Kiezmagazin fürs Brandenburgische Viertel in Eberswalde

Regelmäßige Kiez-Termine

Kulturbund
Klub "Heinrich Mann"

Cottbuser Str. 5a (hier mehr):
Malzirkel 1./3. Do 14 Uhr
Handarbeiten 2./4. Do 14 Uhr
Foto-Club 2. Di, letzt. Di 18.30 Uhr
FG Ornithologie 3. Di 18.30 Uhr
Klöppelgruppe 4. Dienstag 14 Uhr

Eltern-Kind-Zentrum (EKiZ):
Mütter-Fitness-Gruppe
Mo 9.30 Uhr, SV Motor Turnhalle
Potsdamer Allee 37
Krabbelgruppe Mi 9.30 - 11 Uhr
Bonhoeffer-Haus, Potsdamer Allee

AWO Ortsverein Finow:
Nachmittag im Seniorenclub
Mi 14 Uhr, Frankfurter Allee 24

WBG-Vereinshaus, Havellandstr. 15:
Sportgruppe @ H15 Mo 18.30-20 Uhr
Offene Naehwerkstatt Mi 10-13 Uhr
Repair-Café & Six-to-Zero Fr 15 Uhr
Hebewerk e.V. im H15

Gemeindezentrum:
Familiennachmittag dienstags
16 - 17 Uhr, Dietrich-Bonhoeffer-Haus
Potsdamer Allee 35
Familiensport, Di 15-16 Uhr
Do 15-16.30 Uhr, SV Motor Turnhalle
Potsdamer Allee 37

WBG-Freizeitschiff:
Rommé, Skat ... Mo 14 Uhr
Handarbeitstreffen Do 13 Uhr
Prignitzer Str. 48



Hoher tierischer Besuch an einem durchwachsenen Regentag im 1. Bauabschnitt. Der Regen jedoch war bitter nötig, was der Feuerwehrhauptmann bestätigte, der an der Schönholzer Straße das Abpumpen der großen Pfütze beaufsichtigte, die sich bei starken Niederschlägen im Bereich der Haltestelle Waldhäuschen bildet.

Veranstaltungen

So, 26. Mai - 8 bis 18 Uhr
Europa- und Kommunalwahlen

Mittwoch, 29. Mai, 20 Uhr:
Jazz in E - "Ritual" - Eröffnungskonzert
Paul-Wunderlich-Haus, Info 03334-835 20 53
Es musizieren Künstler aus Deutschland,
Polen und Simbabwe. www.mescal.de


 Bürgerinitiative  Radwege in Eberswalde
 Neuer Beitrag  Mitteilungen der Bürgerinitiative

MAXE-Volltextsuche:
Kontakt zur





Eine Anzeige der Listenverbindung zur Kommunalwahl Die PARTEI Alternative Liste Eberswalde vom 21. Mai 2019




Baufortschritt Sanitäts- und Ärztehaus


Foto: Jürgen Gramzow - 23. Mai 2019



Kiezmagazin MAXE auf Papier

Das war der Plan – es war ein schöner Plan

maxe. Es ist mittlerweile mehr als vier Jahre her, als mit MAXE Nummer 25 die vorerst letzte Papierausgabe unseres Kiezmagazins in die Briefkästen des Brandenburgischen Viertels verteilt worden war. Von 2012 bis 2014 hatte es die MAXE-AG geschafft, fast monatlich unser Kiezmagazin herzustellen – und das alles aus eigener Kraft, ohne irgendwelche Fördergelder und sogar gegen den Widerstand des Eberswalder Bürgermeisters bzw. seiner Beauftragten.

Die bevorstehenden Kommunalwahlen sollte es nun möglich gemacht, wieder eine MAXE-Ausgabe aufs Papier zu bringen. Eine Wahlanzeige und mehrere großzügige Spenden spülten das nötige Geld für den Druck einer Ausgabe in die MAXE-Kasse. Die Spender legten sogar noch einmal kräftig drauf, damit wir eine lokale Druckerei beauftragen konnten.

Die MAXE-Redaktion machte sich an die Arbeit und konnte die fertige Satzdatei am 9. Mai an die besagte Druckerei übermitteln. Die Frage, ob der Druck in der üblichen Bearbeitungszeit von einer Woche fertig würde, wurde bejaht. Wir bereiteten uns also vor, am 16. oder spätestens am Freitag, den 17. Mai, mit der MAXE-Verteilung zu beginnen.

Eine telefonische Nachfrage am 15. Mai ergab dann zunächst, daß der Druck erst am Freitag, also am 17. Mai, fertig sei.

Als am 17. Mai einer unserer Mitstreiter direkt in der Druckerei nachfragte, mußte er überrascht feststellen, daß mit dem Druck noch nicht einmal begonnen worden war. Er erfuhr, daß das benötigte Papier nicht geliefert worden sei, was in der Geschichte der Druckerei noch nie vorgekommen sei.

Schließlich ließen wir uns darauf ein, nunmehr ersatzweise das dickere Bilderdruckpapier zu nutzen. Der Juniorchef versprach, daß am Montag (20. Mai) gedruckt werde und am Dienstagnachmittag (21. Mai) alles fertig sei.

Eine letzte Nachfrage am Montagvormittag erweckte den Anschein, alles sei in Ordnung. Der Firmenchef versprach die Lieferung nun sogar schon zum Dienstagmittag.

Am Dienstag, den 21. Mai, verging der Mittag ohne Lieferung als schließlich das Telefon läutete. Der Seniorchef entschuldigte sich vielmals, aber nun sei das falsche Papier geliefert worden und von dem stärkeren Bilderdruckpapier sei nicht mehr soviel da – aber sie würden jetzt damit anfangen und morgen (also Mittwoch, den 22. Mai) könnte auch schon geschnitten und gefaltet werden...

Wir haben uns darauf schließlich nicht mehr eingelassen und den Druckauftrag storniert. Denn selbst wenn diese Druckerei tatsächlich noch geliefert hätte, hätten wir es kaum noch geschafft, das Kiezmagazin rechtzeitig vor dem Wahlsonntag zu verteilen. Damit wären wir bezüglich der Wahlanzeige, die uns den Druck zum beträchtlichen Teil finanziert hätte, womöglich regreßpflichtig geworden.

Trotz alledem wird es eine MAXE-Ausgabe auf Papier geben.

Wir haben eine Menge Arbeit in das Projekt hineingesteckt. Das soll nicht umsonst gewesen sein. Indes, mit dieser Druckerei werden wir es nicht nochmal versuchen. Eine solche Erfahrung reicht.

Natürlich fehlt nun das Geld aus der Wahlanzeige. Die Online-Variante, die aktuell zu sehen ist, spült leide deutlich weniger Penunse in die Kasse als die gedruckte Version. Aber wir haben ja noch die Spenden und sparen den Aufpreis der lokalen Druckerei.

Ein paar Euro fehlen noch. Wir rufen Sie daher auf, sich an der Finanzierung Ihres Kiezmagazins zu beteiligen. Beispielsweise, indem Sie 10 Exemplare für Ihren Hausaufgang für 5 Euro kaufen (das hatten wir damals schon). Und natürlich sind Spenden in beliebiger Höhe immer willkommen. Als Herausgeber für das Kiezmagazin MAXE haben wir den Verein Barnimer Bürgerpost e.V. gewonnen, der bereits seit 1995 die gleichnamige Monatszeitung herausgibt, also über einige Erfahrung verfügt – und nicht zuletzt auch über einige seiner Mitglieder mit unserem Kiezmagazin verbunden ist.

Für Käufe, Spenden, Zuwendungen und sonstige Zahlungen steht somit das Konto des Herausgebervereins zur Verfügung. Bitte unbedingt im Zahlungsgrund MAXE angeben, damit das die Vereinsbuchhaltung auch unserem Kiezmagazin zuordnen kann.

IBAN: DE27 1009 0000 3599 4610 00
BIC: BEVODEBB
Berliner Volksbank eG
Kontoinhaber: Barnimer Bürgerpost e.V.
Verwendungszweck: MAXE (Zusätze sind möglich wie »Spende« oder »1 Hausaufgang« oder »100 Hausaufgänge«...)

21. Mai 2019




Letzte Aktivitäten:
Vor der Kommunalwahl

maxe. Während sich bei der Europawahl die Bürger zwischen endlos langen Listen entscheiden müssen, ist die Auswahl der Kandidaten beim Stimmzettel für den Kreistag Barnim und für die Stadtverordnetenversammlung Eberswalde überschaubarer. Aber auch auf lokaler Ebene streiten neue Bündnisse abseits der etablierten Parteien um die Gunst der Wähler.

Die Bürgerinitiative Radwege Eberswalde, die ein erfolgreiches Bürgerbegehren auf den Weg gebracht hat, schloß sich der Alternativen Liste Eberswalde an und holten zugleich als zugkräftigen Partner die auf Europaebene agierende PARTEI mit ins Boot, um der Ingnoranz von Landrat und Bürgermeister die Stirn zu bieten, die das Bürgerbegehren kurzerhand für unzulässig erklären ließen.

Das Bündnis Eberswalde, ursprünglich nothalber entstanden durch den Austritt zweier Fraktionsmitglieder von den LINKEN bzw. von der SPD, versammelt mittlerweile eine bunte Schar Finower Kleinunternehmer um sich und springt auf den Zug des Bürgerbegehrens Heegermühler Straße mit auf.

Die Bürger für Eberswalde, eine mittlerweile große Truppe von engagierten lokal Interessierten, verströmen mehr Energie als manch etablierte Alt-Partei und setzten sich, wie die oben genannten, u.a. gegen die weitere Verengung von Verkehrswegen der Bandstadt Eberswalde-Finow ein. Mit im Kader ist Katja Lösche, prominente Darstellerin in einem Imagefilm der Stadt Eberswalde, mit dem Titel "Die Rückkehrerin".

Auch deren bisherige Partner Bürgerfraktion Barnim polemisiert gegen die "Politik des Farbeimers" und spielt damit auf die Markierung der Radstreifen in der Heegermühler Straße an. Die Gelegenheit, schon in der abgelaufenen Wahlperiode in der Stadtverordnetenversammlung gegen den verkehrspolitischen Unsinn Front zu machen, nutzten beide Gruppen leider nur halbherzig.

Neu unter den Bewerbern ist die Initiative Für Umwelt und Natur - Gegen B167neu, die eine Listenverbindung mit der kreis- und landesweit auftretenden Brandenburger Vereinigte Bürgerbewegung/Freie Wähler eingegangen ist.

Über CDU, SPD, LINKE, Grüne und FDP gibt es nicht viel zu sagen, höchstens, daß sie mit ihrer geballten Finanzkraft die Stadt mit Plakaten in großem Stil zukleistern, daß die Verkehrssicherheit ernsthaft gefährdet ist.

Auf den Ausgang der Wahlen darf man gespannt sein. In den Briefwahllokalen zeichnet sich laut MOZ schon ein höheres Interesse ab. Gelingt ein Wandel in der Kommunalpolitik, weg von von den erstarrten Blöcken der etablierten Parteien? Maxe wird darüber berichten ...

19. Mai 2019




Strahlende Kinderaugen

Manchmal reicht eine Mail, sie dazu zu bringen

Vor nicht allzu langer Zeit hatten wir vom Dietrich-Bonhoeffer-Gemeindezentrum bei Herrn Jordan, dem Geschäftsführer des Kreissportbundes Barnim e.V., nach Fußbällen für unser Familiensportangebot in der SV Motor Turnhalle nachgefragt.

Nach einem kurzen Telefonat und einer unproblematischen Terminabsprache kam es dann am 9. Mai zur Übergabe der Bälle, wofür wir uns herzlich bedanken möchten.

Die Kleinen – und auch die Großen – strahlten nicht nur um die Wette, sondern testeten die Bälle sofort ausgiebig aus und befanden sie für sehr gut! Mehr Lob geht nicht.

Jörg Renell (Dietrich-Bonhoeffer-Haus) – 14. Mai 2019





Die (Europa-)Wahl der 40 Möglichkeiten


12. Mai 2019



Ein letzter Schubs - und der Stamm der Birke fällt. Im Vordergrund sind die Bodenanhebungen im wurzelbereich der Birke zu sehen, welche die Zweifel an der Standsicherheit des Baums begründeten.

Baumfällung im Frühling

maxe. Im Mai schlagen die Bäume aus. Binnen weniger Tage wurde alles grün und die Vögel begannen ihre Nester zu bauen und mit der Brut.

In dieser Zeit ist das Fällen von Bäumen grundsätzlich verboten. Ausnahmen gibt es nur, wenn die Verkehrssicherheit gefährdet wird.

Genau dies war bei einer Birke auf dem Wohnhof zwischen Prenzlauer und Schorfheidestraße der Fall. Am 9. Mai wurde der Grundstückseigentümer, die WohnungsGenossenschaft 1893, darauf aufmerksam gemacht, daß eine stattliche Birke am Weg der durch den Hof führt, schräg stehe.

