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Den Monatsplan November der BegegnungsstÀtte »Silberwald« (Spreewaldstr. 1) gibt es hier als PDF (1,7 Mb).

Donnerstag, 30. November, 17 Uhr: Eröffnung der 20. und 21. Ausstellung in der Galerie Fenster (Prignitzer Str. 50). Fotoserie »Manhattan - Straße der Jugend« von Stephanie Steinkopf sowie Aquarelle und Lithografien von Gerhard Wienckowski. Mehr Infos hier).

Sonntag, 17. Dezember, 14-18 Uhr: Kiez-Weihnachtsmarkt auf dem Potsdamer Platz.

Livestream der aktuellen Stadtverordnetenversammlung.


Demo »Wir alle sind Salah« am Antirassismustag 2021. Zehn Tage zuvor, am 11. MĂ€rz 2021 hatte sich Salah Tayyar aus dem Tschad aus Angst vor drohender Abschiebung in den Tod gestĂŒrzt. Eineinhalb Jahre spĂ€ter erlebte ein Landsmann von ihm eben das, wovor sich Salah gefĂŒrchtet hatte: eine brutale Abschiebung.

22. Dezember 2022, 15 bis 16 Uhr:
Stopp Polizeigewalt!
Stopp Abschiebungen!!

Kundgebung vor der AuslÀnderbehörde in Eberswalde

maxe. Es war am 11. MĂ€rz 2021, als sich Salah Tayyar aus Angst vor der drohenden Abschiebung in sein Heimatland Tschad vom Balkon seiner Wohnung in der Senftenberger Straße in den Tod stĂŒrzte. Vor mittlerweile neun Jahren war er in die BRD gekommen in der Hoffnung, hier Schutz zu finden vor den Verfolgungen im Tschad.

Der Barnimer AuslĂ€nderbehörde ging der Freitod eines ihrer SchĂŒtzlinge »am BĂŒrokratenarsch vorbei«, wie es in einem MAXE-Artikel von damals hieß. KĂŒrzlich machte dieser Teil des Barnimer Landratsamtes wiederum deutlich, daß sich dort seither nichts geĂ€ndert hat.

»In der Nacht vom 12. auf den 13. Dezember 2022 hat die Polizei einen GeflĂŒchteten aus Eberswalde in den Tschad abgeschoben«, alarmierte die Initiative »Barnim solidarisch« die Öffentlichkeit. Tatort: die Gemeinschaftsunterkunft »Haus der Toleranz« in unserem Nachbarortsteil Finow. Der Betroffene kam wie sein Landsmann Salah Tayyad vor 9 Jahren in die BRD.

Die Abschiebung wurde durch die Polizei mit großer BrutalitĂ€t umgesetzt. Er wurde mitten in der Nacht von mehr 12 Polizisten ĂŒberwĂ€ltigt. Sie haben ihn geschlagen, auf den Boden gedrĂŒckt und etwas in den Bauch gespritzt, so daß er sofort bewußtlos wurde. Ohne GepĂ€ck, Geld, Informationen – und ohne Schuhe – haben sie ihn nach der Landung des Abschiebeflugzeugs auf dem Flughafen in der tschadischen Hauptstadt N'Djamena gehen lassen. Nach so langer Zeit kennt er niemanden mehr im Tschad.

Organisiert wurde die Abschiebung von der AuslĂ€nderbehörde der Kreisverwaltung Barnim. Die Initiative »Barnim fĂŒr alle« daher ruft zu einer Demonstration vor der AuslĂ€nderbehörde in der Goethestraße / Ecke Pfeilstraße gegen die menschenverachtende Abschiebungspraxis auf. In dem Aufruf heißt es:

»Wir fragen uns, ob so etwas einer deutschen Person passieren könnte. Die Polizei ist eine rassistische Behörde, die GeflĂŒchtete verachtet und mißhandelt.

Darum laden wir euch alle zu einer Kundgebung am Donnerstag, den 22.12.2022, von 15 bis 16 Uhr ein. Wir treffen uns vor der AuslĂ€nderbehörde in Eberswalde, um zu erklĂ€ren, daß die AuslĂ€nderbehörde mit Hilfe der Polizei ein Verbrechen begangen hat.

Wir werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AuslÀnderbehörde laut und kraftvoll zur Verantwortung ziehen. Dieser sehr unmenschliche Skandal bleibt nicht unbeachtet.
Kein Mensch ist illegal.«

(veröffentlicht am 21. Dezember 2022)

Siehe auch:
»Abschiebung mittels Polizeigewalt«
»Behördliche Unmenschlichkeit«
»Weihnachtsgeschenk des Landrats«
Antirassismustag in Eberswalde: »Wir sind alle Salah!«
»BĂŒrgerstiftung Barnim Uckermark: Zum Tod von Salah Tayyar«
»Ein Mensch springt in den Tod«


Barnim fĂŒr alle
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