Kiezmagazin für das Brandenburgische Viertel
in Eberswalde

Regelmäßige Kiez-Termine

Kulturbund Klub "Heinrich Mann"
Cottbuser Str. 5a (hier mehr):
Malzirkel 1./3. Do 14 Uhr
Handarbeiten 2./4. Do 14 Uhr
Foto-Club 2. Di, letzt. Di 18.30 Uhr
FG Ornithologie 3. Di 18.30 Uhr
Klöppelgruppe 4. Dienstag 14 Uhr

Eltern-Kind-Zentrum (EKiZ):
Mütter-Fitness-Gruppe
Mo 9.30 Uhr, SV Motor Turnhalle
Potsdamer Allee 37
Krabbelgruppe Mi 9.30 - 11 Uhr
Bonhoeffer-Haus, Potsdamer Allee

AWO Ortsverein Finow:
Nachmittag im Seniorenclub
Mi 14 Uhr, Frankfurter Allee 24

WBG-Vereinshaus, Havellandstr. 15:
Sportgruppe @ H15 Mo 18.30-20 Uhr
Offene Naehwerkstatt Mi 10-13 Uhr
Repair-Café & Six-to-Zero Fr 15 Uhr
Hebewerk e.V. im H15

Gemeindezentrum:
Familiennachmittag dienstags
16 - 17 Uhr, Dietrich-Bonhoeffer-Haus
Potsdamer Allee 35
Familiensport, Di 15-16 Uhr
Do 15-16.30 Uhr, SV Motor Turnhalle
Potsdamer Allee 37

WBG-Freizeitschiff:
Rommé, Skat ... Mo 14 Uhr
Handarbeitstreffen Do 13 Uhr
Prignitzer Str. 48


Das neue Sanitätshaus ist jetzt winterfest für den Innenausbau ...

Veranstaltungen

Sa, 19. Oktober, 14 Uhr:
Wieder-Eröffnung der Skateranlage
Club am Wald mit Kerstin Ladewig, Amtsleiterin für Bildung, Jugend und Sport, Senftenberger Str. 16.

Sa, 18. Oktober, 19 Uhr:
21. Musik im Schiff mit dem »Rufus Temple Orchestra« in der Friedenskirche Finow, Eberswalder Str. 70a, Einlaß ab 18.15 Uhr. mehr Infos

Mo, 21. Oktober, 18 Uhr:
Der Eberswalder Bürgermeister lädt ein zur Einwohnerversammlung im Ortsteil Brandenburgisches Viertel. Ort: Aula der Grundschule Schwärzesee, Kyritzer Str. 29.




Do, 24. Oktober, 10-11.30 Uhr:
Babywillkommensparty für alle Eltern mit ihren Kindern bis zum 1. Jahr. Gemeinsam frühstücken, austauschen, kreatif werden...
Infos und Anmeldung: Tabea Westphal (EKZ BBV, 03334/ 381615 oder info@ekz-ewbbv.de). Ort: Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Potsdamer Allee 35.

Do, 24. Oktober, 19-21 Uhr:
Tafelrunde Diskussion zur Verbesserung der Schulverpflegung und Interessententreffen für einen Ernährungsrat in der Region Barnim. Bürgerzentrum Eberswalde, Raum 2 Schorfheidestraße 13.


MAXE-Volltextsuche:
Kontakt zur


Lebendiges Einkaufszentrum »Heidewald«
Bezugnehmend auf den eigenwilligen Artikel von Marco Marschall in der heutigen Märkischen Oderzeitung, wollen wir Ihnen diesmal neun Ankermieter im Heidewald-Einkaufszentrum vorstellen:
NKD

Das Textil-Geschäft im linken Seitenflügel bietet alles, was man zur Saison zum Anziehen braucht. Ob Pullover oder Sweatshirts, ob Blusen oder Unterwäsche, ob T-Shirts oder Socken - alles ist für Sie und Ihn in ausreichender Menge vorhanden, bei guter Auswahl und kleinen Preisen. Auch Haushalt-Akzessoires und Handtücher fürs Badezimmer sind bei NKD erhältlich.

NETTO

Der Lebensmittel-Markt ist ein großer Player im Heidewald und für die Versorgung des Viertels ungemein wichtig. Das umfangreiche Sortiment aufzuzählen, dafür fehlt an dieser Stelle der Platz. Für DDR-Bürger wäre dieser Supermarkt der »Goldene Westen« gewesen. Jeder Bereich der Nahrung, des Trinkens und der Kosmetik ist mit einem ansprechenden Angebot versorgt. Für Schnäppchenjäger gibt ein extra Kühlregal mit einem bunten Mix der Wurst-, Käse-, Butter-, Joghurt- und Fleischbällchen-Welt. Besonders um die Mittagszeit herum ist das Einkaufen sehr angenehm und man muss auch nicht lange an der Kasse stehen. Falls man seinen Hunger anschließend stillen möchte, drei Schritte weiter ist das Bistro ...

Wald-Apotheke

Für Apotheker Lars Koeppe steht fest: die Heidewald-Kundschaft ist für ihn unverzichtbar. Auch wenn er an der Frankfurter Allee ein neues Sanitätshaus errichten läßt, die Apotheke bleibt vorerst im Center und versorgt von Montag bis Samstag (und im Notdienst) die Kranken und Bedürftigen im Viertel. Viele Menschen sind auf lebensnotwendige Medikamente angewiesen. Diese schnell bereitzustellen, mit fachkundiger Beratung und freundlicher Zuwendung, dafür steht das Team der Wald-Apotheke bereit.

kiK

Das Universal-Kaufhaus ist besonders beliebt bei der weiblichen Kundschaft. Klamotten aller Art, günstig im Preis und dazu ein Sortiment von 1000 kleinen Dingen für den Haushalt, für die Schule oder zum Spielen - das sind die unwiderstehlichen Argumente, die die Damen der Schöpfung anlocken. Am Eingang winken Schuhe, Schirme und linkerhand ein paar Wühlboxen für den ersten Kontakt. Bei kiK ist immer etwas los und ein Schnäppchen findet sich immer.

Arztpraxen

Durch das dankenswerte Bemühen der GLG haben wir im Viertel jetzt sogar zwei Hausärzte, nämlich Frau Elisabeth Klappoth und Frau Sandra Luther, die im Nebeneingang des Centers, an der Frankfurter Allee, über eine großzügige Gemeinschaftspraxis verfügen. Die Zusammenarbeit mit den Sozialdiensten wie DRK, AWO, Camilla oder Vivatas, die hier im Kiez ein umfangreiches Betätigungsfeld finden, klappt reibungslos und an jedem Morgen (Mo-Fr) ist von 8 Uhr bis 9.30 Uhr offene Sprechstunde für Patienten bei dringenden Fällen. Desweiteren befindet sich noch eine Naturheilpraxis von Frau Genalie Friedrich und die Zahnärztin Dr. med. Sigrun Pankow im Heidewald-Center.

Märkisch-Edel Backwaren

Frische Schrippen am Sonntagmorgen! Ohne die Bäckerei am Heidewald wäre das Wochenende nur halb so schön. Aber auch unter der Woche bietet die Eberswalder Großbäckerei ein großes Sortiment an Kuchen und Brot, immer frisch und lecker, überreicht von freundlich lächelnden Verkäuferinnen, die ihre Kunden schon in- und auswendig kennen. Die Stammkunden bekommen ihren Kaffee oder ihre Bockwurst, aber auch Tee und belegte frische Brötchen mit Salami, Käse und Salat gibt es zum sofortigen Verspeisen.

Gülüm Bistro

Ümits Schnellimbiß ist ein Geheimtipp unter den Eberswalder Lokalitäten und manche Stammgäste kommen täglich von weit her, um hier in gemütlicher Runde den Tag bei einer Tasse Kaffee (1,-) zu beginnen. Später, zur Mittagszeit, wenn es ein warmes Gericht sein soll wie Spaghetti Bolognese (4,-) oder Bratwurst mit Kartoffeln und Sauerkraut (5,-) dann kann schon mal ein Bierchen dazukommen. Der Renner im ganztägig angebotenen Menü ist aber der Döner mit Salat in der Teigtasche oder für die Kleinen das leckere Softeis. Im Bistro kann man bequem sitzen und hat einen entspannten Blick auf das Treiben im Einkaufszentrum oder draußen auf den Potsdamer Platz.

Presse- und Lotto-Shop

Im Titel des Geschäfts fehlt zwar das Wichtigste, doch ist allen klar, daß man den Menschen ihr Laster lassen muss. Entsprechend ist die hintere Verkaufswand bis oben hin gut gefüllt, allerdings nur im Zugriff der Verkäuferinnen, die auch ein waches Auge darüber haben, ob sich nicht manche lose Süßigkeiten "selbständig" machen. Die Klatschpresse ist ausreichend vertreten, aber auch seriöse Zeitungen wie die SÜDDEUTSCHE oder das GEO-Magazin sind im Laden erhältlich. Daneben gibt es noch Schreibwaren und Deko-Artikel und einen stets gut gelaunten Wachmann, der die umlagerten Damen wie das ganze Center beschützt.

Muggels Stübchen

Dem anderen Laster, das auch völlig legal ist, kann man in der Eck-Lokalität des Heidewaldcenters nachgehen. Man kennt sich und die Einkehr am Nachmittag oder Abend ist wie der Besuch bei guten Bekannten. An der Wand hängt ein großer Bildschirm für besondere Ereignisse und ein Billardtisch ist auch vorhanden. Kaffee kann man natürlich auch trinken und dazu ein kleines Zigarettchen rauchen, denn das ist in Muggels Stübchen erlaubt!

(jg) - 11. Oktober 2019




Die Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung Eberswalde Die PARTEI Alternative für Umwelt und Natur hat für die Oktoberstadtverordnetenversammlung einen Beschlußantrag eingereicht, nach dem die Stadtveorordneten den Klimanotstand ausrufen sollen. Die Beschlußvorlage kann hier eingesehen werden.

Nun auch in Eberswalde:
Ausrufung des Klimanotstandes

maxe. Die Stadtfraktion Die PARTEI Alternative für Umwelt und Natur hat für die Oktobersitzung der Stadtverordneten vorgeschlagen, für die Stadt Eberswalde den Klimanotstand auszurufen. Der Fraktionsvorsitzende Mirko Wolfgramm erklärt dazu:

Die Stadt ist bereits seit 1995 Mitglied im »Klima-Bündnis europäischer Städte mit indigenen Völkern der Regenwälder / Alianza del Clima e.V.« und steht damit in besonderer Verantwortung, die gemeinhin als »Klimakrise« bezeichneten Veränderungen in der Umwelt und ihre schwerwiegenden Folgen auf kommunaler Ebene als Aufgabe von höchster Priorität anzunehmen. Bei jeglichen Entscheidungen sollen ab sofort die Auswirkungen auf das Klima berücksichtigt werden.

Dazu soll bis Mitte 2020 das Integrierte Energie- und Klimaschutzkonzept von 2013 unter Einbeziehung der Einwohner entsprechend angepaßt werden.

Als Schwerpunkte sieht unsere Fraktion die Wärmeversorgung und die Wärmedämmung von Wohngebäuden, die Förderung des ÖPNV (Obus statt Diesel, Oberleitung statt Batterie) mit Verkürzung der Obus-Taktzeiten und Erweiterung des Spätangebots, neue Prioritäten in der Verkehrsentwicklung (Verkehrsvermeidung, ÖPNV vor Individualverkehr, Förderung von Rad- und Fußverkehr, Förderung eines flüssigen Verkehrs insbesondere zugunsten des ÖPNV). Fehlentwicklungen der letzten Jahre (bspw. in der Heegermühler Straße) sind zu korrigieren.

Als allgemeine Priorität in der Stadtentwicklung wird ein »Grünes Eberswalde« angestrebt. Dazu gehören neben dem Erhalt innerstädtischer Grünflächen u.a. Dach- und Fassadenbegrünungen sowie Grünkorridore durch die Stadt als Beitrag zum Artenschutz. Schließlich müssen die Klimaschutzmaßnahmen auch entsprechende Berücksichtigung im städtischen Haushalt erfahren.

(veröffentlicht am 10. Oktober 2019) >


Hier geht's zur Beschlußvorlage





Herbstferien im Club am Wald

maxe. In den Herbstferien können sich die Eberswalder Schülerinnen und Schüler auf interessante Angebote im »Club am Wald« freuen. Während der schulfreien Tage im Oktober bietet der »Club am Wald« für Eberswalder Jugendliche ein zusätzliches Ferienprogramm. Voranmeldungen sind unter der Telefonnummer 03334/33004 möglich.

  • Dienstag, 08. Oktober: Brownies und Muffins backen, es werden junge Bäckermeister gesucht
  • Mittwoch, 9. Oktober: Gestalte Deinen eigenen Beutel mit Servietten und Farbe
  • Donnerstag, 10. Oktober: Experimentieren mit Marmorierfarbe
  • Freitag, 11. Oktober: Kinotag
  • Dienstag, 15. Oktober: Wir kochen einen köstlichen Herbsteintopf
  • Mittwoch, 16. Oktober: Herstellen von Untersetzern aus Gewürzen und Naturmaterialien
  • Donnerstag, 17.Oktober: Wir basteln lustige Tontopffiguren
  • Freitag, 18. Oktober: Kinotag

Bei schönem Wetter steht die Außenanlage für verschiedene Spiele zur Verfügung. Sportlich kann man sich auf dem Volleyballplatz, auf dem Bolzplatz, an der Tischtennisplatte sowie auf den verschiedenen Rampen des Funparks für BMX-Räder, Scooter und Skateboards betätigen.

Der »Club am Wald« befindet sich in der Senftenberger Straße 16 und öffnet während der Ferien montags bis freitags von 10 bis 20 Uhr. Die wechselnden Angebote werden täglich zwischen 14 und 17 Uhr durchgeführt.

(2. Oktober 2019)


Club am Wald · Senftenberger Str. 16 · 16227 Eberswalde
Tel: 03334/33004 · eMail: clubamwald@hotmail.com





Ein neues Gesundheitszentrum entsteht im Viertel


Foto: Jürgen Gramzow - (25. September 2019)



Fotograf: Daniels, Gene (record: Environmental Protection Agency) Titel: VOLKSWAGENS ON PIER, Terminal Island (Los Angeles, California) May 1972

Weltgeschichte:
Der Mensch - eine Abrechnung

Als der noch leblose Klumpen Lehm vor seinem Schöpfer stand und Gott dem ersten Menschen Atem, Seele und Sprache einhauchte, begriff das neue Geschöpf dies als sein erstes Personalgespräch und stellte Forderungen: "Lieber Gott, mach mich so stark wie zehn Elefanten!" Gott lehnte dankend ab. Er wußte um die Begrenztheit seiner Schöpfung. Doch der Mensch ließ nicht locker: "Lieber Gott, gib mir tausend Augen!" Gott lehnte wieder ab, denn diese hatten schon die Libellen und das reichte für diesen Planeten. Der Mensch versuchte es noch einmal: "Lieber Gott, gib mir tausend Ohren!" Da wurde Gott wütend und verbannte diesen Möchtegern Libellenelefant aus seinem Paradies in eine trockene Wüstenlandschaft, wo er für zehntausende von Jahren sein karges Brot fristen mußte.

Gott wurde alt und müde und übergab die Schöpfung seinem Sohn Jesus, der bis dahin in seinem Kinderzimmer nur Fantasy-Romane gelesen hatte und schärfte ihm ein: "Pass auf diesen Menschen auf! Dem ist nicht zu trauen!" Dann verabschiedete er sich ins himmlische Pflegeheim. Jesus fand es eine gute Idee, wenn die Menschen auch lesen könnten wie er, und schenkte ihnen die Bibel. Damit sie aber nicht auf dumme Gedanken kämen, sollten sie nur die Bibel lesen und sonst nichts. Das klappte zwei Jahrtausende ganz gut und zu Ehren von Jesus und seiner Mutter errichteten die Menschen große Bethäuser, die in ihrer Pracht an Gottes Schöpfung erinnern sollten.

