Kiezmagazin für das Brandenburgische Viertel
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Hungrige Vögel


»Grün- und Freiflächenkonzept«:
Bürgerbeteiligung verlängert

Öffentliche Auslegung noch bis zum 14. Februar

maxe. Das »Grün- und Freiflächenkonzept« für die Stadt Eberswalde kann derzeit im Internet eingesehen werden. Die Eberswalderinnen und Eberswalder können ihre Einwände, Bemerkungen und Hinweise geltend machen.

Laut der entsprechenden Pressemitteilung vom 7. Januar war die Bürgerbeteiliung vom 11. bis zum 29. Januar befristet. MAXE hatte darüber am 12. Januar informiert (»Grün- und Freiflächenkonzept«).

Viele Einwohnerinnen und Einwohner empfanden die Zeit für eine Bürgerbeteiliung angesichts der 159 Seiten des Konzepts als völlig unzreichend. Das hatte der fraktionslose Stadtverordnete Carsten Zinn aufgegriffen und öffentlich kritisiert.

Ein aktueller Blick auf die Stadtseite mit den aktuellen Bürgerbeteiligungen zeigt nun – wohl als allgemeines Liebes- und Friedensangebot zum Sankt Valentin – sogar den 14. Februar als Endtermin für die Bürgerbeteiligung.

Eine offizielle Mitteilung über die verlängerte Beteiligung liegt nicht vor. Der in unserem Kiez heimische Stadtverordnete hatte eine Verlängerung der Bürgerbeteiliung um mindestens vier Wochen gefordert.

Das »Grün- und Freiflächenkonzept« kann unter https://www.eberswalde.de/fileadmin/bereich-eberswalde/user/ewschwarz/Gruenkonzept/201214_Gruen_und_Freiflaechenkonzept_Eberswalde-1.pdf heruntergeladen werden.

(20. Januar 2021)

Siehe auch:
»Grün- und Freiflächenkonzept«




Baustelle Frankfurter Allee.

Nächster Bauabschnitt in der Frankfurter Allee:
Sperrung bis zum Mai 2021

Im Rahmen des Straßenbauvorhabens Frankfurter Allee werden am Montag, dem 18. Januar 2021, in Abhängigkeit von der Witterung auf der Freifläche neben dem Knotenbereich Spechthausener Straße/Frankfurter Allee die Bauarbeiten für das Versickerungsbecken beginnen.
Die Gubener Straße und der Straßenabschnitt der Frankfurter Allee zwischen Spreewaldstraße und Gubener Straße ist über die Lausitzer Straße / Spreewaldstraße / Frankfurter Allee erreichbar.

Ab Montag, dem 25. Januar 2021, bis voraussichtlich 31. Mai 2021, wird in Abhängigkeit von der Witterung der Straßenabschnitt der Frankfurter Allee zwischen der Gubener Straße und der Spreewaldstraße voll gesperrt. Die Gubener Straße ist in diesem Zeitraum über eine provisorische Zufahrt von der Lausitzer Straße aus erreichbar.

Die parallel zur Fahrbahn der Frankfurter Allee befindlichen Parkplätze sind gesperrt und können nicht zum Parken genutzt werden. Zum Parken stehen die öffentlichen Parkplätze auf der Fläche zwischen der Spechthausener Straße und der Gubener Straße zur Verfügung Die Zufahrt zu diesen Parkplätzen erfolgt über die provisorische Straßenanbindung der Gubener Straße an die Lausitzer Straße. Die Kreuzung Frankfurter Allee/ Spreewaldstraße wird nicht gesperrt und ist in Richtung Cottbuser Straße /Potsdamer Allee befahrbar. Das Sanitätshaus Köppen und das Seniorenheim sind über die Spreewaldstraße erreichbar.

Die Frankfurter Allee ist weiterhin für den Obusverkehr gesperrt. Die Ersatzhaltestellen befinden sich an der Kreuzung Lausitzer Straße/ Spreewaldstraße und in der Lausitzer Straße im Bereich des Spielplatzes.

Allgemeine Informationen

  • Zu-, Ausfahrt und Anlieferungen sind während dieser Zeit leider nur bedingt möglich.
  • Die Mülltonnen werden an den jeweiligen Abfuhrtagen an einen zentralen Ort gebracht und entsorgt.
  • Kennzeichnung der Mülltonnen: Hausnummer und Vermieter.
  • Die Fußwege entlang der Frankfurter Allee sind nicht von der Baumaßnahme betroffen.
  • Die Querung der Frankfurter Allee ist in diesen Bauabschnitten nicht möglich.
  • Ansprechpartner der Stadt Eberswalde Tiefbauamt: Frau Mugbel 03334-64668
  • Ansprechpartner der Baufirma Gala- Tiefbau GmbH: Herr Porath 0172- 6414766

Pressemitteilung der Stadtverwaltung Eberswalde
(13. Januar 2021)

Siehe auch:
»Regenwasser bleibt im Kiez« »Regenentwässerung angepaßt«
»Warum nicht zur Landschaft passend?«




Im Brandenburgischen Viertel gingen in den vergangenen Jahren viele die Kiez-Landschaft prägende Bäume verloren.
Oft waren es Pappeln oder andere schnellwüchsige Baumarten, die das Ende ihrer Lebenszeit erreicht hatten.
Zuweilen fielen der Kettensäge aber auch vitale Bestände zum Opfer, wie im Januar 2014 in den Außenanlagen der Grundschule Schwärzesee (siehe: MAXE Nr. 2/2014 und »Barnimer Bürgerpost", Nr. 1/2014). In dem Waldstreifen entlang der Brandenburger Allee, bestehend aus etwa 70 Jahre alten Kiefern, klafft seitdem eine breite Lücke.
Für den Bau des neuen Hortes auf dem Gelände der beiden abgerissenen Schulen will man diesen Fehler nicht wiederholen. Der Erhalt des Baumbestandes gehörte hier zu den Vorgaben für den städtebaulichen Wettbewerb (siehe: »Wettbewerb für Hortneubau«)

Bürgerbeteiligung noch bis zum 29. Januar:
»Grün- und Freiflächenkonzept«

maxe. »Die Stadt Eberswalde steht durch das prognostizierte Wachstum des Berliner Umlandes und als Stadt der zweiten Reihe vor neuen Herausforderungen«, verkündete Anfang Januar die Pressestelle der Stadtverwaltung Eberswalde. Die zunehmende Bebauung von Brachflächen gefährdet inzwischen »eine ausreichende Freiraumversorgung der Bevölkerung«. Diese gelte es zu sichern und »Biotopverbundsysteme im Siedlungsgebiet zu bewahren«. Ebenso würden »die Folgen des Klimawandels durch Frühjahrstrockenheit, längere Hitzeperioden oder Starkregenfälle deutlicher spürbar, wodurch ebenfalls neue Anforderungen an das Stadtgrün gestellt werden«.

Das Stadtentwicklungsamt hat deshalb die »gruppe F Landschaftsarchitekten Bauermeister Pütz Kleyhauer Backhaus« damit beauftragt, ein »kompaktes« Grün- und Freiflächenentwicklungskonzept zu erarbeiten. Stadtverordnete und Stadtverwaltung sollen damit in die Lage versetzt werden, »die vorhandenen stadtbildprägenden Grünstrukturen zu erhalten, sie entsprechend den Bedürfnissen der Bevölkerung nachhaltig zu entwickeln und ihre Vernetzung zu aktivieren«.

In dem Konzept werden zudem Leitlinien für den Umgang mit »Grün in der Stadt« formuliert, die neben der Aufwertung des Wohnumfeldes und der Ortsbildgestaltung, die Förderung eines ausgewogenen Innenstadtklimas sowie die funktionierende Vernetzung von Lebensräumen zur Sicherung der Biodiversität zum Inhalt haben. Die »relevanten Grünflächen der Stadt« seien systematisch bewertet worden. Entwicklungspotentiale und -ziele werden dargestellt und das Konzept gibt praktisch anwendbare Handlungsempfehlungen, insbesondere zur Flächenbewirtschaftung.

In der Zeit vom 11. Januar 2021 bis zum 29. Januar 2021 besteht nun die Möglichkeit, den Entwurf des Konzeptes auf der Homepage der Stadt Eberswalde einzusehen. In diesem Zeitraum können Anmerkungen sowie Hinweise an die nachfolgenden Adressen gerichtet werden:

Das Konzept liegt vom 11. bis zum 29. Januar 2021 online zur Einsichtnahme aus und kann unter www.eberswalde.de/start/stadtentwicklung/aktuelles/buergerbeteiligungen heruntergeladen werden.

(12. Januar 2021)




Eine breite Schneise wird durch den Wald südlich des Brandenburgischen Viertels geschlagen. Auch in der Nähe von Schönholz (Foto) und von Melchow wurden Fällarbeiten beobachtet.

Höchstspannungsfreileitung durch die Stadt:
Eine breite Schneise im Wald...

maxe. Harvester arbeiten sich durch den Wald südwestlich des Brandenburgischen Viertels. Sie schlagen eine 70 bis 100 Meter breite Schneise in den Forst. Wie von den Forstarbeitern zu erfahren war, verläuft hier, pararallel zur bestehenden 220-Kilovolt-Hochspannungsleitung, die Trasse der geplanten 380-kV-Freileitung zwischen Bertikow und Neuenhagen.

Seit zwölf Jahren kämpft die Bürgerinitiative (BI) »Biosphäre unter Strom – keine Freileitung durchs Reservat!« gegen den Bau, unterstützt von der Stadt Eberswalde, die sich 2008 auch an der Klage gegen das Vorhaben beteiligt hatte.

Eine 380-kV-Freileitung weist gegenüber der bestehenden 220-kV-Leitung deutlich mächtigere Dimensionen auf und hat erhebliche Auswirkungen auf die Landschaft, die Tiere (insbesondere die Vögel) und nicht zuletzt durch das elektromagnetische Feld auf die Menschen. Im Stadtgebiet soll die Leitung zwischen Brandenburgischem Viertel und Finow-Ost verlaufen. Notwendige Sicherheitsabstände zur Wohnbebauung können hier nicht eingehalten werden. Gesundheitliche Auswirkungen auf die Menschen, die in der Nähe der Leitungen wohnen, können nicht ausgeschlossen werden.

Nicht zuletzt deshalb gibt es in der Stadt Eberswalde eine klare Beschlußlage der Stadtverordnetenversammlung gegen die Freileitung. Die Stadt hat auch den gemeinsamen Appell von 2016 (BI, die Städte Angermünde und Eberswalde sowie die Ämter Britz-Chorin-Oderberg und Joachimsthal) an den Brandenburgischen Ministerpräsidenten mitunterzeichnet.

Als Alternativen sind ein anderer Trassenverlauf unter Umgehung der Stadt und des Biosphärenreservates denkbar oder die Verlegung als Erdkabel. Dagegen sperrt sich der Träger des Vorhabens, die 50Hertzt GmbH. Trotz ihrer mehrfachen Niederlagen vor Gericht hält die Firma an der Trasse und an der Freileitung fest. Und wie schon bei den vorherigen Versuchen erhielt die Firma in einem neuerlichen Planfeststellungsverfahren im Sommer 2020 den Segen des Landesbergamtes.

Dem folgte wiederum die Klage der Bürgerinitiative im Verbund mit dem NABU Brandenburg. Den Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz, also den Baustopp während des laufenden Verfahrens, lehnte das Bundesverwaltungsgericht im November ab.

»50 Hertz nutzt die Möglichkeit«, sagt BI-Sprecher Hartmut Lindner, »die das Bundesverwaltungsgericht eröffnet hat, indem es unserem Antrag, den Baustopp über die ganze Trasse zu verhängen, nicht gefolgt ist, sondern sich mit der Zusicherung, daß 50Hertz auf dem nördlichen Abschnitt, dem eigentlichen Konfliktgebiet von Golzow bis Bertikow, keine Baumaßnahmen durchführen werde, begnügt hat«.

Offensichtlich schielt 50Hertz mit einem Blick auf den Behördenumgang mit der Tesla-Fabrik des US-Milliardärs Elon Musk bei Grünheide. Der »reichste Mann der Welt« darf dort auch schonmal losbauen, obwohl noch gar keine rechtsgültige Genehmigung vorliegt.

