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Livestream der aktuellen Stadtverordnetenversammlung.


Derzeit sei die Verkehrssituation am kĂŒnftigen »Schorfheideplatz« vor allem fĂŒr FußgĂ€nger und Radfahrer »recht unĂŒbersichtlich«, heißt es in der Vorlage, mit welcher die Entwurfsplanung samt Baubeschluß beschlossen werden soll. ZunĂ€chst berĂ€t am 8. Februar der Ausschuß fĂŒr Stadtentwicklung, Wohnen und Umwelt darĂŒber. Nur eine Woche spĂ€ter soll am 17. Februar der Hauptausschuß beschließen. Die Stadtverordnetenversammlung wird nicht bemĂŒht, weil die Investitionskosten mit etwa 355.000 Euro unter der Schwelle von einer halben Millionen Euro liegt und die Entscheidung somit in die ZustĂ€ndigkeit des Hauptausschusses fĂ€llt.

Das Magazin fĂŒr Stadtentwicklung »report | e«, das dem stĂ€dtischen Amtsblatt vom Dezember beilag, enthielt erste Informationen zur Entwurfsplanung des neuen »Schorfheideplatzes«. Ein Anwohner nutzte dies, um mit eigenen VorschlĂ€gen an die Stadtverwaltung und die Fraktionen heranzutreten. »Die Wegebeziehungen der FußgĂ€nger sind nicht beachtet worden«, schrieb er der zustĂ€ndigen Tiefbauamtsleiterin Heike Köhler und wies darauf hin, daß quer ĂŒber den Platz eine wichtige Fußverbindung zwischen Heidewald und dem Quartier Choriner Straße und weiter zur Spechthausener Straße verlĂ€uft. Er Ă€ußerte auch Zweifel, ob die schmale und winklige StraßenfĂŒhrung fĂŒr MĂŒllfahrzeuge und Liefer-LKWs fĂŒrs Altenheim befahrbar sei. Schließlich wies er auch noch auf die ĂŒbelriechende Abluft aus dem LĂŒftungsschacht direkt neben dem Sportplatz hin. Amtsleiterin Heike Köhler bedankte sich fĂŒr die Hinweise. In der nun zur Beschlußfassung vorgelegten Entwurfsplanung fanden sie keine BerĂŒcksichtigung.
ErgĂ€nzung: Die Baudezernentin und amtierende BĂŒrgermeisterin Anne Fellner hat dem Einwohner inzwischen geantwortet: »Vielen Dank fĂŒr Ihr Engagement und Ihre Anregung! Den Weg nehmen wir gerne auf. Wir hatten zunĂ€chst davon abgesehen, da wir die FlĂ€che als Versickerungs- und VerdunstungsflĂ€che (Thema Schwammstadt!) geplant hatten. Wir sehen aber die Möglichkeit, beide Ziele zu integrieren.«

Die beiden BĂ€ume am Rand des Gemeinschaftsgartens – beide erst vor wenigen Jahren gepflanzt – könnten ganz leicht erhalten werden, wenn die Fahrbahn der Beeskower Straße zwei Meter weniger nach Westen verlegt wird als im Entwurfsplan vorgesehen ist.

»Kloppe« fĂŒr die Baudezernentin Nr. 4:
Erstmal alle BÀume fÀllen

Beschlußfassung zum »Schorfheideplatz« am 17. Februar

Im Herbst 2020 hatten die Eberswalder Stadtverordneten das Wegenetzkonzepts fĂŒr das Brandenburgische Viertel beschlossen. Zu den dort vorgebrachten VorschlĂ€gen gehörte auch die Gestaltung den Bereich an der EinmĂŒndung der Beeskower in die Schorfheidestraße. Die Autoren des Konzepts von der Berliner Gesellschaft fĂŒr Architektur, Stadtplanung und Regionalberatung nannten das Areal »Schorfheideplatz«.

Im Wegekonzept wurden eine ganze Reihe von Defiziten aufgezĂ€hltund der Bereich als »unternutzter Transitraum mit unzureichender Gestaltung« bezeichnet. Die Stadtverwaltung hatte bereits im Dezember 2020 das IngenieurbĂŒro Weiland aus Gransee mit der Gestaltung des Platzes beauftragt. Über die daraus resultierende Entwurfsplanung samt Baubeschluß soll am 17. Februar der Hauptausschuß der Stadt Eberswalde entscheiden. Eine Woche vorher, am 8. Februar, steht die Vorlage noch auf der Tagesordnung des Ausschusses fĂŒr Stadtentwicklung, Wohnen und Umwelt.

