Kiezmagazin für das Brandenburgische Viertel
in Eberswalde
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Spätsommer im Kiez


Bereits im Frühjahr ist die geplante Trasse für die Höchstspannungsfreileitung auch am Brandenburgischen Viertel frei geschlagen worden. Die 380-kV-Freileitung soll nur etwa 80 Metern Entfernung zur Wohnbebauung haben.

380-kV-Höchstspannungsfreileitung (Uckermarkleitung):
50Hertz schafft Tatsachen

Bundesverwaltungsgericht entscheidet im II. Quartal 2022

»Im Bereich Eberswalder Straße und Kopernikusring in Eberswalde«, heißt es in einer aktuellen Information des Netzbetreibers 50Hertz Transmission GmbH, »beginnen in der Woche vom 20. bis 26. September 2021 bauvorbereitende Maßnahmen für die neue Uckermarkleitung«.

Eine abschließende und rechtlich gültige Planfeststellung liegt dafür nicht vor. Gegen den Planfeststellungsbeschluß von 2020 läuft derzeit noch eine Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Das hatte allerdings die aufschiebende Wirkung der Klage lediglich »für den Bereich zwischen dem Mast 1 (Umspannwerk Bertikow) und Mast 217 (Höhe Ortschaft Golzow) angeordnet« (Beschluß des 4. Senats BVerwG vom 15.06.2021).

Darauf hatte 50Hertz zuvor schon freiwillig verzichtet, allerdings im Südabschnitt schon seit Ende des vergangenen Jahres begonnen, Bäume zu fällen und Masten zu errichten. Es sei Sache der 50Hertz GmbH »zu entscheiden, ob sie bereits Investitionen vornimmt, obwohl sie nicht über einen bestandskräftigen Planfeststellungsbeschluß verfügt«, so das Gericht damals (BverwG, 12.11.2020). Die Bürgerinitiative bezeichnete das, was 50Hertz da betreibt, als »Hazardpoker«.

Nun mach also 50Hertz mit ihrem »Hazardpoker« im Bereich der Stadt Eberswalde weiter. Zwischen Eberswalder Straße und Kopernikus weicht die Trasse der geplanten 380-kV-Freileitung gegenüber der bestehenden 220-kV-Leitung nach Osten aus. Nach Fertigstellung der neuen Leitung soll der Mast der Bestandsleitung abgebaut werden.

Konkret geht es um den Abriß von Garagen. »Zwei Garagenreihen (die Reihen 4 und 5) machen Platz für den neuen Mast 246«, heißt es in der Mitteilung von 50Hertz. »Die Arbeiten werden voraussichtlich bis 8. Oktober abgeschlossen sein.. Der Aufbau des Mastes soll im Februar des nächsten Jahres beginnen. Zunächst wird ein Fundament erstellt, dann ab März der Mast montiert. Die Montage der Leiterseile kann dann in den Sommermonaten beginnen.«

Was 50Hertz verschweigt, ist die Tatsache, daß erst im II. Quartal 2022 über die Klage gegen den Planfeststellungsbeschluß zur 380-kV-Freileitung entschieden werden soll. Der Netzbetreiber tut also so, als hätte er vor dem Gericht bereits gewonnen. Frechheit siegt. Das kann aktuell im Zusammenhang mit dem Bau der Tesla-»Gigafactory« von Elon Musk bei Erkner beobachtet werden.

Seitens der Eberswalder Stadtverwaltung – und auch seitens der Stadtverordnetenversammlung – kann bezüglich der 380-kV-Freileitung keinerlei Widerstand mehr erwartet werden. Die Baudezernentin Anne Fellner, die inzwischen von den Stadtverordneten zur Beigeordneten befördert wurde, hat schon Anfang des Jahres darüber informiert, daß die Stadtverwaltung die von 50Hertz offerierten als »Beschleunigungszuschläge« umschriebenen und damit als legal eingeordneten Bestechungsgelder offiziell angenommen hat.

Gerd Markmann – 22. September 2021

Siehe auch:
»Die PARTEI fordert: Licht für alle – und das kostenlos!«
»Beschleunigungszuschläge«
»Eine breite Schneise im Wald...«
Bürgerinitiative »Biosphäre unter Strom – keine Freileitung durchs Reservat!«
Barnimer Bürgerpost: »So banal wie die Realität«




Mit seiner »Straßenzauberei« gastiert Thomas Thompsen am Mittwoch, dem 22. September, ab 11 Uhr zur elften »Hellen Stunde mit Kultur« auf dem Wochenmarkt auf dem Potsdamer Platz. Straßenzauberei

11. »Helle Stunde mit Kultur« am 22.9., 11 Uhr,
auf dem Potsdamer Platz

maxe. »Weihnachtsmarkt ohne Udo« vermeldete die »Barnimer Bürgerpost« in ihrer neuesten Ausgabe. Am 10. September hatte die Agentur »Udo Muszynksi Konzerte + Veranstaltungen« ihren Rücktritt von der Ausschreibung zum Betrieb des Weihnachtsmarktes Eberswalde (Zeitraum: 2020 – 2024) erklärt. Die Bedingungen für das Gesamtkonzept seien »aktuell und auch auf absehbare Zeit nicht gegeben«, heißt es in Muszynkskis Pressemitteilung. Die Grundlage für eine seriöse Vorbereitung fehle. Neben der allgemeinen Planungssicherheit sei dies »die Bereitschaft der Stadtverwaltung, meinem Konzept und meinen Erfahrungen weiterhin in dem Maße zu vertrauen, wie es für die Umsetzung nötig wäre«. In einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung wird »ausdrücklich« der »kurzfristige Rückzug von Herrn Muszynski« bedauert, »da es eine langjährige verläßliche und fruchtbare Partnerschaft« mit ihm gab, »wir danken ihm aufrichtig«. Die Stadtverwaltung nennt als alleinigen Grund die »Folgen diese(r) Pandemie«.

Der Weihnachtsmarkt im Brandenburgischen Viertel ist vom Rückzug der Muszynski-Agentur nicht betroffen. Veranstalter des Kiezweihnachtsmarktes, der auch in diesem Jahr am dritten Advent (12.12.2021) auf dem Potsdamer Platz stattfinden soll, ist das Quartiersmanagement »Soziale Stadt« im Brandenburgischen Viertel. Alle Beteiligten hoffen, daß die dann geltende Pandemieverordnung keinen Strich durch die Rechnung macht. Bis zu Winter und Weihnacht wird noch ein bißchen Zeit vergehen.

Muszynskis Agentur hat nicht nur ihren Sitz genossenschaftlichen »Freizeitschiff« im Brandenburgischen Viertel

Aktuell gibt es Straßenzauberei zur elften »Hellen Stunde mit Kultur« am Mittwoch, dem 22. September 2021 auf dem Wochenmarkt im Brandenburgischen Viertel von Eberswalde. Thomas Thompson ist der Mann mit den Flausen unterm Zauberhut. Er spielt aus seinen Taschen mit den Sinnen und der Wahrnehmung seiner Zuschauer. Dabei flunkert er sich durch seine Kunststücke, die oft in mehr als einer Überraschung enden. Willkommen in seiner VerwirrRealität. Los geht es um 11 Uhr!

Torsten Stapel hat dazu einen kleinen zweieinhalbminütigen Trailer zur »Hellen Stunde« mit einigen Impressionen von vergangenen Ausgaben gedreht. Zu sehen ist er auf Muszynskis Mescal Youtube Kanal.

Die »Monalisen der Vorstädte« von Ute Mahler und Werner Mahler sind noch bis zum 7. Oktober 2021 in der Galerie Fenster in der Prignitzer Straße 50 im Brandenburgischen Viertel zu sehen. Am Donnerstag der Woche, am 23. September 2021, ist wieder von 17 bis 21 Uhr regulär Gelegenheit. Dazu kann man auch auf Anfrage zu anderen Zeiten die Galerie besuchen. Am besten via eMail an mit dem Veranstalter abstimmen.
Immer um 19 Uhr gibt es zudem eine kleine Veranstaltung auf dem Hof der Galerie. Diesmal wird SUZI MUNDOKYS wieder die musikalischen Neueingänge aus dem Mescal Briefkasten holen. Gemeinsam am Feuer Musik hören ist nicht sie schlechteste Variante, einen Abend zu verbingen...

(19. September 2021)

Siehe auch:
»Monalisen und Platten«




Altkleider zu Müll. Hier im September 2021 in der Schorfheidestraße. Altkleider zu Müll

maxe. Eigentlich sollen die Altkleidercontainer dazu dienen, Textilien, die ihren Besitzern nicht mehr passen oder nicht mehr gefallen, anderen Menschen für eine weitere Nutzung zugänglich zu machen. Eigentlich eine gute Idee, die Ressourcen schont und möglicherweise Bedürftigen, die sich das sonst nicht leisten können, zu schicken Klamotten verhelfen kann. Sehr oft sieht man jedoch, daß Container aufgebrochen oder gar umgestoßen wurden und die gebrauchten Kleidungsstücke in Müll verwandelt werden.

Schon mindestens zwei Wochen ist es her, daß der Altkleidercontainer in der Schorfheidestraße wieder einmal leer geräumt und die Textilien auf dem Gehweg verteilt wurden. Das passiere regelmäßig und das Ordnungsamt reagiere leider auch nicht, schilderte der Anwohner Olaf M. kürzlich dem partei- und fraktionslosen Kiez-Stadtverordneten Carsten Zinn. Der »Dauerzustand« tue dem Brandenburgischen Viertel bestimmt nicht so gut, meint der Bürger und fragt, wie das Problem mit dem Altkleidercontainer auf Dauer gelöst werden könne.

»Das Problem ist seit längerem auf dem informellen Radarschirm des städtischen Ordnungsamtes und des städtischen Bauhofes«, erklärt Carsten Zinn. »Selbst kann ich mich fast täglich von diesem unbefriedigenden Zustand persönlich überzeugen. Wobei dieser spezielle Standort in der Schorfheidestraße im Brandenburgischen Viertel schon fast negativen 'Kultstatus' genießt.«

Der Stadtverordnete habe zur Sitzung des städtischen Ausschusses für Stadtentwicklung, Wohnen und Umwelt (ASWU) am 7. September in der Einwohnerfragestunde »erneut zum insgesamten Sachverhalt interveniert, hinterfragt und gleichzeitig gebeten, eine konstruktiv langfristige und umweltfreundliche Lösung zur Altkleiderentsorgung für das gesamte Stadtgebiet einschließlich dem Brandenburgischen Viertel zu finden.«

Es könne »einfach nicht sein«, so Zinn, »daß die Betreiber der Altkleider-Container, die zumeist tief in den 'verbrauchten Bundesländern' beheimatet sind, Subunternehmen in der erweiterten Region mit der Leerung der Altkleider- Container betrauen und diese dann für sich entscheiden, welche Sortimente Sie mitnehmen oder gleich an Ort und Stelle neben den Altkleider-Container öffentlichkeitswirksam liegen lassen, in der Hoffnung und Gewißheit, daß die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des städtischen Bauhof in altbewährter Weise den Rest entsorgen und damit als Müllsklaven agieren.«

Ordnungsamt und Bauhof würden auf diese Weise in »Sippenhaft« genommen, obwohl sie weder im allgemeinen, noch im besonderen für die Altkleider in den Containern verantwortlich seien. Als Eigentümer der Altkleider sind vielmehr die Betreiber der Container für die ordnungsgemäße Entsorgung und für die Ordnung und Sauberkeit am Containerstellplatz zuständig.

»Ich bleibe in der Sache altbewährt am Ball«, versichert der Stadtverordnete in seiner typisch umständlich-bildhaften Sprache, um »zumindest in der 'Nachspielzeit' doch noch das entscheidende Tor zu schießen«.

(18. September 2021)




Monalisen der Vorstadt

Ausstellungen im Kiez:
Monalisen und Platten

maxe. Die neugestaltete Ausstellung Die Platte neu auflegen zur Entwicklung des Brandenburgischen Viertels in der Potsdamer Allee 61 kann an jedem Montag zwischen 10 und 12 Uhr sowie am letzten Sonntag im Monat zwischen 15 und 17 Uhr besucht werden.

Noch bis zum 7. Oktober sind in der Galerie Fenster (Kyritzer Straße 50) die "Monalisen der Vorstädte" von Ute Mahler und Werner Mahler immer donnerstags von 17 bis 21 Uhr sowie auf Anfrage zu sehen.

(14. September 2021)




1. September, ab 16.30 Uhr, Kirchhang:
Weltfriedenstag in Eberswalde

Das »Bündnis für den Frieden Eberswalde« ruft im Namen einer Reihe von Initiatoren alle Friedensfreunde auf, am Weltfriedenstag, dem 1. September 2021, an der Friedenskundgebung mit anschließendem Friedensgebet auf dem Eberswalder Kirchhang an der Ratzeburgstraße teilzunehmen.

Wir erwarten die Teilnehmer ab 16.30 Uhr und hören Friedenslieder. Die Kundgebung, beginnt um 17 Uhr mit einer Begrüßungsansprache. Während der Kundgebung gibt es die Möglichkeit für Teilnehmer am offenen Mikrofon das Wort zum Thema Weltfrieden zu ergreifen.

Das Motto unserer diesjährigen Veranstaltung zum Weltfriedenstag lautet:

Abrüsten statt Aufrüsten

Wir fordern die Beendung aller Kriegshandlungen und die Beseitigung der Ursachen von Kriegen. Wir verlangen von der Bundesregierung den Abzug der Bundeswehr aus allen Auslandseinsätzen und den Stopp der Rüstungsexporte.

Um 18 Uhr rufen dann die Glocken zum Friedensgebet, das ebenfalls auf dem Kirchhang stattfindet.

Kommt zahlreich zur Friedenskundgebung und dem anschließenden Friedensgebet.

Albrecht Triller
Für das Bündnis für den Frieden Eberswalde

(veröffentlicht am 31. August 2021)




Quartiersmanagement informiert:
Veranstaltungen im Kiez

In dieser Woche gibt es tolle Veranstaltungen im Brandenburgischen Viertel. Kommen Sie vorbei!

Mittwoch | 1. September | 11.00 – 12.00 Uhr | Potsdamer Platz | Helle Stunde mit Kultur
Kommen Sie vorbei und genießen Sie Kultur im Brandenburgischen Viertel.
Weitere Informationen auf der Seite von Udo Muszynski Konzerte + Veranstaltungen.

Samstag | 4. September | 12.00 – 17.00 Uhr | Potsdamer Platz | Fête de la Viertel
Am ersten Sonnabend im September findet das Stadtteilfest „Fête de la Viertel“ zum vierten Mal auf dem Potsdamer Platz statt. Es erwarten Sie tolle Angebote zum Spaß haben. Für Kaffee und Kuchen, Softeis, Bratwürste und weitere Leckereien ist gesorgt.
Kommen Sie vorbei und erleben Sie gemeinsam mit uns ein tolles gemeinsames Stadtteilfest. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website.
Wir freuen uns Sie dort zu sehen!

Mit freundlichen Grüßen

i.V. Julia Klemm, i.A. Katharina Zielke, i.A. Julia Hantke

(veröffentlicht am 30. August 2021)




Die Kartoffel als Kunstobjekt und das Kartoffeln kochen als Kunstperformence. Dazu Poesie, vorgetragen von Etta Streicher - das war die vierte »Helle Stunde mit Kultur« am 4. August. Zur dritten »Hellen Stunde mit Kultur« am 28. Juli hatten sich Roland Heinrich und Rollo Völter die Ehre gegeben, die Wochenmarktgäste mit Country, Folk & Blues zu beglücken.

Helle Stunde mit Kultur:
Erdapfel – Messer – Wasser - Salz

Finanzierung acht weiterer Folgen gesichert

maxe. Am 4. August gab es zum vierten Mal auf dem Wochenmarkt im Brandenburgischen Viertel die »Helle Stunde mit Kultur«. Ab 11 Uhr experimentierte Etta Streicher auf ihrem Spielplatz aus Worten, Dingen und Klängen – und Kartoffeln.

In einer Collage aus Gedichten der Künstlerin ging es um das Schweigen, das Kommunizieren, das Betrachten und um die Freiheit. Da kamen die Bäume zu Wort, das »ich« fiel einfach mal weg, ein Melankolibri tauchte auf und natürlich wurde gekocht. Die vierte Ausgabe der Hellen Stunde brachte Poesie auf den Marktplatz.

Die ersten vier Veranstaltungen der Pilotphase wurden durch die vier im Wohngebiet agierenden Wohnungsgesellschaften WHG Wohnungsbau- und Hausverwlatungsgesellschaft mbH, der Wohnungsgenossenschaft 1893 Eberswalde eG, der TAG Wohnen und Service GmbH und dem Wohnungsunternehmen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Eberswalde finanziert.
Dank des Sprecherrates »Soziale Stadt« kann die Pilotphase noch bis Ende September fortgesetzt werden. Einem entsprechenden Förderantrag gaben die Mitglieder im Juli per Online-Abstimmung ihren Segen. Der Aktionsfonds »Soziale Stadt« mußte kurzfristig in Anspruch genommen werden, weil es mit einer zuvor favorisierten Finanzierung aus einem anderen Fördertopf nicht klappte.

Die acht Auftritte von Künstlern auf dem Potsdamer Platz werden bei kalkulierten Gesamtkosten von 8.000 Euro mit 7.500 Euro aus dem Aktionsfonds »Soziale Stadt« finanziert. Kalkuliert sind pro Veranstaltung 500 Euro Künstlerhonorare sowie 300 Euro für die Organisation, Programmgestaltung, Veranstaltungs- und Künstlerbetreuung und etwaige technische Absicherungen – zusammen 6.400 Euro. Hinzu kommen je 200 Euro pro Veranstaltung für GEMA-Gebühren oder andere Aufführungsrechte (Urheber Literatur/Theater etc.), zusammen 1.600 Euro. Der Organisator Udo Muszynski Konzerte + Veranstaltungen steuert einen Eigenanteil von 500 Euro bei.

Ob und wie es nach den insgesamt zwölf »hellen Stunden mit Kultur« weitergeht, ist bislang noch unklar. In der kalten Jahreszeit dürfte der Potsdamer Platz eher ungeeignet sein. Entscheidend wird zum einen sein, wieviel Publikum mit den »hellen Stunden« erreicht wird und ob sich Finanzierungen finden.

(4. August 2021)




Strahlende Gesichter unter Schutzhelmen.

Minister-Event im »Aktionsraum Cottbus«:
Baustart mit »Sprechblasen« und »Maskottchen«

Mit Kommentaren des Stadtverordneten Carsten Zinn

maxe. »Unter Ausschluß der breiten Öffentlichkeit – einschließlich der Stadtverordneten, die im Kiez wohnen – gab es am 22. Juli einen ministeriellen 'Betriebsausflug' in den sozialen Brennpunkt der Stadt Eberswalde.« Dies teilte der fraktionslose Stadtverordnete aus dem Kiez Carsten Zinn mit.