Gerd Markmann – 10. Januar 2021

Siehe auch: Bürgerinitiative »Biosphäre unter Strom – keine Freileitung durchs Reservat!«




Der Bereich der Einmündung der Beeskower Straße in die Schorfheidestraße soll zu einem Platz mit Aufenthaltsqualität umgestaltet werden.

Neue Bauten im Brandenburgischen Viertel:
Der »Schorfheideplatz«

Der Bereich an der Einmündung der Beeskower in die Schorfheidestraße hat bislang noch keinen eigenen Namen. Die Autoren des Wegenetzkonzepts für das Brandenburgische Viertel, das die Eberswalder Stadtverordneten im Herbst verabschiedet hatten, nennen das Areal »Schorfheideplatz«. Es ist ein Arbeitstitel, denn die Benennung von Straßen und Plätzen ist ein Vorrecht der Stadtverordneten, das ihnen in der Kommunalverfassung garantiert wird. Allzu viele Gedanken haben die Konzeptschreiber daran auch nicht verschwendet. Sie haben einfach den Namen der Straße übernommen.

Interessanter ist, wie sie sich die Gestaltung dieses Platzes vorstellen. Wie aus der Stadtverwaltung zu erfahren war, soll mit den ersten Arbeiten bereits in diesem Jahr begonnen werden. Das Wegenetzkonzept befaßt sich insbesondere mit den Geh- und Radwegen innerhalb des Viertels. Dementsprechend steht die Gestaltung der Gehwegbeziehungen im Vordergrund.

»Die Ecke Schorfheidestraße/Beeskower Straße bildet einen Knotenpunkt im Wegenetz des nordöstlichen Brandenburgischen Viertels«, heißt es im Wegenetzkonzept (in Punkt 5.4.2 Vertiefungsbereich Schorfheidestraße »Schorfheideplatz«).

Der angrenzende Gemeinschaftsgarten des Alnus e.V. und das Pflegewohnheim der Arbeiterwohlfahrt (AWO) »Im Wolfswinkel« werden über diesen Knotenpunkt erschlossen. Die Beeskower Straße dient zudem als Zufahrt zum Wohnheim des Studentenwerks.

Aus Richtung Frankfurter Allee erreicht man den Bereich über den asphaltierten Fußwegen zwischen der Sporthalle des Reki e.V. und dem Pflegewohnheim »Im Wolfswinkel«. An dem Knotenpunkt selbst werde die Situation »unübersichtlich, da die klare Wege- und Blickführung hier durch zahlreiche Hindernisse, unterschiedliche Bodenbeläge und andere optische Uneindeutigkeiten unterbrochen wird. Plfanzkübel und hohe Büsche im Bereich dere leicht versetzten Straße nehmen die Fernsicht und damit die Orientierung.« Bemängelt wird zudem, daß Laufflächen zu nicht abgesenkten Bordsteinen führen, während barrierefreie Querungsmöglichkeiten nicht sofort sichtbar sind und außerhalb der üblichen Bewegungsrichtung (Nord-Süd) liegen.

Auch nach der Überquerung der Schorfheidestraße sorgen die hohen Büsche in der Kurve dafür, daß Ortsunkundige oder in ihrer Orientierungsfähigkeit eingeschränkte Personen leicht die Übersicht verlieren können. Hinzu komme die Gefahr von Autofahrern, die den Kurvenbereich schlecht einsehen können. »Spontan querende Personen können so leicht übersehen werden.« Auch die unübersichtlichen und »räumlich undefinierten« Zugänge zum angrenzenden Spielplatz werden in dem Wegenetzkonzept kritisiert.

»Die Fläche kann in ihrem heutigen Zustand ihr Potential als Wegpunkt nicht ausschöpfen«, heißt es im Planer-Deutsch des Konzepts. »Auch die Aufenthaltsqualität ist in diesem Bereich sehr eingeschränkt, weshalb sie heute als unternutzter Transitraum mit unzureichender Gestaltung zu bezeichnen ist.« Die Planer des Wegenutzungskonzepts schlagen deshalb eine Neustrukturierung der Fläche vor. Als Ziele nennen sie »die Schaffung eindeutiger Wegebeziehungen und -führungen, die Betonung von Blickbeziehungen zur besseren Orientierung« sowie »die Schaffung eines attraktiven Nachbarschaftsplatzes mit hoher Aufenthaltsqualität«.

Es soll eine ebenerdige Platzfläche entstehen. Ein besonderes Problem dabei ist der sogenannte »Kollektor«, in dem knapp unter dem Fußweg Fernheizungs- und andere Leitungen in Nord-Süd-Richtung verlaufen. Der Kollektor sorgt im Winter bei Temperaturen um Null für eine schnelle Schnee- und Eisfreiheit des Weges, macht aber das Absenken der Oberflächen unmöglich. Die Fahrbahn der Straßen und die westlichen Gehwegflächen müssen daher an das Höhenniveau des Kollektors angepaßt und aufgeschüttet werden. Die gesamte Fläche soll eine einheitliche Pflasterung erhalten, die sich auf der gegenüberliegenden Gehwegseite fortsetzt. Die Fahrbahn wird auf der Platzfläche als Überfahrt lediglich optisch hervorgehoben. So entsteht eine »Mischverkehrsfläche«, die weiterhin die Erschließungsfunktion der Beeskower Straße gewährleistet.

Die barrierefreien Übergänge über die Schorfheidestraße werden in die Flucht des Fußweges zur Frankfurter Allee versetzt. Damit wird die Bewegungsrichtung eindeutiger und die Orientierung vereinfacht. Das soll dadurch verstärkt werden, indem auf der gegenüberliegenden Straßenseite die Pflasterung aufgegriffen wird. Dies leitet den Gehwegnutzer zugleich optisch in den Bereich der Choriner Straße über.

Auch der Spielplatz wird laut dieser Planung »optisch und funktional an den neuen Quartiersplatz angebunden«. Um die Sicherheit in diesem Bereich zu erhöhen, »wird die Höchstgeschwindigkeit für Autoverkehr im Kurvenbereich reduziert«. Die durch den Platz verlaufende Straße soll – wenn möglich – als »Shared Space« (Geteilter Raum) geregelt werden. Alternativ könne »auch eine Fußgängerzone mit der Freigabe für Räder und Bus« eingerichtet werden.

Zur Stärkung der »Aufenthaltsqualität auf dem Quartiersplatz« entstehen neue Sitzbänke und Sitzgruppen. Vor dem Gemeinschaftsgarten sind neue Fahrradbügel vorgesehen. Auch sollen neue Bäume auf dem Platz gepflanzt werden. Die Sitzmöbel sollen multifunktional sein. Damit könnten sie mehr sein, als nur Sitzgelegenheiten. »Sie können so die Infrastruktur für Märkte, Quartiersfeste, Kuchenbasare etc. bilden«.

Mit der Neugestaltung des Platzes soll möglicherweise schon 2021 begonnen werden. Daher kann angenommen werden, daß die Stadtplaner bereits fleißig an der Ausführungsplanung für den künftigen »Schorfheideplatz« gearbeitet wird. Wahrscheinlich wird es auch irgendwann eine förmliche Beteiligung der Anwohner geben. Das Stadtentwicklungsamt nimmt sicherlich bereits jetzt Anregungen und Kritiken der Anwohner interessiert entgegen.

Anna Fröhlich – 9. Januar 2021




Die Fassaden der Sporthalle des SV Motor soll mittels Graffiti neu gestaltet werden. Seit Jahren wird die Betonwand bereits illegal für Graffitis genutzt. Zuweilen wurde die Wand neu geweißt, was die unbekannten Graffitifreunde dankbar annahmen, um mit neuem die kahle Wand etwas bunter zu gestalten. Leider verfügen nur wenige über das handwerkliche Können, um künstlerischen Ansprüchen genügen zu können. Unter der Überschrift »Neue Farbe« war das Graffiti-Projekt an der heutigen REKI-Sporthalle in der Schorfheidestraße der Aufmacher der MAXE-Ausgabe Nummer 1 vom September 2012. Neun Jahre später soll nun auch die zweite Sporthalle in Vereinsregie mittels Graffiti-Kunst »aufgehübscht« werden. Auch damals gab es die Zusammenarbeit eines professionellen Graffitikünstlers mit Kindern und Jugendlichen aus dem Kiez.

Fassadenneugestaltung an der Motor-Sporthalle:
Graffitikunst im Kiez

maxe. Der Eingangsbereich und die Giebelwand zur Potsdamer Allee der Sporthalle des SV Motor Eberswalde sollen neu gestaltet werden. Dabei sollen Jugendliche im Kiez sowie die Sportlerinnen und Sportler, die die Halle nutzen, aktiv beteiligt werden. Es sollen ihre Ideen für Motive sein, die letztlich umgesetzt werden. Dabei ist die Giebelwand dafür vorgesehen, daß ein Künstler dort seine Idee als eigenes Werk umsetzen kann.

Auf der Internetseite des Quartiersmanagements wird aktuell nach Interessenten gesucht, die sich an dem Kunstprojekt beteiligen wollen.
In diesem Zusammenhang sucht das Quartiersmanagement des Brandenburgischen Viertels insbesondere interessierte Graffiti- oder Street Art-Künstler, die zur Ideenfindung im Frühjahr 2021 einen oder mehrere Workshops für die Gestaltung des Eingangsbereiches der Halle realisieren, und die in Abstimmung mit dem SV Motor, dem Quartiersmanagement, Vertretern der Verwaltung und der Kiezbewohner.

Das Quartiersmanagement übernimmt die Koordination. Dort können sich auch bis zum 30. Januar interessierte Graffiti- bzw. Street Art-Künstlerinnen und -Künstler bewerben. Auch Bewerbungen von Künstlergemeinschaften sind möglich, sofern eine Person die Federführung übernimmt. Die S.T.E.R.N. GmbH betreut das Projekt als Quartiersmanagement Brandenburgisches viertel für die Stadt Eberswalde. Für Rückfragen steht Ihnen Julia Klemm (Tel.: 030/44363685 oder 0176/95498220, eMail: klemm.julia@stern-berlin.de) zur Verfügung.

(7. Januar 2021)

Siehe auch:
»Graffiti-Workshop«
Internetseite des Quartiersmanagements
Aufruf für Street Art Projekt
Bilder zum Projekt




Fleißige Bagger, damit das Schmutzwasser besser abfließen kann.

Arbeiten am Kanalnetz:
Riechende Kanäle bald passé?

Seit dem Herbst wird im Brandenburgischen Viertel an den Abwasserkanälen gearbeitet. Zunächst wurden die Abwasserrohre mittels spezieller Kameratechnik »befahren«, durch die Defekte und andere Mängel festgestellt werden konnten. Anschließend wurden festgestellte Verstopfungen mittels Spülungen beseitigt.

An manchen Stellen mußte auch der Bagger in Aktion treten, damit das Schmutzwasser wieder ungestört abfließen kann. Größere Schanzarbeiten sind an der Einmündung der Prenzlauer Straße in die Priegnitzer Straße notwendig. Hier ist die Zufahrt bereits seit etwa drei Monaten gesperrt. Nachdem hier zunächst der große Bagger geparkt wurde, wird dort seit mehreren Wochen fleißig gearbeitet.

Wann die Baustelle als »fertig« übergeben werden kann, hängt nun nicht zuletzt von der Witterung ab.

Anna Fröhlich – 6. Januar 2021

Siehe auch: »Schadhafter Gehweg repariert«




An der Einmündung der Frankfurter Allee zur Spechthausener Straße - einer städtebaulich markanten Stelle - machte man sich Gedanken. Für künftige Regenwasserrückhaltebecken, wie das für 2022 in der Neuruppiner Straße geplante, gibt es bislang keine Ideen, vom normalen »technischen Standard« irgendwie abzuweichen. Regenwasser bleibt im Kiez

Künftige Rückhaltebecken »technisch« statt naturnah

maxe. Im Zusammenhang mit der Erneuerung der Frankfurter Allee wird 2021 an der Einmündung zur Spechthausener Straße auch ein Regenrückhaltebecken entstehen. Das Regenwasser wird dann nicht mehr über den Drehnitzgraben in den Finowkanal abgeleitet. Es wird im Wohngebiet versickern.

Nach Hinweisen aus der Bevölkerung und einer Initiative der Fraktion Die PARTEI Alternative für Umwelt und Natur in der Eberswalder Stadtverordnetenversammlung soll das ursprünglich als »technisches Bauwerk« geplante Becken einen naturnaheren Charakter erhalten. Entstehen wird es abhängig vom Wetter im Rahmen der Arbeiten am zweiten Bauabschnitt der Frankfurter Allee zwischen Januar und April 2021.

