Kiezmagazin für das Brandenburgische Viertel
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In Kürze

Die Eberswalder Wohnungsgenossenschaft hat den Zusatz »Bau« längst aus ihrem Namen gestrichen. Aktuell widmet sie sich der Vernichtung von Wohnraum. Der Abriß des Wohngebäudes in der Brandenburger Allee 15 bis 21 hat begonnen. Auf dem (Ab)-Baustellenschild in schlecht gereimten Versen purer Hohn: »Eine Legende verläßt das Gelände. Good bye P2«
(P2 ist der Typ des Wohnhauses, besser bekannt als »Schwedter Typ«)

Livestream der aktuellen Stadtverordnetenversammlung.


Neuer Eigentümer für »Specht« und »Heidewald«:
Hoffnung im »Sozialen Brennpunkt«

maxe.Das Einkaufszentrum (EKZ) »Heidewald« hat einen neuen Eigentümer. Der MOZ-Reporter Sven Klamann berichtete in seinem Artikel vom 7. Oktober von einem »erschreckend hohen Leerstand«, den schon ein Blick auf die Hinweistafel vor dem EKZ zeige. Nun ist dieses Problem alles andere als neu. MAXE hatte den Leerstand im »Heidewald« bereits in seiner auf Papier gedruckten Nummer 4 vom Januar 2013 thematisiert.
Für den Käufer dürfte nicht zuletzt dieser »erschreckend hohe Leerstand« ein gutes Kaufargument gewesen sein, weil sich das beim Kaufpreis gewiß mindernd ausgewirkt hat.

Noch ist der Kaufvertrag nicht abgewickelt. Die Eintragung im Grundbuch dauert seine Zeit. Dennoch wird dem neuen Eigentümer bereits vorgeworfen, daß er »über seine Pläne schweigt«. Da greifbare Tatsachen fehlen, befaßt sich unsere tägliche Heimatzeitung mit der »überkochenden Gerüchteküche«. Zumal der neue »Heidewald«-Eigentümer Ende 2020 bereits die Specht-Ruine erworben hat. Verdächtig ist zudem, daß es keinen Internetauftritt gibt. In der heißen Suppe rührt auch kräftig der fraktionslose Stadtverordnete aus dem Kiez Carsten Zinn mit. »Ich vermute ganz stark«, so Zinn, »daß die Stadtverwaltung Eberswalde erneut einem sehr windigen, in der Sache sehr intransparenten Immobilienspekulanten aufgesessen ist. Es ist zu vermuten, daß die vermeintlichen großen Pläne der neuen Eigentümerschaft sehr schnell in einem Kartenhaus zusammenfallen.« Tatsachen, die seine Vermutungen irgendwie belegen könnten, bleibt der einstige Ortsvorsteher des Viertels leider schuldig.

Übrig bleibt ein Bauchgefühl, das sich lediglich auf den fremdländischen Namen des Investors und sein auf den ersten Blick undurchsichtiges Firmengeflecht stützt.

Wie die »Heimatzeitung« berichtet, wird an den Stammtischen im Kiez und auf den Bänken am Potsdamer Platz darüber spekuliert, ob der »Specht« zur Tagespflege umgebaut werden könnte oder gar zur Moschee. Für letztere Nutzung gibt es durchaus Bedarf. Die derzeit für muslimische Gottesdienste genutzte Turnhalle sei zu den Freitagsgebeten regelmäßig »hoffnungslos überfüllt«, berichtet die MOZ. Dem christlichen Gemeindezentrum an der Potsdamer Allee gelingt dies eher selten.

Tatsächlich ist Sahin Sanli, dem die beiden Gesellschaften gehören, die den Specht und den Heidewald erworben haben, türkischstämmig, allerdings als wohl gebürtiger Berliner längst in der bundesrepublikanischen Gesellschaft integriert. Dies bestätigt auch die Eberswalder Baudezernentin Anne Fellner. Der neue Eigentümer habe umgehend Kontakt mit der Stadtverwaltung aufgenommen. Er spreche perfekt Deutsch und sei sehr rührig. Er komme aus der Finanzwelt und wolle nun in das Immobiliengeschäft einsteigen. Er wolle etwas bewegen und sicherlich auch gut Geld verdienen. Ersteres, so das Anliegen der Dezernentin, soll so gut wie möglich zugunsten der Stadt und des Brandenburgischen Viertels gestaltet werden. Mit ihrer Planungshoheit habe die Stadt dafür durchaus auch die Möglichkeiten.

Der gelernte Bankkaufmann hatte 2019 gemeinsam mit seiner Cousine die LIRIK Real Estate GmbH gegründet. Dies sei die faktische Muttergesellschaft für die jeweiligen Projektgesellschaften, über die die konkreten Projekte abgewickelt werden. Das ist in der Immobilienbranche ein durchaus übliches Verfahren, weil so das Geschäftsrisiko, das mit jedem einzelnen Projekt verbunden ist, für die Trägergesellschaft minimiert wird. Daneben gibt es noch die 2018 gegründete BIF Finanzvermittlung und Immobilien Berlin UG, über die Sanli vermutlich die Finanzierungen für seine Projektgesellschaften organisiert. Für die Projekte in Eberswalde gründete Sahin Sanli die Projekt Specht Eberswalde GmbH und die Projekt HDW Eberswalde GmbH. Daneben fungiert Sahin Sanlie bei weiteren 5 Gesellschaften als Geschäftsführer: der Golf Resort Schloßgut Sickendorf GmbH, der PROJEKT Bockmühle 18 GmbH, der PROJEKT Generaldepot Carl-Reichstein GmbH Berlin, der PROJEKT Markt 2 Rügen GmbH und der HS 78 Beteiligungsgesellschaft mbH. Beim Schloßgut Sickendorf handelt es sich um eine laut Nutzern etwas heruntergekommene Golfanlage in Hessen, die 2019/2020 übernommen wurde. Beim Projekt Bockmühle 18 ging es vermutlich um ein altes Hotel in Wuppertal, bei dem allerdings die Stadt Wuppertal ihr Vorkaufsrecht ausgeübt hat, um dort eine Gesamtschule zu errichten. Die Projekt Generaldepot Carl-Reichstein GmbH dürfte in Brandenburg an der Havel agieren. Zu den beiden anderen Gesellschaften konnten keine weiteren Informationen ermittelt werden.

Sicherlich ist es eine anspruchsvolle Aufgabe, bei einem so breitgefächerten Firmengeflecht jedes einzelne Projekt zum Erfolg zu bringen. Inwieweit die Erwartungen der einen oder die Befürchtungen der anderen erfüllt werden, kann man indes nur abwarten. Licht ins Dunkel kann nur der Investor selbst bringen, was er allerdings auch zugesagt hat.

(17. Oktober 2021 – dieser Beitrag erschien zuerst in der »Barnimer Bürgerpost« Nr. 315 vom 13. Oktober 2021)

Siehe auch:
Lebendiges Einkaufszentrum »Heidewald«




Kultureller Bonus im Kiez

13. »Helle Stunde mit Kultur« am 13. Oktober

Es gibt noch im alten Jahr eine Bonus Ausgabe der »Hellen Stunde mit Kultur«! Zur 13. Ausgabe der Veranstaltungsreihe kommt am kommenden Mittwoch, dem 13. Oktober, das Duo Heike Matzer & Steeds Stoermann auf den Wochenmarkt ins Brandenburgische Viertel von Eberswalde.

Das Duo aus dem Oderbruch hat einen riesigen Fundus von Liedern und Geschichten im Gepäck. Neben eigenen Titeln finden auch eigenwillig ins Deutsche übersetzte Songs von Bob Dylan oder Van Morrison ihren Platz im Programm. In jüngerer Zeit hinzugekommen sind auch Lieder von Gerhard Gundermann, Silly oder Rio Reiser.

Skurrile und liebevolle Geschichten für Wochenmarktbesucher und solche, die es werden wollen. Los geht es um 11 Uhr. Die Bonus Ausgabe wird ermöglicht durch die besondere Unterstützung der WHG Wohnungsbau- und Hausverwaltungs-GmbH Eberswalde.

Udo Muszynski – 10. Oktober 2021

Siehe auch:
»Das Dutzend ist voll«
»Straßenzauberei«
»Monalisen und Platten«
»Erdapfel – Messer – Wasser - Salz«
»Salto über eine Bank«
»Helle Stunde mit Kultur«


Udo Muszynski · Konzerte + Veranstaltungen · Prignitzer Straße 48 · 16227 Eberswalde
Tel: 0177 3076684 · eMail: · internet: www.mescal.de




Die ex- und internen Quartiersmanagerinnen Julia Hantke, Katharina Zielke und Julia Klemm (v.l.n.r.). Bufdi Kassandra Giese und Honorarkraft Bernd Pfeifer.

Das Quartiersmanagement im Brandenburgischen Viertel:
Ein starkes Team

maxe. Aktuell wird das Quartier »Brandenburgisches Viertel« von fünf hauptamtlich angestellten Menschen in Voll- oder Teilzeit gemanagt. Darüber informierte die städtische Quartiersmanagerin Katharina Zielke am 6. Oktober im städtischen Ausschuß für Kultur, Soziales und Integration (AKSI). Neben ihr gehören Julia Klemm und Julia Hantke vom externen Quartiersmanagement der S.T.E.R.N. GmbH aus Berlin, sowie die Bundesfreiwilligendienstlerin Kassandra Giese und die Honorarkraft Bernd Pfeifer zum Team des Quartiersmanagements (QM).

Katharina Zielke ist täglich für Beratungen vor Ort ansprechbar und für Bildungsfragen (AG Bildung, Projektausrichtungen) verantwortlich. Sie ist auch Ansprechpartnerin für soziale Fragen und für das Anschieben, Weiterführen sowie die Begleitung von Projekten und Maßnahmen zuständig. Dabei wird sie von den beiden Julias vom externen QM unterstützt, die an zwei Tagen zur Beratung vor Ort sind (dienstags und donnerstags oder nach Vereinbarung) und für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig sind. Sie informieren zudem über bauliche und stadtplanerische Entwicklungen im Viertel. Die gemeinsamen Leitaufgaben von in- und externem QM bestehen in der Aktivierung der Bewohnerschaft, der Vernetzung und Koordination von Initiativen, der Stärkung bzw. Entwicklung von alten und neuen Nachbarschaften sowie der Verbesserung des Images des Viertels.

Kassandra Giese unterstützt das QM-Team bis Ende Februar 2022 als sogenannte Bufdi, wie der Bundesfreiwilligendienst – seit Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht, ein freiwilliger Ersatz für die früheren Zivildienstleistenden (Zivis) – per deutschem Aküfi (Abkürzungsfimmel) bezeichnet wird. Bernd Pfeifer ist als Honorarkraft verantwortlich für die Raumvermietung im Bürgerzentrum. Außerdem hilft er dem QM bei Festlichkeiten und Aktionen.

Ein zentrales Element der Öffentlichkeitsarbeit des QM ist die Internetseite www.meinbrandenburgischesviertel.de. Daneben werden auch wie bisher Plakate, Aushänge, Online-Sprechstunden und die diversen Netzwerke, die im Sprecherrat »Soziale Stadt« zusammenlaufen, zur Kommunikation genutzt.

Aus dem Aktionsfonds (Projekte bis 250 Euro) wurden 2021 insgesamt 10 Anträge zu Projekten für die Schulferien, im Lockdown und vieles mehr genehmigt. Bisher wurden 2.350 Euro beantragt. Im Aktionsfonds enthalten sind für 2021 insgesamt 2.500 Euro. Fondsprojekte, die eine umfangreichere Förderung möglich machen, müssen vom Sprecherrat befürwortet werden. Bisher gingen im aktuellen Jahr zehn Projektanträge ein, hauptsächlich im Bereich Bildung und Kultur. Davon wurden bisher acht genehmigt. Zwei weitere sind in Planung. Insgesamt wurden 2021 bisher für Fondsprojekte 27.880 Euro beantragt. Hinzu kommen weitere Förderungen aus anderen Quellen. Hier wurden mit »Café Vielfalt«, »Veranstaltungen im Stadtteil« und »Imageverbesserung (ÖA)« drei Anträge im Umfang von 14.978,07 Euro umgesetzt.

Über zwei Projekte berichtete Katharina Zielke ausführlicher. Die Auftaktveranstaltung zum Projekt »Prävention im Viertel« erfolgte am 16. März 2021 gemeinsam mit der Polizei und den zuständigen Ämtern der Stadt. Im Mai gab es eine Bewohnerumfrage, der ein Rundgang mi tallen Eingeladenen der ersten Veranstaltung folgte. Schließlich waren für den 7. Oktober zwei Rundgänge mit Bewohnerinnen und Bewohnern des Viertels geplant. Ob dies offensiv beworben wurde, ist zumindest der MAXE-Redaktion nicht bekannt.

Ein zweites Projekt betrifft den »Barnim Park«. Dort soll der sogenannte »Jugendplatz« attraktiver gestaltet werden. Dazu gab es gemeinsame Besichtigungen und Absprachen des QM mit den entsprechenden Ämtern und eine erste Beteiligungsveranstaltung. Nach der Rücksprache mit den städtischen Ämtern wurde eine zweite Beteiligungsveranstaltung durchgeführt. Derzeit werden die Beteiligungen ausgewertet und es erfolgt eine Planung der Neugestaltung.

(7. Oktober 2021)

Siehe auch: »Informationen aus dem Kiez«




Immer noch oder schon wieder? Ein paar Schritte weiter an der Frankfurter Allee. Altkleider zu Müll (2)

»Eigentlich sollen Altkleidercontainer dazu dienen...« – ja wozu eigentlich?

Am 14. September înformierte MAXE darüber, daß es bereits mindestens zwei Wochen her sei – geschehen also Ende August – »daß der Altkleidercontainer in der Schorfheidestraße wieder einmal leer geräumt und die Textilien auf dem Gehweg verteilt wurden.«

Der fraktionslose Stadtverordnete aus dem Kiez Carsten Zinn hatte zur Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Wohnen und Umwelt am 7. September die Stadtverwaltung auf das Problem aufmerksam gemacht und gleichzeitig gebeten, eine langfristige und umweltfreundliche Lösung für die Altkleiderentsorgung in der ganzen Stadt zu finden.

Die Intervention des Stadtverordneten hat offensichtlich nicht viel gebracht. Das nebenstehende Foto ist vom 4. Oktober. Am verwahrlosten Zustand hat sich nichts geändert. Und nichts deutet darauf hin, daß es zwischenzeitlich mal anders war.

Scheinbar beherrscht hier kollektive Verantwortungslosigkeit das Bild. Das städtische Ordnungsamt verweist - sicher nicht zu unrecht - auf die Verantwortung des Containeraufstellers. Der aber scheint nicht greifbar zu sein. Und so bleiben die Alttextilien auf Gehweg und Straße liegen und niemand ändert etwas daran.

Aber üben wir uns in Geduld. Den nächsten Subbotnik im Rahmen von »Sauberswalde« gibt es ja schon im nächsten Frühjahr...

Ronald Schild – 4. Oktober 2021
(geändert am 5. Oktober 2021)

Siehe auch: »Altkleider zu Müll«




The Curtis Tembeck Outlaw Party (Blues & Country) gastiert am Mittwoch, dem 29. September auf dem Potsdamer Platz. Die zwölfte »Helle Stunde mit Kultur« wird zunächst auch die letzte sein. Für das nächste Jahr sind jedoch bereits neue und für einen längeren Zeitraum angelegte Veranstaltungen in der Planung.

Helle Stunde mit Kultur auf dem Potsdamer Platz:
Das Dutzend ist voll

Ich hoffe, wir sehen uns bei der Hellen Stunde am Mittwoch (29.9.), beim Gespräch mit Ute und Werner Mahler am Donnerstag (30.9.) auf dem Hof der Galerie Fenster oder auch am Sonnabend zum Konzert mit Miaulina bei Guten-Morgen-Eberswalde.

Bei der »Hellen Stunde mit Kultur« wird tatsächlich schon das Dutzend vollgemacht. Die zwölfte Ausgabe am bevorstehenden Mittwoch, dem 29. September 2021 auf dem Wochenmarkt im Brandenburgischen Viertel von Eberswalde markiert aber zugleich einen vorläufigen Abschluß der kulturellen Interventionen an Ort und Stelle.

Der dreimonatige Versuch ist jedoch insgesamt eine große Ermutigung für Veranstalter und Unterstützerschar, so dass jetzt schon an einer Fortsetzung für das Jahr 2022 gearbeitet wird, dann womöglich auch über einen deutlich längeren Zeitraum.

Am letzten Mittwoch im September halten nun Curtis Tembeck und Tony Keko, als The Curtis Tembeck Outlaw Party, handgemachten Blues und Country bereit.

