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»Informationen«
statt Konfliktlösung

»Gespräch im Abrißblock« am 18. Juni

maxe. Die stadteigene Wohnungsbau- und Hausverwaltungs-GmbH (WHG) will in der Potsdamer Allee 45 – 59 zwei Wohnblöcke abreißen lassen. Entgegen dem 2009 beschlossenen Integrierten Programmübergreifenden Stadtteilentwicklungskonzept (IPStEK). Seit dem Bekanntwerden der Pläne regt sich der Widerstand.

Der im Wahlkreis Eberswalde direkt gewählte Landtagsabgeordnete Daniel Kurth (SPD) griff das Problem auf und verabredete mit Eva-Maria Lauft, der Leiterin des Familienzentrums in der Potsdamer Allee 59 als einer der betroffenen Mieter, eine Gesprächsrunde mit den Verantwortlichen der WHG und der Stadtverwaltung Eberswalde.

Daniel Kurth betonte, daß es ihm darum gehe, Informationen auszutauschen. Seiner Einladung waren die Eberswalder Baudezernentin Anne Fellner sowie von der WHG die kaufmännische Prokuristin Doreen Boden und die beiden Kundenbetreuer Jens Aßmann und Sebastian Mertinkat gefolgt.

Eva-Maria Lauft ließ es sich als Gastgeberin nicht nehmen, die zahlreich erschienenen Mieter, die Presse und die WHG-Vertreter zu begrüßen. Sie dankte dem Landtagsabgeordneten Daniel Kurth, der zugleich Eberswalder Stadtverordneter und stellvertretender Landesvorsitzender der SPD ist, daß er die Kontakte zu WHG und Stadtverwaltung geknüpft hat.

Das Bekanntwerden der Abrißpläne haben die betroffenen Mieter, aber auch die Ladenbesitzer des nahen Einkaufszentrums »Heidewald« mit Entsetzen und Erstaunen aufgenommen.

Die Mieter wohnen teilweise schon 33 Jahre im Kiez und mußten zum Teil schon einmal wegen Abriß umziehen. Die Händler fürchten, daß infolge des geplanten Abrisses ihre Kunden wegziehen.

Unverständlich sei vor allem, sagte die Leiterin des Familienzentrums, daß hier ein Wohnblock abgerissen werden soll, in den in den vergangenen 5 Jahren erst rund 500.000 Euro für die Sanierung von Heizung und Versorgungsleitungen investiert wurden. Auch der »Mut zur Lücke« verursacht Kopfschütteln. Durch den Abriß würde der Wohnblock in der Finsterwalder Straße zum »Alleinstellungsmerkmal« (vgl. »Stadtebaulicher Unsinn«). Zugleich bleiben die »Altschulden« der WHG auch nach dem Abriß erhalten.

Auf die meisten Fragen gingen weder die Baudezernentin noch die WHG-Vertreter oder der SPD-Landtagsabgeordnete ein.

Die Baudezernentin Anne Fellner glänzte mit einem viertelstündigen Referat zur demographischen Entwicklung in Eberswalde und im Brandenburgischen Viertel. Der aktuelle Leerstand von 840 Wohnungen drohe bis 2030 auf 1.500 anzusteigen. Ein solch hoher Leerstand sei für die Wohnungsgesellschaften existenzgefährdend. Deshalb müsse jetzt vorausschauend der Rückbau erfolgen.

Die Abrißpläne standen nicht zur Disposition. Das machten die Vertreter von WHG und Stadtverwaltung, einschließlich des SPD-Landtagsabgeordneten und -Stadtverordneten klar. Aber man hatte miteinander geredet.

»Wir ziehen hier nicht aus«, hatte eine Mieterin gesagt. Von einer Konfliktlösung kann also nicht die Rede sein. Allerdings wurden die Fronten klarer.

(18. Juni 2015)

(Dies als erster Bericht. Nach den Redaktionsferien vom 20.6.-12.7.2015 wird sich MAXE weiter mit dem Thema befassen)

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