»Wesentliche Ziele der Planung«, so heißt es in der Sachverhaltsdarstellung der Beschlußvorlage, »sind die Herstellung bzw. Verbesserung barrierearmer Wege-fĂŒhrungen, die Verbesserung der Einsehbarkeit sowie der AufenthaltsqualitĂ€t am Knotenpunkt. Zudem sollen durch klimaangepaßte Strategien die RĂŒckhaltung (Retention), Speicherung und die Verdunstung von Regenwasser gefördert werden, um den mikroklimatischen VerĂ€nderungen durch den Klimawandel (Zunahme extremer Witterung, Starkregenereignisse, anhaltende Hitze- und Trockenperioden) Rechnung zu tragen. Das Prinzip der 'Schwammstadt' soll in kleinem Maßstab Anwendung finden.«

Im Zuge der Vorplanung seien »diverse Varianten« untersucht worden, ĂŒber die der interessierte BĂŒrger allerdings nichts erfĂ€hrt. FĂŒr die Entwurfsplanung wurde von der Stadtverwaltung die Variante 5 als Vorzugsvariante ausgewĂ€hlt. Die StraßenfĂŒhrung der Beeskower Straße wird »nach Westen verlegt, um eine PlatzflĂ€che mit höherer AufenthaltsqualitĂ€t im östlichen Bereich zu erhalten. Dieser kleine Platz soll mit Pflaster befestigt werden. SitzbĂ€nke, PflanzkĂŒbel und ein niedriges Kletterelement werden sinnvoll und ansprechend angeordnet.
Rings um die versiegelte PlatzflĂ€che werden ca. 20 cm tiefe Retentionsmulden hergestellt, so daß Niederschlagswasser nach Starkregen zurĂŒckgehalten werden kann.« Durch flache Böschungen bleiben die Mulden begehbar. Unter der grĂ¶ĂŸten Mulde soll ein Substrat eingebracht werden, »welches das Wasser unterirdisch besser speichern kann als die natĂŒrlicherweise vorhandenen sandigen Böden.«

Weiter wird ausgefĂŒhrt, daß »etliche Baumpflanzungen geplant« seien. Allerdings wird kein Wort darĂŒber verloren, daß alle vorhandenen BĂ€ume – insgesamt acht (gelb markiert im Lageplan) – im Rahmen der Baumaßnahme beseitigt werden sollen. Die HĂ€lfte davon sind erst in jĂŒngster Vergangenheit gepflanzt worden und mit erheblichen Aufwand ĂŒber die vergangenen trockenen Jahre gebracht worden. Zwei weitere BĂ€ume, fĂŒr die fast an gleicher Stelle Neupflanzungen geplant sind, dĂŒrften in den 90er Jahren gepflanzt worden sein. Lediglich zwei Eschenahorne stammen noch aus DDR-Zeiten, deren Beseitigung angesichts der begrenzten Restlebensdauer, auch wenn sie derzeit noch einen vitalen Eindruck machen, gerechtfertigt erscheint.

GeringfĂŒgige PlanĂ€nderungen wĂŒrden ausreichen, um die meisten der vorhandenen BĂ€ume zu erhalten. Im Tiefbauamt scheint solch ein Ansinnen allerdings völlig außerhalb der Denkstrukturen zu liegen. Da herrscht die Ideologie vor, erstmal alles Vorhandene abzurĂ€umen, um »Baufreiheit« zu schaffen. Dann kann mit hohen Kosten alles neugestaltet werden. Über die MĂŒhen und Kosten der Vergangenheit muß man ja nicht nachdenken.

WĂŒrde man dies tun – also darĂŒber nachdenken – kĂ€me man recht schnell auf den Gedanken, die neue Fahrbahn der Beeskower Straße einfach 2 Meter weniger weit nach Westen zu verlegen, um einen GrĂŒnstreifen fĂŒr die zwei vorhandenen BĂ€ume am Zaun des Gemeinschaftsgartens özu erhalten. Damit wĂŒrde sich zugleich die ZugĂ€nglichkeit zum AWO-Pflegeheim fĂŒr große LKW verbessern.

Auch der kleine GrĂŒnstreifen mit Baum an der Ecke des PflegeheimgrundstĂŒcks könnte erhalten bleiben, wenn der dort vorhandene Gehweg nur leicht nach SĂŒden verlegt wird. Die GrĂŒnflĂ€che im sĂŒdlichen Bereich könnte bis zu dem vorhandenen Baum ausgedehnt und der befestigte Platz dafĂŒr etwas in nordöstliche Richtung verlegt werden.

Vielleicht beinhalteten die anderen Varianten Ă€hnliches. Wir wissen es nicht. Es liegt nun an den Mitgliedern von ASWU und Hauptausschuß, ob sie die Beschlußvorlage wie meist ĂŒblich einfach durchgehen lassen oder ob sie BĂ€ume erhalten wollen und damit sehr wahrscheinlich sogar noch Kosten sparen.

Anna Fröhlich – 29. Januar 2022

Siehe auch:
»Kloppe 3: Quadratisch, praktisch, hĂ€ĂŸlich«
»Kloppe 2: Ein Innenhof mit Kiefern drin«
»Kloppe« fĂŒr die Baudezernentin
Der »Schorfheideplatz«




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