Der New Yorker Singer & Songwriter Curtis Tembeck, der seit einigen Jahren in Berlin zu Hause ist, spielt selbst Banjo, Dobro und Blues Harp. Gute Musik für Wochenmarktbesucher und solche, die es werden wollen. Los geht es um 11 Uhr.

Die Ausstellung »Monalisen der Vorstädte« von Ute Mahler und Werner Mahler biegt nun langsam aber sicher auf die Zielgerade ein, denn die ikonischenFotografien sind nur noch bis zum 7. Oktober 2021 bei uns in der Galerie Fenster in der Prignitzer Straße 50 im Brandenburgischen Viertel zu sehen. Umso schöner ist es, daß ich das Künstlerpaar am Donnerstag, dem 30. September, zum Gespräch in Eberswalde begrüßen darf.

Ute Mahler und Werner Mahler (geb. 1949 und 1950), gelten als Schlüsselfiguren der Fotografie in der DDR. Sie haben nach der Wende die renommierte Fotografenagentur OSTKREUZ mitbegründet. Nachdem beide jahrzehntelang unabhängig voneinander erfolgreiche Karrieren verfolgt haben, legten sie 2011 mit der schwarz-weißen Portraitserie "Monalisen der Vorstädte", die sie von 2009 bis 2011 in den europäischen Städten Florenz, Berlin, Liverpool, Minsk und Reykjavik realisiert haben, eine erste gemeinsame Arbeit vor.

Die Veranstaltung findet Open Air auf dem Hof der Galerie statt und beginnt um 19 Uhr. Also am Besten nicht gar zu luftig bekleiden, auch wenn wir einige Decken da haben werden und womöglich auch die Feuerstelle bedienen.

Für all jene, die nicht in der Nähe sind, bietet sich dennoch die Chance, dabei zu sein, denn wir werden das Gespräch parallel live streamen und über WERFT TV zur Ausstrahlung bringen. Für die nunmehr 23. Ausgabe von STUDIO HALBELF ist bereits eine Veranstaltung auf dem Mescal Youtube Kanal angelegt.

Und natürlich besteht zwischen 17 und 21 Uhr auch diesmal die Möglichkeit, die Monalisen in der Galerie in direkten Augenschein zu nehmen.

Udo Muszynski – 27. September 2021

Siehe auch:
»Straßenzauberei«
»Monalisen und Platten«




Im vorliegenden Luftbild, das das Brandenburgische Viertel im Blick von Ost nach West darstellt, steht der fünfte Wohnblock des Cottbuser Quartiers noch. Deutlich erkennbar ist der dichte Baumbestand im westlichen Teil des Wohnhofes (in der Mitte links).

Innenhof Cottbuser Quartier:
»Wald bleibt erhalten«

Genossenschaft: Ängste von AWO-Mietern sind unbegründet

maxe. Im »Cottbuser Quartier« der Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 e.G. wird fleißig gebaut. Von den fünf Wohnblocks der Genossenschaft wurde einer abgerissen. Die vier übrigen sind leergezogen und werden von Grund auf saniert und modernisiert.

Südlich wird das Karee zwischen Cottbuser und Spreewaldstraße von der Frankfurter Allee begrenzt. Die dortigen Wohnungen gehören nicht der Genossenschaft sondern der AWO Eberswalde und sind bereits nach der Übernahme durch die AWO in den 90er Jahren modernisiert. Die AWO-Mieter erleben also die Modernisierungsarbeiten der Genossenschaft quasi hautnah mit und müssen auch den damit verbundenen Staub und vor allem Lärm ertragen.

Neben den Staub- und Lärmbelästigungen, die von den AWO-Mietern mehr oder weniger als notwendig hingenommen werden, wurden jüngst neue Ängste geschürt. Hintergrund sind Simulationsbilder, mit denen die Genossenschaft das künftige Aussehen der sanierten Wohnblöcke darstellen wollte. Während aktuell der westliche Innenhof durch einen von Kiefern dominierten Wald dominiert wird, ist davon auf den Simulationen nichts zu sehen. Einige AWO-Mieter fürchten nun, daß im Zuge einer Neugestaltung des Innenhofs auch in großem Maßstab Bäume gefällt werden.

Der fraktionslose Stadtverordnete Carsten Zinn, selber Mieter bei der AWO, wandte sich deshalb an die Baumexpertin Christin Zierach in der Stadtverwaltung Eberswalde und erbat offizielle Informationen und wies auf die Notwendigkeit hin, daß im Falle von »scheinbar bevorstehenden Baumfällaktionen in Größenordnungen« die betroffenen Mieterinnen und Mieter rechtzeitig »zu diesem Erneuerungsprozeß« informiert und verantwortungsbewußt rechtzeitig mitgenommen werden.

Eine Antwort aus der Stadtverwaltung liegt der MAXE-Redaktion noch nicht vor. Auf die MAXE-Nachfrage bei der Genossenschaft antwortete Chefkundenbetreuer Marko Reinhardt: »Bei der Planung des Innenhofes war von Beginn an klar, daß der Wald im Innenhof erhalten wird. Dies ist auch mit der AWO von Beginn an so besprochen.«

(24. September 2021)

Siehe auch:
Baustart mit »Sprechblasen« und »Maskottchen«




Bereits im Frühjahr ist die geplante Trasse für die Höchstspannungsfreileitung auch am Brandenburgischen Viertel frei geschlagen worden. Die 380-kV-Freileitung soll nur etwa 80 Metern Entfernung zur Wohnbebauung haben.

380-kV-Höchstspannungsfreileitung (Uckermarkleitung):
50Hertz schafft Tatsachen

Bundesverwaltungsgericht entscheidet im II. Quartal 2022

»Im Bereich Eberswalder Straße und Kopernikusring in Eberswalde«, heißt es in einer aktuellen Information des Netzbetreibers 50Hertz Transmission GmbH, »beginnen in der Woche vom 20. bis 26. September 2021 bauvorbereitende Maßnahmen für die neue Uckermarkleitung«.

Eine abschließende und rechtlich gültige Planfeststellung liegt dafür nicht vor. Gegen den Planfeststellungsbeschluß von 2020 läuft derzeit noch eine Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Das hatte allerdings die aufschiebende Wirkung der Klage lediglich »für den Bereich zwischen dem Mast 1 (Umspannwerk Bertikow) und Mast 217 (Höhe Ortschaft Golzow) angeordnet« (Beschluß des 4. Senats BVerwG vom 15.06.2021).

Darauf hatte 50Hertz zuvor schon freiwillig verzichtet, allerdings im Südabschnitt schon seit Ende des vergangenen Jahres begonnen, Bäume zu fällen und Masten zu errichten. Es sei Sache der 50Hertz GmbH »zu entscheiden, ob sie bereits Investitionen vornimmt, obwohl sie nicht über einen bestandskräftigen Planfeststellungsbeschluß verfügt«, so das Gericht damals (BverwG, 12.11.2020). Die Bürgerinitiative bezeichnete das, was 50Hertz da betreibt, als »Hazardpoker«.

Nun mach also 50Hertz mit ihrem »Hazardpoker« im Bereich der Stadt Eberswalde weiter. Zwischen Eberswalder Straße und Kopernikus weicht die Trasse der geplanten 380-kV-Freileitung gegenüber der bestehenden 220-kV-Leitung nach Osten aus. Nach Fertigstellung der neuen Leitung soll der Mast der Bestandsleitung abgebaut werden.

Konkret geht es um den Abriß von Garagen. »Zwei Garagenreihen (die Reihen 4 und 5) machen Platz für den neuen Mast 246«, heißt es in der Mitteilung von 50Hertz. »Die Arbeiten werden voraussichtlich bis 8. Oktober abgeschlossen sein.. Der Aufbau des Mastes soll im Februar des nächsten Jahres beginnen. Zunächst wird ein Fundament erstellt, dann ab März der Mast montiert. Die Montage der Leiterseile kann dann in den Sommermonaten beginnen.«

Was 50Hertz verschweigt, ist die Tatsache, daß erst im II. Quartal 2022 über die Klage gegen den Planfeststellungsbeschluß zur 380-kV-Freileitung entschieden werden soll. Der Netzbetreiber tut also so, als hätte er vor dem Gericht bereits gewonnen. Frechheit siegt. Das kann aktuell im Zusammenhang mit dem Bau der Tesla-»Gigafactory« von Elon Musk bei Erkner beobachtet werden.

Seitens der Eberswalder Stadtverwaltung – und auch seitens der Stadtverordnetenversammlung – kann bezüglich der 380-kV-Freileitung keinerlei Widerstand mehr erwartet werden. Die Baudezernentin Anne Fellner, die inzwischen von den Stadtverordneten zur Beigeordneten befördert wurde, hat schon Anfang des Jahres darüber informiert, daß die Stadtverwaltung die von 50Hertz offerierten als »Beschleunigungszuschläge« umschriebenen und damit als legal eingeordneten Bestechungsgelder offiziell angenommen hat.

Gerd Markmann – 22. September 2021

Siehe auch:
»Die PARTEI fordert: Licht für alle – und das kostenlos!«
»Beschleunigungszuschläge«
»Eine breite Schneise im Wald...«
Bürgerinitiative »Biosphäre unter Strom – keine Freileitung durchs Reservat!«
Barnimer Bürgerpost: »So banal wie die Realität«




Altkleider zu Müll. Hier im September 2021 in der Schorfheidestraße. Altkleider zu Müll

maxe. Eigentlich sollen die Altkleidercontainer dazu dienen, Textilien, die ihren Besitzern nicht mehr passen oder nicht mehr gefallen, anderen Menschen für eine weitere Nutzung zugänglich zu machen. Eigentlich eine gute Idee, die Ressourcen schont und möglicherweise Bedürftigen, die sich das sonst nicht leisten können, zu schicken Klamotten verhelfen kann. Sehr oft sieht man jedoch, daß Container aufgebrochen oder gar umgestoßen wurden und die gebrauchten Kleidungsstücke in Müll verwandelt werden.

Schon mindestens zwei Wochen ist es her, daß der Altkleidercontainer in der Schorfheidestraße wieder einmal leer geräumt und die Textilien auf dem Gehweg verteilt wurden. Das passiere regelmäßig und das Ordnungsamt reagiere leider auch nicht, schilderte der Anwohner Olaf M. kürzlich dem partei- und fraktionslosen Kiez-Stadtverordneten Carsten Zinn. Der »Dauerzustand« tue dem Brandenburgischen Viertel bestimmt nicht so gut, meint der Bürger und fragt, wie das Problem mit dem Altkleidercontainer auf Dauer gelöst werden könne.

»Das Problem ist seit längerem auf dem informellen Radarschirm des städtischen Ordnungsamtes und des städtischen Bauhofes«, erklärt Carsten Zinn. »Selbst kann ich mich fast täglich von diesem unbefriedigenden Zustand persönlich überzeugen. Wobei dieser spezielle Standort in der Schorfheidestraße im Brandenburgischen Viertel schon fast negativen 'Kultstatus' genießt.«

Der Stadtverordnete habe zur Sitzung des städtischen Ausschusses für Stadtentwicklung, Wohnen und Umwelt (ASWU) am 7. September in der Einwohnerfragestunde »erneut zum insgesamten Sachverhalt interveniert, hinterfragt und gleichzeitig gebeten, eine konstruktiv langfristige und umweltfreundliche Lösung zur Altkleiderentsorgung für das gesamte Stadtgebiet einschließlich dem Brandenburgischen Viertel zu finden.«

Es könne »einfach nicht sein«, so Zinn, »daß die Betreiber der Altkleider-Container, die zumeist tief in den 'verbrauchten Bundesländern' beheimatet sind, Subunternehmen in der erweiterten Region mit der Leerung der Altkleider- Container betrauen und diese dann für sich entscheiden, welche Sortimente Sie mitnehmen oder gleich an Ort und Stelle neben den Altkleider-Container öffentlichkeitswirksam liegen lassen, in der Hoffnung und Gewißheit, daß die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des städtischen Bauhof in altbewährter Weise den Rest entsorgen und damit als Müllsklaven agieren.«

Ordnungsamt und Bauhof würden auf diese Weise in »Sippenhaft« genommen, obwohl sie weder im allgemeinen, noch im besonderen für die Altkleider in den Containern verantwortlich seien. Als Eigentümer der Altkleider sind vielmehr die Betreiber der Container für die ordnungsgemäße Entsorgung und für die Ordnung und Sauberkeit am Containerstellplatz zuständig.

»Ich bleibe in der Sache altbewährt am Ball«, versichert der Stadtverordnete in seiner typisch umständlich-bildhaften Sprache, um »zumindest in der 'Nachspielzeit' doch noch das entscheidende Tor zu schießen«.

(18. September 2021)




Monalisen der Vorstadt

Ausstellungen im Kiez:
Monalisen und Platten

maxe. Die neugestaltete Ausstellung Die Platte neu auflegen zur Entwicklung des Brandenburgischen Viertels in der Potsdamer Allee 61 kann an jedem Montag zwischen 10 und 12 Uhr sowie am letzten Sonntag im Monat zwischen 15 und 17 Uhr besucht werden.

Noch bis zum 7. Oktober sind in der Galerie Fenster (Kyritzer Straße 50) die "Monalisen der Vorstädte" von Ute Mahler und Werner Mahler immer donnerstags von 17 bis 21 Uhr sowie auf Anfrage zu sehen.

(14. September 2021)




Strahlende Gesichter unter Schutzhelmen.

Minister-Event im »Aktionsraum Cottbus«:
Baustart mit »Sprechblasen« und »Maskottchen«

Mit Kommentaren des Stadtverordneten Carsten Zinn

maxe. »Unter Ausschluß der breiten Öffentlichkeit – einschließlich der Stadtverordneten, die im Kiez wohnen – gab es am 22. Juli einen ministeriellen 'Betriebsausflug' in den sozialen Brennpunkt der Stadt Eberswalde.« Dies teilte der fraktionslose Stadtverordnete aus dem Kiez Carsten Zinn mit.

Dabei bezog er sich auf eine Information der Eberswalder Stadtverwaltung auf der städtischen Internetseite. In der Rubrik »Aktuelles« wird dort über den »Baustart für den großen 'Aktionsraum Cottbus' im Brandenburgischen Viertel« am 22. Juli berichtet, zu dem Brandenburgs Minister für Infrastruktur und Landesplanung Guido Beermann und der neue Leiter für Stadtentwicklung im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung Stefan Bruch nach Eberswalde kamen.

»Zumindest durfte«, so Zinn weiter, »das ehrenamtliche kommunale 'Maskottchen' der Baudezernentin und designierten Ersten Beigeordneten der Stadt Eberswalde an diesen handverlesenen ministeriellen und WG 1893 Eberswalde eG Akt, einschließlich Show und Entertainment teilnehmen. Dafür läßt sich das 'Maskottchen' in seinen und anderen sozialen Netzwerken feiern.« Der fraktionslose Stadtverordnete aus dem Kiez hat einen entsprechenden Link mitgeschickt, so daß man auch erfahren kann, wen er mit der wenig schmeichelhaften Bezeichnung »Maskottchen der Baudezernentin« tituliert. Über den Link gelangt man auf die Bürgermeisterwahlkampfseite von Götz Herrmann, Stadtverordneter der Fraktion SPD|BFE und Vorsitzender des Hauptausschusses der Stadt Eberswalde. Sehr wahrscheinlich wurde er in dieser Funktion eingeladen, weil der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Martin Hoeck (FDP), der zugleich dem Aufsichtsrat der Genossenschaft angehört, verhindert war.

Der von Zinn kritisierte »Ausschluß der breiten Öffentlichkeit« wird von den Veranstaltern sehr wahrscheinlich mit nötigen Pandemie-Vorkehrungen begründet werden. Das Event in der Havellandstraße vor einem Jahr war noch durch Proteste gegen den Abriß des Wohnhauses in der Brandenburger Allee 15-21 »gestört« worden (siehe: »Der Brausediebstahl«). Damals war der Minister in das Viertel gekommen, um die Kooperationsvereinbarung zwischen dem Land Brandenburg, der Stadt Eberswalde und der Wohnungsgenossenschaft 1893 Eberswalde eG zu unterzeichnen. Wie schon vor einem Jahr, wurde auch für das aktuelle Event die Fläche eines bereits vor mehreren Jahren abgerissenen Wohnblockes genutzt.