Die Genossenschaft schickte einen Baumgutachter, der dies bestätigte. Im Wurzelbereich war der Boden angehoben und deutliche Risse zu sehen. Es bestand also tatsächlich die Gefahr, daß der Baum beim nächsten stärkeren Wind umstürzt.

Nadine Morgenstern von Natur- und Denkmalschutzbehörde des Landkreises bestätigte am 10. Mai diese Angaben.

Am gleichen Tag war schon die von der Genossenschaft beauftragte Baumfällfirma Ohlendorf mit ihrer Technik angerückt und ging dem Baum mit der Kettesäge zu Leibe.

10. Mai 2019





Eindrücke vom Völkerball-Turnier der Toleranz




maxe. In einem stimmungsvollen Turnier in der Motor-Halle an der Potsdamer Allee siegten im Finale des 9. Völkerball-Wettkampfes von zehn Mannschaften der Region die zweite Mannschaft vom Vorspiel SSL Berlin e.V. Zweiter und dritter Sieger wurden die Alt-Stars und TheosGym, beide aus Eberswalde. Das gelungene Zusammentreffen organisierten wie immer die Zonenboys aus Eberswalde, die in diesem Jahr auf Platz vier kamen. Auf den weiteren Plätzen: Moabits Beste I, Manowarriors, Vorspiel I, DonPromillo, Moabits Beste II und Die PARTEI KV Barnim.
(5. Mai 2019)



Inzischen sind der Protestplakate abgeräumt. Irgendjemand hatte sie nach der Demonstration gegen Mietenwahnsinn und Wohnungsabriß in Eberswalde am 8. April an dem Haus der Wohnungsgenossenschaft 1893 befestigt. Die Genossenschaft verschickt derzeit zum Teil drastische Mieterhöhungsverlangen. Inzwischen haben die Betroffenen begonnen, sich miteinander zu vernetzen. Kontakt: .

Wohnungsgenossenschaft 1893 auf neuen Höhen:
Unglaublich!

Die beiden Geschäftsführer der Wohnungsgenossenschaft 1893 e.G. sind »stolz wie Bolle«, weil die Genossenschaft einen Preis für ihr »digitales Vermietungsbüro« bekam.

In einem mit »Unglaublich – Wir sind Erster« überschriebenen Interview im Mitgliederjournal »Genossenschaftsgeflüster« erzählt Guido Niehaus über die Erfolge: »Die Leerstandsquote sinkt kontinuierlich. Vor der Digitalisierung hatten wir 20 Prozent. Inzwischen sind wir unter 14 Prozent.« Dabei verschweigt Niehaus, daß die Leerstandsquote vor allem aufgrund des kürzlich erfolgten »Rückbaus« von 2 Wohnblocks mit etwa 90 Wohnungen so stark gesunken ist.

Dafür spricht sein Kollege Volker Klich aus, worum es geht, nämlich darum, daß »wir Stück für Stück die Mietpotentiale ausschöpfen«. Dies entspanne »nicht nur die wirtschaftliche Situation«, so Klich weiter, sondern »auch unsere Mitglieder haben wieder was davon, daß sie Eigentümer der 1893 sind.«

Konkret haben die Mitglieder vor allem eines davon: Mieterhöhungen!

Unglaublich, daß man darauf »stolz wie Bolle« sein kann.

Gerd Markmann - 2. Mai 2019

»Ausschöpfung der Mietpotentiale«

Aktuelle Mieterhöhungsbegehren im Bestand

  1. Finow-Ost: 9 % mehr Grundmiete
  2. Brandenburgisches Viertel: 15 % mehr Grundmiete
  3. Brandenburgisches Viertel: 30 % mehr Grundmiete

Neuvermietungen
(jeweils 3-Raum-Wohnung, 61,11 m², Bj. 1970-89, Ausstattungsklasse 3)
  • Frühjahr 2017, Brandenburgisches Viertel:
    5,50 Euro/m² (10 % über Mietspiegel 2016)
  • Frühjahr 2019, Finow-Ost:
    6,30 Euro/m² (26 % über Mietspiegel 2016)

Die Preise bei Neuvermietung stiegen damit in nur zwei Jahren um 14,5 Prozent.




- A n z e i g e -

Die PARTEI Alternative Liste Eberswalde
Alternative Liste Eberswalde
Die PARTEI
Bürgerinitiative »Radwege in Eberswalde«
Liste 12




Höhere Ansprüche für den gehobenen Geldbeutel ...


Die sieben- bzw. achtgeschossigen Mehrfamilienhäuser an der Heegermühler Straße in Westend. (Foto: Jürgen Gramzow) - 1. Mai 2019








Eberswalde Heimatstraße am 23. April 2019:
Gewaltsame Zwangsräumung

maxe. Die Staatsmacht zeigte sich nach Ostern in voller Pracht. Mindestens 50 Polizisten - darunter an die zwei Dutzend vermummte und in ihrer Verkleidung an Starwars-Klonkrieger erinnernde Beamte - waren am Vormittag des 23. April aufgeboten worden, um 3 alte und kranke Leute aus ihren Wohnungen zu vertreiben.

Der Hauseigentümer Andreas Bläsing hatte die Zwangsräumung in Gang gesetzt, weil er das Haus in der Heimatstraße im Stadtteil Kupferhammer abreißen will. Bläsing hatte Gebäude und Grundstück 2014 preiswert von der städtischen WHG Wohnungs- und Hausverwaltungsgesellschaft mbH erworben.

Mitglieder der Initiative »Recht auf Eberswalde« hatten unter dem Motto »Unsere Heimat ist die Heimatstraße« zum Protest gegen die Zwangsräumung aufgerufen und sich auf dem Privatgelände auf die Stufen zum Hauseingang gesetzt. Sie wurden von den Polizeibeamten gewaltsam fortgetragen.

(23. April 2019)




Nachbarschaftstreff im Bonhoefferhaus:
»Erzählt von eurem Leben!«

maxe. Am Sonntag, dem 28. April, lädt das Team vom Dietrich-Bonhoeffer-Haus (Potsdamer Allee 35) zum Nachbarschaftstreff ein.

»Kommt und erzählt von eurem Leben«, heißt es in der Einladung. »Ob vor der Wende, nach der Wende, mit oder ohne Fluchtgeschichte, mit oder ohne Hobby, mit oder ohne Kinder. Wir wollen essen, fragen, zuhören, antworten und verstehen.
Wir interessieren uns!
Bringt eure Leibspeise mit und laß uns gemeinsam essen.
Ein Stück Nachbarschaft probieren...«

Bereits am nächsten Tag, am Montag, den 29. April, lädt die Kleiderkammer des Kirchenkreises Barnim, die in der Eisenbahnstraße ihren Hauptsitz hat, ins Bonhoeffer-Haus ein. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kleiderkammer haben eine tolle Kollektion an Frühjahrskleidung für Frauen, Kinder und Männer zusammengestellt. »Sie können aber auch gut erhaltene Kleidung aus dem eigenen Schrank mitbringen und mit anderen Besucherinnen oder Besuchern tauschen«, informiert Katrin Adolph, die im Kirchenkreis die Geflüchtetenarbeit koordiniert. Sie ist für Gespräche und Fragen dabei.

Die Kleiderkammer wird künftig an jedem 2. Montag, jeweils von 12.30 bis 15 Uhr im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in der Potsdamer Allee 35 sein. Die nächsten Termine sind der 29. April sowie der 13. und 27. Mai.

Kleider – gegen eine kleine Spende oder im Tausch

Reden – um nützliche und schöne Tips weiterzugeben

Leute – um sich besser kennenzulernen.

(23. April 2019)




An der Frankfurter Allee:
Bahn frei für die Grundplatte!

maxe. Nachdem das Kiezmagazin am 25. Januar 2019 über erste Rodungsarbeiten berichtet hatte ("Bewegung an der Frankfurter Allee") und im Verlaufe des Februar und März alte Deckschichten entfernt wurden, sind mit der Grundierung und Planierung des großen Baufeldes, auf dem einmal ein Sanitäts- und Ärztehaus entstehen soll, alle vorbereitenden Maßnahmen abgeschlossen, um mit dem Guß der Fundamentplatte zu beginnen. Die ersten Arbeiten dazu starten diese Woche.

Der Bauherr, die KKM Immobilien GmbH & Co. KG aus der Charlottenstraße 77 in 10117 Berlin, läßt die Tief- und Hochbauarbeiten von der Firma Borgers GmbH aus 48703 Stadtlohn ausführen, die über eine Ost-Dependance in Potsdam verfügen. Momentan befinden sich auf dem eingezäunten Baugelände noch Restberge der abgetragenen Altdecke, die einmal der ehemaligen Kaufhalle aus DDR-Zeiten den stabilen Halt gaben.

Hauptnutzer und Mieter des neuen Gebäudes wird das Sanitätshaus Koeppe Eberswalde GmbH & Co. KG sein, das bisher an verschiedenen Standorten im Brandenburgischen Viertel seine Geschäfte abwickelt und sichtlich an Kapazitätsgrenzen stößt. Mit dem Rohbau des Hauses werde man Ende August fertig sein, so Lars Koeppe, und der richtige Einzug beginnt im Frühjahr nächsten Jahres.

Neben dieser guten Nachricht, daß ein neues modernes Gebäude auf verwaistem Grund entsteht, werden zwei Arztpraxen mit einziehen, die die medizinische Versorgung der Reimannviertler verbessern helfen. Hier werden noch Bewerber gesucht.

22. April 2019





Praxis für Allgemeinmedizin - Öffnungszeiten

   

Frau Klappoth hat in der Woche nach Ostern Urlaub.




Perspektivische Darstellung:
Die Zukunft der Ebertstraße-Süd

maxe. Hier, liebe Leser, eine eingebettete quasi-realistische Darstellung des zukünftigen Erscheinungsbildes der Friedrich-Ebert-Straße. Die Architektur-Grafik, die sich in der Präsentation für den Bauausschuss am 12. März 2019 befindet, haben wir optisch und in der Größe einigermaßen an- und ins Foto eingepaßt. Die Bäume, die sich jetzt noch auf dem Grundstück befinden, sieht man nur noch als schwache Schatten, denn sie werden weichen müssen. Zwischen dem 6-geschossigen »Blickfang«-Wohnturm an der Ecke und der teilweise etwas niedrigeren Bebauung in Richtung HNE-Bibliothek befindet sich etwas freier Raum für einen Durchgang. Das zweite Geschoß der linksseitigen Häuserzeile ist durchgehend als Parkhaus mit knapp 100 Autostellplätzen konzipiert. Für das Erdgeschoß sucht der Investor noch nach einem »Ankermieter« für den Einzelhandel.

11. April 2019





Eröffnung des Kommunalwahlkampfes





Gegen den MIETENWAHNSINN im Land

maxe. Auf dem Marktplatz versammelten sich zahlreiche Bürger der Stadt, junge wie alte, um unter dem Motto »Gemeinsam gegen den #Mietenwahnsinn!« gegen die zunehmende Verdrängung von minderbemittelten Familien aus den angestammten Kiezen zu protestieren.
Die zur Kommunalwahl antretene Listenvereinigung PARTEI/ALE (Liste 12) nahm am Protest unter der Forderung »KEIN ABRISS MEHR VON WOHNRAUM - Für bezahlbares Wohnen« teil.
Die »Junge Welt« war mit einem Stand vor Ort sowie die ortsansässige Zeitung.
(6. April 2019)



»Leerstand abbauen« - daran wollen sich die Mitarbeiter der Eberswalder-Finower Wohnungsgenossenschaft, die seit Anfang des Jahres 1893 eG heißt, laut einer Anzeige in einem lokalen Wochenblatt »messen lassen«. Die Genossenschaft erfüllt ihr Versprechen, wie man sieht.

Leer geräumt. Hier stand einst ein dicht bebautes Wohnquartier. Rund 1000 Wohnungen sind hier in den vergangenen 15 Jahren abgerissen worden. Der größte Teil gehörte der Wohnungsbaugenossenschaft, die jetzt "1893" heißt. Einst AWG (Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft) – dann WBG (Wohnungsbaugenossenschaft) – nun WAG (Wohnungsabrißgesellschaft).

Mietendemo am 6. April, 12 Uhr, Marktplatz Eberswalde:
Gemeinsam gegen Verdrängung und #MIETENWAHNSINN

..für eine solidarische Stadt,

  • die kein Geschäftsmodell ist, sondern Lebensraum für Alle – unabhängig z.B. von Herkunft, Sprache, Alter, Behinderung oder Einkommen,
  • in der Wohnen nicht dem Profit dient,
  • und in der Wohnraum im Sinne der Allgemeinheit bewirtschaftet wird

Wir fordern einen radikalen Kurswechsel in der Wohnungs- und Mietenpolitik.

Eberswalde darf kein Spekulationsobjekt für Wohnraum sein!

..Eberswalde – schon Speck(ulations)gürtel von Berlin?

