Kiezmagazin für das Brandenburgische Viertel
in Eberswalde

Regelmäßige Kiez-Termine

Kulturbund Klub "Heinrich Mann"
Cottbuser Str. 5a (hier mehr):
Malzirkel 1./3. Do 14 Uhr
Handarbeiten 2./4. Do 14 Uhr
Foto-Club 2. Di, letzt. Di 18.30 Uhr
FG Ornithologie 3. Di 18.30 Uhr
Klöppelgruppe 4. Dienstag 14 Uhr

Eltern-Kind-Zentrum (EKiZ):
Mütter-Fitness-Gruppe
Mo 9.30 Uhr, SV Motor Turnhalle
Potsdamer Allee 37
Krabbelgruppe Mi 9.30 - 11 Uhr
Bonhoeffer-Haus, Potsdamer Allee

AWO Ortsverein Finow:
Nachmittag im Seniorenclub
Mi 14 Uhr, Frankfurter Allee 24

WBG-Vereinshaus, Havellandstr. 15:
Sportgruppe @ H15 Mo 18.30-20 Uhr
Offene Naehwerkstatt Mi 10-13 Uhr
Repair-Café & Six-to-Zero Fr 15 Uhr
Hebewerk e.V. im H15

Gemeindezentrum:
Familiennachmittag dienstags
16 - 17 Uhr, Dietrich-Bonhoeffer-Haus
Potsdamer Allee 35
Familiensport, Di 15-16 Uhr
Do 15-16.30 Uhr, SV Motor Turnhalle
Potsdamer Allee 37

WBG-Freizeitschiff:
Rommé, Skat ... Mo 14 Uhr
Handarbeitstreffen Do 13 Uhr
Prignitzer Str. 48


Was los ist

Fr, 13. Dezember, 14 Uhr: Weihnachtsbasteln Wohnverbund. Potsdamer Allee 57

So, 15. Dezember, 14-18 Uhr:
16. Kiez-Weihnachtsmarkt auf dem Potsdamer Platz. Besinnliches, mit musikalischen und kulinarischen Köstlichkeiten

So, 15. Dezember, 14.30 Uhr: Der Stärkste Eberswalder SV Motor sucht die stärkste Eberswalderin und den stärksten Eberswalder. Sporthalle des SV Motor, Potsdamer Allee 37

Mo, 16. Dezember, 18.30 Uhr: S.E. Ken Wu - Botschafter der Volksrepublik China zu Gast im HNEE-Stadtcampus, Haus 1, Hörsaal 01.103, Schicklerstr. 5, und beantwortet Fragen; Anmeldung: 0162 / 716 61 98 (Hoeck-Stiftung)

Do, 19. Dezember, 19 Uhr:
Kino "Ballfieber" (GB 1997) in der Galerie Fenster, Brandenburger Allee 19

Fr, 20. Dezember, 14 Uhr: Weihnachtsfeier für Kinder und Familien im Wohnverbund. Potsdamer Allee 57


Näheres zur »Bücherboxx« hier.

Sa, 21. Dezember, 15 Uhr: Russische Weihnacht in der Märchenvilla in Zusammenarbeit mit dem Chor IWUSCHKA, Brunnenstr. 9, Karten: Tourist-Info Tel. 03334 / 645 20

MAXE-Volltextsuche:
Kontakt zur


Fotograf: Daniels, Gene (record: Environmental Protection Agency) Titel: VOLKSWAGENS ON PIER, Terminal Island (Los Angeles, California) May 1972

Weltgeschichte:
Der Mensch - eine Abrechnung

Als der noch leblose Klumpen Lehm vor seinem Schöpfer stand und Gott dem ersten Menschen Atem, Seele und Sprache einhauchte, begriff das neue Geschöpf dies als sein erstes Personalgespräch und stellte Forderungen: "Lieber Gott, mach mich so stark wie zehn Elefanten!" Gott lehnte dankend ab. Er wußte um die Begrenztheit seiner Schöpfung. Doch der Mensch ließ nicht locker: "Lieber Gott, gib mir tausend Augen!" Gott lehnte wieder ab, denn diese hatten schon die Libellen und das reichte für diesen Planeten. Der Mensch versuchte es noch einmal: "Lieber Gott, gib mir tausend Ohren!" Da wurde Gott wütend und verbannte diesen Möchtegern Libellenelefant aus seinem Paradies in eine trockene Wüstenlandschaft, wo er für zehntausende von Jahren sein karges Brot fristen mußte.

