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An jedem Mittwoch, gibt es auf dem Wochenmarkt im Brandenburgischen Viertel eine neue »Helle Stunde mit Kultur«. Wer am aktuell auf dem Potsdamer Platz zu Gast sein wird, gibt der Veranstalter einige Tage vorher bekannt. Los geht es am Mittwoch immer um 11 Uhr am Vormittag auf dem Potsdamer Platz.

Derzeit führt die Landesweite Planungsgesellschaft mbH (LPG) eine Haushaltsbefragung für eine Sozialstudie im Brandenburgischen Viertel durch. Alle Haushalte im Kiez haben einen Fragebogen erhalten. Bis Mitte Juli sind etwa 300 Bögen zurückgesandt worden.


Hilfestellung zum Ausfüllen gibt es im Dietrich-Bonhoeffer-Haus (evangelisches Gemeindezentrum, Brandenburger Allee 35), beim SPI und im Quartiersmanagement (beide im Bürgerzentrum, Schorfheidestraße 13).

Livestream der aktuellen Stadtverordnetenversammlung.


Erste Spatenstich am 24. November 2021. »Kloppe« für die Baudezernentin

maxe. Einen Tag vor dem »ersten Spatenstich« für den Neubau des Hortes »Kinderinsel« in der Kyritzer Straße 17 stand am Abend des 23. Novembers in der Sitzung der Eberswalder Stadtverordnetenversammlung die Vergabe des 3. Loses der Bauleistungen auf der Tagesordnung.

Vergeben wurde hier die Leistung »Erweiterter Holzbau«. Nur eine Firma – die Terhalle Holzbau GmbH aus Ahaus-Ottenstein (Nordrhein-Westfalen), etwa sechs Kilometer von der Grenze zum Königreich der Niederlanden – hatte sich im Rahmen der europaweiten Ausschreibung beworben, die schließlich auch den Zuschlag bekam, wie die Stadtverordneten bei nur einer Enthaltung beschlossen. Die Vergabesumme lag letztlich um rund 400.000 Euro höher als die ursprünglichen Planungen vorgesehen hatten.

Der fraktionslose Stadtverordnete Carsten Zinn hatte die Gelegenheit genutzt, um zu erfragen, ob »wir in der Lage sind, wirklich den Start zum Schuljahresbeginn 2022/23 unter Berücksichtigung aller Besonderheiten zu gewährleisten« Oder gegebenenfalls damit gerechnet werden müsse, »daß es auch später werden kann, wie das beim Erweiterungsbau der Grundschule Finow war«.

Die Baudezernentin Anne Fellner wirkte etwas pikiert. »Ob wir am Ende den Termin einhalten oder nicht, kann ich Ihnen heute nicht versprechen. Ich finde es fast schädlich, wenn wir in öffentlicher Sitzung darüber diskutieren, daß es vielleicht jetzt schon absehbar ist, daß es später wird – denn das ist ja fast schon eine Einladung für jedes Bauunternehmen, das wir noch finden wollen, daß sie sich nicht an die Vorgaben halten müssen. Insofern bin ich da optimistisch, daß wir den Zeitrahmen einhalten können. Und die Kloppe steck ich dann ein, wenn wir's nicht tun.«

Den Bedarf für den neuen Hort hatten die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung bereits im Jahr 2019 festgestellt. Zunächst stand die Überlegung im Raum, die ehemalige Kita »Spatzennest«, die nach der Schließung im Jahr 2006 der Wohnungsgenossenschaft übergeben wurde, die es später mit Fördermitteln aus dem Programm »Soziale Stadt« zum barrierefreien Vereinshaus umgebaut hatte. Eine Wiedernutzung als Kindereinrichtung wäre schneller möglich gewesen und hätte auch weniger gekostet, hatte damals der Sozialdezernent Professor Dr. Jan König eingeräumt. Allerdings hätten dann mehrere Vereine ihr Obdach verloren.