Im Jahr 2022, informierte die Stadtverwaltung den Sprecherrat »Soziale Stadt« im Brandenburgischen Viertel soll im Bereich der Neuruppiner Straße ein weiteres Regenwasserversickerungsbecken entstehen. Eine ästhetisch ansprechende und naturnahe Gestaltung ist hier bislang nicht vorgesehen. Wenn es dabei bleibt, entsteht ein Becken, das ähnlich schlicht und einfach gestaltet wird, wie das an der Schönholzer Straße in Finow.

(4. Januar 2021)

Siehe auch:
»Regenentwässerung angepaßt«
»Warum nicht zur Landschaft passend?«




Eltern-Kind-Zentrum im Dietrich Bonhoeffer Haus:
Mit neuen Angeboten ins neue Jahr

maxe. Das Eltern-Kind-Zentrum (EKiZ) im Brandenburgischen Viertel ist im Jahr 2020 von der Kita »Arche Noah« in das Dietrich Bonhoeffer Haus umgezogen. Die Kita gewinnt dadurch Platz, um den Bedarf an Kitaplätzen besser zu decken. Aber auch für das Eltern-Kind-Zentrum ergeben sich Vorteile. So ist das EKiZ in der bisherigen Einliegerwohnung des Bonhoefferhauses nun im Kiez zentraler gelegen und dabei nach wie vor barrierefrei. Mit dem Standortwechsel erhoffen sich die Mitarbeiterinnen des EKiZ aber auch eine weitere Öffnung ins Quartier, um neue und mehr Familien zu erreichen und zu gewinnen.

Hilfreich ist dabei die 2020 erfolgte personelle Aufstockung. Durch eine Zuwendung der Stadt Eberswalde konnte die wöchentliche Arbeitszeit der Einrichtungsleiterin Tabea Westphal auf nun insgesamt 35 Stunden erhöht werden. Die Entwicklung zusätzlicher und weiterführender Angebote wurde dadurch möglich. In einigen Teilen sind sie bereits umgesetzt, in anderen Teilen mußten sie coronabedingt zunächst entfallen. Folgende neue pädagogische Angebote konnten entwickelt werden:

Jeweils dienstags in der Zeit von 15.30 bis 16.30 Uhr können Familien gemeinsam bei einem Familiennachmittag eine »zugewandte Zeit« verbringen. An jedem Mittwochnachmittag findet die »Zwergenmusik« statt, ein neues musisches Angebot für Kinder, mit dem die Kreativität sowie das Sprachverständnis und die Sprachkompetenz der Kinder gefördert werden soll. Ein Donnerstag im Monat steht den Familien für einen Spieleabend zur Verfügung. Um die Väter ganz gezielt in iherer Erziehungs- und Beziehungskompetenz zu fördern und zu stärken, finden viermal im Jahr an einem Sonnabend »Vater-Kind-Tage« statt.

»Ein wesentliches Anliegen bei der Entwicklung neuer pädagogischer Angebote für das Eltern-Kind-Zentrum war es«, sagt EKiZ-Leiterin Tabea Westphal, »den Nachmittagsbereich und die frühen Abendstunden abzudecken«. Dadurch soll es gelingen, weitere Zielgruppen zu erreichen, wie berufstätige Eltern beziehungsweise Elternteile.

Weitere pädagogische Angebote sind zudem noch das Elternfrühstück, Familienbildungsfahrten, die sogenannte Kreativzeit und Krabbelgruppen für die Kleinsten. Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit des EKiZ sind Beratungen, die etwa ein Drittel der Zeit in Anspruch nehmen. Zu den Themen zählen unter anderem gesunde Ernährung, Erziehungstips, Umgangsfragen sowie Fragen zur kindlichen Entwicklung. Auch die Vermittlung zu weiterführenden Beratungsangeboten und anderen hilfeleistenden sozialen Einrichtungen gehört dazu.

Über das Programm »Teilhabe am Arbeitsmarkt« erhält Tabea Westphal seit 2020 zunächst für zwei Jahre Unterstützung durch Frau Otto. Sie unterstützt logistisch, organisatorisch, übernimmt Vor- und Nachbereitungen von Angeboten sowie Veranstaltungen und ist zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des EKiZ, zum Beispiel über soziale Netzwerke.

(2. Januar 2021)

Siehe auch:
»Offene Kommunikationskultur«


Eltern-Kind-Zentrum im Dietrich-Bonhoeffer-Haus · Potsdamer Allee 35 · 16227 Eberswalde
Tel: 0176 50484461 · eMail: info(at)ekz-ewbbv.de




Brandstiftungen im Kiez:
Verdächtige ermittelt

maxe. Dank intensiver polizeilicher Maßnahmen und kriminalpolizeilicher Ermittlungen konnte die Barnimer Polizei Tatverdächtige für die drei weihnachtlichen und nachweihnachtlichen Brandstiftungen im Kiez ermitteln. Dies erfuhr die lokale Tageszeitung auf Nachfrage vom Leiter der Pressestelle bei der Polizeidirektion Ost Ingo Heese.

Demnach ist eine 37 Jahre alte Frau aus Berlin dringend tatverdächtig, in den frühen Morgenstunden des 24. Dezember im Hausaufgang Zum Schwärzesee 47 einen Kinderwagen und einen Kinderbuggy in Brand gesetzt zu haben. Zur Tatzeit befanden sich 19 Menschen in dem Haus. Zwei Bewohner mußten wegen Rauchgasvergiftung im Krankenhaus behandelt werden. Im Treppenaufgang entstand ein Sachschaden in fünfstelliger Höhe. Die alkoholisierte Frau konnte noch in der Nähe des Brandortes aufgegriffen werden. Bei der Befragung verstrickte sie sich in Widersprüche und bei einer Durchsuchung stellten die Beamten mögliche Tatmittel fest. Es stellte sich heraus, daß die Frau einen persönlichen Bezug zum Brandort hat und daß sie bereits früher ähnliche Straftaten verübt haben könnte. Der vom Haftrichter in Bad Freienwalde ausgestellte Haftbefehl wurde inzwischen außer Vollzug gesetzt, weil die Frau einen festen Wohnsitz habe. Wie es heißt, dauern die Ermittlungen in dem Fall an.

Auch zu dem Brandanschlag in der Wittstocker Straße, dem zwei PKW mit polnischem Kennzeichen zum Opfer fielen, ermittelte die Polizei inzwischen einen Verdächtigen. Nach Zeugenaussagen sowie dem Einsatz eines Fährtenhundes und eines Polizeihubschraubers konnte noch in der Tatnacht im Brandenburgischen Viertel ein 41jähriger Barnimer vorläufig festgenommen werden.
Die Kriminalpolizei prüft inzwischen, ob der 41jährige auch für die Brandstiftung vom 25. Dezember auf dem Hof des AWO-Heimes in der Beeskower Straße verantwortlich ist. In allen Fällen wurde offenbar mit Brandbeschleuniger hantiert, der jeweils auf einem Vorderrad entzündet wurde.

Einen anderen Fall von Ruhestörung und Sachbeschädigung ging die Polizei am 2. Weihnachtsfeiertag nach. Zeugen hatten die Polizei am 26. Dezember gegen 0.30 Uhr über randalierende Personen in der Gubener Straße informiert. Daraufhin konnten die Polizeibeamten vier Personen in der Nähe stellen. Trotz der Aufforderung stehenzubleiben, versuchte einer der Männer zu entkommen. »Beim Ergreifen des 20-Jährigen holte der zum Schlag gegen die Beamten aus«, heißt es in der Pressemeldung der Polizeidirektion Ost. »Er konnte überwältigt werden, wobei sich ein Polizeibeamter Verletzungen zuzog.« Nach ersten Erkenntnissen sollen die 20 bis 40-jährigen Männer mehrere Rollos von Fenstern im Erdgeschoß sowie eine Hauseingangstür des Hauses in der Gubener Straße beschädigt haben. Der Sachschaden betrage etwa 1.500 Euro.

(2. Januar 2021)

Siehe auch: »Feuer statt Feuerwerk«




Neue Serie von Brandstiftungen im Kiez:
Feuer statt Feuerwerk

maxe. Feuerwerk und Böller zum Jahreswechsel sind im Brandenburgischen Viertel nicht verboten. Dennoch dürfte es zu diesem Jahreswechsel wegen des Verkaufsverbots von Feuerwerkartikeln deutlich ruhiger werden. Für Unruhe im Viertel sorgten indes in den vergangenen Tagen Brandstifter, die ihre eigenen »Feuerwerke« veranstalteten.

Nachdem bereits am 24. Dezember in einem Hausflur in der Straße Zum Schwärzesee ein Kinderwagen angezündet wurde, brannten in der Nacht zum zweiten Weihnachtsfeiertag zwei Transporter der Arbeiterwohlfahrt (AWO) auf dem Hof des Seniorenheims an der Beeskower Straße. Und am späten Abend des 29. Dezember mußte die Eberswalder Feuerwehr schon wieder ins Brandenburgische Viertel ausrücken. Diesmal standen in der Wittstocker Straße zwei Autos in Flammen. Wie es heißt, ermittelt die Kriminalpolizei in allen Fällen wegen Brandstiftung.

Seit Jahren kommt es im Viertel immer wieder zu Brandstiftungen. Mal sind es Mülltonnen, ein anderes Mal Autos oder Kinderwagen, die dem oder den »Feuerteufeln« zum Opfer fallen. Auch in Kellern wurde gezündelt – mit erheblichen Gefahren für die Hausbewohner.

Das hatte den fraktionslosen Stadtverordneten aus dem Kiez Carsten Zinn veranlaßt, bereits zur Stadtverordnetenversammlung am 29. Oktober nach dem Stand der Ermittlungen zu fragen. Die Gelegenheit bot sich, weil an diesem Tag der Leiter der Polizeiinspektion Barnim Jens Starigk den Stadtverordneten Bericht erstattete.

»Derzeit gibt es noch keinen verurteilten Straftäter im Zusammenhang mit der Brandserie im Brandenburgischen Viertel«, informierte Starigk. Je weiter die Ermittlungen voranschritten, war aber eine »Beruhigung im Straftatenaufkommen zu verzeichnen. Gemäß der Beweispflicht im deutschen Rechtssystem reicht ein bloßer Verdacht für eine Verurteilung nicht aus.« Aber die Ermittlungen waren dem Täter so nahe gekommen, »daß erstmal Ruhe in dieses Thema eingekehrt ist«. Zumindest bis Weihnachten.

Carsten Zinn vermutet zumindest bei dem Fall des brennenden Kinderwagens, daß da ein Beziehungskonflikt mittels Brandstiftung ausgetragen wurde. Die Fahrzeugbrände indes würden eher darauf hindeuten, daß der oder die Brandteufel, die seit Jahren hier ihr Unwesen treiben, wieder aktiv geworden sind. »Man bekommt immer mehr den Eindruck«, so der Stadtverordnete, »daß die Kriminalistinnen und Kriminalisten der Polizeiinspektion Barnim scheinbar personell und organisatorisch überfordert sind, die Brandteufel endlich zu ermitteln, dingfest zu machen und dem Richter zu übergeben, der dafür sorgt, sie für einen angemessenen Zeitraum dem öffentlichen Raum zu entziehen.«

Der Leiter der Polizeiinspektion hatte indes darauf verwiesen, daß es zeitgleich zur Brandserie im Brandenburgischen Viertel auch drei große Brandserien im Niederbarnim gab. Dort hatte die Polizei ebenfalls mit sehr viel Energie versucht, diese aufzuklären. Im Ergebnis konnten mehrere Tatverdächtige ermittelt werden, deren Verfahren noch laufen. Zugleich machte Starigk aber auch deutlich, »daß eine Komplettüberwachung des Brandenburgischen Viertels, wie sie von vielen gewünscht wird, aufgrund der Größe und auch der Rechte der Einwohnerinnen und Einwohner nicht möglich ist«.