Doch als die Menschen lesen konnten, konnten sie auch schreiben und sie schrieben alles auf, was nur denkbar war: wieviele Taler in des Königs Truhen waren, wieviele Säcke Mehl man noch dem Grafen schuldete und wieviele Hellebarden in der Rüstkammer lagerten. Doch damit nicht genug. Der Mensch begann die Schöpfung zu analysieren und zu kategorisieren. Nacktsamer und Bedecktsamer. Wirbeltiere und Gliederlose. Weiße und Wilde. Dann begann der Mensch mit der Schöpfung zu experimentieren. Nicht nur Pflanzen und Tiere wurden gekreuzt und gezüchtet, auch die göttlichen Ur-Elemente wurden auf alle nur erdenklichen Arten zusammengeschüttet und die sich ergebenden Reaktionen schriftlich festgehalten. So stieg das Wissen des Menschen von Jahr zu Jahr und auf einmal besaß er wirklich tausend Augen. Es entwickelten sich Berufe, die nur einem ganz bestimmten Schöpfungsfeld gewidmet waren: der Apotheker, der Physiker, der Chemiker, der Prediger, der Konditor und die Putzfrau.

Noch wurden Personen mit hoher Würde per Sänfte getragen, damit sie sich im Straßenschmutz nicht die Füßlinge einsauten, doch irgendwann zu Beginn des 13. Jahrhunderts - Jesus übersah das, weil er gerade die Sarazenen missionierte - entwickelte ein teuflisch schlauer Mensch das Rad und mit ihm die Schubkarre. Jetzt mussten die Müllersleute keine störrischen Esel mehr beschäftigen, sondern konnten Hungerlöhner einstellen, die die Mehlsäcke wegkarren konnten. Bald nach der Schubkarre, etwa dreihundert Jahre später, kamen die ersten Postkutschen und mit ihnen nicht nur die internationale Korrespondenz, sonders erste wohlhabende Touristen erkundeten Europa und das Mittelmeer.

Weil die königlichen Herrscher in ihren barocken Gärten die größere Fontäne besitzen wollten als das andere Adelsgeschlecht, kam es zwangsläufig zur Entwicklung der Dampfmaschine. Nun hatte der Mensch wirklich die Kraft von zehn Elefanten und die konnte ihm keiner mehr nehmen, dafür sorgten die Akademien und Patentbüros. Von den Springbrunnen ging die Kraft über auf die Bergwerksentwässerung, denn die Dampfmaschinen brauchten immer mehr Kohle. Dann sprangen die Kräfte in die Textilindustrie, die soviel Baumwolle verbrauchte, daß man gar nicht genug Sklaven in den Südstaaten beschäftigen konnte. Für den Seeweg brauchte man neue wetterunabhängige Dampfschiffe und auch für den Landweg konnte die Dampfmaschine eingesetzt werden. Stählernde Bänder umschlangen ganze Länder und letzte paradiesisch lebende Völker. Das Industrie-Zeitalter begann.

Rauchende Schlote kündeten von Reichtum, sowie auch von Lohnsklaverei und in jeder Stadt gab es nun mehr Schornsteine als Kirchtürme. Weil die Luft natürlich in den Städten nicht besonders gut war, zogen die Reichen in die Vororte, vornehmlich nach Westen, woher der Wind kam, damit man den Gestank der Schlote und der Öfen nicht mehr ertragen musste. Die Armen blieben im Elend und im Ruß; nur manchmal konnten sie die Reichen in der Stadt sehen, wie sie in ihren neuartigen Personenkraftwagen vor der Bank vorfuhren, um ihre Dividende abzuholen. Der Kapitalismus stand in vollster Blüte.

Die Reichen wollten noch reicher werden, mit mehr Bodenschätzen und mit mehr Kolonien und gönnten den anderen Reichen in anderen Ländern nicht die Butter auf dem Brot. So entstanden die Legenden vom "Erbfeind" und vom "Dolchstoß" - mit bitteren Konsequenzen und Millionen von Toten. Jesus konnte nichts dafür, denn er war gerade ins Zölibat vertieft. So verfiel also Europa in Schutt und Asche und die ersten Spielplätze für die neue Jugend waren Ruinen und Bombentrichter. Doch dann kam das Wunder von Wolfsburg. Der "Volkswagen", der zu Anfang nur ein Nazi-PR-Gag war, verbreitet sich wirklich wie eine Epidemie im Nachkriegseuropa und jedes Land entwickelte seinen eigenen Typ, inclusive Industrie. So kam der Wohlstand in die "zivilisierte Welt" und aus den Smogwarnungen im Radio konnte man den Reichtum einer Stadt ablesen.

Durch einen Betriebsunfall der Industriegeschichte kam es 1990 zur Auflösung der Wirtschaft eines ganzen Landes, was regierungstreue Klimastatistiker heutzutage gerne zum Anlaß nehmen, die CO2-Bilanz schönzurechnen. Zum guten Ton für die reichen Leute allerorten gehört ein Häus-chen fernab vom Lärm der Stadt, nicht dort, wo der Plebs sich in den überfüllten ÖPNV drängen mag. Dort riecht es ja muffig und man müßte den Anblick anderer Leute ertragen - nein, man kann sich ja selber im Spiegel kaum anschauen. Also muß es der neueste SUV sein, der zwar die Komplexe etwas kaschieren mag, aber immerhin die Wirtschaft ankurbelt. Die neue Tarifrunde läßt grüßen ...

Der andere Betriebsunfall passierte 2001 in "God's own country", als das Symbol einer Supermacht in Schutt und Asche versank. Nach dem alttestamentarischen Motto "Auge um Auge, Zahn um Zahn" rächt sich die freieste Demokratie dieses Planeten nun seit Jahrzehnten an seinen Widersachern und auf feierliche Begräbnisse wird keinen Wert gelegt. Das eigentlich demokratische Internet mutierte zu einer riesigen Abhörmaschine und plötzlich besaß der Mensch wirklich tausend Ohren, mit denen ihm nichts mehr entging. Die Datenberge wachsen von Stunde zu Stunde, das Internet verbraucht immer mehr Ressourcen und selbst die Aufmerksamkeit des Menschen gehört nur noch seinen Daten und nicht mehr der Schöpfung an sich. Jesus ist es müde, sich um diese verrückte Menschheit zu kümmern und nun haben neue Propheten und Welterklärer leichtes Spiel mit neuen Sekten und Religionen.

Der Mensch hat nun Kräfte wie tausend Elefanten, Augen Millionen an der Zahl und jedes Smartphone hört überall mit - das sind Milliarden Ohren. Gott würde sagen, diese Schöpfung ist leider mutiert und ob es der Heimatplanet verkraftet, das weiß selbst der liebe Gott nicht.

Jürgen Gramzow - 23. September 2019





Herbstdekoration in der AWO-Kantine


Foto: Jürgen Gramzow - (12. September 2019)




Im April 2012 machten die ersten Gemeinschaftsgärtner den ehemaligen Schulgarten in der Beeskower Straße wieder urbar.


Seit diesem Jahr ist der Gemeinschaftsgarten »Zusammen-Wachsen« wieder aus dem Dornröschenschlaf erwacht. Den Brachflächen wurden neue Beete abgewonnen, so daß für neue Gemeinschaftsgärtnerinnen und -gärtner genügend Raum zur Verfügung steht.


Die BücherboXX als Treffpunkt und Kommunikationsort.

Sprecherrat »Soziale Stadt« am 16. September:
Gemeinschaftsgarten und BücherboXX

maxe. Der Sprecherrat »Soziale Stadt« im Brandenburgischen Viertel trifft sich am Montag, den 16. September, zu seiner nächsten Sitzung. Beginn ist 17 Uhr, wie immer im Bürgerzentrum in der Schorfheidestraße 13.

Auf der Tagesordnung stehen neben aktuellen Informationen aus dem Kiez und einem Rückblick auf die »Fête de la Viertel« auch zwei Förderanträge für den Gemeinschaftsgarten und für eine Bücherboxx.

Den Gemeinschaftsgarten »Zusammen-Wachsen« gibt es bereits seit vielen Jahren. Im April 2012 hatten die Kiez-Gärtner die ersten Beete in dem früheren Schulgarten in der Beeskower Straße wieder urbar gemacht.

Leider zogen in den Folgejahren einige der aktivsten Initiatorinnen aus Eberswalde weg, andere Hobbygärtner zogen sich aus Altersgründen zurück. Durch die Initiative des Transition-Thrive-Projektes 2018/19 erwachte der Gemeinschaftsgarten wieder aus dem Dornröschenschlaf. Der Garten wurde wieder zum Ort der Begegnung und des gemeinsamen Gärtnerns.

Es gibt Flächen, die alle gemeinsam bewirtschaften als auch Beete, die von den Einzelnen gehegt, gepflegt und beerntet werden. »Wir sind ein 'buntes Völkchen' verschiedener Herkunftsländer und unterschiedlichen Alters«, sagt Gemeinschaftsgärtnerin Britta Hansen. »Wir sind offen für alle interessierten Menschen, die gerne selber ihr Gemüse anbauen möchten, sich anfreunden und gemeinsam arbeiten möchten. Am letzten Freiwilligentag konnten wir unsere Beetflächen etwas erweitern, so daß neue Mitgärtnerinnen und Mitgärtner herzlich willkommen sind.«

Mit der Förderung durch das Programm »Soziale Stadt«, über die der Sprecherrat entscheidet, möchten die Gemeinschaftsgärtnerinnen und -gärtner Material für die gemeinschaftlichen Arbeiten und zur Regenwassernutzung anschaffen. Neben einer Regentonne, Dachrinnen und Rohren, wollen sie sich eine Klappleiter, eine Heckenschere und eine Solar-LED-Leuchte anschaffen. Die Sachen kosten insgesamt etwas über 300 Euro. Damit wird die Zuschußgrenze für Zuwendungen aus dem Aktionsfonds, worüber das Quartiersmanagement eigenständig entscheiden kann (250 Euro), überschritten. Daher steht der Antrag nun auf der Tagesordnung des Sprecherrates. Quartiersmanagerin Ute Truttmann hat die Förderfähigkeit bestätigt und auch mitgeteilt, daß noch ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Es ist damit sehr wahrscheinlich, daß der Sprecherrat diesem Förderantrag zustimmt.

Ein weiteres Projekt, für das der Sprecherrat finanzielle Mittel bewilligen soll, stammt vom Institut für Nachhaltigkeit in Bildung, Arbeit und Kultur (INBAK Berlin). Dabei handelt es sich um eine GbR, deren Zweck »die Förderung der nachhaltigen Entwicklung insbesondere in der Beruflichen Aus- und Weiterbildung durch Forschung, modellhafte Entwicklungen, Netzwerkbildung, Beratung, Gestaltung und sonstige geeignete Maßnahmen« ist.

Eine dieser Maßnahmen ist die BücherboXX, eine frei zugängliche Straßenbibliothek, für die ehemalige Telefonzellen nachgenutzt werden. Nach dem Prinzip »Bring ein Buch, nimm ein Buch, lies ein Buch!« tauschen Bürgerinnen und Bürger ihre gelesenen Bücher mit Hilfe der frei zugänglichen BücherboXX. Dadurch entstehen neue Verbindungen und Netzwerke.

Das INBAK Berlin bietet die Erprobung solch einer BücherboXX für 6 Monate an. Während dieser Zeit soll herausgefunden werden, ob und wie sich die BücherboXX bewährt, welchen Beitrag sie zur Gemeinschaftsbildung, zur Übernahme zivilgesellschaftlicher Verantwortung sowie zur sozialen und kulturellen Weiterentwicklung des Viertels beiträgt.

Während dieser Zeit solle eine »informelle Gruppe von Betreuern, sogenannten Kümmerer der BücherboXX aufgebaute werden«, die gemeinsam mit dem Quartiersmanagement organisiert werden soll. Gefragt sind hier insbesondere bereits im Viertel aktive Initiativen, Vereine und Institutionen, die den Grundstock für eine »Gruppe bilden, die für Ordnung und Sauberkeit sorgen und helfen bei der Einsortierung der Bücher und – falls erforderlich – den Nachschub von Büchern organisieren«.

Der Vorschlag geht von einer Realisierung im IV. Quartal 2019 und im 1. Quartal 2020 aus, enthält allerdings auch noch einige Ungereimtheiten, wie zum Finanzierungsbegehrens in Höhe von 1.830 Euro oder zum Realisierungszeitraum. Fragen, die in der Sprecherratssitzung am 16. September geklärt werden müssen.

10. September 2019


Quartiersmanagement Brandenburgisches Viertel
Kontaktbüro Soziale Stadt / Bürgerzentrum
Schorfheidestraße 13 · 16227 Eberswalde · Telefon: 03334/818245
Sprechzeiten: Dienstag, 13 - 18 Uhr





Der Regen bringt eine gute Pilzsaison ...


Foto: Jürgen Gramzow - (10. September 2019)




Fête de la Viertel auf dem Potsdamer Platz


Der Potsdamer Platz war gut besucht. Zahlreiche Stände luden zum Verweilen ein. Für Speis und Trank war gut gesorgt.

Das Veranstaltungsgelände reichte bis zur Grundschule Schwärzesee

Auch die beiden großen Wohnungsgesellschaften im Kiez, die stadteigene WHG Wohnungs- und Hausverwaltungsgesellschaft mbH und die Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 eG waren vertreten.

Auch die im Viertel agierenden Vereine und Träger sozialer oder kultureller Angebote waren vertreten, wie bspw. die Drogenberatung Experience (Foto), der Kontakt e.V., das Eltern-Kind-Zentrum, das evangelische Gemeindezentrum u.v.m.

Am Stand des Quartiersmanagement informierte sich der am 1. September direkt in unserem Wahlkreis gewählte Landtagsabgeordnete Hardy Lux über unseren Kiez.

Spiel und Spaß wurden groß geschrieben. Es gab eine Hüpfburg, für die jüngeren Kiezbewohner...

...Segways für Junge und Ältere...

...eine Seifenblasenfabrik, die eher von den Jüngeren genutzt wurde...


... auch im Jonglieren konnte man sich ausprobieren.


Im Laufe des Nachmittags und Abends gab es zahlreiche weitere Angebote, wie den Auftritt des IWUSCHKA-Chors, Musik aus der Konserve und von Livebands, Tanzvorführungen und vieles, vieles mehr...



Fotos: Gerd Markmann (7. September 2019)





Stadtteilfest im Brandenbugischen Viertel:
Fête de la Viertel

Am Samstag, den 7. September, findet zum zweiten Mal das Stadtteilfest, die Fête de la Viertel, auf dem Potsdamer Platz im Brandenburgischen Viertel statt.

In diesem Jahr ist das Fest größer. Auch der Platz vor der Schule bietet neben Ständen, Aktions-, Bewegungs- und Spielangebote für Kinder und Erwachsene.

Von 15 Uhr bis 21 Uhr wollen wir zeigen, was das Brandenburgische Viertel zu bieten hat.

Eröffnet wird das Fest um 15 Uhr vom Eberswalder Sozialdezernenten Prof. Dr. Jan König. Neben einem abwechslungsreichen multikulturellen Bühnenprogramm mit Musik und Gesang, zahlreichen kulinarischen Angeboten, verschiedenen Mitmachaktionen sowie vielen Aktionen und sportlichen Aktivitäten, gibt es Highlights wie eine Hüpfburg, Bogenschießen und Segways und Pedelecs zum Ausprobieren.