Bei einer Gesamtinvestition von 57 Millionen Euro, steuert das Land Brandenburg 52 Millionen Euro Wohnraumfördermittel als zinslose oder zinsbegünstigte Darlehen bei. »Bis 2024 werden dadurch 33 barrierefreie Aufgänge mit ca. 340 barrierefreien Wohnungen, davon mindestens 284 Sozialwohnungen, geschaffen«, heißt es in der Mitteilung der Stadtverwaltung.
Zusätzlich stehen 8 Millionen Euro aus Programmen der Städtebauförderung für Maßnahmen der Stadt Eberswalde bis Ende 2024 zur Verfügung.

Die meisten Aussagen der städtischen Pressemitteilung sind für Carsten Zinn »erneut Sprechblasen vom feinsten, die mit den täglichen Realitäten im Brandenburgischen Viertel wenig zu tun haben«. Konkret benennt er hier die Aussage der Baudezernentin Anne Fellner über die sich ergebenden einmalige Chancen für das Viertel: »Zum Beispiel der Gewinn neuer Bewohnerinnen und Bewohner, die soziale Entwicklung des Wohnraums sowie die Stärkung eines solidarischen Miteinanders, vor allem durch das Quartiersmanagement als zentralem Akteur der Vernetzung und Aktivierung«. Auch Fellners Verweis »auf weitere Maßnahmen der Stadt, wie den kürzlich abgeschlossenen Ausbau der Frankfurter Allee, die Planungen zum Neubau des Horts an der Kyritzer Straße 17 und die neuen Perspektiven für 'den Specht'« werden von dem Stadtverordneten unter dem Begriff »Sprechblasen vom feinsten« subsummiert. In Sachen »Specht« spielt er darauf an, daß die Identität des Käufers, der Ende 2020 die »Specht«-Immobilie erworben hatte, trotz seiner permanenten Nachfragen in der Öffentlichkeit noch immer nicht bekannt ist.

»Auch für das Vesper war dank eines renommierten Eberswalder Gastro-Unternehmens für den Ministeriellen Troß am Nachmittag des 22. Juli gesorgt«, schließt Carsten Zinn seinen Bericht. Er hoffe, »daß auch das Bier von hier für den Präsidenten des FV Preußen Eberswalde e.V. angemessen zur Verfügung stand«. Nach dem Genossenschafts-Event zog der Minister nämlich weiter zum Kranbaustadion, um dem Vereinsvorsitzenden Danko Jur (CDU) des einst mit dem gegenüberliegenden Betrieb verbundenen Fußballvereins (damals Motor Eberswalde) 5.000 Euro Lottomittel für die Planung der Erweiterung des Vereinshauses zu übergeben.

(28. Juli 2021)

Siehe auch:
»Der Brausediebstahl«
»Initiative: Denkmalschutz für einen Plattenbau!«
»Abriß abgesegnet«
»Denkmalschutz für Abrißblock«
»Unser Viertel wird weiter zerstört!«
»Großprojekt BRAND.VIER«
»Aktionen gegen Wohnungsabriß und Mietsteigerung«
»Unglaublich! – Wohnungsgenossenschaft auf neuen (Miet)Höhen«




Das Brandenburgische Viertel wird allenthalben als "sozialer Brennpunkt" in Eberswalde bezeichnet. Tatsächlich haben die vor gut 30 Jahren veränderten gesellschaftlichen Verhältnisse und der damit einhergehenden sozialen Differenzierung große Teile des Viertels immer mehr in eine Wohnstatt für den ärmeren Teil der Eberswalder Bevölkerung verwandelt. Daß die Verbreitung des Coronavirus und vor allem auch die dekretierten - oftmals unzulänglichen und andererseits zum Teil fehlgehenden - Maßnahmen zur Eindämmung dieser Verbreitung vor allem die Ärmeren trifft, zeigt sich nicht zuletzt in den Mängeln, welche mit der Initiative des Kontakt e.V. nun bekämpft werden sollen. Wie die meisten der vor allem ehrenamtlich gestützten Hilfen können damit leider nur die schlimmsten Versäumnisse ein wenig nachgeholt werden. Hausaufgabenhilfe bei »Kontakt«

Mit 7.000 Euro aus dem Projektfonds »Soziale Stadt« wird die »Selbsthilfewerkstatt für Familien des Kontakt e.V. gefördert. Der Verein bietet nun insbesondere Familien mit Fluchterfahrung Unterstützung bei den Hausaufgaben an.

Durch die entstandenen Schwierigkeiten in der Pandemie und die unregelmäßigen Präsenzzeiten in der Schule haben einige Schülerinnen und Schüler sowie deren Familie steigende Schwierigkeiten, beim Schulstoff den Anschluß zu halten. Das gilt im besonderen für Flüchtlingsfamilien, bei denen zusätzlich noch das Erlernen der deutschen Sprache hinzukommt.

Die Eltern sind mit dem Abarbeiten der Schulaufgaben oftmals überfordert, folglich haben die Kinder keinen Lernerfolg. Sie zeigen schwache Leistungen in der Schule und es kommt zu Konflikten innerhalb der Familien. Fehlende technische Gerätschaften (PCs, Laptops) verschärfen die Hilflosigkeit bereits vorhandener schwacher Sprachkentnisse bei Kindern mit Migrationshintergrund.

Die Hausaufgabenhilfe findet beim Kontakt e.V. im genossenschaftlichen Vereinshaus in der Havellandstraße 15 sowie im Bürgerzentrum in der Schorfheidestraße 13 statt. Die vom Sprecherrat »Soziale Stadt« befürwortete Förderung ermöglicht nun die Anschaffung von Laptops samt Programmen (2.500 Euro) und Verbrauchsmaterialien (750 Euro) sowie die Finanzierung von Aufwandsentschädigungen, Übersetzungskosten und Honoraren (5.900 Euro). Neben den 7.000 Euro der »Sozialen Stadt« erhält der Verein 1.900 Euro über die Jugendförderung der Stadt Eberswalde. Den Differenzbetrag von 250 Euro trägt der Kontakt e.V. als Eigenanteil.

Das Projekt der Hausaufgabenhilfe ist bis zum Jahresende 2021 konzipiert. Die Laptops sollen danach insbesondere Frauen mit Migrationshintergrund zur Verfügung stehen und diese beim Erwerb von Medienkompetenzen unterstützen.

Neben diesem Projekt gibt es weitere Bemühungen, Nachhilfeunterricht im Kiez zu organisieren, der sich nicht nur auf die Kinder mit Migrationshintergrund konzentriert, die eine besondere Förderung auch hinsichtlich der sprachlichen Verständigung benötigen, für die sich der Kontakt e.V. einsetzt. Zudem steht beim Buckow e.V. auch das »Digitale LearningSpace« für alle Einwohner im Viertel zur Verfügung.

Ronald Schild – 13. Juli 2021

Siehe auch:
»Bildungsnotstand für Schulbeginner«
»Digitaler LearningSpace«


Kontakt Eberswalde e.V.
Adresse: Vereinshaus, Havellandstraße 15, 16227 Eberswalde
Tel: 03334 383070 · Fax: 03334 383010
eMail:




Der Verbindungsweg zwischen der Spreewaldstraße und der Cottbuser Straße stand nicht auf dem Programm des Runden Tischs Rad- und Gehwegsanierung. Dieses Teilstück wurde im März des Jahres außer der Reihe instandgesetzt. Das war aus Gründen der Verkehrssicherung notwendig geworden.

Im Frühjahr gab es wieder zahlreiche Baumpflanzungen im Brandenburgischen Viertel. Wie Tiefbauamtsleiterin Heike Köhler der MAXE-Redaktion mitteilte wurden in der Prignitzer Straße, Spreewaldstraße, Wittstocker Straße, Rheinsberger Straße, Schwedter Straße, Flämingstraße und Zum Schwärzesee insgesamt 45 Bäume gepflanzt.

Geh- und Radwegesanierung:
Rückstände gegenüber dem Plan

Im Kiez kann auf Fördermittel zurückgegriffen werden

maxe.Insgesamt 13 Maßnahmen mit geschätzten Kosten von knapp 400.000 Euro, die vom Runden Tisch Geh- und Radwegsanierung im Oktober 2019 für die abgestimmt waren, sind als nicht erledigt in das Jahr 2021 übernommen worden. Weitere 17 Maßnahmen sind für die Jahre 2021 bis 2023 vorgeschlagen mit einem geschätzten Wertumfang von 730.000 Euro. Die entsprechenden Listen wurden jetzt auf Drängen des fraktionslosen Stadtverordneten Carsten Zinn den Stadtverordneten übersandt.

Lediglich zwei der aufgelisteten Maßnahmen tangieren das Brandenburgische Viertel. So soll der Weg an der Prignitzer Straße zwischen Am Schwärzesee und Ringstraße sowie der Weg auf der westlichen Seite der Spechthausener Straße nördlich des ehemaligen Bahnübergangs saniert werden.

Davon abgesehen sind im Brandenburgischen Viertel selbst vom Runden Tisch Geh- und Radwegsanierung keine Instandsetzungen von Wegen vorgesehen. Das hat weniger mit dem guten Zustand der Wege im Kiez als vielmehr damit, daß hier im Rahmen des Wegenetzkonzeptes für den Bau und die Sanierung von Wegen auf Städtebaufördermittel zurückgegriffen werden kann, während die vom Runden Tisch gelisteten Sanierungen vollständig aus dem städtischen Haushalt finanziert werden, wie die 2020 erfolgte Sanierung des Gehwegs an der Prignitzer Straße zwischen Schwedter Straße und Potsdamer Allee.

Im Rahmen des Wegenetzkonzeptes sollen ab 2021/22 erste Maßnahmen im Bereich Schorfheidestraße realisiert werden (siehe auch: »Der Schorfheideplatz«).

Unbeschadet der genannten Planungen kommt es zuweilen auch vor, daß Gehwege außer der Reihe repariert werden. So geschehen im März des Jahres mit dem Verbindungsweg zwischen der Spreewaldstraße und der Cottbuser Straße (Foto). Dort hatte das Tiefbauamt im Rahmen der Straßenunterhaltung eine Bordsteinabsenkung in Auftrag gegeben. Aus Verkehrssicherheitsgründen wurde im Zusammenhang der Gehwegabschnitt mitrepariert. Finanziert wurde diese Maßnahme, so die Tiefbauamtsleiterin Heike Köhler, aus den für die allgemeine Straßenunterhaltung vorgesehenen Mitteln.

(2. Juli 2021)

Siehe auch:
»Der Schorfheideplatz«
»Gehwegsanierung im Kiez«




Das Band ist durchgeschnitten

Frankfurter Allee am 30. Juni übergeben

maxe. Noch ein paar Regieanweisungen der Baudezernentin Anne Fellner: Es ist besser, wenn die Bürger das Band durchschneiden als wenn immer nur die gleichen Verwaltungsgesichter zu sehen sind. Das Kind im Rollstuhl sollte noch etwas nach vorn. Und bitte Platz machen für die Frau mit dem Rollator... Dann war alles bereit und auf 3 wurde das Band durchgeschnitten.

Mehr als ein Jahr war die Frankfurter Allee gesperrt, damit die Fahrbahn grundhaft ausgebaut werden konnte. Gegenüber den ursprünglichen Plänen verzügerte sich die Fertigstellung um einen Monat. Zu diesen Verzögerungen hatte u.a. die mangelnde Verfügbarkeit der Asphaltiermaschine geführt. Wie Bürgermeister Friedhelm Boginski berichten konnte, wurde auch die Regenentwässerung erneuert. Das Regenwasser wird nun nicht mehr über das Drehnitzfließ in den Finowkanal abgeleitet, sondern versickert im Sand des Brandenburgischen Viertels, zum einen Teil unterirdisch, zum anderen Teil über das Regenwasserversickerungsbecken gegenüber dem Max-Reimann-Denkmal an der Ecke Frankfurter Allee/Spechthausener Straße.

Der Bürgermeister erinnerte an die Verkehrseinschränkungen - nicht zuletzt mußte der Obus zum Teil außen um das Viertel herumfahren - und wies auch darauf hin, daß der Bau sehr teuer war. Finanziert zum großen Teil aus Landes- und bundesfördermitteln. Boginski dankte den Mitarbeitern der ausführenden Bauunternehmen und den Bearbeitern in der Stadtverwaltung.

Neben einigen Einwohnern des Viertels, Mitarbeitern der Stadtverwaltung und der beteiligten Unternehmen, waren auch eine Reihe Stadtverordnete zur Übergabe erschienen. Darunter die im Viertel wohnenden Carsten Zinn (fraktionslos) und Mirko Wolfgramm (Die PARTEI Alternative für Umwelt und Natur). Auch dessen Fraktionskollege Oskar Dietterle hatte es sich nich tnehmen lassen, zur Übergabe zu kommen. Die SPD|BFE-Fraktion war mit Ringo Wrase, Götz Herrmann, Dr. Hans Mai und Eckhard Schubert. Die Fraktion FDP/Bürgerfraktion Barnim war mit Martin Hoeck und Frank Banaskiewicz vertreten.

(30. Juni 2021)

Siehe auch:
»Öffnung und Sperrung«
»Sperrung bis zum Mai 2021«
»Regenwasser bleibt im Kiez«
»Regenentwässerung angepaßt«
»Obus wieder auf der Außenrunde«
»Warum nicht zur Landschaft passend?«




Das neue Regenwasserversickerungsbecken an der Ecke Frankfurter Allee/Spechthausener Straße hat gegenüber der ursprünglichen Planung eine der Landschaft angepaßte Form gefunden. Allerdings bleibt es im wesentlichen ein »technisches Bauwerk«, das wegen der steilen Böschungen aus Sicherheitsgründen auch mit einem Zaun versehen wurde. Mit der erhofften naturnahen Gestaltung hat das leider nur sehr ansatzweise etwas zu tun. Klimaanpassung im Kiez

Ein Konzept zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes

Am 8. Juni berichtete die Stadtverwaltung im Ausschuß für Stadtentwicklung, Wohnen und Umwelt (ASWU) der Stadtverordnetenversammlung Eberswalde über das Thema »Klimaanpassung Brandenburgisches Viertel«.

Konkret ging es um die Umsetzung von Maßnahmen des Energie- und Klimaschutzkonzeptes der Stadt, die dort unter der Nummer HF07-04 »Wasser in der Stadt – Förderung einer wassersensiblen Stadtentwicklung« enthalten sind. Festgeschriebene Ziele sind die Rückhaltung und Versickerung des Niederschlagswassers sowie die Entkoppelung der Stadtentwässerung von der Vorflut, das ist für das Regenwasser aus dem Brandenburgischen Viertel bisher das Drehnitzfließ, das in Höhe der Schleuse Eisenspalterei in den Finowkanal mündet.

Durch die dezentrale Rückhaltung und Versickerung soll eine Reduzierung des oberirdischen Abflusses erreicht sowie die Regenwasserkanalisation, einschließlich des Regenrückhaltebeckens am Drehnitzfließ und der Vorfluter selbst entlastet werden. Bei Starkregen kam es verschiedentlich zum Überlaufen des Rückhaltebeckens und zu Überschwemmungen im Bereich des Drehnitzfließes (vgl. »Das allerletzte Thema«). Schließlich wird sich vom Zurückhalten des Regenwassers eine Kühlwirkung in der Stadt versprochen.

In den Jahren 2019/20 hat die Verwaltung zur Umsetzung der Maßnahmen des Energie- und Klimaschutzkonzeptes ein Konzept »Entsiegelungsmaßnahmen Brandenburgisches Viertel« erstellt. Im gesamten Gebiet stehen sandige Böden mit einer guten Wasserdurchlässigkeit an. Bis zu 4 Meter Tiefe gibt es kein Grund- oder Schichtenwasser. Als das damalige Max-Reimann-Viertel in den 70er und 80er Jahren erbaut wurde, sind sind die 25 Hektar an versiegelten Flächen, also die Gebäude sowie die Straßen und Wege, über ein Leitungssystem (DN 300 bis 1.200) in das Regenrückhaltebecken am Drehnitzfließ entwässert worden.

Die geplanten Entsiegelungsmaßnahmen betreffen mit 13,3 Hektar etwa die Hälfte der an die Entwässerung angeschlossenen Flächen. Für ungefähr 3,3 Hektar soll eine seitliche Versickerung in neu anzulegende Mulden oder unterirdische Rigolen erfolgen, wobei zugleich die Bordsteine (Hochborde) zurückgebaut werden. Auf 300 Meter der Lausitzer Straße ist dies bereits im Jahr 2018 realisiert worden (vgl. »Lausitzer Straße: Gehwege werden zurückgebaut«).