(30. Dezember 2020)




Auf dem Areal südöstlich der Spechthausener Kreuzung sollen neue Gewerbe- und Wohngebäude mit bis zu 80 Wohnungen entstehen. (Karte aus dem Bericht zur Städtebaulichen Machbarkeitsstudie für die Grundstücke Eberswalder Straße Ecke Spechthausener Straße in Eberswalde)

Vor den Toren des Brandenburgischen Viertels:
Ein neues Zentrum für Eberswalde

maxe. Im Dezember haben die Eberswalder Stadtverordneten mehrheitlich beschlossen, den Bebauungsplan Nr. 527 »Finowtal« aufzustellen. Der Bebauungsplan befaßt sich mit dem etwa anderthalb Hektar großen Gelände südlich der Eberswalder Straße zwischen dem Toom-Baumarkt und der Spechthausener Straße einschließlich des ehemaligen Friedhofs Eisenspalterei. Auch das Bethaus neben dem Friedhof ist einbezogen. Nach eigenen Aussagen des Bauträgers konnte er das Grundstück allerdings noch nicht wie beabsichtigt erwerben.

Bei dem Bauträger handelt es sich um die IZ GmbH & Co. KG mit Sitz in der Coppistr. 3 in Eberswalde. Die IZ arbeitet eng mit der Anevix Union GmbH aus der Drehnitzstraße zusammen. Aktuelle Projekte in Eberswalde sind das einstige Bahnhofshotel, ein Doppelhaus am Finowkanal, vier Doppelhäuser in Finow (am Ortsausgang Richtung Finowfurt) und ein Mehrfamilienhaus in der Spechthausener Straße (ehemaliger Lindenhof).

Bereits 2007 hatte die Stadtverordnetenversammlung die Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Areal südöstlich der Spechthausener Kreuzung beschlossen. Damals sollten »weitere städtebaulich unerwünschte Ansiedlungen von Discountern im Kreuzungsbereich ausgeschlossen werden und eine Lenkung dieser in das EKZ Heidewald unterstützt werden«. Nun gilt eine »geänderte Zielsetzung«, die mit der Stadtverwaltung abgestimmt wurde.

Von einer »Lenkung« beabsichtigter Gewerbeansiedlungen in das EKZ Heidewald ist keine Rede mehr. Vielmehr sollen »Wohnen und Arbeiten am Standort Eisenspalterei gestärkt werden. Generelle Ziele der Stadtentwicklung Eberswalde wie die Stärkung der Erwerbsgrundlage, die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum sowie eine auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit ausgerichtete Entwicklung wurden in die Standortentwicklung integriert.«

Laut der städtebaulichen Machbarkeitsstudie, die am 1. Dezember im Ausschuß für Stadtentwicklung, Wohnen und Umwelt präsentiert wurde, beabsichtigt die IZ GmbH & Co. KG eine Neubebauung für Büro-, Service- und Dienstleistungsnutzungen (Gewerbe), vielleicht auch mit einem Hotel und einer integrierten Kindertagesstätte sowie für Wohnungen.

Der Gewerbeteil soll in zusammenhängender viergeschossigen Blockrandbebauung an der Eberswalder Straße zwischen dem alten Friedhof und der Kreuzung sowie in etwa gleicher Länge von der Kreuzung entlang der Spechthausener Straße entstehen. Dem soll sich, baulich mit dem Gewerbeteil verbunden, ein Mehrfamilienhaus anschließen. Weitere Wohnhäuser sind im hinteren Bereich des Grundstückes vorgesehen. Die Studie schlägt in einer Variante 80 Wohnungen mit Flächen zwischen 41 und 108 Quadratmetern vor. Eine zweite Variante beschränkt den Mietwohnungsbau auf den vorderen Bereich mit insgesamt 32 Wohnungen. Im hinteren Bereich wäre dann Platz für 19 »Townhäuser« (Reihenhäuser) mit Wohnflächen zwischen 181 und 214 Quadratmetern.

Letzteres könnten sich sicherlich nur Menschen mit höherem Einkommen leisten. Für die Linksfraktion ist die Mietpreisentwicklung bei Neuvermietungen in Eberswalde »besorgniserregend«. Daher setzte sie eine Änderung des Aufstellungsbeschlusses durch. Als Ziel wird nun festgeschrieben, daß für 25 Prozent des Gesamtwohnbestandes geförderter sozialer Wohnraum vorzusehen ist. Davon abgesehen begrüßen die Linken »die Entwicklung des Geländes und die grundsätzlichen Planungen«.

Nach diesen »grundsätzlichen Planungen« wird sich die bisherige Ansammlung von Lebensmittel- und Fachmärkten sowie Kfz-Werkstätten in profanen Zweckbauten mit zugehörigen Parkplätzen zu einem neuen Zentrumsbereich in Eberswalde entwickeln.

Wie sich dies auf die bisherigen Zentren (Innenstadt, Finow und Brandenburgisches Viertel) auswirken wird, ist in der Machbarkeitsstudie nicht untersucht worden. Nachteilig dürfte das neue Zentrum vor allem für das Brandenburgische Viertel und hier insbesondere für das Einkaufszentrum »Heidewald« wirken, das dann möglicherweise bald billig zu haben ist.
Im Viertel selbst hat zuletzt der Neubau eines Sanitätshauses mit zwei Arztpraxen zur weiteren Angebotsdezentralisierung innerhalb des Ortsteils beigetragen, was dem seit zwanzig Jahren faktisch verfolgten städtebaulichen Prinzip entspricht.

Die Stadtverwaltung wurde von den Stadtverordneten beauftragt, »die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit« zu gewährleisten. Zu diesem Zweck soll der Bebauungsplan öffentlich ausgelegt werden. Dabei soll auch bekannt gemacht werden, daß der Bebauungsplan »im beschleunigten Verfahrung ohne Durchführung einer Umweltprüfung aufgestellt werden soll«.

(27. Dezember 2020)




Frostiger Blick über die Brachflächen südlich der Brandenburger Allee auf den Abriß-Block der Wohnungsgenossenschaft in der Brandenburger Allee 15-21 (rechts). Eine Neugestaltung des Bereichs soll den »Stadtteileingang West« künftig aufwerten.

Beteiligungsverfahren auf Einladung:
Den Kiezeingang West gestalten

Bereits seit Jahren wird die nach 1990 entstandene Situation an den Eingangsbereichen ins Brandenburgische Viertel im Westen wie im Osten als »städtebaulicher Mißstand« bewertet. Durch die neuen Förderstrukturen für den Stadtumbau können künftig dafür Fördermittel akquiriert werden. Dadurch gerieten diese Mißstände nun auch in den Fokus konkreter Planungen der Stadtverwaltung.

Im Zusammenhang mit der Sanierung der Frankfurter Allee wird ab Januar, sobald es das Wetter zuläßt der östliche Eingang des Brandenburgischen Viertel – also die Einmündung der Frankfurter Allee in die Spechthausener Straße neu gestaltet. Dabei wird inbesondere das geplante Regenwasserversickerungsbecken als neues gestalterisches Element ins Auge fallen (siehe »Regenentwässerung angepaßt«).

Der anschließende Bereich – von der »Specht«-Ruine abgesehen – hat bereits mit dem neuen Sanitätshaus eine gewisse Aufwertung erfahren. Allerdings zum Nachteil der Auslastung des Stadtteilzentrums am Potsdamer Platz und nicht zuletzt wegen fehlender Forderung und Förderung auf architektonisch-gestalterischem Minimalniveau.

Am westlichen Zugang zum Brandenburgischen Viertel, also für den Bereich an der Brandenburgischen Allee zwischen Schwärzesee- und Lehnitzseestraße, ist ab kommendem Jahr ähnliches geplant. Ein Planungsbüro ist bereits mit der Ideenfindung beauftragt und eigentlich sollte es schon 2020 ein erstes Beteiligungsverfahren für die Einwohnerinnen und Einwohner des Kiezes geben. Das konnte wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie nicht stattfinden.

Nun soll im Rahmen des Beteiligungsverfahren »Stadtteileingang West« im I. Quartal ein Workshop stattfinden, allerdings nur eingeschränkt auf 30 Personen, die speziell eingeladen werden. Interessenten können sich an das Quartiersmanagement oder direkt an das Eberswalder Baudezernat wenden.

Ob der Termin wie geplant im Januar stattfinden kann, hängt vor allem davon ab, wie sich die Ausbreitung des Covid-19-Virus nach den aktuell verschärften Kontaktsperren weiterentwickelt – ist also ungewiß.

Am westlichen Kiezeingang dominieren nach den Wohnungsabrissen der vergangenen Jahre südlich der Brandenburger Allee vor allem Brachflächen das Bild. Die Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 eG will für die Erweiterung der Brachen – trotz der Proteste gegen weiteren Abriß von Wohnungen – einen weiteren Beitrag leisten und auch den nördlichen Teil bis zur Lehnitzseestraße, soweit in ihrem Besitz, in eine Abrißbrache umwandeln. Wie östlich der Lehnitzseestraße bereits geschehen.

Zu dem städtebaulichen Desaster hatte zuvor schon die Stadt Eberswalde beigetragen, indem sie die beiden Schulgebäude südlich der Brandenburger Allee (Albert-Einstein-Schule und die alte Schwärzeseeschule) unmittelbar nach Schließung bzw. Umzug abreißen ließ. Auf dieser Fläche soll nun, sozusagen als erster Akt der Wiederaufwertung des Stadtteileingangs West, der Neubau eines Hortes entstehen (siehe »Wettbewerb für Hortneubau«).

Auf der bislang als wilder Parkplatz genutzten Freifläche südlich des aktuellen Abrißblocks und nördlich der ehemaligen Kaufhalle wird nach aktuellen Überlegungen im Rahmen eines Kunstprojekts ein Wasserspielplatz entstehen. Daneben könnte auf dem Grundstück zwischen Havelland- und Schwärzeseestraße ein neues Ärztehaus gebaut werden, in das dann auch der jetzt noch im beanchbarten Genossenschafts-Abrißblock in der Brandenburger Allee 15-21 praktizierende Zahnarzt einziehen könnte.

Daß es zum Abriß des Wohnblocks keine genossenschaftsinterne Alternative gibt, hatte die Genossenschaftsgeschäftsführung zuletzt im Frühsommer nachdrücklich gegenüber anfragenden Kaufinteressenten klar gemacht. In der virtuellen Sprecherratssitzung am 19. November erläuterte die Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit der Genossenschaft Claudia Riethbaum die Gründe. Das Sprecherratsmitglied Frank Neumann hatte zuvor sein Bedauern zu den Abrissen von Wohnungen geäußert. »Wir nennen es nicht Abriß, sondern Rückbau«, stellte sie klar. Die Zusagen zum »Rückbau« von drei Wohnblöcken sei notwendig gewesen, »damit uns Banken überhaupt angucken«.

Zwei Wohnhäuser in der Cottbuser Straße und in der Brandenburger Allee sind bereits »zurückgebaut«. Der »Rückbau« der Brandenburger Allee 15-21, so die Genossenschaftsmitarbeiterin, soll im Herbst 2021 erfolgen.

Mitarbeiter des städtischen Stadtentwicklungsamtes reden unverblümt von den städtebaulichen Chancen, die sich durch den Abriß und die dadurch entstandenen und entstehenden Brachflächen ergeben.

Sowohl Abriß als auch Neubau generiert zusätzliches Bruttosozialprodukt und sorgt damit für den notwendigen Aufschwung – und für teurere Mieten.
Diese Chancen sollen unter anderem bei der Gestaltung des »Stadtteileingangs West« umgesetzt werden.

Nicht zuletzt deshalb ist bei den jetzt angelaufenen Planungen eine möglichst breite Beteiligung der Einwohnerinnen und Einwohner notwendig.

Die Einschränkungen wegen der Pandemiebekämpfung erschweren das, soweit bisherige Beteiligungsformate beibehalten werden. Es entstehen aber zugleich Chancen für eine erweiterte Bürgerbeteiligung, wenn auf Streams, Chats und andere Onlinebeteiligungsmöglichkeiten zurückgegriffen wird. Wichtig für eine Beteiligung ist vor allem eine größtmögliche Transparenz in der Diskussion. Wer sich beteiligen will muß schließlich wissen, woran sie oder er sich beteiligt und was zu befürworten oder zu kritisieren ist.

Man darf gespannt sein, wie sich das »Beteiligungsverfahren Stadtteileingang West« entwickelt und inwieweit dabei tatsächlich die Interessen und Wünsche der Kiez-Bewohner Berücksichtigung finden.