Dabei bezog er sich auf eine Information der Eberswalder Stadtverwaltung auf der städtischen Internetseite. In der Rubrik »Aktuelles« wird dort über den »Baustart für den großen 'Aktionsraum Cottbus' im Brandenburgischen Viertel« am 22. Juli berichtet, zu dem Brandenburgs Minister für Infrastruktur und Landesplanung Guido Beermann und der neue Leiter für Stadtentwicklung im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung Stefan Bruch nach Eberswalde kamen.

»Zumindest durfte«, so Zinn weiter, »das ehrenamtliche kommunale 'Maskottchen' der Baudezernentin und designierten Ersten Beigeordneten der Stadt Eberswalde an diesen handverlesenen ministeriellen und WG 1893 Eberswalde eG Akt, einschließlich Show und Entertainment teilnehmen. Dafür läßt sich das 'Maskottchen' in seinen und anderen sozialen Netzwerken feiern.« Der fraktionslose Stadtverordnete aus dem Kiez hat einen entsprechenden Link mitgeschickt, so daß man auch erfahren kann, wen er mit der wenig schmeichelhaften Bezeichnung »Maskottchen der Baudezernentin« tituliert. Über den Link gelangt man auf die Bürgermeisterwahlkampfseite von Götz Herrmann, Stadtverordneter der Fraktion SPD|BFE und Vorsitzender des Hauptausschusses der Stadt Eberswalde. Sehr wahrscheinlich wurde er in dieser Funktion eingeladen, weil der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Martin Hoeck (FDP), der zugleich dem Aufsichtsrat der Genossenschaft angehört, verhindert war.

Der von Zinn kritisierte »Ausschluß der breiten Öffentlichkeit« wird von den Veranstaltern sehr wahrscheinlich mit nötigen Pandemie-Vorkehrungen begründet werden. Das Event in der Havellandstraße vor einem Jahr war noch durch Proteste gegen den Abriß des Wohnhauses in der Brandenburger Allee 15-21 »gestört« worden (siehe: »Der Brausediebstahl«). Damals war der Minister in das Viertel gekommen, um die Kooperationsvereinbarung zwischen dem Land Brandenburg, der Stadt Eberswalde und der Wohnungsgenossenschaft 1893 Eberswalde eG zu unterzeichnen. Wie schon vor einem Jahr, wurde auch für das aktuelle Event die Fläche eines bereits vor mehreren Jahren abgerissenen Wohnblockes genutzt.

Bei einer Gesamtinvestition von 57 Millionen Euro, steuert das Land Brandenburg 52 Millionen Euro Wohnraumfördermittel als zinslose oder zinsbegünstigte Darlehen bei. »Bis 2024 werden dadurch 33 barrierefreie Aufgänge mit ca. 340 barrierefreien Wohnungen, davon mindestens 284 Sozialwohnungen, geschaffen«, heißt es in der Mitteilung der Stadtverwaltung.
Zusätzlich stehen 8 Millionen Euro aus Programmen der Städtebauförderung für Maßnahmen der Stadt Eberswalde bis Ende 2024 zur Verfügung.

Die meisten Aussagen der städtischen Pressemitteilung sind für Carsten Zinn »erneut Sprechblasen vom feinsten, die mit den täglichen Realitäten im Brandenburgischen Viertel wenig zu tun haben«. Konkret benennt er hier die Aussage der Baudezernentin Anne Fellner über die sich ergebenden einmalige Chancen für das Viertel: »Zum Beispiel der Gewinn neuer Bewohnerinnen und Bewohner, die soziale Entwicklung des Wohnraums sowie die Stärkung eines solidarischen Miteinanders, vor allem durch das Quartiersmanagement als zentralem Akteur der Vernetzung und Aktivierung«. Auch Fellners Verweis »auf weitere Maßnahmen der Stadt, wie den kürzlich abgeschlossenen Ausbau der Frankfurter Allee, die Planungen zum Neubau des Horts an der Kyritzer Straße 17 und die neuen Perspektiven für 'den Specht'« werden von dem Stadtverordneten unter dem Begriff »Sprechblasen vom feinsten« subsummiert. In Sachen »Specht« spielt er darauf an, daß die Identität des Käufers, der Ende 2020 die »Specht«-Immobilie erworben hatte, trotz seiner permanenten Nachfragen in der Öffentlichkeit noch immer nicht bekannt ist.

»Auch für das Vesper war dank eines renommierten Eberswalder Gastro-Unternehmens für den Ministeriellen Troß am Nachmittag des 22. Juli gesorgt«, schließt Carsten Zinn seinen Bericht. Er hoffe, »daß auch das Bier von hier für den Präsidenten des FV Preußen Eberswalde e.V. angemessen zur Verfügung stand«. Nach dem Genossenschafts-Event zog der Minister nämlich weiter zum Kranbaustadion, um dem Vereinsvorsitzenden Danko Jur (CDU) des einst mit dem gegenüberliegenden Betrieb verbundenen Fußballvereins (damals Motor Eberswalde) 5.000 Euro Lottomittel für die Planung der Erweiterung des Vereinshauses zu übergeben.

(28. Juli 2021)

Siehe auch:
»Der Brausediebstahl«
»Initiative: Denkmalschutz für einen Plattenbau!«
»Abriß abgesegnet«
»Denkmalschutz für Abrißblock«
»Unser Viertel wird weiter zerstört!«
»Großprojekt BRAND.VIER«
»Aktionen gegen Wohnungsabriß und Mietsteigerung«
»Unglaublich! – Wohnungsgenossenschaft auf neuen (Miet)Höhen«




Gilbert, der Gaukler

»Helle Stunde mit Kultur« am Mittwoch, 21. Juli, 11 Uhr:
»Salto über eine Bank«

Am Mittwoch, den 21. Juli 2021, gibt es die zweite »Helle Stunde mit Kultur« von 11 bis 12 Uhr auf dem Wochenmarkt auf dem Potsdamer Platz im Brandenburgischen Viertel. Straßenkünstler Gilbert der SALTIMBANQUE macht seine Aufwartung. Saltimbanque bedeutet so viel wie »Salto über eine Bank« oder auch Gaukler.

Am Vorabend, am Dienstag, dem 20. Juli 2021 zeigen wir bei Purpur im Forstbotanischen Garten und Open Air den gerade fertiggestellten Film »GILBERT le Saltimbanque – ein Gespräch unter Gauklern« in Anwesenheit von Regisseur Gerhard Max Matheis und eben Gilbert. Vom Tellerwäscher zum internationalen Varieté-Star. Gerhard Max Matheis alias Doctor Marrax, Zauberkünstler in Rente, stellt seinen Freund Gilbert le Saltimbanque vor.

Einen Tag nach der »hellen Stunde«, am Donnerstag, den 22. Juli 2021, feiern wir mit einem Konzert der brillianten Geigerin Fabiana Striffler die Finissage der Ausstellung »Jazzgrafiken« von Matthias Schwarz in der Galerie Fenster. Die Arbeiten sind von 17 bis 21 Uhr ein letztes Mal zu sehen, das kleine Konzert beginnt um 19 Uhr. Treffpunkt Prignitzer Straße 50 im Brandenburgischen Viertel.

Kleiner Vorausblick voller Vorfreude. Die nachfolgende Ausstellung zeigt die "Monalisen der Vorstädte" von Ute und Werner Mahler. Beide waren sie Schlüsselfiguren der Fotografie in der DDR. Nach der Wende haben sie die Fotografenagentur OSTKREUZ und die Ostkreuzschule für Fotografie in Berlin mitbegründet. Für die Terminkalender: Eröffnung am 5. August 2021 um 19 Uhr.

Weiteres zu Purpur, Guten-Morgen-Eberswalde und den Workshops und Konzerten von SINGEN VERBINDET No. 2 am 31. Juli 2021 von 9 - 22 Uhr, wiederum im Forstbotanischen Garten, ausführlich auf der Mescal Hompepage, hier direkt: wege.mescal.de/singen-verbindet.

Die besten Grüße schickt
Udo Muszynski – 20. Juli 2021

Siehe auch:
»Helle Stunde mit Kultur«


Udo Muszynski · Konzerte + Veranstaltungen · Prignitzer Straße 48 · 16227 Eberswalde T: 0177-3076684 · Internet: www.mescal.de · eMail:



Moes Rockin Pickup am 14. Juli auf dem Potsdamer Platz

Ab 14. Juli jeden Mittwoch auf dem Potsdamer Platz:
»Helle Stunde mit Kultur«

Am 14. Juli 2021 ist es genau 14 Jahre her, daß Guten-Morgen-Eberswalde ein erstes Mal zu kulturellen Interventionen in das Zentrum der Stadt rief, seither erging die allwöchentliche sonnabendliche Einladung bereits 731 Mal.

Möglicherweise ein gutes Datum für den Start einer neuen Initiative, denn am morgigen Mittwoch und somit taggenau, startet die »Helle Stunde mit Kultur«. Treffpunkt ist fortan immer mittwochs von 11 bis 12 Uhr der Wochenmarkt auf dem Potsdamer Platz im Brandenburgischen Viertel. Die ersten vier Veranstaltungen im Rahmen einer Pilotphase werden jeweils zum gleichen Teil von der Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893, der WHG Wohnungsbau- und Hausverwaltungs- GmbH, dem Wohnungsunternehmen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Eberswalde und der TAG Wohnen und Service GmbH finanziert.

Zur Premiere am 14. Juli kommt Moes Rockin Pickup. An Bord: Danny O' Connor & Moe Jaksch. Irish Folk in der Mitte der Woche!

In der kommenden Woche, am Mittwoch, dem 21. Juli 2021, ist dann, soviel sei schon verraten, der Straßenkünstler Gilbert bei der Hellen Stunde. Das bot sich an, denn am Vorabend, am Dienstag, dem 20. Juli 2021 zeigen wir bei Purpur im Forstbotanischen Garten und Open Air den gerade fertiggestellten Film »GILBERT le Saltimbanque - ein Gespräch unter Gauklern« in Anwesenheit von Regisseur Gerhard Max Matheis und eben Gilbert. Vom Tellerwäscher zum internationalen Varieté-Star. Gerhard Max Matheis alias Doctor Marrax, Zauberkünstler in Rente, stellt seinen Freund Gilbert le Saltimbanque vor.
Mit seiner Automatenmensch-Nummer war Gilbert auf den großen Bühnen der Welt zu Hause. Danach ist er aus Überzeugung ein Kirmes-Gaukler geworden.

Udo Muszynski – 13. Juli 2021

Hinweis: Guten-Morgen-Eberswalde gibt mit seinen Ausgaben am 17. und 24. Juli 2021 den Rahmen des Festes im Forstbotanischen Garten. Am kommenden Sonnabend, dem 17. Juli 2021, heißt es um Halbelf am Vormittag mit Bezug auf Brandenburg "Hier ist herrlich arbeiten" und zu Gast sind Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus dem Land. Auf der Bühne am schönen Ort stellen Ines Gerstmann, Matthias Körner und Carmen Winter neue Texte vor.
Am 24. Juli um Halbelf ist dann das Theater des Anthropozän "Requiem für einen Wald" zu Gast im Forstbotanischen Garten. Eine szenische Lesung zur Kulturgeschichte zwischen Menschen und Wäldern. U.a. mit der Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts Prof. Dr. Antje Boetius.
Der Eintritt bei Guten-Morgen-Eberswalde ist frei.


Udo Muszynski · Konzerte + Veranstaltungen · Prignitzer Straße 48 · 16227 Eberswalde T: 0177-3076684 · Internet: www.mescal.de · eMail:



Das Brandenburgische Viertel wird allenthalben als "sozialer Brennpunkt" in Eberswalde bezeichnet. Tatsächlich haben die vor gut 30 Jahren veränderten gesellschaftlichen Verhältnisse und der damit einhergehenden sozialen Differenzierung große Teile des Viertels immer mehr in eine Wohnstatt für den ärmeren Teil der Eberswalder Bevölkerung verwandelt. Daß die Verbreitung des Coronavirus und vor allem auch die dekretierten - oftmals unzulänglichen und andererseits zum Teil fehlgehenden - Maßnahmen zur Eindämmung dieser Verbreitung vor allem die Ärmeren trifft, zeigt sich nicht zuletzt in den Mängeln, welche mit der Initiative des Kontakt e.V. nun bekämpft werden sollen. Wie die meisten der vor allem ehrenamtlich gestützten Hilfen können damit leider nur die schlimmsten Versäumnisse ein wenig nachgeholt werden. Hausaufgabenhilfe bei »Kontakt«

Mit 7.000 Euro aus dem Projektfonds »Soziale Stadt« wird die »Selbsthilfewerkstatt für Familien des Kontakt e.V. gefördert. Der Verein bietet nun insbesondere Familien mit Fluchterfahrung Unterstützung bei den Hausaufgaben an.

Durch die entstandenen Schwierigkeiten in der Pandemie und die unregelmäßigen Präsenzzeiten in der Schule haben einige Schülerinnen und Schüler sowie deren Familie steigende Schwierigkeiten, beim Schulstoff den Anschluß zu halten. Das gilt im besonderen für Flüchtlingsfamilien, bei denen zusätzlich noch das Erlernen der deutschen Sprache hinzukommt.

Die Eltern sind mit dem Abarbeiten der Schulaufgaben oftmals überfordert, folglich haben die Kinder keinen Lernerfolg. Sie zeigen schwache Leistungen in der Schule und es kommt zu Konflikten innerhalb der Familien. Fehlende technische Gerätschaften (PCs, Laptops) verschärfen die Hilflosigkeit bereits vorhandener schwacher Sprachkentnisse bei Kindern mit Migrationshintergrund.

Die Hausaufgabenhilfe findet beim Kontakt e.V. im genossenschaftlichen Vereinshaus in der Havellandstraße 15 sowie im Bürgerzentrum in der Schorfheidestraße 13 statt. Die vom Sprecherrat »Soziale Stadt« befürwortete Förderung ermöglicht nun die Anschaffung von Laptops samt Programmen (2.500 Euro) und Verbrauchsmaterialien (750 Euro) sowie die Finanzierung von Aufwandsentschädigungen, Übersetzungskosten und Honoraren (5.900 Euro). Neben den 7.000 Euro der »Sozialen Stadt« erhält der Verein 1.900 Euro über die Jugendförderung der Stadt Eberswalde. Den Differenzbetrag von 250 Euro trägt der Kontakt e.V. als Eigenanteil.

Das Projekt der Hausaufgabenhilfe ist bis zum Jahresende 2021 konzipiert. Die Laptops sollen danach insbesondere Frauen mit Migrationshintergrund zur Verfügung stehen und diese beim Erwerb von Medienkompetenzen unterstützen.

Neben diesem Projekt gibt es weitere Bemühungen, Nachhilfeunterricht im Kiez zu organisieren, der sich nicht nur auf die Kinder mit Migrationshintergrund konzentriert, die eine besondere Förderung auch hinsichtlich der sprachlichen Verständigung benötigen, für die sich der Kontakt e.V. einsetzt. Zudem steht beim Buckow e.V. auch das »Digitale LearningSpace« für alle Einwohner im Viertel zur Verfügung.

Ronald Schild – 13. Juli 2021

Siehe auch:
»Bildungsnotstand für Schulbeginner«
»Digitaler LearningSpace«


Kontakt Eberswalde e.V.
Adresse: Vereinshaus, Havellandstraße 15, 16227 Eberswalde
Tel: 03334 383070 · Fax: 03334 383010
eMail:




Der Verbindungsweg zwischen der Spreewaldstraße und der Cottbuser Straße stand nicht auf dem Programm des Runden Tischs Rad- und Gehwegsanierung. Dieses Teilstück wurde im März des Jahres außer der Reihe instandgesetzt. Das war aus Gründen der Verkehrssicherung notwendig geworden.

Im Frühjahr gab es wieder zahlreiche Baumpflanzungen im Brandenburgischen Viertel. Wie Tiefbauamtsleiterin Heike Köhler der MAXE-Redaktion mitteilte wurden in der Prignitzer Straße, Spreewaldstraße, Wittstocker Straße, Rheinsberger Straße, Schwedter Straße, Flämingstraße und Zum Schwärzesee insgesamt 45 Bäume gepflanzt.

Geh- und Radwegesanierung:
Rückstände gegenüber dem Plan

Im Kiez kann auf Fördermittel zurückgegriffen werden

maxe.Insgesamt 13 Maßnahmen mit geschätzten Kosten von knapp 400.000 Euro, die vom Runden Tisch Geh- und Radwegsanierung im Oktober 2019 für die abgestimmt waren, sind als nicht erledigt in das Jahr 2021 übernommen worden. Weitere 17 Maßnahmen sind für die Jahre 2021 bis 2023 vorgeschlagen mit einem geschätzten Wertumfang von 730.000 Euro. Die entsprechenden Listen wurden jetzt auf Drängen des fraktionslosen Stadtverordneten Carsten Zinn den Stadtverordneten übersandt.

Lediglich zwei der aufgelisteten Maßnahmen tangieren das Brandenburgische Viertel. So soll der Weg an der Prignitzer Straße zwischen Am Schwärzesee und Ringstraße sowie der Weg auf der westlichen Seite der Spechthausener Straße nördlich des ehemaligen Bahnübergangs saniert werden.

Davon abgesehen sind im Brandenburgischen Viertel selbst vom Runden Tisch Geh- und Radwegsanierung keine Instandsetzungen von Wegen vorgesehen. Das hat weniger mit dem guten Zustand der Wege im Kiez als vielmehr damit, daß hier im Rahmen des Wegenetzkonzeptes für den Bau und die Sanierung von Wegen auf Städtebaufördermittel zurückgegriffen werden kann, während die vom Runden Tisch gelisteten Sanierungen vollständig aus dem städtischen Haushalt finanziert werden, wie die 2020 erfolgte Sanierung des Gehwegs an der Prignitzer Straße zwischen Schwedter Straße und Potsdamer Allee.

Im Rahmen des Wegenetzkonzeptes sollen ab 2021/22 erste Maßnahmen im Bereich Schorfheidestraße realisiert werden (siehe auch: »Der Schorfheideplatz«).

Unbeschadet der genannten Planungen kommt es zuweilen auch vor, daß Gehwege außer der Reihe repariert werden. So geschehen im März des Jahres mit dem Verbindungsweg zwischen der Spreewaldstraße und der Cottbuser Straße (Foto). Dort hatte das Tiefbauamt im Rahmen der Straßenunterhaltung eine Bordsteinabsenkung in Auftrag gegeben. Aus Verkehrssicherheitsgründen wurde im Zusammenhang der Gehwegabschnitt mitrepariert. Finanziert wurde diese Maßnahme, so die Tiefbauamtsleiterin Heike Köhler, aus den für die allgemeine Straßenunterhaltung vorgesehenen Mitteln.

(2. Juli 2021)

Siehe auch:
»Der Schorfheideplatz«
»Gehwegsanierung im Kiez«




Das Band ist durchgeschnitten

Frankfurter Allee am 30. Juni übergeben

maxe. Noch ein paar Regieanweisungen der Baudezernentin Anne Fellner: Es ist besser, wenn die Bürger das Band durchschneiden als wenn immer nur die gleichen Verwaltungsgesichter zu sehen sind. Das Kind im Rollstuhl sollte noch etwas nach vorn. Und bitte Platz machen für die Frau mit dem Rollator... Dann war alles bereit und auf 3 wurde das Band durchgeschnitten.

