Kiezmagazin für das Brandenburgische Viertel
in Eberswalde
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In Kürze
In den Herbstferien gibt es im »Club am Wald« in der Senftenberger Straße 16 täglich in der Zeit von 14 bis 17 Uhr verschiedene Angebote für Kinder und Jugendliche. Auch in der zweiten Ferienwoche wird gespielt, gebacken, gebastelt und am Freitag Kino geschaut. Bei schönem Wetter steht die Außenanlage für verschiedene Draußen-Spiele zur Verfügung. Sportlich kann man sich auf dem Volleyballplatz, dem Bolzplatz, an der Tischtennisplatte sowie auf den verschiedenen Rampen des Funparks für BMX-Räder, Scooter und Skateboards betätigen.

Am Freitag, den 30. Oktober ist Saisonschluß im Familiengarten. Grusel ist angesagt seitdem der evangelische Reformationstag »Halloween« heißt. Kleingruppen können ab 16 Uhr Gruselwanderungen durch den dunklen, verzauberten Märchenwald zu erleben. Ab 18 Uhr gibt es im ehemaligen Walzwerk ein Lichterspektakel. Die LUKINS sorgen dafür, das gesamte Ambiente musikalisch zu untermalen. Mit Laser- und Feuershow.
Am eigentlichen »Halloween« (ursprünglich der Abend vor dem katholischen »Allerheiligen« am 1. November) wird im Familiengarten »Erntedank« gefeiert. Im Zentrum steht dabei der Schulgarten. Letzter Öffnungstag des Familiengartens in diesem Jahr ist am 1. November.


Seit mehr als einem Monat ist die GLG-Allgemeinarztpraxis im neuen Sanitätshaus in der Frankfurter Allee 18 geschlossen. Inzwischen wurde bekannt, daß die Allgemeinmedizinerin Elisabeth Klapproth ihren Job beim Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) des landkreiseigenen Gesundheitskonzerns gekündigt hat.

Erfahrene Medizinerin übernimmt
Ab 20. Oktober soll GLG-Allgemeinarztpraxis wieder öffnen

Seit Wochen herrscht im Brandenburgischen Viertel mal wieder Ärztenotstand. Nun gibt es Hoffnung auf Besserung.

Nachdem Ende 2015 die langjährige Hausärztin im Kiez Irene Jordan in den Ruhestand ging, hatte sich die GLG Gesellschaft für Leben und Gesundheit mbH darum bemüht, Ersatz zu schaffen. Zunächst mit Erfolg. Vor einem Vierteljahr boten mit Elisabeth Klapproth und Sandy Luther sogar zwei Hausärztinnen in der GLG-Gemeinschaftspraxis ihre Dienste an.

Als die Gemeinschaftspraxis im Sommer 2020 in das neue Sanitätshaus der Firma Koeppe in der Frankfurter Allee umzog, war aber schon klar, daß Sandy Luther Ende Juli die Praxis verläßt, um künftig anderswo einer stationären Tätigkeit nachzugehen. Die GLG bemühe sich um eine Nachfolge, hieß es schon damals.

Statt dessen standen die Patientinnen und Patienten im Viertel ab Anfang September vor gänzlich geschlossenen Türen. Aus gesundheitlichen Gründen sei die Praxis voraussichtlich bis 25. September geschlossen, verkündete ein Zettel an der Tür. Bald wurde klar, daß die Praxis auch nach dem 25. September geschlossen blieb. Unter der Hand hörte man in den Vertretungspraxen davon, daß Elisabeth Klapproth wohl nicht mehr wiederkomme, es aber ab Oktober Ersatz geben werde

Anfang Oktober hatte sich dann der Stadtverordnete Carsten Zinn, vielen Einwohnern noch als Ortsvorsteher bekannt, obgleich der Ortsteil seit 2014 keine Ortsteilvertretung mehr hat, an den GLG-Geschäftsführer Dr. Jörg Mocek gewandt. Die aktuelle Situation rufe »viel Frust und großes Unverständnis hervor«, schilderte Zinn. Dies sei »auf Dauer nicht hinnehmbar« appellierte er an den Geschäftsführer des landkreiseigenen Gesundheitskonzerns.

Am 14. Oktober erhielt der Stadtverordnete Antwort aus der GLG-Zentrale.

»Bedauerlicherweise sind die beiden Allgemeinmedizinerinnen der Praxis Frankfurter Allee 18 abwesend«, informiert Dr. Mocek. »Frau Luther hat bereits das MVZ verlassen, um einer stationären Tätigkeit nachzugehen. Frau Klappoth hat gekündigt und will in Berlin weiter als Allgemeinmedizinerin tätig sein.«
In der Zwischenzeit sei durch Allgemeinmediziner des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) der GLG und niedergelassene Allgemeinmediziner der Region die Vertretung übernommen worden. Allerdings sei es bei 8 offenen Ärztestellen im Mittelbereich Eberswalde klar, räumt Dr. Mocek ein, »daß die Vertretungen keine vollständige Versorgung durchführen können«.

Der GLG-Chef versicherte dem Stadtverordneten, daß man bestrebt sei, die Stellen nachzubesetzen. Und die GLG hatte Erfolg. Am 9. Oktober sei es gelungen, »abschließend eine erfahrene Allgemeinmedizinerin aus der Region für die Tätigkeit in der Praxis Frankfurter Allee 18 zu gewinnen. Am 20.10.2020 startet die Kollegin, zunächst 2 Tage in der Woche, um dann spätestens nächstes Jahr die Sprechstundenzeiten zu erweitern.«

Die Suche nach Allgemeinmedizinern für die MVZ der GLG werde auf jeden Fall weiter verfolgt werden, so Dr. Mocek.

Die Allgemeinarztpraxis von Ginalie Friedrich in der Potsdamer Allee 41 war von den Turbulenzen nicht betroffen. Allerdings waren deren Kapazitäten zur Aufnahme neuer Patienten bereits bei ihrem Ende 2016 erfolgten Umzug in den Kiez sehr beschränkt, so daß sie den Wegfall der GLG-Ärztinnen nicht ausgleichen konnte.