Auch in Eberswalde wohnt es sich nicht mehr unbeschwert: die Mieten steigen. Sanierungen für ein gutverdienendes Klientel verdrängen Menschen aus der Innenstadt. Viele Wohnungen stehen unnötig leer, während bezahlbarer Wohnraum nur schwierig im Viertel der Wahl zu finden ist. Immer mehr Eberswalder Mieter befürchten, sich ihre Wohnung bald nicht mehr leisten zu können. Gleichzeitig werden ganze Wohnblöcke abgerissen.

Wir fordern für Eberswalde:

  • Keine Einzellösungen, sondern sozialverträgliche Mieten für alle
  • Demokratisierung der WHG (z.B. Mitbestimmungsrechte für Mieterinnen und Mieter, Gemeinnützigkeit statt Gewinnorientierung...)
  • Modernisierung mit den und für die Mieterinnen und Mieter, statt Luxussanierungen
  • Wohnungsabriß stoppen, Leerstand nutzbar machen

Haben diese Mißstände System?

Wohnen ist Menschenrecht. In dieser Gesellschaft werden jedoch Wohnungen wie Waren gehandelt. Ziel ist die Profitsteigerung. Hingegen müssen viele Menschen schon jetzt einen hohen Teil ihres Einkommens für die Miete aufwenden. Dabei ist die soziale Ungleichheit der Wohn- und Lebensverhältnisse kein Naturgesetz. Sie ist das Ergebnis der Vermarktung unserer Grundbedürfnisse, zu dem auch menschenwürdiges Wohnen zählt. Der Stadt der steigenden Mieten, in der wenigen gehört, was alle brauchen, setzen wir unseren Zusammenhalt, unsere Vielfalt und Solidarität entgegen.

Widersetzen wir uns!

Für diese Stadt wollen wir uns gemeinsam einsetzen! Seite an Seite – ob schon betroffen oder noch nicht. Mietenwahn und Verdrängung in Großstädte wie Berlin zeigen uns: bezahlbare Mieten müssen wir einfordern, bevor es zu spät ist!

Offene Gruppe Recht auf Stadt Eberswalde & Sympathisanten
(v.i.S.d.P.: S. Dammie)

(veröffentlicht am 31. März 2019)

Siehe auch:
Aktionen gegen Wohnungsabriß und Mietsteigerung
»Hinter den Fenstern«


Links:
Alternative Liste Eberswalde (ALE)
Die PARTEI Brandenburg oder Die PARTEI Eberswalde auf Facebook




Philokreis im Vereinshaus am Freitag, den 5. April:

Was darf ziviler Ungehorsam?

Liebe Freunde der Weisheit,

das letzte Treffen mit dem Thema »Grundgesetz« hat nur wenige hinter dem Ofen hervor gelockt. Es verwundert mich schon, dass unsere Verfassung nur auf geringes Interesse stößt. Ist es, weil alles in Butter ist? Oder weil die Diskussion eh' keinen Zweck hat? Meiner Meinung nach müsste z.B. der Zukunftsbezug stärker zum Ausdruck kommen, was z.B. KI oder Gentechnik betrifft. Oder die Besonderheit von Organisationen gegenüber natürlichen Personen (Wirtschaftsverfassung). Vielleicht starten wir demnächst einen zweiten Versuch (oder dritten und vierten, Theresa M. läßt grüßen).

Unser nächstes Treffen findet am Freitag, dem 5. April, bereits um 19:30 Uhr statt, und zwar wieder einmal im Hebewerk, Brandenburgisches Viertel, Havellandstraße 15.

Thema ist diesmal:
Was darf ziviler Ungehorsam?

Wie Ihr sicher mitbekommen habt, ist in der Friedrich-Ebert-Straße durch zivilen Ungehorsam ein neuer Fußgängerüberweg entstanden. Doch was würden wohl Moralphilosophen wie Kant, Bentham und Rawls dazu sagen? Nicht zu vergessen die Freitagsdemos während der Schulzeit ...

Näheres auf unserem Homepage-Link

Referent: Dennis Hindenburg

Mit frühlingshaften Grüßen

Peter Richter – 31. März 2019




Frühjahrsmesse im Familiengarten


Beeindruckende technische Anlagen stehen als museale Objekte im Familiengarten.

Ministerpräsident Woidke und Landrat Daniel Kurth waren leider nicht festzuhalten.

Eine riesige Spinne aus rostbraunem Stahl wacht über das Gelände bis hinüber zum Montagekran.

Bestattungsunternehmen warben um Kunden und sorgten für frühlingshafte Atmosphäre.

Statt eines riesigen Asphaltpanzers mit Stern nahm man sich von der Genossenschaft etwas Lebendiges mit nach Hause.

Auch Antenne Brandenburg war vor Ort und ließ ihre Hörer am Glücksrad drehen.

Die an der Oder gedruckte Lokalzeitung war ebenfalls mit einem Glücksrad vertreten und bot Interessierten ein zweiwöchiges kostenloses Probelesen an.

In der Vorhalle präsentierte dieser Holzkunstaussteller seine Waren, man konnte Dampflokfahrten buchen und in die Masuren verreisen.

Am Ende der Stadthalle befand sich die Bühne, auf der Antenne Brandenburg mit einem Clown die Zuschauer erheitern ließ.

(jg) - 30. März 2019




Bürgernähe versus Sicherheit:
Tantchen SPD auf dem Marktplatz

maxe. Am Mittag des 28. März dieses Jahres erregte ein knallrotes Gefährt in Transportergröße die Passanten zwischen Gustav und Rathaus, darauf zu lesen in weißer fetter Schrift: "SPD im Bundestag" und etwas kleiner: "Gekommen, um zu hören". Aber es kam offenbar noch niemand. Ein ganzer Auflauf von Menschen versammelte sich vor einem kleinen grauen Zelt, darin ein paar Tische und davor die lokalen Parteigenossen, von alt bis jung, in Erwartung des hohen Besuchs.

Ringsherum postierten sich Kamerateams von Tagesschau bis rbb und auch Fotografen/innen lauerten an jeder Ecke auf den finalen Abschuß. Wer würde hier wohl kommen, war die Frage? Dem Polizeiaufgebot zur Folge, wahrscheinlich irgendein hohes Tier. Die Bundeskanzlerin? Nein, die ist ja nur inoffizielles Mitglied und außerdem gäbs dann eine richtige Bühne zum richtig loslegen. Nein, es war ja nur die SPD.

Was haben die Sozialdemokraten in letzter Zeit nicht alles einstecken müssen: im Osten bei den jüngsten Wahlen weit hinter die AfD zurückgefallen und mit einem unglücklichen Kanzlerkandidaten bei der letzten Bundestagswahl, der zuerst als Messias gefeiert wurde, dann sich aber im entscheidenden Fernsehduell jämmerlich blamierte. Martin, Martin ...

Franz ist nicht mehr, Peer ist nicht mehr, Siegmar ist nicht mehr, Frank-Walter ist im Bellevue geparkt, Gerhard ist jetzt Weltbürger und Oskar ist nachhaltig fremdgegangen. Nun sucht man sein Heil im Hubertus und in der bodenständigen Andrea, deren Mundwerk noch keinem Skandal ausgewichen ist. Die Frage lautet: Gerechtigkeit!

Das war schon immer das Thema der Sozialdemokraten, nur gab es durch die unpopulären und ausufernden Hartz-IV-Bestimmungen in den letzten Jahren immer schlechte Presse und kaum jemand bemerkte die grundlegenden Erfolge, die diese Reform ermöglichte. Nun will sich die SPD, die angeblichen Experten und Umfragen schon immer vertraut hat, von dem Betonfuß Hartz-IV trennen und wieder Oberwasser bekommen.

Die gute alte Tante müsste von den guten alten Zeiten schwärmen, als die Sozis den Kaiser und Bismarck dazu brachten, ein Rentensystem einzuführen, das noch heute der Grundpfeiler dieser Gesellschaft ist. Sie müssten daran erinnern, daß die Sozialdemokraten mit die ersten waren, die in den KZs der Nazis verschwanden und daß sie nach dem Desaster des Ersten Weltkrieges die einzige politische Kraft war, die wieder Ordnung und Gerechtigkeit ins geschundene Land bringen konnte, inklusive Frauenwahlrecht.

Und sie müsste an den Ehrenvorsitzenden Willy Brandt erinnern, der mit seinem Kniefall in Warschau eine Wende in der Ostpolitik der alten Bundesrepublik einleitete, hin zu einer Entspannungspolitik mitten im Kalten Krieg der sich feindlich gegenüberstehenden Militärblöcke des Westens und des Ostens. Auch Herbert Wehner sollte nicht vergessen werden, den streitbaren Redner im Bundestag.

Aber das sind alles alte Zeiten. Nun heißt es vorwärts schauen. Doch in die Zukunft zu sehen, ist eine seltene Gabe. Ein Experte würde sagen, nein, besser noch: ein Orakel, daß die SPD das Potential dazu hätte, die Parteienlandschaft der BRD völlig umzukrempeln. Wenn sie sich nur geschickt anstellen würde. Das Orakel verschwiege nur die inklusive Möglichkeit des völligen Untergangs.

Nein, sowas will keiner hören! Schon gar nicht die führenden Genossen, diesmal Olaf und Katharina, die den Eberswaldern an diesem Tag aufs Maul schauen wollen: Gekommen, um zu hören. Das Fernsehen bekam seine Bilder, die Presse bekam ihr Foto und einen Hauptartikel in der Lokalzeitung, und die Hundertschaft der Polizei sorgte für ein überwältigendes Sicherheitsgefühl, daß es einem potentiellen Messerangreifer schwer fallen würde, seinen krankhaften Wahn in Ausführung zu bringen, wie geschehen beim armen Oskar.

"Wissen Sie, wer hier kommen soll?" wurde eine schußbereite Fotoreporterin gefragt. "Der Finanzminister und die Bundesministerin für Justiz" war die Antwort. Ungläubiges Staunen: "Wer soll denn das sein?" Das hat man nun davon, wenn man kein Kunde der Qualitätsmedien des Landes mehr ist ...

Jürgen Gramzow - 29. März 2019





»Grüne Infrastruktur« nichts als schöne Worte?



maxe. In Sonntagsreden wird ein Loblied auf die »lebenswerte Stadt« angestimmt, wenn es aber um knallharte Fakten geht, ist die Baudezernentin doch eher dafür, daß Bäume in der Innenstadt nichts zu suchen haben, zumal auf potentiellen Baugrundstücken und wenn Investoren zahlungskräftige Argumente dagegen vorbringen können. Genießen Sie noch einmal einen Frühling mit Birken an der Puschkinstraße, bevor ein Parkhaus aus seelenlosem Beton die Friedrich-Ebert-Straße zur Schlucht macht ...

16. März 2019




Planungen für den Nahverkehr:
Obushaltestelle für die Waldsportanlage

maxe. Die einstige Tankstelle in der Schönholzer Straße ist längst abgebaut. Der Wald holt sich die Fläche zurück. Die jungen Kiefern, die dort aufschießen, haben mittlerweile die Setzlinggröße längst hinter sich gelassen. Indes - die Fahrbahnmarkierungen, die einst das gefahrlose Abbiegen zur Tankstelle ermöglichten, gelten weiterhin. Der Verkehr aus Finow in Richtung Brandenburgisches Viertel macht weiterhin einen völlig unnötigen Schlenker. Die dortige Aufweitung der Straße soll auch künftig erhalten bleiben, informierte die Baudezernentin Anne Fellner auf Nachfrage. »Dort sollen die neuen Bushaltestellen für die Waldsportanlage entstehen, die ja einen neuen Zugang für alle Verkehrsteilnehmer bekommt und auch mit dem ÖPNV gut erreichbar sein soll.« Wie die Bushaltestellen genau aussehen werden, sei noch nicht klar. Die entsprechenden Entwürfe würden rechtzeitig der Öffentlichkeit bekannt gemacht, um eine Verständigung mit den Bürgerinnen und Bürgern zu ermöglichen.

11. März 2019




Begleitung von Langzeitarbeitslosen anschaulich dargestellt:
Integrations-Wanderausstellung

Die Bildungseinrichtung Buckow e. V. in der Spreewaldstraße setzt das Projekt „Beschäftigungschancen – im Sozialraum und mit den Familien“ seit dem 1. Februar 2018 in der 2. Förderphase um. Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt im Sozialraum Brandenburgisches Viertel. Das Projekt ist angesiedelt im Schnittpunkt von zwei Aspekten, die insbesondere die Langzeitarbeitslosigkeit mit seinen komplexen Problemlagen kennzeichnen:

Erstens geht es uns um die Selbsterkenntnis der Teilnehmenden, dass ihre Situation nur über die eigene, biografisch geprägte Sichtweise verstanden und verändert werden kann. Langzeitarbeitslosigkeit verursacht in den Familien vielfältige Probleme. Deshalb fördert das Projekt Bedarfsgemeinschaften mit Kindern durch Bildung in Bezug auch auf die Familie. Wir unterstützen die Inanspruchnahme weitergehender Hilfen für Erziehung oder Kindertagesbetreuung über das Jugendamt.