Mehr als ein Jahr war die Frankfurter Allee gesperrt, damit die Fahrbahn grundhaft ausgebaut werden konnte. Gegenüber den ursprünglichen Plänen verzügerte sich die Fertigstellung um einen Monat. Zu diesen Verzögerungen hatte u.a. die mangelnde Verfügbarkeit der Asphaltiermaschine geführt. Wie Bürgermeister Friedhelm Boginski berichten konnte, wurde auch die Regenentwässerung erneuert. Das Regenwasser wird nun nicht mehr über das Drehnitzfließ in den Finowkanal abgeleitet, sondern versickert im Sand des Brandenburgischen Viertels, zum einen Teil unterirdisch, zum anderen Teil über das Regenwasserversickerungsbecken gegenüber dem Max-Reimann-Denkmal an der Ecke Frankfurter Allee/Spechthausener Straße.

Der Bürgermeister erinnerte an die Verkehrseinschränkungen - nicht zuletzt mußte der Obus zum Teil außen um das Viertel herumfahren - und wies auch darauf hin, daß der Bau sehr teuer war. Finanziert zum großen Teil aus Landes- und bundesfördermitteln. Boginski dankte den Mitarbeitern der ausführenden Bauunternehmen und den Bearbeitern in der Stadtverwaltung.

Neben einigen Einwohnern des Viertels, Mitarbeitern der Stadtverwaltung und der beteiligten Unternehmen, waren auch eine Reihe Stadtverordnete zur Übergabe erschienen. Darunter die im Viertel wohnenden Carsten Zinn (fraktionslos) und Mirko Wolfgramm (Die PARTEI Alternative für Umwelt und Natur). Auch dessen Fraktionskollege Oskar Dietterle hatte es sich nich tnehmen lassen, zur Übergabe zu kommen. Die SPD|BFE-Fraktion war mit Ringo Wrase, Götz Herrmann, Dr. Hans Mai und Eckhard Schubert. Die Fraktion FDP/Bürgerfraktion Barnim war mit Martin Hoeck und Frank Banaskiewicz vertreten.

(30. Juni 2021)

Siehe auch:
»Öffnung und Sperrung«
»Sperrung bis zum Mai 2021«
»Regenwasser bleibt im Kiez«
»Regenentwässerung angepaßt«
»Obus wieder auf der Außenrunde«
»Warum nicht zur Landschaft passend?«




Das neue Regenwasserversickerungsbecken an der Ecke Frankfurter Allee/Spechthausener Straße hat gegenüber der ursprünglichen Planung eine der Landschaft angepaßte Form gefunden. Allerdings bleibt es im wesentlichen ein »technisches Bauwerk«, das wegen der steilen Böschungen aus Sicherheitsgründen auch mit einem Zaun versehen wurde. Mit der erhofften naturnahen Gestaltung hat das leider nur sehr ansatzweise etwas zu tun. Klimaanpassung im Kiez

Ein Konzept zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes

Am 8. Juni berichtete die Stadtverwaltung im Ausschuß für Stadtentwicklung, Wohnen und Umwelt (ASWU) der Stadtverordnetenversammlung Eberswalde über das Thema »Klimaanpassung Brandenburgisches Viertel«.

Konkret ging es um die Umsetzung von Maßnahmen des Energie- und Klimaschutzkonzeptes der Stadt, die dort unter der Nummer HF07-04 »Wasser in der Stadt – Förderung einer wassersensiblen Stadtentwicklung« enthalten sind. Festgeschriebene Ziele sind die Rückhaltung und Versickerung des Niederschlagswassers sowie die Entkoppelung der Stadtentwässerung von der Vorflut, das ist für das Regenwasser aus dem Brandenburgischen Viertel bisher das Drehnitzfließ, das in Höhe der Schleuse Eisenspalterei in den Finowkanal mündet.

Durch die dezentrale Rückhaltung und Versickerung soll eine Reduzierung des oberirdischen Abflusses erreicht sowie die Regenwasserkanalisation, einschließlich des Regenrückhaltebeckens am Drehnitzfließ und der Vorfluter selbst entlastet werden. Bei Starkregen kam es verschiedentlich zum Überlaufen des Rückhaltebeckens und zu Überschwemmungen im Bereich des Drehnitzfließes (vgl. »Das allerletzte Thema«). Schließlich wird sich vom Zurückhalten des Regenwassers eine Kühlwirkung in der Stadt versprochen.

In den Jahren 2019/20 hat die Verwaltung zur Umsetzung der Maßnahmen des Energie- und Klimaschutzkonzeptes ein Konzept »Entsiegelungsmaßnahmen Brandenburgisches Viertel« erstellt. Im gesamten Gebiet stehen sandige Böden mit einer guten Wasserdurchlässigkeit an. Bis zu 4 Meter Tiefe gibt es kein Grund- oder Schichtenwasser. Als das damalige Max-Reimann-Viertel in den 70er und 80er Jahren erbaut wurde, sind sind die 25 Hektar an versiegelten Flächen, also die Gebäude sowie die Straßen und Wege, über ein Leitungssystem (DN 300 bis 1.200) in das Regenrückhaltebecken am Drehnitzfließ entwässert worden.

Die geplanten Entsiegelungsmaßnahmen betreffen mit 13,3 Hektar etwa die Hälfte der an die Entwässerung angeschlossenen Flächen. Für ungefähr 3,3 Hektar soll eine seitliche Versickerung in neu anzulegende Mulden oder unterirdische Rigolen erfolgen, wobei zugleich die Bordsteine (Hochborde) zurückgebaut werden. Auf 300 Meter der Lausitzer Straße ist dies bereits im Jahr 2018 realisiert worden (vgl. »Lausitzer Straße: Gehwege werden zurückgebaut«).

Auf 1,1 Hektar sollen die Versiegelungen vollständig abgebrochen werden. Neben einigen Straßenabschnitten in den stark vom Abriß heimgesuchten Teilen des Viertels betrifft dies vor allem die großzügigen Autoparkflächen in den Randbereichen, wie in der Gubener, der Prignitzer, der Flämingstraße sowie der Straße Zum Schwärzesee. daß inzwischen wieder mehr Menschen im Viertel wohnen und vor allem die Wohnungsgenossenschaft in ihren Innenhöfen das Parken nicht mehr gestattet, bleibt dabei bislang unberücksichtigt. Bereits jetzt sind beispielsweise die Parkflächen in der Lübbenauer Straße, die ebenfalls zurückgebaut werden sollen, vor allem in den Abendstunden zum großen Teil belegt.

Für 8,9 Hektar versiegelte Fläche sollen die Kanalabschnitte von der bestehenden Regenentwässerung getrennt werden. Statt dessen soll der Regen in drei neuen Versickerungsbecken geleitet werden. Neben dem bereits fertiggestellten Beckens an der Ecke Frankfurter Allee/Spechthausener Straße sind zwei weitere Regenversickerungsbecken zwischen der Uckermarkstraße und der Spechthausener Straße sowie an der Neuruppiner Straße entstehen. Ob diese Becken als schmucklose »technische Bauwerke« oder doch etwas naturnaher entstehen, wurde noch nicht kommuniziert.

Der Umbau der Entwässerung auf den 13,3 Hektar Flächen, wo das Regenwasser zukünftig an Ort und Stelle verbleibt, sind Kosten in Höhe von etwa 1,2 Millionen Euro eingeplant, die über das Programm Stadtumbau-Aufwertung und Folgeprogramme gefördert werden. Da jährlich zwischen 50.000 und 100.000 Euro im Haushaltsplan vorgesehen sind (Untersachkonto 09613.40033), kann von einem Realisierungszeitraum von gut zehn Jahren ausgegangen werden.

Aktuell in der Planung befindet sich das Versickerungsbecken in der Neuruppiner Straße, das im Jahr 2022 realisiert werden soll. Ab 2023 ist der Beginn von Maßnahmen im westlichen Bereich des Viertels geplant.

Anna Fröhlich – 10. Juni 2021

Siehe auch:
»Regenwasser bleibt im Kiez«
»Regenentwässerung angepaßt«
»Warum nicht zur Landschaft passend?«
»Das allerletzte Thema«
»Lausitzer Straße: Gehwege werden zurückgebaut«




Bei Tiefbauarbeiten zwischen den Trafostationen in der Finsterwalder Straße und bei der Arbeiterwohlfahrt wurde am Vormittag des 8. Juni ein Mittelspannungskabel beschädigt. Auf dem Foto der Blick von der Cottbuser Straße in Richtung Finsterwalder Straße.

Havarie im Kiez:
Ohne Strom, Telefon und Internet

maxe. Havarie im Kiez Dienstag, 8. Juni, kurz vor 9 Uhr. In einem Teil des Brandenburgischen Viertels fiel der Strom aus. Wie die lokale Tageszeitung vom Pressesprecher des Energieversorgers E.dis erfuhr, war bei Tiefbauarbeiten zwischen den Trafostationen in der Finsterwalder Straße und bei der AWO, die nicht von der E.dis beauftragt worden waren durch eine Drittfirma ein Mittelspannungskabel beschädigt worden.
Für den von der Lokalzeitung suggerierten Zusammenhang mit den Bauarbeiten an der Frankfurter Allee gibt es indes keine Belege.

Durch sofortige Eingrenzungs- und Umschaltmaßnahmen konnten die Netzexperten von E.dis die Schadstelle schnell lokalisieren. Um 10.33 Uhr seien die letzten Kunden wieder mit Strom versorgt worden.

Auswirkungen hatte die Havarie allerdings nicht nur für die direkt vom Stromausfall betroffenen. In benachbarten Quartieren funktionierte zwar die Stromversorgung durchgehend, aber zumindest bei Kunden des Anbieters PYUR (ehemals Primacom) waren Festnetztelefon und Internet ausgefallen. Auch hier konnte die Versorgung gegen 10.30 Uhr wieder hergestellt werden.

Fast zeitgleich war es übrigens in der Innenstadt und in Ostende zu einem zweiten Stromausfall gekommen, von der auch die PYUR-Servicestelle in der Michaelisstraße betroffen war. Laut E.dis war eine Kabelstörung, die von der Trafostation an der Sparkasse ausging, der Grund. Die Ursache für die Kabelstörung werde noch untersucht, hieß es.

Lisa Rothe – 9. Juni 2021




Antirassismustag am 21. März 2021 in der Senftenberger Straße: Gedenken an Salah Tayyar, der sich am 11. März aus Angst vor der drohenden Abschiebung das Leben nahm.

Demo vor der Ausländerbehörde Eberswalde am 8. Juni, 12 Uhr:
Am Bürokratenarsch vorbei

maxe. Am 11. März nahm sich Salah Tayyar das Leben. Aus Angst vor der drohenden Abschiebung in sein Heimatland Tschad, aus dem er vor Gefängnis und Folter geflohen war, stürzte er sich vom Balkon seiner Wohnung in der Senftenberger Straße.

Der Barnimer Ausländerbehörde ging der Freitod eines ihrer Schützlinge am bürokratischen Arsch vorbei. Dieser Teil des Landratsamts funktioniert weiter wie bisher. Obi, ein Geflüchteter aus Nigeria, kam vor 22 Jahren in die BRD. Am 25. Mai wurde er nach Nigeria abgeschoben.

Aus diesem Anlaß ruft die Initiative »Barnim für alle« am Dienstag, den 8. Juni, von 12 bis 16 Uhr zu einer Demonstration vor der Ausländerbehörde in Eberswalde (Ecke Pfeilstraße/Goethestraße).

Aufruf der Initiative »Barnim für alle«:

Wir in der Gruppe »Barnim für alle« laden ein, am Dienstag, den 8 Juni ab 12 Uhr mit uns vor der Ausländerbehörde in Eberswalde zu demonstrieren. Wir kritisieren die Verstöße und die Ungerechtigkeiten, denen Asylsuchende im Landkreis Barnim und in ganz Brandenburg systematisch ausgesetzt sind.

Aufgrund des bewußten Drucks von Ausländerbehörden gab es in letzter Zeit mehrere Selbstmorde. Dieser Druck äußert sich unter anderem darin, daß Geflüchtete keine Lebensperspektiven haben, außer Abschiebung. Sie erhalten keine Beschäftigungsmöglichkeiten und bekommen keine Aufenthaltsberechtigung.

Noch mal haben wir eine Person verloren, diesmal aufgrund von Abschiebung. Nach 22 Jahren! Obi war ein Geflüchteter aus Nigeria, der vor 22 Jahren nach Deutschland kam, um Sicherheit und Schutz zu suchen. Nach 22 Jahren wurde Obi am 25.05.21 nach Nigeria abgeschoben, ohne Geld, ohne Wohnsitz, ohne Perspektive.

Wir als Gruppe ‚Barnim für Alle‘ erklären unsere völlige Ablehnung dieser Politik und wollen dafür kämpfen, daß sich die Gesetze verändern. Wir fordern das Recht auf Aufenthalt und Bewegung für jeden Menschen. Deshalb demonstrieren wir vor der Ausländerbehörde.

Alle sind eingeladen, daran teilzunehmen!

Wir sind alle Salah!
Wir sind alle Obi!

(3. Juni 2021)

Siehe auch:
Antirassismustag in Eberswalde: »Wir sind alle Salah!«
»Bürgerstiftung Barnim Uckermark: Zum Tod von Salah Tayyar«
»Ein Mensch springt in den Tod«


Barnim für alle
Kleine, große und Dauerspenden (z.B. 10Euro pro Monat) für die politische Arbeit sind sehr willkommen. Spendenkonto bei der Sparkasse Barnim: Barnim für alle
IBAN: DE 78 1705 2000 1110 0262 22




Die WHG will im Brandenburgischen Viertel neue Wohnungen bauen und ihre unsanierten Wohnungen in der Finsterwalder und Cottbuser Straße im zweiten Bauabschnitt modernisieren.

11 Millionen Euro für Neubau und Modernisierung:
WHG investiert im Kiez

maxe. Der Aufsichtsrat der stadteigenen WHG Wohnungsbau- und -hausverwaltungsgesellschaft mbH Eberswalde hat am 26. Mai in seiner 48. Sitzung »den Weg frei gemacht für ein weiteres millionenschweres Stadtentwicklungsvorhaben der WHG«.

Mit mehr als 18,5 Millionen Euro sei das WHG Sanierungs- und Instandhaltungsprogramm 2021 bereits »sehr ehrgeizig und ambitioniert«, sagt Doreen Boden, Prokuristin und Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit der WHG. Nun hat der Aufsichtsrat weitere 11 Millionen Euro genehmigt, die von 2021 bis 2024 in einen Neubau und für Modernisierungen im Brandenburgischen Viertel investiert werden.

Die WHG folgt mit dieser Investition dem Beispiel der Wohnungsgenossenschaft 1893 eG, die durch Fördermittel unterstützt von 2020 bis 2024 insgesamt 57 Millionen Euro in den Umbau und die Modernisierung von Wohnblocks im Brandenburgischen Viertel verbaut. Bestandteil der Investitionen der Genossenschaft sind auch der Abriß von drei Wohnblocks, von denen zwei bereits »zurückgebaut« worden sind. Der dritte Abriß der Genossenschaft in der Brandenburger Allee 15 bis 21 soll im Winter 2021/22 realisiert werden.

Die WHG will demgegenüber als erster Wohnungsanbieter seit mehr als 20 Jahren im Brandenburgischen Viertel neue Wohnungen bauen.

(31. Mai 2021)




Der größte Teil der Frankfurter Allee ist fertig. Zum Abschluß wird nun ab 24. Mai der Kreuzungsbereich Frankfurter Allee/Spreewaldstraße hergerichtet.

Straßenbaumaßnahme Frankfurter Allee:
Öffnung und Sperrung

Letzter Akt: Kreuzung Frankfurter Allee/Spreewaldstraße

maxe. Die Straßenbaumaßnahmen in der Frankfurter Allee näher sich ihrem Ende. Ab dem 24. Mai, heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung an die Anwohner der Frankfurter Allee, wird die Sperrung der Frankfurter Allee im Abschnitt zwischen der Spechhausener Straße bis zum Kreuzungsbereich Frankfurter Allee/Spreewaldstraße aufgehoben. Die provisorische Zufahrt zur Gubener Straße von der Lausitzerer Straße aus wird in der Folge wieder zurückgebaut. In der Frankfurter Allee können in diesem Abschnitt dann auch wieder die dortigen Parkplätze zum Parken genutzt werden.

Als letzter Abschnitt wird sodann der Kreuzungsbereich Frankfurter Allee/Spreewaldstraße fertig gebaut. Dieser Bereich ist ab dem 24. Mai voll gesperrt. Die Spreewaldstraße ist in dieser Zeit nur aus Richtung Lausitzer Straße erreichbar.

Das AWO-Seniorenheim wird von der Frankfurter Allee aus über eine provisorische Zufahrt westlich neben dem Sanitätshaus Koeppe erreichbar sein.

Für den Obus-Verkehr gibt es zunächst keine Änderung. Die Umleitung über die Lausitzer Straße und die dortigen Ersatzhaltestellen bleiben bestehen.

(20. Mai 2021)

Siehe auch:
»Sperrung bis zum Mai 2021«
»Regenwasser bleibt im Kiez«
»Regenentwässerung angepaßt«
»Warum nicht zur Landschaft passend?«




Es funktioniert.

Die PARTEI fordert:
Licht für alle – und das kostenlos!

maxe. Der geplante Neubau einer 380-kV-Freileitung von Bertikow in der Uckermark nach Neuenhagen bei Berlin soll die Versorgungssicherheit für Elektroenergie verbessern. So das Versprechen des Netzbetreibers 50Hertz. Laut Plan soll die neue 380-kV-Leitung entlang der bestehenden 220-kV-Trasse erbaut werden. In der Stadt Eberswalde führt die Leitung zwischen Finow-Ost und dem Brandenburgischen Viertel nahe an der bestehenden Wohnbebauung vorbei.

Die Trasse der Höchstspannungsleitung führt mitten durch den Wahlkreis von Niels Neudeck – Kandidat der Partei Die PARTEI für das Bundestagsdirektmandat im Wahlkreis Uckermark/Barnim. Der PARTEI-Kandidat wollte es genau wissen. Am Vorabend des Himmelfahrtsfeiertages machte er ein Experiment.

Dafür nutzte der künftige Bundestagsabgeordnete eine alte Leuchtstofflampe, die er noch auf dem Boden gefunden hatte. Und tatsächlich, es funktionierte. Die Leuchtstofflampe erleuchtete.

50Hertz hat recht. Wenn schon die 220-kV-Freileitung die Lampe zum leuchten bringt, dann wird das bei der viel stärkeren 380-kV-Leitung sicher noch viel besser funktionieren. Die preiswerte und sichere Versorgung der Anwohner mit Licht wird durch den Leitungsneubau gewährleistet.