Ronald Schild – 15. Oktober 2020




Ausschnitt aus dem Lageplan der Stadtverwaltung Eberswalde. Platz für 5 Fahrradbügel am Potsdamer Platz, westliche Seite, zur Schule hin. 2 Fahrradbügel könnten neben der Bushaltestelle neben der Sparkasse aufgestellt werden. Ebenfalls 2 Fahrradbügel sollen neben der gegenüberliegenden Bushaltestelle am »Heidewald« installiert werden. Vorm Heidewald haben die Mitarbeiter der Stadtverwaltung Platz für 4 Fahrbügel ausgemacht. Hier könnte der erste Bügel in der Flucht des Baumes aufgestellt werden, während 3 weitere im Abstand von jeweils 1,50 Metern folgen. Fahrradbügel am Potsdamer Platz

maxe. Der Stadtverordnete Carsten Zinn hatte kürzlich Sören Bauer vom Eberswalder Stadtentwicklungsamt gebeten, »zu prüfen inwieweit auf beide Seiten des Potsdamer Platzes zeitnah moderne zertifizierte bzw. standardisierte Fahrradabstellanlagen installiert werden können«.

Dieser Vorschlag sei mehrfach von Nutzern des Wochenmarktes im Brandenburgischen Viertel an ihn herangetragen worden. Derzeit bleibe der »radelnden Kundschaft« nur die Alternative, ihre Fahrräder an den Bäumen am Potsdamer Platz abzustellen.

Amtsleiterin Silke Leuschner reagierte unverzüglich: »Wir werden zusammen mit dem Tiefbauamt prüfen, wo, was und wann im Bereich des Potsdamer Platzes an Radabstellanlagen installiert werden könnte«. Den Markttag am 30. September nutzten Vertreter der Stadtverwaltung, um sich den Potsdamer Platz bezüglich möglicher Fahrradbügel anzusehen. Ihre Standortvorschläge hielten sie auf einem Luftbild fest.

»Direkt vor dem Heidewald«, informierte Tiefbauamtsleiterin Heike Köhler, »können wir keine Bügel aufstellen, da die Flächen uns nicht gehören. Bezüglich Realisierung können wir wahrscheinlich erst im Haushaltsjahr 2021 reagieren. Falls zum Jahresende doch noch Mittel vorhanden sind, versuchen wir es natürlich früher.«

»Persönlich kann ich mit den Standortvorschlägen sehr gut leben«, sagt dazu Carsten Zinn. »Trotzdem ist es mir wichtig diesbezüglich ein größeres Stimmungs- und Meinungsbild zu bekommen.« Er bittet die »fahrradaffinen« Besucher des Wochenmarktes, aber auch anderweitige Nutzer des Potsdamer Platzes sowie die unmittelbaren Anlieger, sich zeitnah zu den Vorschlägen zu äußern.

(7. Oktober 2020)




Seit Anfang September befindet sich das Eltern-Kind-Zentrum (EKiZ) im Brandenburgischen Viertel in den einst als Wohnung genutzten Räumen des Dietrich-Bonhoeffer-Hauses.

Eltern-Kind-Zentrum ab jetzt im Bonhoefferhaus:
»Offene Kommunikationskultur«

Fehlende Kita-Plätze und zu hohe Klassenstärken in der Kritik

maxe. Das Eltern-Kind-Zentrum – kurz: EKiZ – hat kürzlich seine neue Heimstatt im Dietrich-Bonhoeffer-Haus der Evangelischen Kirchengemeinde Finow in der Potsdamer Allee 35 gefunden. Im Rahmen der offiziellen Eröffnung am 8. September, berichtet die Pressestelle der Stadtverwaltung, übergab Bürgermeister Friedhelm Boginski einen Förderbescheid in Höhe von knapp 17.500 Euro zur Unterstützung der Arbeit des EkiZ an die EkiZ-Leiterin Tabea Westphal.

Die kommunalen Mittel ermöglichen die Aufstockung der wöchentlichen Arbeitszeit der Einrichtungsleiterin, so daß noch mehr und insbesondere neue Angebote den Familien und Kindern zugute kommen können. So zum Beispiel musische, musikalische und kreative Angebote oder solche, die sich explizit auch an Väter richten.

»Ein wesentliches Anliegen für mich ist die weitere Öffnung ins gesamte Quartier, so daß möglichst viele Familien aus dem Brandenburgischen Viertel hier im Haus mit ihren Anliegen einen Platz finden«, sagt Tabea Westphal.

Bei dem anschließenden Elternfrühstück kamen auch Sorgen und Wünsche der Eltern zur Sprache, die über die Möglichkeiten des EKiZ hinausgehen. So waren es zum einen infrastrukturelle Probleme wie eine gute Beleuchtung des öffentlichen Raums und das Bedürfnis nach mehr Sicherheit im Viertel, was die Eltern beschäftigten.

Zum anderen wurde die mangelnde Versorgung mit Kita-Plätzen und die Klassenstärken an der Schwärzesee-Grundschule von zum Teil nahezu 30 Kindern kritisiert.

Alle diese Bedürfnisse, so versicherte der Bürgermeister, würden in der Stadtverwaltung mit größtmöglicher Sorgfalt berücksichtigt. »Insgesamt freue ich mich über das freundliche Miteinander und die offene Kommunikationskultur hier im Eltern-Kind-Zentrum Brandenburgisches Viertel. Für mich ist es sehr wichtig, vor Ort zu sehen und zu erleben, daß wir in Eberswalde diejenigen Orte haben, die dem Austausch miteinander, der sozialen Teilhabe und damit der Stärkung unseres Wir-Gefühls gewidmet sind. Für uns als Stadt, für die Familienfreundlichkeit längst kein weicher Standortfaktor mehr ist, sondern eine essentielle Querschnittsaufgabe, für uns sind solche Netzwerke und Angebote von enormer Bedeutung und verdienen jede Unterstützung«, so der Bürgermeister.

(3. Oktober 2020)




Freuen sich über die neue Kooperation: Stephanie Gideon (WHG Kundenbetreuung), Christine Schink (Projektleiterin BARshare der BEBG) und Sebastian Mertinkat (stellv. Leiter der WHG Kundenbetreuung) am neuen BARshare BIKE-Standort in der Frankfurter Allee 61 in Eberswalde. Ein Elektrolastenrad zum Ausleihen

Am 9. September konnte in der Frankfurter Allee 61 im Brandenburgischen Viertel Eberswalde ein neuer BARshare BIKE-Standort eingeweiht werden. Ein E-Lastenrad der Marke Babboe wird dort künftig für Mieter der städtischen WHG Wohnungsbau- und Hausverwaltungsgesellschaft mbH und alle anderen Einwohner des Viertels zur Nutzung bereitstehen. Es ist das vierte Leih-Lastenrad der Kreiswerke im Barnim.