Auf 1,1 Hektar sollen die Versiegelungen vollständig abgebrochen werden. Neben einigen Straßenabschnitten in den stark vom Abriß heimgesuchten Teilen des Viertels betrifft dies vor allem die großzügigen Autoparkflächen in den Randbereichen, wie in der Gubener, der Prignitzer, der Flämingstraße sowie der Straße Zum Schwärzesee. daß inzwischen wieder mehr Menschen im Viertel wohnen und vor allem die Wohnungsgenossenschaft in ihren Innenhöfen das Parken nicht mehr gestattet, bleibt dabei bislang unberücksichtigt. Bereits jetzt sind beispielsweise die Parkflächen in der Lübbenauer Straße, die ebenfalls zurückgebaut werden sollen, vor allem in den Abendstunden zum großen Teil belegt.

Für 8,9 Hektar versiegelte Fläche sollen die Kanalabschnitte von der bestehenden Regenentwässerung getrennt werden. Statt dessen soll der Regen in drei neuen Versickerungsbecken geleitet werden. Neben dem bereits fertiggestellten Beckens an der Ecke Frankfurter Allee/Spechthausener Straße sind zwei weitere Regenversickerungsbecken zwischen der Uckermarkstraße und der Spechthausener Straße sowie an der Neuruppiner Straße entstehen. Ob diese Becken als schmucklose »technische Bauwerke« oder doch etwas naturnaher entstehen, wurde noch nicht kommuniziert.

Der Umbau der Entwässerung auf den 13,3 Hektar Flächen, wo das Regenwasser zukünftig an Ort und Stelle verbleibt, sind Kosten in Höhe von etwa 1,2 Millionen Euro eingeplant, die über das Programm Stadtumbau-Aufwertung und Folgeprogramme gefördert werden. Da jährlich zwischen 50.000 und 100.000 Euro im Haushaltsplan vorgesehen sind (Untersachkonto 09613.40033), kann von einem Realisierungszeitraum von gut zehn Jahren ausgegangen werden.

Aktuell in der Planung befindet sich das Versickerungsbecken in der Neuruppiner Straße, das im Jahr 2022 realisiert werden soll. Ab 2023 ist der Beginn von Maßnahmen im westlichen Bereich des Viertels geplant.

Anna Fröhlich – 10. Juni 2021

Siehe auch:
»Regenwasser bleibt im Kiez«
»Regenentwässerung angepaßt«
»Warum nicht zur Landschaft passend?«
»Das allerletzte Thema«
»Lausitzer Straße: Gehwege werden zurückgebaut«




Antirassismustag am 21. März 2021 in der Senftenberger Straße: Gedenken an Salah Tayyar, der sich am 11. März aus Angst vor der drohenden Abschiebung das Leben nahm.

Demo vor der Ausländerbehörde Eberswalde am 8. Juni, 12 Uhr:
Am Bürokratenarsch vorbei

maxe. Am 11. März nahm sich Salah Tayyar das Leben. Aus Angst vor der drohenden Abschiebung in sein Heimatland Tschad, aus dem er vor Gefängnis und Folter geflohen war, stürzte er sich vom Balkon seiner Wohnung in der Senftenberger Straße.

Der Barnimer Ausländerbehörde ging der Freitod eines ihrer Schützlinge am bürokratischen Arsch vorbei. Dieser Teil des Landratsamts funktioniert weiter wie bisher. Obi, ein Geflüchteter aus Nigeria, kam vor 22 Jahren in die BRD. Am 25. Mai wurde er nach Nigeria abgeschoben.

Aus diesem Anlaß ruft die Initiative »Barnim für alle« am Dienstag, den 8. Juni, von 12 bis 16 Uhr zu einer Demonstration vor der Ausländerbehörde in Eberswalde (Ecke Pfeilstraße/Goethestraße).

Aufruf der Initiative »Barnim für alle«:

Wir in der Gruppe »Barnim für alle« laden ein, am Dienstag, den 8 Juni ab 12 Uhr mit uns vor der Ausländerbehörde in Eberswalde zu demonstrieren. Wir kritisieren die Verstöße und die Ungerechtigkeiten, denen Asylsuchende im Landkreis Barnim und in ganz Brandenburg systematisch ausgesetzt sind.

Aufgrund des bewußten Drucks von Ausländerbehörden gab es in letzter Zeit mehrere Selbstmorde. Dieser Druck äußert sich unter anderem darin, daß Geflüchtete keine Lebensperspektiven haben, außer Abschiebung. Sie erhalten keine Beschäftigungsmöglichkeiten und bekommen keine Aufenthaltsberechtigung.

Noch mal haben wir eine Person verloren, diesmal aufgrund von Abschiebung. Nach 22 Jahren! Obi war ein Geflüchteter aus Nigeria, der vor 22 Jahren nach Deutschland kam, um Sicherheit und Schutz zu suchen. Nach 22 Jahren wurde Obi am 25.05.21 nach Nigeria abgeschoben, ohne Geld, ohne Wohnsitz, ohne Perspektive.

Wir als Gruppe ‚Barnim für Alle‘ erklären unsere völlige Ablehnung dieser Politik und wollen dafür kämpfen, daß sich die Gesetze verändern. Wir fordern das Recht auf Aufenthalt und Bewegung für jeden Menschen. Deshalb demonstrieren wir vor der Ausländerbehörde.

Alle sind eingeladen, daran teilzunehmen!

Wir sind alle Salah!
Wir sind alle Obi!

(3. Juni 2021)

Siehe auch:
Antirassismustag in Eberswalde: »Wir sind alle Salah!«
»Bürgerstiftung Barnim Uckermark: Zum Tod von Salah Tayyar«
»Ein Mensch springt in den Tod«


Barnim für alle
Kleine, große und Dauerspenden (z.B. 10Euro pro Monat) für die politische Arbeit sind sehr willkommen. Spendenkonto bei der Sparkasse Barnim: Barnim für alle
IBAN: DE 78 1705 2000 1110 0262 22




Die WHG will im Brandenburgischen Viertel neue Wohnungen bauen und ihre unsanierten Wohnungen in der Finsterwalder und Cottbuser Straße im zweiten Bauabschnitt modernisieren.

11 Millionen Euro für Neubau und Modernisierung:
WHG investiert im Kiez

maxe. Der Aufsichtsrat der stadteigenen WHG Wohnungsbau- und -hausverwaltungsgesellschaft mbH Eberswalde hat am 26. Mai in seiner 48. Sitzung »den Weg frei gemacht für ein weiteres millionenschweres Stadtentwicklungsvorhaben der WHG«.

Mit mehr als 18,5 Millionen Euro sei das WHG Sanierungs- und Instandhaltungsprogramm 2021 bereits »sehr ehrgeizig und ambitioniert«, sagt Doreen Boden, Prokuristin und Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit der WHG. Nun hat der Aufsichtsrat weitere 11 Millionen Euro genehmigt, die von 2021 bis 2024 in einen Neubau und für Modernisierungen im Brandenburgischen Viertel investiert werden.

Die WHG folgt mit dieser Investition dem Beispiel der Wohnungsgenossenschaft 1893 eG, die durch Fördermittel unterstützt von 2020 bis 2024 insgesamt 57 Millionen Euro in den Umbau und die Modernisierung von Wohnblocks im Brandenburgischen Viertel verbaut. Bestandteil der Investitionen der Genossenschaft sind auch der Abriß von drei Wohnblocks, von denen zwei bereits »zurückgebaut« worden sind. Der dritte Abriß der Genossenschaft in der Brandenburger Allee 15 bis 21 soll im Winter 2021/22 realisiert werden.

Die WHG will demgegenüber als erster Wohnungsanbieter seit mehr als 20 Jahren im Brandenburgischen Viertel neue Wohnungen bauen.

(31. Mai 2021)




Es funktioniert.

Die PARTEI fordert:
Licht für alle – und das kostenlos!

maxe. Der geplante Neubau einer 380-kV-Freileitung von Bertikow in der Uckermark nach Neuenhagen bei Berlin soll die Versorgungssicherheit für Elektroenergie verbessern. So das Versprechen des Netzbetreibers 50Hertz. Laut Plan soll die neue 380-kV-Leitung entlang der bestehenden 220-kV-Trasse erbaut werden. In der Stadt Eberswalde führt die Leitung zwischen Finow-Ost und dem Brandenburgischen Viertel nahe an der bestehenden Wohnbebauung vorbei.

Die Trasse der Höchstspannungsleitung führt mitten durch den Wahlkreis von Niels Neudeck – Kandidat der Partei Die PARTEI für das Bundestagsdirektmandat im Wahlkreis Uckermark/Barnim. Der PARTEI-Kandidat wollte es genau wissen. Am Vorabend des Himmelfahrtsfeiertages machte er ein Experiment.

Dafür nutzte der künftige Bundestagsabgeordnete eine alte Leuchtstofflampe, die er noch auf dem Boden gefunden hatte. Und tatsächlich, es funktionierte. Die Leuchtstofflampe erleuchtete.

50Hertz hat recht. Wenn schon die 220-kV-Freileitung die Lampe zum leuchten bringt, dann wird das bei der viel stärkeren 380-kV-Leitung sicher noch viel besser funktionieren. Die preiswerte und sichere Versorgung der Anwohner mit Licht wird durch den Leitungsneubau gewährleistet.

Nach Aussagen des Netzbetreibers 50Hertz soll der Abstand von 380-kV-Leitungen zur Wohnbebauung wegen möglicher Gefährdungen mindestens 180 Meter betragen. Soviel Platz ist zwischen Finow-Ost und dem Brandenburgischen Viertel allerdings nicht.

Glück für die Menschen, die im Kopernikusring in Finow-Ost und in der Schwärzeseestraße Finow-Ost im Brandenburgischen Viertel wohnen. Sie können künftig für die Beleuchtung ihrer Wohnungen auf die gute alte Leuchtstofflampe zurückgreifen – und das völlig kostenfrei. Ob die elektromagnetische Strahlung der Höchstspannungsleitungen tatsächlich krebserregend ist, halten 50Hertz und die Genehmigungsbehörde keineswegs für erwiesen.

(13. Mai 2021)




Grundschule »Schwärzesee«:
Bildungsnotstand für Schulbeginner

Erst- und Zweitklässler können nicht lesen und schreiben

Fast 200 Kinder besuchen die ersten beiden Klassenstufen in der Grundschule Schwärzesee. In der Sitzung des Ausschusses für Kultur, Soziales und Integration (AKSI) am 5. Mai informierte die Stadtverwaltung über die Folgen des Corona-Lockdowns. Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung. Die Ausschußmitglieder sollen fast eine Stunde lang darüber diskutiert haben.

Einen Tag später, im Ausschuß für Bildung, Jugend und Sport (ABJS), wurde das Thema dann öffentlich. Etwa die Hälfte der Schülerinnen und Schüler in den Klassenstufen 1 und 2 der Schwärzeseeschule sollen aufgrund des Unterrichtsausfalls des Lesens und Schreibens noch unkundig sein.

Ursache sei zum einen der hohe Anteil von Kindern mit Migrantionshintergrund, bei denen zunächst das Lernen der deutschen Sprache im Vordergrund steht. Zum anderen spielt eine Rolle, daß es in vielen Familien an den technischen Voraussetzungen fehlt, um am Online-Distanzunterricht teilnehmen zu können.

Die bundesdeutsche Bildungsbürokratie zeigte sich bislang unfähig, die Herausforderungen infolge Corona zu meistern. Denn, wie im ABJS zur Sprache kam, ist das Problem der fehlenden Lese- und Schreibfähigkeit in den ersten beiden Klassenstufen keineswegs auf die Grundschule Schwärzesee im Brandenburgischen Viertel beschränkt. Mit ähnlichen Problemen kämpfen auch die beiden anderen städtischen Grundschulen Finow und Bruno-H.-Bürgel.

Immerhin konnte die Stadtverwaltung auch über Lösungsmöglichkeiten berichten. Entsprechende Haushalts- und Fördermittel stehen bereit und es sei auch bereits ein externer Dienstleister für Nachhilfen verpflichtet worden.

Unklar bleibt, wieso die Stadtverwaltung dieses Thema zunächst nur nichtöffentlich diskutieren wollte.

Ronald Schild – 7. Mai 2021


Grundschule Schwärzesee, Kyritzer Straße 29, 16227 Eberswalde
Telefon: 03334 32025 · Telefax: 03334 356415
eMail:
Internet: www.grundschule-schwaerzesee.de



Kreisverkehrswacht Barnim e.V.:
Verkehrssicherheit geht alle an

Die Kreisverkehrswacht Barnim e.V. ist ein gemeinnütziger Verein mit dem Ziel, die Verkehrssicherheit zu fördern, ihre Mitglieder und die Behörden zu verkehrsorganisatorischen Maßnahmen zu beraten sowie allen Personen zum Thema Verkehrsgeschehen helfend zur Seite zu stehen.

Im Brandenburgischen Viertel in Eberswalde betreiben wir den Verkehrsgarten auf dem Gelände des Vereinshauses der Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 eG in der Havellandstraße 15. Daneben finden Sie uns auch in Bernau in der Marie-Curie-Straße 15.

Verkehrserziehung und Verkehrsaufklärung mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gehört zu unseren wichtigsten Aufgaben. Dafür haben wir verschiedene altersgerechte Projekte im Angebot.

Das Rollerprojekt »Fit und Flink« oder das Thema »Fußgängerpaß« bieten für Vorschulkinder an, die hier unter anderem das richtige Überqueren der Straße üben oder sich auf ihren ersten Schulweg vorbereiten.

Die Schulen unterstützen wir bei der Fahrradausbildung. Das richtige Verhalten im Straßenverkehr können die Schüler in unseren Verkehrsgärten in Bernau und Eberswalde praktisch unter Anleitung üben.

Jung und Alt können bei Projekten wie Fahr Rad – aber sicher, Fit mit Fahrrad, Sicher mobil oder der Aktion »Junge Fahrer« an verschiedenen Stationen ihr Fahrkönnen überprüfen. Senioren können den Umgang dem Rollator üben.

Wer mag, kann sich auch gern direkt für ein Fahrsicherheitstraining anmelden, um einmal zu schauen, was viel zu oft im täglichen Umgang mit dem Auto selbstverständlich zu sein scheint. Kurse zur Elektromobilität beinhalten die rechtlichen Bedingungen und den richtigen Umgang mit Elektrorollern (E-Scooter) oder Elektrofahrrädern (Pedelecs) .

Doreen Schibilski – 12. April 2021


Kreisverkehrswacht Barnim e.V.
Marie-Curie-Straße 15 · 16321 Bernau · Telefon: 03338/7006-57 oder 58
Havellandstraße 15 · 16227 Eberswalde · Telefon: 03334/387114




50Hertz schafft vollendete Tatsachen. Die Arbeiten im Baufeld 4 zwischen Schönholz, Grüntal und Tempelfelde gehen zügig voran. Inzwischen stehen einige Masten schon, wenngleich noch ohne Beseilung. »So wird ein Gericht unter Druck gesetzt«, sagt dazu Hartmut Lindner von der Bürgernitiative »Nicht über unsere Köpfe - Biosphäre unter Strom«.

380-kV-Freileitung durch's Wohngebiet:
»Beschleunigungszuschläge«

Seit dem Jahreswechsel sind im Bereich zwischen Golzow und Neuenhagen trotz des Fehlens einer rechtsgültigen Planfeststellung auch im Eberswalder Stadtgebiet umfangreiche Holzeinschlagsarbeiten auf der Trasse der geplanten 380-kV-Hochspannungsleitung Bertikow-Neuenhagen (»Uckermarkleitung«) zu beobachten. Im März erreichten die Holzfäller schließlich das unmittelbare Umfeld der Wohngebiete Brandenburgisches Viertel und Finow-Ost und macht erkennbar, wie nahe die geplante Höchstspannungsfreileitung den Wohnhäusern kommen wird.

Im Eberswalder Ausschuß für Wirtschaft und Finanzen (AWF) fragte ich am 16. März die Stadtverwaltung, ob von dem Holzeinschlag auch Flächen betroffen sind, die sich im Eigentum der Stadt Eberswalde befinden und warum die Stadt als Eigentümerin diesen Holzeinschlag zugelassen hat, obwohl noch kein rechtsgültiger Planfeststellungsbeschluß vorliegt.

Von dem Holzeinschlag entlang der planfestgestellten Leitungstrasse für die 380-kV-Freileitung Bertikow-Neuenhagen sind auch im Eigentum der Stadt Eberswalde stehende Flächen betroffen, heißt es in der Antwort der Baudezernentin Anne Fellner, die dort nachfolgend einen kurzen Überblick über die bisherigen Bemühungen zur Abwehr oder Änderung des Freileitungsvorhabens von 2009 bis 2020 gibt.

2016 habe das Bundesverwaltungsgericht den damaligen Planfeststellungsbeschluß für rechtswidrig und nicht vollziehbar erklärt, den Beschluß aber nicht aufgehoben, sondern lediglich »heilbare Mängel« festgestellt. Daraufhin wurde ein weiteres Planergänzungsverfahren eingeleitet. Der 2. Planergänzungsbeschluß erging dann am 12.08.2020 und Mitte September wurde Klage dagegen eingereicht (BBP 10/2020).