Wer Lust hat kann sich im Jonglieren üben – machen Sie mit beim Spirkus-Mitmachzirkus. Neben dem Russischen Chor, Pakistanischen und Somalischen Gesang und Teatime sorgen die Live Bands »Experience« und »One World« für Stimmung auf dem Platz. Linedancer und Boggie Woogie laden zum Tanzen ein.

Auch in diesem Jahr moderiert DJane Lady Undertone das musikalische Programm für Jung & Alt. Am Abend legen Larick & Lotti auf. Lassen sie sich überraschen.

Organisiert wird das Fest vom externen Quartiersmanagement Brandenburgischen Viertel der S.T.E.R.N GmbH. Unterstützt wird das Fest vom Kulturamt, der WHG, der 1893 und den vielen Akteuren und Einrichtungen vor Ort. Vielen Dank dafür.

Ute Truttmann & Julia Klemm

(veröffentlicht am 31. August 2019)


Quartiersmanagement im Bürgerzentrum
Schorfheidestr. 13 · 16227 Eberswalde · Tel.: (03334) 818245 oder (030) 44363639




Guten Morgen Potsdamer Platz am 24. August um Halbelf:
Mukketier-Bande und Kinderfotos

Am Nachmittag: Kundgebungen am Bahnhof

maxe. Guten-Morgen-Eberswalde ist im Sommer auf Tour und sagt am Sonnabend, den 24. August, „Guten Morgen Potsdamer Platz“. In ihrem dreizehnten Jahr ist die Kulturreihe ein erstes Mal im Brandenburgischen Viertel.

Mit dabei ist mit der Mukketier-Bande eine richtige Band und die spielt ihre Musik schwungvoll und mitreißend frisch vom Bauernhof, wie der Guten-Morgen-Organisator Udo Muszynski zu berichten weiß. Der bunte Mix aus Rockabilly, Swing, Country, Reggae und vielem mehr, sorgt sofort für gute Laune.

Die Geschichte zum Konzert: Auf einem kleinen Bauernhof lebt Bauer Anton mit seinen Tieren, doch die sind anders als normale Bauernhoftiere, ziemlich außergewöhnlich sogar. Sie lieben Musik, sie machen selbst Musik, spielen Instrumente und jedes Tier hat auch noch einen eigenen Lieblingsmusikstil. Bauer Anton und seine tierisch guten Musiker singen, spielen und erzählen leicht und witzig, was so alles auf ihrem musikalischen Bauernhof passiert, stellen während des Konzerts viele verschiedene Instrumente vor, wie sie klingen, wie sie gespielt werden und welche Musikstile man damit am besten machen kann. Kleine Instrumentenkunde sozusagen...

Auch die 633. Ausgabe von Guten-Morgen-Eberswalde beginnt um Halbelf am Vormittag. Treffpunkt diesmal: der Potsdamer Platz im Brandenburgischen Viertel!

Zugleich ist die Open-Air-Fotoausstellung »Kiez, Kids, Kameras – Fotografien vom Brandenburgischen Viertel« an Ort und Stelle zu sehen. Das Projekt der Kita Kleeblatt unter Leitung von Mascha Hess zeigt Fotografien vom Brandenburgischen Viertel, die von Kindern im Alter von fünf bis zwölf Jahren geschaffen wurden.

Die Kinder fotografierten ihr Brandenburgisches Viertel und rausgekommen sind schöne und künstlerische Fotografien von ihrem Brandenburgischen Viertel.

Die Ausstellung wird durch einleitende Worte und eine Rede eröffnet, um Ihnen dann die Möglichkeit zu geben sich die Fotografien anzuschauen, ihr Liebstes auszuwählen und auszuzeichnen.

Neben dem Angebot von »Guten Morgen Eberswalde« gibt es weitere tolle Aktionen. Unter anderem lädt eine Hüpfburg zum Toben ein. Mascha Hess und die kleinen Fotografen laden Sie herzlich ein und freuen sich auf Ihr Kommen. Die Fotografien werden von 10.30 bis 15 Uhr auf dem Potsdamer Platz ausgestellt.

Kaffee versus Freibier

Am Eberswalder Bahnhof dominieren dann am Nachmittag der Landtagswahlkampf und Proteste gegen völkischen Nationalismus.

Eine Woche vor den Landtagswahlen veranstaltet die AfD am Nachmittag des 24. August eine Kundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz in Eberswalde. Ein »fröhliches Volksfest mit tollen Reden« der »Wahlkämpfer mit der großen Bühne« und, wie es heißt, freiem Bier und Bratwurst soll es werden. Beginn ist um 15 Uhr.

Zeitgleich hat das Bündnis Unteilbar Eberswalde am 24. August zu einer »Demonstration und Gegenkundgebung« eingeladen. Treffpunkt ist um 14.30 Uhr der alte Busbahnhof. Die Unteilbar-Demonstration wird dann über die Bahnhofsbrücke bis zum Busabstellplatz gegenüber dem Bahnhofsvorplatz ziehen. Dort sind dann ab 15 Uhr Rede- und Kulturbeiträge geplant.

Einige Meter weiter in Richtung Stadtzentrum lädt von 15 bis 17 Uhr die Bürgerstiftung Barnim Uckermark im Garten des Montessorikindergartens in der Eisenbahnstraße 36d (ehemaliger RAW-Kindergarten) ein zum »Kaffeetrinken für die Zukunft«. Die Organisatoren wollen »ein starkes Brandenburg für alle« und dazu mit allen, die vorbeikommen, ins Gespräch kommen. »Kaffee ist vorhanden, Kuchen kann gerne mitgebracht werden«, so Stiftungsgeschäftsführer Kai Jahns.

(22. August 2019)





Mit einer »Galerie Fenster«, die aktuell die Ausstellung »Kinderland in Eberswalde« des Comic-Zeichners Mawil zeigt, will die Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 eG sich zwei Jahre lang von ihrem aktuell dritten dem Abriß preisgegebenen Wohnblock im Brandenburgischen Viertel »verabschieden«. Eigentlich ist es etwas Gutes, daß nun auch solcherart Kultur im Kiez zu sehen ist – aber der Anlaß ist makaber. Während flächendeckend die Mieten und Nutzungsentgelte in die Höhe schießen, werden hier 43 Wohnungen einschließlich einer gut gehenden zahnarztpraxis, dierekt an der Obus-Haltestelle vernichtet werden.

Galerie FENSTER:

Kunst im Abriß-Haus

Mawil: »Kinderland in Eberswalde« 25.6.-18.8.

maxe. Seit dem 25. Juni gibt es die »Galerie FENSTER« in der Brandenburger Allee 19. Sie hat immer sonntags von 13 bis 17 Uhr geöffnet.

Die Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 eG feiert mit diesem neuen Kunstformat im Brandenburgischen Viertel den in zwei Jahren geplanten Abriß des Wohnhauses in der Brandenburger Allee 15-21 mit insgesamt 43 Wohnungen. In dem Haus befindet sich derzeit noch eine gutgehende Zahnarztpraxis sowie ein nicht mehr vermietetes, vormals als kleine Gaststätte genutztes Ladenlokal.

Für die temporäre »Galerie FENSTER« sind zwei Wohnungen direkt über der Zahnarztpraxis zusammengelegt worden. Der Zugang ist über die Brandenburger Allee 19.

In der ersten Ausstellung präsentiert die Genossenschaft mit Unterstützung durch Udo Muszynski Konzerte + Veranstaltungen den Comiczeichner MAWIL mit »Kinderland in Eberswalde«. Darin berichtet Mawil über eine Kindheit zwischen jungen Pionieren und Kirche, Freundschaft, Mut, Vertrauen und ein Tischtennisturnier am Vorabend der sogenannten Wende.

Am Dienstag, dem 16. Juli, gibt es um 18 Uhr in der »Galerie Fenster« eine Lesung mit Bildern. Jochen Schmidt gibt eine »Gebrauchsanweisung für Ostdeutschland«.

Am 1. und 8. August (jeweils Donnerstag) gibt es dann um 18 Uhr Kino im Abrißhaus: Spuk im Hochhaus (DDR 1982, ab 6 Jahre). Am 1. August laufen die Episoden I-IV und am 8. die Episoden V-VII

Schließlich gibt es am Dienstag, den 13. August, um 18 Uhr unter dem Titel »Zielgerade« ein Fest zur 1. Ausstellung mit Live-Musik.

Neben den Sonntagsöffnungszeiten ist die Ausstellung zu den Veranstaltungen geöffnet oder nach Vereinbarung (eMail: Udo.Muszynski@t-online.de oder janice.fischer@1893-wohnen.de)

Die »Galerie Fenster« befindet sich in der Brandenburger Allee 19 in 16227 Eberswalde. Der Eintritt zur Galerie und zu allen Veranstaltungen ist frei.

9. Juli 2019


Hinweis auf die 2. Ausstellung: Jochen Raiß »Frauen auf Bäumen«. Vernissage am Sonntag, den 25. August 2019, 14 Uhr.





Ökologische Wende:
Grüner Vorzeigebezirk
im Herzen der Waldstadt

maxe. Verzweifelt versucht die Bundesrepublik und ihre Regierung die Klimaziele des Pariser Abkommens zu verwirklichen. Ohne durchgreifende Schritte hin zu einer ökologischen Wende in der Gesellschaft wird dies nicht zu erreichen sein. Viele fragen sich: "Was kann ich persönlich tun für die Rettung des Weltklimas?"

Man mag es kaum glauben, aber Anleitung dafür gibt es aus der gelebten Wirklichkeit des Brandenburgischen Viertels in Eberswalde:

Kein Bezirk des Stadt ist grüner und lebenswerter

Von drei Seiten durch die Wälder des Naturparks Barnim umschlossen, hat das Brandenburgische Viertel die beste Luft von ganz Eberswalde. Es gibt wenig Autoverkehr, dafür viel Spielplätze, ein Einkaufscenter, eine Apotheke, eine Grundschule und mehrere Arztpraxen. Mit dem umweltfreundlichen ÖPNV ist man schnell am Bahnhof, um in die Metropole zu fahren.

Enorme Einsparung bei fossilem Ressourcenverbrauch

Nur die wenigsten Einwohner des Wohngebiets benutzen das Auto, um damit weite Strecken zur Arbeit zu pendeln. Viele verzichten sogar ganz auf die Anschaffung, was zusätzlich unseren Planeten entlastet. Auch gibt es, prozentual gesehen, hier die meisten Menschen, die den Öffentlichen Nahverkehr benutzen. Ganz Umweltbewußte verzichten sogar darauf und tragen so für eine Entspannung in den Bedarfsspitzen bei. Das Fahrrad ist das hier am meisten empfohlene Fortbewegungsmittel und in 5 min ist man damit am Zoo und beim Krankenhaus. Auch die großen Vermieter gehen mit gutem Beispiel voran: Nicht genutzte Kapazitäten von Fernwärmeleitungen werden konsequent stillgelegt, was nicht nur Kosten spart, sondern auch bei der Ökobilanz punktet.

Überhaupt ist die Nutzung von mehrgeschossigem Wohnraum, der in Schnellbauweise errichtet wurde, eindeutig einer zersiedelten Vorstadtlandschaft vorzuziehen, weil durch das enge Zusammenleben vieler Menschen die Synergien erst richtig zum Tragen kommen, beispielsweise bei der Heizungswärme. Auch die Nutzung des ÖPNV läßt sich so effektiver gestalten.

Umweltbewußter Einkauf und klimaschonende Ernährungsweise

Die Bewohner des Brandenburgischen Viertels verzichten in ihrem Konsumverhalten ganz bewußt auf die sinnlose Verschwendung von Ressourcen. Es wird nur das gekauft, was auch wirklich benötigt wird. Viele sind sehr bescheiden und bestehen darauf, dass sie auch mit zwei Paar Schuhen gut zurechtkommen. In den Regalen des Supermarkts sieht man hier keine ausgefallenen Spezialitäten vom anderen Ende der Welt. Vorrang haben regionale Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen, und auch die Verpackung ist meist zu 100 Prozent recyclebar.

Viele Arbeitsplätze in Zukunftsbereichen

Im Brandenburgischen Viertel gibt es so viele Beschäftigungsverhältnisse im sozialen Bereich, wie sonst kaum in der Kreisstadt. Nebem dem Quartiersmanagement sorgen drei Kitas für die Erziehung unserer Erdenbürger. Desweiteren gibt es unzählige Trägervereine im Bildungs- und Integrationsbereich, und sogar einen, der sich die Ökologie auf die Fahnen geschrieben hat: das Hebewerk-Team um Christoph Gäbler. Ein Musterbeispiel für täglich gelebte Integration ist die Grundschule Schwärzesee, in der Schüler von allen Kontinenten gemeinsam die deutsche Sprache erlernen. Auch der Gesundheitssektor ist im Viertel stark vertreten und sorgt mit Millionen-Investitionen für den Erhalt von Arbeitsplätzen.

Die Natur erobert den Stadtraum

Neben Gräsern und Moosen, die überall anzutreffen sind, und den großzügig bewaldeten Innenhöfen, ist es vor allem die lokale Fauna, die Besucher immer wieder beeindruckt. Man wähne sich in einem großen Tierpark, nur ohne Gitter. Singvögel der verschiedensten Arten und Größen bereichern mit ihrer lautstarken Anwesenheit das tägliche Leben der Menschen. Obwohl sie komplett selbständig sind, sind viele von ihnen so zahm, daß sie bereitwillig Spenden unterschiedlichster Natur annehmen und das mit einer lebenslangen Treue belohnen. Den Mangel an Insekten, wie auf vielen landwirtschaftlichen Nutzflächen, können die Bewohner des Brandenburgischen Viertels ebenfalls nicht beklagen. Sogar die seltensten Kräuter wachsen auf Flächen, die vorher großflächig versiegelt waren und nun der Natur zurückgegeben worden sind.

Vorbildwirkung für ganz Eberswalde

Betrachtet man die Umweltbilanz pro Einwohner, liegt das Brandenburgische Viertel weit vorn im Wettbewerb der städtischen Ortsteile für ein besseres Weltklima. Hier, bei den Einwohnern des ökologischen Vorzeigebezirks, kann sich die Verwaltung Tipps geben lassen, wie man mit dem geringsten Ressourcenverbrauch auf diesem Planeten überleben kann. Das ist heute dringlicher denn je.

6. Juli 2019





Magische Zeichen im Wald


Foto: Jürgen Gramzow - (1. Juli 2019)




Die Zwischendecke wird eingezogen ...


Foto: Jürgen Gramzow - (22. Juni 2019)



Leben und Gesellschaft:
Pfingsten, das unbekannte Fest

Im sich erwärmenden Frühjahr, nach dem dritten Hitzegewitter des Jahres, kurz vor Erreichen der Mittsommernacht, wird ein sonderbares Fest begangen. Eigentlich wird es überhaupt nicht begangen. Man merkt nur, daß der Bäcker nicht wie sonst sonntags geöffnet hat (traurige Kunden ziehen wieder von dannen) und daß man noch den Montag gratis als Gammeltag dazu bekommen hat. Gut, manche nutzen das verlängerte Wochenende für einen Kurzurlaub, aber die meisten werden froh sein, mal nichts tun zu müssen.

Aber was sind das für seltsame Feiertage? Pfingsten kommt von dem griechischen "pentekoste" und bedeutet "fünfzigster (Tag)" nach Ostern. Der christlichen Legende nach soll an diesem Tag der "Heilige Geist" auf die Jünger Jesu herabgekommen sein, so daß sie sich als Gemeinschaft begriffen und begannen, ihren Glauben (daß Jesus am Ostersonntag auferstanden ist) aktiv in die Welt zu tragen. Somit wird Pfingsten auch als Beginn der weltweiten Mission und als Gründung der Kirche angesehen.