»Es ist uns wichtig, in Sachen Nachhaltige Mobilität mit gutem Beispiel voranzugehen und unseren Mieterinnen und Mietern die Teilhabe an entsprechenden Mobilitätslösungen zu erleichtern«, betont Kathleen Aßmann, Teamleiterin für Organisation und Öffentlichkeitsarbeit und Ansprechpartnerin für die BARshare BIKE-Standortpartnerschaft seitens der WHG. »Wir verfolgen das Vorhaben eines gemeinsam nutzbaren Mieter-Lastenrads schon seit längerem. Die Lösung einer Standortpartnerschaft mit BARshare BIKE im Brandenburgischen Viertel finden wir optimal: So steht unseren Mieterinnen und Mietern das Rad vor der eigenen Haustür zur Verfügung, ist aber auch für alle anderen Menschen vor Ort sicht- und nutzbar.«

Die WHG übernimmt für ihre Mieter mit einem laufenden Mietvertrag die einmalige Anmeldegebühr in der App sowie die Buchungsgebühr pro Fahrt. Hierfür wird in der App die individuelle Mieternummer hinterlegt. Andere können das Lastenrad nutzen, indem sie sich auf www.barshare.de oder über die BARshare-App für eine einmalige Gebühr von 10 Euro registrieren. Im Gegensatz zu BARshare ist für die Nutzung von BARshare BIKE kein Führerschein notwendig. Das Lastenrad kann für eine einmalige Buchungsgebühr von 1 Euro sowie einen Stundenpreis von 2 Euro bzw. einen Tagespreis von 12 Euro gebucht werden. Die Buchung ist sowohl über die BARshare-Webseite als auch über die App möglich.

Neben den mittlerweile 27 E-Autos von BARshare, die an derzeit sechs Standorten im Landkreis Barnim von BARshare-Hauptnutzern und Mitnutzern geliehen werden können, gehören Lastenräder seit Beginn mit zum BARshare-Fuhrpark. Zwei Lastenräder der Marke i:sy konnten bereits im Sommer 2019 im Fahrradparkhaus Bernau aufgestellt werden, ein E-Trike der Marke Babboe in Spechthausen dient seit Januar 2020 dem Nachbarschaftsverein »Zur Schlechten Gesellschaft« als tägliche Unterstützung für Fahrten ins nahe Eberswalde.

Mit dem Babboe-Lastenrad in der Frankfurter Allee sollen nun auch die Bewohner des Brandenburgischen Viertels die Möglichkeit erhalten, kleinere Transporte klimafreundlich per elektrisch verstärktem Dreirad zu erledigen.

Anja Neumann, Kreiswerke Barnim GmbH
(veröffentlicht am 3. Oktober 2020)


Weitere Infos: www.barshare.de




Das »Wimmelbild« von Sophia Schrade steht hier zum Herunterladen zur Verfügung.

Zum Ausmalen:
Ein Wimmelbild für den Kiez

maxe. Quartiersmanagerin Julia Klemm informierte am 17. September den Sprecherrat »Soziale Stadt« über die Fertigstellung eines »Wimmelbildes« vom Brandenburgischen Viertel. Das Bild zum Ausmalen kann vervielfältigt werden und wird vom Quartiersmanagment bereitgestellt.

Gezeichnet wurde das »Wimmelbild« von der Eberswalder Grafikerin Sophia Schrade (www.sophiaschrade.com). Sophia Schrade arbeitet derzeit an einem Malbuch über die Fête de la Viertel 2020, in das weitere »identitätsstiftende Bauwerke« im Kiez, wie das Freizeit-Schiff in der Prignitzer Straße.

(30. September 2020)


Quartiersmanagement Brandenburgisches Viertel
Kontaktbüro Soziale Stadt / Bürgerzentrum · Schorfheidestraße 13 · 16227 Eberswalde
Telefon: (Di) 03334 81 82 45, (Mo, Mi-Fr) 030 44 36 36-85
Mobil: 0176 95 49 82 20
Sprechzeiten: Dienstag, 13 - 16 Uhr, Donnerstag, 10 – 13 Uhr
eMail: quartiersmanagement@eberswalde.de"




Lageplan des Regenwasserversickerungsbeckens an der Ecke Frankfurter Allee/Spechthausener Straße entsprechend der aktualisierten Ausführungsplanung. Die vier zu fällenden Bäume (angekreuzt) befinden iam Nordufer des Beckens. Regenentwässerung angepaßt

maxe. Statt das Regenwasser in die Finow und damit letztlich in die Ostsee abzuleiten, kann das Wasser mittels Regenversickerung in der Landschaft gehalten werden. Dies ist in Eberswalde erklärtes Ziel. Solche Versickerungsanlagen sollten möglichst ästhetisch, der Landschaft angepaßt und naturnah gestaltet werden. Das forderte nicht zuletzt die Fraktion Die PARTEI Alternative für Umwelt und Natur (siehe »Warum nicht zur Landschaft passend?«).

Wie die Baudezernentin Anne Fellner informierte, wird dieses Ziel bei dem geplanten Versickerungsbecken an der Frankfurter Allee im Rahmen der Ausführungsplanung berücksichtigt. Ging die im November 2019 beschlossene Entwurfsplanung noch von einem puren »technischen Bauwerk« aus, wurde das Versickerungsbecken nun »in seiner Form und Lage der örtlichen natürlichen Gegebenheit angepaßt. Der Baumbestand wurde weitestgehend bis auf 4 Bäume erhalten«, erklärte die Baudezernentin.

Erhalten bleibt auch die markante Eiche in der Mitte der Fläche. »Auf der Fläche neben dem Becken», so Fellner, »werden auch weiterhin Bäume, Sträucher und Gräser und Blumen wachsen.« Aus Sicherheitsgründen müsse das Becken nach Fertigstellung mit einem Zaun gesichert werden. Das Becken selbst werde oberhalb der Versickerungsfläche naturnah mit Oberboden angedeckt und mit Rasen begrünt.