Dabei nehmen wir die Eltern mit ihren Sorgen und Nöten ernst und bestärken sie darin, daß die Sorge um ihre Kinder etwas ist, das in ihrem Leben besonders wichtig ist. Mit einer geschulten Elternbegleiterin fördern wir ihre Erziehungskompetenz in der Bewältigung des Familienalltags. Dafür fokussierten wir unsere Arbeit auf drei Unterstützungsmodule, die den verschiedenen Bedarfslagen der Teilnehmenden, insbesondere denen der Alleinerziehenden, entsprechen. Das sind Stressvermeidung und Stressbewältigung, Elternberatung und gesunde Lebensführung.

Der zweite Aspekt kennzeichnet die Bedarfslagen der Teilnehmenden in Bezug auf die erforderliche beschäftigungsorientierte Förderung. Sie sind je nach erreichtem Qualifikationsniveau der Beschäftigungsfähigkeit beziehungsweise Ausprägung der Hemmnisse zur Integration auf den Arbeitsmarkt sehr unterschiedlich. Die Unterstützungsmodule sind deshalb konkret auf die individuellen Bedarfslagen ausgerichtet. Die Erfassung der individuellen Bedarfe ist dafür ebenso eine grundlegende Voraussetzung wie die berufliche Orientierung vor dem Hintergrund des regionalen Arbeitsmarktes. Beides bildet die Basis für eine auf Eigenmotivation beruhende Perspektiventwicklung.

Wegen der zumeist verfestigten Lernentwöhnung ist das „Lernen zu erlernen“ dringend erforderlich. Dabei stehen solche Grundelemente, wie Instruktionsverständnis, verstehendes Zuhören, verstehendes Lesen, im Mittelpunkt. Mit Modulen, wie zum Beispiel die Kompetenzanalyse mit dem ProfilPASS, das Bewerbungscoaching, allgemeine Grundbildung und die Arbeitserprobung durch Praktika wird das „Lernen lernen“ unterstützt.

Seit Projektbeginn werden 75 Teilnehmende im Projekt gefördert. Davon konnten acht in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen eingegliedert werden, neun mündeten in Bildungskursen ein, acht nahmen eine geringfügige Beschäftigung auf.

Einen Exkurs in die vorhergehende Förderphase können sich Interessierte in den Projekträumen in der Spreewaldstraße 20/22 noch bis zum 29. März 2019 anschauen. Es wurden 4 Träger von 36 Projekten in Brandenburg für die Erstellung einer Wanderausstellung ausgewählt. Zwei unserer Teilnehmenden erklärten sich bereit, Ihre Geschichte zu schildern.

Das Projekt wird durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert.

Katja Knöfel - 7. März 2019


Kontaktdaten und Ansprechpartner:
Bildungseinrichtung Buckow e.V.
Spreewaldstr. 20/22
16227 Eberswalde
Projekt „Beschäftigungschancen – im Sozialraum und mit den Familien“
Projektleitung: Katja Knöfel - Tel.: 03334 3835588





»Stadtumbau« im Brandenburgischen Viertel



»Wir fangen an«, steht auf dem großen Schild, das die Wohnungsgenossenschaft in der Cottbuser Straße aufgestellt hat.
Womit angefangen wird, nämlich »... mit dem Abriß« steht nicht auf dem Werbeschild.
Trotz erheblich gestiegener Einwohnerzahl der Stadt Eberswalde genehmigte der Hauptausschuß der Stadt Eberswalde
den »Rückbau« von Wohnblöcken in der Cottbuser Straße und der Brandenburger Allee
(1. März 2019) © Maxe-Kiezmagazin





Tops und Flops in Eberswalde

TOP 1: Der Elektrische Obus

Um den Eberswalder ÖPNV beneiden uns viele Gäste der Stadt und an Tagen der Offenen Tür der Barnimer Busgesellschaft kommen sie von weit her, um die neueren und auch älteren Modelle der Oberleitungsbusse zu bewundern. Der Obus fährt auf zwei Linien durch die Stadt, in der Hauptverkehrszeit jeweils im 15 Minuten-Takt, und bringt die Fahrgäste sicher und pünktlich an ihr Ziel.

FLOP 1: Das Pissoir im Paul-Wunderlich-Haus

Eigentlich sollte es ja eine gute Idee sein: Ökologisch, wassersparend, geruchsneutral - die Toiletten für Männer im Gebäude der Kreisverwaltung am Markt. Doch die Realität sieht anders aus bzw. sie riecht anders. Von wegen geruchsneutral! Ein Pissbecken ohne Wasserspülung ist wie eine Spüle ohne Wasserhahn: es funktioniert einfach nicht.

TOP 2: Der Finower Wasserturm

Das Wahrzeichen der Stadt (neben dem Montage-Eber) ist wohl das größte touristische Highlight - im wahrsten Sinne des Wortes - das die Region zu bieten hat. Unter einem breitet sich das Eberswalder Urstromtal aus und in der Ferne sieht man die Maria-Magdalenen-Kirche, den Eberkran und bei guter Sicht sogar den Berliner Fernsehturm. Im Inneren wird Technik und Geschichte auf hohem Niveau präsentiert. Leider ist der Turm in der Messingwerksiedlung etwas abseits gelegen, aber mit dem Fahrrad und dem Auto gut erreichbar.

FLOP 2: Die Ruinen des Arbeitamtes

Jeder, der von Finow nach Eberswalde fährt, kommt an ihnen vorbei: drei verfallene riesige Stahlbau-Skelette, die einfach nicht abgerissen werden können, weil der Besitzer des Grundstückes nicht mitspielt. Einmal waren es schöne gläserne Bauten, mit jeweils roten, blauen und gelben Scheiben, in denen sich das Finanz- und Arbeitsamt und eine Krankenkasse befand. Auch eine medizinische Begutachtungsstelle war untergebracht. Nun sind längst alle Fensterscheiben von Zielwerfern zerstört worden und die Blöcke erschrecken Touristen immer wieder.

TOP 3: Der Finowkanal

Wenn man durch den hektischen Berufsverkehr der Stadt fährt, bekommt man kaum etwas mit von der Idylle, die sich nur wenige Meter weiter in der Talsohle ausbreitet: ein im 18. Jahrhundert auf Geheiß des Großen Fritz angelegter Industrie- und Handelskanal, der der Region den wirtschaftlichen Aufschwung brachte, heute aber kaum von einer natürlichen Wasserstraße unterschieden werden kann und wertvolle Biotope für Tiere und Pflanzen bereithält. Der geplagte Stadtmensch findet hier Ruhe und Erholung.

FLOP 3: Die Öffnungszeiten der Bibliothek

Während andere Städte der Region ihre Öffentliche Bibliothek ganztägig ihren Einwohnern zur Weiterbildung und Muße zur Verfügung stellen, leistet sich die Eberswalder Stadtbibliothek einen geschlossenen Montag- und Freitagvormittag. Das führt immer wieder zu Frust bei Besuchern und viele Einwohner der Stadt wenden sich ganz von der Einrichtung ab. Das nehmen dann die Verantwortlichen als Begründung her, es gebe ja keinen Bedarf an mehr Öffnungszeiten. So einfach kann man es sich machen!

TOP 4: Im Kiez tobt das Leben!

Von wegen öde Plattenbausiedlung! Im ehemaligen Reimannviertel sieht man Kunst an jeder Ecke, sei es eine Plastik oder eine schön gestaltete Graffiti-Wand, die es mit jedem Gemälde aufnehmen könnte. Während sich in anderen Stadtteilen zu jeder Tageszeit Fuchs und Hase "Gute Nacht!" sagen, sind die Spielplätze im Brandenburgischen Viertel immer belebt und im Einkaufszentrum "Heidewald" tobt am Nachmittag das Leben, wenn man dort im Bistro sitzt und in Ruhe seinen Kaffee trinkt. Der Wachmann hat alle Hände voll zu tun, meistens wegen der Kinder.

FLOP 4: Die Saarstraße in Ostende

Wenn man mit dem Obus bis zur östlichen Endhaltestelle fahren will, sollte man sich gut anschnallen, wenn denn ein Gurt vorhanden wäre. Und noch besser: einen Schutzhelm tragen! Der Bus (und jedes andere Auto auch) wird vom holprigen Kopfsteinpflaster derart durchgeschüttelt, daß nachher bestimmt irgendwo ein paar Schrauben locker sind. Diese Straße hat dringenste Priorität bei der Sanierung! Es werden irgendwo kleine unbedeutende Nebenstraßen saniert, aber hier, wo es nötig wäre: Fehlanzeige ...

TOP 5: Deutschlands grünste Hochschule

Eberswaldes Fachhochschule für Nachhaltige Entwicklung, einmal mitten in der Altstadt gelegen und einmal mitten im Wald, erfreut sich bei jungen Leuten der Region, aus Deutschland, dem deutschsprachigen Raum und sogar in Teilen der Welt großer Beliebtheit. Studentinnen aus Wien unterhalten sich in Englisch mit koreanischen oder indischen Kommillitonen - natürlich im emmisionsfreien Obus - Berliner Studenten und -innen pendeln täglich zur Lehre in die Barnimer Waldstadt und im Brandenburgischen Viertel können die weiter entfernt wohnenden Studenten einen günstigen Wohnheimplatz ihr erstes Zuhause nennen. Die Forschung und Lehre ist breit gefächert: Artenschutz, biologische Vielfalt, Forstmanagement, nachhaltiger Tourismus, Ökologisches Wirtschaften und Holz als Werkstoff und Baumaterial - das sind die Schwerpunkte in der HNEE.

FLOP 5: Der Pressesprecher

Nachdem Britta Stöwe als Rathaus-Frontfrau tapfer 5 Jahre gemeistert hatte, hielt es Büroleiter Robby Segebarth nur 43 Wochen auf dem Stuhl. Sein Nachfolger Harald Händel kam immerhin auf das Doppelte. Der nächste de-facto-Pressesprecher, Alexander Leifels, schied nach einem guten Jahr wieder aus. Dann wurde Nancy Kersten, ehemalige Redakteurin beim Eberswalder BLITZ, Verantwortliche für die Pressearbeit, blieb aber ebenfalls nur 43 Wochen, dann wurde sie Chefin des Bürgermeisterbereichs. Heike Wähner schließlich, kam danach nicht einmal auf diese Anzahl Wochen, und aus dem Rathaus hörte man es munkeln, niemand aus der Verwaltung dürfe eine Erklärung abgeben, die nicht vom Presseamt abgesegnet wurde. Zwei Pressesprecher kamen noch und gingen, bis heute nun Johan Bodnar im Dienst ist. Aber für wie lange? Vielleicht liegt das Problem auch nicht beim Pressesprecher, sondern ganz woanders?

23. Februar 2019 - Maxe-Kiezmagazin




Medizinische Grundversorgung:
Dritte Allgemeinärztin im Kiez

maxe. Ab 1. April nimmt mit Sandy Luther eine weitere Ärztin ihre Arbeit in der Praxis für Allgemeinmedizin in der Frankfurter Allee 64 (im EKZ »Heidewald«) auf und verstärkt damit das Team um die Allgemeinmedizinerin Elisabeth Klappoth.

Dies wurde inzwischen von der Verwaltungsdirektorin für ambulante Geschäftsfelder im landkreiseigenen Krankenhauskonzerns GLG Gesellschaft für Leben und Gesundheit Dr. Ortrud Vargas-Hein bestätigt.

Schwerpunkte der Diplommedizinerin Sandy Luther werden die hausärztliche Versorgung und die Betreuung der Patienten ansässiger Pflegeheime sein.

Zum GLG-Unternehmensverbund gehört auch die Medizinische Einrichtungs-GmbH Medicus-Center Eberswalde, die seit 2016 die Praxis im »Heidewald« übernommen hatte. Die langjährige Ärztin im Kiez Irene Jordan war Ende 2015 in den Ruhestand gegangen. Mit der zweiten Arztstelle wird die bisherige Zweigpraxis zum Medizinischen Versorgungszentrum West ausgebaut.
Zusammen mit der Privatpraxis von Genalie Friedrich (Potsdamer Allee 41, EKZ »Heidewald«) werden somit ab April wieder drei Allgemeinärzte im Brandenburgischen Viertel praktizieren. Der Anfang 2016 drohende ärztliche Notstand im Kiez scheint damit abgewendet zu sein.

Allerdings verließ 2017 die Kinderärztin Felicitas Ziegler den Kiez. Sie bezog in Finow neue Räumlichkeiten. Der kinderreichste Stadtteil Eberswaldes hat seitdem keinen Kinderarzt mehr. »Vielleicht kann perspektivisch auch hier der Poliklinik-Nachfolger MEG passende Abhilfe schaffen«, konstatierten wir hier im November 2017.