Nach Aussagen des Netzbetreibers 50Hertz soll der Abstand von 380-kV-Leitungen zur Wohnbebauung wegen möglicher Gefährdungen mindestens 180 Meter betragen. Soviel Platz ist zwischen Finow-Ost und dem Brandenburgischen Viertel allerdings nicht.

Glück für die Menschen, die im Kopernikusring in Finow-Ost und in der Schwärzeseestraße Finow-Ost im Brandenburgischen Viertel wohnen. Sie können künftig für die Beleuchtung ihrer Wohnungen auf die gute alte Leuchtstofflampe zurückgreifen – und das völlig kostenfrei. Ob die elektromagnetische Strahlung der Höchstspannungsleitungen tatsächlich krebserregend ist, halten 50Hertz und die Genehmigungsbehörde keineswegs für erwiesen.

(13. Mai 2021)




Grundschule »Schwärzesee«:
Bildungsnotstand für Schulbeginner

Erst- und Zweitklässler können nicht lesen und schreiben

Fast 200 Kinder besuchen die ersten beiden Klassenstufen in der Grundschule Schwärzesee. In der Sitzung des Ausschusses für Kultur, Soziales und Integration (AKSI) am 5. Mai informierte die Stadtverwaltung über die Folgen des Corona-Lockdowns. Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung. Die Ausschußmitglieder sollen fast eine Stunde lang darüber diskutiert haben.

Einen Tag später, im Ausschuß für Bildung, Jugend und Sport (ABJS), wurde das Thema dann öffentlich. Etwa die Hälfte der Schülerinnen und Schüler in den Klassenstufen 1 und 2 der Schwärzeseeschule sollen aufgrund des Unterrichtsausfalls des Lesens und Schreibens noch unkundig sein.

Ursache sei zum einen der hohe Anteil von Kindern mit Migrantionshintergrund, bei denen zunächst das Lernen der deutschen Sprache im Vordergrund steht. Zum anderen spielt eine Rolle, daß es in vielen Familien an den technischen Voraussetzungen fehlt, um am Online-Distanzunterricht teilnehmen zu können.

Die bundesdeutsche Bildungsbürokratie zeigte sich bislang unfähig, die Herausforderungen infolge Corona zu meistern. Denn, wie im ABJS zur Sprache kam, ist das Problem der fehlenden Lese- und Schreibfähigkeit in den ersten beiden Klassenstufen keineswegs auf die Grundschule Schwärzesee im Brandenburgischen Viertel beschränkt. Mit ähnlichen Problemen kämpfen auch die beiden anderen städtischen Grundschulen Finow und Bruno-H.-Bürgel.

Immerhin konnte die Stadtverwaltung auch über Lösungsmöglichkeiten berichten. Entsprechende Haushalts- und Fördermittel stehen bereit und es sei auch bereits ein externer Dienstleister für Nachhilfen verpflichtet worden.

Unklar bleibt, wieso die Stadtverwaltung dieses Thema zunächst nur nichtöffentlich diskutieren wollte.

Ronald Schild – 7. Mai 2021


Grundschule Schwärzesee, Kyritzer Straße 29, 16227 Eberswalde
Telefon: 03334 32025 · Telefax: 03334 356415
eMail:
Internet: www.grundschule-schwaerzesee.de



Schönholzer Straße erneuert

Komplette Deckensanierung kostet 228.000 Euro

Seit Ende März ist die westliche Zufahrt zum Kiez gesperrt. Die Schönholzer Straße erhält auf ihrer ganzen Länge zwischen der Ebeswalder Straße in Finow und der Schwärzeseestraße im Brandenburgischen Viertel einen neuen Deckenbelag.

Im Rahmen der Sanierung wird zunächst der alte Deckenbelag abgefräst, bevor eine Höhenregulierung der Straßeneinbauten, Schächte, Schieber und Regeneinläufe erfolgt. In den Obus-Haltestellenbereichen in Finow und an der Waldsportanlage erfolgt der Einbau von halbstarren Asphaltdecken. Danach wird der neue Deckenbelag im Bereich der gesamten Straße eingebaut, bevor die abschließenden Markierungsarbeiten erfolgen.

Die Schönholzer Straße ist während der Bauzeit voll gesperrt. Das Befahren der Straße und die Nutzung der Zufahrten sind während der Baumaßnahme nicht möglich. Die Gehwege entlang der Schönholzer Straße sind nicht betroffen und bleiben beidseitig weiterhin begehbar.
Die Obusse fahren über die Straßen Zum Schwärzesee, Prignitzer Straße, Ringstraße, Fritz-Weineck-Straße, Kopernikusring umgeleitet. Ersatzhaltestellen befinden sich in der Prignitzer Straße, Ringstraße, Fritz-Weineck-Straße. Die Umleitungsstrecken sind ausgewiesen.

Ursprünglich war eine Deckensanierung nur zwischen Finow und der Waldsportanlage vorgesehen. Den entsprechenden Auftrag hatte der Hauptausschuß am 27. Oktober 2020 an die Firma Oevermann Verkehrswegebau GmbH aus Mittenwalde vergeben. Die Auftragssumme lag bei 158.000 Euro.

Aufgrund der fortgeschrittenen Jahreszeit wurde mit einer ersten Nachtragsvereinbarung die Baumaßnahme vom November 2020 in die Osterferien 2021 verschoben. Da das Ergebnis der öffentlichen Ausschreibung unter der urprünglichen Kostenschätzung geblieben war, standen noch finanzielle Mittel zur Verfügung, die für eine Erweiterung der Baumaßnahme auf die komplette Schönholzer Straße bis zur Straße Zum Schwärzesee. Hierfür beschloß der Hauptausschuß am 18. März einstimmig weitere Nachträge, die auch die Haltestellen betreffen. Die zusätzlichen Kosten summieren sich auf etwa 68.000 Euro. Die Gesamtmaßnahme wird nunmehr mit 228.000 Euro veranschlagt.

Bis Ende April sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Anna Fröhlich – 25. April 2021


Ergänzung am 4. Mai 2021:
Bis Ende April waren fast alle Arbeiten abgeschlossen. Es fehlten lediglich noch die neuen Markierungen, die heute fertiggestellt wurden. Ab morgen steht auch die Baudezernentin Anne Fellner nach zweiwöchiger Corona-Quarantäne wieder persönlich für den offiziellen Öffnungstermin zur Verfügung.




Kreisverkehrswacht Barnim e.V.:
Verkehrssicherheit geht alle an

Die Kreisverkehrswacht Barnim e.V. ist ein gemeinnütziger Verein mit dem Ziel, die Verkehrssicherheit zu fördern, ihre Mitglieder und die Behörden zu verkehrsorganisatorischen Maßnahmen zu beraten sowie allen Personen zum Thema Verkehrsgeschehen helfend zur Seite zu stehen.

Im Brandenburgischen Viertel in Eberswalde betreiben wir den Verkehrsgarten auf dem Gelände des Vereinshauses der Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 eG in der Havellandstraße 15. Daneben finden Sie uns auch in Bernau in der Marie-Curie-Straße 15.

Verkehrserziehung und Verkehrsaufklärung mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gehört zu unseren wichtigsten Aufgaben. Dafür haben wir verschiedene altersgerechte Projekte im Angebot.

Das Rollerprojekt »Fit und Flink« oder das Thema »Fußgängerpaß« bieten für Vorschulkinder an, die hier unter anderem das richtige Überqueren der Straße üben oder sich auf ihren ersten Schulweg vorbereiten.

Die Schulen unterstützen wir bei der Fahrradausbildung. Das richtige Verhalten im Straßenverkehr können die Schüler in unseren Verkehrsgärten in Bernau und Eberswalde praktisch unter Anleitung üben.

Jung und Alt können bei Projekten wie Fahr Rad – aber sicher, Fit mit Fahrrad, Sicher mobil oder der Aktion »Junge Fahrer« an verschiedenen Stationen ihr Fahrkönnen überprüfen. Senioren können den Umgang dem Rollator üben.

Wer mag, kann sich auch gern direkt für ein Fahrsicherheitstraining anmelden, um einmal zu schauen, was viel zu oft im täglichen Umgang mit dem Auto selbstverständlich zu sein scheint. Kurse zur Elektromobilität beinhalten die rechtlichen Bedingungen und den richtigen Umgang mit Elektrorollern (E-Scooter) oder Elektrofahrrädern (Pedelecs) .

Doreen Schibilski – 12. April 2021


Kreisverkehrswacht Barnim e.V.
Marie-Curie-Straße 15 · 16321 Bernau · Telefon: 03338/7006-57 oder 58
Havellandstraße 15 · 16227 Eberswalde · Telefon: 03334/387114




50Hertz schafft vollendete Tatsachen. Die Arbeiten im Baufeld 4 zwischen Schönholz, Grüntal und Tempelfelde gehen zügig voran. Inzwischen stehen einige Masten schon, wenngleich noch ohne Beseilung. »So wird ein Gericht unter Druck gesetzt«, sagt dazu Hartmut Lindner von der Bürgernitiative »Nicht über unsere Köpfe - Biosphäre unter Strom«.

380-kV-Freileitung durch's Wohngebiet:
»Beschleunigungszuschläge«

Seit dem Jahreswechsel sind im Bereich zwischen Golzow und Neuenhagen trotz des Fehlens einer rechtsgültigen Planfeststellung auch im Eberswalder Stadtgebiet umfangreiche Holzeinschlagsarbeiten auf der Trasse der geplanten 380-kV-Hochspannungsleitung Bertikow-Neuenhagen (»Uckermarkleitung«) zu beobachten. Im März erreichten die Holzfäller schließlich das unmittelbare Umfeld der Wohngebiete Brandenburgisches Viertel und Finow-Ost und macht erkennbar, wie nahe die geplante Höchstspannungsfreileitung den Wohnhäusern kommen wird.

Im Eberswalder Ausschuß für Wirtschaft und Finanzen (AWF) fragte ich am 16. März die Stadtverwaltung, ob von dem Holzeinschlag auch Flächen betroffen sind, die sich im Eigentum der Stadt Eberswalde befinden und warum die Stadt als Eigentümerin diesen Holzeinschlag zugelassen hat, obwohl noch kein rechtsgültiger Planfeststellungsbeschluß vorliegt.

Von dem Holzeinschlag entlang der planfestgestellten Leitungstrasse für die 380-kV-Freileitung Bertikow-Neuenhagen sind auch im Eigentum der Stadt Eberswalde stehende Flächen betroffen, heißt es in der Antwort der Baudezernentin Anne Fellner, die dort nachfolgend einen kurzen Überblick über die bisherigen Bemühungen zur Abwehr oder Änderung des Freileitungsvorhabens von 2009 bis 2020 gibt.

2016 habe das Bundesverwaltungsgericht den damaligen Planfeststellungsbeschluß für rechtswidrig und nicht vollziehbar erklärt, den Beschluß aber nicht aufgehoben, sondern lediglich »heilbare Mängel« festgestellt. Daraufhin wurde ein weiteres Planergänzungsverfahren eingeleitet. Der 2. Planergänzungsbeschluß erging dann am 12.08.2020 und Mitte September wurde Klage dagegen eingereicht (BBP 10/2020).

»Die hiergegen erhobene Klage hat keine aufschiebende Wirkung«, heißt es in der Antwort (Einzelheiten zum Rechtsschutzersuchen siehe Barnimer Bürgerpost 3/2021, S. 7). »Der Beschluß ist wirksam und vollziehbar. Der Planfeststellungsbeschluß würde nur unwirksam werden, sofern das Gericht den Beschluß aufhebt. Da bereits im vorangegangen Gerichtsverfahren durch das Bundesverwaltungsgericht keine erheblichen Mängel festgestellt wurden, die eine Aufhebung des Beschlusses gerechtfertigt hätten, ist vorliegend auch in diesem Verfahren nicht mit einer Aufhebungsentscheidung des Gerichts zu rechnen.
Demzufolge ist auch künftig davon auszugehen, daß die Vorhabenträgerin einen Anspruch gegenüber den Grundstückseigentümern hat, die notwendigen Flächen zur Verwirklichung des Vorhabens in Anspruch zu nehmen. Die 380-kV-Leitung ist gemäß dem Bedarfsplan des Energieleitungsausbaugesetzes nicht aufzuhalten.
Für die hier in Rede stehende Freileitung wird die Zulässigkeit einer Enteignung auf der Grundlage des Energiewirtschaftsgesetzes bindend festgestellt. Angesichts der gesetzlichen Bedarfsfestlegung für das genannte Vorhaben ist eine Enteignung zum Wohl der Allgemeinheit ohne weiteres zulässig.«

Meßbare Auswirkungen durch die 380-kV-Freileitung für den Wirtschaftsstandort Eberswalde sieht die Dezernentin derzeit nicht. Daneben trete das Interesse der Stadt Eberswalde am Wirtschaftsstandort Eberswalde kraft Gesetz gegenüber dem gesetzlich verankerten überragenden öffentlichen Interesse an dem Vorhaben zurück.

Zu den finanziellen Auswirkungen für die Stadt Eberswalde sagt die Dezernentin: »Für die Inanspruchnahme der Flächen muß die Vorhabenträgerin Entschädigungen leisten. Diese Entschädigungen umfassen die Flurschadenregulierung, den Wertverlust des Grundstücks durch die Überspannung, Entschädigungen für Maststandorte, Entschädigungen für den Wegfall von Garagen und den entgangenen Mieteinnahmen. Daneben kann die Vorhabenträgerin Beschleunigungszuschläge leisten.«

Die Stadt Eberswalde hat sich in der Vergangenheit auch mittels Stadtverordnetenbeschluß mehrfach gegen den Bau der Höchstspannungsfreileitung durch das Stadtgebiet ausgesprochen. Eine weitere Frage lautete daher: »Wie werden diese Beschlußlagen derzeit durch die Stadtverwaltung umgesetzt?«

In ihrer Antwort berichtet Anne Fellner ausführlich über die städtischen Aktivitäten von 2010 bis 2016. Die Stellungnahme der Stadt vom 22.08.2018 (vgl. Barnimer Bürgerpost 3/2021, S. 7)) erwähnt die Dezernentin nicht.

Gerd Markmann – 5. April 2021

Siehe auch:
»Eine breite Schneise im Wald...« und
Bürgerinitiative »Biosphäre unter Strom – keine Freileitung durchs Reservat!«




Im Winter war der »Schwarze Weg« zeitweise ein »weißer Weg«. Mehr Licht im Wald

Beleuchtungsanlage im "Schwarzer Weg" wird erneuert

maxe. Der sogenannte »Schwarze Weg« vom Brandenburgischen Viertel bis zum Bahnübergang zum Tierpark und zum Krankenhaus wird bald in neuem Licht erstrahlen. Dies hat der Hauptausschuß der Stadt Eberswalde im Februar beschlossen. Die Erneuerung der Wegebeleuchtung geht auf einen Antrag der Fraktionen SPD/BFE und Bündnis Eberswalde zurück.

»Die Wegeverbindung Schwarzer Weg«, argumentiert das städtische Tiefbauamt, »ist eine wichtige Verbindung für Fußgänger und Radfahrer zwischen dem Krankenhaus und dem Zoo ins Brandenburgische Viertel und in Richtung Finow«. Zurzeit wird der etwa 800 Meter lange Weg mit elf alten verschlissenen Leuchten aus DDR-Zeiten beleuchtet.

Die Vorplanung der HVB Ingenieurgesellschaft mbH aus Wandlitz sieht nun vor, eine eine Beleuchtungsanlage mit LED-Leuchten mit dem Clever Light System der Firma Leipziger Leuchten GmbH aufzustellen. Die Leuchten werden auf eine sehr geringe Grundhelligkeit eingestellt. Passieren jedoch Fußgänger und Radfahrer den Weg, werden sie von den an den Leuchten angebrachten Sensoren erfaßt und die Leuchtstärke erhöht sich automatisch und fährt auf das zuvor programmierte Beleuchtungsniveau hoch. Das Signal wird an die nächste Leuchte weitergegeben, die ebenfalls hochfährt. Das Licht begleitet so den Verkehrsteilnehmer auf seinem Weg. Nach einer eingestellten Zeit fahren die Leuchten wieder zurück, bis die programmierte Grundhelligkeit erreicht ist. Vergleichbares gibt es bereits im Schwappachweg. Bereits im Dezember hat der Hauptausschuß den Bau einer ähnlichen Beleuchtungsanlage am Weg zwischen Zainhammer und dem Tierpark Eberswalde beschlossen.

Statt der bisherigen elf Leuchten soll die neue Beleuchtungsanlage 20 LED-Leuchtpunkte umfassen. Die Ausleuchtung des „Schwarzen Weges“ wird sich somit deutlich verbessern, bei zugleich geringeren Energiekosten. Das Leipziger Clever Light System wirkt sich nicht nur positiv auf den Stromverbrauch aus, sondern trägt auch zu weniger Lichtverschmutzung und Schonung nachtaktiver Insekten bei. Der gewählte Leuchtentyp »Alfons« minimiert zudem auch konstruktionsbedingt unnötige Lichtverschmutzung.

Die Erneuerung der Lichtanlage des Schwarzen Weges kostet insgesamt etwa 150.000 Euro, die vollständig durch Eigenmittel der Stadt aufgebracht werden. Die Realisierung ist im dritten Quartal 2021 geplant. Weil für den Auftrag weniger als 500.000 Euro umgesetzt werden, reichte ein Beschluß des Hauptausschusses aus, der der »Entwurfsplanung zum Bau der Straßenbeleuchtung Schwarzer Weg« zustimmte.

(27. März 2021)




Hortkinder pflanzen Bäume

Am Montag, dem 22. März, belebten nach der Mittagszeit Kinder des Hortes „Kinderinsel“ gemeinsam mit Vertretern der Firma Hoffmann & Brillen sowie der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und Mitarbeiter der Eberswalder Stadtverwaltung den Spielplatz in der Rathenower Straße. Gemeinsames Anliegen war das Pflanzen von Bäumen um den Spielplatz herum.

Weitere Baumpflanzungen gab es in den vergangenen Tagen unter anderem in der Spreewaldstraße (Foto).

Ronald Schild – 26. März 2021




Die Investoren des neuen Sanitätshauses (rechts im Bild) sind laut Aussage der Eberswalder Baudezernentin Anne Fellner nicht in dem neuen Projekt »Specht« involviert. Einzelheiten zur künftigen Nutzung werden im Rahmen eines Bebauungsplanes bekannt gemachtg. Der »Specht« kann selbst als Ruine gegenüber dem benachbarten Zweckbau mit architektonsischen Details punkten, steht aber auf keiner Denkmalsliste. Die einfachste Lösung für den Investor ist der Abriß, womit zugleich alle Vergangenheit aus dem offiziellen Gedächtnis gestrichen wird.