(28. September 2020)


Siehe auch: »Warum nicht zur Landschaft passend?«




Im Rahmen der Arbeiten an der Frankfurter Allee wird jetzt auch die Fahrbahn am Potsdamer Platz erneuert. Das Betonpflaster erweist sich auf Dauer den Belastungen durch die schweren Obusse nicht gewachsen. Die Obusse werden, wie schon im Frühjahr, bis November über die Fläming- und Schwärzeseestraße umgeleitet. Obus wieder auf der Außenrunde

Ausweitung des Ausbaus auf Potsdamer Platz kostet 94.000 €

maxe. Die Baumaßnahmen in der Frankfurter Allee gehen in die nächste Phase, teilt die Pressestelle der Stadtverwaltung mit. Wie schon im August von der Pressestelle angekündigt, ist damit wieder eine Änderung der Verkehrsführung für den Obus verbunden.

Ab Montag, dem 28. September 2020 bis voraussichtlich Anfang November 2020 wird die Potsdamer Allee im Bereich zwischen der Brandenburger Allee und der Kreuzung Frankfurter Allee grundhaft erneuert und die Asphaltdecke im Bereich der Frankfurter Allee und Potsdamer Allee eingebaut. Aus diesem Grund ist die Potsdamer Allee von der Frankfurter Allee bis zur Brandenburger Allee voll gesperrt.

Die Obuslinien 861 und 862 fahren für diesen Zeitraum wieder die Umleitungsstrecke über die Rathenower Straße und Flämingstraße. Nach Fertigstellung der Asphaltdecke, voraussichtlich im November 2020, fahren die beiden Obuslinien dann wieder die Haltestellen in die Potsdamer Allee und in der Brandenburger Allee an.

Die Stadtverwaltung war im Zuge der Baumaßnaßhmen in der Frankfurter Allee mehrfach angesprochen worden, ob der äußerst schlechte Zustand der Potsdamer Allee im Bereich des Potsdamer Platzes nicht gleich im Rahmen dieser Baumaßnahme beseitigt werden kann.
Die Fahrbahn der Potsdamer Allee zwischen Frankfurter Allee und Brandenburger Allee wurde im Jahr 1999 zusammen mit dem Potsdamer Platz mit Betonpflaster hergestellt. Durch die Obusse wirken starke Schubkräfte auf die Fahrbahnbefestigung. Die Vorsatzschicht des Pflasters hat sich inzwischen teilweise abgelöst, das Pflaster ist an vielen Stellen verschoben und an einigen abgesenkt. Tiefe Spurrinnen stellen für Fußgänger und Radfahrer stellenweise eine Unfallgefahr dar.

Im städtischen Hauptausschuß stand am 17. September daher die »Nachtragsvereinbarung Nr. 3 zum Ausbau der Frankfurter Allee, Straßenbau und Regenentwässerung« zur Beschlußfassung. Statt Pflaster ist für die grundhafte Erneuerung eine Asphaltierung vorgesehen. Die Bushaltestellen sollen wie in der Frankfurter Allee mit einer halbstarren Deckschicht verstärkt werden.

Durch die Einbeziehung in die Baumaßnahme Frankfurter Allee können die Kosten für Baustelleneinrichtung, Sperrungen, Obus-Umleitungen und der An- und Abtransport für den Asphaltkomplex eingespart werden. Zudem gelten im wesentlichen die Preise des Hauptangebotes.

Die Kosten für die Nachtragsvereinbarung mit der Gala Tiefbau GmbH aus Schwedt betragen 93.740,99 Euro. Finanziert werden kann die zusätzliche Maßnahme aus vorhandenen Mitteln, da das Ausschreibungsergebnis günstiger ausfiel als ursprünglich geplant. Die Gesamtkosten liegen mit 1,24 Millionen Euro immer noch unter anfänglichen Planansatz von 1,35 Millionen Euro.

Der Hauptausschuß hat am 17. September die Nachtragsvereinbarung einstimmig befürwortet.

(27. September 2020)


Siehe auch: »Warum nicht zur Landschaft passend?«




Das Brandenburgische Viertel von oben Redaktionspause beendet

maxe. Aufgrund technischer und organisatorischer Probleme waren seit Ende Juli keine Aktualisierungen der MAXE-Seite möglich. Inzwischen wurden die Probleme behoben und die MAXE-Seite funktioniert wieder.

Wir danken unserer neuen Mitstreiterin in der MAXE-Redaktion Lisa Rothe für ihr Engagement bei der Neuprogrammierung der PHP-basierten Bestandteile unserer Internetseite und für ihre freundlichen Hinweise zur Verbesserung der allgemeinen Programmstrukturen.

Wir freuen uns, daß wir nun wieder an die inhaltliche Arbeit gehen können.

Falls wir doch einige Fehler übersehen haben sollten (oder neue hineingebastelt haben), bitten wir um .

(26. September 2020)




Die Fläche an der Einmündung der Frankfurter Allee in die Spechthausener Straße - der östliche Eingangsbereich des Brandenburgischen Viertels - ist derzeit als Blumenwiese ausgewiesen. Mittendrin wächst eine Eiche. Blumenwiese und Baum sollen nach aktuellen Planungen einem »technischen Bauwerk« weichen, in dem ökologisch verträglich das gesammelte Regenwasser aus der Frankfurter Allee versickern soll. In der bisherigen ingenieurtechnischen Planung stand die Funktionalität im Vordergrund. Die Gestaltung spielte in der Diskussion keine Rolle. Die Stadtfraktion Die PARTEI Alternative für Umwelt und Natur fordert eine ästhetische, der Landschaft angepaßte und möglichst naturnahe Gestaltung der Versickerungsanlage.

Neu: Regenwasserversickerung an der Frankfurter Allee
Warum nicht zur Landschaft passend?

maxe. Im Juni kam nach längerer Pause der Sprecherrat »Soziale Stadt« im Brandenburgischen Viertel zu einer Beratung zusammen. Die Mitglieder wollten wissen, was es in ihrem Kiez an neuen Baumaßnahmen gibt. Um aus erster Quelle informiert zu werden, hatte das Quartiersmanagement Gunther Wolf vom Eberswalder Stadtentwicklungsamt eingeladen.

Im Mittelpunkt seiner Informationen stand der Anfang Juni begonnene Ausbau der Frankfurter Allee. Dabei werde auch die ma­rode Regenentwässerung erneuert, betonte der Stadtplaner.