Eine weitere Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung im Brandenburgischen Viertel kann nach Fertigstellung des neuen Sanitätshauses an der Frankfurter Allee erwartet werden. Dort sollen auch zwei Arztpraxen entstehen. Zur Frage, wie diese besetzt werden können, habe es noch keine Gespräche mit der Kassenärztlichen Vereinigung gegeben, informierte deren ehrenamtlicher Regionalverantwortlicher Bernd Pohle.

Angesichts der allgemeinen personellen Situation beim Ärztenachwuchs machte er aktuell wenig Hoffnung, daß sich in absehbarer Zeit ein Kinderarzt oder -ärztin für das Brandenburgische Viertel finden würde. Ebensowenig gebe es kaum Chancen, für hiesige Arztstellen Mediziner mit interkultureller Sprackkompetenz zu finden.

(21. Februar 2019, zuletzt aktualisiert am 23. März 2019)

Siehe auch:
Allgemeinärztin im Kiez hört auf
Ein Ärztehaus im Brandenburgischen Viertel?
Kein Ärztehaus im Brandenburgischen Viertel
Wieder Allgemeinärztin im Kiez
Kinderärztin verläßt den Kiez
Mariya Petkova ist neue Hausärztin im Kiez
Ärzte kommen und gehen
Bewegung an der Frankfurter Allee


GLG Medizinische Einrichtungs GmbH · Medicus-Center Eberswalde
Praxis für Allgemeinmedizin
Frankfurter Allee 64 · 16227 Eberswalde · Tel: 03334 32040 · Fax: 03334 357256
eMail: zweigpraxisbbv@glg-mbh.de internet: Praxis Elisabeth Klappoth
Die Sprechzeiten von Elisabeth Klapproth sind:
Montag 8.30 bis 12.30 Uhr
Dienstag 8.30 bis 12.30 Uhr und 14 bis 18 Uhr
Donnerstag 8.30 bis 12.30 Uhr
Freitag 8.30 bis 12.30 Uhr





Durchblick an der Potsdamer Allee




Musizierende Kinder auf dem Adventsmarkt

Der Sprecherrat tagte im Bürgerzentrum:
Die Unverzichtbarkeit der Bratwurst auf Kiezfesten

maxe. Die Quartiersmanagerinnen im Brandenburgischen Viertel Patricia Berndt und Ute Truttmann luden die Mitglieder des Sprecherrats »Soziale Stadt« am Montag, den 11. Februar 2019, um 17 Uhr in das Bürgerzentrum in die Schorfheidestraße 13 ein. Der Sprecherrat tagte öffentlich. Einwohnerinnen und Einwohner des Viertels waren wie immer ausdrücklich eingeladen, hätten aber - aufgrund der Räumlichkeit - keinen Platz mehr gefunden. Das Interesse hielt sich jedoch in Grenzen.

Auf der Tagesordnung standen zuerst die Begrüßung durch das QM und die Vorstellung des neuen Integrationsmanagers durch Herrn Konaretzki aus der Stadtverwaltung. Herr Moysenko, der für die Integration Geflüchteter in Sachen Arbeit, Praktikum und Bewerbung zuständig sein soll, ist seit 4 Wochen Angestellter des Amtes für Beschäftigungsförderung in Vollzeit, stammt aus Russland und seine Stelle ist bis zum 31. Oktober 2021 befristet. Er spricht fließend Deutsch, Russisch und Englisch, ist seit 3 Jahren in Deutschland und hat seinen Master an der Universität Jena gemacht. Durch Netzwerkarbeit, Zusammenarbeit mit dem Jobcenter, der IHK, dem Europäischen Sozialfond und dem Land Brandenburg will Herr Moysenko die Geflüchteten optimal fördern.

Voraussetzung sei die Ermittlung der Fähigkeiten, Fertigkeiten und der Problemlagen einer Person, wobei bei oftmals ein Dolmetscher für Arabisch gebraucht werde. Frau Berndt warf ein, die Synergien der beteiligten Partner im Prozess der Arbeitsvermittlung müssten zum Tragen kommen. Gerade das sei häufig ein Problem, erläuterte ein Sprecherratsmitglied. Vielfach würden die Bewohner des Wohnverbundes an sechs verschiedene Stellen geschickt und keiner wüßte, was schon abgearbeitet sei. Es fehlten Zuständigkeiten und auch der Datenschutz mache in der Kommunikation über Geflüchtete Schwierigkeiten. Die Lösung sei ein Laufzettel oder ein Beratungspass, mit dem man gute Erfahrungen gemacht habe. Der Integrationsmanager ist unter der Nummer des Quartiersmanagments erreichbar: 03334 / 81 82 45.

Als nächster Tagesordnungspunkt stand die Vorstellung von drei Anträgen auf finanzielle Förderung auf dem Programm. Der erste Redner - Herr Witt von »Integration durch Sport« mit Sitz seit 2017 in der Coppistraße - stellte sein geplantes Projekt vor: Offene Sportangebote für heimat- und orientierungslose Flüchtlinge aller Altersklassen soll eine große Zahl von Menschen im Viertel ansprechen und gerade Jugendliche könnten durch die Möglichkeit, in einem gesetzten Rahmen ihre Kräfte zu messen, erreicht werden. Die Spielplätze im Viertel seien am Abend und an den Wochenenden häufig überfüllt gewesen und es gab dadurch Beschwerden von Anwohnern. Die nahtlose Fortsetzung des bestehenden Projektes, welches in Zusammenarbeit mit der SPI und Motor Eberswalde geleistet werde und 4 Honorarkräfte benötige, war leider nicht möglich aufgrund von Verzögerungen im Prozess der Bewilligung der finanziellen Mittel. Die Fördersumme belaufe sich diesmal auf 20.078 Euro, wobei der Sprecherrat nur über den Anteil von 7.500,- entscheiden konnte. Alle Sprecherratsmitglieder stimmten dafür, nur der Eberswalder Sportclub enthielt sich der Stimme. Das Sportangebot für Geflüchtete hat sich im Brandenburgischen Viertel schnell herumgesprochen. Der Fußballsport für Jugendliche, das am samstagabends von 19-21 Uhr in der Motor-Halle stattfinde, werde schon langsam zu voll. Angebote im Westendstadion sowie in der Waldsportanlage würden hingegen, aufgrund der Entfernung, kaum angenommen werden, so Herr Witt von »Integration durch Sport«. Frank Neumann, Vertreter der Kita »Arche Noah«, bedauerte dies, da doch die Waldsportanlage mit viel Aufwand neu hergerichtet werde.


Gerade Jugendliche könnten durch die Möglichkeit,
in einem gesetzten Rahmen ihre Kräfte zu messen,
erreicht werden.

Die vorgestellten Projekte »Schullotsen an der Grundschule Schwärzesee« (550 EUR für 6 Termine) sowie »Spirkus« - artistische Spielangebote aus aller Welt vom Verein Wucki Zucki e.V., durchgeführt in der REKI-Sporthalle Schorfheidestraße - wurden durch den Sprecherrat ebenfalls bewilligt. Beate Gollnast erklärte in ihrer Vorstellung, daß bei Letzterem für insgesamt 50 Kinder 4 Erwachsene als Betreuer benötigt würden, die durch Artistik, Jonglieren und Klettern an einem Tuch den Kindern beibringen würden, wie man längere Zeit an einer Sache dran bleibt und wie sie auch Konfusion bewältigen könnten. Zwei ehrenamtliche Helfer seien aus Somalia, die eine Aufwandsentschädigung bekämen. Die Bewilligungssumme betrug 7.500 Euro.

Die Schlußrunde der Beratung läutete Patricia Berndt mit einem Rückblick auf die Arbeit des Quartiersmanagements im Jahr 2018 ein. Sie bat um Rückmeldungen der Anwesenden - allesamt verantwortliche Vertreter der Träger im Kiez - welche Verbesserungen, insbesondere bei den großen Festen, es geben könnte. Die Vertreterin der Grundschule konstatierte, zum Adventsmarkt 2018 wollten 90 Prozent der Besucher eine Bratwurst essen, doch diesmal hätte es keine Bratwurst gegeben. Auch das Bühnenprogramm, merkte Irina Dessert vom Kontakt e.V. an, war beim letzten Mal etwas dürftig. Frau Berndt erklärte, nur wenige Teilnehmer hätten den Mut, auf die Bühne zu gehen, da müsste man wohl für professionelle Auftritte sorgen. Außerdem hätte die Schnee-Atmosphäre gefehlt, bemängelte Jörg Renell vom Bonhoefferhaus mit Augenzwinkern. Für das Wetter sei nun mal das Quartiersmanagement zuständig, sprang ihm Gerd Markmann bei, der als einziger Einwohner im Brandenburgischen Viertel Mitglied im Sprecherrat ist.

Weitere Kritikpunkte am Adventsmarkt waren, daß der Weihnachtsbaum keine Beleuchtung gehabt hätte und daß die vielen Sitzgelegenheiten überdimensioniert waren, weil sich bei der Kälte niemand hinsetzen wollte. Und beim »Fete de la Viertel«, das dieses Jahr am 7. September stattfinden soll, wäre es wünschenswert, etwas professionelle Musik einzukaufen, sodaß man vielleicht auch am Abend etwas länger abtanzen könne. Leider müsse man Rücksicht auf das benachbarte Pflegeheim nehmen, so Ute Truttmann vom Quartiersmanagement.


Die beiden Akteure des externen Quartiersmanagements
sind zuwenig vor Ort und die Arbeit ist
an nur zwei Tagen pro Woche gar nicht zu schaffen.

Jörg Renell fragte nach der Perspektive des QM für die nächsten Jahre und bemängelte, daß die beiden Akteure der externen S.T.E.R.N.-GmbH zuwenig vor Ort seien und daß die Arbeit in nur zwei Tagen pro Woche gar nicht zu schaffen sei. Ute Truttmann sagte dazu, daß man sich mit der Finanzierung noch in der Phase der »Verstetigung« befinde und daß mit der Wiederaufnahme des Programms »Soziale Stadt« sich die Bedingungen verbessern würden. Frank Neumann von der evang. Kirche vermutete, daß ja bald Frau Johne-Akcinar zu den beiden Quartiersmanagerinnen stoßen könne, aber Herr Konaretzki von der Stadtverwaltung wies darauf hin, daß man noch nicht wisse, wann die hauptamtliche Quartiersmanagerin aus der Mutterschaftszeit zurückkomme und außerdem von diesem Gehalt die externe Beratung durch Frau Berndt und Frau Truttmann bezahlt werde. Ihr Vertrag laufe vorerst nur bis September 2019, so Patricia Berndt, deren Arbeitgeber in Berlin-Friedrichshain ihren Sitz hat.

Frau Berndt informierte die Teilnehmer der Sitzung noch, daß am 13. April 2019 der Frühjahrsputz »Sauberswalde« stattfinde, diesmal mit dem Schwerpunkt des neugeschaffenen Hundeauslaufplatzes an der südlichen Potsdamer Allee. Auch an der Drehnitzwiese könne man an diesem Tag gemeinsam im Wald aufräumen, fügte Frank Neumann hinzu.

(jg) - 12. Februar 2019




EBERS-
WALDER
KONZEPTE

Was Stadtplaner vor 5 Jahren ersonnen:
Teil 1: "Wir machen einen Plan!"

maxe. Im April des Jahres 2014 beschlossen die Eberswalder Stadtverordneten das "Integrierte Stadtentwicklungskonzept" (INSEK), welches - auf Grundlage gesicherter Daten - die Handlungsleitlinien für die städtische Entwicklung der nächsten 20 Jahre festsetzte.

Eine wichtige Datengrundlage bot die Einwohnerstatistik. So wurde im Brandenburgischen Viertel ein Einwohnerschwund von 100 Bewohnern pro Jahr beobachtet, resultierend aus natürlichen Verlusten (mehr Todesfälle als Geburten) sowie Wanderungsverlusten. In Finow waren es 70 Bewohner weniger pro Jahr. Für die vergangenen Jahre wurde festgestellt:

"Die Stadtmitte generiert die stadtinternen Wanderungsgewinne insbesondere aus den Stadtbezirken Brandenburgisches Viertel (+300 EW) sowie Finow (+70 EW), verliert aber gegenüber Ostende (-100 EW) und Nordend (-40 EW). Mit Abstand die schlechteste Wanderungsbilanz weist der Stadtbezirk Brandenburgisches Viertel auf, der insbesondere an Finow (-150 EW) und Westend (-80 EW) Einwohner verliert." (INSEK Seite 24)*

Leitbildszenario der Stadtentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahlen der letzten 10 Jahre (gelbe Linie, siehe nachfolgende Abb.) nahmen die Stadtplaner zum Anlaß, zwei mögliche Prognosen bis zum Jahr 2030 zu entwerfen. Die optimistische Variante ging davon aus, daß Eberswalde im Jahr 2020 38.470 Einwohner und im Jahr 2030 34.400 Einwohner haben wird. Diese "günstigere" Variante wurde zum Leitbild erklärt.