Zweitausend Jahre später, wir schreiben das Jahr 2019, ist hier, im Brandenburgischen Viertel, von der weltweiten Mission nicht mehr viel übriggeblieben. Zu den Gottesdiensten, wenn sie denn stattfinden, kommt gerade noch eine einstellige Zahl Besucher und hört die Predigt in der Gemeinschaft. Was kann heutzutage die Menschen noch von ihrem Sofa herunterlocken, daß sie um 9 Uhr morgens auf den sonnendurchfluteten Potsdamer Platz eilen? Ist es die Kirche? Nein, es sind ofenwarme frische Bäckerschrippen und quarkgefüllter Blätterteig zum Kaffee - aber, das "christliche Fest" gebietet die Geschäftsschließung. Die einzig Dankbaren sind wohl die Angestellten.

Pfingsten, das unbekannte Fest. Aber halt! Da war doch noch was ... Zu Pfingsten wurde hierzulande, vor langer Zeit, eine große Anzahl von Feiern begangen; zwar nicht der Heiligen und Gläubigen, aber dafür von den Hoffnungsträgern der Nation, von vom Gürtel aufwärts in Blau gekleideten Lehrlingen und Studenten, die sich zu den Pfingsttreffen der freien ostdeutschen Jugend versammelten und spürten, daß sie eine große Gemeinschaft waren und getragen vom Geist (darf man das heute noch sagen?) des Sozialismus.

Der sozialistische Geist, wie der christliche, sind heute weitgehend in Vergessenheit geraten. Es herrscht der Geist des Konsums (endbetont), der Geist der Rentabilität, der Geist des schnellen Geldes, der Geist des Dschungelcamps und der Bundesliga. Dies sind die neuen deutschen Religionen und sie werden wöchentlich begangen. Man muß nur ein Premium-Abo haben.

Pfingstsonntag, den 9. Juni 2019
Jürgen Gramzow





Auf diesen Säulen ruht (noch) der Himmel ...


Foto: Jürgen Gramzow - (7. Juni 2019)



Information des Quartiersmanagement:
Ansprechpartner
im Brandenburgischen Viertel

Bürgerzentrum (Schorfheidestraße 13)

Migrationsfachdienst Fr. Holzmann Tel. 03334 / 81 82 53
Quartiermanagement Brandenburgisches Viertel
Frau Klemm und Frau Truttmann Tel. 03334 / 81 82 45
Integrationsmanager Herr Moiseenko Tel. 03334 / 81 82 45
Revierpolizei Herr Jasiszek Tel. 03334 / 81 82 51
SPI - Sozialpädagogisches Institut Mobile Jugendsozialarbeit in Eberswalde
Frau Gumlich Tel. 03334 / 81 83 02

Gemeindezentrum "Dietrich-Bonhoeffer-Haus" (Potsdamer Allee 35)

Kirchendienste Herr Renell und Frau Sänger Tel. 03334 / 38 39 30
(u.a. mit Mittagessen für Schulkinder, Familiensport, Elternfrühstück, Krabbelgruppe, Seniorenkreis und Gottesdienst)

WBG-Vereinshaus (Prignitzer Straße 44-50)

Seniorentreff Frau Führlich Tel. 0173 / 740 44 78
Eberswalder Modelleisenbahner e.V. Frau Freund Tel. 0176 / 381 42 913
Kinderschach, Meditation Frau Barna und Herr Grothe Tel. 0173 / 79 99 701
K4 Zentrum für Kampfkunst & Gesundheit Herr Pausch Tel. 0172 / 32 31 103

Vereinshaus "Havellandstraße 15"

Makerspace des Hebewerk e.V. Hr. Christoff Gäbler www.hebewerk-eberswalde.de
(u.a. mit Nähwerkstatt, Modellbau, Repaicafé und 3D-Druck)
Hoffnungstaler Stiftung Lobetal (Migrationsberatung für Jugendliche und Erwachsene)
Fr. Goldschmidt, Fr. Schäfer, Fr. Steinberg Tel. 03334 / 27 99 97
Kontakt e.V. Frau Holzmann und Frau Dessert Tel. 03334 / 38 30 70
(u.a. mit Russischkurs, Computernachhilfe, Schachklub, Deutschkurs und Chor)
Kreisverkehrswacht Barnim e.V. mit anschließendem Verkehrsgarten
Herr Sternbeck Tel. 03338 / 70 06 57

Erziehungseinrichtungen

Bildungseinrichtung Buckow e.V. (Spreewaldstraße 20-22)

Allgemeine Soziale Beratung (z.B. Miet-, Wohnungs-, berufliche und gesundheitliche Probleme), Angebote zur beruflichen Integration
Frau Pauli Tel. 03334 / 38 35 42
Berufliche Schule Buckow Tel.: 03334 / 38 35 44
Integrationsbegleitung Frau Knöfel und Frau Melzow
Tel. 03334 / 38 35 588 oder 0174 / 99 55 005
Spreewaldcafé Frau Schneemilch Tel. 03334 / 38 35 47 oder 0174 / 99 55 018
Familienzentrum Frau Malik 0174 / 99 55 030
KITA "Kleeblatt" Frau Schadow 03334 / 38 35 43

KITA "Arche Noah" (Cottbuser Straße 26-28)
Frau Wörpel Tel. 03334 / 330 30
Eltern-Kind-Zentrum BBV (ebenda)
Frau Westphal Tel. 03334 / 38 16 15
(u.a. mit Elterncafé, Krabbelgruppe, Kreativzeit)

Grundschule "Schwärzesee" (Kyritzer Straße 29)
Schulleiterin Frau Billing Tel. 03334 / 320 25
Hort "Kinderinsel" Frau Müller Tel. 03334 / 33 106

KITA "Gestiefelter Kater" (Schorfheidestraße 11)
Frau Schmidt Tel. 03334 / 320 92

Märkische Schule
Förderschwerpunkt "geistige Entwicklung" (Rheinsberger Straße 36)
Frau Krauß Tel. 03334 / 320 69

Sport und Freizeit

Eberswalder Sportclub e.V. (ESC) (Schorfheidestraße 30)
Herr Oesterling Tel. 03334 7 38 55 05
(u.a. mit Selbstverteidigung, Tanzen und Kegeln)

Jugendclub "Club am Wald" (Senftenberger Straße 16)
Frau Barz und Herr Lathan Tel. 03334 / 33 00 4
(u.a. mit Spielen, Fußball, Kino, Anti-Gewalt-Training und gesunder Ernährung)
inkl. Aktionsfläche "FUN-PARK" (BMX, Beachvolleyballfeld, Skateranlage)

Sporthalle Reki e.V. (Schorfheidestraße 30)
Tanz und REHA-Sport, Herr Toron Tel. 03334 / 38 55 05

Sporthalle "SV Motor Eberswalde" (Potsdamer Allee 37)
Herr Hoeck Tel. 03334 / 212 703
(u.a. mit Gewichtheben, Badminton, Volleyball, Inlineskaten, Ringen und Leichtathletik)

Sporthalle "Am Heidewald" (Frankfurter Allee 44)
Amt für Bildung, Jugend und Sport: Hr. Kuhnke Tel.: 03334 / 64 408
(u.a. mit Basketball, Fußball, Volleyball und Badminton)

Eberswalder Kulturbund e.V. (Cottbuser Straße 5a)
Herr Laffin Tel.: 03334 / 22 320
(u.a. mit Fotoclub, Klöppelgruppe, textiles Gestalten und Malzirkel)

Gesundheitseinrichtungen

Drogenberatungsstelle "Experience" (Gubener Straße 29)
Fr. Landerbarthold und Hr. Graupner Tel. 03334 / 38 30 52

Logopädische Praxis (Spreewaldstraße 13)
Herr Ronny Stolle Tel. 03334 / 27 80 58

Physiotherapiepraxis / Podologie (Spreewaldstraße 2)
Frau sylvia Liedtke Tel. 03334 / 34 491

Sanitätshaus Koeppe (Frankfurter Allee 51)
Herr Lars Koeppe Tel. 03334 / 35 42 06
(u.a. mit orthopädischen Hilfen, Bandagen, Rollatoren und Rollstühlen)

Waldapotheke (Potsdamer Allee 43)
Herr Lars Koeppe Tel. 03334 / 32 17 2

Zahnarztpraxis Kubin (Brandenburger Allee 17)
Herr Dipl.-Stom. Torsten Kubin Tel. 03334 / 3 28 38

Zahnarztpraxis Pankow (Potsdamer Allee 41)
Frau Dr. med. Sigrun Pankow Tel. 03334 / 3 51 50

Praxis für Naturheilverfahren und Schmerzlinderung (Potsdamer Allee 41)
Frau Dipl.-Med. Genalie Friedrich Tel. 03334 / 3 47 83

Praxis für Allgemeinmedizin (Frankfurter Allee 64)
Frau Dipl.-Med. Elisabeth Klappoth und Frau Dipl.-Med. Sandy Luther
Mo - Fr 8-12 Uhr, Mo 13 - 18 Uhr und Do 13-16 Uhr
Tel. 03334 / 3 20 40 - E-Mail: zweigpraxisbbv@glg-mbh.de

Pflegeeinrichtungen

AWO Pflegewohnheim "Im Wolfswinkel" (Beeskower Straße 1)
Fau Bastian-Dietze Tel. 03334 / 38 11 83
mit öffentlicher Mittagskantine

AWO Pflegewohnheim "An der Barnimer Heide" (Schorfheidestraß 34)
Frau Wilhelmi Tel. 03334/ 496 136 30

DRK Seniorenwohnanlage "Barnimpark" (Potsdamer Allee 40)
Frau Kienast Tel. 03334 / 55 55 02
mit Mittagstisch

Vermieter

AWO Haus- und Grundstücksverwaltung (Frankfurter Allee 24)
Hr. Schmidt, Fr. Schleinitz, Fr. Hennig Tel. 03334 / 37 604 17

Studentenwerk - Frankfurt (Oder) (Beeskower 7-13, Strausberger Straße 1-9)
Frau Zühlke Tel. 37 604 17

TAG Immobilien (Frankfurter Allee 13)
Mo 9-12 Uhr und 14-16.30 Uhr, Mi 13-18 Uhr
Fr. Schirrmann und Fr. Michaela Klein Tel. 03334/ 27 58 100

Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 e.G. (Ringstraße 183)
Mo-Do 8 - 12 Uhr und 13-16.30 Uhr, Fr 8-12 Uhr und Do 13-15 Uhr
Tel. 03334 / 30 40

WHG Wohnungsbau- und Hausverwaltungs-GmbH (Dorfstraße 9)
Mo und Mi 10-15.30 Uhr, Di 10-18 Uhr, Do 10-17 Uhr, Fr 10-12 Uhr
Tel. 03334 / 30 20

Versorgung

Einkaufszentrum "Heidewald" (Potsdamer Allee 41)
Mo-Fr 8-19 Uhr, Sa 8-14 Uhr (Bäcker sonntags 7-11 Uhr)
mit NETTO Discounter, Apotheke, Presse- und Tabakshop, NKD-Filiale, Kik-Filiale und Gülüm-Bistro (mit Kaffee, Bier, Döner, Currywurst, Eis und Mittagsgerichten)

Onlinezeitung Kiez-Magazin "Maxe"
Herr Markmann Tel. 03334 /
E-Mail: redaktionsbuero (AT) maxe-eberswalde.de
www.maxe-eberswalde.de

Poststelle (Frankfurter Allee 55)
Frau Ahlisch: Mo-Fr 9-18 Uhr und Sa 9-11.30 Uhr

Sparkasse Barnim und Geldautomat (Potsdamer Allee 38)
Mo-Fr 9-13 Uhr, Di und Do 14-16 Uhr
mit Beratung (zu den Öffnungszeiten), Kontoauszugsdrucker und Bankterminal

Mittwochsmarkt von 8-13 Uhr (Potsdamer Platz)
mit Obst, Gemüse, Wurst und Fleisch, Fisch, Schuhen, Taschen, Tischdecken und 1000 kleinen Dingen

ASIA-Imbiß (Potdamer Allee 39)
täglich geöffnet (mit Hühnchen, Ente, Gemüse, Reis oder Nudeln)

Barbierstube - Friseur (Frankfurter Allee 59)
Frau Doreen Höhr Tel. 03334 / 38 46 21

4. Juni 2019





Die Bodenplatte ist gegossen


Foto: Jürgen Gramzow - (30. Mai 2019)



Maxe untersucht dieses Land:

Bundesrepublik Deutschland in Zahlen

SachverhaltBarnimBerlinGelsenkirchenMünchenBördeRügen
Einwohner in 1000 180,93.613,5260,31.456,0172,6225,1
Ausländeranteil 3,8%17,6%19,1%25,5%3,1%3,9%
durchschn. HH-Einkommen im Jahr je Ew in Euro 19.70719.71916.20329.68519.77818.259
Bruttoinlandsprodukt je Ew in Euro 21.05536.79829.28475.18627.73322.706
Flüchtlinge je 1000 Ew 11,225,427,522,812,312,4
Wohnungen je 1000 Ew 505535534544531583
Quadratmeter je Ew 44,639,240,039,448,346,3
KFZ je 1000 Ew 690394530576749651
Abiturienten 2017 39,8%47,6%30,7%35,3%29,0%28,8%
KITA-Quote 58,643,919,335,662,156,0
Unternehmen je 1000 Ew 40,949,727,663,531,743,5
soz.vers.pflicht. Beschäftigte je 1000 Ew 276408310600357331
Empfänger SGB II je 1000 Ew 67144203504086
darunter Ausländer 16,0%34,1%41,3%51,3%12,8%12,9%
Arbeitslosenquote 5,78,112,83,85,910,9
davon Ältere 6,28,211,55,66,512,3

Quelle: Strukturdaten der Kreise, Bundeswahlleiter

30. Mai 2019












Datenbasis: Stadtverwaltung Eberswalde

Grafisch aufbereitet:
Analyse zur Kommunalwahl 2019 in Eberswalde

maxe. In der heutigen Analyse der sonntäglichen Wahl beschränken wir uns zunächst auf das Ergebnis der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung von Eberswalde. Die etablierten Parteien, mit Ausnahme der Grünen und der FDP, haben kräftig Federn lassen müssen. Die Ursache war zum einen die Wählerwanderung zur AfD und zum anderen das Erstarken von lokalen Bürgerbündnissen, die viele Stimmen von den sogenannten Volksparteien abgezogen haben dürften. Hier nun die Besprechung der einzelnen Parteien:

  • SPD
    Die Sozialdemokraten wurden prozentual stärkste Kraft in Eberswalde, aber nur mit hauchdünnem Vorsprung. Die größten Stimmenanteile erzielte die SPD im Bereich Finow-Ost und im Leibnizviertel. Auch in einem Wahllokal in Nordend erreichte sie über 20 Prozent. Auch auf die Briefwähler des Brandenburgischen Viertels, der Altstadt und in Ostende konnte die SPD zählen.
  • LINKE
    Die Linken kamen nur noch in 14 Wahllokalen über 15 Prozent Stimmenanteil, während es vor fünf Jahren noch fast flächendeckend gewesen ist. 2014 erreichte die Linke sogar in 11 Wahllokalen über 25 Prozent. Davon können die Genossen nur noch träumen.
  • CDU
    Die christlichen Demokraten hat es arg erwischt. Die täglichen Hochglanzbeilagen in der Tageszeitung, die riesigen, ständig wechselnden Wahlplakate, das hat alles nichts bewirkt. Vor fünf Jahren sah die CDU-Grafik für Eberswalde noch tief dunkelblau aus, in manchen Wahllokalen ging es sogar ins Schwarze. Und jetzt? Nur noch schwach bläulich schimmert es in Eberswalde mit einigen letzten Rückzugsgebieten von über 15 Prozent in Westend und Finow.
  • AfD
    Die Alternative für Deutschland ist zwar gefühlter Wahlsieger, weil sie erstmals und gleich mit 5 Sitzen in die Stadtverordnetenversammlung einziehen können, aber trotzdem haben sie verloren. Vor zwei Jahren noch zur Bundestagswahl erreichte die AfD in 24 Wahllokalen über 20 Prozent der Stimmen. Jetzt sind es nur noch 5 Wahllokale, darunter die Dörfer Sommerfelde und Tornow. Hochburgen in Eberswalde sind außerdem das Brandenburgische Viertel und der Bereich Heegermühler Straße.
  • Grüne / Bündnis 90
    Die Grünen und ehemals Bürgerbewegten steigerten sich rasant von 6,8 Prozent (2014) auf nun 10,6 Prozent, was sich leider durch mathematische Tücken nur in einem Sitz Zugewinn wiederspiegelte. Die Hochburgen der Umweltpartei sind die urbanen und für junge Leute hippen Zonen der Eberswalder Altstadt rund um die August-Bebel-Straße sowie das Schillerquartier. Grünen-Wähler wählen im Gegensatz zu denen der AfD gerne mit Briefwahl.
  • FDP
    Zu den Liberalen gibt es nicht viel Neues zu sagen, deshalb verweisen wir auf die Ausführungen von 2017.
  • Bürgerbündnisse
    Die engagierten Eberswalder Bürger, die sich außerhalb der etablierten Parteien organisieren wollen, erzielten summa summarum einen leichten Zugewinn. Während die Bürgerfraktion Barnim einen Sitz abgeben musste, erzielten die Bürger für Eberswalde und das Bündnis Eberswalde jeweils einen Sitz mehr. Die Schwerpunkte der beiden letztgenannten können unterschiedlicher nicht sein. Die einen stützen sich auf die Altstadt-Wähler, die anderen auf die im westlichen Finow, siehe nebenstehende Abbildungen mit Gewichtsanteilen.
  • PARTEI / ALE / Bürgerinitiative Radwege
    Die Alternative Liste Eberswalde konnte ihren Stadtverordnetensitz behaupten. Dadurch, daß sie ein Bündnis mit der PARTEI und der Bürgerinitiative Radwege eingegangen ist, konnte sie ihren Stimmenanteil auf 3,3 Prozent steigern. Die Schwerpunkte der Listenvereinigung liegen im Brandenburgischen Viertel und in der Altstadt, wo verhältnismäßig viele Leute Sinn für Humor haben.
  • Sonstige
    Die Bürgerinitiative gegen den Neubau der B167 als Umgehungsstraße konnte vor allem in der Clara-Zetkin-Siedlung punkten, die davon am meisten betroffen wäre. Ansonsten interessierte das Thema mit 1,6 Prozent kaum Wähler in der Stadt. Auch der Einzelbewerber um einen StVV-Sitz kam auf diese Prozentzahl. Er hatte seine anteilmäßigen Schwerpunkte im Brandenburgischen Viertel.
  • WAHL-Beteiligung
    Die Wahlbeteiligung stieg gegenüber 2014 von 27,4 auf 45,2 Prozent der Wahlberechtigten. Also von Politikverdrossenheit keine Spur?

Zum Vergleich, hier die Ergebnisse der Kommunalwahl 2014 und 2019 und die Maxe-Analyse zur Bundestagswahl 2017

29. Mai 2019




Eberswalde hat gewählt:
Umbruch im Stadtparlament
Vier Stadtverordnete aus dem Kiez (von fünf gewählten)

maxe. Die Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung am 26. Mai brachten gehörig Schwung in die eingeschlafene Demokratie im Finowtal. Die Hauptverlierer des Abends waren trotz massiver Wahlwerbung mit jeweils drei Mandatsverlusten gegenüber 2014 die CDU, Die Linke und die SPD, wobei hier der SPD das Mandat des 2014 als "Unabhängiger" gewählten Dr. Hans Mai zuzurechnen ist, der diesmal auf der SPD-Liste kandidierte.

Linke und SPD verloren allerdings bereits 2016 jeweils ein Fraktionsmitglied durch Austritt. Die beiden Dissidenten riefen dann 2017 das Bündnis Eberswalde als neue Gruppierung ins Leben.

Von den neun Mandatsverlusten der bisherigen drei "Großen" profitierte insbesondere die AfD, die aus dem Stand 5 Mandate errang. Die Grünen konnten ein Mandat gewinnen, während die FDP von Bürgermeister Boginski stagnierte und jetzt zu zwei Dritteln eine Familienfraktion bildet. Eine Halbierung der Sitze von zwei auf einen mußte die Bürgerfraktion Barnim verbuchen.

Als Gewinner gingen die Bürgerbündnisse Eberswalde und Finow aus den Wahlen hervor, die nunmehr jeweils über drei Mandate verfügen können. Die Listenvereinigung PARTEI/ALE errang einen Sitz.

Insgesamt hatten 17 Einwohnerinnen und Einwohner aus dem Brandenburgischen Viertel ihre Kandidatur zur Wahl der Stadtverordnetenversammlung angemeldet.

Allein sechs Kandidaten aus dem Kiez (von insgesamt acht) bot die Listenverbindung Die PARTEI Alternative Liste Eberswalde (PARTEI/ALE) auf, von denen zwei in den Wahlkreis 1 „exportiert“ wurden.

Es folgten Die Linke mit 3 Bewerbern aus dem Kiez und die Bürgerfraktion Barnim und die FDP mit jeweils 2 Kandidaten, die im Viertel wohnen.

Jeweils einen Bewerber aus dem Brandenburgischen Viertel boten die SPD, Bündnis 90/Die Grünen und das Bündnis Eberswalde auf. Hinzu kam ein Einzelbewerber.

Damit hatten acht der zwölf angetretenen Parteien, Wählergruppen und Einzelbewerber Kandidaten mit Wohnsitz im Brandenburgischen Viertel auf ihren Listen.

Von den 17 Kandidaten aus dem Brandenburgischen Viertel konnten 5 ein Mandat erringen. Der FDP-Vertreter Ralph-Peter Hoeck nahm sein Mandat allerdings nicht an. Er ist allerdings auch im Kreistag Barnim vertreten.

Insgesamt haben sich die Kräfteverhältnisse im Stadtparlament verschoben, was in der Zukunft zu interessanten Abstimmungsergebnissen führen dürfte. Die Rolle der etablierten Parteien läßt nach, während engagierte Bürgergruppen mehr Einfluß gewinnen. Für die Demokratie mag das kein Schaden sein.

(27. Mai 2019, zuletzt geändert am 23. Juni 2019)

Liste Wahlträger Name gewählt Stimmen Prozent
1Die LinkeKersten, Ireneja4721,0
1Die LinkeMüller, Hans-Jürgennein2310,5
1Die LinkeBarth, Karlheinznein670,1
2CDU----
3SPDGlück, Saschanein750,2
4BVB/Freie Wähler----
5B90/GrüneNeumann, Franknein1780,4
6Bürgerfraktion BarnimBorkenhagen, Svennein650,1
6Bürgerfraktion BarnimZacharias, Torstennein440,1
7FDPHoeck, Ralph-PeterMandat nicht angenommen3480,8
11AfD----
12PARTEI/ALESiegemund, Peggynein2640,6
12PARTEI/ALEMarkmann, Gerdnein1390,3
12PARTEI/ALEWolfgramm Udonein660,1
12PARTEI/ALEPenz, Guidonein470,1
13EinzelbewerberZinn, Carstenja7021,6
14Bürger für Eberswalde----
15Bündnis EberswaldeKeller, Marcelnein1200,3


Die Exportkandidaten aus dem Kiez im Wahlkreis 1:

Liste Wahlträger Name gewählt Stimmen Prozent
7FDPHoeck, Martinja5721,3
12PARTEI/ALEWolfgramm, Mirkoja4200,9
12PARTEI/ALEMarkmann, Silkenein2500,6





Baufortschritt Sanitäts- und Ärztehaus


Foto: Jürgen Gramzow - 23. Mai 2019



Kiezmagazin MAXE auf Papier

Das war der Plan – es war ein schöner Plan

maxe. Es ist mittlerweile mehr als vier Jahre her, als mit MAXE Nummer 25 die vorerst letzte Papierausgabe unseres Kiezmagazins in die Briefkästen des Brandenburgischen Viertels verteilt worden war. Von 2012 bis 2014 hatte es die MAXE-AG geschafft, fast monatlich unser Kiezmagazin herzustellen – und das alles aus eigener Kraft, ohne irgendwelche Fördergelder und sogar gegen den Widerstand des Eberswalder Bürgermeisters bzw. seiner Beauftragten.

Die bevorstehenden Kommunalwahlen sollte es nun möglich gemacht, wieder eine MAXE-Ausgabe aufs Papier zu bringen. Eine Wahlanzeige und mehrere großzügige Spenden spülten das nötige Geld für den Druck einer Ausgabe in die MAXE-Kasse. Die Spender legten sogar noch einmal kräftig drauf, damit wir eine lokale Druckerei beauftragen konnten.

Die MAXE-Redaktion machte sich an die Arbeit und konnte die fertige Satzdatei am 9. Mai an die besagte Druckerei übermitteln. Die Frage, ob der Druck in der üblichen Bearbeitungszeit von einer Woche fertig würde, wurde bejaht. Wir bereiteten uns also vor, am 16. oder spätestens am Freitag, den 17. Mai, mit der MAXE-Verteilung zu beginnen.

Eine telefonische Nachfrage am 15. Mai ergab dann zunächst, daß der Druck erst am Freitag, also am 17. Mai, fertig sei.

Als am 17. Mai einer unserer Mitstreiter direkt in der Druckerei nachfragte, mußte er überrascht feststellen, daß mit dem Druck noch nicht einmal begonnen worden war. Er erfuhr, daß das benötigte Papier nicht geliefert worden sei, was in der Geschichte der Druckerei noch nie vorgekommen sei.

Schließlich ließen wir uns darauf ein, nunmehr ersatzweise das dickere Bilderdruckpapier zu nutzen. Der Juniorchef versprach, daß am Montag (20. Mai) gedruckt werde und am Dienstagnachmittag (21. Mai) alles fertig sei.

Eine letzte Nachfrage am Montagvormittag erweckte den Anschein, alles sei in Ordnung. Der Firmenchef versprach die Lieferung nun sogar schon zum Dienstagmittag.

Am Dienstag, den 21. Mai, verging der Mittag ohne Lieferung als schließlich das Telefon läutete. Der Seniorchef entschuldigte sich vielmals, aber nun sei das falsche Papier geliefert worden und von dem stärkeren Bilderdruckpapier sei nicht mehr soviel da – aber sie würden jetzt damit anfangen und morgen (also Mittwoch, den 22. Mai) könnte auch schon geschnitten und gefaltet werden...

Wir haben uns darauf schließlich nicht mehr eingelassen und den Druckauftrag storniert. Denn selbst wenn diese Druckerei tatsächlich noch geliefert hätte, hätten wir es kaum noch geschafft, das Kiezmagazin rechtzeitig vor dem Wahlsonntag zu verteilen. Damit wären wir bezüglich der Wahlanzeige, die uns den Druck zum beträchtlichen Teil finanziert hätte, womöglich regreßpflichtig geworden.

Trotz alledem wird es eine MAXE-Ausgabe auf Papier geben.

Wir haben eine Menge Arbeit in das Projekt hineingesteckt. Das soll nicht umsonst gewesen sein. Indes, mit dieser Druckerei werden wir es nicht nochmal versuchen. Eine solche Erfahrung reicht.

Natürlich fehlt nun das Geld aus der Wahlanzeige. Die Online-Variante, die aktuell zu sehen ist, spült leide deutlich weniger Penunse in die Kasse als die gedruckte Version. Aber wir haben ja noch die Spenden und sparen den Aufpreis der lokalen Druckerei.

Ein paar Euro fehlen noch. Wir rufen Sie daher auf, sich an der Finanzierung Ihres Kiezmagazins zu beteiligen. Beispielsweise, indem Sie 10 Exemplare für Ihren Hausaufgang für 5 Euro kaufen (das hatten wir damals schon). Und natürlich sind Spenden in beliebiger Höhe immer willkommen. Als Herausgeber für das Kiezmagazin MAXE haben wir den Verein Barnimer Bürgerpost e.V. gewonnen, der bereits seit 1995 die gleichnamige Monatszeitung herausgibt, also über einige Erfahrung verfügt – und nicht zuletzt auch über einige seiner Mitglieder mit unserem Kiezmagazin verbunden ist.

Für Käufe, Spenden, Zuwendungen und sonstige Zahlungen steht somit das Konto des Herausgebervereins zur Verfügung. Bitte unbedingt im Zahlungsgrund MAXE angeben, damit das die Vereinsbuchhaltung auch unserem Kiezmagazin zuordnen kann.

IBAN: DE27 1009 0000 3599 4610 00
BIC: BEVODEBB
Berliner Volksbank eG
Kontoinhaber: Barnimer Bürgerpost e.V.
Verwendungszweck: MAXE (Zusätze sind möglich wie »Spende« oder »1 Hausaufgang« oder »100 Hausaufgänge«...)

21. Mai 2019





Eindrücke vom Völkerball-Turnier der Toleranz




maxe. In einem stimmungsvollen Turnier in der Motor-Halle an der Potsdamer Allee siegten im Finale des 9. Völkerball-Wettkampfes von zehn Mannschaften der Region die zweite Mannschaft vom Vorspiel SSL Berlin e.V. Zweiter und dritter Sieger wurden die Alt-Stars und TheosGym, beide aus Eberswalde. Das gelungene Zusammentreffen organisierten wie immer die Zonenboys aus Eberswalde, die in diesem Jahr auf Platz vier kamen. Auf den weiteren Plätzen: Moabits Beste I, Manowarriors, Vorspiel I, DonPromillo, Moabits Beste II und Die PARTEI KV Barnim.
(5. Mai 2019)



Eberswalde Heimatstraße am 23. April 2019:
Gewaltsame Zwangsräumung

maxe. Die Staatsmacht zeigte sich nach Ostern in voller Pracht. Mindestens 50 Polizisten - darunter an die zwei Dutzend vermummte und in ihrer Verkleidung an Starwars-Klonkrieger erinnernde Beamte - waren am Vormittag des 23. April aufgeboten worden, um 3 alte und kranke Leute aus ihren Wohnungen zu vertreiben.

Der Hauseigentümer Andreas Bläsing hatte die Zwangsräumung in Gang gesetzt, weil er das Haus in der Heimatstraße im Stadtteil Kupferhammer abreißen will. Bläsing hatte Gebäude und Grundstück 2014 preiswert von der städtischen WHG Wohnungs- und Hausverwaltungsgesellschaft mbH erworben.

Mitglieder der Initiative »Recht auf Eberswalde« hatten unter dem Motto »Unsere Heimat ist die Heimatstraße« zum Protest gegen die Zwangsräumung aufgerufen und sich auf dem Privatgelände auf die Stufen zum Hauseingang gesetzt. Sie wurden von den Polizeibeamten gewaltsam fortgetragen.

(23. April 2019)





Praxis für Allgemeinmedizin - Öffnungszeiten

Frau Klappoth hat in der Woche nach Ostern Urlaub.