Gott wurde alt und müde und übergab die Schöpfung seinem Sohn Jesus, der bis dahin in seinem Kinderzimmer nur Fantasy-Romane gelesen hatte und schärfte ihm ein: "Pass auf diesen Menschen auf! Dem ist nicht zu trauen!" Dann verabschiedete er sich ins himmlische Pflegeheim. Jesus fand es eine gute Idee, wenn die Menschen auch lesen könnten wie er, und schenkte ihnen die Bibel. Damit sie aber nicht auf dumme Gedanken kämen, sollten sie nur die Bibel lesen und sonst nichts. Das klappte zwei Jahrtausende ganz gut und zu Ehren von Jesus und seiner Mutter errichteten die Menschen große Bethäuser, die in ihrer Pracht an Gottes Schöpfung erinnern sollten.

Doch als die Menschen lesen konnten, konnten sie auch schreiben und sie schrieben alles auf, was nur denkbar war: wieviele Taler in des Königs Truhen waren, wieviele Säcke Mehl man noch dem Grafen schuldete und wieviele Hellebarden in der Rüstkammer lagerten. Doch damit nicht genug. Der Mensch begann die Schöpfung zu analysieren und zu kategorisieren. Nacktsamer und Bedecktsamer. Wirbeltiere und Gliederlose. Weiße und Wilde. Dann begann der Mensch mit der Schöpfung zu experimentieren. Nicht nur Pflanzen und Tiere wurden gekreuzt und gezüchtet, auch die göttlichen Ur-Elemente wurden auf alle nur erdenklichen Arten zusammengeschüttet und die sich ergebenden Reaktionen schriftlich festgehalten. So stieg das Wissen des Menschen von Jahr zu Jahr und auf einmal besaß er wirklich tausend Augen. Es entwickelten sich Berufe, die nur einem ganz bestimmten Schöpfungsfeld gewidmet waren: der Apotheker, der Physiker, der Chemiker, der Prediger, der Konditor und die Putzfrau.

Noch wurden Personen mit hoher Würde per Sänfte getragen, damit sie sich im Straßenschmutz nicht die Füßlinge einsauten, doch irgendwann zu Beginn des 13. Jahrhunderts - Jesus übersah das, weil er gerade die Sarazenen missionierte - entwickelte ein teuflisch schlauer Mensch das Rad und mit ihm die Schubkarre. Jetzt mussten die Müllersleute keine störrischen Esel mehr beschäftigen, sondern konnten Hungerlöhner einstellen, die die Mehlsäcke wegkarren konnten. Bald nach der Schubkarre, etwa dreihundert Jahre später, kamen die ersten Postkutschen und mit ihnen nicht nur die internationale Korrespondenz, sonders erste wohlhabende Touristen erkundeten Europa und das Mittelmeer.

Weil die königlichen Herrscher in ihren barocken Gärten die größere Fontäne besitzen wollten als das andere Adelsgeschlecht, kam es zwangsläufig zur Entwicklung der Dampfmaschine. Nun hatte der Mensch wirklich die Kraft von zehn Elefanten und die konnte ihm keiner mehr nehmen, dafür sorgten die Akademien und Patentbüros. Von den Springbrunnen ging die Kraft über auf die Bergwerksentwässerung, denn die Dampfmaschinen brauchten immer mehr Kohle. Dann sprangen die Kräfte in die Textilindustrie, die soviel Baumwolle verbrauchte, daß man gar nicht genug Sklaven in den Südstaaten beschäftigen konnte. Für den Seeweg brauchte man neue wetterunabhängige Dampfschiffe und auch für den Landweg konnte die Dampfmaschine eingesetzt werden. Stählernde Bänder umschlangen ganze Länder und letzte paradiesisch lebende Völker. Das Industrie-Zeitalter begann.