»Die hiergegen erhobene Klage hat keine aufschiebende Wirkung«, heißt es in der Antwort (Einzelheiten zum Rechtsschutzersuchen siehe Barnimer Bürgerpost 3/2021, S. 7). »Der Beschluß ist wirksam und vollziehbar. Der Planfeststellungsbeschluß würde nur unwirksam werden, sofern das Gericht den Beschluß aufhebt. Da bereits im vorangegangen Gerichtsverfahren durch das Bundesverwaltungsgericht keine erheblichen Mängel festgestellt wurden, die eine Aufhebung des Beschlusses gerechtfertigt hätten, ist vorliegend auch in diesem Verfahren nicht mit einer Aufhebungsentscheidung des Gerichts zu rechnen.
Demzufolge ist auch künftig davon auszugehen, daß die Vorhabenträgerin einen Anspruch gegenüber den Grundstückseigentümern hat, die notwendigen Flächen zur Verwirklichung des Vorhabens in Anspruch zu nehmen. Die 380-kV-Leitung ist gemäß dem Bedarfsplan des Energieleitungsausbaugesetzes nicht aufzuhalten.
Für die hier in Rede stehende Freileitung wird die Zulässigkeit einer Enteignung auf der Grundlage des Energiewirtschaftsgesetzes bindend festgestellt. Angesichts der gesetzlichen Bedarfsfestlegung für das genannte Vorhaben ist eine Enteignung zum Wohl der Allgemeinheit ohne weiteres zulässig.«

Meßbare Auswirkungen durch die 380-kV-Freileitung für den Wirtschaftsstandort Eberswalde sieht die Dezernentin derzeit nicht. Daneben trete das Interesse der Stadt Eberswalde am Wirtschaftsstandort Eberswalde kraft Gesetz gegenüber dem gesetzlich verankerten überragenden öffentlichen Interesse an dem Vorhaben zurück.

Zu den finanziellen Auswirkungen für die Stadt Eberswalde sagt die Dezernentin: »Für die Inanspruchnahme der Flächen muß die Vorhabenträgerin Entschädigungen leisten. Diese Entschädigungen umfassen die Flurschadenregulierung, den Wertverlust des Grundstücks durch die Überspannung, Entschädigungen für Maststandorte, Entschädigungen für den Wegfall von Garagen und den entgangenen Mieteinnahmen. Daneben kann die Vorhabenträgerin Beschleunigungszuschläge leisten.«

Die Stadt Eberswalde hat sich in der Vergangenheit auch mittels Stadtverordnetenbeschluß mehrfach gegen den Bau der Höchstspannungsfreileitung durch das Stadtgebiet ausgesprochen. Eine weitere Frage lautete daher: »Wie werden diese Beschlußlagen derzeit durch die Stadtverwaltung umgesetzt?«

In ihrer Antwort berichtet Anne Fellner ausführlich über die städtischen Aktivitäten von 2010 bis 2016. Die Stellungnahme der Stadt vom 22.08.2018 (vgl. Barnimer Bürgerpost 3/2021, S. 7)) erwähnt die Dezernentin nicht.

Gerd Markmann – 5. April 2021

Siehe auch:
»Eine breite Schneise im Wald...« und
Bürgerinitiative »Biosphäre unter Strom – keine Freileitung durchs Reservat!«




Im Winter war der »Schwarze Weg« zeitweise ein »weißer Weg«. Mehr Licht im Wald

Beleuchtungsanlage im "Schwarzer Weg" wird erneuert

maxe. Der sogenannte »Schwarze Weg« vom Brandenburgischen Viertel bis zum Bahnübergang zum Tierpark und zum Krankenhaus wird bald in neuem Licht erstrahlen. Dies hat der Hauptausschuß der Stadt Eberswalde im Februar beschlossen. Die Erneuerung der Wegebeleuchtung geht auf einen Antrag der Fraktionen SPD/BFE und Bündnis Eberswalde zurück.

»Die Wegeverbindung Schwarzer Weg«, argumentiert das städtische Tiefbauamt, »ist eine wichtige Verbindung für Fußgänger und Radfahrer zwischen dem Krankenhaus und dem Zoo ins Brandenburgische Viertel und in Richtung Finow«. Zurzeit wird der etwa 800 Meter lange Weg mit elf alten verschlissenen Leuchten aus DDR-Zeiten beleuchtet.

Die Vorplanung der HVB Ingenieurgesellschaft mbH aus Wandlitz sieht nun vor, eine eine Beleuchtungsanlage mit LED-Leuchten mit dem Clever Light System der Firma Leipziger Leuchten GmbH aufzustellen. Die Leuchten werden auf eine sehr geringe Grundhelligkeit eingestellt. Passieren jedoch Fußgänger und Radfahrer den Weg, werden sie von den an den Leuchten angebrachten Sensoren erfaßt und die Leuchtstärke erhöht sich automatisch und fährt auf das zuvor programmierte Beleuchtungsniveau hoch. Das Signal wird an die nächste Leuchte weitergegeben, die ebenfalls hochfährt. Das Licht begleitet so den Verkehrsteilnehmer auf seinem Weg. Nach einer eingestellten Zeit fahren die Leuchten wieder zurück, bis die programmierte Grundhelligkeit erreicht ist. Vergleichbares gibt es bereits im Schwappachweg. Bereits im Dezember hat der Hauptausschuß den Bau einer ähnlichen Beleuchtungsanlage am Weg zwischen Zainhammer und dem Tierpark Eberswalde beschlossen.

Statt der bisherigen elf Leuchten soll die neue Beleuchtungsanlage 20 LED-Leuchtpunkte umfassen. Die Ausleuchtung des „Schwarzen Weges“ wird sich somit deutlich verbessern, bei zugleich geringeren Energiekosten. Das Leipziger Clever Light System wirkt sich nicht nur positiv auf den Stromverbrauch aus, sondern trägt auch zu weniger Lichtverschmutzung und Schonung nachtaktiver Insekten bei. Der gewählte Leuchtentyp »Alfons« minimiert zudem auch konstruktionsbedingt unnötige Lichtverschmutzung.

Die Erneuerung der Lichtanlage des Schwarzen Weges kostet insgesamt etwa 150.000 Euro, die vollständig durch Eigenmittel der Stadt aufgebracht werden. Die Realisierung ist im dritten Quartal 2021 geplant. Weil für den Auftrag weniger als 500.000 Euro umgesetzt werden, reichte ein Beschluß des Hauptausschusses aus, der der »Entwurfsplanung zum Bau der Straßenbeleuchtung Schwarzer Weg« zustimmte.

(27. März 2021)




Die Investoren des neuen Sanitätshauses (rechts im Bild) sind laut Aussage der Eberswalder Baudezernentin Anne Fellner nicht in dem neuen Projekt »Specht« involviert. Einzelheiten zur künftigen Nutzung werden im Rahmen eines Bebauungsplanes bekannt gemachtg. Der »Specht« kann selbst als Ruine gegenüber dem benachbarten Zweckbau mit architektonsischen Details punkten, steht aber auf keiner Denkmalsliste. Die einfachste Lösung für den Investor ist der Abriß, womit zugleich alle Vergangenheit aus dem offiziellen Gedächtnis gestrichen wird.

Nach vier Monaten öffentlich:
»Specht« hat neuen Eigentümer

maxe. Bereits im Dezember informierte die Eberswalder Baudezernentin Anne Fellner im nichtöffentlichen Teil der Stadtverordnetenversammlung darüber, daß das Ruinengrundstück »Specht« seit November 2020 einen neuen Eigentümer hat und es schon einen ersten Kontakt des Neueigentümers mit der Stadtverwaltung gegeben habe.

Auf Anfrage des fraktionslosen Stadtverordneten Carsten Zinn gab die Dezernentin nunmehr in der Stadtverordnetenversammlung am 23. März diese Information auch öffentlich preis, obwohl sie allein die Frage schonmal als einen »Verstoß gegen das Gebot der Nichtöffentlichkeit« ansah.

Allerdings hatte die Dezernentin ohnehin vor, in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Wohnen und Umwelt (ASWU) am 13. April über den Sachverhalt zu informieren und das könne sie »auch jetzt hier tun«.

Der neue Eigentümer sei noch nicht in Eberswalde tätig gewesen, nahm sie sogleich Gerüchten den Wind aus dem Segel, daß hier der gleiche Investor tätig werde, der sich bereits für den Neubau des benachbarten Sanitätshauses verantwortlich zeigt.

Der neue Eigentümer habe sich, so die Baudezernentin, »bereits sehr offensiv« um eine Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung bemüht. Es werde wohl darauf hinauslaufen, daß für das Vorhaben des neuen Eigentümers ein Bebauungsplan aufgestellt wird. Die Vorstellungen des neuen Eigentümers gehen in Richtung Abriß der Specht-Ruine und Neubau von Wohnungen, wobei spezielle Nutzungen wie Seniorenwohnen erwogen werden. »Aber«, so Anne Fellner, »das ist alles noch in der Diskussion«.

Es sei erfreulich, »daß endlich Bewegung in diese Ruine kommt, so wie wir dank der Bemühungen unseres Landrates auch Bewegung bei den Ruinen in der Eberswalder Straße haben«.

In dem Moment, wenn »die Dinge soweit gediehen sind«, daß man über einen Bebauungsplan und die Zielsetzung der Flächenentwicklung reden könne, »dann treten wir auch an den Bauausschuß* heran und werden es dort diskutieren«.

(24. März 2021)

* Bauausschuß - frühere Kurzbezeichnung für den Ausschuß für Bau, Planung und Umwelt (ABPU), der in dieser Wahlperiode angesichts veränderter Zielrichtungen von den Stadtverordneten die Bezeichnung Ausschuß für Stadtentwicklung, Wohnen und Umwelt (ASWU) erhielt.




Eine breite Schneise wird durch den Wald südlich des Brandenburgischen Viertels geschlagen. Auch in der Nähe von Schönholz (Foto) und von Melchow wurden Fällarbeiten beobachtet.

Höchstspannungsfreileitung durch die Stadt:
Eine breite Schneise im Wald...

maxe. Harvester arbeiten sich durch den Wald südwestlich des Brandenburgischen Viertels. Sie schlagen eine 70 bis 100 Meter breite Schneise in den Forst. Wie von den Forstarbeitern zu erfahren war, verläuft hier, pararallel zur bestehenden 220-Kilovolt-Hochspannungsleitung, die Trasse der geplanten 380-kV-Freileitung zwischen Bertikow und Neuenhagen.

Seit zwölf Jahren kämpft die Bürgerinitiative (BI) »Biosphäre unter Strom – keine Freileitung durchs Reservat!« gegen den Bau, unterstützt von der Stadt Eberswalde, die sich 2008 auch an der Klage gegen das Vorhaben beteiligt hatte.

Eine 380-kV-Freileitung weist gegenüber der bestehenden 220-kV-Leitung deutlich mächtigere Dimensionen auf und hat erhebliche Auswirkungen auf die Landschaft, die Tiere (insbesondere die Vögel) und nicht zuletzt durch das elektromagnetische Feld auf die Menschen. Im Stadtgebiet soll die Leitung zwischen Brandenburgischem Viertel und Finow-Ost verlaufen. Notwendige Sicherheitsabstände zur Wohnbebauung können hier nicht eingehalten werden. Gesundheitliche Auswirkungen auf die Menschen, die in der Nähe der Leitungen wohnen, können nicht ausgeschlossen werden.

Nicht zuletzt deshalb gibt es in der Stadt Eberswalde eine klare Beschlußlage der Stadtverordnetenversammlung gegen die Freileitung. Die Stadt hat auch den gemeinsamen Appell von 2016 (BI, die Städte Angermünde und Eberswalde sowie die Ämter Britz-Chorin-Oderberg und Joachimsthal) an den Brandenburgischen Ministerpräsidenten mitunterzeichnet.

Als Alternativen sind ein anderer Trassenverlauf unter Umgehung der Stadt und des Biosphärenreservates denkbar oder die Verlegung als Erdkabel. Dagegen sperrt sich der Träger des Vorhabens, die 50Hertzt GmbH. Trotz ihrer mehrfachen Niederlagen vor Gericht hält die Firma an der Trasse und an der Freileitung fest. Und wie schon bei den vorherigen Versuchen erhielt die Firma in einem neuerlichen Planfeststellungsverfahren im Sommer 2020 den Segen des Landesbergamtes.

Dem folgte wiederum die Klage der Bürgerinitiative im Verbund mit dem NABU Brandenburg. Den Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz, also den Baustopp während des laufenden Verfahrens, lehnte das Bundesverwaltungsgericht im November ab.

»50 Hertz nutzt die Möglichkeit«, sagt BI-Sprecher Hartmut Lindner, »die das Bundesverwaltungsgericht eröffnet hat, indem es unserem Antrag, den Baustopp über die ganze Trasse zu verhängen, nicht gefolgt ist, sondern sich mit der Zusicherung, daß 50Hertz auf dem nördlichen Abschnitt, dem eigentlichen Konfliktgebiet von Golzow bis Bertikow, keine Baumaßnahmen durchführen werde, begnügt hat«.

Offensichtlich schielt 50Hertz mit einem Blick auf den Behördenumgang mit der Tesla-Fabrik des US-Milliardärs Elon Musk bei Grünheide. Der »reichste Mann der Welt« darf dort auch schonmal losbauen, obwohl noch gar keine rechtsgültige Genehmigung vorliegt.

Gerd Markmann – 10. Januar 2021

Siehe auch: Bürgerinitiative »Biosphäre unter Strom – keine Freileitung durchs Reservat!«




Der Bereich der Einmündung der Beeskower Straße in die Schorfheidestraße soll zu einem Platz mit Aufenthaltsqualität umgestaltet werden.

Neue Bauten im Brandenburgischen Viertel:
Der »Schorfheideplatz«

Der Bereich an der Einmündung der Beeskower in die Schorfheidestraße hat bislang noch keinen eigenen Namen. Die Autoren des Wegenetzkonzepts für das Brandenburgische Viertel, das die Eberswalder Stadtverordneten im Herbst verabschiedet hatten, nennen das Areal »Schorfheideplatz«. Es ist ein Arbeitstitel, denn die Benennung von Straßen und Plätzen ist ein Vorrecht der Stadtverordneten, das ihnen in der Kommunalverfassung garantiert wird. Allzu viele Gedanken haben die Konzeptschreiber daran auch nicht verschwendet. Sie haben einfach den Namen der Straße übernommen.

Interessanter ist, wie sie sich die Gestaltung dieses Platzes vorstellen. Wie aus der Stadtverwaltung zu erfahren war, soll mit den ersten Arbeiten bereits in diesem Jahr begonnen werden. Das Wegenetzkonzept befaßt sich insbesondere mit den Geh- und Radwegen innerhalb des Viertels. Dementsprechend steht die Gestaltung der Gehwegbeziehungen im Vordergrund.

»Die Ecke Schorfheidestraße/Beeskower Straße bildet einen Knotenpunkt im Wegenetz des nordöstlichen Brandenburgischen Viertels«, heißt es im Wegenetzkonzept (in Punkt 5.4.2 Vertiefungsbereich Schorfheidestraße »Schorfheideplatz«).

Der angrenzende Gemeinschaftsgarten des Alnus e.V. und das Pflegewohnheim der Arbeiterwohlfahrt (AWO) »Im Wolfswinkel« werden über diesen Knotenpunkt erschlossen. Die Beeskower Straße dient zudem als Zufahrt zum Wohnheim des Studentenwerks.

Aus Richtung Frankfurter Allee erreicht man den Bereich über den asphaltierten Fußwegen zwischen der Sporthalle des Reki e.V. und dem Pflegewohnheim »Im Wolfswinkel«. An dem Knotenpunkt selbst werde die Situation »unübersichtlich, da die klare Wege- und Blickführung hier durch zahlreiche Hindernisse, unterschiedliche Bodenbeläge und andere optische Uneindeutigkeiten unterbrochen wird. Plfanzkübel und hohe Büsche im Bereich dere leicht versetzten Straße nehmen die Fernsicht und damit die Orientierung.« Bemängelt wird zudem, daß Laufflächen zu nicht abgesenkten Bordsteinen führen, während barrierefreie Querungsmöglichkeiten nicht sofort sichtbar sind und außerhalb der üblichen Bewegungsrichtung (Nord-Süd) liegen.