Nach vier Monaten öffentlich:
»Specht« hat neuen Eigentümer

maxe. Bereits im Dezember informierte die Eberswalder Baudezernentin Anne Fellner im nichtöffentlichen Teil der Stadtverordnetenversammlung darüber, daß das Ruinengrundstück »Specht« seit November 2020 einen neuen Eigentümer hat und es schon einen ersten Kontakt des Neueigentümers mit der Stadtverwaltung gegeben habe.

Auf Anfrage des fraktionslosen Stadtverordneten Carsten Zinn gab die Dezernentin nunmehr in der Stadtverordnetenversammlung am 23. März diese Information auch öffentlich preis, obwohl sie allein die Frage schonmal als einen »Verstoß gegen das Gebot der Nichtöffentlichkeit« ansah.

Allerdings hatte die Dezernentin ohnehin vor, in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Wohnen und Umwelt (ASWU) am 13. April über den Sachverhalt zu informieren und das könne sie »auch jetzt hier tun«.

Der neue Eigentümer sei noch nicht in Eberswalde tätig gewesen, nahm sie sogleich Gerüchten den Wind aus dem Segel, daß hier der gleiche Investor tätig werde, der sich bereits für den Neubau des benachbarten Sanitätshauses verantwortlich zeigt.

Der neue Eigentümer habe sich, so die Baudezernentin, »bereits sehr offensiv« um eine Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung bemüht. Es werde wohl darauf hinauslaufen, daß für das Vorhaben des neuen Eigentümers ein Bebauungsplan aufgestellt wird. Die Vorstellungen des neuen Eigentümers gehen in Richtung Abriß der Specht-Ruine und Neubau von Wohnungen, wobei spezielle Nutzungen wie Seniorenwohnen erwogen werden. »Aber«, so Anne Fellner, »das ist alles noch in der Diskussion«.

Es sei erfreulich, »daß endlich Bewegung in diese Ruine kommt, so wie wir dank der Bemühungen unseres Landrates auch Bewegung bei den Ruinen in der Eberswalder Straße haben«.

In dem Moment, wenn »die Dinge soweit gediehen sind«, daß man über einen Bebauungsplan und die Zielsetzung der Flächenentwicklung reden könne, »dann treten wir auch an den Bauausschuß* heran und werden es dort diskutieren«.

(24. März 2021)

* Bauausschuß - frühere Kurzbezeichnung für den Ausschuß für Bau, Planung und Umwelt (ABPU), der in dieser Wahlperiode angesichts veränderter Zielrichtungen von den Stadtverordneten die Bezeichnung Ausschuß für Stadtentwicklung, Wohnen und Umwelt (ASWU) erhielt.




Antirassismustag in Eberswalde:
»Wir sind alle Salah!«

Kundgebungen am Bahnhof und in der Senftenberger Straße

maxe. Der Internationale Tag gegen Rassismus am 21. März wird seit 1966 weltweit begangen. Die UNO hatte den Antirassismustag damals anläßlich des sechsten Jahrestags des Massakers von Sharpeville in Südafrika ausgerufen.

In diesem Jahr gab es in Eberswalde einen besonderen, einen traurigen Anlaß. Salah Tayyar, vor acht Jahren in die Bundesrepublik gekommen, weil er für sich Sicherheit erhoffte nach Verfolgung und Folter in seinem Heimatland Tschad und Krieg im Nachbarland Libyen, wohin er nach zweieinhalb Jahren Gefängnishaft geflohen war und für sechs Jahre Zuflucht gefunden hatte, nahm sich am 11. März das Leben.

Um 13 Uhr auf dem Vorplatz des Eberswalder Hauptbahnhofs lauschten mehr als 300 Menschen den Worten von Yahia Mohammed, einem Cousin des Verstorbenen, der in Berlin lebt und die Kundgebung am Bahnhof eröffnen wollte. Doch schon nach wenigen Worten versagte ihm die Stimme – angesichts des Todes von Salah und der anteilnehmenden Menge. Er übergab an den nächsten Redner.

»Wir erleben hier in Eberswalde soviel Rassismus: in der Ausländerbehörde, beim Sozialamt, bei den Ämtern und auf der Straße – jeden Tag!«, rief Mustafa Hussein ins Mikrofon. Er ist politischer Aktivist aus dem Sudan und selbst wie Salah und viele andere Anwesende im Klageverfahren gegen die Ablehnung seines Asylantrags. Wie so viele andere kennt er nur zu gut den Druck, die Ungewißheit und die tägliche Angst wegen der unklaren Perspektive.

Für ihn und die anderen geflüchteten Aktivistinnen und Aktivisten ist klar, daß dieser Druck, diese Angst, Salah in den Suizid getrieben haben. »Wir sind alle Salah!« ist deshalb das Motto der Kampagne. Auf einem Plakat zerstört eine Faust eine sogenannte »Duldung« – die Art von Ausweis, den viele Geflüchtete bekommen und mit dem sie kaum Rechte haben. »Stop Duldung! Stop making fear!«* steht darauf.

Noch wütender und enttäuschter ist Ahmed Rahama, ebenfalls aus dem Sudan. Er sagt in seiner Rede: »Fuck Asylsystem! Die Lage ist für mich einfach eskaliert. Ich habe keine Hoffnung mehr, in Deutschland zu leben. Fuck Ausländerbehörde! Fuck struktureller Rassismus in Deutschland!«.

Fiona Kisoso aus Kenia beginnt ihre Rede mit ruhigen Worten: »Normalerweise habe ich viel Power, wenn ich eine Rede halte. Diesmal fehlt mir die Energie, es hat mich zu traurig gemacht. Ich brauche die Energie von euch!« Sie animiert die Menge zu Sprechchören und plötzlich scheint doch sehr viel Energie von ihr selbst zu kommen. Sie sagt: »Wir wollen nur Chancengleichheit. Wir wollen eine Chance, uns zu integrieren, zu arbeiten, zur Schule zu gehen, ohne von den Behörden schikaniert und gestreßt zu werden.«

Aziza Al Sharwi fragt: »Wieviele Salahs brauchen wir, um die ungerechten Gesetze zu ändern?«

Viele schwarze Aktivistinnen und Aktivisten haben etwas zu sagen. Der Tod von Salah berührt viele. Einige sind aus Potsdam, Berlin oder Brandenburg/Havel angereist.

Der für 15 Uhr angesetzte Beginn der zweiten Kundgebung des Tages in der Senftenberger Straße, vor dem Haus, von dessen Balkon in der sechsten Etage sich Salah Tayyar in den Tod stürzte. Die Kundgebung am Bahnhof dauerte länger als geplant. Rund 30 Leute warten gut eine halbe Stunde vor dem Haus bis die Kundgebungsteilnehmer vom Bahnhof eintreffen.

Aufgrund der Corona-Beschränkungen hatte die Polizei keine Demonstration erlaubt, nur »ortsfeste« Kundgebungen. Rund 150 Menschen sind es schließlich, die sich vor dem Haus des Verstorbenen im Brandenburgischen Viertel versammeln.

Vor dem Haus in der Senftenberger Str. 4 bittet der Cousin des Toten zunächst die anwesenden muslimischen Gläubigen nach vorn zum Gebet. Nach einem darauf folgenden Moment der Stille geht Salah Bechir, ein Freund von Salah Tayyar, ans Mikrofon, um aus dessen Leben zu erzählen. »Salah hatte einen Traum, mit dem er nach Deutschland kam. Sein Traum war es für seine Familie sorgen zu können. Er hatte zwei Kinder und eine Frau im Tschad, die er seit vielen Jahren nicht sehen konnte. Er floh vor dem Militärgefängnis aus dem Tschad nach Libyen. Libyen mußte er wegen des Krieges verlassen.« Er beschreibt ihn: »Salah war ein stiller, bescheidener Mensch. Dabei war er freundlich und immer sehr hilfsbereit.«

Eric von Welcome United, der aus Brandenburg/ Havel angereist ist, erklärt: »Wir alle kommen mit Träumen hierher. Unser Traum ist es, ein normales Leben in diesem Land zu führen. Unser Traum ist, in Freiheit zu leben.«

»Wir kannten unseren Bruder seit er in Eberswalde ist«, erzählt ein Palanca-Mitglied. »Er war für uns ein Freund, immer hilfsbereit. Unser Beileid gilt vor allem seiner Familie im Tschad, seinen beiden Kindern, seiner Frau, seiner Mutter, die noch lebt, und seinen beiden Brüdern.«

Ein weiterer Redner appellierte an die afrikanische Community und die Flüchtlinge allgemein, sie sollten ihre gegenseitigen Vorbehalte und Zwistigkeiten beiseite legen und gemeinsam dieses System bekämpfen, das Menschen wie Salah in den Selbstmord treibt.

Die Gruppe »Barnim für alle« kündigte zum Abschluß eine weitere Kundgebung an einem Dienstag in den nächsten Wochen vor der Barnimer Ausländerbehörde an.

(21. März 2021)

* Stopp der Duldung! Stopp dem Angst machen!

Für diesen MAXE-Beitrag wurden große Teile der Pressemitteilung der Initiative »Barnim für alle« vom 21. März 2021 verwendet.

Siehe auch:
»Bürgerstiftung Barnim Uckermark: Zum Tod von Salah Tayyar«
»Ein Mensch springt in den Tod«




Das Brandenburgische Viertel aus der Vogelperspektive

Ausschuß für Kultur, Soziales und Integration am 14. April:
Informationen aus dem Kiez

Sportliche, kulturelle und soziale Angebote gesucht

maxe. Am 14. April steht im Ausschuß für Kultur, Soziales und Integration der Stadt Eberswalde (AKSI) eine Information über die sportlichen, kulturellen und sozialen Angebote im Brandenburgischen auf der Tagesordnung. Marleen Szczepanski bittet im Auftrag des Quartiersmanagements alle Aktiven im Viertel, über die im Jahr 2021 geplanten sportlichen, kulturellen und sozialen Ereignisse zu informieren.

Das Quartiersmanagement im Brandenburgischen Viertel hat die Aufgabe, die Informationen zu sammeln und für die Präsentation im AKSI vorzubereiten. Marleen Szczepanski bittet darum, die entsprechenden Informationen bis zum Diesntag, den 23. März, dem zuzusenden.

absolviert derzeit ein Praktikum im Quartiersmanagement des Brandenburgischen Viertels und hat in diesem Rahmen die Aufgabe übernommen, die Informationen über sportliche, kulturelle und soziale Angebote im Kiez zu sammeln, um diese für die Präsentation im AKSI nutzen zu können.

Wie derzeit alle Gremiensitzungen der Eberswalder Stadtverordnetenversammlung tagt der Ausschuß für Kultur, Soziales und Integration in der Stadthalle (»Hufeisenfabrik«) im Eberswalder Familiengarten. Die Ausschußsitzung beginnt um 18.15 Uhr am Mittwoch, dem 14. April.

(19. März 2021)

Siehe auch:
»Online Sprechstunde im QM«
»QM-Internetseite ist online«
»Neues Quartiersmanagement«


Quartiersmanagement Brandenburgisches Viertel · Kontaktbüro Soziale Stadt
Sprechzeiten: dienstags 12 - 15 Uhr, mittwochs 15 - 18 Uhr, donnerstags 10 - 13 Uhr
Bürgerzentrum · Schorfheidestraße 13 · 16227 Eberswalde
Telefon: 03334 818245 (Di, Mi, Do) oder 030 44363691 (Mo & Fr) oder 0176 95498220
eMail: oder Internet: www.meinbrandenburgischesviertel.de · Facebook: @qm.brandenburgisches.viertel




In der Havellandstraße hat die Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 im Rahmen ihres Projektes »Brand Vier« einen ersten Block saniert, weitere sollen folgen. Die Künstleragentur Udo Muszynski Konzerte + Veranstaltungen begleitet dieses Projekt »Kunst am Bau«. Auf dem Foto ist Gudrun Sailer zu sehen, wie sie gemeinsam mit Ruben Pagenkopf von der Künstleragentur ihre Figuren an der Wand im Eingangsflur der Havellandstraße anbringt.

»Kunst am Bau«:
Hauswächter und gute Hausgeister

Skulpturen von Gudrun Sailer in der Havellandstraße

Der Wohnblock der Wohnungsgenossenschaft in der Havellandstraße ist im vorigen Jahr umfassend saniert worden. Der großzügige Flurbereich im Erdgeschoß wurde kürzlich wieder zur Baustelle, zur Kunstbaustelle.

Die Genossenschaft hat eine Idee vom Anfang des Viertels Anfang der 1980er Jahre wiederbelebt. Kunst am Bau gab es damals beispielsweise in der Frankfurter Allee. Nicht zuletzt zur Unterscheidung der ähnlich aussehenden Hauseingänge wurden davor damals Skulpturen aus Holzbalken aufgestellt. Das Holz verwitterte mit den Jahren. Die Skulpturen sahen nicht mehr schön aus und wurden schließlich entfernt. Ob sie erneuert und ersetzt werden, ist aktuell nicht bekannt. Auch an anderen Stellen wurden solche Kunstwerke aufgestellt, wobei diese Idee dann später in den Quartieren der Bauabschnitte 3 und 4 zunehmend vernachlässigt wurde.

Die neue Führungsspitze der Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 eG, vormals Wohnungsbaugenossenschaft Eberswalde-Finow eG, ist stolz auf das erste fertiggestellte Sanierungsprojekt seit ihrem Amtsantritt. Bisher machte der neue Vorstand vor allem mit dem Abriß von Wohnblöcken Schlagzeilen, der aber bereits künstlerisch begleitet wurde, z.B. mit der temporären »Galerie am Fenster«.

Im neu gestalteten Haus in der Havellandstraße sollte es hingegen etwas Bleibendes sein, »Kunst am Bau«, die für lange Zeit erlebbar ist. Die Genossenschaft beauftragte die Eberswalder Künstlerin Gudrun Sailer mit der Ausgestaltung des Eingangsbereiches im Erdgeschoß des Hauses.

»Mein Gedanke war am Anfang«, sagte die Künstlerin Ende Februar vor der Kamera von »Next«, dem Video-Newsletter der Künstleragentur Udo Muszynski Konzerte + Veranstaltungen, die das Genossenschaftsprojekt »Kunst am Bau« organisiert, »in der Geschichte gibt’s Hauswächter, Hausgeister, die guten Seelen, die den Bewohnern das Leben sichern und ein gutes Omen bringen.« Daran orientiert habe sie Figuren erdacht, die allerdings eher in die heutige Zeit passen, mit denen sich die Menschen heute auch identifizieren können. Gudrun Sailer war es wichtig, Figuren zu erfinden, die »mit dem Wohnen und Miteinanderleben zu tun haben, denn für mich geht es hier um das Miteinander in diesem Haus. Hier soll eine Hausgemeinschaft entstehen, in der sich die Menschen wohlfühlen und die sich vielleicht auch mal im Flur treffen.«

Auf dem Foto ist Gudrun Sailer zu sehen, wie sie gemeinsam mit Ruben Pagenkopf ihre Figuren an der Wand im Eingangsflur der Havellandstraße anbringt. Eine offizielle Vernissage wird es vorerst aufgrund der Coronabeschränkungen nicht geben. Dies soll aber unbedingt nachgeholt werden.

»Bis dahin möchte ich die Bewohner ermutigen, Geschichten zu schreiben zu den einzelnen Figuren oder auch zu mehreren. Wenn dann irgendwann eine Vernissage möglich sein wird, stelle ich mir vor, daß wir uns gemeinsam draußen vor dem Haus oder hier drin im Flur treffen und die Geschichten vorlesen. Ich wünsche mir, daß die Leute hier von sich erzählen, daß sie sich auf meine Kunst und auf sich und ihre Mitbewohner einlassen. Daß es ihr Haus und vielleicht ihre Kunst wird.«

»Kunst am Bau« soll es auch in den künftigen Sanierungsprojekten der Wohnungsgenossenschaft geben.

Anna Fröhlich – 14. März 2021

Siehe auch:
»Der Brausediebstahl«
Youtube-Kanal von Guten Morgen Eberswalde




Die Schwärzesee-Badestelle im Winter

Nach der Ankündigung in »Brandenburg aktuell« am 26. Februar wurde der Beitrag am 27. Februar in »Brandenburg aktuell« gesendet. Der Beitrag ist im Unterwegs-mit-dem-Robur-Archiv im Internet abrufbar.

Der RBB-Robur am Schwärzesee

maxe. Am Freitag, den 26.2., rollte um 15 Uhr der blaue Roburbus von »Brandenburg aktuell« zum Schwärzesee.

»Dort wollen wir über den gesperrten Parkplatz und Lösungsmöglichkeiten reden«, kündigte »Brandenburg aktuell«-Reporter Michael Scheibe an. Die Sperrung des Parkplatzes durch die Oberförsterei Chorin Anfang des Jahres hat Proteste provoziert. Es meldeten sich in den vergangenen Wochen aber auch mehrere Befürworterinnen und Befürworter der Sperrung zu Wort.

Wegen Corona fand die Diskussion am Tour-Robur nur im kleinen Kreis statt. Eine spezielle Einladung des Reporters ging an einige ausgewählte Eberswalder Stadtverordneten. Fünf von ihnen waren da: Karen Oehler (Bündnis 90/Die Grünen), Danko Jur (CDU), Carsten Zinn (fraktionslos) sowie Viktor Jede und Ronny Hiekel (beide Bündnis Eberswalde). Mit Carsten Zinn und Danko Jur kamen sogar zwei von ihnen zu Wort. Jeweils ein Sätz mit unverbindlichen Allgemeinplätzen wurde ihnen vom Schnittmeister zugestanden. Der Stoff der 60minütigen Aufnahmesession füllte letztlich 5 Minuten Sendezeit.

Bemerkenswert die Aussagen der Oberförsterin Constanze Simon: Eine Lösung sieht sie darin, »daß der Weg hierher attraktiv gestaltet wird, als Rundweg mit Sitzgelegenheiten und mit Informationstafeln.« Und »ja, es wird weiter gesprochen und ja, wir werden auch weiter nach attraktiven Lösungen suchen. Aber bitte ohne den Einsatz von Kraftfahrzeugen.«

(23. Februar 2021, ergänzt am 26. Februar, 2. und 19. März 2021)

Siehe auch:
»Grüne unterstützen Beseitigung«
Pressemitteilung der Stadtfraktion Eberswalde von Bündnis 90/Die Grünen
Verordnung über das Naturschutzgebiet »Nonnenfließ-Schwärzetal«




Eine breite Schneise wird durch den Wald südlich des Brandenburgischen Viertels geschlagen. Auch in der Nähe von Schönholz (Foto) und von Melchow wurden Fällarbeiten beobachtet.

Höchstspannungsfreileitung durch die Stadt:
Eine breite Schneise im Wald...

maxe. Harvester arbeiten sich durch den Wald südwestlich des Brandenburgischen Viertels. Sie schlagen eine 70 bis 100 Meter breite Schneise in den Forst. Wie von den Forstarbeitern zu erfahren war, verläuft hier, pararallel zur bestehenden 220-Kilovolt-Hochspannungsleitung, die Trasse der geplanten 380-kV-Freileitung zwischen Bertikow und Neuenhagen.