Bereits damals hatte sich Zinn eindeutig für die »zukunftsorientierte A-Variante« ausgesprochen, die für ihn hieß: »Bau eines modernen Bürger- und Stadtteilzentrums 2.0 mit angegliedertem Hort«. Und auch der Standort auf dem Areal der abgerissenen Grundschule an der Kyritzer Straße war für ihn schon klar. Der Dezernent, so der damalige Pressebericht, »ringe (noch) mit sich« (MOZ, 23.08.2019).

Dieses demokratische »Ringen« des Sozialdezernenten mit sich selbst war schließlich schon im September 2019 entschieden, so daß die Stadtverordneten im Oktober 2019 über die außerplanmäßige Mittelbereitstellung für Planung und Kostenschätzung entscheiden konnten. Nach den Schließungs- und Abrißorgien der Vorjahre, bei denen drei von fünf Kitas im Brandenburgischen Viertel geschlossen sowie vier von fünf Schulen auch gleich abgerissen wurden, nahmen die Schülerzahlen völlig unerwartet wieder zu, so daß die verbliebene Grundschule Schwärzesee – die modernste der Stadt – aus allen Nähten platzt (2018/19: 346 Schüler in 16 Klassen; 2019/20: 413 Schüler in 19 Klassen; Prognose 2023/24: 481 Schüler in vmtl. 22 Klassen) und daher kein Platz mehr für den innerhalb des Schulgebäudes untergebrachten Hort »Kinderinsel« bleibt.

In der lokalen Tageszeitung war damals zu lesen: »Als Ziel hat Baudezernentin Anne Fellner formuliert: Zum Schuljahresbeginn 2022/23 soll der Neubau, mit einer Kapazität von 150 Plätzen konzipiert, in Betrieb gehen.« (MOZ, 11.10.2019)

Die Stadtverwaltung organisierte sodann einen Architektenwettbewerb und im Juli 2020 ermächtigte die Stadtverordnetenversammlung den Bürgermeister, die weiteren Planungen an das erstplazierte Büro als Generalplaner zu vergeben. Die aus der Vorabermächtigung »resultierende Zeitersparnis fördert die gesetzte Inbetriebnahme des Hortgebäudes zum Schuljahr 2022/2023«, hieß es damals in der Begründung zur Ermächtigungsvorlage.

Am 27. April 2021 genehmigten die Stadtverordneten die Entwurfsplanung und faßten zugleich den Baubeschluß, wieder mit zusätzlichen Ermächtigungen für den Bürgermeister, um das Vorhaben zu beschleunigen. Interessanterweise stand da bereits in der Sachverhaltsdarstellung: »Das Projekt muß wegen des Bedarfs an Hortplätzen im Brandenburgischen Viertel bis Herbst 2022 realisiert sein.« Obwohl »Herbst« ein durchaus verschieden interpretierbarer Begriff für einen Zeitpunkt ist und der tatsächliche Bedarf an den Hortplätzen zum Schuljahresbeginn und nicht später akut wird, wurde diese Detailänderung offensichtlich seitens der Verwaltung nicht weiter erläutert.

Während der Stadtverordnete Zinn also am 23. November konkret nachfragte, ob der Start zum Schuljahresbeginn 2022/23 gewährleistet werden kann und die Baudezernentin ihren Optimismus versprühte, daß dies so sein werde, veröffentlichte die Pressestelle der Stadtverwaltung nur einen Tag später eine Mitteilung über den nur zwölf Monate nach Wettbewerbsabschluß erfolgten ersten Spatenstich auf dem Gelände an der Kyritzer Straße. In der Mitteilung wird Anne Fellner zitiert, die hochentzückt die gute Zusammenarbeit mit dem Wettbewerbssieger lobt, »mit welchem wir gemeinsam bereits ein Jahr später den ersten Spatenstich für unseren neuen Hort vornehmen konnten. Und wieder ein Jahr später soll der Bau im November 2022 hoffentlich fertiggestellt sein.«

Wie zu hören war, will sich der Stadtverordnete Carsten Zinn demnächst mit einer Weihnachtsmannrute zum Rathaus aufmachen, um die versprochene »Kloppe« auszuteilen.

(14. Dezember 2021)




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