Auch nach der Überquerung der Schorfheidestraße sorgen die hohen Büsche in der Kurve dafür, daß Ortsunkundige oder in ihrer Orientierungsfähigkeit eingeschränkte Personen leicht die Übersicht verlieren können. Hinzu komme die Gefahr von Autofahrern, die den Kurvenbereich schlecht einsehen können. »Spontan querende Personen können so leicht übersehen werden.« Auch die unübersichtlichen und »räumlich undefinierten« Zugänge zum angrenzenden Spielplatz werden in dem Wegenetzkonzept kritisiert.

»Die Fläche kann in ihrem heutigen Zustand ihr Potential als Wegpunkt nicht ausschöpfen«, heißt es im Planer-Deutsch des Konzepts. »Auch die Aufenthaltsqualität ist in diesem Bereich sehr eingeschränkt, weshalb sie heute als unternutzter Transitraum mit unzureichender Gestaltung zu bezeichnen ist.« Die Planer des Wegenutzungskonzepts schlagen deshalb eine Neustrukturierung der Fläche vor. Als Ziele nennen sie »die Schaffung eindeutiger Wegebeziehungen und -führungen, die Betonung von Blickbeziehungen zur besseren Orientierung« sowie »die Schaffung eines attraktiven Nachbarschaftsplatzes mit hoher Aufenthaltsqualität«.

Es soll eine ebenerdige Platzfläche entstehen. Ein besonderes Problem dabei ist der sogenannte »Kollektor«, in dem knapp unter dem Fußweg Fernheizungs- und andere Leitungen in Nord-Süd-Richtung verlaufen. Der Kollektor sorgt im Winter bei Temperaturen um Null für eine schnelle Schnee- und Eisfreiheit des Weges, macht aber das Absenken der Oberflächen unmöglich. Die Fahrbahn der Straßen und die westlichen Gehwegflächen müssen daher an das Höhenniveau des Kollektors angepaßt und aufgeschüttet werden. Die gesamte Fläche soll eine einheitliche Pflasterung erhalten, die sich auf der gegenüberliegenden Gehwegseite fortsetzt. Die Fahrbahn wird auf der Platzfläche als Überfahrt lediglich optisch hervorgehoben. So entsteht eine »Mischverkehrsfläche«, die weiterhin die Erschließungsfunktion der Beeskower Straße gewährleistet.

Die barrierefreien Übergänge über die Schorfheidestraße werden in die Flucht des Fußweges zur Frankfurter Allee versetzt. Damit wird die Bewegungsrichtung eindeutiger und die Orientierung vereinfacht. Das soll dadurch verstärkt werden, indem auf der gegenüberliegenden Straßenseite die Pflasterung aufgegriffen wird. Dies leitet den Gehwegnutzer zugleich optisch in den Bereich der Choriner Straße über.

Auch der Spielplatz wird laut dieser Planung »optisch und funktional an den neuen Quartiersplatz angebunden«. Um die Sicherheit in diesem Bereich zu erhöhen, »wird die Höchstgeschwindigkeit für Autoverkehr im Kurvenbereich reduziert«. Die durch den Platz verlaufende Straße soll – wenn möglich – als »Shared Space« (Geteilter Raum) geregelt werden. Alternativ könne »auch eine Fußgängerzone mit der Freigabe für Räder und Bus« eingerichtet werden.

Zur Stärkung der »Aufenthaltsqualität auf dem Quartiersplatz« entstehen neue Sitzbänke und Sitzgruppen. Vor dem Gemeinschaftsgarten sind neue Fahrradbügel vorgesehen. Auch sollen neue Bäume auf dem Platz gepflanzt werden. Die Sitzmöbel sollen multifunktional sein. Damit könnten sie mehr sein, als nur Sitzgelegenheiten. »Sie können so die Infrastruktur für Märkte, Quartiersfeste, Kuchenbasare etc. bilden«.

Mit der Neugestaltung des Platzes soll möglicherweise schon 2021 begonnen werden. Daher kann angenommen werden, daß die Stadtplaner bereits fleißig an der Ausführungsplanung für den künftigen »Schorfheideplatz« gearbeitet wird. Wahrscheinlich wird es auch irgendwann eine förmliche Beteiligung der Anwohner geben. Das Stadtentwicklungsamt nimmt sicherlich bereits jetzt Anregungen und Kritiken der Anwohner interessiert entgegen.

Anna Fröhlich – 9. Januar 2021




Die Fassaden der Sporthalle des SV Motor soll mittels Graffiti neu gestaltet werden. Seit Jahren wird die Betonwand bereits illegal für Graffitis genutzt. Zuweilen wurde die Wand neu geweißt, was die unbekannten Graffitifreunde dankbar annahmen, um mit neuem die kahle Wand etwas bunter zu gestalten. Leider verfügen nur wenige über das handwerkliche Können, um künstlerischen Ansprüchen genügen zu können. Unter der Überschrift »Neue Farbe« war das Graffiti-Projekt an der heutigen REKI-Sporthalle in der Schorfheidestraße der Aufmacher der MAXE-Ausgabe Nummer 1 vom September 2012. Neun Jahre später soll nun auch die zweite Sporthalle in Vereinsregie mittels Graffiti-Kunst »aufgehübscht« werden. Auch damals gab es die Zusammenarbeit eines professionellen Graffitikünstlers mit Kindern und Jugendlichen aus dem Kiez.

Fassadenneugestaltung an der Motor-Sporthalle:
Graffitikunst im Kiez

maxe. Der Eingangsbereich und die Giebelwand zur Potsdamer Allee der Sporthalle des SV Motor Eberswalde sollen neu gestaltet werden. Dabei sollen Jugendliche im Kiez sowie die Sportlerinnen und Sportler, die die Halle nutzen, aktiv beteiligt werden. Es sollen ihre Ideen für Motive sein, die letztlich umgesetzt werden. Dabei ist die Giebelwand dafür vorgesehen, daß ein Künstler dort seine Idee als eigenes Werk umsetzen kann.

Auf der Internetseite des Quartiersmanagements wird aktuell nach Interessenten gesucht, die sich an dem Kunstprojekt beteiligen wollen.
In diesem Zusammenhang sucht das Quartiersmanagement des Brandenburgischen Viertels insbesondere interessierte Graffiti- oder Street Art-Künstler, die zur Ideenfindung im Frühjahr 2021 einen oder mehrere Workshops für die Gestaltung des Eingangsbereiches der Halle realisieren, und die in Abstimmung mit dem SV Motor, dem Quartiersmanagement, Vertretern der Verwaltung und der Kiezbewohner.

Das Quartiersmanagement übernimmt die Koordination. Dort können sich auch bis zum 30. Januar interessierte Graffiti- bzw. Street Art-Künstlerinnen und -Künstler bewerben. Auch Bewerbungen von Künstlergemeinschaften sind möglich, sofern eine Person die Federführung übernimmt. Die S.T.E.R.N. GmbH betreut das Projekt als Quartiersmanagement Brandenburgisches viertel für die Stadt Eberswalde. Für Rückfragen steht Ihnen Julia Klemm (Tel.: 030/44363685 oder 0176/95498220, eMail: klemm.julia@stern-berlin.de) zur Verfügung.

(7. Januar 2021)

Siehe auch:
»Graffiti-Workshop«
Internetseite des Quartiersmanagements
Aufruf für Street Art Projekt
Bilder zum Projekt




Eltern-Kind-Zentrum im Dietrich Bonhoeffer Haus:
Mit neuen Angeboten ins neue Jahr

maxe. Das Eltern-Kind-Zentrum (EKiZ) im Brandenburgischen Viertel ist im Jahr 2020 von der Kita »Arche Noah« in das Dietrich Bonhoeffer Haus umgezogen. Die Kita gewinnt dadurch Platz, um den Bedarf an Kitaplätzen besser zu decken. Aber auch für das Eltern-Kind-Zentrum ergeben sich Vorteile. So ist das EKiZ in der bisherigen Einliegerwohnung des Bonhoefferhauses nun im Kiez zentraler gelegen und dabei nach wie vor barrierefrei. Mit dem Standortwechsel erhoffen sich die Mitarbeiterinnen des EKiZ aber auch eine weitere Öffnung ins Quartier, um neue und mehr Familien zu erreichen und zu gewinnen.

Hilfreich ist dabei die 2020 erfolgte personelle Aufstockung. Durch eine Zuwendung der Stadt Eberswalde konnte die wöchentliche Arbeitszeit der Einrichtungsleiterin Tabea Westphal auf nun insgesamt 35 Stunden erhöht werden. Die Entwicklung zusätzlicher und weiterführender Angebote wurde dadurch möglich. In einigen Teilen sind sie bereits umgesetzt, in anderen Teilen mußten sie coronabedingt zunächst entfallen. Folgende neue pädagogische Angebote konnten entwickelt werden:

Jeweils dienstags in der Zeit von 15.30 bis 16.30 Uhr können Familien gemeinsam bei einem Familiennachmittag eine »zugewandte Zeit« verbringen. An jedem Mittwochnachmittag findet die »Zwergenmusik« statt, ein neues musisches Angebot für Kinder, mit dem die Kreativität sowie das Sprachverständnis und die Sprachkompetenz der Kinder gefördert werden soll. Ein Donnerstag im Monat steht den Familien für einen Spieleabend zur Verfügung. Um die Väter ganz gezielt in iherer Erziehungs- und Beziehungskompetenz zu fördern und zu stärken, finden viermal im Jahr an einem Sonnabend »Vater-Kind-Tage« statt.

»Ein wesentliches Anliegen bei der Entwicklung neuer pädagogischer Angebote für das Eltern-Kind-Zentrum war es«, sagt EKiZ-Leiterin Tabea Westphal, »den Nachmittagsbereich und die frühen Abendstunden abzudecken«. Dadurch soll es gelingen, weitere Zielgruppen zu erreichen, wie berufstätige Eltern beziehungsweise Elternteile.

Weitere pädagogische Angebote sind zudem noch das Elternfrühstück, Familienbildungsfahrten, die sogenannte Kreativzeit und Krabbelgruppen für die Kleinsten. Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit des EKiZ sind Beratungen, die etwa ein Drittel der Zeit in Anspruch nehmen. Zu den Themen zählen unter anderem gesunde Ernährung, Erziehungstips, Umgangsfragen sowie Fragen zur kindlichen Entwicklung. Auch die Vermittlung zu weiterführenden Beratungsangeboten und anderen hilfeleistenden sozialen Einrichtungen gehört dazu.

Über das Programm »Teilhabe am Arbeitsmarkt« erhält Tabea Westphal seit 2020 zunächst für zwei Jahre Unterstützung durch Frau Otto. Sie unterstützt logistisch, organisatorisch, übernimmt Vor- und Nachbereitungen von Angeboten sowie Veranstaltungen und ist zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des EKiZ, zum Beispiel über soziale Netzwerke.

(2. Januar 2021)

Siehe auch:
»Offene Kommunikationskultur«


Eltern-Kind-Zentrum im Dietrich-Bonhoeffer-Haus · Potsdamer Allee 35 · 16227 Eberswalde
Tel: 0176 50484461 · eMail: info(at)ekz-ewbbv.de




Auf dem Areal südöstlich der Spechthausener Kreuzung sollen neue Gewerbe- und Wohngebäude mit bis zu 80 Wohnungen entstehen. (Karte aus dem Bericht zur Städtebaulichen Machbarkeitsstudie für die Grundstücke Eberswalder Straße Ecke Spechthausener Straße in Eberswalde)

Vor den Toren des Brandenburgischen Viertels:
Ein neues Zentrum für Eberswalde

maxe. Im Dezember haben die Eberswalder Stadtverordneten mehrheitlich beschlossen, den Bebauungsplan Nr. 527 »Finowtal« aufzustellen. Der Bebauungsplan befaßt sich mit dem etwa anderthalb Hektar großen Gelände südlich der Eberswalder Straße zwischen dem Toom-Baumarkt und der Spechthausener Straße einschließlich des ehemaligen Friedhofs Eisenspalterei. Auch das Bethaus neben dem Friedhof ist einbezogen. Nach eigenen Aussagen des Bauträgers konnte er das Grundstück allerdings noch nicht wie beabsichtigt erwerben.

Bei dem Bauträger handelt es sich um die IZ GmbH & Co. KG mit Sitz in der Coppistr. 3 in Eberswalde. Die IZ arbeitet eng mit der Anevix Union GmbH aus der Drehnitzstraße zusammen. Aktuelle Projekte in Eberswalde sind das einstige Bahnhofshotel, ein Doppelhaus am Finowkanal, vier Doppelhäuser in Finow (am Ortsausgang Richtung Finowfurt) und ein Mehrfamilienhaus in der Spechthausener Straße (ehemaliger Lindenhof).

Bereits 2007 hatte die Stadtverordnetenversammlung die Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Areal südöstlich der Spechthausener Kreuzung beschlossen. Damals sollten »weitere städtebaulich unerwünschte Ansiedlungen von Discountern im Kreuzungsbereich ausgeschlossen werden und eine Lenkung dieser in das EKZ Heidewald unterstützt werden«. Nun gilt eine »geänderte Zielsetzung«, die mit der Stadtverwaltung abgestimmt wurde.

Von einer »Lenkung« beabsichtigter Gewerbeansiedlungen in das EKZ Heidewald ist keine Rede mehr. Vielmehr sollen »Wohnen und Arbeiten am Standort Eisenspalterei gestärkt werden. Generelle Ziele der Stadtentwicklung Eberswalde wie die Stärkung der Erwerbsgrundlage, die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum sowie eine auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit ausgerichtete Entwicklung wurden in die Standortentwicklung integriert.«

Laut der städtebaulichen Machbarkeitsstudie, die am 1. Dezember im Ausschuß für Stadtentwicklung, Wohnen und Umwelt präsentiert wurde, beabsichtigt die IZ GmbH & Co. KG eine Neubebauung für Büro-, Service- und Dienstleistungsnutzungen (Gewerbe), vielleicht auch mit einem Hotel und einer integrierten Kindertagesstätte sowie für Wohnungen.

Der Gewerbeteil soll in zusammenhängender viergeschossigen Blockrandbebauung an der Eberswalder Straße zwischen dem alten Friedhof und der Kreuzung sowie in etwa gleicher Länge von der Kreuzung entlang der Spechthausener Straße entstehen. Dem soll sich, baulich mit dem Gewerbeteil verbunden, ein Mehrfamilienhaus anschließen. Weitere Wohnhäuser sind im hinteren Bereich des Grundstückes vorgesehen. Die Studie schlägt in einer Variante 80 Wohnungen mit Flächen zwischen 41 und 108 Quadratmetern vor. Eine zweite Variante beschränkt den Mietwohnungsbau auf den vorderen Bereich mit insgesamt 32 Wohnungen. Im hinteren Bereich wäre dann Platz für 19 »Townhäuser« (Reihenhäuser) mit Wohnflächen zwischen 181 und 214 Quadratmetern.

Letzteres könnten sich sicherlich nur Menschen mit höherem Einkommen leisten. Für die Linksfraktion ist die Mietpreisentwicklung bei Neuvermietungen in Eberswalde »besorgniserregend«. Daher setzte sie eine Änderung des Aufstellungsbeschlusses durch. Als Ziel wird nun festgeschrieben, daß für 25 Prozent des Gesamtwohnbestandes geförderter sozialer Wohnraum vorzusehen ist. Davon abgesehen begrüßen die Linken »die Entwicklung des Geländes und die grundsätzlichen Planungen«.

Nach diesen »grundsätzlichen Planungen« wird sich die bisherige Ansammlung von Lebensmittel- und Fachmärkten sowie Kfz-Werkstätten in profanen Zweckbauten mit zugehörigen Parkplätzen zu einem neuen Zentrumsbereich in Eberswalde entwickeln.

Wie sich dies auf die bisherigen Zentren (Innenstadt, Finow und Brandenburgisches Viertel) auswirken wird, ist in der Machbarkeitsstudie nicht untersucht worden. Nachteilig dürfte das neue Zentrum vor allem für das Brandenburgische Viertel und hier insbesondere für das Einkaufszentrum »Heidewald« wirken, das dann möglicherweise bald billig zu haben ist.
Im Viertel selbst hat zuletzt der Neubau eines Sanitätshauses mit zwei Arztpraxen zur weiteren Angebotsdezentralisierung innerhalb des Ortsteils beigetragen, was dem seit zwanzig Jahren faktisch verfolgten städtebaulichen Prinzip entspricht.

Die Stadtverwaltung wurde von den Stadtverordneten beauftragt, »die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit« zu gewährleisten. Zu diesem Zweck soll der Bebauungsplan öffentlich ausgelegt werden. Dabei soll auch bekannt gemacht werden, daß der Bebauungsplan »im beschleunigten Verfahrung ohne Durchführung einer Umweltprüfung aufgestellt werden soll«.