Seit zwölf Jahren kämpft die Bürgerinitiative (BI) »Biosphäre unter Strom – keine Freileitung durchs Reservat!« gegen den Bau, unterstützt von der Stadt Eberswalde, die sich 2008 auch an der Klage gegen das Vorhaben beteiligt hatte.

Eine 380-kV-Freileitung weist gegenüber der bestehenden 220-kV-Leitung deutlich mächtigere Dimensionen auf und hat erhebliche Auswirkungen auf die Landschaft, die Tiere (insbesondere die Vögel) und nicht zuletzt durch das elektromagnetische Feld auf die Menschen. Im Stadtgebiet soll die Leitung zwischen Brandenburgischem Viertel und Finow-Ost verlaufen. Notwendige Sicherheitsabstände zur Wohnbebauung können hier nicht eingehalten werden. Gesundheitliche Auswirkungen auf die Menschen, die in der Nähe der Leitungen wohnen, können nicht ausgeschlossen werden.

Nicht zuletzt deshalb gibt es in der Stadt Eberswalde eine klare Beschlußlage der Stadtverordnetenversammlung gegen die Freileitung. Die Stadt hat auch den gemeinsamen Appell von 2016 (BI, die Städte Angermünde und Eberswalde sowie die Ämter Britz-Chorin-Oderberg und Joachimsthal) an den Brandenburgischen Ministerpräsidenten mitunterzeichnet.

Als Alternativen sind ein anderer Trassenverlauf unter Umgehung der Stadt und des Biosphärenreservates denkbar oder die Verlegung als Erdkabel. Dagegen sperrt sich der Träger des Vorhabens, die 50Hertzt GmbH. Trotz ihrer mehrfachen Niederlagen vor Gericht hält die Firma an der Trasse und an der Freileitung fest. Und wie schon bei den vorherigen Versuchen erhielt die Firma in einem neuerlichen Planfeststellungsverfahren im Sommer 2020 den Segen des Landesbergamtes.

Dem folgte wiederum die Klage der Bürgerinitiative im Verbund mit dem NABU Brandenburg. Den Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz, also den Baustopp während des laufenden Verfahrens, lehnte das Bundesverwaltungsgericht im November ab.

»50 Hertz nutzt die Möglichkeit«, sagt BI-Sprecher Hartmut Lindner, »die das Bundesverwaltungsgericht eröffnet hat, indem es unserem Antrag, den Baustopp über die ganze Trasse zu verhängen, nicht gefolgt ist, sondern sich mit der Zusicherung, daß 50Hertz auf dem nördlichen Abschnitt, dem eigentlichen Konfliktgebiet von Golzow bis Bertikow, keine Baumaßnahmen durchführen werde, begnügt hat«.

Offensichtlich schielt 50Hertz mit einem Blick auf den Behördenumgang mit der Tesla-Fabrik des US-Milliardärs Elon Musk bei Grünheide. Der »reichste Mann der Welt« darf dort auch schonmal losbauen, obwohl noch gar keine rechtsgültige Genehmigung vorliegt.

Gerd Markmann – 10. Januar 2021

Siehe auch: Bürgerinitiative »Biosphäre unter Strom – keine Freileitung durchs Reservat!«




Der Bereich der Einmündung der Beeskower Straße in die Schorfheidestraße soll zu einem Platz mit Aufenthaltsqualität umgestaltet werden.

Neue Bauten im Brandenburgischen Viertel:
Der »Schorfheideplatz«

Der Bereich an der Einmündung der Beeskower in die Schorfheidestraße hat bislang noch keinen eigenen Namen. Die Autoren des Wegenetzkonzepts für das Brandenburgische Viertel, das die Eberswalder Stadtverordneten im Herbst verabschiedet hatten, nennen das Areal »Schorfheideplatz«. Es ist ein Arbeitstitel, denn die Benennung von Straßen und Plätzen ist ein Vorrecht der Stadtverordneten, das ihnen in der Kommunalverfassung garantiert wird. Allzu viele Gedanken haben die Konzeptschreiber daran auch nicht verschwendet. Sie haben einfach den Namen der Straße übernommen.

Interessanter ist, wie sie sich die Gestaltung dieses Platzes vorstellen. Wie aus der Stadtverwaltung zu erfahren war, soll mit den ersten Arbeiten bereits in diesem Jahr begonnen werden. Das Wegenetzkonzept befaßt sich insbesondere mit den Geh- und Radwegen innerhalb des Viertels. Dementsprechend steht die Gestaltung der Gehwegbeziehungen im Vordergrund.

»Die Ecke Schorfheidestraße/Beeskower Straße bildet einen Knotenpunkt im Wegenetz des nordöstlichen Brandenburgischen Viertels«, heißt es im Wegenetzkonzept (in Punkt 5.4.2 Vertiefungsbereich Schorfheidestraße »Schorfheideplatz«).

Der angrenzende Gemeinschaftsgarten des Alnus e.V. und das Pflegewohnheim der Arbeiterwohlfahrt (AWO) »Im Wolfswinkel« werden über diesen Knotenpunkt erschlossen. Die Beeskower Straße dient zudem als Zufahrt zum Wohnheim des Studentenwerks.

Aus Richtung Frankfurter Allee erreicht man den Bereich über den asphaltierten Fußwegen zwischen der Sporthalle des Reki e.V. und dem Pflegewohnheim »Im Wolfswinkel«. An dem Knotenpunkt selbst werde die Situation »unübersichtlich, da die klare Wege- und Blickführung hier durch zahlreiche Hindernisse, unterschiedliche Bodenbeläge und andere optische Uneindeutigkeiten unterbrochen wird. Plfanzkübel und hohe Büsche im Bereich dere leicht versetzten Straße nehmen die Fernsicht und damit die Orientierung.« Bemängelt wird zudem, daß Laufflächen zu nicht abgesenkten Bordsteinen führen, während barrierefreie Querungsmöglichkeiten nicht sofort sichtbar sind und außerhalb der üblichen Bewegungsrichtung (Nord-Süd) liegen.

Auch nach der Überquerung der Schorfheidestraße sorgen die hohen Büsche in der Kurve dafür, daß Ortsunkundige oder in ihrer Orientierungsfähigkeit eingeschränkte Personen leicht die Übersicht verlieren können. Hinzu komme die Gefahr von Autofahrern, die den Kurvenbereich schlecht einsehen können. »Spontan querende Personen können so leicht übersehen werden.« Auch die unübersichtlichen und »räumlich undefinierten« Zugänge zum angrenzenden Spielplatz werden in dem Wegenetzkonzept kritisiert.

»Die Fläche kann in ihrem heutigen Zustand ihr Potential als Wegpunkt nicht ausschöpfen«, heißt es im Planer-Deutsch des Konzepts. »Auch die Aufenthaltsqualität ist in diesem Bereich sehr eingeschränkt, weshalb sie heute als unternutzter Transitraum mit unzureichender Gestaltung zu bezeichnen ist.« Die Planer des Wegenutzungskonzepts schlagen deshalb eine Neustrukturierung der Fläche vor. Als Ziele nennen sie »die Schaffung eindeutiger Wegebeziehungen und -führungen, die Betonung von Blickbeziehungen zur besseren Orientierung« sowie »die Schaffung eines attraktiven Nachbarschaftsplatzes mit hoher Aufenthaltsqualität«.

Es soll eine ebenerdige Platzfläche entstehen. Ein besonderes Problem dabei ist der sogenannte »Kollektor«, in dem knapp unter dem Fußweg Fernheizungs- und andere Leitungen in Nord-Süd-Richtung verlaufen. Der Kollektor sorgt im Winter bei Temperaturen um Null für eine schnelle Schnee- und Eisfreiheit des Weges, macht aber das Absenken der Oberflächen unmöglich. Die Fahrbahn der Straßen und die westlichen Gehwegflächen müssen daher an das Höhenniveau des Kollektors angepaßt und aufgeschüttet werden. Die gesamte Fläche soll eine einheitliche Pflasterung erhalten, die sich auf der gegenüberliegenden Gehwegseite fortsetzt. Die Fahrbahn wird auf der Platzfläche als Überfahrt lediglich optisch hervorgehoben. So entsteht eine »Mischverkehrsfläche«, die weiterhin die Erschließungsfunktion der Beeskower Straße gewährleistet.

Die barrierefreien Übergänge über die Schorfheidestraße werden in die Flucht des Fußweges zur Frankfurter Allee versetzt. Damit wird die Bewegungsrichtung eindeutiger und die Orientierung vereinfacht. Das soll dadurch verstärkt werden, indem auf der gegenüberliegenden Straßenseite die Pflasterung aufgegriffen wird. Dies leitet den Gehwegnutzer zugleich optisch in den Bereich der Choriner Straße über.

Auch der Spielplatz wird laut dieser Planung »optisch und funktional an den neuen Quartiersplatz angebunden«. Um die Sicherheit in diesem Bereich zu erhöhen, »wird die Höchstgeschwindigkeit für Autoverkehr im Kurvenbereich reduziert«. Die durch den Platz verlaufende Straße soll – wenn möglich – als »Shared Space« (Geteilter Raum) geregelt werden. Alternativ könne »auch eine Fußgängerzone mit der Freigabe für Räder und Bus« eingerichtet werden.

Zur Stärkung der »Aufenthaltsqualität auf dem Quartiersplatz« entstehen neue Sitzbänke und Sitzgruppen. Vor dem Gemeinschaftsgarten sind neue Fahrradbügel vorgesehen. Auch sollen neue Bäume auf dem Platz gepflanzt werden. Die Sitzmöbel sollen multifunktional sein. Damit könnten sie mehr sein, als nur Sitzgelegenheiten. »Sie können so die Infrastruktur für Märkte, Quartiersfeste, Kuchenbasare etc. bilden«.

Mit der Neugestaltung des Platzes soll möglicherweise schon 2021 begonnen werden. Daher kann angenommen werden, daß die Stadtplaner bereits fleißig an der Ausführungsplanung für den künftigen »Schorfheideplatz« gearbeitet wird. Wahrscheinlich wird es auch irgendwann eine förmliche Beteiligung der Anwohner geben. Das Stadtentwicklungsamt nimmt sicherlich bereits jetzt Anregungen und Kritiken der Anwohner interessiert entgegen.

Anna Fröhlich – 9. Januar 2021




Die Fassaden der Sporthalle des SV Motor soll mittels Graffiti neu gestaltet werden. Seit Jahren wird die Betonwand bereits illegal für Graffitis genutzt. Zuweilen wurde die Wand neu geweißt, was die unbekannten Graffitifreunde dankbar annahmen, um mit neuem die kahle Wand etwas bunter zu gestalten. Leider verfügen nur wenige über das handwerkliche Können, um künstlerischen Ansprüchen genügen zu können. Unter der Überschrift »Neue Farbe« war das Graffiti-Projekt an der heutigen REKI-Sporthalle in der Schorfheidestraße der Aufmacher der MAXE-Ausgabe Nummer 1 vom September 2012. Neun Jahre später soll nun auch die zweite Sporthalle in Vereinsregie mittels Graffiti-Kunst »aufgehübscht« werden. Auch damals gab es die Zusammenarbeit eines professionellen Graffitikünstlers mit Kindern und Jugendlichen aus dem Kiez.

Fassadenneugestaltung an der Motor-Sporthalle:
Graffitikunst im Kiez

maxe. Der Eingangsbereich und die Giebelwand zur Potsdamer Allee der Sporthalle des SV Motor Eberswalde sollen neu gestaltet werden. Dabei sollen Jugendliche im Kiez sowie die Sportlerinnen und Sportler, die die Halle nutzen, aktiv beteiligt werden. Es sollen ihre Ideen für Motive sein, die letztlich umgesetzt werden. Dabei ist die Giebelwand dafür vorgesehen, daß ein Künstler dort seine Idee als eigenes Werk umsetzen kann.

Auf der Internetseite des Quartiersmanagements wird aktuell nach Interessenten gesucht, die sich an dem Kunstprojekt beteiligen wollen.
In diesem Zusammenhang sucht das Quartiersmanagement des Brandenburgischen Viertels insbesondere interessierte Graffiti- oder Street Art-Künstler, die zur Ideenfindung im Frühjahr 2021 einen oder mehrere Workshops für die Gestaltung des Eingangsbereiches der Halle realisieren, und die in Abstimmung mit dem SV Motor, dem Quartiersmanagement, Vertretern der Verwaltung und der Kiezbewohner.

Das Quartiersmanagement übernimmt die Koordination. Dort können sich auch bis zum 30. Januar interessierte Graffiti- bzw. Street Art-Künstlerinnen und -Künstler bewerben. Auch Bewerbungen von Künstlergemeinschaften sind möglich, sofern eine Person die Federführung übernimmt. Die S.T.E.R.N. GmbH betreut das Projekt als Quartiersmanagement Brandenburgisches viertel für die Stadt Eberswalde. Für Rückfragen steht Ihnen Julia Klemm (Tel.: 030/44363685 oder 0176/95498220, eMail: klemm.julia@stern-berlin.de) zur Verfügung.

(7. Januar 2021)

Siehe auch:
»Graffiti-Workshop«
Internetseite des Quartiersmanagements
Aufruf für Street Art Projekt
Bilder zum Projekt




Fleißige Bagger, damit das Schmutzwasser besser abfließen kann.

Arbeiten am Kanalnetz:
Riechende Kanäle bald passé?

Seit dem Herbst wird im Brandenburgischen Viertel an den Abwasserkanälen gearbeitet. Zunächst wurden die Abwasserrohre mittels spezieller Kameratechnik »befahren«, durch die Defekte und andere Mängel festgestellt werden konnten. Anschließend wurden festgestellte Verstopfungen mittels Spülungen beseitigt.

An manchen Stellen mußte auch der Bagger in Aktion treten, damit das Schmutzwasser wieder ungestört abfließen kann. Größere Schanzarbeiten sind an der Einmündung der Prenzlauer Straße in die Priegnitzer Straße notwendig. Hier ist die Zufahrt bereits seit etwa drei Monaten gesperrt. Nachdem hier zunächst der große Bagger geparkt wurde, wird dort seit mehreren Wochen fleißig gearbeitet.

Wann die Baustelle als »fertig« übergeben werden kann, hängt nun nicht zuletzt von der Witterung ab.

Anna Fröhlich – 6. Januar 2021

Siehe auch: »Schadhafter Gehweg repariert«




Eltern-Kind-Zentrum im Dietrich Bonhoeffer Haus:
Mit neuen Angeboten ins neue Jahr

maxe. Das Eltern-Kind-Zentrum (EKiZ) im Brandenburgischen Viertel ist im Jahr 2020 von der Kita »Arche Noah« in das Dietrich Bonhoeffer Haus umgezogen. Die Kita gewinnt dadurch Platz, um den Bedarf an Kitaplätzen besser zu decken. Aber auch für das Eltern-Kind-Zentrum ergeben sich Vorteile. So ist das EKiZ in der bisherigen Einliegerwohnung des Bonhoefferhauses nun im Kiez zentraler gelegen und dabei nach wie vor barrierefrei. Mit dem Standortwechsel erhoffen sich die Mitarbeiterinnen des EKiZ aber auch eine weitere Öffnung ins Quartier, um neue und mehr Familien zu erreichen und zu gewinnen.

Hilfreich ist dabei die 2020 erfolgte personelle Aufstockung. Durch eine Zuwendung der Stadt Eberswalde konnte die wöchentliche Arbeitszeit der Einrichtungsleiterin Tabea Westphal auf nun insgesamt 35 Stunden erhöht werden. Die Entwicklung zusätzlicher und weiterführender Angebote wurde dadurch möglich. In einigen Teilen sind sie bereits umgesetzt, in anderen Teilen mußten sie coronabedingt zunächst entfallen. Folgende neue pädagogische Angebote konnten entwickelt werden:

Jeweils dienstags in der Zeit von 15.30 bis 16.30 Uhr können Familien gemeinsam bei einem Familiennachmittag eine »zugewandte Zeit« verbringen. An jedem Mittwochnachmittag findet die »Zwergenmusik« statt, ein neues musisches Angebot für Kinder, mit dem die Kreativität sowie das Sprachverständnis und die Sprachkompetenz der Kinder gefördert werden soll. Ein Donnerstag im Monat steht den Familien für einen Spieleabend zur Verfügung. Um die Väter ganz gezielt in iherer Erziehungs- und Beziehungskompetenz zu fördern und zu stärken, finden viermal im Jahr an einem Sonnabend »Vater-Kind-Tage« statt.

»Ein wesentliches Anliegen bei der Entwicklung neuer pädagogischer Angebote für das Eltern-Kind-Zentrum war es«, sagt EKiZ-Leiterin Tabea Westphal, »den Nachmittagsbereich und die frühen Abendstunden abzudecken«. Dadurch soll es gelingen, weitere Zielgruppen zu erreichen, wie berufstätige Eltern beziehungsweise Elternteile.

Weitere pädagogische Angebote sind zudem noch das Elternfrühstück, Familienbildungsfahrten, die sogenannte Kreativzeit und Krabbelgruppen für die Kleinsten. Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit des EKiZ sind Beratungen, die etwa ein Drittel der Zeit in Anspruch nehmen. Zu den Themen zählen unter anderem gesunde Ernährung, Erziehungstips, Umgangsfragen sowie Fragen zur kindlichen Entwicklung. Auch die Vermittlung zu weiterführenden Beratungsangeboten und anderen hilfeleistenden sozialen Einrichtungen gehört dazu.

Über das Programm »Teilhabe am Arbeitsmarkt« erhält Tabea Westphal seit 2020 zunächst für zwei Jahre Unterstützung durch Frau Otto. Sie unterstützt logistisch, organisatorisch, übernimmt Vor- und Nachbereitungen von Angeboten sowie Veranstaltungen und ist zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des EKiZ, zum Beispiel über soziale Netzwerke.

(2. Januar 2021)

Siehe auch:
»Offene Kommunikationskultur«


Eltern-Kind-Zentrum im Dietrich-Bonhoeffer-Haus · Potsdamer Allee 35 · 16227 Eberswalde
Tel: 0176 50484461 · eMail: info(at)ekz-ewbbv.de




Auf dem Areal südöstlich der Spechthausener Kreuzung sollen neue Gewerbe- und Wohngebäude mit bis zu 80 Wohnungen entstehen. (Karte aus dem Bericht zur Städtebaulichen Machbarkeitsstudie für die Grundstücke Eberswalder Straße Ecke Spechthausener Straße in Eberswalde)

Vor den Toren des Brandenburgischen Viertels:
Ein neues Zentrum für Eberswalde

maxe. Im Dezember haben die Eberswalder Stadtverordneten mehrheitlich beschlossen, den Bebauungsplan Nr. 527 »Finowtal« aufzustellen. Der Bebauungsplan befaßt sich mit dem etwa anderthalb Hektar großen Gelände südlich der Eberswalder Straße zwischen dem Toom-Baumarkt und der Spechthausener Straße einschließlich des ehemaligen Friedhofs Eisenspalterei. Auch das Bethaus neben dem Friedhof ist einbezogen. Nach eigenen Aussagen des Bauträgers konnte er das Grundstück allerdings noch nicht wie beabsichtigt erwerben.

