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Frühling

An geschützten Stellen entfalten sie inzwischen ihre Farbenpracht, in diesem Jahr etwas später als im allgegenwärtigen Klimawandel zu erwarten war. Leider ist die Blütenpracht nur etwas für das Auge. Als Futter für die Bienen und andere Insekten taugen die Forsythien leider nicht. Hier besitzen die Weidenkätzchen oder andere heimische Frühblüher deutliche Vorteile.

Den Monatsplan März der Begegnungsstätte »Silberwald«
(Spreewaldstr. 1) gibt es hier (PDF, 2,7 Mb) und die Vorausschau auf den April hier (PDF, 1,9 Mb).


Livestream der aktuellen Stadtverordnetenversammlung.

Nauener Straße im Brandenburgischen Viertel: Die Nachbarn zeigen ihre Anteilnahme.

Song für Emely-Kate: Bis zum letzten Atemzug

Anteilnahme ist kein Fremdwort

In der lokalen Tageszeitung schrieb in der letzten Oktoberwoche jemand in einem Essay über den »Aufstieg der Unanständigen«. Der Autor erzählte davon, daß er einer älteren Frau beim Tragen eines Blumenkorbs geholfen habe und zum Dank die Worte hörte: »Daß es so etwas noch gibt«. Er war davon so gerührt, daß er einen ganzen Essay dazu schrieb.*

Aber ja – so etwas gibt es noch! Daß Menschen ihren Mitmenschen mit Anstand begegnen, Empathie empfinden und ihrer Anteilnahme auch Ausdruck verleihen, ist Normalität.

Normalität auch in unserem Kiez, der von vielen als »sozialer Brennpunkt« klassifiziert und von manchen auch zu einem solchen herabgewürdigt wird. Die Menschen, die hier wohnen, kennen materiellen Reichtum meist nur aus dem Fernsehen. Armut hingegen – und nicht nur materielle – ist im Brandenburgischen Viertel an vielen Stellen präsent, einschließlich der daraus erwachsenden Entfremdung der Menschen von sich selbst.

Wenn ein Vater sein eigenes Kind zu Tode oder fast zu Tode prügelt, dann ist das schlimm und zugleich eine Folge solcher Entfremdung, die in Suff, Drogenkonsum und sinnloser Gewalt ihren Ausdruck oder besser gesagt, ihren Ausbruch findet. Diesem Mann reichte es nicht, sich selbst zu zerstören. Er mußte auch noch das Leben seines Kindes zerstören.**

Die beschriebene Entfremdung hat gesellschaftliche Ursachen und ist keineswegs nur ein Phänomen im ärmeren Teil der Bevölkerung. Aber es ist auch nichts, was automatisch eintritt.

Die Reaktionen auf die schlimme Tat beweisen das Gegenteil. Ganz viele Menschen haben in der Nauener Straße neben einem Bild des kleinen Mädchens Blumen, Lichter, Püppchen und Plüschkuscheltiere abgelegt. Die Anteilnahme ist groß. Und auch die Frage, wie es zu dieser Tat kommen konnte.

Gerd Markmann - 28. Oktober 2017

* Knaack, Tobias: Aufstieg der Unanständigen. Warum wir endlich wieder darüber reden müssen, wie wir miteinander umgehen wollen – ein Essay. MOZ, 26.10.2017, Seite 3
** Petersson, Viola: Mädchen in akuter Lebensgefahr. MOZ, 26.10.2017, Seite 10

siehe auch:
Petersson, Viola: Anteilnahme mit Kerzen und Plüschtieren. MOZ, 01.11.2017,
Petersson, Viola: Kinderschutz-Konzeption im Fokus. MOZ, 02.11.2017,
Der Blitz, Mediathek, 02.11.2017,
Der Blitz, 4./5. November 2017, Druckausgabe, Seite 4.




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