Gegen den MIETENWAHNSINN im Land

maxe. Auf dem Marktplatz versammelten sich zahlreiche Bürger der Stadt, junge wie alte, um unter dem Motto »Gemeinsam gegen den #Mietenwahnsinn!« gegen die zunehmende Verdrängung von minderbemittelten Familien aus den angestammten Kiezen zu protestieren.
Die zur Kommunalwahl antretene Listenvereinigung PARTEI/ALE (Liste 12) nahm am Protest unter der Forderung »KEIN ABRISS MEHR VON WOHNRAUM - Für bezahlbares Wohnen« teil.
Die »Junge Welt« war mit einem Stand vor Ort sowie die ortsansässige Zeitung.
(6. April 2019)



Bürgernähe versus Sicherheit:
Tantchen SPD auf dem Marktplatz

maxe. Am Mittag des 28. März dieses Jahres erregte ein knallrotes Gefährt in Transportergröße die Passanten zwischen Gustav und Rathaus, darauf zu lesen in weißer fetter Schrift: "SPD im Bundestag" und etwas kleiner: "Gekommen, um zu hören". Aber es kam offenbar noch niemand. Ein ganzer Auflauf von Menschen versammelte sich vor einem kleinen grauen Zelt, darin ein paar Tische und davor die lokalen Parteigenossen, von alt bis jung, in Erwartung des hohen Besuchs.

Ringsherum postierten sich Kamerateams von Tagesschau bis rbb und auch Fotografen/innen lauerten an jeder Ecke auf den finalen Abschuß. Wer würde hier wohl kommen, war die Frage? Dem Polizeiaufgebot zur Folge, wahrscheinlich irgendein hohes Tier. Die Bundeskanzlerin? Nein, die ist ja nur inoffizielles Mitglied und außerdem gäbs dann eine richtige Bühne zum richtig loslegen. Nein, es war ja nur die SPD.

Was haben die Sozialdemokraten in letzter Zeit nicht alles einstecken müssen: im Osten bei den jüngsten Wahlen weit hinter die AfD zurückgefallen und mit einem unglücklichen Kanzlerkandidaten bei der letzten Bundestagswahl, der zuerst als Messias gefeiert wurde, dann sich aber im entscheidenden Fernsehduell jämmerlich blamierte. Martin, Martin ...

Franz ist nicht mehr, Peer ist nicht mehr, Siegmar ist nicht mehr, Frank-Walter ist im Bellevue geparkt, Gerhard ist jetzt Weltbürger und Oskar ist nachhaltig fremdgegangen. Nun sucht man sein Heil im Hubertus und in der bodenständigen Andrea, deren Mundwerk noch keinem Skandal ausgewichen ist. Die Frage lautet: Gerechtigkeit!

Das war schon immer das Thema der Sozialdemokraten, nur gab es durch die unpopulären und ausufernden Hartz-IV-Bestimmungen in den letzten Jahren immer schlechte Presse und kaum jemand bemerkte die grundlegenden Erfolge, die diese Reform ermöglichte. Nun will sich die SPD, die angeblichen Experten und Umfragen schon immer vertraut hat, von dem Betonfuß Hartz-IV trennen und wieder Oberwasser bekommen.

Die gute alte Tante müsste von den guten alten Zeiten schwärmen, als die Sozis den Kaiser und Bismarck dazu brachten, ein Rentensystem einzuführen, das noch heute der Grundpfeiler dieser Gesellschaft ist. Sie müssten daran erinnern, daß die Sozialdemokraten mit die ersten waren, die in den KZs der Nazis verschwanden und daß sie nach dem Desaster des Ersten Weltkrieges die einzige politische Kraft war, die wieder Ordnung und Gerechtigkeit ins geschundene Land bringen konnte, inklusive Frauenwahlrecht.

Und sie müsste an den Ehrenvorsitzenden Willy Brandt erinnern, der mit seinem Kniefall in Warschau eine Wende in der Ostpolitik der alten Bundesrepublik einleitete, hin zu einer Entspannungspolitik mitten im Kalten Krieg der sich feindlich gegenüberstehenden Militärblöcke des Westens und des Ostens. Auch Herbert Wehner sollte nicht vergessen werden, den streitbaren Redner im Bundestag.

Aber das sind alles alte Zeiten. Nun heißt es vorwärts schauen. Doch in die Zukunft zu sehen, ist eine seltene Gabe. Ein Experte würde sagen, nein, besser noch: ein Orakel, daß die SPD das Potential dazu hätte, die Parteienlandschaft der BRD völlig umzukrempeln. Wenn sie sich nur geschickt anstellen würde. Das Orakel verschwiege nur die inklusive Möglichkeit des völligen Untergangs.

Nein, sowas will keiner hören! Schon gar nicht die führenden Genossen, diesmal Olaf und Katharina, die den Eberswaldern an diesem Tag aufs Maul schauen wollen: Gekommen, um zu hören. Das Fernsehen bekam seine Bilder, die Presse bekam ihr Foto und einen Hauptartikel in der Lokalzeitung, und die Hundertschaft der Polizei sorgte für ein überwältigendes Sicherheitsgefühl, daß es einem potentiellen Messerangreifer schwer fallen würde, seinen krankhaften Wahn in Ausführung zu bringen, wie geschehen beim armen Oskar.

"Wissen Sie, wer hier kommen soll?" wurde eine schußbereite Fotoreporterin gefragt. "Der Finanzminister und die Bundesministerin für Justiz" war die Antwort. Ungläubiges Staunen: "Wer soll denn das sein?" Das hat man nun davon, wenn man kein Kunde der Qualitätsmedien des Landes mehr ist ...

Jürgen Gramzow - 29. März 2019





»Grüne Infrastruktur« nichts als schöne Worte?



maxe. In Sonntagsreden wird ein Loblied auf die »lebenswerte Stadt« angestimmt, wenn es aber um knallharte Fakten geht, ist die Baudezernentin doch eher dafür, daß Bäume in der Innenstadt nichts zu suchen haben, zumal auf potentiellen Baugrundstücken und wenn Investoren zahlungskräftige Argumente dagegen vorbringen können. Genießen Sie noch einmal einen Frühling mit Birken an der Puschkinstraße, bevor ein Parkhaus aus seelenlosem Beton die Friedrich-Ebert-Straße zur Schlucht macht ...

16. März 2019




Planungen für den Nahverkehr:
Obushaltestelle für die Waldsportanlage

maxe. Die einstige Tankstelle in der Schönholzer Straße ist längst abgebaut. Der Wald holt sich die Fläche zurück. Die jungen Kiefern, die dort aufschießen, haben mittlerweile die Setzlinggröße längst hinter sich gelassen. Indes - die Fahrbahnmarkierungen, die einst das gefahrlose Abbiegen zur Tankstelle ermöglichten, gelten weiterhin. Der Verkehr aus Finow in Richtung Brandenburgisches Viertel macht weiterhin einen völlig unnötigen Schlenker. Die dortige Aufweitung der Straße soll auch künftig erhalten bleiben, informierte die Baudezernentin Anne Fellner auf Nachfrage. »Dort sollen die neuen Bushaltestellen für die Waldsportanlage entstehen, die ja einen neuen Zugang für alle Verkehrsteilnehmer bekommt und auch mit dem ÖPNV gut erreichbar sein soll.« Wie die Bushaltestellen genau aussehen werden, sei noch nicht klar. Die entsprechenden Entwürfe würden rechtzeitig der Öffentlichkeit bekannt gemacht, um eine Verständigung mit den Bürgerinnen und Bürgern zu ermöglichen.

11. März 2019




EBERS-
WALDER
KONZEPTE

Was Stadtplaner vor 5 Jahren ersonnen:
Teil 1: "Wir machen einen Plan!"

maxe. Im April des Jahres 2014 beschlossen die Eberswalder Stadtverordneten das "Integrierte Stadtentwicklungskonzept" (INSEK), welches - auf Grundlage gesicherter Daten - die Handlungsleitlinien für die städtische Entwicklung der nächsten 20 Jahre festsetzte.

Eine wichtige Datengrundlage bot die Einwohnerstatistik. So wurde im Brandenburgischen Viertel ein Einwohnerschwund von 100 Bewohnern pro Jahr beobachtet, resultierend aus natürlichen Verlusten (mehr Todesfälle als Geburten) sowie Wanderungsverlusten. In Finow waren es 70 Bewohner weniger pro Jahr. Für die vergangenen Jahre wurde festgestellt:

"Die Stadtmitte generiert die stadtinternen Wanderungsgewinne insbesondere aus den Stadtbezirken Brandenburgisches Viertel (+300 EW) sowie Finow (+70 EW), verliert aber gegenüber Ostende (-100 EW) und Nordend (-40 EW). Mit Abstand die schlechteste Wanderungsbilanz weist der Stadtbezirk Brandenburgisches Viertel auf, der insbesondere an Finow (-150 EW) und Westend (-80 EW) Einwohner verliert." (INSEK Seite 24)*

Leitbildszenario der Stadtentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahlen der letzten 10 Jahre (gelbe Linie, siehe nachfolgende Abb.) nahmen die Stadtplaner zum Anlaß, zwei mögliche Prognosen bis zum Jahr 2030 zu entwerfen. Die optimistische Variante ging davon aus, daß Eberswalde im Jahr 2020 38.470 Einwohner und im Jahr 2030 34.400 Einwohner haben wird. Diese "günstigere" Variante wurde zum Leitbild erklärt.

Zum positiven Leitbild gehörte außerdem, daß sich die arbeitsplatzbezogenen Abwanderungen minimieren und sich Eberswalde als attraktiver Arbeits- und Wohnort profilieren kann. Weiter wurde vermutet: "Die suburbanisierungs- bedingten Einwohnerverluste in Nachbarämter/-gemeinden können weiter minimiert werden, wozu auch attraktive Angebote zur Wohneigentumsbildung in den innerstädtischen Quartieren sowie in attraktiven Lagen am Finowkanal beitragen." (INSEK Seite 27)

Der Zuzug von älteren und in der Mobilität eingeschränkten Personen aus dem ländlichen Raum resultierend aus zunehmenden Versorgungsdefiziten werde weiterhin anhalten. Und obwohl die Planer sich wünschten, daß "Eberswalde sich als Wohnstandort für Berliner Nachfragegruppen etabliert, die urbane Wohnformen in gut erreichbaren, attraktiven Klein- und Mittelstädten der Metropole vorziehen", wurde einleitend ernüchternd festgestellt:

"Die räumliche Entfernung der zentralen Orte im weiteren Metropolenraum ist heute als Entwicklungshemmnis zu sehen - trotz der deutlich verbesserten Erreichbarkeiten der Hauptstadt. Mit dieser räumlichen Entfernung - und den resultierenden Fahrzeiten/-kosten - relativieren sich die Kostenvorteile des Wohnens, eine relevante Nachfrage aus dem Berliner Raum hat sich bisher nicht gezeigt." ("Der Brandenburger Blick" - INSEK Seite 12)

Die Altersstruktur der Bevölkerung

Im Jahr 2014 gingen die Planer davon aus, daß sich das Durchschnittsalter in der Gesamtstadt von 46 Jahren auf 47,8 Jahre im Jahr 2020 und 50,3 Jahre im Jahr 2030 erhöhen wird. Die Nachfragestrukturen werden sich verändern und die älteren Menschen werden als Konsumentengruppe zunehmend eine größere Rolle einnehmen. (INSEK Seite 30)

Die jüngsten Stadtteile mit den prozentual stärksten Gruppen von Kindern und jungen Menschen sind das Brandenburgische Viertel und die Stadtmitte, während "eine hohe Überalterung in Finow, Nordend, Ostende und Westend" besteht, so die Stadtplaner.

Weiterhin wurde angenommen, daß sich die Zahl der Geburten kontinuierlich verringern werde, sodaß die Eberswalder Alterspyramide auf dem Kopf stehe, mit einem sehr großen Anteil von Rentnern im Jahre 2030.

Fokus auf die Innenstadt

Die Stadtplaner resümierten 2014:

"Die Innenstadt bleibt Aufwertungsschwerpunkt, um den Sanierungsprozess fortzusetzen und weiteren Bevölkerungszuwachs zu generieren. Eberswalde kann mittlerweile auf 20 Jahre Stadtsanierung zurückblicken - und hat damit große Erfolge im Hinblick auf die Wiedergewinnung der Stadtmitte, die Steigerung der Attraktivität und Anziehungskraft und die steigende Nachfrage 'nach der Mitte' erzielt." (INSEK Seite 58)

Für die Stadtteilplanung wurde folgendes Szenario angenommen:

Für die meisten Stadtteile werden 2014 starke natürliche Bevölkerungverluste prognostiziert, während man in der Stadtmitte von Zuwanderung ausgeht und im Brandenburgischen Viertel (Finowtal) von Abwanderung. Entsprechend der Prognosen standen vor 5 Jahren u.a. folgende Gebiete unter Beobachtung in Bezug auf den Stadtumbau: Finow-Ost, Kopernikusstraße, Brandenburgisches Viertel, Wildparkstraße, Heegermühler Straße, Schöpfurter Straße, Eisenbahnstraße und Leibnizviertel.

Der Wohnungsleerstand in einzelnen Straßen wurde genau registriert:

Der Wohnungsmarkt

"Die Stadt Eberswalde hat im Jahr 2009 den privaten Wohnungsbestand und -leerstand durch eine Vor-Ort-Begehung adressscharf erhoben und erhält jährlich mindestens von den beiden großen Wohnungsmarktakteuren WHG und WBG adressscharfe Wohnungsmarktdaten für das Stadtumbaumonitoring übermittelt. Etwa 50 % des Gebäudebestands sind Einfamilienhäuser (3.323 WE) und weitere 10 % Zweifamilienhäuser (1.244 WE). Damit befinden sich knapp 80 % der Wohnungen (18.639 WE) in Mehrfamilienhäusern.

Der Anteil der Wohnungen, die überwiegend im industriellen Wohnungsbau der DDR errichtet worden sind (Baujahr 1969-1987), macht ca. 37 % aus. Dies ist deutlich weniger als z. B. in Bernau (47 %) und in den kreisfreien Städten Frankfurt/Oder (53 %), Cottbus (54 %) und Potsdam (43 %). Vom gesamten Wohnungsbestand entfallen etwa 3/4 der Wohnungen auf die Kategorie 'vollsaniert/neu' bzw. 'saniert', 12 % der Wohnungen sind als 'teilsaniert' und 11 % der Wohnungen als 'unsaniert' einzustufen sowie 3 % des Wohnungsbestands als 'baufällig/ruinös'."
(Meldung des Bestands von 23.659 WE im Rahmen des LBV-Stadtumbaumonitoring für das Jahr 2012, davon 11% Leerstand, INSEK Seite 65/66)

Die Entwicklung der Nettokaltmieten von 2009 bis 2013 stellte sich in folgender Abbildung dar. Wie man sieht, hat der Anteil an günstigen Mieten unter 4 EUR/qm stark abgenommen. Die Konzentration erfolgte 2013 im Bereich um 5 bis 6 EUR je Quadratmeter.

Für die einzelnen Stadtteile wurden unterschiedliche Anpassungsstrategien erarbeitet:

In der Wohnungsmarktprognose (entsprechend Leitbild) stellten die Planer 2014 fest, daß

  • der rechnerische Wohnungsleerstand sich bis 2020 auf rd. 2.930 WE (Anstieg um rd. 260 WE) und bis 2030 auf rd. 4.230 WE erhöht (Anstieg um rd. 1.560 WE).
  • die Leerstandsquote bis 2020 auf 12,4 % und bis 2030 auf 18,4 % ansteigt.
  • die Effekte des bisherigen Stadtumbaus nach 2020 - ohne Fortsetzung des Stadtumbauprozesses und unter Berücksichtigung von Prognoseunsicherheiten - somit wieder "verpuffen" würden.
  • der Ausblick in das Jahr 2030 verdeutlicht, dass sich die Wohnungsleerstands- entwicklung als sehr gravierend für den Wohnungsmarkt darstellen wird und weitere Maßnahmen zur Anpassung des Wohnungsbestands an künftige Nachfrageentwicklungen zur Konsolidierung des gesamtstädtischen Wohnungsmarkts erforderlich sind. (INSEK Seite 77)

In dieser Prognose erwartete man einen Anstieg des strukturellen Wohnungsüberhangs bis 2030 auf 3542 Wohneinheiten - ohne Stadtumbau. Interessant an dieser Stelle ist die Fluktuationsreserve für den Eberswalder Wohnungsmarkt, wie sie von der Stadtplanung verfolgt wird: Mit 3% vom Bestand entspricht sie ziemlich genau den 3% des Wohnungsbestandes, der als "baufällig/ruinös" eingeschätzt wird [siehe oben]. Wie das in der Praxis funktionieren soll, wenn es keinen Wohnungsüberhang mehr gibt, bleibt ein Rätsel der Stadtplanung.