Bei dem Bauträger handelt es sich um die IZ GmbH & Co. KG mit Sitz in der Coppistr. 3 in Eberswalde. Die IZ arbeitet eng mit der Anevix Union GmbH aus der Drehnitzstraße zusammen. Aktuelle Projekte in Eberswalde sind das einstige Bahnhofshotel, ein Doppelhaus am Finowkanal, vier Doppelhäuser in Finow (am Ortsausgang Richtung Finowfurt) und ein Mehrfamilienhaus in der Spechthausener Straße (ehemaliger Lindenhof).

Bereits 2007 hatte die Stadtverordnetenversammlung die Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Areal südöstlich der Spechthausener Kreuzung beschlossen. Damals sollten »weitere städtebaulich unerwünschte Ansiedlungen von Discountern im Kreuzungsbereich ausgeschlossen werden und eine Lenkung dieser in das EKZ Heidewald unterstützt werden«. Nun gilt eine »geänderte Zielsetzung«, die mit der Stadtverwaltung abgestimmt wurde.

Von einer »Lenkung« beabsichtigter Gewerbeansiedlungen in das EKZ Heidewald ist keine Rede mehr. Vielmehr sollen »Wohnen und Arbeiten am Standort Eisenspalterei gestärkt werden. Generelle Ziele der Stadtentwicklung Eberswalde wie die Stärkung der Erwerbsgrundlage, die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum sowie eine auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit ausgerichtete Entwicklung wurden in die Standortentwicklung integriert.«

Laut der städtebaulichen Machbarkeitsstudie, die am 1. Dezember im Ausschuß für Stadtentwicklung, Wohnen und Umwelt präsentiert wurde, beabsichtigt die IZ GmbH & Co. KG eine Neubebauung für Büro-, Service- und Dienstleistungsnutzungen (Gewerbe), vielleicht auch mit einem Hotel und einer integrierten Kindertagesstätte sowie für Wohnungen.

Der Gewerbeteil soll in zusammenhängender viergeschossigen Blockrandbebauung an der Eberswalder Straße zwischen dem alten Friedhof und der Kreuzung sowie in etwa gleicher Länge von der Kreuzung entlang der Spechthausener Straße entstehen. Dem soll sich, baulich mit dem Gewerbeteil verbunden, ein Mehrfamilienhaus anschließen. Weitere Wohnhäuser sind im hinteren Bereich des Grundstückes vorgesehen. Die Studie schlägt in einer Variante 80 Wohnungen mit Flächen zwischen 41 und 108 Quadratmetern vor. Eine zweite Variante beschränkt den Mietwohnungsbau auf den vorderen Bereich mit insgesamt 32 Wohnungen. Im hinteren Bereich wäre dann Platz für 19 »Townhäuser« (Reihenhäuser) mit Wohnflächen zwischen 181 und 214 Quadratmetern.

Letzteres könnten sich sicherlich nur Menschen mit höherem Einkommen leisten. Für die Linksfraktion ist die Mietpreisentwicklung bei Neuvermietungen in Eberswalde »besorgniserregend«. Daher setzte sie eine Änderung des Aufstellungsbeschlusses durch. Als Ziel wird nun festgeschrieben, daß für 25 Prozent des Gesamtwohnbestandes geförderter sozialer Wohnraum vorzusehen ist. Davon abgesehen begrüßen die Linken »die Entwicklung des Geländes und die grundsätzlichen Planungen«.

Nach diesen »grundsätzlichen Planungen« wird sich die bisherige Ansammlung von Lebensmittel- und Fachmärkten sowie Kfz-Werkstätten in profanen Zweckbauten mit zugehörigen Parkplätzen zu einem neuen Zentrumsbereich in Eberswalde entwickeln.

Wie sich dies auf die bisherigen Zentren (Innenstadt, Finow und Brandenburgisches Viertel) auswirken wird, ist in der Machbarkeitsstudie nicht untersucht worden. Nachteilig dürfte das neue Zentrum vor allem für das Brandenburgische Viertel und hier insbesondere für das Einkaufszentrum »Heidewald« wirken, das dann möglicherweise bald billig zu haben ist.
Im Viertel selbst hat zuletzt der Neubau eines Sanitätshauses mit zwei Arztpraxen zur weiteren Angebotsdezentralisierung innerhalb des Ortsteils beigetragen, was dem seit zwanzig Jahren faktisch verfolgten städtebaulichen Prinzip entspricht.

Die Stadtverwaltung wurde von den Stadtverordneten beauftragt, »die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit« zu gewährleisten. Zu diesem Zweck soll der Bebauungsplan öffentlich ausgelegt werden. Dabei soll auch bekannt gemacht werden, daß der Bebauungsplan »im beschleunigten Verfahrung ohne Durchführung einer Umweltprüfung aufgestellt werden soll«.

(27. Dezember 2020)




Frostiger Blick über die Brachflächen südlich der Brandenburger Allee auf den Abriß-Block der Wohnungsgenossenschaft in der Brandenburger Allee 15-21 (rechts). Eine Neugestaltung des Bereichs soll den »Stadtteileingang West« künftig aufwerten.

Beteiligungsverfahren auf Einladung:
Den Kiezeingang West gestalten

Bereits seit Jahren wird die nach 1990 entstandene Situation an den Eingangsbereichen ins Brandenburgische Viertel im Westen wie im Osten als »städtebaulicher Mißstand« bewertet. Durch die neuen Förderstrukturen für den Stadtumbau können künftig dafür Fördermittel akquiriert werden. Dadurch gerieten diese Mißstände nun auch in den Fokus konkreter Planungen der Stadtverwaltung.

Im Zusammenhang mit der Sanierung der Frankfurter Allee wird ab Januar, sobald es das Wetter zuläßt der östliche Eingang des Brandenburgischen Viertel – also die Einmündung der Frankfurter Allee in die Spechthausener Straße neu gestaltet. Dabei wird inbesondere das geplante Regenwasserversickerungsbecken als neues gestalterisches Element ins Auge fallen (siehe »Regenentwässerung angepaßt«).

Der anschließende Bereich – von der »Specht«-Ruine abgesehen – hat bereits mit dem neuen Sanitätshaus eine gewisse Aufwertung erfahren. Allerdings zum Nachteil der Auslastung des Stadtteilzentrums am Potsdamer Platz und nicht zuletzt wegen fehlender Forderung und Förderung auf architektonisch-gestalterischem Minimalniveau.

Am westlichen Zugang zum Brandenburgischen Viertel, also für den Bereich an der Brandenburgischen Allee zwischen Schwärzesee- und Lehnitzseestraße, ist ab kommendem Jahr ähnliches geplant. Ein Planungsbüro ist bereits mit der Ideenfindung beauftragt und eigentlich sollte es schon 2020 ein erstes Beteiligungsverfahren für die Einwohnerinnen und Einwohner des Kiezes geben. Das konnte wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie nicht stattfinden.

Nun soll im Rahmen des Beteiligungsverfahren »Stadtteileingang West« im I. Quartal ein Workshop stattfinden, allerdings nur eingeschränkt auf 30 Personen, die speziell eingeladen werden. Interessenten können sich an das Quartiersmanagement oder direkt an das Eberswalder Baudezernat wenden.

Ob der Termin wie geplant im Januar stattfinden kann, hängt vor allem davon ab, wie sich die Ausbreitung des Covid-19-Virus nach den aktuell verschärften Kontaktsperren weiterentwickelt – ist also ungewiß.

Am westlichen Kiezeingang dominieren nach den Wohnungsabrissen der vergangenen Jahre südlich der Brandenburger Allee vor allem Brachflächen das Bild. Die Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 eG will für die Erweiterung der Brachen – trotz der Proteste gegen weiteren Abriß von Wohnungen – einen weiteren Beitrag leisten und auch den nördlichen Teil bis zur Lehnitzseestraße, soweit in ihrem Besitz, in eine Abrißbrache umwandeln. Wie östlich der Lehnitzseestraße bereits geschehen.

Zu dem städtebaulichen Desaster hatte zuvor schon die Stadt Eberswalde beigetragen, indem sie die beiden Schulgebäude südlich der Brandenburger Allee (Albert-Einstein-Schule und die alte Schwärzeseeschule) unmittelbar nach Schließung bzw. Umzug abreißen ließ. Auf dieser Fläche soll nun, sozusagen als erster Akt der Wiederaufwertung des Stadtteileingangs West, der Neubau eines Hortes entstehen (siehe »Wettbewerb für Hortneubau«).

Auf der bislang als wilder Parkplatz genutzten Freifläche südlich des aktuellen Abrißblocks und nördlich der ehemaligen Kaufhalle wird nach aktuellen Überlegungen im Rahmen eines Kunstprojekts ein Wasserspielplatz entstehen. Daneben könnte auf dem Grundstück zwischen Havelland- und Schwärzeseestraße ein neues Ärztehaus gebaut werden, in das dann auch der jetzt noch im beanchbarten Genossenschafts-Abrißblock in der Brandenburger Allee 15-21 praktizierende Zahnarzt einziehen könnte.

Daß es zum Abriß des Wohnblocks keine genossenschaftsinterne Alternative gibt, hatte die Genossenschaftsgeschäftsführung zuletzt im Frühsommer nachdrücklich gegenüber anfragenden Kaufinteressenten klar gemacht. In der virtuellen Sprecherratssitzung am 19. November erläuterte die Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit der Genossenschaft Claudia Riethbaum die Gründe. Das Sprecherratsmitglied Frank Neumann hatte zuvor sein Bedauern zu den Abrissen von Wohnungen geäußert. »Wir nennen es nicht Abriß, sondern Rückbau«, stellte sie klar. Die Zusagen zum »Rückbau« von drei Wohnblöcken sei notwendig gewesen, »damit uns Banken überhaupt angucken«.

Zwei Wohnhäuser in der Cottbuser Straße und in der Brandenburger Allee sind bereits »zurückgebaut«. Der »Rückbau« der Brandenburger Allee 15-21, so die Genossenschaftsmitarbeiterin, soll im Herbst 2021 erfolgen.

Mitarbeiter des städtischen Stadtentwicklungsamtes reden unverblümt von den städtebaulichen Chancen, die sich durch den Abriß und die dadurch entstandenen und entstehenden Brachflächen ergeben.

Sowohl Abriß als auch Neubau generiert zusätzliches Bruttosozialprodukt und sorgt damit für den notwendigen Aufschwung – und für teurere Mieten.
Diese Chancen sollen unter anderem bei der Gestaltung des »Stadtteileingangs West« umgesetzt werden.

Nicht zuletzt deshalb ist bei den jetzt angelaufenen Planungen eine möglichst breite Beteiligung der Einwohnerinnen und Einwohner notwendig.

Die Einschränkungen wegen der Pandemiebekämpfung erschweren das, soweit bisherige Beteiligungsformate beibehalten werden. Es entstehen aber zugleich Chancen für eine erweiterte Bürgerbeteiligung, wenn auf Streams, Chats und andere Onlinebeteiligungsmöglichkeiten zurückgegriffen wird. Wichtig für eine Beteiligung ist vor allem eine größtmögliche Transparenz in der Diskussion. Wer sich beteiligen will muß schließlich wissen, woran sie oder er sich beteiligt und was zu befürworten oder zu kritisieren ist.

Man darf gespannt sein, wie sich das »Beteiligungsverfahren Stadtteileingang West« entwickelt und inwieweit dabei tatsächlich die Interessen und Wünsche der Kiez-Bewohner Berücksichtigung finden.

Gerd Markmann – 25. Dezember 2020

Siehe auch:
»Regenentwässerung angepaßt« und
»Wettbewerb für Hortneubau«




In einigen Bereichen des Viertels kann die MAXE-Seite im Freien per freiem Internetzugang gelesen werden. Entsprechende öffentliche WLAN-Hotspots werden durch die Stadt Eberswalde am Potsdamer Platz und am »Club am Wald« angeboten. Öffentliches Internet im Kiez

Im November 2017 hatten die Eberswalder Stadtverordneten die Installation öffentlicher WLAN-Hotspots im Stadtgebiet beschlossen. Für das Brandenburgische Viertel war so ein öffentlicher Internetzugang im Bereich des Potsdamer Platzes vorgesehen. Später kam der »Club am Wald« als zweiter geplanter Standort im Kiez dazu.

Anfang Oktober informierte der Eberswalder Verwaltungsdezernent Maik Behrendt im Ausschuß für Wirtschaft und Finanzen, daß beide Standorte im vierten Quartal 2019 mit jeweils einem Access Point (AP) realisiert wurden.

Bereits 2018 waren WLAN-Hotspots auf dem Marktplatz (1 AP) und im Bürgerbildungszentrum »Amadeu Antonio« (6 AP) installiert worden. Im zweiten Quartal 2019 wurde zudem begonnen, den Tierpark mit WLAN zu versorgen (bisher 7 AP). Ziel ist eine »flächendeckende Ausleuchtung«, wozu im Tierparkgelände noch weitere 5 bis 7 AP realisiert werden müssen. Ebenfalls bereits realisiert sind 3 AP zur Internetversorgung im Familiengarten (I. Quartal 2020). In Verantwortung der Stadt soll dann noch ein weiterer WLAN-Hotspot für den Bahnhofsvorplatz installiert werden. Realisiert werden soll dieser Zugang im Zusammenhang mit dem Bau des Fahrradparkhauses.

Alles zusammen kostet für die Hardware einschließlich der Installation knapp 28.000 Euro, von denen 15.000 Euro mittels der EU-Förderung »WiFi4EU« finanziert wird, so daß knapp nur 12.000 Euro aus dem städtischen Haushalt bereitgestellt werden müssen. Hinzu kommen jährliche Kosten von 10.000 Euro für Datenleitung, Verwaltung und Service, die von der Stadt zu tragen sind.

Weitere freie Internetzugänge (17 AP) wird es in Regie des Landes Brandenburg im Rahmen der Initiative »1.500 Hotspots für BB« geben, allerdings keine davon im Brandenburgischen Viertel.

»Bürgerfreifunk« als Alternative

In der gleichen Sitzung des Wirtschafts- und Finanzausschusses nutzte Martin Knopp aus dem Brandenburgischen Viertel die Einwohnerfragestunde, um für eine weitere Möglichkeit zu werben, einen möglichst flächendeckenden freien Internetzugang in der Stadt zu erreichen. Möglich sei das mit dem sogenannten »Bürgerfreifunk«.

Für viele Einwohner gehört der Internetzugang inzwischen zur häuslichen Standardausstattung, oft als Flatrate, deren Kapazität eher selten tatsächlich ausgeschöpft wird. Mittels »Bürgerfreifunk« wäre es möglich, diese freien Kapazitäten auch anderen zugänglich zu machen.

Martin Knopp schlägt vor, daß jeder Einwohner, der sich dazu bereit erklärt, ein bestimmtes Budget und einen zusätzlichen WLAN-Router erhält, um damit seinen eigenen Internetanschluß mit de Öffentlichkeit zu teilen. Durch den zusätzlichen Router ist das Freifunknetz absolut getrennt vom privatenNetz des Anschlußeigentümers. Das sei kostengünstiger als große WLAN-Hotspots an speziellen Punkten in der Stadt aufzubauen. Mit dem »Bürgerfreifunk« könne ein über die ganze Stadt verteiltes großes öffentliches WLAN-Netz aufgebaut werden.

Lisa Rothe – 28. November 2020




Nicht alle Verkehrsteilnehmer halten sich in der Potsdamer Allee an die dort vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h.

Forderung für die Potsdamer Allee:
Barrieren gegen Raserei

Am 10. November berichtete MAXE über eine Anfrage des fraktionslosen Stadtverordneten Carsten Zinn zu einem Zebrastreifen in der Potsdamer Allee.

Dazu muß ich anmerken, daß es der Fraktion Die PARTEI Alternative für Umwelt und Natur bei dem im Herbst 2019 eingereichten Vorschlag um eine generelle Verkehrsberuhigung in der Potsdamer Allee ging, nicht bloß um einen sicheren Übergang, wie das jetzt von Herrn Zinn aufgegriffen wurde.

Wir brauchen in dieser Straße eine generelle Verkehrsberuhigung zumindest auf der gesamten Länge des Spielplatzes.

Um eine effektive Art der Verkehrsberuhigung zu gewährleisten, reicht kein Schild mit der Aufschrift »Spielstraße« oder einer Geschwindigkeitsbegrenzung, sondern es bedarf des Einbaus von Bremsschwellen, die Autofahrer dazu nötigen, langsamer zu fahren.

Wir sehen es an der Straße zwischen dem Potsdamer Platz und dem Einkaufszentrum Heidewald, daß Verbotsschilder faktisch wirkungslos sind. Diese Straße ist für den privaten Autoverkehr gesperrt. Also fahren diejenigen, die sich nicht daran halten wollen, einfach mal mit 80 Sachen durch, damit sie schnell wieder woanders sind, wo das Fahren wieder erlaubt ist.

Solches Fahrverhalten gefährdet Fußgänger, Hunde, Katzen und vor allem spielende Kinder.

Notwendig sind Maßnahmen, die so ein schnelles Fahren verhindern.

Peggy Siegemund – 26. November 2020

Siehe auch:
»Gefahrloser Übergang gefordert«




Wettbewerb für Hortneubau

maxe. Am 10. November fand in der Stadthalle im Familiengarten Eberswalde die Preisverleihung des Wettbewerbes des Neubaus für das Hortgebäude und die Neugestaltung der Außenanlagen in der Kyritzer Straße statt. Statt der geplanten öffentlichen Feier fand die Veranstaltung im kleinen Kreis statt. Eingeladen waren die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, Wohnen und Umwelt, der im Anschluß an gleicher Stelle tagte, sowie Vertreter der Presse, der Jury und die Preisträger.

Das Preisgericht hatte am 27. Oktober in fast zwölfstündiger Sitzung den Sieger des Wettbewerbs bestimmt. Insgesamt gab es 15 Wettbewerbsbeiträge.

»Es gab eine ganze Anzahl von ambitionierten und überzeugenden Vorschlägen, was zeigt, wie gut es ist, sich eines solchen Themas über das Format des Wettbewerbs zu nähern«, so Baudezernentin Anne Fellner. Die eingereichten Wettbewerbsbeiträge bestanden jeweils aus Vorschlägen für den Bau des Hortgebäudes sowie den dazugehörigen Außenanlagen, so daß die Einreichungen aus gemeinsamen Vorschlägen von Architekturbüros mit Landschaftsplanern bestanden.

Im Ergebnis gewann das Projekt nach dem Entwurf der Numrich Albrecht Klumpp Gesellschaft von Architekten mbH aus Berlin in Zusammenarbeit mit der KuBuS Freiraumplanung GmbH & Co. KG den ersten Preis.