Neu werde sein, daß das Regenwasser nicht mehr über lange Rohrleitungen bis zum Drehnitzfließ und dann in den Finowkanal geleitet werde, sondern innerhalb des Wohngebietes versickern soll. Langfristiges Ziel sei, die gesamte Regenentwässerung sukzessive umzustellen. Dafür sollen insgesamt drei Versickerungsbecken im Viertel gebaut werden.
Wolf bedauerte, daß im Rahmen der Planungen zur Frankfurter Allee nur ein »technisches Bauwerk« errichtet werde. Ein schmuckloses eingezäuntes rechteckiges Becken.

Frank Neumann, der als Vertreter der Kirchengemeinde zum Sprecherrat gehört, wies darauf hin, daß es einst drei Teichanlagen im Brandenburgischen Viertel gab, von denen nur noch eine existiere. Zuletzt sei der Teich vor dem Freizeitschiff der Genossenschaft planiert worden. Dies sei nötig gewesen, schilderte Marko Reinhardt von der Genossenschaft, weil der Teich eine Gefahrenquelle für Kleinkinder war, die häufig über den Zaun kletterten.

Außerdem habe man den Platz benötigt, um künftig Veranstaltungen wie aktuell Guten-Morgen-Eberswalde durchführen zu können. Umbau und Gestaltung seien damals im übrigen vollständig durch die Genossenschaft finanziert worden. Frank Neumann hofft nun wenigstens, daß der dritte Teich erhalten wird. Zum »technischen« Versickerungsbecken machte er den Vorschlag, wenigstens den Zaun zu begrünen.

Das Versickerungsbecken steht auch im Zusammenhang mit einem anderen Projekt, über das Gunther Wolf informierte. So werde ein Ingenieurbüro beauftragt, sich Gedanken zum »Stadtvierteleingang Ost« zu machen. Gerade dort soll das Regenwasserversickerungsbecken für die Frankfurter Allee entstehen. Gesunde Bäume stehen auch im Wege. So ein »technisches Bauwerk« trägt gewiß wenig zur Aufwertung des Stadtteileingangs bei und außer Kostengründe gibt es keine Argumente gegen eine landschaftsangepaßte und naturnähere Gestaltung des Regenversickerungsteiches.

»Das Bauwerk wird erst im Rahmen des zweiten Bauabschnittes realisiert, mit dem frühestens im Januar 2021 begonnen werden soll«, meint dazu Peggy Siegemund, die von der Fraktion Die PARTEI Alternative für Umwelt und Natur als sachkundige Einwohnerin in den Ausschuß für Stadtentwicklung, Wohnen und Umwelt entsandt wurde. »Es ist also noch Zeit vorhanden, dem Versickerungsbauwerk eine ansprechendere zeitgemäße Gestaltung zu gönnen.«

Sie werde gemeinsam mit der Fraktion in der verbleibenden Zeit versuchen, eine der exponierten Lage am Stadtteileingang entsprechende ästhetische, der Landschaft angepaßte und möglichst naturnahe Lösung für den Bau des Regenwasserteiches zu finden.

Der Entwurf für eine entsprechende Beschlußvorlage für die Stadtverordnetenversammlung liege inzwischen vor, heißt es seitens der Fraktion, die Kontakt zu anderen interessierten Fraktionen aufgenommen hat, um im September mit einer gemeinsamen Vorlage in die Beratungen der Eberswalder Stadtverordneten gehen zu können.

(20. Juli 2020)




Im Februar verübten Unbekannte einen Brandanschlag auf die BücherboXX. Ein paar Tage später war sie umgestützt. Einige Unterstützer hatten auf einem »Leichentuch« ihre Trauer dokumentiert. In mühevoller Kleinarbeit wurde die BücherboXX in den vergangenen Wochen und Monaten repariert.
Am 3. Juli wurde die BücherboXX im Foyer des Heidewald aufgestellt und wird, wenn dort Händler den Platz in Beschlag nehmen, faktisch ins Angebot »integriert«.
Die auferstandene BücherboXX

Liebe Freundinnen und Freunde der BücherboXX in Eberswalde, es ist geschafft.

Die BücherboXX wird am kommenden Freitag, 3. Juli 2020 um 8 Uhr zur weiteren Nutzung für die Öffentlichkeit im Einkaufszentrum Heidewald aufgestellt. Das Motto lautet nach wie vor »Bring ein Buch, nimm ein Buch, lies ein Buch«.

Die Scheibe konnte nun auch vom Glaser erneuert werden. Die Tür allerdings mußte draußen bleiben. Dieser Schaden muß später behoben werden. Das heißt, der Heidewald hat jetzt eine noch leichter zugängliche Bibliothek, die Tage der offenen Tür sind gekommen.

Das bedeutet aber auch, daß die BücherboXX nun möglichst schnell mit vielen Büchern aufgefüllt wird und daß die Kümmerer weiterhin für Ordnung, Sauberkeit, Nachschub sorgen. Vielen Dank an alle im voraus.

Wir werden später noch zu einem offiziellen Termin mit dem Bürgermeister einladen. Jetzt am Freitag werden am Vormittag einige Unterstützer und die Kolleginnen vom Quartiersmanagement anwesend sein, Bücher reinstellen und eine erste »Begrüßung« der auferstandenen BücherboXX vornehmen.

Nochmals vielen Dank für die Geduld und Dank an den Bauhof für die Unterstützung und den Transport und daß wir dort arbeiten durften.

Konrad Kutt – 1. Juli 2020 (update am 20.07.2020)

Siehe auch:
»BücherboXX gesichert«
»Jetzt erst recht!«
»Kiez-Weihnacht auf dem Potsdamer Platz«
»Gemeinschaftsgarten und BücherboXX«




Wegenetzkonzept für das Brandenburgische Viertel:
Bürgerbeteiligungsverfahren

Konzept liegt aber nur 14 Tage zur Einsichtnahme aus

maxe. Mit der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung am 5. Juni 2020 sind für das Brandenburgische Viertel die Weichen auf die Weiterentwicklung in erheblichen Maßen gestellt worden, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung der Eberswalder Stadtverwaltung.

Wohnungsbaufördermittel in Höhe von rund 52 Millionen Euro fließen dabei an die Wohnungsgenossenschaft 1893 eG für die umfassende Sanierung und Modernisierung von Wohnblocks sowie in Höhe von 181.500 Euro für den Abriß von 43 Wohnungen.