(27. Dezember 2020)




Frostiger Blick über die Brachflächen südlich der Brandenburger Allee auf den Abriß-Block der Wohnungsgenossenschaft in der Brandenburger Allee 15-21 (rechts). Eine Neugestaltung des Bereichs soll den »Stadtteileingang West« künftig aufwerten.

Beteiligungsverfahren auf Einladung:
Den Kiezeingang West gestalten

Bereits seit Jahren wird die nach 1990 entstandene Situation an den Eingangsbereichen ins Brandenburgische Viertel im Westen wie im Osten als »städtebaulicher Mißstand« bewertet. Durch die neuen Förderstrukturen für den Stadtumbau können künftig dafür Fördermittel akquiriert werden. Dadurch gerieten diese Mißstände nun auch in den Fokus konkreter Planungen der Stadtverwaltung.

Im Zusammenhang mit der Sanierung der Frankfurter Allee wird ab Januar, sobald es das Wetter zuläßt der östliche Eingang des Brandenburgischen Viertel – also die Einmündung der Frankfurter Allee in die Spechthausener Straße neu gestaltet. Dabei wird inbesondere das geplante Regenwasserversickerungsbecken als neues gestalterisches Element ins Auge fallen (siehe »Regenentwässerung angepaßt«).

Der anschließende Bereich – von der »Specht«-Ruine abgesehen – hat bereits mit dem neuen Sanitätshaus eine gewisse Aufwertung erfahren. Allerdings zum Nachteil der Auslastung des Stadtteilzentrums am Potsdamer Platz und nicht zuletzt wegen fehlender Forderung und Förderung auf architektonisch-gestalterischem Minimalniveau.

Am westlichen Zugang zum Brandenburgischen Viertel, also für den Bereich an der Brandenburgischen Allee zwischen Schwärzesee- und Lehnitzseestraße, ist ab kommendem Jahr ähnliches geplant. Ein Planungsbüro ist bereits mit der Ideenfindung beauftragt und eigentlich sollte es schon 2020 ein erstes Beteiligungsverfahren für die Einwohnerinnen und Einwohner des Kiezes geben. Das konnte wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie nicht stattfinden.

Nun soll im Rahmen des Beteiligungsverfahren »Stadtteileingang West« im I. Quartal ein Workshop stattfinden, allerdings nur eingeschränkt auf 30 Personen, die speziell eingeladen werden. Interessenten können sich an das Quartiersmanagement oder direkt an das Eberswalder Baudezernat wenden.

Ob der Termin wie geplant im Januar stattfinden kann, hängt vor allem davon ab, wie sich die Ausbreitung des Covid-19-Virus nach den aktuell verschärften Kontaktsperren weiterentwickelt – ist also ungewiß.

Am westlichen Kiezeingang dominieren nach den Wohnungsabrissen der vergangenen Jahre südlich der Brandenburger Allee vor allem Brachflächen das Bild. Die Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 eG will für die Erweiterung der Brachen – trotz der Proteste gegen weiteren Abriß von Wohnungen – einen weiteren Beitrag leisten und auch den nördlichen Teil bis zur Lehnitzseestraße, soweit in ihrem Besitz, in eine Abrißbrache umwandeln. Wie östlich der Lehnitzseestraße bereits geschehen.

Zu dem städtebaulichen Desaster hatte zuvor schon die Stadt Eberswalde beigetragen, indem sie die beiden Schulgebäude südlich der Brandenburger Allee (Albert-Einstein-Schule und die alte Schwärzeseeschule) unmittelbar nach Schließung bzw. Umzug abreißen ließ. Auf dieser Fläche soll nun, sozusagen als erster Akt der Wiederaufwertung des Stadtteileingangs West, der Neubau eines Hortes entstehen (siehe »Wettbewerb für Hortneubau«).

Auf der bislang als wilder Parkplatz genutzten Freifläche südlich des aktuellen Abrißblocks und nördlich der ehemaligen Kaufhalle wird nach aktuellen Überlegungen im Rahmen eines Kunstprojekts ein Wasserspielplatz entstehen. Daneben könnte auf dem Grundstück zwischen Havelland- und Schwärzeseestraße ein neues Ärztehaus gebaut werden, in das dann auch der jetzt noch im beanchbarten Genossenschafts-Abrißblock in der Brandenburger Allee 15-21 praktizierende Zahnarzt einziehen könnte.

Daß es zum Abriß des Wohnblocks keine genossenschaftsinterne Alternative gibt, hatte die Genossenschaftsgeschäftsführung zuletzt im Frühsommer nachdrücklich gegenüber anfragenden Kaufinteressenten klar gemacht. In der virtuellen Sprecherratssitzung am 19. November erläuterte die Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit der Genossenschaft Claudia Riethbaum die Gründe. Das Sprecherratsmitglied Frank Neumann hatte zuvor sein Bedauern zu den Abrissen von Wohnungen geäußert. »Wir nennen es nicht Abriß, sondern Rückbau«, stellte sie klar. Die Zusagen zum »Rückbau« von drei Wohnblöcken sei notwendig gewesen, »damit uns Banken überhaupt angucken«.

Zwei Wohnhäuser in der Cottbuser Straße und in der Brandenburger Allee sind bereits »zurückgebaut«. Der »Rückbau« der Brandenburger Allee 15-21, so die Genossenschaftsmitarbeiterin, soll im Herbst 2021 erfolgen.

Mitarbeiter des städtischen Stadtentwicklungsamtes reden unverblümt von den städtebaulichen Chancen, die sich durch den Abriß und die dadurch entstandenen und entstehenden Brachflächen ergeben.

Sowohl Abriß als auch Neubau generiert zusätzliches Bruttosozialprodukt und sorgt damit für den notwendigen Aufschwung – und für teurere Mieten.
Diese Chancen sollen unter anderem bei der Gestaltung des »Stadtteileingangs West« umgesetzt werden.

Nicht zuletzt deshalb ist bei den jetzt angelaufenen Planungen eine möglichst breite Beteiligung der Einwohnerinnen und Einwohner notwendig.

Die Einschränkungen wegen der Pandemiebekämpfung erschweren das, soweit bisherige Beteiligungsformate beibehalten werden. Es entstehen aber zugleich Chancen für eine erweiterte Bürgerbeteiligung, wenn auf Streams, Chats und andere Onlinebeteiligungsmöglichkeiten zurückgegriffen wird. Wichtig für eine Beteiligung ist vor allem eine größtmögliche Transparenz in der Diskussion. Wer sich beteiligen will muß schließlich wissen, woran sie oder er sich beteiligt und was zu befürworten oder zu kritisieren ist.

Man darf gespannt sein, wie sich das »Beteiligungsverfahren Stadtteileingang West« entwickelt und inwieweit dabei tatsächlich die Interessen und Wünsche der Kiez-Bewohner Berücksichtigung finden.

Gerd Markmann – 25. Dezember 2020

Siehe auch:
»Regenentwässerung angepaßt« und
»Wettbewerb für Hortneubau«




In einigen Bereichen des Viertels kann die MAXE-Seite im Freien per freiem Internetzugang gelesen werden. Entsprechende öffentliche WLAN-Hotspots werden durch die Stadt Eberswalde am Potsdamer Platz und am »Club am Wald« angeboten. Öffentliches Internet im Kiez

Im November 2017 hatten die Eberswalder Stadtverordneten die Installation öffentlicher WLAN-Hotspots im Stadtgebiet beschlossen. Für das Brandenburgische Viertel war so ein öffentlicher Internetzugang im Bereich des Potsdamer Platzes vorgesehen. Später kam der »Club am Wald« als zweiter geplanter Standort im Kiez dazu.

Anfang Oktober informierte der Eberswalder Verwaltungsdezernent Maik Behrendt im Ausschuß für Wirtschaft und Finanzen, daß beide Standorte im vierten Quartal 2019 mit jeweils einem Access Point (AP) realisiert wurden.

Bereits 2018 waren WLAN-Hotspots auf dem Marktplatz (1 AP) und im Bürgerbildungszentrum »Amadeu Antonio« (6 AP) installiert worden. Im zweiten Quartal 2019 wurde zudem begonnen, den Tierpark mit WLAN zu versorgen (bisher 7 AP). Ziel ist eine »flächendeckende Ausleuchtung«, wozu im Tierparkgelände noch weitere 5 bis 7 AP realisiert werden müssen. Ebenfalls bereits realisiert sind 3 AP zur Internetversorgung im Familiengarten (I. Quartal 2020). In Verantwortung der Stadt soll dann noch ein weiterer WLAN-Hotspot für den Bahnhofsvorplatz installiert werden. Realisiert werden soll dieser Zugang im Zusammenhang mit dem Bau des Fahrradparkhauses.

Alles zusammen kostet für die Hardware einschließlich der Installation knapp 28.000 Euro, von denen 15.000 Euro mittels der EU-Förderung »WiFi4EU« finanziert wird, so daß knapp nur 12.000 Euro aus dem städtischen Haushalt bereitgestellt werden müssen. Hinzu kommen jährliche Kosten von 10.000 Euro für Datenleitung, Verwaltung und Service, die von der Stadt zu tragen sind.

Weitere freie Internetzugänge (17 AP) wird es in Regie des Landes Brandenburg im Rahmen der Initiative »1.500 Hotspots für BB« geben, allerdings keine davon im Brandenburgischen Viertel.

»Bürgerfreifunk« als Alternative

In der gleichen Sitzung des Wirtschafts- und Finanzausschusses nutzte Martin Knopp aus dem Brandenburgischen Viertel die Einwohnerfragestunde, um für eine weitere Möglichkeit zu werben, einen möglichst flächendeckenden freien Internetzugang in der Stadt zu erreichen. Möglich sei das mit dem sogenannten »Bürgerfreifunk«.

Für viele Einwohner gehört der Internetzugang inzwischen zur häuslichen Standardausstattung, oft als Flatrate, deren Kapazität eher selten tatsächlich ausgeschöpft wird. Mittels »Bürgerfreifunk« wäre es möglich, diese freien Kapazitäten auch anderen zugänglich zu machen.

Martin Knopp schlägt vor, daß jeder Einwohner, der sich dazu bereit erklärt, ein bestimmtes Budget und einen zusätzlichen WLAN-Router erhält, um damit seinen eigenen Internetanschluß mit de Öffentlichkeit zu teilen. Durch den zusätzlichen Router ist das Freifunknetz absolut getrennt vom privatenNetz des Anschlußeigentümers. Das sei kostengünstiger als große WLAN-Hotspots an speziellen Punkten in der Stadt aufzubauen. Mit dem »Bürgerfreifunk« könne ein über die ganze Stadt verteiltes großes öffentliches WLAN-Netz aufgebaut werden.

Lisa Rothe – 28. November 2020




Nicht alle Verkehrsteilnehmer halten sich in der Potsdamer Allee an die dort vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h.

Forderung für die Potsdamer Allee:
Barrieren gegen Raserei

Am 10. November berichtete MAXE über eine Anfrage des fraktionslosen Stadtverordneten Carsten Zinn zu einem Zebrastreifen in der Potsdamer Allee.

Dazu muß ich anmerken, daß es der Fraktion Die PARTEI Alternative für Umwelt und Natur bei dem im Herbst 2019 eingereichten Vorschlag um eine generelle Verkehrsberuhigung in der Potsdamer Allee ging, nicht bloß um einen sicheren Übergang, wie das jetzt von Herrn Zinn aufgegriffen wurde.

Wir brauchen in dieser Straße eine generelle Verkehrsberuhigung zumindest auf der gesamten Länge des Spielplatzes.

Um eine effektive Art der Verkehrsberuhigung zu gewährleisten, reicht kein Schild mit der Aufschrift »Spielstraße« oder einer Geschwindigkeitsbegrenzung, sondern es bedarf des Einbaus von Bremsschwellen, die Autofahrer dazu nötigen, langsamer zu fahren.

Wir sehen es an der Straße zwischen dem Potsdamer Platz und dem Einkaufszentrum Heidewald, daß Verbotsschilder faktisch wirkungslos sind. Diese Straße ist für den privaten Autoverkehr gesperrt. Also fahren diejenigen, die sich nicht daran halten wollen, einfach mal mit 80 Sachen durch, damit sie schnell wieder woanders sind, wo das Fahren wieder erlaubt ist.

Solches Fahrverhalten gefährdet Fußgänger, Hunde, Katzen und vor allem spielende Kinder.

Notwendig sind Maßnahmen, die so ein schnelles Fahren verhindern.

Peggy Siegemund – 26. November 2020

Siehe auch:
»Gefahrloser Übergang gefordert«




Wettbewerb für Hortneubau

maxe. Am 10. November fand in der Stadthalle im Familiengarten Eberswalde die Preisverleihung des Wettbewerbes des Neubaus für das Hortgebäude und die Neugestaltung der Außenanlagen in der Kyritzer Straße statt. Statt der geplanten öffentlichen Feier fand die Veranstaltung im kleinen Kreis statt. Eingeladen waren die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, Wohnen und Umwelt, der im Anschluß an gleicher Stelle tagte, sowie Vertreter der Presse, der Jury und die Preisträger.

Das Preisgericht hatte am 27. Oktober in fast zwölfstündiger Sitzung den Sieger des Wettbewerbs bestimmt. Insgesamt gab es 15 Wettbewerbsbeiträge.

»Es gab eine ganze Anzahl von ambitionierten und überzeugenden Vorschlägen, was zeigt, wie gut es ist, sich eines solchen Themas über das Format des Wettbewerbs zu nähern«, so Baudezernentin Anne Fellner. Die eingereichten Wettbewerbsbeiträge bestanden jeweils aus Vorschlägen für den Bau des Hortgebäudes sowie den dazugehörigen Außenanlagen, so daß die Einreichungen aus gemeinsamen Vorschlägen von Architekturbüros mit Landschaftsplanern bestanden.

Im Ergebnis gewann das Projekt nach dem Entwurf der Numrich Albrecht Klumpp Gesellschaft von Architekten mbH aus Berlin in Zusammenarbeit mit der KuBuS Freiraumplanung GmbH & Co. KG den ersten Preis.

»Mit dem Wettbewerbsbeitrag wurde eine herausragende Lösung präsentiert, die zu einer deutlichen Aufwertung des Stadtraumes beiträgt und eine dem Nutzungsziel Hort besonders gerecht werdende und gestalterisch prägende Planung präsentiert«, so Prof. Heinz Nagler, Leiter der Jury des Wettbewerbs. Nun schließlich steht ein Verhandlungsverfahren mit den drei Preisträgern an, welches noch in diesem Jahr abgeschlossen werden soll. Die drei bestplatzierten Architekturbüros/ Bieter müssen dafür Angebote abgeben und weiterführender Unterlagen einreichen. Ziel ist es, den neuen Hort mit seinen Freiflächen bereits im Jahr 2022 zu beziehen. Der Wettbewerb war ein Teil des Vergabefahrens für das Projekt.

Den zweiten Preis belegte die AV1 Architekten GmbH in Kooperation mit METTLER Landschaftsarchitektur. Dieser, ebenfalls aus Berlin stammende Vorschlag, konnte durch eine klare städtebauliche Setzung und städtebauliche Eleganz punkten. Den dritten Platz belegten die KA Keller Architekten aus Cottbus, mit einem gemeinsamen Vorschlag mit der LOCODROM Landschaftsarchitekten GbR, der vor allem in den Bereichen Funktionalität und klarer Gestaltung. Darüber hinaus wurde die Einreichung von PETZI+PETZI Architekten PartGmbB aus Oranienburg in Zusammenarbeit mit der Henningsen Landschaftsarchitekten GmbH anerkennend erwähnt, welches sich durch eine geschickte räumliche Gliederung sowie durch Variabilität auszeichnete.

Mit der Auslobung des Wettbewerbs, welcher im Juni 2020 europaweit ausgeschrieben wurde, hat die Stadt Eberswalde auf die schnelle Umsetzung gedrängt, denn der Bedarf an Hortplätzen ist im Brandenburgischen Viertel groß. Die Bauausführung wird in Holzmodulbauweise erfolgen, was einerseits auf die Eberswalder Holzbauoffensive abzielt und andererseits durch standardisierte, vorgefertigte Abläufe zu einer Zeitersparnis führt.

Eine Aufzeichnung der Preisverleihung sowie eine digitale Ausstellungsschau wird ab Donnerstag, dem 12. November 2020, auf der Homepage der Stadt Eberswalde (www.eberswalde.de) zur Verfügung stehen. »Dies ersetzt dann leider auch die Ausstellung«, so Anne Fellner, »die wir sehr gerne im Dietrich-Bonhoeffer-Haus im Brandenburgischen Viertel durchgeführt hätten. Dies ist uns aber unter den Maßgaben der verschärften Umgangsverordnung nicht möglich.«

(16. November 2020, ergänzt am 22. November 2020)


Eine Aufzeichnung der Preisverleihung kann hier angesehen werden.
Folgender Link führt zur Digitalen Ausstellungsschau.