»Mit dem Wettbewerbsbeitrag wurde eine herausragende Lösung präsentiert, die zu einer deutlichen Aufwertung des Stadtraumes beiträgt und eine dem Nutzungsziel Hort besonders gerecht werdende und gestalterisch prägende Planung präsentiert«, so Prof. Heinz Nagler, Leiter der Jury des Wettbewerbs. Nun schließlich steht ein Verhandlungsverfahren mit den drei Preisträgern an, welches noch in diesem Jahr abgeschlossen werden soll. Die drei bestplatzierten Architekturbüros/ Bieter müssen dafür Angebote abgeben und weiterführender Unterlagen einreichen. Ziel ist es, den neuen Hort mit seinen Freiflächen bereits im Jahr 2022 zu beziehen. Der Wettbewerb war ein Teil des Vergabefahrens für das Projekt.

Den zweiten Preis belegte die AV1 Architekten GmbH in Kooperation mit METTLER Landschaftsarchitektur. Dieser, ebenfalls aus Berlin stammende Vorschlag, konnte durch eine klare städtebauliche Setzung und städtebauliche Eleganz punkten. Den dritten Platz belegten die KA Keller Architekten aus Cottbus, mit einem gemeinsamen Vorschlag mit der LOCODROM Landschaftsarchitekten GbR, der vor allem in den Bereichen Funktionalität und klarer Gestaltung. Darüber hinaus wurde die Einreichung von PETZI+PETZI Architekten PartGmbB aus Oranienburg in Zusammenarbeit mit der Henningsen Landschaftsarchitekten GmbH anerkennend erwähnt, welches sich durch eine geschickte räumliche Gliederung sowie durch Variabilität auszeichnete.

Mit der Auslobung des Wettbewerbs, welcher im Juni 2020 europaweit ausgeschrieben wurde, hat die Stadt Eberswalde auf die schnelle Umsetzung gedrängt, denn der Bedarf an Hortplätzen ist im Brandenburgischen Viertel groß. Die Bauausführung wird in Holzmodulbauweise erfolgen, was einerseits auf die Eberswalder Holzbauoffensive abzielt und andererseits durch standardisierte, vorgefertigte Abläufe zu einer Zeitersparnis führt.

Eine Aufzeichnung der Preisverleihung sowie eine digitale Ausstellungsschau wird ab Donnerstag, dem 12. November 2020, auf der Homepage der Stadt Eberswalde (www.eberswalde.de) zur Verfügung stehen. »Dies ersetzt dann leider auch die Ausstellung«, so Anne Fellner, »die wir sehr gerne im Dietrich-Bonhoeffer-Haus im Brandenburgischen Viertel durchgeführt hätten. Dies ist uns aber unter den Maßgaben der verschärften Umgangsverordnung nicht möglich.«

(16. November 2020, ergänzt am 22. November 2020)


Eine Aufzeichnung der Preisverleihung kann hier angesehen werden.
Folgender Link führt zur Digitalen Ausstellungsschau.

Weitere Informationen hat die Stadtverwaltung als PDF bereitgestellt:





Gehwegsanierung im Kiez

maxe. Kürzlich legte das Tiefbauamt der Eberswalder Stadtverwaltung die Prioritäten- und Maßnahmeliste zur Geh- und Radwegsanierung für die kommenden Jahre vor. Die Stadtverordneten erhalten diese Liste zur Information, haben darüber also nicht abzustimmen. Dies ist Sache der Verwaltung, der dafür als Beratungsorgan den sogenannten Runden Tisch Geh- und Radwegsanierung zur Verfügung steht, in der die Fraktionen in der Eberswalder Stadtverordnetenversammlung, die Ortsteilvertretungen sowie verschiedene Lobbyvereine (Senioren, Behindertenverbände, Fahrrad-Initiativen etc.) ihre Vertreter entsenden können.

Insgesamt 30 Baumaßnahmen zur Sanierung von Geh- und Radwegen sind für die Jahre 2021 bis 2023 aufgelistet. Von den 13 für 2021 vorgesehenen Projekten liegt keines im Brandenburgischen Viertel. Erst auf der Liste für 2022/23 findet sich mit Maßnahme 11 »Schorfheidestraße 6-24 (Kollektor)« ein Projekt, das einen Gehweg im Kiez betrifft. Die dafür geplanten 63.000 Euro entsprechen einem Anteil von 5,3 % an den 2021-23 für die Geh- und Radwegsanierung zur Verfügung stehenden Mittel. Allerdings kommen auch die Maßnahmen in der Prignitzer Straße zwischen Schwärzesee- und Ringstraße sowie in der Spechthausener Straße nördlich des ehemaligen Bahnübergangs der Erreichbarkeit des Brandenburgischen Viertels zugute. Hier sollen weitere 153.000 Euro investiert werden. Insgesamt wird also der Kiez durchaus entsprechend seiner Einwohnerzahl bei der Geh- und Radwegsanierung angemessen berücksichtigt.

Der im Viertel wohnende fraktionslose Stadtverordnete Carsten Zinn moniert indes die späte Aufnahme der Maßnahme in die Liste. Zumal die hohe Listenposition auf eine Realisierung erst im Jahr 2023 oder gar später hoffen lasse. Die Sanierung des Gehwegs in der Schorfheidestraße habe er bereits in seiner Amtszeit als Ortsvorsteher von 2008 bis 2014 gefordert. Und auch in der Einwohnerversammlung von 2019 habe dieser Dauerbrenner zu den Themen gehört, die von den Einwohnern hinterfragt wurden. Zinn bat daher die Tiefbauamtsleiterin Heike Köhler zu prüfen, »ob es nicht doch noch möglich ist, diese mehr als überfällige Sanierungsmaßnahme in das Kalender-und Haushaltsjahr 2021 vorzuziehen«. Vielleicht sei es auch kurzfristig möglich, gegebenenfalls anderweitig eingesparte finanzielle Mittel innerhalb des Baudezernates für eine vorfristige Sanierung dieses Gehwegabschnittes umzuschichten, wie es beispielsweise vor einigen Jahren in der Spreewaldstraße in Höhe der Bildungseinrichtung Buckow e.V. möglich war.

Wie die Baudezernentin inzwischen der MAXE-Redaktion auf Anfrage mitteilte, wurden und werden im Brandenburgischen Viertel aktuell folgende Maßnahmen entsprechend der vom Runden Tisch Geh- und Radwege vorgeschlagenen Prioritätenliste durchgeführt:

  • In den vergangenen Jahren Sanierung mehrere Teilabschnitte im Brandenburgischen Viertel
  • 2020 ein Teil des Gehweges in der Prignitzer Straße von Schwedter Straße bis Potsdamer Allee
  • 2021/2022 Teilstück Prignitzer Straße von Am Schwärzesee bis Ringstraße, Teilstück Spechthausener Straße, Teilstück Schorfheidestraße.

Diese Sanierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen werden ohne externe Förderung aus dem städtischen Haushalt finanziert.

Zusätzlich wird entsprechend dem vom Stadtentwicklungsamt erarbeiteten Wegenetzkonzept für den Kiez 2021/22 eine erste aus Fördermitteln finanzierte Maßnahme im Bereich Schorfheidestraße durchgeführt. Zur Zeit läuft die Planungsausschreibung.

Anne Fellner weist zudem auf weitere Maßnahmen hin, die im Brandenburgischen Viertel durchgeführt werden: die Erneuerung der Frankfurter Allee (2020/21) und die bereits realisierte Erneuerung der Potsdamer Allee im Bereich des Potsdamer Platzes.

(12. November 2020)

Siehe auch: hier




Zur Neugestaltung der Ausstellung in Maschas Galerie in der Potsdamer Allee 61 soll auch ein neues Banner für den Balkon gestaltet werden.

Neugestaltung einer Ausstellung in der Potsdamer Allee 61:
»Die Platte neu Auflegen«

maxe.Die Ausstellung »Die Platte neu Auflegen: Die Entwicklung des Brandenburgischen Viertels und die Geschichten seiner Bewohner« wird verlängert und neu gestaltet.

Im Rahmen des Projektes hatte sich eine Kooperation mit der städtischen Wohnungs- und Hausverwaltungsgesellschaft (WHG) ergeben, die in der Potsdamer Allee 61 eine Wohnung zur Verfügung stellte, die sich noch im originalen DDR-Zustand befindet.

Das Kooperationsverhältnis habe sich sehr positiv entwickelt, berichtet die Ausstellungsmacherin Mascha Heß. Die Ausstellung wurde sowohl im Viertel als auch von vielen Interessierten von außerhalb sehr gut angenommen und auch gerne für kommunalpolitische Meetings genutzt. Die WHG hat sich daher bereit erklärt, den Kooperationsvertrag und somit auch die Existenz der Ausstellung bis zum 31. Mai 2021 zu verlängern.

Bestandteil der Ausstellung ist ein Sonderausstellungsraum, in dem momentan Fotografien von Kindern aus dem Viertel zu sehen sind. Die Bilder entstanden bei dem Projekt »Kiez, Kids, Kameras: Fotografien vom Brandenburgischen Viertel«. Nun, ein Jahr nach der Eröffnung, sei es an der Zeit, der Ausstellung neuen Glanz zu verleihen, sagt die Ausstellungsmacherin Mascha Heß. Die Bilder sollen wie geplant den Kindern überreicht werden, während der Sonderausstellungsraum neu gestaltet wird. »Da ich selber hier im Brandenburgischen Viertel wohne, habe ich in den vergangenen Jahren viel fotografiert. Von diesen Fotografien möchte eine kleine Auswahl großformatig präsentieren.« Um der Stimmung der Fotografien gerecht zu werden, will die Galeriekünstlerin drei Fotografien in Tapetenform über die gesamte Wandfläche des Raumes anbringen. Entsprechende Angebote hat sie inzwischen eingeholt und beim Sprecherrat »Soziale Stadt« eine Förderung beantragt.

Zugleich entscheidet der Sprecherrat in der ersten Novemberwoche per eMail-Abstimmung über den Antrag, die Fertigung eines neuen Werbebanners zu fördern. Das alte Plakat enthält nicht mehr die korrekten Ausstellungsdaten und hatte zudem den Nachteil, »vom Winde verweht« zu werden. Das künftige Banner soll aus stabilem Material angefertigt werden und natürlich die aktuellen Kontaktdaten und die ab Januar gültigen regelmäßigen Öffnungszeiten enthalten.
Für die beiden Maßnahmen sind Kosten von zusammen 2.660 Euro beantragt worden, die auch kurz vor Jahresende noch im Projektfonds vorhanden sind.

(3. November 2020)

Siehe auch: »Lebensgeschichten-Projekt«

Siehe auch: »Lebensgeschichten gesucht«




Ausschnitt aus dem Lageplan der Stadtverwaltung Eberswalde. Platz für 5 Fahrradbügel am Potsdamer Platz, westliche Seite, zur Schule hin. 2 Fahrradbügel könnten neben der Bushaltestelle neben der Sparkasse aufgestellt werden. Ebenfalls 2 Fahrradbügel sollen neben der gegenüberliegenden Bushaltestelle am »Heidewald« installiert werden. Vorm Heidewald haben die Mitarbeiter der Stadtverwaltung Platz für 4 Fahrbügel ausgemacht. Hier könnte der erste Bügel in der Flucht des Baumes aufgestellt werden, während 3 weitere im Abstand von jeweils 1,50 Metern folgen. Fahrradbügel am Potsdamer Platz

maxe. Der Stadtverordnete Carsten Zinn hatte kürzlich Sören Bauer vom Eberswalder Stadtentwicklungsamt gebeten, »zu prüfen inwieweit auf beide Seiten des Potsdamer Platzes zeitnah moderne zertifizierte bzw. standardisierte Fahrradabstellanlagen installiert werden können«.

Dieser Vorschlag sei mehrfach von Nutzern des Wochenmarktes im Brandenburgischen Viertel an ihn herangetragen worden. Derzeit bleibe der »radelnden Kundschaft« nur die Alternative, ihre Fahrräder an den Bäumen am Potsdamer Platz abzustellen.

Amtsleiterin Silke Leuschner reagierte unverzüglich: »Wir werden zusammen mit dem Tiefbauamt prüfen, wo, was und wann im Bereich des Potsdamer Platzes an Radabstellanlagen installiert werden könnte«. Den Markttag am 30. September nutzten Vertreter der Stadtverwaltung, um sich den Potsdamer Platz bezüglich möglicher Fahrradbügel anzusehen. Ihre Standortvorschläge hielten sie auf einem Luftbild fest.

»Direkt vor dem Heidewald«, informierte Tiefbauamtsleiterin Heike Köhler, »können wir keine Bügel aufstellen, da die Flächen uns nicht gehören. Bezüglich Realisierung können wir wahrscheinlich erst im Haushaltsjahr 2021 reagieren. Falls zum Jahresende doch noch Mittel vorhanden sind, versuchen wir es natürlich früher.«

»Persönlich kann ich mit den Standortvorschlägen sehr gut leben«, sagt dazu Carsten Zinn. »Trotzdem ist es mir wichtig diesbezüglich ein größeres Stimmungs- und Meinungsbild zu bekommen.« Er bittet die »fahrradaffinen« Besucher des Wochenmarktes, aber auch anderweitige Nutzer des Potsdamer Platzes sowie die unmittelbaren Anlieger, sich zeitnah zu den Vorschlägen zu äußern.

(7. Oktober 2020)




Das »Wimmelbild« von Sophia Schrade steht hier zum Herunterladen zur Verfügung.

Zum Ausmalen:
Ein Wimmelbild für den Kiez

maxe. Quartiersmanagerin Julia Klemm informierte am 17. September den Sprecherrat »Soziale Stadt« über die Fertigstellung eines »Wimmelbildes« vom Brandenburgischen Viertel. Das Bild zum Ausmalen kann vervielfältigt werden und wird vom Quartiersmanagment bereitgestellt.

Gezeichnet wurde das »Wimmelbild« von der Eberswalder Grafikerin Sophia Schrade (www.sophiaschrade.com). Sophia Schrade arbeitet derzeit an einem Malbuch über die Fête de la Viertel 2020, in das weitere »identitätsstiftende Bauwerke« im Kiez, wie das Freizeit-Schiff in der Prignitzer Straße.

(30. September 2020)


Quartiersmanagement Brandenburgisches Viertel
Kontaktbüro Soziale Stadt / Bürgerzentrum · Schorfheidestraße 13 · 16227 Eberswalde
Telefon: (Di) 03334 81 82 45, (Mo, Mi-Fr) 030 44 36 36-85
Mobil: 0176 95 49 82 20
Sprechzeiten: Dienstag, 13 - 16 Uhr, Donnerstag, 10 – 13 Uhr
eMail: quartiersmanagement@eberswalde.de"




Am Rande des großen Events zur Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen Land, Stadt und Wohnungsgenossenschaft gab es Proteste gegen den Abriß der Brandenburger Allee 15-21. Es wird abgeräumt. Für Andersdenkende und Protestierer, einschließlich deren Kinder, standen die für die Eventgäste bereitgestellten Getränke, wie ausdrücklich bestätigt wurde, selbstverständlich nicht zur Verfügung. Der »Brausediebstahl«

maxe. Der Kooperationsvertrag zwischen Wohnungsgenossenschaft, Land und Stadt ist unterschrieben. Die Wohnungsgenossenschaft erhält Förderungen für die Sanierung von elf Wohnblocks mit insgesamt 368 Wohnungen und einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 57 Millionen Euro. Davon werden rund 52 Millionen Euro gefördert – durch zinslose oder zinsbegünstigte Kredite.

Als Bestandteil des Pakets wurde auch der Abriß des Wohnblocks in der Brandenburger Allee 15-21 vereinbart. Hier werden von den 250.000 Euro Gesamtkosten 181.500 Euro gefördert – wobei hier die Fördersumme als nicht rückzahlbarer Zuschuß gewährt wird. Nur dadurch gewinnt der Abriß die nötige betriebswirtschaftliche Attraktivität für die Genossenschaft.

Die Unterzeichnung des Kooperationsvertrages wurde als großer Event zelebriert. Die Genossenschaft hatte neben dem aktuellen Sanierungsobjekt in der Havellandstraße auf der Brachfläche eines vor etwa 15 Jahren abgerissenen Wohnblocks durch ein Cateringunternehmen Pavillions und Stehtische aufbauen lassen. Um die Reden des Ministers, des Bürgermeisters, des Landrates und des Genossenschaftsvorstandes anzuhören, waren als Publikum zahlreiche Genossenschaftsmitarbeiter, Mitarbeiter der Stadtverwaltung und einige Stadtverordnete erschienen.

Das ursprünglich auf 15.30 Uhr angesetzte Event begann dann – wie zwei Tage vorher mitgeteilt wurde - eine Stunde vorher. Die Veranstalter und ihr geladenes Publikum blieben so zunächst unter sich. Erst ab 15 Uhr, der Minister war gerade abgefahren, fanden sich auch Einwohner des Viertels ein, unter ihnen Mitglieder und Sympathisanten der Wählergruppe Die PARTEI Alternative Liste Eberswalde. Sie entfalteten u.a. ein Plakat »Kein Abriß mehr von Wohnraum – Für bezahlbares Wohnen«. Etwa ein Dutzend Einwohnerinnen und Einwohner des Brandenburgischen Viertels beteiligten sich an dem stillen Protest.

Bürgermeister, Baudezernentin und die Genossenschaftsvorstände spendeten böse Blicke. Ansonsten war Ignoranz angesagt und mangelnde Souveränität im Umgang mit den Protesten. Dies gipfelte schließlich in dem makabren und lächerlichen »Brausediebstahl«.

Die Protestierenden hatten auch Kinder dabei. Auf den Tischen für die Eventgäste standen Flaschen mit Brause herum. Tristan (7 Jahre) schnappte sich eine der Flaschen und nahm einen Schluck. Als er seiner kleinen Schwester nachjagte, um auch ihr ein Schlückchen Brause zukommen zu lassen, kam eine Angestellte des Cateringdienstes, den die Genossenschaft für die Veranstaltung mit dem Minister engagiert hatte, und nahm der Mutter die Flasche aus der Hand mit den Worten: Sie sind dagegen. Auf Nachfrage bestätigte die Catering-Mitarbeiterin, daß sie dies auf Anweisung tue. Der Flascheninhalt wurde kurz darauf weggekippt.

Dabei richteten sich die Proteste, wie Mirko Wolfgramm (Fraktionsvorsitzender von Die PARTEI Alternative für Umwelt und Natur) gegenüber MAXE betonte, keineswegs pauschal gegen den abgeschlossenen Kooperationsvertrag, sondern explizit gegen den geplanten Abriß des Wohnblocks in der Brandenburger Allee 15-21. Zumal hier Lösungen möglich wären, die den betriebswirtschaftlichen Erfordernissen der Genossenschaft entsprechen und die Abrißkosten sparen würden.

gm – 5. Juni 2020

Siehe auch:
»Initiative: Denkmalschutz für einen Plattenbau!«
»Abriß abgesegnet«
»Denkmalschutz für Abrißblock«
»Unser Viertel wird weiter zerstört!«
»Großprojekt BRAND.VIER«
»Aktionen gegen Wohnungsabriß und Mietsteigerung«
»Unglaublich! – Wohnungsgenossenschaft auf neuen (Miet)Höhen«




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