Nutznießer von Förderungen ist auch die Stadt Eberswalde selbst, darunter hohe Summen für die Gestaltung des öffentlichen Raums. »Darauf ist die Stadt Eberswalde gut vorbereitet«, heißt es in der Mitteilung. Die Stadtverwaltung habe mit der Erarbeitung eines aktuellen Wegenetzkonzeptes einen Planentwurf, der umgesetzt werden soll.

Das Wegenetzkonzept soll eine Verbesserung und Optimierung der Wegebeziehungen für alle Altersgruppen darstellen. Es soll im Ergebnis dazu dienen, die vielfältigen Mängel sowie kleine und größere Missstände bei der alltäglichen Inanspruchnahme der verschiedenen Fuß- und Radwege, Freiflächen, Straßenquerungen und Übergänge schrittweise zu beseitigen. Das Konzept soll auch eine Empfehlung für ein Wegeleitsystem für den öffentlichen als auch den privaten Raum geben. Die Umsetzung des Konzeptes soll das Brandenburgische Viertel in seiner Bedeutung als Wohnstandort stärken.

Die Maßnahmenentwicklung wurde durch das Planungsbüro INSAR aus Berlin mit den Fachleuten der Stadtverwaltung, mit den großen Wohnungseigentümern und dem Quartiersmanagement abgestimmt. Am 9. Juni 2020 wurde der Konzeptentwurf im Ausschuß für Stadtentwicklung und am 11. Juni 2020 dem Sprecherrat für das Brandenburgisches Viertel vorgestellt.

Demnach sind drei Schwerpunktsetzungen vorgesehen: Schorfheidestraße-Beeskower Straße-Gemeinschaftsgarten, Stadtteileingang Ost (Frankfurter Allee) sowie der Potsdamer Platz. Zudem gebe es Empfehlungen für ein Wegeleitsystem. Eine Präsentation des Konzeptes findet sich im Bürgerinformationssystem der Stadt.

Bürgerinnen und Bürger haben nun die Möglichkeit, den Konzeptentwurf einzusehen. Dazu werden in der Zeit vom 11. bis 25. August 2020 die Unterlagen zur Einsicht im Stadtentwicklungsamt, Breiten Straße 39 und im Stadtteilbüro im Bürgerzentrum, Schorfheidestraße 13 zu den jeweiligen Öffnungszeiten ausgelegt und unter www.eberswalde.de/start/stadtentwicklung/soziale-stadt online gestellt.

Hinweise zum Konzept können bis zum 27. August 2020 dem Stadtentwicklungsamt schriftlich oder per Email unter stadtentwicklungsamt@eberswalde.de mitgeteilt werden.

(30. Juni 2020 - gm)




Das Sascha Lej Trio am Sonnabend halb elf vor dem Freizeit-Schiff der Wohnungsgenossenschaft in der Prignitzer Straße 50.

Kultur im Kiez:
Atem ein, Atem aus

Guten Morgen Eberswalde DCLXXV

maxe. Zum zweiten Mal in Folge gab es am 13. Juni »Guten Morgen Eberswalde« im Brandenburgsichen Viertel. Dort im Freizeitschiff der Wohnungsgenossenschaft in der Prignitzer Straße 44-50 hat der Veranstalter Udo Muszynski seit kurzem sein Domizil aufgeschlagen und auch ein Studio eingerichtet. Selbiges schafft auch die technische Voraussetzung für die Konzerte vor dem Freizeitschiff einschließlich des Livestreams.

Zumindest die nächsten beiden Guten-Morgen-Veranstaltungen werden ebenfalls vor dem Freizeitschiff stattfinden (sofern das Wetter nicht die Beschränkung auf den Livestream erzwingt). Ab nächster Woche können wieder Freiluftveranstaltungen bis zu 1000 Personen stattfinden. Die bisherige Beschränkung auf 50 Gäste entfällt damit, wie auch die Notwendigkeit, sich vorher anzumelden.

Zur 675. Ausgabe von »Guten Morgen Eberswalde« am 13. Juni 2020 gastierte der Wahlniederfinower Sascha Lej mit seinen Liedern bei Guten-Morgen-Eberswalde zu Gast. In seinem neuen Programm "Atem ein, Atem aus" stromert er zwischen Ausnahmezustand, Einkehr und rEVOLution.

Mit groovigen Arrangements und pur poetischen Impressionen zu Reggae, Walzer und folkigen Klängen besingt Sascha, was ihn bewegt, zerreißt und amüsiert. Liedermacherkunst zwischen Grübelei und Leichtigkeit zum Mitdenken, Schmunzeln und eigentlich - zum Mitsingen. Unterstützung bekommt er am Kontrabass von Isaac Friesen und von Niko Braasch am Schlagzeug.
Wer das Konzert um halb elf verpaßt hat, kann es hier nachhören und anschauen.

gm – 13. Juni 2020


Vorausblick:
Guten Morgen Eberswalde DCLXXVI oder Guten Morgen Eberswalde online XV
Sonnabend, 20. Juni 2020, 10.30 Uhr, Theater Schreiber & Post Bei Schönwetter (mit Publikum): »Hase & Igel«. Bei Schlechtwetter (ohne Publikum): »Ik bün Könik« (www.schreiberundpost.de).
Guten-Morgen-Eberswalde wirbt um Unterstützung!
Der Eintritt ist und bleibt frei! Ihre finanzielle Unterstützung ist jedoch wichtig und nötig! Für Spenden / Schenkungen gibt es ein gesondertes Konto bei der Sparkasse Barnim:
IBAN Konto.Nr.: DE48 1705 2000 0940 0122 43 · Kontoinhaber: Udo Muszynski Konzerte + Veranstaltungen · Zahlungsgrund: Guten-Morgen-Eberswalde
Guten-Morgen-Eberswalde! Kulturelle Interventionen in Eberswalde.
Seit dem 14. Juli 2007. Online seit dem 14. März 2020. Veranstalter: Udo Muszynski Konzerte + Veranstaltungen · Programm: Udo Muszynski · Organisationsassistenz: Julia Heilmann/Ruben Pagenkopf · Kamera: Philipp Heinze (SickPictures) · Schnitt: Torsten Stapel · Ton: Tim Altrichter (oton) · Fotos: Steffen Groß/Klaus Gollin. Die Umsetzung des Livestreaming Formates wird im Mai 2020 in besonderer Weise durch die Stadt Eberswalde, Sparkasse Barnim und die Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 eG unterstützt. Hauptförderer: Landkreis Barnim, Stadt Eberswalde. Hauptsponsor: Sparkasse Barnim.
Udo Muszynski Konzerte + Veranstaltungen (www.mescal.de)
Freizeitschiff der Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 eG
Prignitzer Straße 48 · 16227 Eberswalde