Gerd Markmann – 25. Dezember 2020

Siehe auch:
»Regenentwässerung angepaßt« und
»Wettbewerb für Hortneubau«




Die Mitarbeiterinnen des externen und internen Quartiersmanagements (v.l.n.r.): Ute Truttmann (bis Ende 2020), Julia Hantke (ab 2021 im Team), Julia Klemm und Katharina Zielke (v.l.n.r.), die Mitarbeiterinnen des externen und internen Quartiersmanagements können kurz vor Jahresende verkünden, daß der lange geplante Internetauftritt des Quartiersmanagements nun online ist.

Quartiersmanagement »Soziale Stadt«:
QM-Internetseite ist online

maxe. Der lange angekündigte Internetauftritt des Quartiersmanagements »Soziale Stadt« im Brandenburgischen Viertel ist rechtzeitig vor dem Jahreswechsel freigeschalten worden (www.meinbrandenburgischesviertel.de).

»Dort findet ihr aktuelle Informationen über das Brandenburgische Viertel und unsere und Ihre Aktionen und Projekte«, informieren Ute Truttmann, Julia Klemm und Katharina Zielke. »Auch gibt es Informationen über das Viertel, das Programm der Sozialen Stadt/des Sozialen Zusammenhalts und den Sprecherrat.
Mit dieser schönen Nachricht wünschen wir Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit, einen guten Rutsch ins neue Jahr.«

Die drei Quartiersmanagerinnen bedanken sich bei den Akteuren im Kiez »für die tolle Zusammenarbeit in einem so besonderen und herausfordernden Jahr 2020«.

(20. Dezember 2020)

Siehe auch: »Neues Quartiersmanagement«


Quartiersmanagement Brandenburgisches Viertel · Kontaktbüro Soziale Stadt
Sprechzeiten: dienstags 12 - 15 Uhr, mittwochs 15 - 18 Uhr, donnerstags 10 - 13 Uhr
Bürgerzentrum · Schorfheidestraße 13 · 16227 Eberswalde
Telefon: 03334 818245 (Di, Mi, Do) oder 030 44363691 (Mo & Fr) oder 0176 95498220
eMail: oder Internet: www.meinbrandenburgischesviertel.de · Facebook: @qm.brandenburgisches.viertel




Die Mitarbeiterinnen des externen und internen Quartiersmanagements (v.l.n.r.): Ute Truttmann verläßt Ende des Jahres den Kiez, an ihrer Stelle verstärkt Julia Hantke das externe QM, Julia Klemm fungiert ab Januar 2021 als QM-Projektkoordinatorin, mit Katharina Zielke ist seit Anfang Oktober die Stelle der stadtinternen Quartiersmanagerin besetzt. Neues Quartiersmanagement

maxe. Das Quartiersmanagement (QM) im Brandenburgischen Viertel verändert sich. Die bisherige Koordinatorin Ute Truttmann von der S.T.E.R.N. GmbH verläßt zum Ende des Jahres den Kiez und auch ihre Firma und wechselt in die Berliner Senatsverwaltung, Fachbereich Schulentwicklung.

Die Projektleitung in Eberswalde übernimmt künftig ihre Kollegin Julia Klemm. Neu im Team ist die studierte Stadt- und Regionalplanerin Julia Hantke, die erste Erfahrungen als Quartiersmanagerin im Gropiusquartier in Berlin sammelte. Die beiden werden auch im neuen Jahr regelmäßig am Dienstag und am Donnerstag im Kiez sein und darüber hinaus nach Vereinbarung.

Seit Oktober ist auch die Stelle des internen QM in der Eberswalder Stadtverwaltung wieder besetzt. Katharina Zielke ist wochentäglich im Büro »Soziale Stadt« im Bürgerzentrum in der Schorfheidestraße 13 erreichbar. Eine Aufgabentrennung zwischen internem und externen QM gibt es nicht. Julia Klemm verspricht sich aber künftig durch Katharina Zielke eine deutliche Verbesserung des Informationsflusses zwischen externem QM und Stadtverwaltung.

Im »Soziale Stadt«-Büro wird künftig auch wieder die städtische Integrationsbauftragte Jenny Hartwig ihren Sitz haben. Dies sei, so die einhellige Meinung der Quartiersmanagerinnen, eine gute Bereicherung für die Arbeit im Kiez.

»Das Quartiersmanagement-Team«, heißt es in dem aktuellen Flyer des QM, »setzt sich gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern für ein lebenswertes Brandenburgisches Viertel ein. Wir sind Ansprechpartnerinnen vor Ort für Bewohner, Vereine, Einrichtungen und Freiwillige im Viertel.«

Als Aufgaben werden hier insbesondere die Stärkung der Nachbarschaft genannt. Dabei gibt es Unterstützung, Beratung und die Vernetzung von Bewohnern, Akteuren, Initiativen, Vereinen, Einrichtungen und Projektideen sowie finanzielle Unterstützung. Zu den Aufgaben des QM gehört zu dem die Öffentlichkeitsarbeit im und für das Viertel. Derzeit entsteht hierfür ein eigener Internetauftritt.

(30. November 2020, Update am 8. Januar 2021)


Quartiersmanagement Brandenburgisches Viertel · Kontaktbüro Soziale Stadt
Sprechzeiten: dienstags 12 - 15 Uhr, mittwochs 15 - 18 Uhr, donnerstags 10 - 13 Uhr
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In einigen Bereichen des Viertels kann die MAXE-Seite im Freien per freiem Internetzugang gelesen werden. Entsprechende öffentliche WLAN-Hotspots werden durch die Stadt Eberswalde am Potsdamer Platz und am »Club am Wald« angeboten. Öffentliches Internet im Kiez

Im November 2017 hatten die Eberswalder Stadtverordneten die Installation öffentlicher WLAN-Hotspots im Stadtgebiet beschlossen. Für das Brandenburgische Viertel war so ein öffentlicher Internetzugang im Bereich des Potsdamer Platzes vorgesehen. Später kam der »Club am Wald« als zweiter geplanter Standort im Kiez dazu.

Anfang Oktober informierte der Eberswalder Verwaltungsdezernent Maik Behrendt im Ausschuß für Wirtschaft und Finanzen, daß beide Standorte im vierten Quartal 2019 mit jeweils einem Access Point (AP) realisiert wurden.

Bereits 2018 waren WLAN-Hotspots auf dem Marktplatz (1 AP) und im Bürgerbildungszentrum »Amadeu Antonio« (6 AP) installiert worden. Im zweiten Quartal 2019 wurde zudem begonnen, den Tierpark mit WLAN zu versorgen (bisher 7 AP). Ziel ist eine »flächendeckende Ausleuchtung«, wozu im Tierparkgelände noch weitere 5 bis 7 AP realisiert werden müssen. Ebenfalls bereits realisiert sind 3 AP zur Internetversorgung im Familiengarten (I. Quartal 2020). In Verantwortung der Stadt soll dann noch ein weiterer WLAN-Hotspot für den Bahnhofsvorplatz installiert werden. Realisiert werden soll dieser Zugang im Zusammenhang mit dem Bau des Fahrradparkhauses.

Alles zusammen kostet für die Hardware einschließlich der Installation knapp 28.000 Euro, von denen 15.000 Euro mittels der EU-Förderung »WiFi4EU« finanziert wird, so daß knapp nur 12.000 Euro aus dem städtischen Haushalt bereitgestellt werden müssen. Hinzu kommen jährliche Kosten von 10.000 Euro für Datenleitung, Verwaltung und Service, die von der Stadt zu tragen sind.

Weitere freie Internetzugänge (17 AP) wird es in Regie des Landes Brandenburg im Rahmen der Initiative »1.500 Hotspots für BB« geben, allerdings keine davon im Brandenburgischen Viertel.

»Bürgerfreifunk« als Alternative

In der gleichen Sitzung des Wirtschafts- und Finanzausschusses nutzte Martin Knopp aus dem Brandenburgischen Viertel die Einwohnerfragestunde, um für eine weitere Möglichkeit zu werben, einen möglichst flächendeckenden freien Internetzugang in der Stadt zu erreichen. Möglich sei das mit dem sogenannten »Bürgerfreifunk«.

Für viele Einwohner gehört der Internetzugang inzwischen zur häuslichen Standardausstattung, oft als Flatrate, deren Kapazität eher selten tatsächlich ausgeschöpft wird. Mittels »Bürgerfreifunk« wäre es möglich, diese freien Kapazitäten auch anderen zugänglich zu machen.

Martin Knopp schlägt vor, daß jeder Einwohner, der sich dazu bereit erklärt, ein bestimmtes Budget und einen zusätzlichen WLAN-Router erhält, um damit seinen eigenen Internetanschluß mit de Öffentlichkeit zu teilen. Durch den zusätzlichen Router ist das Freifunknetz absolut getrennt vom privatenNetz des Anschlußeigentümers. Das sei kostengünstiger als große WLAN-Hotspots an speziellen Punkten in der Stadt aufzubauen. Mit dem »Bürgerfreifunk« könne ein über die ganze Stadt verteiltes großes öffentliches WLAN-Netz aufgebaut werden.

Lisa Rothe – 28. November 2020




Nicht alle Verkehrsteilnehmer halten sich in der Potsdamer Allee an die dort vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h.

Forderung für die Potsdamer Allee:
Barrieren gegen Raserei

Am 10. November berichtete MAXE über eine Anfrage des fraktionslosen Stadtverordneten Carsten Zinn zu einem Zebrastreifen in der Potsdamer Allee.

Dazu muß ich anmerken, daß es der Fraktion Die PARTEI Alternative für Umwelt und Natur bei dem im Herbst 2019 eingereichten Vorschlag um eine generelle Verkehrsberuhigung in der Potsdamer Allee ging, nicht bloß um einen sicheren Übergang, wie das jetzt von Herrn Zinn aufgegriffen wurde.

Wir brauchen in dieser Straße eine generelle Verkehrsberuhigung zumindest auf der gesamten Länge des Spielplatzes.

Um eine effektive Art der Verkehrsberuhigung zu gewährleisten, reicht kein Schild mit der Aufschrift »Spielstraße« oder einer Geschwindigkeitsbegrenzung, sondern es bedarf des Einbaus von Bremsschwellen, die Autofahrer dazu nötigen, langsamer zu fahren.

Wir sehen es an der Straße zwischen dem Potsdamer Platz und dem Einkaufszentrum Heidewald, daß Verbotsschilder faktisch wirkungslos sind. Diese Straße ist für den privaten Autoverkehr gesperrt. Also fahren diejenigen, die sich nicht daran halten wollen, einfach mal mit 80 Sachen durch, damit sie schnell wieder woanders sind, wo das Fahren wieder erlaubt ist.

Solches Fahrverhalten gefährdet Fußgänger, Hunde, Katzen und vor allem spielende Kinder.

Notwendig sind Maßnahmen, die so ein schnelles Fahren verhindern.

Peggy Siegemund – 26. November 2020

Siehe auch:
»Gefahrloser Übergang gefordert«




Wettbewerb für Hortneubau

maxe. Am 10. November fand in der Stadthalle im Familiengarten Eberswalde die Preisverleihung des Wettbewerbes des Neubaus für das Hortgebäude und die Neugestaltung der Außenanlagen in der Kyritzer Straße statt. Statt der geplanten öffentlichen Feier fand die Veranstaltung im kleinen Kreis statt. Eingeladen waren die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, Wohnen und Umwelt, der im Anschluß an gleicher Stelle tagte, sowie Vertreter der Presse, der Jury und die Preisträger.

Das Preisgericht hatte am 27. Oktober in fast zwölfstündiger Sitzung den Sieger des Wettbewerbs bestimmt. Insgesamt gab es 15 Wettbewerbsbeiträge.

»Es gab eine ganze Anzahl von ambitionierten und überzeugenden Vorschlägen, was zeigt, wie gut es ist, sich eines solchen Themas über das Format des Wettbewerbs zu nähern«, so Baudezernentin Anne Fellner. Die eingereichten Wettbewerbsbeiträge bestanden jeweils aus Vorschlägen für den Bau des Hortgebäudes sowie den dazugehörigen Außenanlagen, so daß die Einreichungen aus gemeinsamen Vorschlägen von Architekturbüros mit Landschaftsplanern bestanden.

Im Ergebnis gewann das Projekt nach dem Entwurf der Numrich Albrecht Klumpp Gesellschaft von Architekten mbH aus Berlin in Zusammenarbeit mit der KuBuS Freiraumplanung GmbH & Co. KG den ersten Preis.

