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So, 29.1., 14-17 Uhr: Galerie Sonntag mit Klavier! Am kommenden Sonntag bringt Niko Meinhold Eigenes, Traditionelles und Zeitgen├Âssisches mit in die Prignitzer Stra├če 50 f├╝r einen Austausch zwischen Publikum, Kunst und Musik. Und alles inmitten der Grafiken von Hans Ticha und der Fotografien und Fundst├╝cke von Hans J├Ârg Rafalski.

Livestream der aktuellen Stadtverordnetenversammlung.


Salah Tayyar, vor Folter und Verfolgung aus dem Tschad geflohen, brachte sich um. Er sei ┬╗Opfer eines rassistischen Regimes, das Gefl├╝chtete so lange verfolgt und unter Druck setzt, bis sie den Selbstmord als letzten Ausweg sehen┬ź, meinen seine Freunde und Unterst├╝tzer, die sich in der Gruppe ┬╗Barnim f├╝r alle┬ź engagieren. Nicht alle folgen dieser Einsch├Ątzung.

B├╝rgerstiftung Barnim Uckermark:
Zum Tod von Salah Tayyar

┬╗Der Rechtsstaat arbeitet nach Regeln und Gesetzen┬ź

maxe. Am Sonntag, den 21. M├Ąrz, finden anl├Ą├člich des Antirassismustages und dem Tod von Salah Tayyar (┬╗Ein Mensch springt in den Tod┬ź) um 13 Uhr am Eberswalder Hauptbahnhof und um 15 Uhr in der Senftenberger Stra├če im Brandenburgischen Viertel Kundgebungen unter dem Motto ┬╗Wir sind alle Salah!┬ź statt.

Die Vorsitzende der B├╝rgerstiftung Barnim Uckermark Marieta B├Âttger, sie war lange Jahre als Ausl├Ąnderbeauftragte des Landkreises Barnim engagiert (und immer wieder an Grenzen sto├čend) f├╝r das Wohl von Asylbewerbern und Fl├╝chtlingen t├Ątig, hat erkl├Ąrt, da├č sie an den Kundgebungen nicht teilnehmen wird. Nachfolgend legt sie ihre Gr├╝nde dar:

Am Sonntag (21. M├Ąrz) ist Antirassismustag. Er ist Anla├č, dar├╝ber nachzudenken, wie man Haltung bezieht gegen├╝ber Menschen, die andere wegen ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe herabw├╝rdigen und sie ausgrenzen. Dabei mu├č es auch um strukturellen Rassismus gehen und um die kritische Betrachtung der Asylpolitik der Bundesregierung.

Salah Tayyar, ein Fl├╝chtling aus dem Tschad, ist daran verzweifelt und sah wahrscheinlich keinen anderen Ausweg mehr, als sich das Leben zu nehmen. Ein Gedenken h├Ątten wir deshalb gerne unterst├╝tzt, wenn da nicht dieser Aufruf von ┬╗Barnim f├╝r Alle┬ź w├Ąre, der dieses traurige Ereignis so darstellt, als wenn wir in einem rassistischen Regime leben w├╝rden, da├č die Gefl├╝chteten in den Tod treibt.

Nein, wir leben in einem Rechtsstaat, der nach Regeln und Gesetzen arbeitet. Viele von uns haben diese Regelungen als falsch empfunden und sich in den letzten Jahrzehnten intensiv f├╝r Ver├Ąnderungen eingesetzt. Wir haben gemeinsam Besserungen bewirkt, zugegeben nicht alles konnte erreicht werden.

Die L├Ąnge des Verfahrens, in diesem Fall sind es 8 Jahre, ist nat├╝rlich zu hinterfragen. Durch die Altfallregelung konnten aber viele Gefl├╝chtete einen Aufenthalt erhalten. Wenn dagegen zu schnell entschieden wird, entsteht der Eindruck, da├č nicht gr├╝ndlich gepr├╝ft wurde.

Alles in allem ist es ein Verwaltungsvorgang, der dem einzelnen Menschen mit seiner oft dramatischen Vorgeschichte und Flucht, seinen Tr├Ąumen von einem besseren Leben, seinen ├ängsten oft nicht gerecht werden kann.

Wir leben aber nicht unter einem rassistischen Regime, und keine Beh├Ârde in diesem Land verfolgt Gefl├╝chtete so lange, bis sie sich selbst das Leben nehmen.

In den letzten Jahren hat sich das Beratungsangebot f├╝r Gefl├╝chtete im Barnim deutlich verbessert. Gleichzeitig ist es aber schwierig, suizidal Gef├Ąhrdete zu erreichen.
Nat├╝rlich ist es traurig, da├č sich ein Mensch in Eberswalde das Leben nimmt, weil er keinen Ausweg gesehen hat. Die Corona Situation hat seine Probleme sicher verst├Ąrkt, und wahrscheinlich h├Ątte er professionelle Gespr├Ąchspartner in seiner Muttersprache gebraucht.

Als B├╝rgerstiftung Barnim Uckermark versuchen wir mit unseren Angeboten, Einsamkeit zu begegnen und Netzwerke f├╝r Gefl├╝chtete zu stricken und treten gegen rassistische Ressentiments ein. Wir sind mit gefl├╝chteten / zugewanderten Menschen solidarisch und erm├Âglichen der Gesellschaft, solidarisch zu sein.

Marieta B├Âttger, Vorsitzende der B├╝rgerstiftung Barnim Uckermark
(21. M├Ąrz 2021)


Die Kundgebungen unter dem Motto ┬╗Wir sind alle Salah!┬ź, an denen die Vorsitzende der B├╝rgerstiftung nicht teilnimmt, beginnen am 21. M├Ąrz um 13 Uhr am Eberswalder Hauptbahnhof und um 15 Uhr in der Senftenberger Stra├če, dem Ort, wo Salah Tayyar am 11. M├Ąrz 2021 vom Balkon in der 6. Etage in den Tod sprang.





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