Zum positiven Leitbild gehörte außerdem, daß sich die arbeitsplatzbezogenen Abwanderungen minimieren und sich Eberswalde als attraktiver Arbeits- und Wohnort profilieren kann. Weiter wurde vermutet: "Die suburbanisierungs- bedingten Einwohnerverluste in Nachbarämter/-gemeinden können weiter minimiert werden, wozu auch attraktive Angebote zur Wohneigentumsbildung in den innerstädtischen Quartieren sowie in attraktiven Lagen am Finowkanal beitragen." (INSEK Seite 27)

Der Zuzug von älteren und in der Mobilität eingeschränkten Personen aus dem ländlichen Raum resultierend aus zunehmenden Versorgungsdefiziten werde weiterhin anhalten. Und obwohl die Planer sich wünschten, daß "Eberswalde sich als Wohnstandort für Berliner Nachfragegruppen etabliert, die urbane Wohnformen in gut erreichbaren, attraktiven Klein- und Mittelstädten der Metropole vorziehen", wurde einleitend ernüchternd festgestellt:

"Die räumliche Entfernung der zentralen Orte im weiteren Metropolenraum ist heute als Entwicklungshemmnis zu sehen - trotz der deutlich verbesserten Erreichbarkeiten der Hauptstadt. Mit dieser räumlichen Entfernung - und den resultierenden Fahrzeiten/-kosten - relativieren sich die Kostenvorteile des Wohnens, eine relevante Nachfrage aus dem Berliner Raum hat sich bisher nicht gezeigt." ("Der Brandenburger Blick" - INSEK Seite 12)

Die Altersstruktur der Bevölkerung

Im Jahr 2014 gingen die Planer davon aus, daß sich das Durchschnittsalter in der Gesamtstadt von 46 Jahren auf 47,8 Jahre im Jahr 2020 und 50,3 Jahre im Jahr 2030 erhöhen wird. Die Nachfragestrukturen werden sich verändern und die älteren Menschen werden als Konsumentengruppe zunehmend eine größere Rolle einnehmen. (INSEK Seite 30)

Die jüngsten Stadtteile mit den prozentual stärksten Gruppen von Kindern und jungen Menschen sind das Brandenburgische Viertel und die Stadtmitte, während "eine hohe Überalterung in Finow, Nordend, Ostende und Westend" besteht, so die Stadtplaner.

Weiterhin wurde angenommen, daß sich die Zahl der Geburten kontinuierlich verringern werde, sodaß die Eberswalder Alterspyramide auf dem Kopf stehe, mit einem sehr großen Anteil von Rentnern im Jahre 2030.

Fokus auf die Innenstadt

Die Stadtplaner resümierten 2014:

"Die Innenstadt bleibt Aufwertungsschwerpunkt, um den Sanierungsprozess fortzusetzen und weiteren Bevölkerungszuwachs zu generieren. Eberswalde kann mittlerweile auf 20 Jahre Stadtsanierung zurückblicken - und hat damit große Erfolge im Hinblick auf die Wiedergewinnung der Stadtmitte, die Steigerung der Attraktivität und Anziehungskraft und die steigende Nachfrage 'nach der Mitte' erzielt." (INSEK Seite 58)

Für die Stadtteilplanung wurde folgendes Szenario angenommen:

Für die meisten Stadtteile werden 2014 starke natürliche Bevölkerungverluste prognostiziert, während man in der Stadtmitte von Zuwanderung ausgeht und im Brandenburgischen Viertel (Finowtal) von Abwanderung. Entsprechend der Prognosen standen vor 5 Jahren u.a. folgende Gebiete unter Beobachtung in Bezug auf den Stadtumbau: Finow-Ost, Kopernikusstraße, Brandenburgisches Viertel, Wildparkstraße, Heegermühler Straße, Schöpfurter Straße, Eisenbahnstraße und Leibnizviertel.

Der Wohnungsleerstand in einzelnen Straßen wurde genau registriert:

Der Wohnungsmarkt

"Die Stadt Eberswalde hat im Jahr 2009 den privaten Wohnungsbestand und -leerstand durch eine Vor-Ort-Begehung adressscharf erhoben und erhält jährlich mindestens von den beiden großen Wohnungsmarktakteuren WHG und WBG adressscharfe Wohnungsmarktdaten für das Stadtumbaumonitoring übermittelt. Etwa 50 % des Gebäudebestands sind Einfamilienhäuser (3.323 WE) und weitere 10 % Zweifamilienhäuser (1.244 WE). Damit befinden sich knapp 80 % der Wohnungen (18.639 WE) in Mehrfamilienhäusern.

Der Anteil der Wohnungen, die überwiegend im industriellen Wohnungsbau der DDR errichtet worden sind (Baujahr 1969-1987), macht ca. 37 % aus. Dies ist deutlich weniger als z. B. in Bernau (47 %) und in den kreisfreien Städten Frankfurt/Oder (53 %), Cottbus (54 %) und Potsdam (43 %). Vom gesamten Wohnungsbestand entfallen etwa 3/4 der Wohnungen auf die Kategorie 'vollsaniert/neu' bzw. 'saniert', 12 % der Wohnungen sind als 'teilsaniert' und 11 % der Wohnungen als 'unsaniert' einzustufen sowie 3 % des Wohnungsbestands als 'baufällig/ruinös'."
(Meldung des Bestands von 23.659 WE im Rahmen des LBV-Stadtumbaumonitoring für das Jahr 2012, davon 11% Leerstand, INSEK Seite 65/66)

Die Entwicklung der Nettokaltmieten von 2009 bis 2013 stellte sich in folgender Abbildung dar. Wie man sieht, hat der Anteil an günstigen Mieten unter 4 EUR/qm stark abgenommen. Die Konzentration erfolgte 2013 im Bereich um 5 bis 6 EUR je Quadratmeter.

Für die einzelnen Stadtteile wurden unterschiedliche Anpassungsstrategien erarbeitet:

In der Wohnungsmarktprognose (entsprechend Leitbild) stellten die Planer 2014 fest, daß

  • der rechnerische Wohnungsleerstand sich bis 2020 auf rd. 2.930 WE (Anstieg um rd. 260 WE) und bis 2030 auf rd. 4.230 WE erhöht (Anstieg um rd. 1.560 WE).
  • die Leerstandsquote bis 2020 auf 12,4 % und bis 2030 auf 18,4 % ansteigt.
  • die Effekte des bisherigen Stadtumbaus nach 2020 - ohne Fortsetzung des Stadtumbauprozesses und unter Berücksichtigung von Prognoseunsicherheiten - somit wieder "verpuffen" würden.
  • der Ausblick in das Jahr 2030 verdeutlicht, dass sich die Wohnungsleerstands- entwicklung als sehr gravierend für den Wohnungsmarkt darstellen wird und weitere Maßnahmen zur Anpassung des Wohnungsbestands an künftige Nachfrageentwicklungen zur Konsolidierung des gesamtstädtischen Wohnungsmarkts erforderlich sind. (INSEK Seite 77)

In dieser Prognose erwartete man einen Anstieg des strukturellen Wohnungsüberhangs bis 2030 auf 3542 Wohneinheiten - ohne Stadtumbau. Interessant an dieser Stelle ist die Fluktuationsreserve für den Eberswalder Wohnungsmarkt, wie sie von der Stadtplanung verfolgt wird: Mit 3% vom Bestand entspricht sie ziemlich genau den 3% des Wohnungsbestandes, der als "baufällig/ruinös" eingeschätzt wird [siehe oben]. Wie das in der Praxis funktionieren soll, wenn es keinen Wohnungsüberhang mehr gibt, bleibt ein Rätsel der Stadtplanung.

In der Gesamteinschätzung des Wohnungsmarkts ergab sich für die Planer diese Analyse:

Schwerpunkte des Stadtumbaus

Daß sich der "Stadtumbau", wie der Abriß vornehm bezeichnet wird, nicht ohne Konflikte durchführen ließe, war den Stadtplanern von vornherein klar:

"Das Agieren im Spannungsfeld Rückbau vs. Niedrigpreissegment bzw. Rückbau vs. Neubau ist unvermeidbar
  • einerseits Rückbauerfordernis angesichts der demografischen Entwicklung mehrheitlich in preiswerten un- bzw. teilsanierten Beständen
    > der Rückbau von Wohnraum muss städtebaulich, wohnungswirtschaftlich und sozialpolitisch vertretbar sein

  • andererseits Neubaubedarf (insb. EFH / ETW mit multifunktionaler Raumnutzung, Freiraumbezug, in ausgewählten Lagen und teils eigentumsorientiert) zur Angebotsverbesserung in diesen Marktsegmenten

  • Angebotsüberhänge und Rückbauerfordernisse dürfen bedarfsgerechten Neubau nicht ausschließen
    > Angebotsvielfalt durch Neubau verschafft Stadtumbaupartnern Kraft für erforderlichen Rückbau"
    (INSEK Seite 76)
Der Wohnungsrückbau erfolgte im Zeitraum 2002 bis 2012 in diesen Dimensionen: Stadtmitte (230), Westend (38), Finow (148), Brandenburgisches Viertel (1227), Nordend (184) und Ostende (36). Über die Jahre verteilt, ergab sich folgendes Gesamtbild:

Zur "Konsolidierung des gesamtstädtischen Wohnungsmarkts" war geplant, von 2013 bis 2020 insgesamt 631 Wohnungen abzureißen, und von 2021 bis 2030 sogar noch einmal 1500 WE. Dies sollte geschehen, wie schon erwähnt, in Übereinstimmung mit dem Leitszenario und der zugrundeliegenden "optimistischen Prognose".

Wie aus den vorangegangenen Daten leicht ersichtlich ist, war das Brandenburgische Viertel der Schwerpunkt des Stadtumbaus und daran sollte sich aus Sicht der Stadtplanung nichts ändern:

"Den räumlichen Schwerpunkt des bisherigen Stadtumbaus im Sinne von Rückbau von Wohnungsbeständen bildete das Brandenburgische Viertel. Auch unter Bezug auf die aktuelle Leerstandssituation und die Prognosen der Bevölkerungs- und Wohnungsmarktentwicklung für das Brandenburgische Viertel wird der Stadtteil auch in Zukunft maßgeblich von weiteren Rückbauvorhaben geprägt sein, sofern der Wegzug anhält. Mittelfristig wird dazu in Finow-Ost der Stadtumbauprozess einsetzen, um eine positive Quartiersentwicklung zu gewährleisten." (INSEK Seite 81)
Die adressscharfe Umsetzung erfolge schrittweise in enger Abstimmung mit den Eigentümern, während sich das Rückbautempo auf einem geringen Niveau einpendeln wird, so die städtischen Planer. Die Schwerpunkte des Abrisses würden sich im 3. und 4. Bauabschnitt des Brandenburgischen Viertels befinden, siehe Abbildung:

Die tatsächliche Entwicklung

Die optimistische Variante des Leitbildszenarios ging von 38.470 Einwohnern für Eberswalde im Jahr 2020 aus. In Wirklichkeit gab es keine fallende Tendenz mehr, sondern das Gegenteil, so daß zum 31. Dezember 2018 in Eberswalde 41.547 Bürger gezählt werden konnten (MOZ vom 31.1.2019). Das sind ca. 3000 Einwohner mehr als geplant. Wie konnten die Planer sich so verrechnen?

Zwei Faktoren spielten für diese Entwicklung eine Rolle: zum einen der große Flüchtlingsandrang in Zusammenhang mit dem Syrienkrieg und dem zeitweisen Aussetzen der Dublin-Asylbestimmungen, und zum anderen die extreme Steigerung der Wohnkosten in der Metropole Berlin, die viele sozial Schwächere nach Brandenburg ziehen läßt. Jährlich, so Brandenburgs Ministerin Schneider, verlassen Berlin Einwohner in Richtung Umland in der Größenordnung einer Kleinstadt - nämlich 30.000 Menschen (Berl. Zeitung vom 16. Oktober 2018).

Dies machte sich auch in Eberswalde bemerkbar. Während man zum Beispiel in Westend von Schrumpfung ausging, herrscht dort jetzt Vollvermietung. Auch im Brandenburgischen Viertel wurde der Schrumpfungsprozess gestoppt. Der geplante Abriß von Wohnblöcken in der Potsdamer Allee konnte so verhindert werden.

Und trotzdem - das kann man hier keinem Einwohner erklären - kommt es in diesen Tagen zum erneuten Rückbau von zwei Wohnblöcken mit Leerstand, um den Wohnungsmarkt in Eberswalde weiter zu "konsolidieren". Das jedenfalls fordern die Kreditgeber. Es ist ein wohnungspolitischer Spagat.

Was schon Bertolt Brecht zum Thema "Planung" sagte, werden wir auch in Teil 2 der EBERSWALDER KONZEPTE untersuchen, nämlich über das Programm "Soziale Stadt" im Brandenburgischen Viertel. Demnächst auf dieser Seite ...