»Mit dem Wettbewerbsbeitrag wurde eine herausragende Lösung präsentiert, die zu einer deutlichen Aufwertung des Stadtraumes beiträgt und eine dem Nutzungsziel Hort besonders gerecht werdende und gestalterisch prägende Planung präsentiert«, so Prof. Heinz Nagler, Leiter der Jury des Wettbewerbs. Nun schließlich steht ein Verhandlungsverfahren mit den drei Preisträgern an, welches noch in diesem Jahr abgeschlossen werden soll. Die drei bestplatzierten Architekturbüros/ Bieter müssen dafür Angebote abgeben und weiterführender Unterlagen einreichen. Ziel ist es, den neuen Hort mit seinen Freiflächen bereits im Jahr 2022 zu beziehen. Der Wettbewerb war ein Teil des Vergabefahrens für das Projekt.

Den zweiten Preis belegte die AV1 Architekten GmbH in Kooperation mit METTLER Landschaftsarchitektur. Dieser, ebenfalls aus Berlin stammende Vorschlag, konnte durch eine klare städtebauliche Setzung und städtebauliche Eleganz punkten. Den dritten Platz belegten die KA Keller Architekten aus Cottbus, mit einem gemeinsamen Vorschlag mit der LOCODROM Landschaftsarchitekten GbR, der vor allem in den Bereichen Funktionalität und klarer Gestaltung. Darüber hinaus wurde die Einreichung von PETZI+PETZI Architekten PartGmbB aus Oranienburg in Zusammenarbeit mit der Henningsen Landschaftsarchitekten GmbH anerkennend erwähnt, welches sich durch eine geschickte räumliche Gliederung sowie durch Variabilität auszeichnete.

Mit der Auslobung des Wettbewerbs, welcher im Juni 2020 europaweit ausgeschrieben wurde, hat die Stadt Eberswalde auf die schnelle Umsetzung gedrängt, denn der Bedarf an Hortplätzen ist im Brandenburgischen Viertel groß. Die Bauausführung wird in Holzmodulbauweise erfolgen, was einerseits auf die Eberswalder Holzbauoffensive abzielt und andererseits durch standardisierte, vorgefertigte Abläufe zu einer Zeitersparnis führt.

Eine Aufzeichnung der Preisverleihung sowie eine digitale Ausstellungsschau wird ab Donnerstag, dem 12. November 2020, auf der Homepage der Stadt Eberswalde (www.eberswalde.de) zur Verfügung stehen. »Dies ersetzt dann leider auch die Ausstellung«, so Anne Fellner, »die wir sehr gerne im Dietrich-Bonhoeffer-Haus im Brandenburgischen Viertel durchgeführt hätten. Dies ist uns aber unter den Maßgaben der verschärften Umgangsverordnung nicht möglich.«

(16. November 2020, ergänzt am 22. November 2020)


Eine Aufzeichnung der Preisverleihung kann hier angesehen werden.
Folgender Link führt zur Digitalen Ausstellungsschau.

Weitere Informationen hat die Stadtverwaltung als PDF bereitgestellt:





»Lastenrad im Selbstbau« war eine der Initiativen des Hebewerk e.V. im Vereinshaus der Eberswalder Wohnungsgenossenschaft in der Havellandstraße 15. Hebewerk e.V. bekommt 5.800 Euro

maxe. Der Verein Hebewerk, der seinen Sitz im Vereinshaus der Wohnungsgenossenschaft in der Havellandstraße 15 hat, bekommt eine Bundesförderung in Höhe von 5.805 Euro. Darüber informierte jetzt der Barnimer SPD-Bundestagsabgeordnete Stefan Zierke.

»Herzlichen Glückwunsch nach Eberswalde. Ich freue mich sehr, daß der Aufruf geholfen hat. Der Verein Hebewerk bekommt für seine Initiative 'Lebensmittel mit Lastenräder' zurecht einen schönen Zuschuß vom Bund. Im Rahmen der Corona-Sondermaßnahme 'Ehrenamt stärken. Versorgung sichern.' fördern wir ehrenamtliche Projekte im ländlichen Raum, die die nachbarschaftliche Lebensmittelversorgung sicherstellen«, lobt sich der Bundestagsabgeordnete.

»Gerade jetzt, wo wieder mehr Vorsicht, Abstand und Rücksicht geboten sind, ist es eine tolle Idee, die nachbarschaftliche Lebensmittelversorgung ökologisch mit dem Lastenrad zu stärken. Ehrenamtliches Engagement und der Zusammenhalt in der Nachbarschaft sind enorm wichtig. Daher freue ich mich, daß wir dieses Projekt finanziell unterstützen können. Ich wünsche den aktiven Leuten vor Ort alles Gute und spreche meinen Respekt und Dank aus«, so Zierke.

Mit dem Sonderprogramm leiste der Bund vor Ort konkrete Hilfe, um gut durch die Pandemie zu kommen. Hier werden diejenigen unterstützt, meint der Bundestagsabgeordnete, die sich der herausfordernden Situation stellen und sich im Ehrenamt dafür einsetzen, daß alle gut versorgt sind.

(15. November 2020)




Gehwegsanierung im Kiez

maxe. Kürzlich legte das Tiefbauamt der Eberswalder Stadtverwaltung die Prioritäten- und Maßnahmeliste zur Geh- und Radwegsanierung für die kommenden Jahre vor. Die Stadtverordneten erhalten diese Liste zur Information, haben darüber also nicht abzustimmen. Dies ist Sache der Verwaltung, der dafür als Beratungsorgan den sogenannten Runden Tisch Geh- und Radwegsanierung zur Verfügung steht, in der die Fraktionen in der Eberswalder Stadtverordnetenversammlung, die Ortsteilvertretungen sowie verschiedene Lobbyvereine (Senioren, Behindertenverbände, Fahrrad-Initiativen etc.) ihre Vertreter entsenden können.

Insgesamt 30 Baumaßnahmen zur Sanierung von Geh- und Radwegen sind für die Jahre 2021 bis 2023 aufgelistet. Von den 13 für 2021 vorgesehenen Projekten liegt keines im Brandenburgischen Viertel. Erst auf der Liste für 2022/23 findet sich mit Maßnahme 11 »Schorfheidestraße 6-24 (Kollektor)« ein Projekt, das einen Gehweg im Kiez betrifft. Die dafür geplanten 63.000 Euro entsprechen einem Anteil von 5,3 % an den 2021-23 für die Geh- und Radwegsanierung zur Verfügung stehenden Mittel. Allerdings kommen auch die Maßnahmen in der Prignitzer Straße zwischen Schwärzesee- und Ringstraße sowie in der Spechthausener Straße nördlich des ehemaligen Bahnübergangs der Erreichbarkeit des Brandenburgischen Viertels zugute. Hier sollen weitere 153.000 Euro investiert werden. Insgesamt wird also der Kiez durchaus entsprechend seiner Einwohnerzahl bei der Geh- und Radwegsanierung angemessen berücksichtigt.

Der im Viertel wohnende fraktionslose Stadtverordnete Carsten Zinn moniert indes die späte Aufnahme der Maßnahme in die Liste. Zumal die hohe Listenposition auf eine Realisierung erst im Jahr 2023 oder gar später hoffen lasse. Die Sanierung des Gehwegs in der Schorfheidestraße habe er bereits in seiner Amtszeit als Ortsvorsteher von 2008 bis 2014 gefordert. Und auch in der Einwohnerversammlung von 2019 habe dieser Dauerbrenner zu den Themen gehört, die von den Einwohnern hinterfragt wurden. Zinn bat daher die Tiefbauamtsleiterin Heike Köhler zu prüfen, »ob es nicht doch noch möglich ist, diese mehr als überfällige Sanierungsmaßnahme in das Kalender-und Haushaltsjahr 2021 vorzuziehen«. Vielleicht sei es auch kurzfristig möglich, gegebenenfalls anderweitig eingesparte finanzielle Mittel innerhalb des Baudezernates für eine vorfristige Sanierung dieses Gehwegabschnittes umzuschichten, wie es beispielsweise vor einigen Jahren in der Spreewaldstraße in Höhe der Bildungseinrichtung Buckow e.V. möglich war.

Wie die Baudezernentin inzwischen der MAXE-Redaktion auf Anfrage mitteilte, wurden und werden im Brandenburgischen Viertel aktuell folgende Maßnahmen entsprechend der vom Runden Tisch Geh- und Radwege vorgeschlagenen Prioritätenliste durchgeführt:

  • In den vergangenen Jahren Sanierung mehrere Teilabschnitte im Brandenburgischen Viertel
  • 2020 ein Teil des Gehweges in der Prignitzer Straße von Schwedter Straße bis Potsdamer Allee
  • 2021/2022 Teilstück Prignitzer Straße von Am Schwärzesee bis Ringstraße, Teilstück Spechthausener Straße, Teilstück Schorfheidestraße.

Diese Sanierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen werden ohne externe Förderung aus dem städtischen Haushalt finanziert.

Zusätzlich wird entsprechend dem vom Stadtentwicklungsamt erarbeiteten Wegenetzkonzept für den Kiez 2021/22 eine erste aus Fördermitteln finanzierte Maßnahme im Bereich Schorfheidestraße durchgeführt. Zur Zeit läuft die Planungsausschreibung.

Anne Fellner weist zudem auf weitere Maßnahmen hin, die im Brandenburgischen Viertel durchgeführt werden: die Erneuerung der Frankfurter Allee (2020/21) und die bereits realisierte Erneuerung der Potsdamer Allee im Bereich des Potsdamer Platzes.

(12. November 2020)

Siehe auch: hier




Potsdamer Allee verkehrsberuhigt. Inzwischen ist die Straße wieder für den Durchgangsverkehr freigegeben.

Potsdamer Allee:
Gefahrloser Übergang gefordert

maxe. Der fraktionslose Stadtverordnete Carsten Zinn hat jetzt die bereits vor einem Jahr im Rahmen der Haushaltsplanung 2021/22 vorgebrachte Forderung der Fraktion Die PARTEI Alternative für Umwelt und Natur nach einer Verkehrsberuhigung in der Potsdamer Allee aufgegriffen und eine »Anfrage zur Herrichtung eines Zebrastreifens zum gefahrlosen Übergang von Klein(st)Kindern auf das Gelände des Barnimparks ... in der Potsdamer Allee auf Höhe des Wohneingangs Nr. 57« an Tiefbauamtsleiterin Heike Köhler geschickt. Der Vorschlag von Die PARTEI Alternative für Umwelt und Natur war 2019 abgewiesen worden, weil die Stadtverordneten für verkehrsbehördliche Angelegenheiten nicht zuständig seien. Infolge der aktuellen Baumaßnahmen in der Frankfurter Allee gab es in diesem Jahr die geforderte Verkehrsberuhigung in der Potsdamer Allee zumindest zeitweise ganz nebenbei. Eine grundlegende Lösung des Problems jedoch steht nach wie vor aus. Der Barnim-Park ist eine »beliebte Freizeit- und Spielplatzanlage«, so Zinn. Auch er weist darauf hin, daß sich gegenüber dem Barnim-Park die Wohnverbünde für Geflüchtete des Landkreises und des Berufsbildungsvereins Eberswalde befinden, in denen auch Familien mit Kindern untergebracht sind, die rege den Spielplatz im Barnimpark nutzen und im Spiel häufig die Straße queren. Zinn vermißt auch eine Aussage dazu im Wege-Konzept für das Brandenburgische Viertel, das im Oktober von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurde.

(10. November 2020)




»Digitaler LearningSpace«

»Der Umbau des Lern- und Familienzentrums Spreewaldstraße der Bildungseinrichtung Buckow e.V. ist nun so gut wie abgeschlossen und der Umzug steht bevor«, informiert die Projektleiterin Angela Beier. In diesem Zentrum soll zur Förderung des sozialen Zusammenhalts und der sozialen Teilhabe ein offener Raum etabliert werden, »der generationsübergreifend für Familien mit Kindern aber auch ebenso für Senioren eine Plattform für Begegnung bietet«. Als Highlight will die Bildungseinrichtung einen für jedermann frei zugänglichen Digitalen LearningSpace installieren.

Um dieses Projekt umzusetzen, hat der Verein Bildungseinrichtung Buckow e.V. jetzt einen Förderantrag zur »Einrichtung eines Digitalen Learning Spaces« beim Sprecherrat Soziale Stadt im Brandenburgischen Viertel eingereicht. Für insgesamt 7000 Euro sollen bis zum Jahresende Computer, Ausgabegeräte und Software angeschafft werden.

