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Hoch oben über dem Kiez
Der Bau der Höchstspannungsleitung über den Köpfen der Kiezbewohner hinweg schreitet voran.

Livestream der aktuellen Stadtverordnetenversammlung.


Begonnener Mastaufbau etwa 250 Meter südwestlich der Wohnbebauung an der Ecke Schwärzesee-/Flämingstraße.

Stadtverordnete warnen vor gesundheitlichen Schäden
Masten wachsen gen Himmel

»Schulcampus« unter der Hochspannung

Das Gerichtsurteil des Leipziger Bundesverwaltungsgericht zur Klage der Bürgerinitiative »Nicht über unsere Köpfe« wird zwar erst für das II. Quartal 2022 erwartet, nichtsdestotrotz ist der Leitungsbauer 50 Hertz fleißig dabei, vollendete Tatsachen zu schaffen.

Nachdem 50 Hertz durch die Zahlung von »Beschleunigungszuschlägen« in sechsstelliger Höhe sich das Wohlwollen der Eberswalder Verwaltungsführung erkauft hat (siehe auch »Barnimer Bürgerpost« Ausgaben 4, 5 und Sommer/2021), begannen auch im Stadtgebiet von Eberswalde die ersten Arbeiten.

Nach dem im vorigen Winter die Bäume auf der Trasse gefällt wurden und im Laufe des Sommerhalbjahres erste Berichte über Mastbauten südlich und später auch nördlich von Eberswalde bekannt wurden (siehe »Eine breite Schneise im Wald...«), kann man seit Ende November nun auch südwestlich des Brandenburgischen Viertels in direkter Nähe der Wohnbebauung der Schwärzeseestraße die Masten für die geplante Höchstspannungsleitung gen Himmel wachsen sehen.

Auch an dem neuen Erna-Bürger-Weg zwischen der Eberswalder Straße und dem Finowkanal waren Fundamentarbeiten zu sehen. Auch »hier baut die 50 Hertz AG einen neuen Mast für die Leitungen die dann über den Finowkanal gehen«, wie Chrstin Zierach vom Eberswalder Tiefbauamt den fraktionslosen Stadtverordneten Carsten Zinn, der eine entsprechende Bürgeranfrage an die Stadtverwaltung weitergeleitet hatte.

Indes hatten die beiden Vertreter der Fraktion Die PARTEI Alternative für Umwelt und Natur in der Eberswalder Stadtverordnetenversammlung Oskar Dietterle und Mirko Wolfgramm die Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 23. November dazu genutzt, in der Diskussion zu den Aufstellungsbeschlüssen zum Bebauungsplan »Schulcampus« an der Eberswalder Straße und der damit zusammenhängenden Änderung des Flächennutzungsplans auf die von der geplanten Höchstspannungsleitung ausgehenden elektromagnetischen Strahlung und den daraus resultierenden Gefährdungen für die Schülerinnen und Schüler, die einmal in die dort geplante Schule gehen werden, aufmerksam zu machen.

»Wegen dieser Gefährdungen«, so Oskar Dietterle, »halte ich diesen Standort für ungeeignet. Allerdings gibt es auch noch weitere Gründe, die gegen diesen Schulstandort sprechen. Da ist zum einen die direkte Lage an der Hauptstraße, was dort zu einer besonders starken Lärmbelästigung führen wird. Außerdem wohnen dort ausgesprochen wenig Kinder und Jugendliche. Das heißt, alle Schülerinnen und Schüler müssen herantransportiert werden. Diese zusätzliche Belastung für den ÖPNV muß nicht sein, wenn wir diese neue Schule an einen Standort plazieren, wo die Kinder und Jugendlichen, die dort zur Schule gehen sollen auch wirklich wohnen. Beispielsweise haben wir im Brandenburgischen Viertel Standorte, wo in den vergangenen Jahren Schulen abgerissen wurden. Dort sind Flächen vorhanden, die weitaus geeigneter für diesen Schulneubau sind.«

Von den Gefährdungen durch die geplante 380-kV-Freileitung sind im übrigen auch die Wohnbebauungen im Westen des Brandenburgischen Viertels und im Osten von Finow-Ost betroffen. Auch der bereits begonnene Neubau des Hortes »Kinderinsel« in der Kyritzer Straße liegt im möglicherweise durch die Freileitung gefährdeten Bereich.

Gerd Markmann – 8. Dezember 2021

Siehe auch:
»50Hertz schafft Tatsachen«
»Licht für alle – und das kostenlos!«
»Beschleunigungszuschläge«
»Eine breite Schneise im Wald...«
Bürgerinitiative »Biosphäre unter Strom – keine Freileitung durchs Reservat!«
Barnimer Bürgerpost: »So banal wie die Realität«




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