(*) die Seitenangaben beziehen sich auf das Integrierte Stadtentwicklungskonzept INSEK 2014 (Korrekturfassung), welches am 24. April 2014 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurde. Hier zum PDF-Dokument

(jg) - 3. Februar 2019




Das Brandenburgische Viertel von oben. Viele Probleme sind im einst größten DDR-Neubaugebiet der Stadt Eberswalde zu lösen. Das Viertel feiert schon 40 Jahre seines Bestehens und ist noch immer wichtig für die Lösung der Wohnungsfrage.

Info-Abend zum Integrierten Entwicklungskonzept:
Mitreden im Viertel!

maxe. Knapp 60 Zuhörer kamen am 28. Januar 2019 ins Dietrich-Bonhoeffer-Haus zur Vorstellung des Integrierten Entwicklungskonzepts für das Brandenburgische Viertel mit dessen Fortschreibung derzeit das Berliner Stadtentwicklungsbüro S.T.E.R.N. arbeitet, deren Mitarbeiterinnen Patricia Berndt und Ute Truttmann zugleich das derzeitige externe Quartiersmanagement bestreiten. Neben Stadtverwaltungsmitarbeitern, Stadtverordneten, Vertretern der hiesigen Wohnungsunternehmen, Mitgliedern des Sprecherrates »Soziale Stadt« und einigen Akteuren sogenannter Träger, waren auch etwa 20 Bürgerinnen und Bürger des Viertels vor Ort.

Der Abend begann mit einer Präsentation dessen, was mit den Mitteln aus dem Programm »Soziale Stadt« seit Anfang des Jahrtausends so alles umgesetzt wurde, wie es nach dem ursprünglichen Auslaufen des Programms vor knapp fünf Jahren weiterging und welche Arbeit das Quartiersmanagement in alter und neuer Besetzung geleistet hat: Weihnachtsmarkt, Sommerfest, der Hundeauslaufplatz, die Mitarbeit der Schwärzeseeschule und nicht zuletzt die zum Teil erfolgreiche Aktivierung von Trägern und Bürgerschaft sind hierbei die Stichpunkte.

Der Bilanz folgte ein Ausblick auf die künftigen Projekte und Maßnahmen im Viertel. Im Fokus standen dabei insbesondere der aktuelle Rückbau von Wohnungen im Verantwortungsbereich der Wohnungsgenossenschaft, die zugleich einen anderen Teil ihres unsanierten Wohnungsbestandes im Viertel mittels beträchtlicher Investitionen deutlich aufwerten will. Ziel dieser Maßnahmen ist eine deutliche Verringerung der aktuellen Leerstandsquote. Hier liegt die Verantwortung hauptsächlich in den Händen der Genossenschaft.

Das städtische Entwicklungskonzept hat darüber hinaus beispielsweise die Aktivierung, Um- bzw. Andersnutzung der infolge des Abrisses entstandenen Brachflächen im Fokus. Auf dem Programm stehen auch der Umbau von Teilen des Vereinshauses H15 - früher Kita »Spatzennest« - zur Nutzung als Kita (notabene!) sowie der Neubau einer Kita auf den Brachflächen der früheren Schwärzesee-Grundschule und der Albert-Einstein-Gesamtschule. Auf dem Programm stehen weiterhin die Aufwertung des Potsdamer Platzes, ein Wegweisersystem für die vielen sozialen und kulturellen Einrichtungen im Kiez und schließlich auch die Idee, ein Logo für den Stadtteil zu entwickeln, um damit das negative Image des Viertels zu überwinden.

Sodann hatten die Teilnehmer der Veranstaltung Gelegenheit, sich an aushängenden Projektplakaten eingehender mit den Projekten vertraut zu machen und auf leeren Blättern spontan eigene Ideen einzubringen. Darunter beispielsweise der Vorschlag, die Wohnungen vom Schwedter Typ künftig mit Küchen- und WC-Fenstern zu versehen. Diese Bürgerbeteiligung wird in die Erarbeitung des Integrierten Entwicklungskonzepts des Brandenburgischen Viertels einfließen. Weitere Vorschläge brachte in der anschließenden Diskussion der frühere Ortsvorsteher Carsten Zinn ein. Es müsse »Feten geben, bei denen auch mal abgedanced werden kann«. Zinn kritisierte zudem die mangelnde Werbung für das Treffen und die ungünstige Uhrzeit für Alte und Berufstätige.

Anschließend ergriff Mirko Wolfgramm von den Zonenboys Eberswalde das Wort. Er bedauerte, daß die Aktivitäten seines Vereins, der seit mehr fast zehn Jahren im Viertel regelmäßig das »Völkerballturnier der Toleranz« veranstaltet, seitens der Stadtverwaltung bisher nicht zur Kenntnis genommen wurde. Weiteren Aktivitäten von Bürgerinnen und Bürgern, die außerhalb der bestehenden Förderstrukturen unternommen werden, gehe es ebenso.

Um mehr Wirksamkeit zu erreichen, sagte Mirko Wolfgramm, engagiere er sich seit einiger Zeit nicht nur in verschiedenen Bürgerinitiativen, sondern auch in der Partei Die PARTEI. Seit Frühjahr 2018 ist er der Vorsitzende des Eberswalder Ortsverbandes. Die PARTEI will mittels Satire auf bestehende Probleme hinweisen. »Ich bin mir allerdings keineswegs sicher«, so Mirko Wolfgramm, »inwieweit einige der heute vorgebrachten Vorschläge als Satire, oder doch vielmehr als schlechter Witz zu bezeichnen sind«. Konkret verwies er auf den Teilabriß und dem mit vielen Fördermitteln realisierten Umbau der einstigen Kita »Spatzennest« zum Vereinshaus, das »nun wieder zur Kita werden soll«.

Ihm fehle auch »in Gänze die Einsicht, wie man vor einigen Jahren eine Schule abreißen konnte, nur um jetzt Schüler in einem Bankgebäude zu beschulen und festzustellen, daß auch dieser Platz künftig nicht reichen« werde. Wohnungsunternehmen, die heute Wohnungen abreißen, sollten daran denken, daß »die Kita-Kinder von Heute, die Schüler von Morgen und die Mieter von Übermorgen sein werden«. Der Abriß sei »die destruktivste Form des Umbaus und garantiert keine Aufwertung des Viertels«.

Die anwesenden Bürgerinnen und Bürger applaudierten, während sich Baudezernentin Anne Fellner zum Widerspruch genötigt sah. Sie polemisierte lautstark gegen Populismus und den Mißbrauch der Veranstaltung für Wahlkampf. Die nachfolgenden Redner, Irina Dessert vom Kontakt e.V. und Jörg Renell vom evang. Gemeindezentrum, folgten der Baudezernentin nicht. Letzterer gab laut dem Bericht der Lokalzeitung zu bedenken, »Konzepte, die vielleicht 2020 bis 2023 umgesetzt werden, bringen hier niemandem etwas.« Es müsse sofort etwas passieren.

Ob sich die Kritik auch in dem künftigen Integrierten Entwicklungskonzept für das Brandenburgische Viertel wiederfindet, wird man sehen. Es wäre auch zu hinterfragen, warum so viele aus dem Programm »Sozialen Stadt« geförderte Maßnahmen gescheitert sind: Pokerclub, Braune Piraten, Bürgerzeitung »WIR«, Gemeinschaftsgarten, Rentnerspielplatz Reki und wohl jetzt auch das Freizeitschiff? Möglicherweise werden die Ergebnisse der Kommunalwahlen im Mai darauf Einfluß haben, wie das Konzept im Viertel umgesetzt wird. Insofern war es vielleicht nicht das Schlechteste, diese Informationsveranstaltung auch für den »Wahlkampf zu mißbrauchen«.

30. Januar 2019




Dornröschenweg am Heidewald
(24. September 2018)



Nach der Aktion der Alternativen Liste Eberswalde & der Partei Die PARTEI zum Stadtteilfest am 8. September auf dem Potsdamer Platz, sollen anläßlich der WHG-Mieterhöhungs-Veranstaltung am Dienstag, dem 18. September, ab 17 Uhr im Familiengarten weitere Protestaktionen gegen die aktuelle Mietpreisentwicklung folgen. Dazu haben inzwischen auch andere Gruppen aufgerufen.

Alternative Liste Eberswalde & Die PARTEI:
Aktionen gegen Wohnungsabriß und Mietsteigerung

maxe. Mit einer gemeinsamen Aktion am Rande des Stadtteilfestest im Brandenburgischen Viertel »Fête de la Viertel« am 8. September machten die Alternative Liste Eberswalde (ALE) und die Ortsgruppe der Partei Die PARTEI auf ein Problem aufmerksam, das seit einiger Zeit auch Eberswalde erreicht hat.

Mietpreissteigerungen und Mangel an bezahlbaren Wohnungen schienen lange Zeit ein Thema der großen Metropolen zu sein. In Eberswalde herrschte seit Mitte der 1990er Jahre ein Mieter-Markt. Die Menschen verließen die Stadt und Wohnungsleerstand wurde zunehmend zu einem Problem, das durch staatlich subventionierten Wohnungsabriß gelöst werden sollte. Dabei hatte die Privatisierungspolitik der städtischen WHG Wohnungs- und Hausverwaltungsgesellschaft im Zusammenhang mit der sogenannten Altschuldenhilfe dazu geführt, daß der Abriß in einer städtebaulich katastrophalen Art und Weise erfolgte.

Während die Fördermittel für den Abriß sprudelten, blieb das Fördergeld für Sanierungen eher knapp bzw. wurde in Bereiche des sogenannten »hochwertigen« Wohnungsbaus umgeleitet (Michaelisgärten).

Inzwischen steigen die Mietpreise auch in Eberswalde rasant an. Dennoch hält es die Wohnungsgenossenschaft aus betriebswirtschaftlichen Gründen für erforderlich, weitere Wohnungen abzureißen.

Die Alternative Liste Eberswalde (ALE) und die Ortsgruppe der Partei Die PARTEI wollten mit ihrer Aktion zum Stadtteilfest auf den Zusammenhang von Wohnungsabriß und steigenden Mieten aufmerksam machen.

Am Dienstag, den 18. September, lädt die größte Eberswalder Wohnungsgesellschaft, die städtische WHG Wohnungs- und Hausverwaltungsgesellschaft mbH, um 18 Uhr in die Hufeisenfabrik im Familiengarten ein, um über ihr aktuelles Mieterhöhungs-Konzept zu informieren (mehr Informationen dazu hier).

Inzwischen haben mehrere Gruppen dazu aufgerufen, diese Veranstaltung zu nutzen, um gegen die Mietpreissteigerungen, die nun auch Eberswalde erreicht haben, zu protestieren. Die Proteste im Familiengarten sollen gegen 17 Uhr beginnen.

(17. September 2018)


Links:
Alternative Liste Eberswalde (ALE)
Die PARTEI Brandenburg oder Die PARTEI Eberswalde auf Facebook




Vor 40 Jahren Grundsteinlegung Wohnkomplex "Max Reimann"
Reimannviertel geplant mit Hallenbad, Sauna, Bibliothek und Poliklinik

maxe. Am 28. Januar 1976 beschloß der Rat des Kreises Eberswalde die "Gesellschaftspolitischen und volkwirtschaftlichen Zielstellungen für den Wohnkomplex »Spechthausener Weg«", wie das Neubaugebiet in der Planungsphase genannt wurde. (1) Die Beschäftigten des neu gebauten SVKE benötigten Wohnraum, und so wurde, ganz in der Nähe, auf einem 82 ha großen forstwirtschaftlich genutzten Gebiet südlich der Chemischen Fabrik ein Wohnkomplex von der Größe einer Kleinstadt konzipiert.

Das vom VIII.Parteitag der SED beschlossene Wohnungsbauprogramm bildete das Kernstück des sozialpolitischen Programms der DDR-Regierung. Die Lebensbedingungen der Menschen, gerade auch in der Freizeit, sollten mit komfortablen Wohnungen verbessert werden. So wurde an einem Dienstagnachmittag, am 19. Juli 1977 in der Nähe des Spechthausener Weges der Grundstein für das größte Neubaugebiet von Eberswalde gelegt.


