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Livestream der aktuellen Stadtverordnetenversammlung.


Am Rande des großen Events zur Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen Land, Stadt und Wohnungsgenossenschaft gab es Proteste gegen den Abriß der Brandenburger Allee 15-21. Es wird abgerĂ€umt. FĂŒr Andersdenkende und Protestierer, einschließlich deren Kinder, standen die fĂŒr die EventgĂ€ste bereitgestellten GetrĂ€nke, wie ausdrĂŒcklich bestĂ€tigt wurde, selbstverstĂ€ndlich nicht zur VerfĂŒgung. Der »Brausediebstahl«

maxe. Der Kooperationsvertrag zwischen Wohnungsgenossenschaft, Land und Stadt ist unterschrieben. Die Wohnungsgenossenschaft erhĂ€lt Förderungen fĂŒr die Sanierung von elf Wohnblocks mit insgesamt 368 Wohnungen und einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 57 Millionen Euro. Davon werden rund 52 Millionen Euro gefördert – durch zinslose oder zinsbegĂŒnstigte Kredite.

Als Bestandteil des Pakets wurde auch der Abriß des Wohnblocks in der Brandenburger Allee 15-21 vereinbart. Hier werden von den 250.000 Euro Gesamtkosten 181.500 Euro gefördert – wobei hier die Fördersumme als nicht rĂŒckzahlbarer Zuschuß gewĂ€hrt wird. Nur dadurch gewinnt der Abriß die nötige betriebswirtschaftliche AttraktivitĂ€t fĂŒr die Genossenschaft.

Die Unterzeichnung des Kooperationsvertrages wurde als großer Event zelebriert. Die Genossenschaft hatte neben dem aktuellen Sanierungsobjekt in der Havellandstraße auf der BrachflĂ€che eines vor etwa 15 Jahren abgerissenen Wohnblocks durch ein Cateringunternehmen Pavillions und Stehtische aufbauen lassen. Um die Reden des Ministers, des BĂŒrgermeisters, des Landrates und des Genossenschaftsvorstandes anzuhören, waren als Publikum zahlreiche Genossenschaftsmitarbeiter, Mitarbeiter der Stadtverwaltung und einige Stadtverordnete erschienen.

Das ursprĂŒnglich auf 15.30 Uhr angesetzte Event begann dann – wie zwei Tage vorher mitgeteilt wurde - eine Stunde vorher. Die Veranstalter und ihr geladenes Publikum blieben so zunĂ€chst unter sich. Erst ab 15 Uhr, der Minister war gerade abgefahren, fanden sich auch Einwohner des Viertels ein, unter ihnen Mitglieder und Sympathisanten der WĂ€hlergruppe Die PARTEI Alternative Liste Eberswalde. Sie entfalteten u.a. ein Plakat »Kein Abriß mehr von Wohnraum – FĂŒr bezahlbares Wohnen«. Etwa ein Dutzend Einwohnerinnen und Einwohner des Brandenburgischen Viertels beteiligten sich an dem stillen Protest.

BĂŒrgermeister, Baudezernentin und die GenossenschaftsvorstĂ€nde spendeten böse Blicke. Ansonsten war Ignoranz angesagt und mangelnde SouverĂ€nitĂ€t im Umgang mit den Protesten. Dies gipfelte schließlich in dem makabren und lĂ€cherlichen »Brausediebstahl«.

Die Protestierenden hatten auch Kinder dabei. Auf den Tischen fĂŒr die EventgĂ€ste standen Flaschen mit Brause herum. Tristan (7 Jahre) schnappte sich eine der Flaschen und nahm einen Schluck. Als er seiner kleinen Schwester nachjagte, um auch ihr ein SchlĂŒckchen Brause zukommen zu lassen, kam eine Angestellte des Cateringdienstes, den die Genossenschaft fĂŒr die Veranstaltung mit dem Minister engagiert hatte, und nahm der Mutter die Flasche aus der Hand mit den Worten: Sie sind dagegen. Auf Nachfrage bestĂ€tigte die Catering-Mitarbeiterin, daß sie dies auf Anweisung tue. Der Flascheninhalt wurde kurz darauf weggekippt.

Dabei richteten sich die Proteste, wie Mirko Wolfgramm (Fraktionsvorsitzender von Die PARTEI Alternative fĂŒr Umwelt und Natur) gegenĂŒber MAXE betonte, keineswegs pauschal gegen den abgeschlossenen Kooperationsvertrag, sondern explizit gegen den geplanten Abriß des Wohnblocks in der Brandenburger Allee 15-21. Zumal hier Lösungen möglich wĂ€ren, die den betriebswirtschaftlichen Erfordernissen der Genossenschaft entsprechen und die Abrißkosten sparen wĂŒrden.

gm – 5. Juni 2020

Siehe auch:
»Initiative: Denkmalschutz fĂŒr einen Plattenbau!«
»Abriß abgesegnet«
»Denkmalschutz fĂŒr Abrißblock«
»Unser Viertel wird weiter zerstört!«
»Großprojekt BRAND.VIER«
»Aktionen gegen Wohnungsabriß und Mietsteigerung«
»Unglaublich! – Wohnungsgenossenschaft auf neuen (Miet)Höhen«




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