In der Gesamteinschätzung des Wohnungsmarkts ergab sich für die Planer diese Analyse:

Schwerpunkte des Stadtumbaus

Daß sich der "Stadtumbau", wie der Abriß vornehm bezeichnet wird, nicht ohne Konflikte durchführen ließe, war den Stadtplanern von vornherein klar:

"Das Agieren im Spannungsfeld Rückbau vs. Niedrigpreissegment bzw. Rückbau vs. Neubau ist unvermeidbar
  • einerseits Rückbauerfordernis angesichts der demografischen Entwicklung mehrheitlich in preiswerten un- bzw. teilsanierten Beständen
    > der Rückbau von Wohnraum muss städtebaulich, wohnungswirtschaftlich und sozialpolitisch vertretbar sein

  • andererseits Neubaubedarf (insb. EFH / ETW mit multifunktionaler Raumnutzung, Freiraumbezug, in ausgewählten Lagen und teils eigentumsorientiert) zur Angebotsverbesserung in diesen Marktsegmenten

  • Angebotsüberhänge und Rückbauerfordernisse dürfen bedarfsgerechten Neubau nicht ausschließen
    > Angebotsvielfalt durch Neubau verschafft Stadtumbaupartnern Kraft für erforderlichen Rückbau"
    (INSEK Seite 76)
Der Wohnungsrückbau erfolgte im Zeitraum 2002 bis 2012 in diesen Dimensionen: Stadtmitte (230), Westend (38), Finow (148), Brandenburgisches Viertel (1227), Nordend (184) und Ostende (36). Über die Jahre verteilt, ergab sich folgendes Gesamtbild:

Zur "Konsolidierung des gesamtstädtischen Wohnungsmarkts" war geplant, von 2013 bis 2020 insgesamt 631 Wohnungen abzureißen, und von 2021 bis 2030 sogar noch einmal 1500 WE. Dies sollte geschehen, wie schon erwähnt, in Übereinstimmung mit dem Leitszenario und der zugrundeliegenden "optimistischen Prognose".

Wie aus den vorangegangenen Daten leicht ersichtlich ist, war das Brandenburgische Viertel der Schwerpunkt des Stadtumbaus und daran sollte sich aus Sicht der Stadtplanung nichts ändern:

"Den räumlichen Schwerpunkt des bisherigen Stadtumbaus im Sinne von Rückbau von Wohnungsbeständen bildete das Brandenburgische Viertel. Auch unter Bezug auf die aktuelle Leerstandssituation und die Prognosen der Bevölkerungs- und Wohnungsmarktentwicklung für das Brandenburgische Viertel wird der Stadtteil auch in Zukunft maßgeblich von weiteren Rückbauvorhaben geprägt sein, sofern der Wegzug anhält. Mittelfristig wird dazu in Finow-Ost der Stadtumbauprozess einsetzen, um eine positive Quartiersentwicklung zu gewährleisten." (INSEK Seite 81)
Die adressscharfe Umsetzung erfolge schrittweise in enger Abstimmung mit den Eigentümern, während sich das Rückbautempo auf einem geringen Niveau einpendeln wird, so die städtischen Planer. Die Schwerpunkte des Abrisses würden sich im 3. und 4. Bauabschnitt des Brandenburgischen Viertels befinden, siehe Abbildung:

Die tatsächliche Entwicklung

Die optimistische Variante des Leitbildszenarios ging von 38.470 Einwohnern für Eberswalde im Jahr 2020 aus. In Wirklichkeit gab es keine fallende Tendenz mehr, sondern das Gegenteil, so daß zum 31. Dezember 2018 in Eberswalde 41.547 Bürger gezählt werden konnten (MOZ vom 31.1.2019). Das sind ca. 3000 Einwohner mehr als geplant. Wie konnten die Planer sich so verrechnen?

Zwei Faktoren spielten für diese Entwicklung eine Rolle: zum einen der große Flüchtlingsandrang in Zusammenhang mit dem Syrienkrieg und dem zeitweisen Aussetzen der Dublin-Asylbestimmungen, und zum anderen die extreme Steigerung der Wohnkosten in der Metropole Berlin, die viele sozial Schwächere nach Brandenburg ziehen läßt. Jährlich, so Brandenburgs Ministerin Schneider, verlassen Berlin Einwohner in Richtung Umland in der Größenordnung einer Kleinstadt - nämlich 30.000 Menschen (Berl. Zeitung vom 16. Oktober 2018).

Dies machte sich auch in Eberswalde bemerkbar. Während man zum Beispiel in Westend von Schrumpfung ausging, herrscht dort jetzt Vollvermietung. Auch im Brandenburgischen Viertel wurde der Schrumpfungsprozess gestoppt. Der geplante Abriß von Wohnblöcken in der Potsdamer Allee konnte so verhindert werden.

Und trotzdem - das kann man hier keinem Einwohner erklären - kommt es in diesen Tagen zum erneuten Rückbau von zwei Wohnblöcken mit Leerstand, um den Wohnungsmarkt in Eberswalde weiter zu "konsolidieren". Das jedenfalls fordern die Kreditgeber. Es ist ein wohnungspolitischer Spagat.

Was schon Bertolt Brecht zum Thema "Planung" sagte, werden wir auch in Teil 2 der EBERSWALDER KONZEPTE untersuchen, nämlich über das Programm "Soziale Stadt" im Brandenburgischen Viertel. Demnächst auf dieser Seite ...

(*) die Seitenangaben beziehen sich auf das Integrierte Stadtentwicklungskonzept INSEK 2014 (Korrekturfassung), welches am 24. April 2014 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurde. Hier zum PDF-Dokument

(jg) - 3. Februar 2019





Das Brandenburgische Viertel von oben. Viele Probleme sind im einst größten DDR-Neubaugebiet der Stadt Eberswalde zu lösen. Das Viertel feiert schon 40 Jahre seines Bestehens und ist noch immer wichtig für die Lösung der Wohnungsfrage.

Info-Abend zum Integrierten Entwicklungskonzept:
Mitreden im Viertel!

maxe. Knapp 60 Zuhörer kamen am 28. Januar 2019 ins Dietrich-Bonhoeffer-Haus zur Vorstellung des Integrierten Entwicklungskonzepts für das Brandenburgische Viertel mit dessen Fortschreibung derzeit das Berliner Stadtentwicklungsbüro S.T.E.R.N. arbeitet, deren Mitarbeiterinnen Patricia Berndt und Ute Truttmann zugleich das derzeitige externe Quartiersmanagement bestreiten. Neben Stadtverwaltungsmitarbeitern, Stadtverordneten, Vertretern der hiesigen Wohnungsunternehmen, Mitgliedern des Sprecherrates »Soziale Stadt« und einigen Akteuren sogenannter Träger, waren auch etwa 20 Bürgerinnen und Bürger des Viertels vor Ort.

Der Abend begann mit einer Präsentation dessen, was mit den Mitteln aus dem Programm »Soziale Stadt« seit Anfang des Jahrtausends so alles umgesetzt wurde, wie es nach dem ursprünglichen Auslaufen des Programms vor knapp fünf Jahren weiterging und welche Arbeit das Quartiersmanagement in alter und neuer Besetzung geleistet hat: Weihnachtsmarkt, Sommerfest, der Hundeauslaufplatz, die Mitarbeit der Schwärzeseeschule und nicht zuletzt die zum Teil erfolgreiche Aktivierung von Trägern und Bürgerschaft sind hierbei die Stichpunkte.

Der Bilanz folgte ein Ausblick auf die künftigen Projekte und Maßnahmen im Viertel. Im Fokus standen dabei insbesondere der aktuelle Rückbau von Wohnungen im Verantwortungsbereich der Wohnungsgenossenschaft, die zugleich einen anderen Teil ihres unsanierten Wohnungsbestandes im Viertel mittels beträchtlicher Investitionen deutlich aufwerten will. Ziel dieser Maßnahmen ist eine deutliche Verringerung der aktuellen Leerstandsquote. Hier liegt die Verantwortung hauptsächlich in den Händen der Genossenschaft.

Das städtische Entwicklungskonzept hat darüber hinaus beispielsweise die Aktivierung, Um- bzw. Andersnutzung der infolge des Abrisses entstandenen Brachflächen im Fokus. Auf dem Programm stehen auch der Umbau von Teilen des Vereinshauses H15 - früher Kita »Spatzennest« - zur Nutzung als Kita (notabene!) sowie der Neubau einer Kita auf den Brachflächen der früheren Schwärzesee-Grundschule und der Albert-Einstein-Gesamtschule. Auf dem Programm stehen weiterhin die Aufwertung des Potsdamer Platzes, ein Wegweisersystem für die vielen sozialen und kulturellen Einrichtungen im Kiez und schließlich auch die Idee, ein Logo für den Stadtteil zu entwickeln, um damit das negative Image des Viertels zu überwinden.

Sodann hatten die Teilnehmer der Veranstaltung Gelegenheit, sich an aushängenden Projektplakaten eingehender mit den Projekten vertraut zu machen und auf leeren Blättern spontan eigene Ideen einzubringen. Darunter beispielsweise der Vorschlag, die Wohnungen vom Schwedter Typ künftig mit Küchen- und WC-Fenstern zu versehen. Diese Bürgerbeteiligung wird in die Erarbeitung des Integrierten Entwicklungskonzepts des Brandenburgischen Viertels einfließen. Weitere Vorschläge brachte in der anschließenden Diskussion der frühere Ortsvorsteher Carsten Zinn ein. Es müsse »Feten geben, bei denen auch mal abgedanced werden kann«. Zinn kritisierte zudem die mangelnde Werbung für das Treffen und die ungünstige Uhrzeit für Alte und Berufstätige.

Anschließend ergriff Mirko Wolfgramm von den Zonenboys Eberswalde das Wort. Er bedauerte, daß die Aktivitäten seines Vereins, der seit mehr fast zehn Jahren im Viertel regelmäßig das »Völkerballturnier der Toleranz« veranstaltet, seitens der Stadtverwaltung bisher nicht zur Kenntnis genommen wurde. Weiteren Aktivitäten von Bürgerinnen und Bürgern, die außerhalb der bestehenden Förderstrukturen unternommen werden, gehe es ebenso.

Um mehr Wirksamkeit zu erreichen, sagte Mirko Wolfgramm, engagiere er sich seit einiger Zeit nicht nur in verschiedenen Bürgerinitiativen, sondern auch in der Partei Die PARTEI. Seit Frühjahr 2018 ist er der Vorsitzende des Eberswalder Ortsverbandes. Die PARTEI will mittels Satire auf bestehende Probleme hinweisen. »Ich bin mir allerdings keineswegs sicher«, so Mirko Wolfgramm, »inwieweit einige der heute vorgebrachten Vorschläge als Satire, oder doch vielmehr als schlechter Witz zu bezeichnen sind«. Konkret verwies er auf den Teilabriß und dem mit vielen Fördermitteln realisierten Umbau der einstigen Kita »Spatzennest« zum Vereinshaus, das »nun wieder zur Kita werden soll«.

Ihm fehle auch »in Gänze die Einsicht, wie man vor einigen Jahren eine Schule abreißen konnte, nur um jetzt Schüler in einem Bankgebäude zu beschulen und festzustellen, daß auch dieser Platz künftig nicht reichen« werde. Wohnungsunternehmen, die heute Wohnungen abreißen, sollten daran denken, daß »die Kita-Kinder von Heute, die Schüler von Morgen und die Mieter von Übermorgen sein werden«. Der Abriß sei »die destruktivste Form des Umbaus und garantiert keine Aufwertung des Viertels«.

Die anwesenden Bürgerinnen und Bürger applaudierten, während sich Baudezernentin Anne Fellner zum Widerspruch genötigt sah. Sie polemisierte lautstark gegen Populismus und den Mißbrauch der Veranstaltung für Wahlkampf. Die nachfolgenden Redner, Irina Dessert vom Kontakt e.V. und Jörg Renell vom evang. Gemeindezentrum, folgten der Baudezernentin nicht. Letzterer gab laut dem Bericht der Lokalzeitung zu bedenken, »Konzepte, die vielleicht 2020 bis 2023 umgesetzt werden, bringen hier niemandem etwas.« Es müsse sofort etwas passieren.

Ob sich die Kritik auch in dem künftigen Integrierten Entwicklungskonzept für das Brandenburgische Viertel wiederfindet, wird man sehen. Es wäre auch zu hinterfragen, warum so viele aus dem Programm »Sozialen Stadt« geförderte Maßnahmen gescheitert sind: Pokerclub, Braune Piraten, Bürgerzeitung »WIR«, Gemeinschaftsgarten, Rentnerspielplatz Reki und wohl jetzt auch das Freizeitschiff? Möglicherweise werden die Ergebnisse der Kommunalwahlen im Mai darauf Einfluß haben, wie das Konzept im Viertel umgesetzt wird. Insofern war es vielleicht nicht das Schlechteste, diese Informationsveranstaltung auch für den »Wahlkampf zu mißbrauchen«.

30. Januar 2019




Nach der Aktion der Alternativen Liste Eberswalde & der Partei Die PARTEI zum Stadtteilfest am 8. September auf dem Potsdamer Platz, sollen anläßlich der WHG-Mieterhöhungs-Veranstaltung am Dienstag, dem 18. September, ab 17 Uhr im Familiengarten weitere Protestaktionen gegen die aktuelle Mietpreisentwicklung folgen. Dazu haben inzwischen auch andere Gruppen aufgerufen.

Alternative Liste Eberswalde & Die PARTEI:
Aktionen gegen Wohnungsabriß und Mietsteigerung

maxe. Mit einer gemeinsamen Aktion am Rande des Stadtteilfestest im Brandenburgischen Viertel »Fête de la Viertel« am 8. September machten die Alternative Liste Eberswalde (ALE) und die Ortsgruppe der Partei Die PARTEI auf ein Problem aufmerksam, das seit einiger Zeit auch Eberswalde erreicht hat.

Mietpreissteigerungen und Mangel an bezahlbaren Wohnungen schienen lange Zeit ein Thema der großen Metropolen zu sein. In Eberswalde herrschte seit Mitte der 1990er Jahre ein Mieter-Markt. Die Menschen verließen die Stadt und Wohnungsleerstand wurde zunehmend zu einem Problem, das durch staatlich subventionierten Wohnungsabriß gelöst werden sollte. Dabei hatte die Privatisierungspolitik der städtischen WHG Wohnungs- und Hausverwaltungsgesellschaft im Zusammenhang mit der sogenannten Altschuldenhilfe dazu geführt, daß der Abriß in einer städtebaulich katastrophalen Art und Weise erfolgte.

Während die Fördermittel für den Abriß sprudelten, blieb das Fördergeld für Sanierungen eher knapp bzw. wurde in Bereiche des sogenannten »hochwertigen« Wohnungsbaus umgeleitet (Michaelisgärten).

Inzwischen steigen die Mietpreise auch in Eberswalde rasant an. Dennoch hält es die Wohnungsgenossenschaft aus betriebswirtschaftlichen Gründen für erforderlich, weitere Wohnungen abzureißen.

Die Alternative Liste Eberswalde (ALE) und die Ortsgruppe der Partei Die PARTEI wollten mit ihrer Aktion zum Stadtteilfest auf den Zusammenhang von Wohnungsabriß und steigenden Mieten aufmerksam machen.

