbeteil verbunden, ein Mehrfamilienhaus anschließen. Weitere WohnhĂ€user sind im hinteren Bereich des GrundstĂŒckes vorgesehen. Die Studie schlĂ€gt in einer Variante 80 Wohnungen mit FlĂ€chen zwischen 41 und 108 Quadratmetern vor. Eine zweite Variante beschrĂ€nkt den Mietwohnungsbau auf den vorderen Bereich mit insgesamt 32 Wohnungen. Im hinteren Bereich wĂ€re dann Platz fĂŒr 19 »TownhĂ€user« (ReihenhĂ€user) mit WohnflĂ€chen zwischen 181 und 214 Quadratmetern.

Letzteres könnten sich sicherlich nur Menschen mit höherem Einkommen leisten. FĂŒr die Linksfraktion ist die Mietpreisentwicklung bei Neuvermietungen in Eberswalde »besorgniserregend«. Daher setzte sie eine Änderung des Aufstellungsbeschlusses durch. Als Ziel wird nun festgeschrieben, daß fĂŒr 25 Prozent des Gesamtwohnbestandes geförderter sozialer Wohnraum vorzusehen ist. Davon abgesehen begrĂŒĂŸen die Linken »die Entwicklung des GelĂ€ndes und die grundsĂ€tzlichen Planungen«.

Nach diesen »grundsÀtzlichen Planungen« wird sich die bisherige Ansammlung von Lebensmittel- und FachmÀrkten sowie Kfz-WerkstÀtten in profanen Zweckbauten mit zugehörigen ParkplÀtzen zu einem neuen Zentrumsbereich in Eberswalde entwickeln.

Wie sich dies auf die bisherigen Zentren (Innenstadt, Finow und Brandenburgisches Viertel) auswirken wird, ist in der Machbarkeitsstudie nicht untersucht worden. Nachteilig dĂŒrfte das neue Zentrum vor allem fĂŒr das Brandenburgische Viertel und hier insbesondere fĂŒr das Einkaufszentrum »Heidewald« wirken, das dann möglicherweise bald billig zu haben ist.
Im Viertel selbst hat zuletzt der Neubau eines SanitÀtshauses mit zwei Arztpraxen zur weiteren Angebotsdezentralisierung innerhalb des Ortsteils beigetragen, was dem seit zwanzig Jahren faktisch verfolgten stÀdtebaulichen Prinzip entspricht.

Die Stadtverwaltung wurde von den Stadtverordneten beauftragt, »die frĂŒhzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit« zu gewĂ€hrleisten. Zu diesem Zweck soll der Bebauungsplan öffentlich ausgelegt werden. Dabei soll auch bekannt gemacht werden, daß der Bebauungsplan »im beschleunigten Verfahrung ohne DurchfĂŒhrung einer UmweltprĂŒfung aufgestellt werden soll«.

(27. Dezember 2020)




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