Am Rande des großen Events zur Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen Land, Stadt und Wohnungsgenossenschaft gab es Proteste gegen den Abriß der Brandenburger Allee 15-21. Es wird abgeräumt. Für Andersdenkende und Protestierer, einschließlich deren Kinder, standen die für die Eventgäste bereitgestellten Getränke, wie ausdrücklich bestätigt wurde, selbstverständlich nicht zur Verfügung. Der »Brausediebstahl«

maxe. Der Kooperationsvertrag zwischen Wohnungsgenossenschaft, Land und Stadt ist unterschrieben. Die Wohnungsgenossenschaft erhält Förderungen für die Sanierung von elf Wohnblocks mit insgesamt 368 Wohnungen und einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 57 Millionen Euro. Davon werden rund 52 Millionen Euro gefördert – durch zinslose oder zinsbegünstigte Kredite.

Als Bestandteil des Pakets wurde auch der Abriß des Wohnblocks in der Brandenburger Allee 15-21 vereinbart. Hier werden von den 250.000 Euro Gesamtkosten 181.500 Euro gefördert – wobei hier die Fördersumme als nicht rückzahlbarer Zuschuß gewährt wird. Nur dadurch gewinnt der Abriß die nötige betriebswirtschaftliche Attraktivität für die Genossenschaft.

Die Unterzeichnung des Kooperationsvertrages wurde als großer Event zelebriert. Die Genossenschaft hatte neben dem aktuellen Sanierungsobjekt in der Havellandstraße auf der Brachfläche eines vor etwa 15 Jahren abgerissenen Wohnblocks durch ein Cateringunternehmen Pavillions und Stehtische aufbauen lassen. Um die Reden des Ministers, des Bürgermeisters, des Landrates und des Genossenschaftsvorstandes anzuhören, waren als Publikum zahlreiche Genossenschaftsmitarbeiter, Mitarbeiter der Stadtverwaltung und einige Stadtverordnete erschienen.

Das ursprünglich auf 15.30 Uhr angesetzte Event begann dann – wie zwei Tage vorher mitgeteilt wurde - eine Stunde vorher. Die Veranstalter und ihr geladenes Publikum blieben so zunächst unter sich. Erst ab 15 Uhr, der Minister war gerade abgefahren, fanden sich auch Einwohner des Viertels ein, unter ihnen Mitglieder und Sympathisanten der Wählergruppe Die PARTEI Alternative Liste Eberswalde. Sie entfalteten u.a. ein Plakat »Kein Abriß mehr von Wohnraum – Für bezahlbares Wohnen«. Etwa ein Dutzend Einwohnerinnen und Einwohner des Brandenburgischen Viertels beteiligten sich an dem stillen Protest.

Bürgermeister, Baudezernentin und die Genossenschaftsvorstände spendeten böse Blicke. Ansonsten war Ignoranz angesagt und mangelnde Souveränität im Umgang mit den Protesten. Dies gipfelte schließlich in dem makabren und lächerlichen »Brausediebstahl«.

Die Protestierenden hatten auch Kinder dabei. Auf den Tischen für die Eventgäste standen Flaschen mit Brause herum. Tristan (7 Jahre) schnappte sich eine der Flaschen und nahm einen Schluck. Als er seiner kleinen Schwester nachjagte, um auch ihr ein Schlückchen Brause zukommen zu lassen, kam eine Angestellte des Cateringdienstes, den die Genossenschaft für die Veranstaltung mit dem Minister engagiert hatte, und nahm der Mutter die Flasche aus der Hand mit den Worten: Sie sind dagegen. Auf Nachfrage bestätigte die Catering-Mitarbeiterin, daß sie dies auf Anweisung tue. Der Flascheninhalt wurde kurz darauf weggekippt.

Dabei richteten sich die Proteste, wie Mirko Wolfgramm (Fraktionsvorsitzender von Die PARTEI Alternative für Umwelt und Natur) gegenüber MAXE betonte, keineswegs pauschal gegen den abgeschlossenen Kooperationsvertrag, sondern explizit gegen den geplanten Abriß des Wohnblocks in der Brandenburger Allee 15-21. Zumal hier Lösungen möglich wären, die den betriebswirtschaftlichen Erfordernissen der Genossenschaft entsprechen und die Abrißkosten sparen würden.

gm – 5. Juni 2020

Siehe auch:
»Initiative: Denkmalschutz für einen Plattenbau!«
»Abriß abgesegnet«
»Denkmalschutz für Abrißblock«
»Unser Viertel wird weiter zerstört!«
»Großprojekt BRAND.VIER«
»Aktionen gegen Wohnungsabriß und Mietsteigerung«
»Unglaublich! – Wohnungsgenossenschaft auf neuen (Miet)Höhen«




Der Nachbarwohnblock in der Brandenburger Allee fiel bereits 2019 dem Abrißbagger zum Opfer. Alle Versuche von verschiedenen Seiten, die Genossenschaftsführung von ihrem Ansinnen abzubringen, auch noch das Haus in der Brandenburger Allee 17-21 abzureißen, blieben ohne Erfolg. O-Ton Genossenschaftsvorstand Holger Klich: »Der Rückbau des Blockes ist für 2021 geplant. Von weiteren Kontaktaufnahmen in diesem Zusammenhang bitten wir abzusehen.«

Stadtverordnetenversammlung am 28. Mai 2020:
Abriß abgesegnet

maxe. Die Stadtverordnetenversammlung Eberswalde hat in ihrer Sitzung am 28. Mai 2020 den Abriß des Wohnblocks in der Brandenburger Allee 15-21 mehrheitlich abgesegnet.

Der Abriß ist Bestandteil eines Kooperationsvertrages zwischen der Stadt, dem Land und der Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 eG (vormals Wohnungsbaugenossenschaft Eberswalde-Finow eG). Der Änderungsantrag der Fraktion Die PARTEI Alternative für Umwelt und Natur, mit dem der Abriß aus der Vereinbarung gestrichen werden sollte, fand keine Mehrheit.

Noch weniger konnte sich die Stadtverordnetenmehrheit mit der Beschlußvorlage der gleichen Fraktion anfreunden, den Abrißblock unter Denkmalschutz zu stellen.