Der Vorsitzende des Rates des Kreises, Genosse Horst Copitzky, schwang symbolisch den Hammer, um eine Kassette mit dem Lageplan des Neubaugebietes sowie mit einem "Neuen Deutschland" und einem "Neuen Tag" einzumauern. Mit folgenden Worten taufte er das neu zu bauende Wohngebiet:

"Dieses Wohngebiet soll den Namen unseres unvergessenen Max Reimann tragen. Max Reimann, Arbeiterführer, Kommunist und Ehrenbürger unserer Kreisstadt, wird damit ein ehrendes Denkmal erhalten. Wir möchten damit all die Antifaschisten ehren, die durch ihre unbeugsame Haltung in der finsteren faschistischen Vergangenheit, durch ihre Tat dem Finowtal den Beinamen »Rotes Finowtal« verliehen."(2)
Einen Monat früher, am 22. Juni 1977 fasste der Rat des Kreises Eberswalde den Grundsatzbeschluß (5) zu den Investitionsaufwendungen für die Errichtung der Neubauten: die Summe für den 1. Bauabschnitt betrugen 57 Mio Mark und für den 2. Bauabschnitt 49 Mio Mark der DDR. Insgesamt waren 6672 Wohnungen geplant, in denen 18.000 bis 21.000 Menschen leben sollten. Laut einem Politbürobeschluss vom 24. April 1973 kam dabei ein ganz bestimmter Wohnungsschlüssel zur Anwendung, mit dem folgende Wohnraumgrößen gebaut werden sollten:

   665 1-Raum-Wohnungen = 11,1 %
1101 2-Raum-Wohnungen = 18,3 %
3194 3-Raum-Wohnungen = 52,1 %
1036 4-Raum-Wohnungen = 17,2 %
     76 5-Raum-Wohnungen =   1,3 %

H. Kliche vom Autorenkollektiv des Geschichtswissenschaftlichen Institutes Eberswalde bewertete 2010 die Entscheidung zum Bau des Wohngebietes: "Die günstigen topographischen Verhältnisse und die technisch unklomplizierte Erschließung wegen des geringsten Abrisses und der Verlagerungskosten und der guten Anbindungen zu den nördlich gelegenen Arbeitstätten gaben schließlich den Ausschlag zur Standortwahl."(3)

Mit den gleichen Worten erläuterte Kreisarchitekt Heinz Maske im Heimatkalender des Kreises Eberswalde für das Jahr 1979 die Standortentscheidung. In dieser Publikation stellte er zurückblickend auch die Bebauungskonzeption für das Max-Reimann-Viertel vor:

"Hierbei wurden eindeutige Straßenräume mit den technisch und stadthygienisch maximalen Raummaßen in Kontrast zu den vorgesehenen intimen Wohninnenhöfen gesetzt, die großräumig ca. 60 x 60 bis 130 x 130 Meter angelegt werden, um eine sinnvolle Nutzung und den zusammenhängenden Baumbestand erhalten zu können. Um eine Monotonie in der Raumgestaltung zu vermeiden, weist jede Wohngruppe ihre eigene und typische Raumproportion auf."(4)
In der Endausbaustufe, nach Fertigstellung aller Bauabschnitte, seien folgende Einrichtungen geplant gewesen:
  • Mehrzwecksaal, Zirkelräume
  • Wohngebietsgaststätte
  • Fachverkaufseinrichtungen
  • Zweigbibliothek und Volksbuchhandlung
  • Blumenverkaufshalle
  • Dienstleistungsbereiche
  • Sparkasse / Post
  • Poliklinik / Apotheke
  • Jugendklub
  • Hallenbad und Sauna (4)(5)
Heinz Maske, der Architekt legte 1979 weiter dar, daß im Wohngebiet durch Komposition, Zuordnung, Farb- und Materialauswahl eine gestalterische Einheit und Differenziertheit der einzelnen Bereiche erreicht wird, die zu einem höheren Niveau der Stadtgestaltung führt. Erstmals im Bezirk Frankfurt/Oder und darüber hinaus wurde der vorhandene Waldbestand in die Wohngebietskonzeption einbezogen.(4)

Am 1. April 1978 wurden die ersten Wohnungen im 1. Bauabschnitt an 40 Bewohner übergeben.(3) Im Juli 1978 beschloss die 24. Tagung des Rates der Stadt Eberswalde die ersten Straßenbenennungen im Wohngebiet "Max Reimann". Bis 1979 enstanden dann 1100 Wohnungen für SVKE-Beschäftigte. Am 25. November 1986 meldete der "Neue Tag" die vorfristige Eröffnung der zweiten Kaufhalle (die Öffnungszeiten beschloss der Rat der Stadt), und einen Monat später die Fertigstellung von 586 neuen Wohnungen im Jahr 1986. (1)(6)

Am 8. November 1987, zum 70. Jahrestag der Oktoberrevolution, rollten die ersten Obusse durch den Kiez. Die bisher eingesetzten Kraftomnibusse wurden durch elektrifizierte Busse des Typs IKARUS 280 T ersetzt. Hierbei unterstützten der Kraftverkehr Weimar und Potsdam die Eberswalder mit zwei Bussen. Um 3.50 Uhr fuhr die erste reguläre Fahrt von der Allendestraße bis Nordend. Die Taktung der Obusse war dabei alle 6 min (5-8 Uhr), alle 15 min (8-14.30 Uhr) und am Nachmittag alle 8 min (14.30-17.30 Uhr). Später am Abend dann alle 15 bzw. 20 min. (7)

Zwei Jahre später sollte die Mauer fallen und so kam es nicht mehr zur Fertigstellung des Wohngebietes. Am 2. März 1990 beschloss die Stadtverordnetenversammlung von Eberswalde die Überarbeitung der Bebauungskonzeption für den Stadtteil "Max Reimann". Mit dem Beschluß der Stadtverordnetenversammlung Nr. 16 - 103/91 vom 13. Juni 1991, unterzeichnet von Dr. Hans Mai (Bürgermeister), vollzog die Stadt Eberswalde einen Schlusstrich unter 40 Jahre Arbeiter- und Bauern-Staat:

Neben der Leninstraße (Eberswalder Str.), dem Platz der Freundschaft, der Ernst-Thälmann-Straße (Heegermühler Str.) und der Umbenennung des gesamten Wohngebietes in "Brandenburgisches Viertel", wurden sämtliche Straßen des DDR-Neubaugebietes per Dekret umbenannt, allerdings erst anderthalb Jahre später aus Kostengründen umgesetzt. (1)

Aus der Walter-Ulbricht-Straße wurde die Rathenower Straße, aus der Georg-Ewald-Straße die Cottbusser Straße, aus der Dr.-Salvador-Allende-Straße die Potsdamer Allee, aus der Max-Reimann-Straße die Frankfurter Allee, aus der Karl-Maron-Straße die Beeskower Straße, aus der Otto-Winzer-Straße die Nauener Straße - usw. usf.

Mit rotem Klebestreifen wurden die Namen von Antifaschisten und Sozialisten überklebt, solange bis neue Schilder und Ständer installiert waren, die die Stadt Eberswalde mit der neuen harten Währung bezahlen konnte.

Zur weiteren Entwicklung des Viertels ab 1990 verweisen wir auf diesen Artikel.

(jg) - 1. August 2017

(1) Quelle: Kreisarchiv Barnim
(2) Tageszeitung "Neuer Tag" vom 22. Juli 1977 (Kreisarchiv)
(3) "Von der Bodenreform zur Wurstfabrik" - Wege zur industriellen Produktion in der Landwirtschaft im Raum Eberswalde / 1. Auflage Eberswalde 2010 / Autorenkollektiv unter Leitung von H. Kliche
(4) "Ein neues Wohngebiet entsteht" - Städtebauliche Betrachtungen zum Wohnkomplex "Max Reimann" in der Kreisstadt Eberswalde-Finow von Heinz Maske, Architekt BDA/DDR - Kreisarchitekt - / Heimatkalender des Kreises Eberswalde für das Jahr 1979; Herausgeber: Rat des Kreises, Abteilung Kultur
(5) Grundsatzbeschluß des Rates des Kreises Eberswalde vom 22. Juni 1977 zu den Investitionen im 1. und 2. Bauabschnitt des WK "Max Reimann" - Quelle: Kreisarchiv Barnim
(6) Tageszeitung "Neuer Tag" vom 25. Nov. 1986 und vom 2. Dez. 1986 (Kreisarchiv)
(7) Tageszeitung "Neuer Tag" vom (ohne Angabe). November 1987 (Kreisarchiv)

Bildnachweis:
Grundsteinlegung am 19.7.1977 (Autor unbekannt)
Foto aus der Bauphase am 1.10.1979 - Herbert W. Brumm, Gramzow
(Quelle: Kreisarchiv Barnim)




Die Einwohnerversammlung 2016, die erstmals als Einwohnerforum organisiert war, bildete den Startschuß zur Erarbeitung des neuen Stadtteilentwicklungskonzeptes. Im September 2017 sollen auf einem weiteren Einwohnerforum die Ergebnisse vorgestellt werden.

Vom 26. Juni bis 14. Juni findet im Zusammenhang mit der Erarbeitung des neuen Stadtteilentwicklungskonzepts eine Bewohnerbefragung statt. Die ersten Umfragebögen wurden bereits verteilt.
ACHTUNG! Es handelt sich um weiße Umschläge im Format A5, die trotz der Aufschrift "Achtung: Keine Werbung" leicht mit Werbung verwechselt werden können.
Daher aufpassen und lieber die Werbestapel vor dem Wegwerfen nochmal durchgucken!

Neues Stadtteilentwicklungskonzept (STEK):
Strategiewechsel für das Brandenburgische Viertel

Fortführung des Programms Soziale Stadt

maxe. Seit 1999 werden mit dem Förderprogramm Soziale Stadt im Eberswalder Ortsteil »Brandenburgisches Viertel« ganz unterschiedliche Maßnahmen realisiert – von investiven Maßnahmen in die Infrastruktur bis zu Beteiligungs- und Aktivierungsangeboten.

Das Verstetigungskonzept von 2012, mit dem ein langsamer Ausstieg aus dem Programm Soziale Stadt gesichert werden sollte, wird derzeit evaluiert. Dabei zeigt sich, erläutert Baudezernentin Anne Fellner, »daß eine Vielzahl an Maßnahmen noch keine Verstetigungsreife erlangt hat, zudem haben sich neue Herausforderungen durch den Zuzug von geflüchteten Menschen ergeben. Eine Fortführung des Programms Soziale Stadt wird demzufolge sinnvoll und erforderlich sein.«

Die aktuelle Entwicklung war für die Stadtverwaltung Anlaß, über die Stadtteilentwicklungsstrategie des Brandenburgischen Viertels neu nachzudenken. Hierzu erarbeitet die Verwaltung derzeit ein neues Stadtteilentwicklungskonzept (STEK).

»Mit diesem Konzept«, so die Dezernentin, »wird ein Strategiewechsel für das Quartier eingeleitet, der eine nachhaltige Stabilisierung und Entwicklung zum Ziel hat.« Bisher war das Quartier Schwerpunkt des Wohnungsrückbaus - und hat mit diesem »negativen Image« auch die Bemühungen der Wohnungsmarktakteure erschwert, den Wohnungsleerstand zu verringern. Das soll nun anders werden.

Die Stadtverwaltung verfolgt dabei vier Strategien:

  • Schaffung vielfältiger Wohnungsqualitäten (Bestandsanpassung, Neubau und langfristige Rückbauziele, Barrierefreiheit, bezahlbar)
  • öffentliche und private Räume/Freiflächen pflegen und gezielt aufwerten (Wegenetze, Barrierefreiheit, Stadtteileingänge, Parkanlagen pflegen)
  • sozialen Zusammenhalt stärken (Bildung, Sport, Kultur, Freizeit, Integration/Inklusion, Nachbarschaften)
  • (Nah)Versorgung sichern (Einzelhandel, medizinische Versorgung).

In einem ersten Bürgerforum am 25. Oktober 2016 wurden Ideen diskutiert und ausgetauscht. Auf einem zweiten, für den Herbst 2017 vorgesehenen Bürgerforum, soll der Entwurf des Stadtteilentwicklungskonzeptes in den Diskussionsfokus gestellt werden.

Aus den vier Strategien ergeben sich laut Anne Fellner eine Reihe von Handlungsansätzen. So stehe z.B. die weitere Sanierung des Wohnraums durch die Wohnungsunternehmen auf der Agenda.
Hier haben die Akteure vor allem den veränderten Wohnbedarf vor Augen: Mit Grundrißveränderungen, dem Auf- bzw. Anbau von Aufzügen, der barrierearmen bzw. -freien Gestaltung von Zugängen, Wohnungen und Außenanlagen werden die Unternehmen darauf reagieren – was an sich nichts neues ist.

»Auf kommunaler Seite besteht Handlungsbedarf bei der weiteren barrierefreien Gestaltung von Wegebeziehungen, der Beseitigung von städtebaulichen Mißständen – insbesondere in den Eingangsbereichen zum Quartier – sowie in der Sanierung von Sport- und Freizeiteinrichtungen«, informiert die Baudezernentin. Dringlicher Handlungsbedarf bestehe bei der Realisierung zusätzlicher Kita-, Hort- und Schulplätze. »Hier sind rasche Lösungen gefragt«.

Bei der Umsetzung des Handlungsbedarfs, betont Anne Fellner, ist die Stadt auf die weitere Unterstützung von Land und Bund angewiesen. Ziel sei, auch künftig einen Fördermittelmix aus Stadtumbau, Wohnraumförderung und Sozialer Stadt einzusetzen. Diese Kombination unterschiedlicher Fördermittel habe sich in den vergangenen Jahren sehr bewährt und sollte auch künftig fortgesetzt werden.

(23. Juni 2017)

Siehe auch: hier




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