»Die Kinder und Jugendlichen, mit denen wir bereits arbeiten«, so Beier, stammen aus extrem sozial benachteiligten oder aus geflüchteten Familien. Die meisten Kinder sind sehr interessiert und wißbegierig, erfahren zu Hause oftmals wenig oder keine Unterstützung im Bereich der Bildung und Beschäftigung.« Dies liege zum Teil daran, daß den meisten Familien die nötigen Mittel für Technik und Internet im eigenen Haushalt fehlen. Deshalb soll im Familienzentrum ein offener Raum etabliert werden, in dem Medien zum eigenständigen Lernen zur Verfügung stehen. Dieser Raum soll allen Kindern, Jugendlichen und deren Eltern und Großeltern frei zur Verfügung stehen.

»Eins unserer Anliegen ist es, den Kindern des Viertels einen Digitalen LearningSpace mit Möglichkeiten, Mitteln und Medien zu bieten, der dazu anregt, sich eigenständig mit den durch uns bereitgestellten Inhalten zu beschäftigen oder frei im Internet zu recherchieren. So möchten wir Kindern, die zuhause keine digitalen Medien zur Verfügung haben, die Möglichkeit bieten, zum Beispiel am Online-Unterricht teilnehmen zu können oder ihre Arbeiten kostenfrei auszudrucken bzw. einzuscannen. Die freie Nutzung von digitalen Medien und einem gut funktionierenden Internetzugang gibt es hier im Viertel nicht. Diese Lücke möchten wir schließen und somit den Kindern einen innovativen Begegnungsraum bieten, zu dem sie gerne und regelmäßig kommen können.«

Bis zum Ende des Jahres soll der »Digitale LearningSpace« eingerichtet und die dafür benötigten Medien erworben werden. Laptops mit Mikrofon und Kamera sollen zur Nutzung von Lernprogrammen für alle Unterrichtsfächer und Klassenstufen, mit Office- und Bildbearbeitungsprogrammen sowie einem Drucker mit integrierter Scanfunktion frei genutzt werden können. Außerdem sind verschiedene Angebote zum Thema Medienkompetenz, wie Vortragsreihen, Workshops und andere Projekte geplant.

Zur Einführung erhalten jedes Kind und jeder Erwachsene, die den »Digitalen LearningSpace« nutzen wollen, von einem Mitarbeiter der Bildungseinrichtung eine Einweisung in alle Geräte. Anschließend dürfen diese frei genutzt werden, wobei ständig ein Mitarbeiter als Ansprechpartner vor Ort ist. In einer dritten Phase soll beobachtet werden, wie der »Digitale LearningSpace« angenommen wird. »Es wird ein partizipativer Prozeß eingeleitet«, so Angela Beier, »bei dem die Kinder Wünsche zu Angeboten und Verbesserungsvorschläge rund um den 'Digitalen LearningSpace' äußern können. Konstruktive Vorschläge werden wenn möglich unmittelbar in die Tat umgesetzt.«

Im weiteren soll es Angebote zum verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien geben. Möglich seien Vorträge zum Thema Medienkonsum, Workshops zum Erwerb von Kenntnissen und Fähigkeiten zur Nutzung von Office-Software oder auch Projekte, wie eine Fortführung des Foto-Projektes mit einem Bildbearbeitungs-Workshop. Eine fünfte Phase soll schließlich der Auswertung und Weiterentwicklung dienen. Der »Digitale LearningSpace« und die damit verbundenen Angebote sollten sich etabliert haben und gut und regelmäßig genutzt werden. Dabei werde der partizipative Prozeß auf jeden Fall aufrechterhalten.

Insgesamt sollen 5 Laptops samt Software für zusammen 5.500 Euro angeschafft werden, ein Drucker mit Scanfunktion für 500 Euro, ein Beamer für 250 Euro sowie ein Medienschrank und diverses Zubehör für 750 Euro. Zusammen 7.000 Euro.

Die Mitglieder des Sprecherrates, die angesichts der neuen Corona-Verordnungen keine Präsenzveranstaltung durchführen, übermittelten ihre Zustimmung oder Ablehnung bis zum 6. November per eMail.

Lisa Rothe – 7. November 2020




Zur Neugestaltung der Ausstellung in Maschas Galerie in der Potsdamer Allee 61 soll auch ein neues Banner für den Balkon gestaltet werden.

Neugestaltung einer Ausstellung in der Potsdamer Allee 61:
»Die Platte neu Auflegen«

maxe.Die Ausstellung »Die Platte neu Auflegen: Die Entwicklung des Brandenburgischen Viertels und die Geschichten seiner Bewohner« wird verlängert und neu gestaltet.

Im Rahmen des Projektes hatte sich eine Kooperation mit der städtischen Wohnungs- und Hausverwaltungsgesellschaft (WHG) ergeben, die in der Potsdamer Allee 61 eine Wohnung zur Verfügung stellte, die sich noch im originalen DDR-Zustand befindet.

Das Kooperationsverhältnis habe sich sehr positiv entwickelt, berichtet die Ausstellungsmacherin Mascha Heß. Die Ausstellung wurde sowohl im Viertel als auch von vielen Interessierten von außerhalb sehr gut angenommen und auch gerne für kommunalpolitische Meetings genutzt. Die WHG hat sich daher bereit erklärt, den Kooperationsvertrag und somit auch die Existenz der Ausstellung bis zum 31. Mai 2021 zu verlängern.

Bestandteil der Ausstellung ist ein Sonderausstellungsraum, in dem momentan Fotografien von Kindern aus dem Viertel zu sehen sind. Die Bilder entstanden bei dem Projekt »Kiez, Kids, Kameras: Fotografien vom Brandenburgischen Viertel«. Nun, ein Jahr nach der Eröffnung, sei es an der Zeit, der Ausstellung neuen Glanz zu verleihen, sagt die Ausstellungsmacherin Mascha Heß. Die Bilder sollen wie geplant den Kindern überreicht werden, während der Sonderausstellungsraum neu gestaltet wird. »Da ich selber hier im Brandenburgischen Viertel wohne, habe ich in den vergangenen Jahren viel fotografiert. Von diesen Fotografien möchte eine kleine Auswahl großformatig präsentieren.« Um der Stimmung der Fotografien gerecht zu werden, will die Galeriekünstlerin drei Fotografien in Tapetenform über die gesamte Wandfläche des Raumes anbringen. Entsprechende Angebote hat sie inzwischen eingeholt und beim Sprecherrat »Soziale Stadt« eine Förderung beantragt.

Zugleich entscheidet der Sprecherrat in der ersten Novemberwoche per eMail-Abstimmung über den Antrag, die Fertigung eines neuen Werbebanners zu fördern. Das alte Plakat enthält nicht mehr die korrekten Ausstellungsdaten und hatte zudem den Nachteil, »vom Winde verweht« zu werden. Das künftige Banner soll aus stabilem Material angefertigt werden und natürlich die aktuellen Kontaktdaten und die ab Januar gültigen regelmäßigen Öffnungszeiten enthalten.
Für die beiden Maßnahmen sind Kosten von zusammen 2.660 Euro beantragt worden, die auch kurz vor Jahresende noch im Projektfonds vorhanden sind.

(3. November 2020)

Siehe auch: »Lebensgeschichten-Projekt«

Siehe auch: »Lebensgeschichten gesucht«




Ausschnitt aus dem Lageplan der Stadtverwaltung Eberswalde. Platz für 5 Fahrradbügel am Potsdamer Platz, westliche Seite, zur Schule hin. 2 Fahrradbügel könnten neben der Bushaltestelle neben der Sparkasse aufgestellt werden. Ebenfalls 2 Fahrradbügel sollen neben der gegenüberliegenden Bushaltestelle am »Heidewald« installiert werden. Vorm Heidewald haben die Mitarbeiter der Stadtverwaltung Platz für 4 Fahrbügel ausgemacht. Hier könnte der erste Bügel in der Flucht des Baumes aufgestellt werden, während 3 weitere im Abstand von jeweils 1,50 Metern folgen. Fahrradbügel am Potsdamer Platz

maxe. Der Stadtverordnete Carsten Zinn hatte kürzlich Sören Bauer vom Eberswalder Stadtentwicklungsamt gebeten, »zu prüfen inwieweit auf beide Seiten des Potsdamer Platzes zeitnah moderne zertifizierte bzw. standardisierte Fahrradabstellanlagen installiert werden können«.

Dieser Vorschlag sei mehrfach von Nutzern des Wochenmarktes im Brandenburgischen Viertel an ihn herangetragen worden. Derzeit bleibe der »radelnden Kundschaft« nur die Alternative, ihre Fahrräder an den Bäumen am Potsdamer Platz abzustellen.

Amtsleiterin Silke Leuschner reagierte unverzüglich: »Wir werden zusammen mit dem Tiefbauamt prüfen, wo, was und wann im Bereich des Potsdamer Platzes an Radabstellanlagen installiert werden könnte«. Den Markttag am 30. September nutzten Vertreter der Stadtverwaltung, um sich den Potsdamer Platz bezüglich möglicher Fahrradbügel anzusehen. Ihre Standortvorschläge hielten sie auf einem Luftbild fest.

»Direkt vor dem Heidewald«, informierte Tiefbauamtsleiterin Heike Köhler, »können wir keine Bügel aufstellen, da die Flächen uns nicht gehören. Bezüglich Realisierung können wir wahrscheinlich erst im Haushaltsjahr 2021 reagieren. Falls zum Jahresende doch noch Mittel vorhanden sind, versuchen wir es natürlich früher.«

»Persönlich kann ich mit den Standortvorschlägen sehr gut leben«, sagt dazu Carsten Zinn. »Trotzdem ist es mir wichtig diesbezüglich ein größeres Stimmungs- und Meinungsbild zu bekommen.« Er bittet die »fahrradaffinen« Besucher des Wochenmarktes, aber auch anderweitige Nutzer des Potsdamer Platzes sowie die unmittelbaren Anlieger, sich zeitnah zu den Vorschlägen zu äußern.

(7. Oktober 2020)




Seit Anfang September befindet sich das Eltern-Kind-Zentrum (EKiZ) im Brandenburgischen Viertel in den einst als Wohnung genutzten Räumen des Dietrich-Bonhoeffer-Hauses.

Eltern-Kind-Zentrum ab jetzt im Bonhoefferhaus:
»Offene Kommunikationskultur«

Fehlende Kita-Plätze und zu hohe Klassenstärken in der Kritik

maxe. Das Eltern-Kind-Zentrum – kurz: EKiZ – hat kürzlich seine neue Heimstatt im Dietrich-Bonhoeffer-Haus der Evangelischen Kirchengemeinde Finow in der Potsdamer Allee 35 gefunden. Im Rahmen der offiziellen Eröffnung am 8. September, berichtet die Pressestelle der Stadtverwaltung, übergab Bürgermeister Friedhelm Boginski einen Förderbescheid in Höhe von knapp 17.500 Euro zur Unterstützung der Arbeit des EkiZ an die EkiZ-Leiterin Tabea Westphal.

Die kommunalen Mittel ermöglichen die Aufstockung der wöchentlichen Arbeitszeit der Einrichtungsleiterin, so daß noch mehr und insbesondere neue Angebote den Familien und Kindern zugute kommen können. So zum Beispiel musische, musikalische und kreative Angebote oder solche, die sich explizit auch an Väter richten.

»Ein wesentliches Anliegen für mich ist die weitere Öffnung ins gesamte Quartier, so daß möglichst viele Familien aus dem Brandenburgischen Viertel hier im Haus mit ihren Anliegen einen Platz finden«, sagt Tabea Westphal.

Bei dem anschließenden Elternfrühstück kamen auch Sorgen und Wünsche der Eltern zur Sprache, die über die Möglichkeiten des EKiZ hinausgehen. So waren es zum einen infrastrukturelle Probleme wie eine gute Beleuchtung des öffentlichen Raums und das Bedürfnis nach mehr Sicherheit im Viertel, was die Eltern beschäftigten.

Zum anderen wurde die mangelnde Versorgung mit Kita-Plätzen und die Klassenstärken an der Schwärzesee-Grundschule von zum Teil nahezu 30 Kindern kritisiert.