Am Dienstag, den 18. September, lädt die größte Eberswalder Wohnungsgesellschaft, die städtische WHG Wohnungs- und Hausverwaltungsgesellschaft mbH, um 18 Uhr in die Hufeisenfabrik im Familiengarten ein, um über ihr aktuelles Mieterhöhungs-Konzept zu informieren (mehr Informationen dazu hier).

Inzwischen haben mehrere Gruppen dazu aufgerufen, diese Veranstaltung zu nutzen, um gegen die Mietpreissteigerungen, die nun auch Eberswalde erreicht haben, zu protestieren. Die Proteste im Familiengarten sollen gegen 17 Uhr beginnen.

(17. September 2018)


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Vor 40 Jahren Grundsteinlegung Wohnkomplex "Max Reimann"
Reimannviertel geplant mit Hallenbad, Sauna, Bibliothek und Poliklinik

maxe. Am 28. Januar 1976 beschloß der Rat des Kreises Eberswalde die "Gesellschaftspolitischen und volkwirtschaftlichen Zielstellungen für den Wohnkomplex »Spechthausener Weg«", wie das Neubaugebiet in der Planungsphase genannt wurde. (1) Die Beschäftigten des neu gebauten SVKE benötigten Wohnraum, und so wurde, ganz in der Nähe, auf einem 82 ha großen forstwirtschaftlich genutzten Gebiet südlich der Chemischen Fabrik ein Wohnkomplex von der Größe einer Kleinstadt konzipiert.

Das vom VIII.Parteitag der SED beschlossene Wohnungsbauprogramm bildete das Kernstück des sozialpolitischen Programms der DDR-Regierung. Die Lebensbedingungen der Menschen, gerade auch in der Freizeit, sollten mit komfortablen Wohnungen verbessert werden. So wurde an einem Dienstagnachmittag, am 19. Juli 1977 in der Nähe des Spechthausener Weges der Grundstein für das größte Neubaugebiet von Eberswalde gelegt.


Der Vorsitzende des Rates des Kreises, Genosse Horst Copitzky, schwang symbolisch den Hammer, um eine Kassette mit dem Lageplan des Neubaugebietes sowie mit einem "Neuen Deutschland" und einem "Neuen Tag" einzumauern. Mit folgenden Worten taufte er das neu zu bauende Wohngebiet:

"Dieses Wohngebiet soll den Namen unseres unvergessenen Max Reimann tragen. Max Reimann, Arbeiterführer, Kommunist und Ehrenbürger unserer Kreisstadt, wird damit ein ehrendes Denkmal erhalten. Wir möchten damit all die Antifaschisten ehren, die durch ihre unbeugsame Haltung in der finsteren faschistischen Vergangenheit, durch ihre Tat dem Finowtal den Beinamen »Rotes Finowtal« verliehen."(2)
Einen Monat früher, am 22. Juni 1977 fasste der Rat des Kreises Eberswalde den Grundsatzbeschluß (5) zu den Investitionsaufwendungen für die Errichtung der Neubauten: die Summe für den 1. Bauabschnitt betrugen 57 Mio Mark und für den 2. Bauabschnitt 49 Mio Mark der DDR. Insgesamt waren 6672 Wohnungen geplant, in denen 18.000 bis 21.000 Menschen leben sollten. Laut einem Politbürobeschluss vom 24. April 1973 kam dabei ein ganz bestimmter Wohnungsschlüssel zur Anwendung, mit dem folgende Wohnraumgrößen gebaut werden sollten:

   665 1-Raum-Wohnungen = 11,1 %
1101 2-Raum-Wohnungen = 18,3 %
3194 3-Raum-Wohnungen = 52,1 %
1036 4-Raum-Wohnungen = 17,2 %
     76 5-Raum-Wohnungen =   1,3 %

H. Kliche vom Autorenkollektiv des Geschichtswissenschaftlichen Institutes Eberswalde bewertete 2010 die Entscheidung zum Bau des Wohngebietes: "Die günstigen topographischen Verhältnisse und die technisch unklomplizierte Erschließung wegen des geringsten Abrisses und der Verlagerungskosten und der guten Anbindungen zu den nördlich gelegenen Arbeitstätten gaben schließlich den Ausschlag zur Standortwahl."(3)

Mit den gleichen Worten erläuterte Kreisarchitekt Heinz Maske im Heimatkalender des Kreises Eberswalde für das Jahr 1979 die Standortentscheidung. In dieser Publikation stellte er zurückblickend auch die Bebauungskonzeption für das Max-Reimann-Viertel vor:

"Hierbei wurden eindeutige Straßenräume mit den technisch und stadthygienisch maximalen Raummaßen in Kontrast zu den vorgesehenen intimen Wohninnenhöfen gesetzt, die großräumig ca. 60 x 60 bis 130 x 130 Meter angelegt werden, um eine sinnvolle Nutzung und den zusammenhängenden Baumbestand erhalten zu können. Um eine Monotonie in der Raumgestaltung zu vermeiden, weist jede Wohngruppe ihre eigene und typische Raumproportion auf."(4)
In der Endausbaustufe, nach Fertigstellung aller Bauabschnitte, seien folgende Einrichtungen geplant gewesen:
  • Mehrzwecksaal, Zirkelräume
  • Wohngebietsgaststätte
  • Fachverkaufseinrichtungen
  • Zweigbibliothek und Volksbuchhandlung
  • Blumenverkaufshalle
  • Dienstleistungsbereiche
  • Sparkasse / Post
  • Poliklinik / Apotheke
  • Jugendklub
  • Hallenbad und Sauna (4)(5)
Heinz Maske, der Architekt legte 1979 weiter dar, daß im Wohngebiet durch Komposition, Zuordnung, Farb- und Materialauswahl eine gestalterische Einheit und Differenziertheit der einzelnen Bereiche erreicht wird, die zu einem höheren Niveau der Stadtgestaltung führt. Erstmals im Bezirk Frankfurt/Oder und darüber hinaus wurde der vorhandene Waldbestand in die Wohngebietskonzeption einbezogen.(4)

Am 1. April 1978 wurden die ersten Wohnungen im 1. Bauabschnitt an 40 Bewohner übergeben.(3) Im Juli 1978 beschloss die 24. Tagung des Rates der Stadt Eberswalde die ersten Straßenbenennungen im Wohngebiet "Max Reimann". Bis 1979 enstanden dann 1100 Wohnungen für SVKE-Beschäftigte. Am 25. November 1986 meldete der "Neue Tag" die vorfristige Eröffnung der zweiten Kaufhalle (die Öffnungszeiten beschloss der Rat der Stadt), und einen Monat später die Fertigstellung von 586 neuen Wohnungen im Jahr 1986. (1)(6)

Am 8. November 1987, zum 70. Jahrestag der Oktoberrevolution, rollten die ersten Obusse durch den Kiez. Die bisher eingesetzten Kraftomnibusse wurden durch elektrifizierte Busse des Typs IKARUS 280 T ersetzt. Hierbei unterstützten der Kraftverkehr Weimar und Potsdam die Eberswalder mit zwei Bussen. Um 3.50 Uhr fuhr die erste reguläre Fahrt von der Allendestraße bis Nordend. Die Taktung der Obusse war dabei alle 6 min (5-8 Uhr), alle 15 min (8-14.30 Uhr) und am Nachmittag alle 8 min (14.30-17.30 Uhr). Später am Abend dann alle 15 bzw. 20 min. (7)

Zwei Jahre später sollte die Mauer fallen und so kam es nicht mehr zur Fertigstellung des Wohngebietes. Am 2. März 1990 beschloss die Stadtverordnetenversammlung von Eberswalde die Überarbeitung der Bebauungskonzeption für den Stadtteil "Max Reimann". Mit dem Beschluß der Stadtverordnetenversammlung Nr. 16 - 103/91 vom 13. Juni 1991, unterzeichnet von Dr. Hans Mai (Bürgermeister), vollzog die Stadt Eberswalde einen Schlusstrich unter 40 Jahre Arbeiter- und Bauern-Staat:

Neben der Leninstraße (Eberswalder Str.), dem Platz der Freundschaft, der Ernst-Thälmann-Straße (Heegermühler Str.) und der Umbenennung des gesamten Wohngebietes in "Brandenburgisches Viertel", wurden sämtliche Straßen des DDR-Neubaugebietes per Dekret umbenannt, allerdings erst anderthalb Jahre später aus Kostengründen umgesetzt. (1)

Aus der Walter-Ulbricht-Straße wurde die Rathenower Straße, aus der Georg-Ewald-Straße die Cottbusser Straße, aus der Dr.-Salvador-Allende-Straße die Potsdamer Allee, aus der Max-Reimann-Straße die Frankfurter Allee, aus der Karl-Maron-Straße die Beeskower Straße, aus der Otto-Winzer-Straße die Nauener Straße - usw. usf.

Mit rotem Klebestreifen wurden die Namen von Antifaschisten und Sozialisten überklebt, solange bis neue Schilder und Ständer installiert waren, die die Stadt Eberswalde mit der neuen harten Währung bezahlen konnte.

Zur weiteren Entwicklung des Viertels ab 1990 verweisen wir auf diesen Artikel.

(jg) - 1. August 2017

(1) Quelle: Kreisarchiv Barnim
(2) Tageszeitung "Neuer Tag" vom 22. Juli 1977 (Kreisarchiv)
(3) "Von der Bodenreform zur Wurstfabrik" - Wege zur industriellen Produktion in der Landwirtschaft im Raum Eberswalde / 1. Auflage Eberswalde 2010 / Autorenkollektiv unter Leitung von H. Kliche
(4) "Ein neues Wohngebiet entsteht" - Städtebauliche Betrachtungen zum Wohnkomplex "Max Reimann" in der Kreisstadt Eberswalde-Finow von Heinz Maske, Architekt BDA/DDR - Kreisarchitekt - / Heimatkalender des Kreises Eberswalde für das Jahr 1979; Herausgeber: Rat des Kreises, Abteilung Kultur
(5) Grundsatzbeschluß des Rates des Kreises Eberswalde vom 22. Juni 1977 zu den Investitionen im 1. und 2. Bauabschnitt des WK "Max Reimann" - Quelle: Kreisarchiv Barnim
(6) Tageszeitung "Neuer Tag" vom 25. Nov. 1986 und vom 2. Dez. 1986 (Kreisarchiv)
(7) Tageszeitung "Neuer Tag" vom (ohne Angabe). November 1987 (Kreisarchiv)

Bildnachweis:
Grundsteinlegung am 19.7.1977 (Autor unbekannt)
Foto aus der Bauphase am 1.10.1979 - Herbert W. Brumm, Gramzow
(Quelle: Kreisarchiv Barnim)




Die Einwohnerversammlung 2016, die erstmals als Einwohnerforum organisiert war, bildete den Startschuß zur Erarbeitung des neuen Stadtteilentwicklungskonzeptes. Im September 2017 sollen auf einem weiteren Einwohnerforum die Ergebnisse vorgestellt werden.

Vom 26. Juni bis 14. Juni findet im Zusammenhang mit der Erarbeitung des neuen Stadtteilentwicklungskonzepts eine Bewohnerbefragung statt. Die ersten Umfragebögen wurden bereits verteilt.
ACHTUNG! Es handelt sich um weiße Umschläge im Format A5, die trotz der Aufschrift "Achtung: Keine Werbung" leicht mit Werbung verwechselt werden können.
Daher aufpassen und lieber die Werbestapel vor dem Wegwerfen nochmal durchgucken!

Neues Stadtteilentwicklungskonzept (STEK):
Strategiewechsel für das Brandenburgische Viertel

Fortführung des Programms Soziale Stadt

maxe. Seit 1999 werden mit dem Förderprogramm Soziale Stadt im Eberswalder Ortsteil »Brandenburgisches Viertel« ganz unterschiedliche Maßnahmen realisiert – von investiven Maßnahmen in die Infrastruktur bis zu Beteiligungs- und Aktivierungsangeboten.

Das Verstetigungskonzept von 2012, mit dem ein langsamer Ausstieg aus dem Programm Soziale Stadt gesichert werden sollte, wird derzeit evaluiert. Dabei zeigt sich, erläutert Baudezernentin Anne Fellner, »daß eine Vielzahl an Maßnahmen noch keine Verstetigungsreife erlangt hat, zudem haben sich neue Herausforderungen durch den Zuzug von geflüchteten Menschen ergeben. Eine Fortführung des Programms Soziale Stadt wird demzufolge sinnvoll und erforderlich sein.«

Die aktuelle Entwicklung war für die Stadtverwaltung Anlaß, über die Stadtteilentwicklungsstrategie des Brandenburgischen Viertels neu nachzudenken. Hierzu erarbeitet die Verwaltung derzeit ein neues Stadtteilentwicklungskonzept (STEK).

»Mit diesem Konzept«, so die Dezernentin, »wird ein Strategiewechsel für das Quartier eingeleitet, der eine nachhaltige Stabilisierung und Entwicklung zum Ziel hat.« Bisher war das Quartier Schwerpunkt des Wohnungsrückbaus - und hat mit diesem »negativen Image« auch die Bemühungen der Wohnungsmarktakteure erschwert, den Wohnungsleerstand zu verringern. Das soll nun anders werden.

Die Stadtverwaltung verfolgt dabei vier Strategien:

  • Schaffung vielfältiger Wohnungsqualitäten (Bestandsanpassung, Neubau und langfristige Rückbauziele, Barrierefreiheit, bezahlbar)
  • öffentliche und private Räume/Freiflächen pflegen und gezielt aufwerten (Wegenetze, Barrierefreiheit, Stadtteileingänge, Parkanlagen pflegen)
  • sozialen Zusammenhalt stärken (Bildung, Sport, Kultur, Freizeit, Integration/Inklusion, Nachbarschaften)
  • (Nah)Versorgung sichern (Einzelhandel, medizinische Versorgung).

In einem ersten Bürgerforum am 25. Oktober 2016 wurden Ideen diskutiert und ausgetauscht. Auf einem zweiten, für den Herbst 2017 vorgesehenen Bürgerforum, soll der Entwurf des Stadtteilentwicklungskonzeptes in den Diskussionsfokus gestellt werden.

Aus den vier Strategien ergeben sich laut Anne Fellner eine Reihe von Handlungsansätzen. So stehe z.B. die weitere Sanierung des Wohnraums durch die Wohnungsunternehmen auf der Agenda.
Hier haben die Akteure vor allem den veränderten Wohnbedarf vor Augen: Mit Grundrißveränderungen, dem Auf- bzw. Anbau von Aufzügen, der barrierearmen bzw. -freien Gestaltung von Zugängen, Wohnungen und Außenanlagen werden die Unternehmen darauf reagieren – was an sich nichts neues ist.

»Auf kommunaler Seite besteht Handlungsbedarf bei der weiteren barrierefreien Gestaltung von Wegebeziehungen, der Beseitigung von städtebaulichen Mißständen – insbesondere in den Eingangsbereichen zum Quartier – sowie in der Sanierung von Sport- und Freizeiteinrichtungen«, informiert die Baudezernentin. Dringlicher Handlungsbedarf bestehe bei der Realisierung zusätzlicher Kita-, Hort- und Schulplätze. »Hier sind rasche Lösungen gefragt«.

Bei der Umsetzung des Handlungsbedarfs, betont Anne Fellner, ist die Stadt auf die weitere Unterstützung von Land und Bund angewiesen. Ziel sei, auch künftig einen Fördermittelmix aus Stadtumbau, Wohnraumförderung und Sozialer Stadt einzusetzen. Diese Kombination unterschiedlicher Fördermittel habe sich in den vergangenen Jahren sehr bewährt und sollte auch künftig fortgesetzt werden.

(23. Juni 2017)

Siehe auch: hier




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