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Klaviersonntage

Weihnachten ist vorbei und das neue Jahr hat begonnen. Der Kiez ist inzwischen verschneit. Der versprochene Neuschnee samt Unwetter blieb aus, so daß immer mehr eklige gelbe Stellen sichtbar werden. Ein Zeichen für den hohen Hundebesatz im Kiez. Nun hilft hier das Tauwetter, wobei wiederum liegengebliebene Reste der Neujahrsböllerei zum Vorschein kommen.

Angenehmeres bietet die Galerie Fenster mit der Reihe Galerie Sonntag mit Klavier An jedem Sonntag im Januar, jeweils um 14 Uhr in der Galerie Fenster in der Prignitzer Straße 50. Mehr dazu hier.
Der Pianist Jörg Hochapfel (Foto), spielt am 25. Januar auf und sorgt damit zugleich für die musikalische Begleitung der Finissage der aktuellen Ausstellungen in der Galerie Fenster.


Livestream der aktuellen Stadtverordnetenversammlung.

Zwischen Drehbank
und CNC-Fräse

Kreativschaffende im Zwischenraum H15
im WBG-Vereinshaus, Havellandstraße 15

Am 30. Juni kamen abends in Eberswalde Kreativschaffende verschiedenster Couleur zusammen. In dem Format 6x6 stellten sich sechs Personen jeweils sechs Minuten vor. Der Abend, organisiert vom Ministerium für Wirtschaft und Energie Brandenburg, fand im Rahmen der Reihe Kreativ Dialog statt.

Um 19 Uhr beginnt das Programm, viele sind aber schon früher da. Im Zwischenraum in der Havellandstraße 15 stehen Getränke und Speisen bereit, ebenso wie eine kleine Spendenkasse. Man macht sich schon mal bekannt.

Die bereitgestellten Stühle sind irgendwann aus, eine Bank muß aushelfen. Fünfzehn Menschen waren erwartet, nun sitzen circa 30 Leute in einer Werkstatt des Zwischenraums - Veranstalter, Engagierte der offenen Räume und Interessierte. Ein aufmerksam entspanntes Publikum, da hält man als Referent die Nervosität gerne aus.

Ein paar einleitende Worte zu den Räumlichkeiten, dann stellt Katja Dietrich-Kröck das Format vor: Bei den Referenten soll eine Bandbreite aus den 11 Branchen der Kreativwirtschaft erreicht werden. Die Reihenfolge des Abends wird ausgelost, danach hat der jeweilige Referent genau sechs Minuten um sich vorzustellen; dabei kann er die Art und Weise der Darstellung frei wählen.

Tereza und Jörg stellen sich, das Gut Stolzenhagen und ihre Stühle vor. Diese fertigen sie vor Ort. Ein Modell »Bison«, für den Außenbereich, das Andere, die »Gazelle«, ist besonders leicht. daß man sogar damit tanzen kann, erklärt Tereza und dreht sich. Der Stuhl schwingt auf ein paar ihrer Finger mit.

Kai vom Kanaltheater ist der Nächste, er springt heute nur ein. Frei assoziiert er sich von seinem handwerklichen Berufsweg in der DDR zu seiner heutigen Tätigkeit beim Kanaltheater. Die vielfältigen Reaktionen aus dem Publikum bezeugen Interesse wie Kontroverse, aber auf jeden Fall die volle Aufmerksamkeit.

Mit den Verlag Biber und Butzemann besetzt Stefanie Biber-Geske eine Nische. Einst im Urlaub mit ihren Kleinen, gab es keine Kinderbücher, die an dem jeweiligen Orten spielten. Verwundert darüber, wurde daraus die Idee und Tat, selbst solche Kinderbücher zu schreiben. Der Verlag und die Buchmesse BUCHBERLIN schlossen sich an. Ein paar ihrer Bücher werden derweil durch die Reihen gereicht.

Steffi Ribbes Präsentation gibt etwas her für die Augen. Von Bild zu Bild schildert sie, wie sie alten Möbelstücken neuen Stil gibt. Entsprechend ihrem Label »Farbknall« mag sie es gerne bunt. Zusammen mit ihren Kunden verwandelt sie Stühle, Regale und mehr, in Unikate. Die bildende Künstlerin Ina Abuschenko-Matwejea fragt, was Kunst ist und ob sie einen Zweck hat. Bilder ihrer Werke laufen im Hintergrund während sie Picasso rezitiert, der sich schon zu diesem Thema in Worte zu fassen versuchte.

Brian Crotty beschäftigt sich mit umweltverträglichen Materialien innerhalb des Labels BioInspiration. Die Kickstarterkampagne für einen kompostierbaren Kunststoff zum 3D-Drucken läuft bald an. Die Modelle, die er ins Publikum gibt, sind nur einen Raum weiter gedruckt worden.

Er gehört zu den regelmäßigen Besuchern in den Werkstätten des Zwischenraums in der Havellandstraße, denn neben CNC-Fräse und Drehbank finden sich hier auch 3D-Drucker, an denen er sich direkt ausprobieren kann. Die vom Hebewerk e.V. getragenen Räume haben viele illustre Gäste, vom technikaffinen Bastler bis zum vegetarischen Lebenskünstler ist alles vertreten.

Jeder der sechs Kreativschaffenden nimmt seinen Applaus entgegen, aber diese knappen Minuten vorn waren eigentlich nur das Appetithäppchen. Kaum erheben sich die ersten Zuschauer, umringen schon die ersten die Referenten. Für Fragen ist ab jetzt reichlich Zeit, und noch mehr für Antworten. Auf dem Balkon warten Getränke, frisches Brot, Aufstrich, Häppchen.

Über die angeregten Gespräche schleicht sich die Nacht recht unbemerkt ein.

Informationen zu weiteren Veranstaltungen im Zwischenraum des Hebewerk e.V. sowie Verlinkungen zu den Referenten des 6x6 Netzwerkabend sind im Internet unter www.hebewerk-eberswalde.de zu finden.

Ulrike Gatz

aus "Barnimer Bürgerpost" 7/2015
Foto: Christoff Gäbler

(veröffentlicht am 29. Juli 2015)

Siehe auch: »6x6 Netzwerkabend«,




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