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Frühling im Kiez


In der Havellandstraße hat die Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 im Rahmen ihres Projektes »Brand Vier« einen ersten Block saniert, weitere sollen folgen. Die Künstleragentur Udo Muszynski Konzerte + Veranstaltungen begleitet dieses Projekt »Kunst am Bau«. Auf dem Foto ist Gudrun Sailer zu sehen, wie sie gemeinsam mit Ruben Pagenkopf von der Künstleragentur ihre Figuren an der Wand im Eingangsflur der Havellandstraße anbringt.

»Kunst am Bau«:
Hauswächter und gute Hausgeister

Skulpturen von Gudrun Sailer in der Havellandstraße

Der Wohnblock der Wohnungsgenossenschaft in der Havellandstraße ist im vorigen Jahr umfassend saniert worden. Der großzügige Flurbereich im Erdgeschoß wurde kürzlich wieder zur Baustelle, zur Kunstbaustelle.

Die Genossenschaft hat eine Idee vom Anfang des Viertels Anfang der 1980er Jahre wiederbelebt. Kunst am Bau gab es damals beispielsweise in der Frankfurter Allee. Nicht zuletzt zur Unterscheidung der ähnlich aussehenden Hauseingänge wurden davor damals Skulpturen aus Holzbalken aufgestellt. Das Holz verwitterte mit den Jahren. Die Skulpturen sahen nicht mehr schön aus und wurden schließlich entfernt. Ob sie erneuert und ersetzt werden, ist aktuell nicht bekannt. Auch an anderen Stellen wurden solche Kunstwerke aufgestellt, wobei diese Idee dann später in den Quartieren der Bauabschnitte 3 und 4 zunehmend vernachlässigt wurde.

Die neue Führungsspitze der Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 eG, vormals Wohnungsbaugenossenschaft Eberswalde-Finow eG, ist stolz auf das erste fertiggestellte Sanierungsprojekt seit ihrem Amtsantritt. Bisher machte der neue Vorstand vor allem mit dem Abriß von Wohnblöcken Schlagzeilen, der aber bereits künstlerisch begleitet wurde, z.B. mit der temporären »Galerie am Fenster«.

Im neu gestalteten Haus in der Havellandstraße sollte es hingegen etwas Bleibendes sein, »Kunst am Bau«, die für lange Zeit erlebbar ist. Die Genossenschaft beauftragte die Eberswalder Künstlerin Gudrun Sailer mit der Ausgestaltung des Eingangsbereiches im Erdgeschoß des Hauses.

»Mein Gedanke war am Anfang«, sagte die Künstlerin Ende Februar vor der Kamera von »Next«, dem Video-Newsletter der Künstleragentur Udo Muszynski Konzerte + Veranstaltungen, die das Genossenschaftsprojekt »Kunst am Bau« organisiert, »in der Geschichte gibt’s Hauswächter, Hausgeister, die guten Seelen, die den Bewohnern das Leben sichern und ein gutes Omen bringen.« Daran orientiert habe sie Figuren erdacht, die allerdings eher in die heutige Zeit passen, mit denen sich die Menschen heute auch identifizieren können. Gudrun Sailer war es wichtig, Figuren zu erfinden, die »mit dem Wohnen und Miteinanderleben zu tun haben, denn für mich geht es hier um das Miteinander in diesem Haus. Hier soll eine Hausgemeinschaft entstehen, in der sich die Menschen wohlfühlen und die sich vielleicht auch mal im Flur treffen.«

Auf dem Foto ist Gudrun Sailer zu sehen, wie sie gemeinsam mit Ruben Pagenkopf ihre Figuren an der Wand im Eingangsflur der Havellandstraße anbringt. Eine offizielle Vernissage wird es vorerst aufgrund der Coronabeschränkungen nicht geben. Dies soll aber unbedingt nachgeholt werden.

»Bis dahin möchte ich die Bewohner ermutigen, Geschichten zu schreiben zu den einzelnen Figuren oder auch zu mehreren. Wenn dann irgendwann eine Vernissage möglich sein wird, stelle ich mir vor, daß wir uns gemeinsam draußen vor dem Haus oder hier drin im Flur treffen und die Geschichten vorlesen. Ich wünsche mir, daß die Leute hier von sich erzählen, daß sie sich auf meine Kunst und auf sich und ihre Mitbewohner einlassen. Daß es ihr Haus und vielleicht ihre Kunst wird.«

»Kunst am Bau« soll es auch in den künftigen Sanierungsprojekten der Wohnungsgenossenschaft geben.

Anna Fröhlich – 14. März 2021

Siehe auch:
»Der Brausediebstahl«
Youtube-Kanal von Guten Morgen Eberswalde




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