Die Linke will erst künftig nicht mehr mit Abrissen „mitgehen“, wie es deren Fraktionschef Sebastian Walter laut MOZ formulierte. Ihre emotionale Abscheu vor der DDR-Platte bekundete Karen Oehler von Bündnis 90/Die Grünen. „Man hörte und roch alles“, wird sie von der lokalen Tageszeitung zitiert.

Erstaunlich, daß trotzdem so viele Menschen in solchen Wohnverhältnissen ausgeharrt haben und das Wohnen in ihrem Kiez sogar schön finden. In verschiedenen Nachwendebauten soll das mit dem Mithören und -riechen übrigens nicht viel anders sein.

Am kommenden Freitag, dem 5. Juni, soll die Kooperationsvereinbarung dann offiziell mit Ministerbesuch besiegelt werden. Bei 52 Millionen Euro Wohnungsbaufördermitteln, die hier vergeben werden – davon 181.531 € für den Abriß (Rückbau) des Wohnblocks in der Brandenburger Allee 15-21 – ist natürlich verständlich, daß der Minister selbst vorbeikommt.

Bis auf die Rückbauförderung, die über das Programm zum Stadtumbau gefördert wird, sind die Förderungen für die Wohnungsgenossenschaft übrigens lediglich zinslose oder zinsbegünstigte Kredite, müssen also über erhöhte Nutzungsentgelte im gesamten Wohnungsbestand refinanziert werden. Eine Information für die Mitglieder oder deren Vertreter, geschweige denn eine Diskussion darüber, hat es in der Genossenschaft übrigens nicht gegeben. Der Genossenschaftsvorstand, gegebenenfalls unter Einbeziehung des nicht demokratisch legitimierten Aufsichtsrats, haben das ohne Befragung der Mitglieder und deren Vertreter entschieden.

Die Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung ist für 15.30 Uhr in dem ersten, bereits begonnenen Sanierungsobjekt der Genossenschaft in der Havellandstraße 24-30 vorgesehen. Mit dabei sind neben dem Minister für Infrastruktur und Landesplanung Guido Beermann auch Bürgermeister Friedhelm Boginski und die Vorstände der Wohnungsgenossenschaft Volker Klich und Guido Niehaus.

Falls Sie, liebe Kiezbewohnerinnen und -bewohner, an dem großen Ereignis teilhaben wollen, denken Sie bitte an die Abstandsregeln und den für nähere Kontakte vorgeschriebenen Mund- und Nasenschutz.

(29. Mai 2020)

Siehe auch:
»Denkmalschutz für Abrißblock«
»Unser Viertel wird weiter zerstört!«
»Großprojekt BRAND.VIER«
»Aktionen gegen Wohnungsabriß und Mietsteigerung«
»Unglaublich! – Wohnungsgenossenschaft auf neuen (Miet)Höhen«




Die Havellandstraße 24 bis 30 – der letzte verbliebene Wohn- block in dieser Straße (die Hausnummern 2 bis 28 sind längst abgerissen) – wird ab dem 7. April von Grund auf saniert.
Im Rahmen des »Großprojektes BRAND.VIER« will die Leitung der Genossenschaft in den nächsten zehn Jahren insgesamt 27 Wohnblöcke sanieren und modernisieren.

Baubeginn:
»Großprojekt BRAND.VIER«

maxe. »Heute, am 7. April 2020 ist es nun soweit«, schreibt die Wohnungsgenossenschaft 1893 eG auf ihrer Facebook-Seite. Mit dem »Baubeginn des Sanierungsobjekts in der Havellandstraße 24 bis 30 starten wir unser Großprojekt BRAND.VIER«.

In den nächsten zehn Jahren sollen nach den Planungen der Geschäftsführung der Genossenschaft insgesamt 27 Wohnblöcke im Brandenburgischen Viertel »auf Vordermann« gebracht werden.
Voller Stolz wird darauf hingewiesen, daß das »Großprojekt BRAND.VIER« – das ist die Abkürzung für Brandenburgisches Viertel – das bisher größte Projekt in der Geschichte der Wohnungsgenossenschaft 1893 eG sei.

Nimmt man die Umbenennung der »Wohnungsbaugenossenschaft Eberswalde-Finow« in »Wohnungsgenosssenschaft 1893 Eberswalde« als Stunde Null, stimmt das zweifellos. Auch mit dem Jahr 1990 als Beginn allen Lebens, verbleibt dieser Aussage ein unbestreitbarer Wahrheitsgehalt. Denn weder die Sanierungsmaßnahmen Anfang der 1990er Jahre noch die Abrisse zwischen 2003 und 2019 umfaßten eine so große Zahl an Wohnhäusern – auch wenn im Vergleich die Abrißblöcke in diesem Wettbewerb zahlenmäßig nur knapp unterliegen.

Hingegen dürften sich die Wohnungsneubauprogramme der damaligen Arbeiterwohnungsgenossenschaften, aus der dann nach der sogenannten Wende die WBG hervorging, in den 1950er und -60er Jahren in Westend und Finow-Ost, in den 1970er Jahren im Leibnizviertel und in Finow-Ost sowie von 1978 bis 1990 im damaligen Max-Reimann-Wohngebiet, das 1993 in »Brandenburgisches Viertel« umbenannt wurde, mit dem nun in Angriff genommenen Großprojekt durchaus messen lassen.

Zumindest bis in die 1970er Jahre beteiligten sich die Genossenschaftler auch noch mit handfesten eigenen Arbeitsleistungen am Bau ihrer Wohnungen. Die zunehmend industriellen Methoden des Wohnungsbaus ließen das später nicht mehr zu. Auch bei den geplanten Sanierungen sind solche Eigenleistungen aufgrund der erforderlichen Professionalität kaum möglich. Dennoch ist es schade, wenn diese genossenschaftlichen Traditionen heute vergessen werden, zumal die AKtivierung von möglichen Eigenleistungen der Genossenschaftler zu den letzlich ökonomisch wirksamen Vorzügen von Genossenschaften gehört.

Die Genossenschaft schließt ihren Facebookbeitrag mit den Worten: »Damit auch das Brandenburgische Viertel wieder auf Augenhöhe mit allen anderen Stadtteilen Eberswaldes blicken kann. Denn im Herzen lieben wir unser Viertel doch wie es einmal war und wünschen uns, daß sich dort auch jeder wieder wohlfühlen kann.«

gm – 7. April 2020




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