Rauchende Schlote kündeten von Reichtum, sowie auch von Lohnsklaverei und in jeder Stadt gab es nun mehr Schornsteine als Kirchtürme. Weil die Luft natürlich in den Städten nicht besonders gut war, zogen die Reichen in die Vororte, vornehmlich nach Westen, woher der Wind kam, damit man den Gestank der Schlote und der Öfen nicht mehr ertragen musste. Die Armen blieben im Elend und im Ruß; nur manchmal konnten sie die Reichen in der Stadt sehen, wie sie in ihren neuartigen Personenkraftwagen vor der Bank vorfuhren, um ihre Dividende abzuholen. Der Kapitalismus stand in vollster Blüte.

Die Reichen wollten noch reicher werden, mit mehr Bodenschätzen und mit mehr Kolonien und gönnten den anderen Reichen in anderen Ländern nicht die Butter auf dem Brot. So entstanden die Legenden vom "Erbfeind" und vom "Dolchstoß" - mit bitteren Konsequenzen und Millionen von Toten. Jesus konnte nichts dafür, denn er war gerade ins Zölibat vertieft. So verfiel also Europa in Schutt und Asche und die ersten Spielplätze für die neue Jugend waren Ruinen und Bombentrichter. Doch dann kam das Wunder von Wolfsburg. Der "Volkswagen", der zu Anfang nur ein Nazi-PR-Gag war, verbreitet sich wirklich wie eine Epidemie im Nachkriegseuropa und jedes Land entwickelte seinen eigenen Typ, inclusive Industrie. So kam der Wohlstand in die "zivilisierte Welt" und aus den Smogwarnungen im Radio konnte man den Reichtum einer Stadt ablesen.

Durch einen Betriebsunfall der Industriegeschichte kam es 1990 zur Auflösung der Wirtschaft eines ganzen Landes, was regierungstreue Klimastatistiker heutzutage gerne zum Anlaß nehmen, die CO2-Bilanz schönzurechnen. Zum guten Ton für die reichen Leute allerorten gehört ein Häus-chen fernab vom Lärm der Stadt, nicht dort, wo der Plebs sich in den überfüllten ÖPNV drängen mag. Dort riecht es ja muffig und man müßte den Anblick anderer Leute ertragen - nein, man kann sich ja selber im Spiegel kaum anschauen. Also muß es der neueste SUV sein, der zwar die Komplexe etwas kaschieren mag, aber immerhin die Wirtschaft ankurbelt. Die neue Tarifrunde läßt grüßen ...

Der andere Betriebsunfall passierte 2001 in "God's own country", als das Symbol einer Supermacht in Schutt und Asche versank. Nach dem alttestamentarischen Motto "Auge um Auge, Zahn um Zahn" rächt sich die freieste Demokratie dieses Planeten nun seit Jahrzehnten an seinen Widersachern und auf feierliche Begräbnisse wird keinen Wert gelegt. Das eigentlich demokratische Internet mutierte zu einer riesigen Abhörmaschine und plötzlich besaß der Mensch wirklich tausend Ohren, mit denen ihm nichts mehr entging. Die Datenberge wachsen von Stunde zu Stunde, das Internet verbraucht immer mehr Ressourcen und selbst die Aufmerksamkeit des Menschen gehört nur noch seinen Daten und nicht mehr der Schöpfung an sich. Jesus ist es müde, sich um diese verrückte Menschheit zu kümmern und nun haben neue Propheten und Welterklärer leichtes Spiel mit neuen Sekten und Religionen.

Der Mensch hat nun Kräfte wie tausend Elefanten, Augen Millionen an der Zahl und jedes Smartphone hört überall mit - das sind Milliarden Ohren. Gott würde sagen, diese Schöpfung ist leider mutiert und ob es der Heimatplanet verkraftet, das weiß selbst der liebe Gott nicht.

Jürgen Gramzow - 23. September 2019




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