Kiezmagazin für das Brandenburgische Viertel
in Eberswalde
Kontakt zur ...

In Kürze

Freitag, 21.1., 15 Uhr: Konzert zum Bürgermeisterwahlkampf. Götz Herrmann, dessen Wahlplakate bereits an vielen Laternen hängen, veranstaltet ein Neujahrskonzert vor dem AWO-Pflegeheim »Wolfswinkel« für Bewohner und Mitarbeiter. Tobias Emmerich wird Lieder von bekannten deutschen Liedermachern auf seiner Gitarre »Emma« vortragen.
Bereits um 10 Uhr und 10.45 Uhr gibt es ähnliche Wahlkampf-Konzerte vor den Heimen »Zur Heegermühle« und »Offenes Herz« im Nachbarstadtteil Finow-Ost.


Haltestelle in der Brachlandschaft. Einst hielten die Obusse vor dem Wohnhaus mit Zahnarztpraxis und kleiner Kneipe. Übrig blieb eine glattgeharkte Sandfläche.

Livestream der aktuellen Stadtverordnetenversammlung.


Großeinsatz von Polizei, Rettungskräften und Feuerwehr:
Weihnachtsgeschenk des Landrats

Familie aus Rußland erhielt Abschiebungsbeschluß

maxe. Wie die Pressestelle der auch für Eberswalde zuständigen Polizeidirektion Ost mitteilte, hat es am Montagabend (20. Dezember) in der Flämingstraße einen Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst gegeben.

Auslöser des Großeinsatzes war ein »Weihnachtsgeschenk« der Barnimer Ausländerbehörde, die einer vierköpfigen aus Rußland stammenden Familie kurz vor dem Fest einen Beschluß zur Abschiebung beschert hatte, den die Polizei nun umzusetzen hatte.

Zu den Hintergründen, warum die Eltern und ihre beiden 16 und 20 Jahre alten Söhne abgeschoben werden sollten, wurde nichts bekannt. Glaubt man der allgegenwärtigen Berichterstattung über Rußland, dann sollte es genügend Gründe für einen berechtigten Asylanspruch geben. Aber vielleicht handelt es sich bei der üblichen russophoben Hetze in den hiesigen Medien auch um eine großangelegte Lügenkampagne. Zumindest keimen Zweifel, wenn unser demokratischer Rechtsstaat geflüchtete Menschen aus Rußland abschiebt. Um hier Klarheit zu schaffen, wird MAXE mal bei den zuständigen Stellen der Kreisverwaltung Barnim anfragen.

Die 53jährige Frau jedenfalls scheint einen ordentlichen Schrecken bekommen zu haben, als plötzlich die Polizei mit dem Abschiebungsbeschluß vor der Tür stand. Laut Polizeibericht kam sie mit einem Küchenmesser auf die Beamten zu, richtete aber anschließend das Messer gegen sich selbst.

»Durch umsichtiges Vorgehen«, so die Polizei, »und unter Mitwirkung von Mitgliedern der Verhandlungsgruppe der Spezialeinheiten des Landes Brandenburg konnte die Frau letztlich zur Aufgabe bewegt werden. Ihr 54 Jahre alter Mann erlitt bei dem Geschehen einen Schwächeanfall und wurde durch Rettungskräfte medizinisch versorgt.« Das vorsichtshalber angeforderte Sprungpolster der Freiwilligen Feuerwehr Finow kam nicht mehr zum Einsatz.

Der Abschiebungsversuch wurde abgebrochen. Laut Polizei liege es nun wieder in der Entscheidung der Ausländerbehörde, wie es mit der Familie weitergeht. Ein Ermittlungsverfahren sei trotzdem eingeleitet worden. Dabei werde dem Vorwurf der Bedrohung nachgegangen.

Gegen wen sich das Ermittlungsverfahren richtet, geht aus dem Polizeibericht nicht hervor. Ob die menschenverachtende Praxis der Ausländerbehörde des Landkreises Barnim Gegenstand der Ermittlungen sein wird, wird von Beobachtern der Szene als unwahrscheinlich angenommen. Vielmehr werde wohl gegen die Opfer der staatlichen Willkür ermittelt, die in ihrer Not keinen anderen Ausweg wissen, als das Messer gegen sich selbst zur richten.

(23. Dezember 2021)




Die zwölf neuesten Artikel im Direktzugriff:

16.01.2022 - Quadratisch, praktisch, häßlich zum Artikel ...
14.01.2022 - Das Märchen von Kiefern im Innenhof zum Artikel ...
09.01.2022 - »Behördliche Unmenschlichkeit zu Weihnachten« zum Artikel ...
23.12.2021 - Weihnachtsgeschenk des Landrats zum Artikel ...
14.12.2021 - »Kloppe« für die Baudezernentin zum Artikel ...
10.12.2021 - Rufmord in der MOZ zum Artikel ...
08.12.2021 - Masten wachsen gen Himmel zum Artikel ...
02.12.2021 - Ein Wegeleitsystem für den Kiez zum Artikel ...
30.11.2021 - »Waldball« in der Sporthalle Finowtal zum Artikel ...
27.11.2021 - Leichtathletik-Trainer machen nicht mit! zum Artikel ...
26.11.2021 - Hortneubau in 30 Monaten zum Artikel ...
24.11.2021 - B. Viertel Dogs zum Artikel ...


Archiv der MAXE-Druckausgaben

Alle Druckausgaben von MAXE, dem Kiezmagazin für das Brandenburgische Viertel, die 2012 bis 2014 im Kiez verteilt wurden, sind im Archiv als PDF abrufbar.

Hier geht's zum Archiv: MAXE gedruckt


Eberswalde © 2015-2020 AG MAXE
Impressum

Besucher:
www.gratis-besucherzaehler.de