Weitere Informationen hat die Stadtverwaltung als PDF bereitgestellt:





Gehwegsanierung im Kiez

maxe. Kürzlich legte das Tiefbauamt der Eberswalder Stadtverwaltung die Prioritäten- und Maßnahmeliste zur Geh- und Radwegsanierung für die kommenden Jahre vor. Die Stadtverordneten erhalten diese Liste zur Information, haben darüber also nicht abzustimmen. Dies ist Sache der Verwaltung, der dafür als Beratungsorgan den sogenannten Runden Tisch Geh- und Radwegsanierung zur Verfügung steht, in der die Fraktionen in der Eberswalder Stadtverordnetenversammlung, die Ortsteilvertretungen sowie verschiedene Lobbyvereine (Senioren, Behindertenverbände, Fahrrad-Initiativen etc.) ihre Vertreter entsenden können.

Insgesamt 30 Baumaßnahmen zur Sanierung von Geh- und Radwegen sind für die Jahre 2021 bis 2023 aufgelistet. Von den 13 für 2021 vorgesehenen Projekten liegt keines im Brandenburgischen Viertel. Erst auf der Liste für 2022/23 findet sich mit Maßnahme 11 »Schorfheidestraße 6-24 (Kollektor)« ein Projekt, das einen Gehweg im Kiez betrifft. Die dafür geplanten 63.000 Euro entsprechen einem Anteil von 5,3 % an den 2021-23 für die Geh- und Radwegsanierung zur Verfügung stehenden Mittel. Allerdings kommen auch die Maßnahmen in der Prignitzer Straße zwischen Schwärzesee- und Ringstraße sowie in der Spechthausener Straße nördlich des ehemaligen Bahnübergangs der Erreichbarkeit des Brandenburgischen Viertels zugute. Hier sollen weitere 153.000 Euro investiert werden. Insgesamt wird also der Kiez durchaus entsprechend seiner Einwohnerzahl bei der Geh- und Radwegsanierung angemessen berücksichtigt.

Der im Viertel wohnende fraktionslose Stadtverordnete Carsten Zinn moniert indes die späte Aufnahme der Maßnahme in die Liste. Zumal die hohe Listenposition auf eine Realisierung erst im Jahr 2023 oder gar später hoffen lasse. Die Sanierung des Gehwegs in der Schorfheidestraße habe er bereits in seiner Amtszeit als Ortsvorsteher von 2008 bis 2014 gefordert. Und auch in der Einwohnerversammlung von 2019 habe dieser Dauerbrenner zu den Themen gehört, die von den Einwohnern hinterfragt wurden. Zinn bat daher die Tiefbauamtsleiterin Heike Köhler zu prüfen, »ob es nicht doch noch möglich ist, diese mehr als überfällige Sanierungsmaßnahme in das Kalender-und Haushaltsjahr 2021 vorzuziehen«. Vielleicht sei es auch kurzfristig möglich, gegebenenfalls anderweitig eingesparte finanzielle Mittel innerhalb des Baudezernates für eine vorfristige Sanierung dieses Gehwegabschnittes umzuschichten, wie es beispielsweise vor einigen Jahren in der Spreewaldstraße in Höhe der Bildungseinrichtung Buckow e.V. möglich war.

Wie die Baudezernentin inzwischen der MAXE-Redaktion auf Anfrage mitteilte, wurden und werden im Brandenburgischen Viertel aktuell folgende Maßnahmen entsprechend der vom Runden Tisch Geh- und Radwege vorgeschlagenen Prioritätenliste durchgeführt:

  • In den vergangenen Jahren Sanierung mehrere Teilabschnitte im Brandenburgischen Viertel
  • 2020 ein Teil des Gehweges in der Prignitzer Straße von Schwedter Straße bis Potsdamer Allee
  • 2021/2022 Teilstück Prignitzer Straße von Am Schwärzesee bis Ringstraße, Teilstück Spechthausener Straße, Teilstück Schorfheidestraße.

Diese Sanierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen werden ohne externe Förderung aus dem städtischen Haushalt finanziert.

Zusätzlich wird entsprechend dem vom Stadtentwicklungsamt erarbeiteten Wegenetzkonzept für den Kiez 2021/22 eine erste aus Fördermitteln finanzierte Maßnahme im Bereich Schorfheidestraße durchgeführt. Zur Zeit läuft die Planungsausschreibung.

Anne Fellner weist zudem auf weitere Maßnahmen hin, die im Brandenburgischen Viertel durchgeführt werden: die Erneuerung der Frankfurter Allee (2020/21) und die bereits realisierte Erneuerung der Potsdamer Allee im Bereich des Potsdamer Platzes.

(12. November 2020)

Siehe auch: hier




Zur Neugestaltung der Ausstellung in Maschas Galerie in der Potsdamer Allee 61 soll auch ein neues Banner für den Balkon gestaltet werden.

Neugestaltung einer Ausstellung in der Potsdamer Allee 61:
»Die Platte neu Auflegen«

maxe.Die Ausstellung »Die Platte neu Auflegen: Die Entwicklung des Brandenburgischen Viertels und die Geschichten seiner Bewohner« wird verlängert und neu gestaltet.

Im Rahmen des Projektes hatte sich eine Kooperation mit der städtischen Wohnungs- und Hausverwaltungsgesellschaft (WHG) ergeben, die in der Potsdamer Allee 61 eine Wohnung zur Verfügung stellte, die sich noch im originalen DDR-Zustand befindet.

Das Kooperationsverhältnis habe sich sehr positiv entwickelt, berichtet die Ausstellungsmacherin Mascha Heß. Die Ausstellung wurde sowohl im Viertel als auch von vielen Interessierten von außerhalb sehr gut angenommen und auch gerne für kommunalpolitische Meetings genutzt. Die WHG hat sich daher bereit erklärt, den Kooperationsvertrag und somit auch die Existenz der Ausstellung bis zum 31. Mai 2021 zu verlängern.

Bestandteil der Ausstellung ist ein Sonderausstellungsraum, in dem momentan Fotografien von Kindern aus dem Viertel zu sehen sind. Die Bilder entstanden bei dem Projekt »Kiez, Kids, Kameras: Fotografien vom Brandenburgischen Viertel«. Nun, ein Jahr nach der Eröffnung, sei es an der Zeit, der Ausstellung neuen Glanz zu verleihen, sagt die Ausstellungsmacherin Mascha Heß. Die Bilder sollen wie geplant den Kindern überreicht werden, während der Sonderausstellungsraum neu gestaltet wird. »Da ich selber hier im Brandenburgischen Viertel wohne, habe ich in den vergangenen Jahren viel fotografiert. Von diesen Fotografien möchte eine kleine Auswahl großformatig präsentieren.« Um der Stimmung der Fotografien gerecht zu werden, will die Galeriekünstlerin drei Fotografien in Tapetenform über die gesamte Wandfläche des Raumes anbringen. Entsprechende Angebote hat sie inzwischen eingeholt und beim Sprecherrat »Soziale Stadt« eine Förderung beantragt.

Zugleich entscheidet der Sprecherrat in der ersten Novemberwoche per eMail-Abstimmung über den Antrag, die Fertigung eines neuen Werbebanners zu fördern. Das alte Plakat enthält nicht mehr die korrekten Ausstellungsdaten und hatte zudem den Nachteil, »vom Winde verweht« zu werden. Das künftige Banner soll aus stabilem Material angefertigt werden und natürlich die aktuellen Kontaktdaten und die ab Januar gültigen regelmäßigen Öffnungszeiten enthalten.
Für die beiden Maßnahmen sind Kosten von zusammen 2.660 Euro beantragt worden, die auch kurz vor Jahresende noch im Projektfonds vorhanden sind.

(3. November 2020)

Siehe auch: »Lebensgeschichten-Projekt«

Siehe auch: »Lebensgeschichten gesucht«




Ausschnitt aus dem Lageplan der Stadtverwaltung Eberswalde. Platz für 5 Fahrradbügel am Potsdamer Platz, westliche Seite, zur Schule hin. 2 Fahrradbügel könnten neben der Bushaltestelle neben der Sparkasse aufgestellt werden. Ebenfalls 2 Fahrradbügel sollen neben der gegenüberliegenden Bushaltestelle am »Heidewald« installiert werden. Vorm Heidewald haben die Mitarbeiter der Stadtverwaltung Platz für 4 Fahrbügel ausgemacht. Hier könnte der erste Bügel in der Flucht des Baumes aufgestellt werden, während 3 weitere im Abstand von jeweils 1,50 Metern folgen. Fahrradbügel am Potsdamer Platz

maxe. Der Stadtverordnete Carsten Zinn hatte kürzlich Sören Bauer vom Eberswalder Stadtentwicklungsamt gebeten, »zu prüfen inwieweit auf beide Seiten des Potsdamer Platzes zeitnah moderne zertifizierte bzw. standardisierte Fahrradabstellanlagen installiert werden können«.

Dieser Vorschlag sei mehrfach von Nutzern des Wochenmarktes im Brandenburgischen Viertel an ihn herangetragen worden. Derzeit bleibe der »radelnden Kundschaft« nur die Alternative, ihre Fahrräder an den Bäumen am Potsdamer Platz abzustellen.

Amtsleiterin Silke Leuschner reagierte unverzüglich: »Wir werden zusammen mit dem Tiefbauamt prüfen, wo, was und wann im Bereich des Potsdamer Platzes an Radabstellanlagen installiert werden könnte«. Den Markttag am 30. September nutzten Vertreter der Stadtverwaltung, um sich den Potsdamer Platz bezüglich möglicher Fahrradbügel anzusehen. Ihre Standortvorschläge hielten sie auf einem Luftbild fest.

»Direkt vor dem Heidewald«, informierte Tiefbauamtsleiterin Heike Köhler, »können wir keine Bügel aufstellen, da die Flächen uns nicht gehören. Bezüglich Realisierung können wir wahrscheinlich erst im Haushaltsjahr 2021 reagieren. Falls zum Jahresende doch noch Mittel vorhanden sind, versuchen wir es natürlich früher.«

»Persönlich kann ich mit den Standortvorschlägen sehr gut leben«, sagt dazu Carsten Zinn. »Trotzdem ist es mir wichtig diesbezüglich ein größeres Stimmungs- und Meinungsbild zu bekommen.« Er bittet die »fahrradaffinen« Besucher des Wochenmarktes, aber auch anderweitige Nutzer des Potsdamer Platzes sowie die unmittelbaren Anlieger, sich zeitnah zu den Vorschlägen zu äußern.

(7. Oktober 2020)




Das »Wimmelbild« von Sophia Schrade steht hier zum Herunterladen zur Verfügung.

Zum Ausmalen:
Ein Wimmelbild für den Kiez

maxe. Quartiersmanagerin Julia Klemm informierte am 17. September den Sprecherrat »Soziale Stadt« über die Fertigstellung eines »Wimmelbildes« vom Brandenburgischen Viertel. Das Bild zum Ausmalen kann vervielfältigt werden und wird vom Quartiersmanagment bereitgestellt.

Gezeichnet wurde das »Wimmelbild« von der Eberswalder Grafikerin Sophia Schrade (www.sophiaschrade.com). Sophia Schrade arbeitet derzeit an einem Malbuch über die Fête de la Viertel 2020, in das weitere »identitätsstiftende Bauwerke« im Kiez, wie das Freizeit-Schiff in der Prignitzer Straße.

(30. September 2020)


Quartiersmanagement Brandenburgisches Viertel
Kontaktbüro Soziale Stadt / Bürgerzentrum · Schorfheidestraße 13 · 16227 Eberswalde
Telefon: (Di) 03334 81 82 45, (Mo, Mi-Fr) 030 44 36 36-85
Mobil: 0176 95 49 82 20
Sprechzeiten: Dienstag, 13 - 16 Uhr, Donnerstag, 10 – 13 Uhr
eMail: quartiersmanagement@eberswalde.de"




Am Rande des großen Events zur Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen Land, Stadt und Wohnungsgenossenschaft gab es Proteste gegen den Abriß der Brandenburger Allee 15-21. Es wird abgeräumt. Für Andersdenkende und Protestierer, einschließlich deren Kinder, standen die für die Eventgäste bereitgestellten Getränke, wie ausdrücklich bestätigt wurde, selbstverständlich nicht zur Verfügung. Der »Brausediebstahl«

maxe. Der Kooperationsvertrag zwischen Wohnungsgenossenschaft, Land und Stadt ist unterschrieben. Die Wohnungsgenossenschaft erhält Förderungen für die Sanierung von elf Wohnblocks mit insgesamt 368 Wohnungen und einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 57 Millionen Euro. Davon werden rund 52 Millionen Euro gefördert – durch zinslose oder zinsbegünstigte Kredite.

Als Bestandteil des Pakets wurde auch der Abriß des Wohnblocks in der Brandenburger Allee 15-21 vereinbart. Hier werden von den 250.000 Euro Gesamtkosten 181.500 Euro gefördert – wobei hier die Fördersumme als nicht rückzahlbarer Zuschuß gewährt wird. Nur dadurch gewinnt der Abriß die nötige betriebswirtschaftliche Attraktivität für die Genossenschaft.

Die Unterzeichnung des Kooperationsvertrages wurde als großer Event zelebriert. Die Genossenschaft hatte neben dem aktuellen Sanierungsobjekt in der Havellandstraße auf der Brachfläche eines vor etwa 15 Jahren abgerissenen Wohnblocks durch ein Cateringunternehmen Pavillions und Stehtische aufbauen lassen. Um die Reden des Ministers, des Bürgermeisters, des Landrates und des Genossenschaftsvorstandes anzuhören, waren als Publikum zahlreiche Genossenschaftsmitarbeiter, Mitarbeiter der Stadtverwaltung und einige Stadtverordnete erschienen.

Das ursprünglich auf 15.30 Uhr angesetzte Event begann dann – wie zwei Tage vorher mitgeteilt wurde - eine Stunde vorher. Die Veranstalter und ihr geladenes Publikum blieben so zunächst unter sich. Erst ab 15 Uhr, der Minister war gerade abgefahren, fanden sich auch Einwohner des Viertels ein, unter ihnen Mitglieder und Sympathisanten der Wählergruppe Die PARTEI Alternative Liste Eberswalde. Sie entfalteten u.a. ein Plakat »Kein Abriß mehr von Wohnraum – Für bezahlbares Wohnen«. Etwa ein Dutzend Einwohnerinnen und Einwohner des Brandenburgischen Viertels beteiligten sich an dem stillen Protest.

Bürgermeister, Baudezernentin und die Genossenschaftsvorstände spendeten böse Blicke. Ansonsten war Ignoranz angesagt und mangelnde Souveränität im Umgang mit den Protesten. Dies gipfelte schließlich in dem makabren und lächerlichen »Brausediebstahl«.

Die Protestierenden hatten auch Kinder dabei. Auf den Tischen für die Eventgäste standen Flaschen mit Brause herum. Tristan (7 Jahre) schnappte sich eine der Flaschen und nahm einen Schluck. Als er seiner kleinen Schwester nachjagte, um auch ihr ein Schlückchen Brause zukommen zu lassen, kam eine Angestellte des Cateringdienstes, den die Genossenschaft für die Veranstaltung mit dem Minister engagiert hatte, und nahm der Mutter die Flasche aus der Hand mit den Worten: Sie sind dagegen. Auf Nachfrage bestätigte die Catering-Mitarbeiterin, daß sie dies auf Anweisung tue. Der Flascheninhalt wurde kurz darauf weggekippt.

Dabei richteten sich die Proteste, wie Mirko Wolfgramm (Fraktionsvorsitzender von Die PARTEI Alternative für Umwelt und Natur) gegenüber MAXE betonte, keineswegs pauschal gegen den abgeschlossenen Kooperationsvertrag, sondern explizit gegen den geplanten Abriß des Wohnblocks in der Brandenburger Allee 15-21. Zumal hier Lösungen möglich wären, die den betriebswirtschaftlichen Erfordernissen der Genossenschaft entsprechen und die Abrißkosten sparen würden.

gm – 5. Juni 2020

Siehe auch:
»Initiative: Denkmalschutz für einen Plattenbau!«
»Abriß abgesegnet«
»Denkmalschutz für Abrißblock«
»Unser Viertel wird weiter zerstört!«
»Großprojekt BRAND.VIER«
»Aktionen gegen Wohnungsabriß und Mietsteigerung«
»Unglaublich! – Wohnungsgenossenschaft auf neuen (Miet)Höhen«




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