Alle diese Bedürfnisse, so versicherte der Bürgermeister, würden in der Stadtverwaltung mit größtmöglicher Sorgfalt berücksichtigt. »Insgesamt freue ich mich über das freundliche Miteinander und die offene Kommunikationskultur hier im Eltern-Kind-Zentrum Brandenburgisches Viertel. Für mich ist es sehr wichtig, vor Ort zu sehen und zu erleben, daß wir in Eberswalde diejenigen Orte haben, die dem Austausch miteinander, der sozialen Teilhabe und damit der Stärkung unseres Wir-Gefühls gewidmet sind. Für uns als Stadt, für die Familienfreundlichkeit längst kein weicher Standortfaktor mehr ist, sondern eine essentielle Querschnittsaufgabe, für uns sind solche Netzwerke und Angebote von enormer Bedeutung und verdienen jede Unterstützung«, so der Bürgermeister.

(3. Oktober 2020)




Freuen sich über die neue Kooperation: Stephanie Gideon (WHG Kundenbetreuung), Christine Schink (Projektleiterin BARshare der BEBG) und Sebastian Mertinkat (stellv. Leiter der WHG Kundenbetreuung) am neuen BARshare BIKE-Standort in der Frankfurter Allee 61 in Eberswalde. Ein Elektrolastenrad zum Ausleihen

Am 9. September konnte in der Frankfurter Allee 61 im Brandenburgischen Viertel Eberswalde ein neuer BARshare BIKE-Standort eingeweiht werden. Ein E-Lastenrad der Marke Babboe wird dort künftig für Mieter der städtischen WHG Wohnungsbau- und Hausverwaltungsgesellschaft mbH und alle anderen Einwohner des Viertels zur Nutzung bereitstehen. Es ist das vierte Leih-Lastenrad der Kreiswerke im Barnim.

»Es ist uns wichtig, in Sachen Nachhaltige Mobilität mit gutem Beispiel voranzugehen und unseren Mieterinnen und Mietern die Teilhabe an entsprechenden Mobilitätslösungen zu erleichtern«, betont Kathleen Aßmann, Teamleiterin für Organisation und Öffentlichkeitsarbeit und Ansprechpartnerin für die BARshare BIKE-Standortpartnerschaft seitens der WHG. »Wir verfolgen das Vorhaben eines gemeinsam nutzbaren Mieter-Lastenrads schon seit längerem. Die Lösung einer Standortpartnerschaft mit BARshare BIKE im Brandenburgischen Viertel finden wir optimal: So steht unseren Mieterinnen und Mietern das Rad vor der eigenen Haustür zur Verfügung, ist aber auch für alle anderen Menschen vor Ort sicht- und nutzbar.«

Die WHG übernimmt für ihre Mieter mit einem laufenden Mietvertrag die einmalige Anmeldegebühr in der App sowie die Buchungsgebühr pro Fahrt. Hierfür wird in der App die individuelle Mieternummer hinterlegt. Andere können das Lastenrad nutzen, indem sie sich auf www.barshare.de oder über die BARshare-App für eine einmalige Gebühr von 10 Euro registrieren. Im Gegensatz zu BARshare ist für die Nutzung von BARshare BIKE kein Führerschein notwendig. Das Lastenrad kann für eine einmalige Buchungsgebühr von 1 Euro sowie einen Stundenpreis von 2 Euro bzw. einen Tagespreis von 12 Euro gebucht werden. Die Buchung ist sowohl über die BARshare-Webseite als auch über die App möglich.

Neben den mittlerweile 27 E-Autos von BARshare, die an derzeit sechs Standorten im Landkreis Barnim von BARshare-Hauptnutzern und Mitnutzern geliehen werden können, gehören Lastenräder seit Beginn mit zum BARshare-Fuhrpark. Zwei Lastenräder der Marke i:sy konnten bereits im Sommer 2019 im Fahrradparkhaus Bernau aufgestellt werden, ein E-Trike der Marke Babboe in Spechthausen dient seit Januar 2020 dem Nachbarschaftsverein »Zur Schlechten Gesellschaft« als tägliche Unterstützung für Fahrten ins nahe Eberswalde.

Mit dem Babboe-Lastenrad in der Frankfurter Allee sollen nun auch die Bewohner des Brandenburgischen Viertels die Möglichkeit erhalten, kleinere Transporte klimafreundlich per elektrisch verstärktem Dreirad zu erledigen.

Anja Neumann, Kreiswerke Barnim GmbH
(veröffentlicht am 3. Oktober 2020)


Weitere Infos: www.barshare.de




Das »Wimmelbild« von Sophia Schrade steht hier zum Herunterladen zur Verfügung.

Zum Ausmalen:
Ein Wimmelbild für den Kiez

maxe. Quartiersmanagerin Julia Klemm informierte am 17. September den Sprecherrat »Soziale Stadt« über die Fertigstellung eines »Wimmelbildes« vom Brandenburgischen Viertel. Das Bild zum Ausmalen kann vervielfältigt werden und wird vom Quartiersmanagment bereitgestellt.

Gezeichnet wurde das »Wimmelbild« von der Eberswalder Grafikerin Sophia Schrade (www.sophiaschrade.com). Sophia Schrade arbeitet derzeit an einem Malbuch über die Fête de la Viertel 2020, in das weitere »identitätsstiftende Bauwerke« im Kiez, wie das Freizeit-Schiff in der Prignitzer Straße.

(30. September 2020)


Quartiersmanagement Brandenburgisches Viertel
Kontaktbüro Soziale Stadt / Bürgerzentrum · Schorfheidestraße 13 · 16227 Eberswalde
Telefon: (Di) 03334 81 82 45, (Mo, Mi-Fr) 030 44 36 36-85
Mobil: 0176 95 49 82 20
Sprechzeiten: Dienstag, 13 - 16 Uhr, Donnerstag, 10 – 13 Uhr
eMail: quartiersmanagement@eberswalde.de"




Lageplan des Regenwasserversickerungsbeckens an der Ecke Frankfurter Allee/Spechthausener Straße entsprechend der aktualisierten Ausführungsplanung. Die vier zu fällenden Bäume (angekreuzt) befinden iam Nordufer des Beckens. Regenentwässerung angepaßt

maxe. Statt das Regenwasser in die Finow und damit letztlich in die Ostsee abzuleiten, kann das Wasser mittels Regenversickerung in der Landschaft gehalten werden. Dies ist in Eberswalde erklärtes Ziel. Solche Versickerungsanlagen sollten möglichst ästhetisch, der Landschaft angepaßt und naturnah gestaltet werden. Das forderte nicht zuletzt die Fraktion Die PARTEI Alternative für Umwelt und Natur (siehe »Warum nicht zur Landschaft passend?«).

Wie die Baudezernentin Anne Fellner informierte, wird dieses Ziel bei dem geplanten Versickerungsbecken an der Frankfurter Allee im Rahmen der Ausführungsplanung berücksichtigt. Ging die im November 2019 beschlossene Entwurfsplanung noch von einem puren »technischen Bauwerk« aus, wurde das Versickerungsbecken nun »in seiner Form und Lage der örtlichen natürlichen Gegebenheit angepaßt. Der Baumbestand wurde weitestgehend bis auf 4 Bäume erhalten«, erklärte die Baudezernentin.

Erhalten bleibt auch die markante Eiche in der Mitte der Fläche. »Auf der Fläche neben dem Becken», so Fellner, »werden auch weiterhin Bäume, Sträucher und Gräser und Blumen wachsen.« Aus Sicherheitsgründen müsse das Becken nach Fertigstellung mit einem Zaun gesichert werden. Das Becken selbst werde oberhalb der Versickerungsfläche naturnah mit Oberboden angedeckt und mit Rasen begrünt.

(28. September 2020)


Siehe auch: »Warum nicht zur Landschaft passend?«




Am Rande des großen Events zur Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen Land, Stadt und Wohnungsgenossenschaft gab es Proteste gegen den Abriß der Brandenburger Allee 15-21. Es wird abgeräumt. Für Andersdenkende und Protestierer, einschließlich deren Kinder, standen die für die Eventgäste bereitgestellten Getränke, wie ausdrücklich bestätigt wurde, selbstverständlich nicht zur Verfügung. Der »Brausediebstahl«

maxe. Der Kooperationsvertrag zwischen Wohnungsgenossenschaft, Land und Stadt ist unterschrieben. Die Wohnungsgenossenschaft erhält Förderungen für die Sanierung von elf Wohnblocks mit insgesamt 368 Wohnungen und einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 57 Millionen Euro. Davon werden rund 52 Millionen Euro gefördert – durch zinslose oder zinsbegünstigte Kredite.

Als Bestandteil des Pakets wurde auch der Abriß des Wohnblocks in der Brandenburger Allee 15-21 vereinbart. Hier werden von den 250.000 Euro Gesamtkosten 181.500 Euro gefördert – wobei hier die Fördersumme als nicht rückzahlbarer Zuschuß gewährt wird. Nur dadurch gewinnt der Abriß die nötige betriebswirtschaftliche Attraktivität für die Genossenschaft.

Die Unterzeichnung des Kooperationsvertrages wurde als großer Event zelebriert. Die Genossenschaft hatte neben dem aktuellen Sanierungsobjekt in der Havellandstraße auf der Brachfläche eines vor etwa 15 Jahren abgerissenen Wohnblocks durch ein Cateringunternehmen Pavillions und Stehtische aufbauen lassen. Um die Reden des Ministers, des Bürgermeisters, des Landrates und des Genossenschaftsvorstandes anzuhören, waren als Publikum zahlreiche Genossenschaftsmitarbeiter, Mitarbeiter der Stadtverwaltung und einige Stadtverordnete erschienen.

Das ursprünglich auf 15.30 Uhr angesetzte Event begann dann – wie zwei Tage vorher mitgeteilt wurde - eine Stunde vorher. Die Veranstalter und ihr geladenes Publikum blieben so zunächst unter sich. Erst ab 15 Uhr, der Minister war gerade abgefahren, fanden sich auch Einwohner des Viertels ein, unter ihnen Mitglieder und Sympathisanten der Wählergruppe Die PARTEI Alternative Liste Eberswalde. Sie entfalteten u.a. ein Plakat »Kein Abriß mehr von Wohnraum – Für bezahlbares Wohnen«. Etwa ein Dutzend Einwohnerinnen und Einwohner des Brandenburgischen Viertels beteiligten sich an dem stillen Protest.

Bürgermeister, Baudezernentin und die Genossenschaftsvorstände spendeten böse Blicke. Ansonsten war Ignoranz angesagt und mangelnde Souveränität im Umgang mit den Protesten. Dies gipfelte schließlich in dem makabren und lächerlichen »Brausediebstahl«.

Die Protestierenden hatten auch Kinder dabei. Auf den Tischen für die Eventgäste standen Flaschen mit Brause herum. Tristan (7 Jahre) schnappte sich eine der Flaschen und nahm einen Schluck. Als er seiner kleinen Schwester nachjagte, um auch ihr ein Schlückchen Brause zukommen zu lassen, kam eine Angestellte des Cateringdienstes, den die Genossenschaft für die Veranstaltung mit dem Minister engagiert hatte, und nahm der Mutter die Flasche aus der Hand mit den Worten: Sie sind dagegen. Auf Nachfrage bestätigte die Catering-Mitarbeiterin, daß sie dies auf Anweisung tue. Der Flascheninhalt wurde kurz darauf weggekippt.

Dabei richteten sich die Proteste, wie Mirko Wolfgramm (Fraktionsvorsitzender von Die PARTEI Alternative für Umwelt und Natur) gegenüber MAXE betonte, keineswegs pauschal gegen den abgeschlossenen Kooperationsvertrag, sondern explizit gegen den geplanten Abriß des Wohnblocks in der Brandenburger Allee 15-21. Zumal hier Lösungen möglich wären, die den betriebswirtschaftlichen Erfordernissen der Genossenschaft entsprechen und die Abrißkosten sparen würden.

gm – 5. Juni 2020

Siehe auch:
»Initiative: Denkmalschutz für einen Plattenbau!«
»Abriß abgesegnet«
»Denkmalschutz für Abrißblock«
»Unser Viertel wird weiter zerstört!«
»Großprojekt BRAND.VIER«
»Aktionen gegen Wohnungsabriß und Mietsteigerung«
»Unglaublich! – Wohnungsgenossenschaft auf neuen (Miet)Höhen«




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