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KiK schließt 300 Läden
Gehört die Filiale im »Heidewald« dazu?
Die Urteilsverkündung im Rechtsstreit zwischen Netto (schwarz) und der »Heidewald«-Eigentümergesellschaft von Sahid Sanli wurde zuletzt immer wieder verschoben. Doch in den Vergleichsverhandlungen geht es offensichtlich nur noch um die Bedingungen für den Netto-Auszug, der inzwischen mehr oder weniger offen auf den September des Jahres datiert wird.
Der Netto-Auszug ist Voraussetzung – heißt es – für die geplanten grundlegenden Sanierungsarbeiten, die Sanli und seine Beauftragten seit Jahren versprechen. Damit verbunden soll ein Komplettauszug aller noch verbliebenen Mieter in dem Gebäudekomplex sein.
Welche »Heidewald«-Mieter nach der angekündigten Sanierung wieder zurückkehren werden, ist völlig unklar. Ob beispielsweise der Textildiscounter »KiK« (Kunde ist König) dazu gehört, dürfte auch von dortigen unternehmensinternen Entscheidungen abhängen. Die KiK-Konzernzentrale hat kürzlich verkündet, daß sie in Europa nicht nur wie ursprünglich angekündigt 50 Filialen schließen will, sondern ganze 300, davon 135 in der BRD.
Der zur Tengelmann-Gruppe gehörende Anbieter von Textilien und Haushaltswaren im Discount-Segment spricht von einer Umstrukturierung. Neben den 300 zu schließenden Filialen sollen zugleich 75 neue Standorte erschlossen werden. Das »Portfolio auf Profitabilität« trimmen, nannte das der KiK-geschäftsführer und Finanzvorstand Christian Kümmel gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. In der Vergangenheit führte die Unternehmensexpansion zu einem sehr dichten Filialnetz. Manche Filialen würden weniger als einen Kilometer voneinander entfernt liegen, so Kümmel. »Wir haben zu dicht expandiert. Das bauen wir zurück.«
In Eberswalde gibt es insgesamt zwei KiK-Filialen. Neben dem Laden im »Heidewald« gibt es noch eine weitere Filiale in der Freienwalder Straße 30c gegenüber dem Sowjetischen Ehrenmal. Das sind knappe fünf Kilometer Luftlinie.
Welche Geschäfte von der Schließung betroffen sind, will KiK nicht bekanntgeben. Auch viele betroffene Beschäftigte wurden noch nicht informiert. Kündigungen seien nicht geplant. »Wir werden die Mitarbeitenden der betroffenen Filialen«, so Kümmel, »in anderen Filialen weiterbeschäftigen oder anderweitig eine Lösung finden«.
Die KiK-Filiale im »Heidewald« war Ende 2020 umgebaut und erweitert worden. Inzwischen berichten Kunden, daß sich das dortige Angebot bereits seit Längerem ausgedünnt habe. So mancher Artikel, nicht zuletzt Textilien in Übergrößen, seien kaum noch verfügbar. Ob daraus auf langfristige Schließungspläne geschlossen werden kann oder ob einfach die entsprechende Nachfrage nachgelassen hat, bleibt freilich im Bereich purer Spekulation. Das gilt auch für die Auswirkungen des neuen Woolworth-Ladens in den Eberswalder Rathauspassagen auf die KiK-Filiale im »Heidewald«. Nur eines scheint sicher, daß sie zumindest während der Sanierungsarbeiten geschlossen bleibt.
Anna Fröhlich – 25. März 2026
Siehe auch:
»KiK-Filiale öffnet am 11. Dezember«
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